Elfmeter und zwei Rote Karten: Kleeblatt-Desaster

Ich hatte heute optimistisch einen 2:1-Heimsieg für die Spielvereinigung gegen den FC Ingolstadt getippt. Der Tabellenelfte gegen das Schlusslicht der Zweiten Liga – eine machbare Aufgabe. Aber es kam komplett anders.

Das fußballerisch schwache Spiel war insgesamt zerfahren und konfus. Torchancen erkämpften sich allenfalls die Schanzer, die allerdings in der ersten Halbzeit nichts daraus machten. Sie hatten noch dazu mit ihrem Neuzugang – dem Ex-Fürther Mergim Mavraj – einen soliden Abwehrspieler vor dem Tor ihres Keepers Philipp Tschauner.

In die zweite Halbzeit kamen die Ingolstädter deutlich motivierter und angriffslustiger. Die Kleeblätter drangen nicht mal im Ansatz in deren Strafraum vor. Daniel Keita-Ruel agierte glücklos, Fürths Offensive war nicht vorhanden. In der 71. Minute unterläuft dem Fürther Kapitän Marco Caligiuri dann ein fataler Fehler: Er berührt Mavraj nach einer Ecke mit dem ausgestreckten Arm, Fürths Abwehrmann sieht für sein Foul Gelb. Noch dazu zeigt Schiedsrichter Pascal Müller auf den Punkt: Elfmeter für Ingolstadt. Eine harte Entscheidung! Dario Lezcano läuft an, verzögert und schiebt den Ball flach ins Tor von Sascha Burchert. 0:1 für die Schanzer.

Das Kleeblatt hat in der Vergangenheit sieben Auftaktspiele nicht gewinnen können. Und so schien es auch heute zu bleiben. Aber es sollte noch schlimmer kommen: In der 83. Spielminute foult Innenverteidiger Maria Maloca den gerade eingewechselten Stefan Kutschke an der Seitenlinie und wird des Feldes verwiesen. Rote Karte. Die Kleeblätter mit nur zehn Feldspielern. Sollte da noch was gehen?

Nein! Zwar hält Burchert in der letzten regulären Minute einen Schuss von Konstantin Kerschbaumer. Im Gegenzug geht dann Fürths Neuzugang Paul Seguin gefährlich und rücksichtslos mit hohem Bein in einen Zweikampf mit Robin Krauße und trifft ihn am Kopf. Krauße blutet und muss ausgewechselt werden. Referee Müller reagiert ohne Zögern und schickt auch Seguin für sein Foul vom Feld.

Zwei Rote Karten in einem Spiel – das hat es bei der Spielvereinigung noch nicht gegeben. Die heutige Heimniederlage wird mit Sicherheit heiß diskutiert werden. Nicht nur von enttäuschten Kleeblattfans, sondern hoffentlich auch von den Verantwortlichen im Verein.

Ab morgen wird’s wieder ernst!

Kleeblatt-Neuzugang Paul Seguin (Foto: Sportfoto Zink)

Fünf Wochen mussten Kleeblattfans warten, am 29. Januar startet die restliche Rückrunde der Spielzeit 2018/19. Gegner im Sportpark Ronhof ist morgen um 20.30 Uhr der FC Ingolstadt, die Schanzer sind mit nur zehn Punkten das Schlusslicht der Zweiten Liga. Die Spielvereinigung rangiert (für all jene, die es vergessen bzw. verdrängt haben sollten) aktuell mit 24 Punkten auf Tabellenplatz 11. Zuletzt konnte das Kleeblatt am 23. November gegen den FC Magdeburg drei Punkte einfahren (Ergebnis: 3:2), die gesamte Ausbeute in den letzten zehn Spielen waren lediglich acht Punkte bei 24 Gegentoren.

Die Winterpause hat der Verein mit einem Trainingslager in türkischen Belek verkürzt. Die sportlichen Ergebnisse waren gemischt: Die Begegnung mit dem VfR Aalen endete 3:0 für die SpVgg, das Testspiel zu Hause gegen den SV Sandhausen ging unentschieden (1:1) aus.

Vielversprechend könnten die Neuzugänge beim Kleeblatt werden – da haben sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen. Seit dem 11. Januar gehört Kenny Prince Redondo zur Kleeblatt-Familie. Vor seinem Wechsel war der 24-jährige offensive Mittelfeldspieler dreieinhalb Jahre lang beim 1. FC Union Berlin aktiv. Redondo – dessen Mutter aus Spanien und dessen Vater aus Äthiopien stammen – hat sich vorgenommen, mit seiner Schnelligkeit und Variabilität neue Impulse ins Spiel des Kleeblatts zu bringen.

Neu im Fürther Kader ist außerdem Paul Seguin. Der 23-Jährige steht seit seiner Jugend beim VfL Wolfsburg unter Vertrag und ist seit Januar 2019 an Fürth verliehen. Wem der Name bekannt vorkommt: Sein Vater Wolfgang Seguin wurde in seiner aktiven Laufbahn unter anderem DDR-Meister und -Pokalsieger, Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1972 und stand außerdem in der DDR-Auswahl bei der WM 1974.

Außerdem hat die SpVgg den defensiven Mittelfeldspieler Hans Nunoo Sarpei vom VfB Stuttgart ausgeliehen. Das Leihgeschäft gilt bis Saisonende, anschließend kann das Kleeblatt per Option den 20-Jährigen fest verpflichten. „Für uns ist das ein perspektivischer Transfer. Wir sehen viel Potential und haben uns deswegen für dieses Leihgeschäft entschieden, auch wenn uns Hans Nunoo nicht gleich zur Verfügung stehen wird“, so Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi auf der Vereins-Website. Sarpei laboriert momentan an einer leichten Schambeinentzündung und kann deshalb nur individuell trainieren.

Welcher der Neuzugänge morgen auflaufen wird, ließ Fürths Trainer Damir Buric noch nicht raus. Es wird auf alle Fälle spannend!