Von Kleeblättern und einem „bunten Hund“

Auch auf die interessantesten Begegnungen im Fußball muss man manchmal verzichten. Das Aufeinandertreffen der Spielvereinigung mit Union Berlin war vor allem deshalb spannend, weil die Berliner in den vergangenen 14 Jahren kein Heimspiel gegen das Kleeblatt gewinnen konnten. Aber es gibt im Leben der Greuther-Weiber Ereignisse, wegen derer man auf Fußball verzichtet. Gerne sogar! Zum Beispiel den 80. Geburtstag eines Kollegen, der viele Jahre für die Nürnberger Zeitung fotografiert hat und als „bunter Hund“ zu einer Institution in der fränkischen Presselandschaft wurde: Erich Guttenberger. Er feierte seinen Ehrentag in einem bekannten Nürnberger Lokal. Die Greuther-Weiber waren eingeladen. Und unser Trost war die Möglichkeit, mit Hilfe digitaler Medien beim Union-Fürth-Spiel immer auf dem Laufenden zu sein.
Eines der Hightlights der Feier war sicherlich der Auftritt von Marilyn Monroe. Die Fürther Künstlerin hatte sich ins Outfit der amerikanischen Film-Ikone geworfen und eine wunderbare Laudatio auf das Geburtstagkind gehalten (Foto: Roland Questel): „Happy Birthday, Mister Pres – sefotograph“. Schon vor ihrer Performance lag das Kleeblatt durch ein Blitztor der Köpenicker in der dritten Minute mit 0:1 zurück, aber das kann einen als Kenner der Mannschaft inzwischen schon nicht mehr erschüttern. Manchmal ist im Laufe von 90 Spielminuten viel passiert, und die SpVgg konnte eine vermeintlich verlorene Partie doch noch zu ihren Gunsten drehen.
Also: Marilyn Monroe sprach, flirtete, sang Hilde Knefs Lied von „Roten Rosen“, die es für Erich Guttenberger regnen sollte. Und das Kleeblatt bekam den zweiten Gegentreffer ins Tor von Sascha Burchert. Dann die Halbzeitpause und die Hoffnung, dass mein Tipp – ein 2:2-Unentschieden und zumindest ein Punkt auf das magere Kleeblattkonto – doch noch in Erfüllung gehen könnte. Ein Blick aufs Smartphone nach einer Stunde: Die Kleeblätter hatten sich bemüht, gekämpft, und Maximilian Wittek hatte einen Anschlusstreffer geschafft. Super!
Marilyn Monroe alias Anja Hackl hatte sich längst verabschiedet und war entfleucht, als mir der Endstand offenbart wurde: 3:1 für Union Berlin. Die Köpenicker hatten ihre bis dahin schlechte Heim-Bilanz gegen die Spielvereinigung (kein Sieg/ein Unentschieden/sechs Niederlagen) verbessert und ihre Aufstiegsambitionen damit deutlich unterstrichen. Obwohl das Kleeblatt mehr Ballbesitz hatte (55 Prozent), ihm elf Schüsse aufs gegnerische Tor gelungen und von 490 Pässen immerhin 379 angekommen waren. Unterm Strich hat es aber wieder verloren, zum achten Mal in elf Spielen. Mit sieben Punkten bleiben die Fürther ganz tief im Keller der Zweiten Liga stecken.

Fußballerisch gesehen haben wir also nicht sehr viel versäumt. Erichs Geburtstagsfeier war uns auf alle Fälle wichtiger – sogar, wenn die Spielvereinigung gewonnen hätte!

Soll „s´Schröggla“ nach Fürth zurückkommen?

schroeckHeute im Sportteil der „Nürnberger Zeitung“ habe ich diesen Artikel gefunden, nach dessen Lektüre der Tag gleich doppelt so schön für mich wurde. Ich kann als Fan dazu nur eines dazu sagen: Nicht nur Stephan Schröck – genannt auch Schröcki oder, ganz liebevoll, auf Färdderisch: „s´ Schröggla“ –  will nach Hause. Wir Greuther-Weiber und sicher die meisten Kleeblatt-Fans hätten ihn ebenso gern wieder in Fürth: als Wirbelwind in der Mannschaft – und zwar so bald wie möglich, wie es eben der Vertrag erlaubt.  Zwischen Schröcki  und Fürth, das ist eine Liebe, gegen die sich weder ein Trainer noch ein Vereinspräsident stellen sollte!

