Könnte das Kleeblatt ohne Dursun einpacken?

Echt gute Stimmung war heute im Hardtwald-Stadion zwischen der Partie des SV Sandhausen gegen die Spielvereinigung. Dank der Kleeblattfans, die mit Gesängen, Trommeln und enthusiastischen Anfeuerungsrufen den Akteuren auf dem Rasen richtig Laune machten. Zahlenmäßig waren sie allerdings den Gastgebern deutlich unterlegen; es hatten sich insgesamt nur 4813 Zuschauer eingefunden, um das Zweitligaspiel zu sehen.

Das Anfeuern half jedoch nicht allzu viel. Startete das Kleeblatt noch recht vielversprechend, war bald die Luft raus – spätestens nach dem Traum-Freistoß vom Sandhäuser Moritz Kuhn in der 14. Minute. Fürths Keeper Balasz Megyeri sah die Gefahr kommen, flog ins richtige Eck, erreichte den Ball aber nicht mehr. Ein tolles Tor und das 1:0 für Sandhausen. Minuten später signalisierte Derbyheld Robert Zulj, dass er Probleme (Zerrung, Verspannungen?) im Rücken hatte, er wurde am Spielfeldrand behandelt, musste aber dann durch das Eigengewächs Patrick Sontheimer ersetzt werden, der sich natürlich über seine Chance freute.

Nach der Halbzeitpause kam das Kleeblatt hochmotiviert aus der Kabine und machte mit mehr Druck weiter. Was allerdings kaum Auswirkungen auf die Qualität des Spiels hatte. Die Zahl der unschönen Situationen und kleinen Fouls nahm zu. Der Spielfluss war perdu, für die Zuschauer wahrlich kein Vergnügen. Torschütze Moritz Kuhn war mit Abstand bester Spieler auf dem Platz, er agierte zielgenau, mutig und versuchte immer wieder, seine weiß-grünen Gegner auch mal direkt in Bedrängnis zu bringen. In der 75. Minute ging er unter starkem Beifall seiner Sandhäuser Fans vom Platz.
Mein Tipp – ein 2:1 für die Spielvereinigung – war in weite Ferne gerückt. Serdar Dursun, der in der 59. Minute für Dominik Schad eingewechselt worden war, versuchte, seinem Team noch mal Leben einzuhauchen und drängte auf den Anschlusstreffer. Womit die wenigsten dann noch rechneten, das passierte dann tatsächlich: Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gab Niko Gießelmann einen Freistoß in die Mitte, Dursun katapultierte seinen Körper am Elfmeterpunkt in die Luft und köpfte das Leder unhaltbar für den Sandhäuser Tormann Marco Knaller ins Tor der Gastgeber. Begeistert gratulierte Johannes van den Bergh dem Torschützen Dursun (Foto).

Ein versöhnliches 1:1 bescherte dem Kleeblatt heute einen Punkt und den siebten Tabellenplatz. Fürth baute damit seine Serie ohne Niederlage auf sechs Partien aus. Am kommenden Samstag empfängt die Spielvereinigung den aktuellen Tabellenführer und Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart im Ronhof. Da sind Derbysieg und das heutige Remis vergessen, und die Karten werden neu gemischt! Da wäre ein volles Stadion doch mal angesagt, oder?