Kleeblattfans gänga zum Ronhof nieber

Die Kärwa naht mit schnellen Schritten, große Teile der Fürther Innenstadt werden heute für den Aufbau von Buden, Fahrgeschäften und Karussells gesperrt. Das Kärwaspiel am kommenden Sonntag, 29. September, ab 13.30 Uhr im Ronhof gegen Holstein Kiel wirft seine Schatten voraus. Witzig ist das große Plakat, das an mehreren markanten „Einflugschneisen“ (Foto: Kirsten Harder) , sprich: wichtigen Straßen, hängt: „Andere fahren zu ihrem Klub, mir gänga nieber“ ist dort zu lesen. Dieser Satz trifft den Nagel auf den Kopf. Woanders ist auf großen Transparenten zu lesen, dass sich andere Fans bei guten Aktionen und Erfolgen ihrer Mannschaft zu „Standing ovations“ hinreißen lassen, Kleeblattfans nur fränkisch-trocken kommentieren „Bassd scho“. Stimmt, Fürther Fußballfans haben ihren eigenen Humor, da wird mit enthusiastischer Begeisterung manchmal dezent hinter dem Berg gehalten.

Also: Ich hoffe, das Stadion ist am Sonntag rappelvoll, wenn viele Fans „nieberganga“ sind. Denn: Um den Luxus, dass ein Fußballstadion so zentral im Stadtgebiet liegt und man einfach mal schnell zu Fuß dorthin läuft oder spontan mit dem Rad zum Ronhof rüberfährt, darum beneiden uns viele andere Vereine!

Frauenfußball hat’s immer noch schwer

Freundschaftsspiel Deutschland – Brasilien 2015 im Fürther Ronhof (Foto: Sportfoto Zink)

Wir Greuther-Weiber denken gerne an das Spiel im Fürther Ronhof im April 2015 zurück, als die deutsche Frauen-Nationalmannschaft die Cracks aus Brasilien souverän mit 4:0 besiegte. Das Stadion war mit 15.000 Zuschauern toll besucht – eine Super-Kulisse.

Aber: Frauen und Fußball – das ist immer noch ein Thema, über das sich trefflich und hitzig diskutieren lässt. Frauen spielen in den gleichen Ligen wie ihre männlichen Kollegen und nach den gleichen Regeln. Trotzdem galt Frauenfußball lange Zeit als moralisch verwerflich, man sprach darüber voller Vorurteile, nach wie vor kämpft er in vielen Ländern um gesellschaftliche Anerkennung. Frauen, die Fußball spielen – das wurde nicht gerne gesehen. Man erachtete den Sport als „gefährlich für die Gesundheit der Frauen“. Fußball wurde verdächtigt, die „Maskulinisierung“ und Emanzipation dieser Damen zu fördern.

Die Frauen-Bundesliga wurde 1989 in Deutschland eingeführt. Seitdem wachsen Akzeptanz und Zuschauerzahlen stetig. 1989 gewann die deutsche Nationalmannschaft die Europameisterschaft – als Siegprämie erhielt jede Nationalspielerin ein Kaffeeservice! 2003 wurde das deutsche Frauen-Nationalteam in den USA Weltmeister und erstmals in Deutschland zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt. 2007 konnte sie den WM-Titel unter der Trainerin Silvia Neid in China verteidigen. Für den Weltmeistertitel gab es pro Spielerin immerhin eine Prämie von 50.000 Euro. Seit ihrer Teilnahme an der Europameisterschaft 1989 errang die deutsche Frauennationalmannschaft (bis auf 1993 und 2017) durchgehend den Titel des Europameisters.