Deshalb starten wir eine Umfrage:

Soll Stephan Schröck nach Fürth zurückkommen?

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777 Blogbeiträge: darauf einen „Greuther-Schnaps“!

777_GreutherweiberKönnt Ihr Euch noch an den Freitag, 17. Juli 2009 zurückerinnern? Ich schon. Ich habe an diesem Tag den ersten Blogbeitrag für die Greuther-Weiber geschrieben, mit dem vielsagenden Titel „Frauen und Fußball – ja bitte“. Gemeinsam mit uwo und sabbel wurden seitdem 777 Blogbeiträge verfasst. Es gab – wie in einer Beziehung – gute und schlechte Zeiten mit der Spielvereinigung. Wir wollen ja nicht nur den Verein und das Kleeblatt mit den Augen der Liebe und dann wieder kritisch begleiten. Nein, wir versuchen oft, etwas Ungewöhnliches rund um die Spielvereinigung zu finden und für unser Blog aufzugreifen. Dazu gehören Personen in Fürth, deren Herz am Verein hängt, die ihre Geschäftsidee weiß-grün färben oder einfach kreative Ideen haben, wie man Fußball und sonstiges Leben verknüpfen kann. Die sich bemühen, Fußballfans vor und nach Spielen im Ronhof in die Innenstadt zu lotsen, um ihnen dort das typische Kleeblatt-Feeling zu vermitteln. Dazu gehören Kneipen und Restaurants, kleine Läden und Geschäfte, Künstler und richtige Fürther Typen.

Immer noch kritisch sehen einige Fans der Spielvereinigung unseren Blognamen „Greuther-Weiber“. Denn für einen echten Kleeblatt-Änhänger ist der Zusatz beim Vereinsnamen Spielvereingung GREUTHER Fürth ein Unding, ein absolutes No-Go. So werden wir immer mal wieder darauf angesprochen, dass ein anderer Name für dieses Blog der Nürnberger Zeitung doch passender wäre. Politisch korrekter. Aber wir Autorinnen fanden das Wortspiel Greuther-Weiber, das im fränkischen Dialekt ja auch „Kräuter-Weiber“ bedeuten kann, originell. (Die Martin Bauer Group, die ja eine wichtige Bedeutung für den Verein hat, produziert u.a. Kräuter- und Früchtetees.) Und dazu stehen wir auch. Bis heute!

Also: Nach 777 Beiträgen machen wir heute keinen Champagner oder Prosecco auf. Nein, wir feiern stilecht mit einem Grüner-Bier und einem Kräuterschnaps (Greuther-Bitter). Wir freuen uns auf die nächsten Wochen, Monate und vielleicht sogar Jahre, in denen wir über die Erfolge der Spielvereinigung und das weiß-grüne Leben in Fürth rund ums Kleeblatt schreiben werden. Und wir hoffen, Ihr habt auch Spaß daran!

Da liegen die NZ-Leser bestimmt falsch!

Wiesengrund_SpVgg_FCNDie „NZ-Leserfrage der Woche“ hat immer einen besonderen Charme. In der vergangenen Weihnachtswoche stand ein hochbrisantes Thema zu Diskussion: „Steht der Club am Saisonende vor Fürth?“ Vom 2. bis zum 16. Spieltag hatten es die Fans des 1. FC Nürnberg ja sehr schwer. Unter ihrem damaligen Trainer Valérien Ismaël fuhren die Clubberer nur wenige Punkte ein und konnten erst seit dem Engagement des Schweizer Coachs René Weiler wieder Tore schießen und siegen.
Leid taten den Kleeblattfans die Anhänger des Clubs während der Hinrunde auch deshalb, weil sie in der Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga in diesem Zeitraum permanent hinter der Spielvereinigung rangierten. Seit dem 2:1-Sieg in Aalen konnte der FCN den fränkischen Erzrivalen aber überflügeln. Nach dem Lokalderby  – das bekanntlich mit einem 0:0-Unentschieden endete – hat der Club nun vier Punkte Vorsprung vor den Fürthern. Doch das kann sich natürlich rasch wieder ändern.

