Hoffentlich kein „Fußballhintergrund“!

Seit vergangenem Sonntag sind die Bürger Fürths geschockt. Im Bereich des U-Bahnhofs Jakobinenstraße kam ein 28-jähriger Mann ums Leben. Er wurde das Opfer eines Messerangriffes, seine Freundin war dabei und musste die Tat miterleben. Nach dem Ermittlungsstand der Kriminalpolizei kam es im Vorfeld der Tötung offenbar zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, die kurz vor ein Uhr nachts eskalierte. Dem 28-Jährigen wurden dabei mit einem Messer lebensgefährliche Verletzungen zugefügt, denen er noch vor Ort erlag. Wie ein Polizeisprecher sagte, gab es „mindestens einen Messerstich in den Oberkörper“ des Mannes.
Das Motiv für das Geschehen ist nach wie vor nicht bekannt. Ich finde es erschütternd, dass der Auslöser für die heftige Auseinandersetzung offenbar – so die Berichterstattung vieler Medien – eine „Belanglosigkeit“ war. Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Antje Gabriels-Gorsolke, betonte, dass man bislang keinen Anlass zu der Annahme habe, dass „die Tat einen fremdenfeindlichen oder Fußball-Hintergrund“ habe. Die Vermutung war zunächst wohl nicht ganz von der Hand zu weisen, weil der getötete junge Mann Fan der Spielvereinigung war. Diese Tatsache war dann auch Grund für wilde Spekulationen, wie es zu der Auseinandersetzung kommen konnte. In den Sozialen Netzwerken – allen voran Facebbok – posteten viele Leute Worte des Mitgefühle und des Beileids. Doch dazwischen waren auch sehr emotionsgeladene Mutmaßungen zu lesen. Handelte es sich um einen Streit zwischen rivalisierenden Fußballclub-Anhängern? Hatte man sich gegenseitig provoziert, und war das Ganze dann eskaliert?

Noch am Abend der Tat versammelten sich mehr als 100 Personen zu einer Mahnwache an der U-Bahnstation Jakobinenstraße. Mit Blumen, Kerzen und einem Kleeblattschal wurde an das Verbrechen erinnert.
Ich hoffe, dass es sich bestätigen wird, dass der Tod des jungen Mannes gar nichts mit Fußball und Fan-Anfeindungen zu tun hat. Denn das wäre eine furchtbare gesellschaftliche Entwicklung und für den deutschen Sport eine Katastrophe.

Polizeiarbeit in Deutschlands sicherster Stadt

SchalFürth hat ja bekanntlich das Image, die sicherste Großstadt Bayerns, vielleicht sogar die sicherste Stadt Deutschlands zu sein. Daran wird sich auch nach folgender Begebenheit wenig ändern:
Die Polizei  – so war heute im „Polizei-Protokoll“ der „NZ“ zu lesen – konnte am Dienstag in Fürth innerhalb kürzes­ter Zeit zwei Diebe ermitteln. Die jun­gen Männer im Alter von 19 und 24 Jahren stehen unter Verdacht, dass sie zwei jugendlichen Fußballanhän­gern der Spielvereinigung ihre Fanschals entwendet haben. Die beiden Männer sind offen­bar Fans des VfR Aalen und sollen den beiden Kleeblattfans im Alter von 14 und 17 Jah­ren vor der Zweitliga-Begegnung im Bereich des Fürther Haupt­bahnhofs die Schals von den Hälsen gezogen haben. Die Fürther Teenager melde­ten den Diebstahl sofort bei der Poli­zei. Noch während des Spiels im Stadion am Laubenweg konnten die zwei Tatver­dächtigen im Aalener Gästeblock per Videoauswertung ausfindig gemacht und identifiziert werden. Es waren übrigens nur gut 100 Fans aus Aalen nach Fürth gereist.
Da frage ich mich doch, ob unsere Hüter von Recht und Ordnung nichts Wichtigeres zu tun haben, als Dieben von weiß-grünen Fanschals per Videoauswertung auf die Spur zu kommen.
Wer übrigens noch einen Bericht des Bayerischen Fernsehens vom März 2014 zum Thema „Fürth – Deutschlands sicherste Stadt“ sehen möchte, der kann sich hier informieren.

