Ein Fußballspiel wie ein Krimi

Oh mein Gott! Dieses Spiel der Spielvereinigung gegen 1899 Hoffenheim hat wirklich an den Nerven gezerrt! Der erste Schock schon nach acht Spielminuten, als Roberto Firmino Hoffenheim früh in Führung schoss. Das Kleeblatt hatte die Partie mit so viel Schwung begonnen – doch der Elan war erst mal dahin.
Dann rissen sich unsere Jungs am Riemen und konnten das Ruder tatsächlich herumreißen. Nach und nach übernahmen sie wieder die Regie in der Begegnung – das war Balsam auf unsere Seele. Und es wurde belohnt, als dem Ex-Mainzer Zoltan Stieber in der 39. Minute der Ausgleich für Fürth gelang. Gut fürs Selbstvertrauen vor dem Halbzeitpfiff.
Die zweite Hälfte in der Rhein-Neckar-Arena glich über weite Strecken einem Krimi, die Ereignisse überstürzten sich regelrecht. Es war die verrückteste Partie des Kleeblatts seit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Obwohl die Fürther über weite Strecken spielerisch besser waren, ließen sie die Kraichgauer wieder in Führung gehen, diesmal durch Joselu (67.). Schon schien viel für einen Sieg der Gastgeber zu sprechen, als Edgar Prib den Anschlusstreffer landen konnte (84.)
In dieser Manier ging es Schlag auf Schlag weiter. Joselu brachte Hoffenheim durch seinen zweiten Treffer mit 3:2 nach vorn – und das in der 89. Minute! Es sollte trotzdem nicht das letzte Tor des Abends bleiben. Der für Stieber eingewechselte Lasse Sobiech köpfte das Leder in der 2. Minute der Nachspielzeit zum 3:3-Ausgleich für das Kleeblatt ins Hoffenheimer Tor – keine Chance für Torhüter Tim Wiese, der nach vier Spielen Verletzungspause wieder für Hoffenheim im Einsatz war. Und schon erklang der Schlusspfiff.
Unbeschreiblicher Jubel bei den Fürthern, Mike Büskens riskiert eine Verwarnung und rennt zu seiner Mannschaft aufs Spielfeld.
Das Kleeblatt holt sich einen verdienten Punkt und beeindruckt mit seiner Einstellung und seinem Kampfgeist. Bei aller Freude darüber muss man aber auch sagen: Zwei von den drei Hoffenheimer Toren waren so unnötig wie ein Kropf, es waren echte Geschenke an den Gegner. Und zu verschenken haben unsere Jungs derzeit nun wirklich nichts!

„Spiel des Lebens“ für die Kleeblätter

Was hatte ich mir alles überlegt, wie ich meinen heutigen Blogbeitrag über das DFB-Pokalspiel zwischen der Spielvereinigung und dem TSG Hoffenheim beginnen wollte: Mit den zapfigen Temperaturen im Sinsheimer Stadion, den mehr als 4500 Fans, die nach Sinsheim gefahren waren, um ihre Mannschaft zu unterstützen, u.s.w. Aber dann ereignete sich schon im Vorfeld dieses Spiels ein schreckliches Unglück. Der Suizid eines Kleeblatt-Fans hätte die Begegnung ohnehin überschattet. Dass es sich bei dem 26-jährigen Mann  vermutlich um die Person handelt, die unter dem Verdacht steht, beim Pokalderby gegen den Club mit Leuchtkugeln auf den Platz geschossen zu haben, gab allem eine höchst dramatische Wendung. Der Verein hatte ja angekündigt, die 10 000 Euro Strafe, die vom vom DFB verhängt worden war, an den Fan weiterzugeben. Ich will hier nicht spekulieren, was warum geschehen ist.