Überraschend ist jetzt das Resultat der Leserfrage nicht: Knapp zwei Drittel der NZ-Leser (genau 64,7 Prozent) meinten, dass der Club bei Saisonende die Nase vorne hat. Die restlichen 35,3 Prozent sind sich sicher, dass die Kleeblätter nach dem Schlusspfiff Mitte Mai 2015 in der Tabelle vor dem Club liegen. Insgesamt haben 119 Leser teilgenommen.

Also: Ich denke, dieses Ergebnis kann echte weiß-grüne Kleeblattanhänger überhaupt nicht erschüttern. Denn für sie ist die Mannschaft des 1.FC Nürnberg keine echte Konkurrenz. Auch dieses Graffito an einer Gartenmauer im Fürther Wiesengrund thematisiert die Rivalität zwischen den beiden Vereinen. Und für die Spielvereinigung geht´s nach der Winterpause sowieso kontinuierlich bergauf. Davon sind wir Greuther-Weiber felsenfest überzeugt!

Bilder der Nacht

Dass der gestrige Stromausfall in der Partie gegen den Karlsruher SC den Fürther Verantwortlichen ziemlich unangenehm war, kann man freilich nachvollziehen. Die Viertelstunde Dunkelheit im Ronhof lieferte dafür wirklich tolle Bilder, dank der zahlreich gezückten Handys und Mobiltelefone, deren Displays so schön in der Dunkelheit funkelten. Bilder, die im Nachhinein wohl eher in Erinnerung bleiben, als das eher unspektakuläre 1:1 gegen Karlsruhe.
Mit dem Unentschieden gegen den Tabellenvierten müssen die Fürther letztlich wohl zufrieden sein, immerhin liefen sie lange Zeit einem Rückstand hinterher und schafften es nicht, ihre zahlreichen Chancen konsequent zu nutzen. Zum Glück war am Ende Röcker zur Stelle, der die zweite Niederlage in Folge verhinderte.
Weitaus peinlicher als der kurze Blackout in der Trolli-Arena war das Verhalten einiger Fans im anderen Freitagabend-Spiel zwischen Ingolstadt und 1860 München, das ebenfalls für einige Minuten unterbrochen werden musste. Feuerzeuge und Flaschen aufs Spielfeld zu werfen, das ist wirklich unangemessen. Da genießt man doch lieber die stimmungsvollen Bilder der Nacht aus Fürth, die man sich auf der NZ-Homepage auch nochmal ansehen kann.
In Sachen Stromausfall sind die Fürther übrigens in guter Gesellschaft: Man denke etwa an das Bundesliga-Spiel zwischen Bremen und Schalke im Jahr 2004. Damals hatte ein durchtrenntes Stromkabel dafür gesorgt, dass die Partie im Weserstadion erst mit einer Stunde Verspätung angepfiffen werden konnte. Und auch beim neuen Arbeitgeber von Felix Magath, dem FC Fulham, wurde es vor ziemlich genau einem Jahr, beim Duell gegen Manchester United,  kurzzeitig mal zappenduster.

Wir präsentieren: unser Ehren-Greuther-Weib

2013 ist vorbei – wir Greuther-Weiber blicken nach vorne. Das Kleeblatt steht gut da im Augenblick und hat nach der Weihnachtspause wieder mit dem Training begonnen. Heute Abend geht es in Frankfurt beim Hallenturnier auch spielerisch wieder los, allerdings nur für einen Teil des Teams. Wir hoffen auf eine baldige Rückkehr und den Einsatz von Nikola Djurdjic, der das Ganze noch mit ein paar Toren garnieren könnte. Und dann – warum sollte die Spielvereinigung nicht wieder ins Fußball-Oberhaus aufsteigen? Ob alle Fans das wirklich wollen, wohin das führen würde und ob die Mannschaft das von der Vereinsspitze aus überhaupt darf, sei im Augenblick mal dahingestellt. Das Jahr ist noch jung, die Rückrunde ebenfalls. Gegen Ende der Spielzeit ist unsere Mannschaft jedoch früher schon öfter in eine Art Schockstarre verfallen, als sie dem Aufstieg schon zum Greifen nahe war. Mit einer Ausnahme bisher – wie das ausging, ist ja hinlänglich bekannt.