Gewaltaktion gegen Kleeblattfans

Unschöne Szenen zwischen fanatischen Fans im Vorfeld oder direkt nach brisanten Begegnungen sind im Fußball leider nicht so selten. Ob sich der HSV und Werder Bremen begegnen, der FC Köln und Fortuna Düsseldorf oder der Club beim Frankenderby auf die Spielvereinigung trifft. Es kann immer mal hoch hergehen.
Eine ganz andere Qualität hatte allerdings der Vorfall am späten Samstagabend an der Autobahn A 3: Auf der Heimreise vom Spiel in Gelsenkirchen – das Kleeblatt hatte einen wichtigen Sieg bei Schalke 04 eingefahren – griffen an der Rastanlage Steigerwald-Süd mehrere Dutzend vermummte Personen Fans der SpVgg an. Die Polizei berichtet von zahlreichen Notrufen von Fürther Fußballfans, die um 23.45 Uhr bei der Einsatzzentrale eingingen, woraufhin ein Großeinsatz ausgelöst wurde. Folgendes war geschehen: Nachdem am Rastplatz einige Kleeblatt-Anhänger ihre Busse verlassen hatten, rannten ersten Angaben zufolge 60 bis 70 vermummte Personen mit Leitpfosten, Ästen und brennenden Bengalo-Feuern auf die Kleeblatt-Anhänger zu. Die Fürther Fans reagieren prompt und verschanzten sich noch rechtzeitig in ihren vier Reisebussen. Daraufhin beschädigten die Angreifer die Fanbusse mit Ästen, Flaschen und Steinen. Es gingen mehrere Scheiben zu Bruch, der Sachschaden beläuft sich auf 30.000 bis 40.000 Euro. Insgesamt waren ungefähr 150 Einsatzkräfte, darunter auch Beamte mit Diensthunden und ein Polizeihubschrauber sowie 30 Rettungswagen, vor Ort.
Laut Polizei handelte es sich bei den vermummten Angreifern allem Anschein nach um Anhänger des 1. FC Nürnberg. Ob das tatsächlich so war, werden weitere Untersuchungen ergeben.
Ich finde solche Vorfälle mehr als bedenklich. Aus einer Emotion heraus zu reagieren und sich mit einem „feindlichen“ Fan auseinanderzusetzen – das ist die eine Sache. Aber bewaffnet, mit dem festen Vorsatz, Fans abzufangen, tätlich anzugreifen und sogar Verletzungen in Kauf zu nehmen, da hört der Spaß wirklich auf.
Hier findet Ihr das Video über die Attacke auf die Fürther Fanbusse.

Fans von Kleeblatt und FCB demonstrieren gemeinsam

Das Spiel gegen den FC Bayern München in der Allianz-Arena beginnt morgen um 15.30 Uhr, aber schon vorher werden einige Kleebattfans in der Münchner Innenstadt anzutreffen sein: Anhänger der Spielvereinigung und des FC Bayern werden zu einem gemeinsamen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt antreten. Ihre Forderung: eine individuelle Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte. Schon im März 2012 – am Tag des Spieles gegen 1860 München in der Allianz-Arena – waren einige Mitglieder der hiesigen Fanszene zu Hause geblieben und hatten sich lieber in einer Fürther Demo für die Kennzeichnungspflicht stark gemacht (siehe Foto). Morgen möchte man nun gemeinsam mit Anhängern des FC Bayern ein deutliches Zeichen setzen.

Wer erinnert sich nicht an den 10. Februar 2010, als es beim DFB-Pokal-Viertelfinalspiel zwischen dem FCB und der SpVgg vor und in der Allianz-Arena zu Übergriffen eines Unterstützungskommandos (USK) auf Fürther Fans gekommen war? Wir haben damals auch in unserem Blog darüber berichtet. Bei winterlichem Wetter ohnehin schon spät im Stadion angekommen, mussten die Gästefans langwierige Kontrollen über sich ergehen lassen – teilweise auch als das Spiel schon angepfiffen war. Je nach Aussage der Beteiligten kam es dann während der Partie aus verschiedenen Gründen zu Auseinandersetzungen, bei denen Polizeibeamte, teils maskiert und unidentifizierbar, den Schlagstock schwangen und Pfefferspray sprühten.

Morgen Vormittag veranstalten die „Horidos“ und Fans des FCB gemeinsam mit der Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ um 10.30 Uhr auf dem Münchner Marienhof die Kundgebung. Dabei werden beide Fanlager ein satirisches Fußballspiel aufführen, das verdeutlichen soll, weshalb die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in ihren Augen wichtig ist. Anschließend startet ein Demonstrationszug vom Marienhof über den Marienplatz zum Sendlinger Tor. Auf dem Weg will man bei den Partei-Büros von FDP, SPD und den Grünen einen offenen Brief einwerfen. Er soll die Parteien an ihre Versprechen erinnern, die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in Bayern möglichst bald durchzusetzen.