Das Spiel sollte für das Kleeblatt auf jeden Fall der größte Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte werden. Trainer Mike Büskens meinte im Interview sogar, „es war für die Mannschaft das Spiel ihres Lebens“. Es begann mit Chancen auf beiden Seiten, aber bis zu den tumultartigen Szenen in der 36. Minute verlief es eher unspektakulär. Der Hoffenheimer Marvin Compper hatte nach einem Foul und wirren Szenen zwischen Hoffenheimer und Fürther Spielern Stephan Fürstner wutentbrannt einen leichten Schlag ins Gesicht verpasst. Nach anschließenden Diskussionen zwischen Referee Marco Fritz und seinen Assistenten wurde er dann mit einer roten Karte bestraft.
Die Stimmung in der Rhein-Neckar-Arena kam richtig zum Kochen, als in der 42. Spielminute Gerald Asamoah auf den Platz kam. Ob seine Anwesenheit Motivation und Ansporn waren – ich weiß es nicht. Auf jeden Fall schoss Olivier Occean nur zwei Minuten später ein Tor für die Spielvereinigung.

Mit diesem Vorsprung im Rücken war die zweite Halbzeit eine Mischung aus konfusen Aktionen und gleichzeitig einigen vielversprechenden (Tor-)Chancen. Man spürte allerdings nicht allzu viel von der Überzahl der Kleeblätter, auf dem Weg zum und vor dem Tor der Hoffenheimer wollte nichts so recht gelingen. Ab Minute 80 begann dann das Bibbern bei allen Fürth-Fans, ob die Erstliga-Mannschaft doch noch zum Ausgleichstor kommen sollte. Die Stimmung und Lautstärke im Stadion war super, nur knapp 10 000 Hoffenheimer hatten gengen den mittelfränkischen Enthusiasmus keine Chance. Die Fußballgöttin (!) war dem Kleeblatt wohlgesonnen, und so ging das Viertelfinale mit einem 1:0-Erfolg der Spielvereinigung glücklich zu Ende. Fast wäre es in der Nachspielzeit durch einen Lattenschuss von Fürstner noch zum i-Tüpfelchen, dem 2:0 gekommen.

Fazit: Ein Spiel der Extreme, von der Ereignissen vorher, den Raufereien während des Spiels, den tollen Paraden von Keeper Max Grün bis zu den Begeisterungsszenen der angereisten Fürther Fans nach dem gewonnenen Spiel. Die Spielvereinigung hat deutlich gemacht, dass der Rausschmiss des 1. FCN aus dem DFB-Pokal kein Zufall war, dass sie durchaus die spielerischen und mentalen Möglichkeiten hätte, sich in der 1. Bundesliga zu behaupten. Also:  Ich bin gespannt, wie’s weitergeht.

Ups und Downs beim Kleeblatt

Vier Spiele absolvierte die Spielvereinigung im Winterlager im türkischen Belek – und drei Mal ging sie als siegreiche Mannschaft vom Platz. Gegen Austria Wien und Admira Wacker schoss das Kleeblatt sogar jeweils vier Tore. Die Partie gegen Red Bull Salzburg  – hier steht der „Übergangs-Fürther“ Alexander Walke zwischen den Pfosten, der musste aber mit Platzwunde verletzt vom Spielfeld (Foto) – verlor sie mit 0:1. Beim letzten Spiel gegen Sturm Graz sah es lange nach einem torlosen Unentschieden aus, bis die SpVgg in der Schlussminute noch einen Freistoß bekam und Johannes Geis zum 1:0-Siegtreffer für das Kleeblatt-Team traf. Ein Match – so wurde kolportiert – bei nahezu unzumutbaren Platzverhältnissen.
Insgesamt hat das Trainingslager der Mannschaft einiges an Spielpraxis und positiven Erlebnissen gebracht. Andererseits gibt es in bezug auf Gerald Asamoah wenig Gutes zu berichten: Der SpVgg-Neuzugang wurde zur Halbzeit in die Partie gegen Austria Wien eingewechselt, musste jedoch den Platz schon in der 60. Minute wieder verletzungsbedingt verlassen. Vorangegangen waren ein heftiger Schlag gegen den unteren Bereich der Wirbelsäule und kurz darauf ein Tritt mit dem Knie von hinten in die Oberschenkel-Muskulatur. Nach einer ersten Diagnose sah es so aus, dass sich Asamoah „nur“ eine Muskel-Zerrung oder -Prellung zugezogen hat. Sollte der Hoffnungsträger wirklich länger ausfallen, frage ich mich, ob wir das seelisch nach den hohen Erwartungen packen?