Wir sagen: Ja, probiert es noch einmal, habt zum Beispiel den FC Augsburg vor Augen, der den Klassenerhalt auch immer wieder hinkriegt, selbst wenn er nur ein kleines Licht ist in der Ersten Bundesliga. In Zeiten wie diesen gibt es keine Chancengleichheit mehr im Fußball, nach Bayern München kommt erst mal lange nichts. Auf diese Überflieger-Geldbeutel braucht ihr nicht zu schielen. Es gibt andere gute, redlich kämpfende Mannschaften in der Liga, mit denen es reizvoll ist, seine Kräfte zu messen – noch haben wir nicht (ganz) spanische Verhältnisse erreicht. Gott sei Dank!

Wir Greuther-Weiber unterstützen euch auch im neuen Jahr, so gut wir können. Wie der Name „Greuther-Weiber“ schon sagt, sind wir weibliche Fans. Doch heute möchten wir jemanden zum Ehren-Greuther-Weib machen, obwohl er ein Mann ist. Es handelt sich um Raimund Kirch, den Chefredakteur der „Nürnberger Zeitung“. Er wird hier keine Blog-Beiträge schreiben, aber bei ihm handelt es sich, wie auf dem Foto zu sehen, um einen echten „Greuther“- bzw. „Kräuter“-Fachmann (im Fränkischen ist, zumindest phonetisch betrachtet, der Unterschied bekanntlich nicht so sehr groß!). Raimund Kirch ist – obwohl er das in den Redaktionskonferenzen in Nürnberg nicht so explizit sagen darf – von der Spielvereinigung überzeugt. Er findet es außerdem sympathisch, dass Frank Kramer und die Vereinsspitze erst mal bescheiden zurückhaltend bleiben und das Thema Aufstieg möglichst gar nicht ansprechen.

Weibliche Kräuter-Experten hat man in vergangenen Zeiten ja gerne als Hexen bezeichnet – so weit wollen wir jetzt nicht gehen. Aber Raimund Kirch hat tatsächlich eine Menge Ahnung, wie die einzelnen Heilkräuter einzusetzen sind. Manches von dem Zeug wäre durchaus dazu tauglich, dem Kleeblatt in den kommenden Wochen Flügel zu verleihen. Wäre bestimmt gesünder und auch kostengünstiger als so mancher Energy-Drink!