 

Bitte keine Rostocker Gewaltexzesse im Ronhof!

Meinen Sommerurlaub habe ich in diesem Jahr an der Ostsee verbracht. In einem kleinen Ort in der Nähe von Heiligendamm und Bad Doberan. Ein Ausflug per Rad hat mich auch in den Badeort der Rostocker geführt: nach Warnemünde. Hier ist die Aura der nahegelegenen Hansestadt Rostock spürbar, sogar auf dem Schiff war der berühmte Verein always and everywhere. In der Nähe der Werft habe ich mein Foto gemacht.
Am Samstag, 3. Dezember, tritt um 13 Uhr der Verein von Hansa Rostock im Ronhof gegen die Spielvereinigung an. Auf der Facebook-Seite der Greuther-Weiber regt sich schon so mancher Fan darüber auf, dass dann die Umgebung um die Trolli ARENA wieder im Ausnahmezustand sein wird. Absperrungen, Polizeischutz und getrennte Zugangswege für einheimische und Gästefans, alles unverzichtbare Aktionen. So wird der Laubenweg von der Alten Reutstraße bis zur Boenerstraße auch für Fußgänger frühzeitig gesperrt sein. Das heißt, die Fürther Fans können die Eingänge und Kassen nur aus nördlicher Richtung erreichen.
Der Grund für solche Präventivmaßnahmen liegt nicht zuletzt in Vorkommnissen, die in erster Linie mit Vereinen wie Dynamo Dresden oder dem FC Magedeburg in Zusammenhang gebracht werden. Aber auch Hansa Rostock hat seit geraumer Zeit mit seinem negativem Image zu kämpfen. So fordert der DFB-Kontrollausschuss für den „Wiederholungstäter“ Hansa Rostock ein Zweitliga-Heimspiel ohne Zuschauer. Bei so einem „Geisterspiel“ würde dem Verein eine sechsstellige Summe entgehen. Mit dem Strafantrag reagiert das Gremium auf die massiven Krawalle im Heimspiel am 19. November gegen den FC St. Pauli, als Feuerwerkskörper in den Gästeblock geschossen wurden. Die Partie endete mit einem 1:3-Sieg für St. Pauli. Den „Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Sicherheit“ (um zukünftig Spieler und Zuschauer zu schützen), kann man auf der Website von Hansa Rostock nachlesen.
Ursprünglich war eines der Hauptcharakteristika von Sportlern und Sportanhängern das „Fair play“. Das ist leider längst Vergangenheit. Heute werden Frustrationen über verlorene Spiele und schlechte Spielerleistungen mit Gewalt und Aggressionen kompensiert – das kann es doch wohl nicht sein! Hoffen wir, dass das Spiel des Kleeblatts gegen den Tabellenvorletzten mit einem Sieg der SpVgg endet – und dass nichts Unerfreuliches passiert. Morgen soll es in Fürth – bei der An- und Abreise der Rostocker Fans und vor allem auch im Stadion – friedlich bleiben.

Kleeblattfans in Prügellaune

Das muss ja nun wirklich nicht sein! Kleeblattfans sind unangenehm aufgefallen und haben sich aggressiv gezeigt. Ort des Geschehens war der Würzburger Hauptbahnhof: Mit Pfefferspray musste dort die Polizei zwischen etwa hundert Fußballfans Schlimmeres verhindern.
Etwa 200 Anhänger der Spielvereinigung waren am Sonntag – so die Angaben der Bundespolizei – nach dem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC  in Würzburg umgestiegen. Die Situation eskalierte beinahe, als die Fürther zehn Fans eines Würzburger Fußballvereins entdeckten. Daraufhin hätten etwa 100 Fürther Fans versucht, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Die meisten von ihnen seien betrunken und gewaltbereit gewesen. Mit Pfefferspray konnten die Einsatzkräfte die Fans zurückdrängen und eine größere Prügelei verhindern. Die Beamten begleiteten die Raufbolde schließlich bis nach Fürth – ohne weitere Zwischenfälle.
Auch schon beim Spiel in Karlsruhe gab es – angeblich – massive Probleme mit Fürther Fans. Unser Foto zeigt die „Polizeibewachung“ von Kleeblattfans beim Abmarsch aus dem KSC-Stadion.
Das ist alles wahrlich keine gute Werbung für die Kleeblatt-Fans. Den Ärger über ein nicht gewonnenes Spiel kann man doch wohl sinnvoller abreagieren. Außerdem ist alles vollkommen unnötig, wenn der eigene Verein gerade einen Lauf hat und Tabellenführer ist.