Preisgekröntes Schulprojekt über schwule Fußballer

HLG_WettbewerbWas im Sport oberste Priorität hat – das Siegen – ist zwei Klassen des Fürther Helene Lange Gymnasiums gelungen: Sie wurden beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für Politische Bildung mit ersten Preisen ausgezeichnet. Die Klasse 9f hat sich mit Fußball, genauer gesagt mit Homosexualität und Homophobie im Fußball beschäftigt. In unserem Greuther-Weiber-Blog haben wir schon mehrfach über das brisante Thema Homophobie im Fußball geschrieben. Zum Beispiel im September 2014 über den Videoclip „Der Tag wird kommen“ von Marcus Wiebusch, der inzwischen über 1,35 Millionen mal auf youtube angeklickt wurde.

Also: In der Kategorie „Dem Ball ist egal, wer gegen ihn tritt“ gestaltete die Klasse 9f (Foto unten) gemeinsam mit ihrer Lehrerin Ute Hirschmann zwei Zeitungsseiten und hat offenbar voll überzeugt. Die Belohnung ist eine fünftägige Klassenreise im Juni nach Prag. Nach Meinung der Jury besticht die Arbeit nicht nur durch eine „tadellose Form, sondern auch durch eine lückenlose und profunde Bearbeitung sämtlicher geforderten Untersuchungsschritte. Die Interviews werden kritisch reflektiert und die Auswahl der Illustrationen ist weder beliebig noch stereotyp. In der selbstgefertigten Comic-Sequenz werden homophobe Einstellungen auf höchst intelligente Weise ironisiert, womit quasi eine Metaebene erreicht wird“. Im Jahr 2015 haben sich rund 2800 Lerngruppen aus Deutschland, Österreich, Südtirol und dem deutschsprachigen Teil Belgiens, aber auch Schulen aus vielen europäischen und außereuropäischen Ländern am größten deutschsprachigen Wettbewerb zur politischen Bildung beteiligt, der seit 1971 ein „Klassiker“ in der Schullandschaft ist.

Die 20 Schülerinnen und Schüler der 9f des Helene Lange Gymnasiums steckten viel Arbeit und Engagement in das über zwei Monate laufende Projekt. „Wir haben versucht, viele unterschiedliche journalistische Stilelemente umzusetzen und Schwerpunkte zu setzen“, sagt Lehrerin Ute Hirschmann. Dazu gehörte ein Kommentar zur einer ARD-Umfrage oder ein Gespräch mit „Fliederlich“ in Nürnberg. Außerdem interviewten die 15-jährgen Schüler den Fanbeauftragten der Spielvereinigung, Nicolas Heckel, zum Thema „Homosexualität im Profifußball“. „Es hat mich gefreut, wie offen meine Schüler mit dem Thema Homosexualität umgehen“, so die Lehrerin der 9f. „Und wir hatten alle viel Spaß an dem lebendigen Unterricht.“
Hier ist der Link zum Projekt der Klasse 9f des HLG Fürth.HLG_Artikel_Wettbewerb

Bayerischer Sportpreis fürs Kleeblatt

Große Ehre für die Spiel-vereinigung: Sie erhält am 15. Juli gemeinsam mit der Biathletin Magdalena Neuner den Bayerischen Sportpreis 2012. Der „Persönliche Preis des Bayerischen Minister-präsidenten“ ehrt Sportler für herausragende sportliche Leistungen sowie Persönlichkeiten mit außergewöhnlichen Verdiensten rund um den Sport.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer formuliert es so:

„Der Mannschaftspreis geht an die Spielvereinigung Greuther Fürth. Sie gehört zu den traditionsreichsten Fußballvereinen Deutschlands und hat mit ihrem Aufstieg in die erste Bundesliga bayerische Träume wahr werden lassen.“

Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre – der Preis wird in insgesamt acht Kategorien vergeben – gehören unter anderem die „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“, Franz Beckenbauer, Basketballstar Dirk Nowitzki, Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld und Nationalspieler Mats Hummels. Bislang haben für den Event in der BMW Welt München Wladimir Klitschko, Howard Carpendale und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als Laudatoren für den Festakt zugesagt.
Dieser Preis ist eine ganz besondere Auszeichnung für die Mannschaft des Bundesliga-Aufsteigers. Ich meine allerdings, das Kleeblatt hätte genauso gut in der Kategorie „Jetzt-erst-recht-Preis“ gewinnen können. Er wird „für die vorbildliche Überwindung eklatanter Schwierigkeiten im Sport“ verliehen. Und das hat die Spielvereinigung ja wohl geschafft, oder?