Eine ganze Schulklasse schwärmt fürs Kleeblatt

Wenn man auf dem Laubenweg in Richtung Stadion fährt, kommt man direkt daran vorbei: Gleich links zwischen großen Bäumen liegt das Schulhaus der Fürther Pestalozzischule. So kurz vor Schuljahresende habe ich mich heute auf den Weg gemacht, um eine ganz bestimmte Klasse in der „Pesta“ zu besuchen: die 3c. Warum? Ganz einfach: Per Zufall habe ich im Gespräch mit der Klassenleiterin erfahren, dass sie ganz viele kleine Kleeblatt-Fans in ihrer Klasse hat. Und da habe ich es mir nicht nehmen lassen, die persönlich kennenzulernen.
Die über 20 Drittklässler haben sich zur Feier meines Besuchs fast alle in weiß-grünes Outfit gekleidet. Ich erzähle ihnen ein bisschen vom „Greuther-Weiber-Blog“ der „Nürnberger Zeitung“, seinem ungewöhnlichen Namen und davon, dass wir uns immer was Besonderes raussuchen, über das wir schreiben. Schnell komme ich mit den Kindern in ein lebfaftes Gespräch. Viele sind begeisterte Kleeblatt-Fans und total stolz darauf, dass die SpVgg endlich in der ersten Liga ist. Ein Junge erzählt, wie er letzte Woche von 3 Uhr nachts bis zum frühen Nachmittag mit seinem Papa angestanden hat, um Dauerkarten für die nächste Saison zu bekommen. „Und wo habt Ihr geschlafen?“, fragt ihn ein Mitschüler. „Gar nicht, wir haben gestanden.“
Tim erzählt, dass sein Uropa – Joseph Bräu – Schiedsrichter bei der Spielvereinigung war. Das hat er von seiner Oma erfahren, die früher selbst gerne zu Spielen in den Ronhof ging. Und Lea berichtet, dass ihr Onkel nach dem Aufstieg der SpVgg was ganz „Verrücktes“ gemacht hat: Er ist Pfarrer und hat am Sonntag einen Gottesdienst in der Auferstehungskirche gehalten – im weiß-grünen Trikot.
Auf meine Frage, was sie später mal werden wollen, entscheiden sich drei für Journalist/-in und viele für Fußballspieler. Vor allem die Position des Stürmers scheint in der 3c sehr begehrt zu sein.
Nach unserem halbstündigen Gespräch schlägt die Klasse spontan vor, dass wir im Schulhof ein Foto machen, wo man alle in den weiß-grünen Kleeblatt-Farben sehen kann. Die Klassenleiterin – selbst stilecht gekleidet – hat nichts dagegen. Und so kommt dann mein kleiner Videoclip zustande. Voller Enthusiasmus feuern die Mädchen und Jungen ihr Team mit dem Schlachtruf „Greuther Fürth“ an.
Ich denke, wenn alle Fans in Fürth so nett und interessiert sind wie die Schülerinnen und Schüler der 3c, dann kann in Zukunft nichts schief gehen. Und wenn die Spielvereinigung in ihrer ersten Bundesliga-Saison viele Tore schießt, wenige ins eigene Tor lässt und einen Mittelplatz in der Tabelle hält, dann besuche ich nächstes Jahr wieder die Klasse in der „Pesta“. Dann ist es die 4c  – und vielleicht haben sie den einen oder anderen Blogbeitrag der „Greuther-Weiber“ gelesen.

Ohne Rachid im gemeinsamen Stadion?

Auch Greuther-Weiber haben ein Recht auf Freizeit und Urlaub – und das habe ich über Pfingsten auch in Anspruch genommen. Vier Tage Kanu- und Radfahren im Spreewald bei herrlichem Wetter. Super!
Aber kaum verlässt man Fürth, schon überschlagen sich hier die Ereignisse. Die Hiobs-Botschaft gestern nach meiner Rückkehr: Rachid Azzouzi verlässt das Kleeblatt und geht nach Hamburg. Zwar ist der FC St. Pauli ein Verein, mit dem viele Fürther Fans eher enge freundschaftliche Bande geknüpft haben. Trotzdem ist es für die Mannschaft und den Verein sicher keine positive Meldung, wenn der langjährige Manager die Spielvereinigung verlässt. Und das jetzt beim Aufstieg in die Bundesliga. Wir wünschen Rachid Azzouzi auf jeden Fall viel Erfolg und ein gutes Eingewöhnen im hohen Norden.

Aus Fürther Sicht interessant ist außerdem – auch im „Pfingstferien-Loch“ – die Wochenfrage der „Nürnberger Zeitung“. Dort wird dem sportinteressierten Leser die Gretchen-Frage gestellt: “ Gemeinsames Stadion für Club und Kleeblatt?“. Ich persönlich bin bei solchen Vorschlägen immer erst mal skeptisch. Aus finanzieller Sicht gäbe es für ein gemeinsames Stadion – wie es mit der Allianz Arena in München ja für den FC Bayern und 1860 München existiert – sicher einige stichhaltige Argumente.  Aber Fußball hat eben auch viel mit Emotionen zu tun. Und in der Beziehung ist eine „Greuther-Club-Arena“ oder ein  „Trolli-easyCredit-Stadion“ nur schwer vorstellbar. Oder was meint Ihr?