Am Freitag, 3. Februar, beginnt für das Kleeblatt die Rückrunde in der zweiten Bundesliga nach der langen Winterpause. Erster Gegner ist Dynamo Dresden, das Spiel im glücksgas Stadion wird gleich mal zur Bewährungsprobe. Dresden liegt mit nur 22 Punkten auf dem 11. Tabellenplatz und sollte für das Kleeblatt kein unüberwindbarer Gegner sein. Aber der Druck auf die Spielvereinigung ist größer denn je. Das Aufstiegsgespenst ist bei vielen präsent, alle Fans in der Stadt fiebern diesem Freitag entgegen, wenn es endlich wieder ernst wird.
Noch spannender ist jedoch  – für die Greuther-Weiber und alle anderen Anhänger – der 8. Februar. Da trifft das Kleeblatt in Sinsheim im DFB-Viertelfinale auf den Erstligisten 1899 Hoffenheim. Wer keine Karte mehr im Gästebereich der Rhein-Neckar-Arena ergattern konnte und wenig Lust hat, zwischen Hoffenheim-Fans bei den Gastgebern zu sitzen, der sollte – mit einem Grüner-Bier bewaffnet – das Spiel hier in Fürth anschauen. Hat jemand für mich einen interessanten Tipp, wo das Spiel öffentlich gemeinsam mit begeisterten Kleeblatt-Anhänger zu sehen ist?

Die Frauen-WM wirft ihre Schatten voraus

P1030177Als  „Greuther-Weib“ liegen mir natürlich besonders auch Themen zum Thema Frauen und Fußball am Herzen. So habe ich vor wenigen Wochen schon über die Frauen-Mannschaft der Spielvereinigung berichtet, die in der Landesliga Nord spielt. Im letzten Match gegen Frickenhausen haben die Mädels leider wieder verloren, sie stehen momentan auf Tabellenplatz 8.

Und auch wenn ich unterwegs bin, werde ich immer wieder vom Thema Fußball eingeholt. Bei meiner Rückfahrt von Freiburg nach Fürth habe ich zum Beispiel kurz am wunderschönen Stadion von 1899 Hoffenheim Halt gemacht. Bei der Rast mit Baguette und Camembert (es hat nur noch ein Glas Rotwein gefehlt, aber ich bin ja Auto gefahren!), stieß ich auf eine Fahne, die direkt vor dem Eingangsportal der „Rhein-Neckar-Arena“ weht. „Spielort der FIFA Frauen-WM 2011“ ist darauf zu lesen.  FlaggeDie WM wird in der Zeit vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 im Land des Titelverteidigers – also in Deutschland – ausgetragen. Das Hoffenheimer Stadion ist übrigens eines der neun Stadien, die sich in einem langwierigen Ausscheidungsverfahren qualifizieren konnten. In der „Rhein-Neckar-Arena“ in Sinsheim werden drei Vorrundenspiele und das Spiel um den 3. Platz stattfinden. Als einziges weiteres Stadion in Süddeutschland ist noch die „impuls arena“ in Augsburg dabei.

Mal sehen, wie erfolgreich die Frauen-WM für Deutschland ausgehen wird. Um die Kurve zu den weiblichen Kleeblättern wieder zu kriegen: Am Sonntag, 3. Oktober, tritt das Frauen-Team der Spielvereinigung um 15.30 Uhr gegen den Tabellendritten Hausen an. – Daumen drücken, dass die Partie ein Erfolg für die Fürtherinnen wird!