Nullnummer in Aachen

Edgar PribGut, es gibt Studien, die wollen herausgefunden haben, dass Trainerwechsel aufgrund anhaltender Erfolglosigkeit meistens nicht wirklich etwas bringen. Ich erinnere da an eine Untersuchung einiger Forscher aus Münster und Kassel aus diesem Jahr, die sich mehr als 150 Trainerentlassungen zwischen 1963 und 2009 vorgenommen haben und dabei zu der Erkenntnis gekommen sind, dass die meisten Mannschaften nicht im Geringsten davon profitieren.
Und doch konnte man bei der Partie der SpVgg in Aachen mal wieder sehen, dass sich Mannschaften unter neuem Coach zumindest kurzzeitig steigern können. Weitaus stärker als in den vergangenen Wochen  hat man die Aachener bei ihrer ersten Partie unter Interimstrainer Ralf Außem erlebt. Von einem Duell Tabellenführer gegen Schlusslicht war da jedenfalls nichts zu erkennen, im Gegenteil. Die Fürther hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn sie ohne Zähler die Heimreise hätten antreten müssen. So ist die Spielvereinigung nochmal mit einem blauen Auge – und einer ärgerlichen Roten Karte für Edgar Prib – davongekommen.

Weiß-Grün macht noch kein Italien

Endlich zeigt dieser Sommer, dass er auch ein bisschen wärmer kann: Rechtzeitig zum Heimspiel gegen Dynamo Dresden scheint die Sonne über dem Ronhof, am Horizont allerdings hängen drohend ein paar dunkle Wolken – hoffentlich kein böses Omen? Am Mittag verstopfen die Kleeblatt-Fans auf dem Weg zur Trolli-Arena die Straßen. Ganze Busse voller Fußballbegeisterter, Motorroller, geschmückt  mit weiß-grünen Fähnchen  – da kommt fast Italien-Feeling auf!

Unter solchen Voraussetzungen kann man sogar großzügig drüber hinwegsehen, dass ein Einsatzfahrzeug der Polizei, die in der Innenstadt Ausschreitungen der Fans aus Sachsen verhindern soll,  gegen die Einbahnregelung in der Friedrichstraße verstößt. Offenbar haben sich einige Beamte geistig ebenfalls schon in den Urlaub verabschiedet. Möglicherweise liegt es auch an der fehlenden Ortskenntnis – das Fahrzeug hat eine Münchner Autonummer. (Oder haben die alle Polizeiautos? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht; muss mal unseren Polizeireporter in der „Nürnberger Zeitung“ fragen.)

11 000 Zuschauer in der Trolli-Arena, na das ist doch ganz anständig für den Anfang und dafür, dass wir Sommerferien haben und mancher Kleeblatt-Fan verreist sein dürfte. Weniger schön dagegen: Das dichte Polizeiaufgebot vor dem Stadion. Das muss aber wohl sein – den Hardcore-Fans aus Sachsen eilt ein miserabler Ruf voraus. Und tatsächlich, gegen Ende des Spiels, nachdem die Dynamo-Elf zwei Rote Karten gesehen hat und ihr Trainer Ralf Loose vom Schiedsrichter auf die Trbüne verbannt worden ist, zündet der Dresdner Block eine Rauchbombe, und bald darauf folgt die nächste! – So was brauchen wir in Fürth nicht! Wir sind schließlich die sicherste deutsche Großstadt!! Und unser Kleeblatt ist einer der fairsten Fußball-Clubs!

Der 1:0-Sieg der Fürther (Torschütze: Olivier Occean) gegen Dresden bleibt am Ende allerdings unbefriedigend. Schon in der ersten Spielhälfte war Weiß-Grün eindeutig die bessere Mannschaft, ließ sich allerdings eine Chance nach der anderen entgehen. Und nach der Pause konnte das Kleeblatt nicht einmal die Überzahl von elf Mann gegen neun auf der Seite der Sachsen in Tore für sich ummünzen. Das muss Trainer Mike Büskens doch schier in den Wahnsinn getrieben haben! (Uns Greuther-Weiber übrigens auch!) Gut – Sieg ist Sieg, aber etwas deutlicher hätte er schon ausfallen müssen unter diesen Voraussetzungen. So ist das überschwängliche Italien-Feeling, das wir vor dem Spiel empfunden haben, letztlich wieder verflogen. Aber Italien hat ja auch die Farben Grün-Weiß-Rot – und wir Fürther halt doch nur Grün-Weiß (respektive Weiß-Grün).