Klar, die Profispielerinnen verdienen nur einen Bruchteil ihrer männlichen Kollegen. Woran liegt das? Die Kickerinnen erhalten wesentlich weniger Aufmerksamkeit als ihre männlichen Kollegen. Fernsehgelder, Sponsoring-Verträge und Kartenverkäufe – bei keiner dieser Einnahmequellen kann der Frauenfußball mit dem Herrensport mithalten. Als Spitzenverdienerin gilt z.B. Dzsenifer Marozsán (2016 bis Anfang 2019 Spielführerin der Nationalmannschaft): Bei ihrem französischen Club Olympique Lyon soll sie mehr als 10.000 Euro im Monat verdienen. Ein gutes Stück unterhalb dessen, was männliche Drittligaspieler in Deutschland bekommen. Im Schnitt verdienen Bundesliga-Spielerinnen in Deutschland auch heute noch weniger als 1000 Euro im Monat. Deshalb arbeiten viele Spitzenspielerinnen neben ihrer Fußballkarriere, einige sogar in Vollzeit. Weil man sich mit Frauenfußball eben keine Existenz sichern kann. Und so besteht ihr Leben neben dem täglichen Training aus Ausbildung, Studium und Arbeit.

Insgesamt muss man sagen, der Frauenfußball erhält noch lange nicht die Anerkennung, die ihm gebührt, trotz spannender und qualitativ anspruchsvoller Begegnungen. Und trotz weiblicher Schiedsrichterinnen wie Bibiana Steinhaus, die inzwischen Bundesliga- und DFB-Pokalspiele der Herren leitet. Bewundernswert ist auf jeden Fall der Enthusiamus der Spielerinnen.
Vom 7. Juni bis 7. Juli 2019 findet die FIFA Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich statt. Mit der neuen Trainerin Martina Voss-Tecklenburg wird es der deutschen Nationalmannschaft bestimmt gelingen, erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen bei der WM in Russland zu sein. Und dann ist Frauen-Fußball auch in Deutschland wieder Tagesgespräch. Wir drücken die Daumen!

 

Mehr Glück als Verstand!

Felix Wiedwald hält den zweiten Elfmeter von Daniel Keita-Ruel (Foto: Sportfoto Zink)

Eigentlich reicht die Überschrift schon für ein Fazit dieses Spiels: Mehr Glück als Verstand, viel mehr gibt es dazu kaum zu sagen. Dass die Spielvereinigung die heutige Partie gegen den MSV Duisburg mit 1:0 gewonnen hat, ist einerseits schmeichelhaft, denn beide Teams waren ungefähr gleich harmlos. Andererseits ist es blamabel, denn es hätte am Ende 2:0 heißen müssen. Doch Daniel Keita-Ruel schoss beim zweiten Elfmeter (1. Minute der Nachspielzeit, siehe Foto) den Ball haargenau in die Hände des Duisburger Keepers Felix Wiedwald – und das, nachdem er fünf Minuten vorher bereits einen Foulelfmeter erst durch Nachschuss im Kasten der Gäste versenken konnte (86.). Ein äußerst schwaches Bild, das der Fürther Stürmer da abgab!

Mal ganz abgesehen davon, war schon Elfmeter Nummer eins ein sehr großzügiges Geschenk von Schiedsrichter Harm Osmers an das Kleeblatt. Denn im Zweikampf mit Duisburgs Hajri fiel Julian Green einen Tick zu früh hin, als es mit rechten Dingen hätte zugehen können. Doch der Unparteiische ließ sich weder von einigen protestierenden Duisburger Spielern in seiner Entscheidung beeinflussen noch von ihrem Trainer Lieberknecht, der deshalb schimpfte wie ein Rohrspatz.

Und sonst? Für den neuen Kleeblatt-Trainer Stefan Leitl war es ein glücklicher Einstand. Für ihn zählt nicht, wie dieses Ergebnis zustandegekommen ist – sondern nur, dass es 1:0 lautet und die Spielvereinigung damit den Abstand zum Tabellenende um drei Punkte vergrößern konnte. Ob der „neue Besen“ Leitl wirklich gut kehrt, wird sich beim nächsten Spiel am Sonntag, 17. Februar, gegen Holstein Kiel zeigen. Und für Duisburg? Für die Zebras war es eine bittere Pille, die sie im Ronhof schlucken mussten. Ein 0:0-Unentschieden wäre dem Spiel ehrlicherweise eher gerecht geworden. Aber was heißt im Fußball schon gerecht? Und Glück muss nicht nur der Mensch, sondern auch der Fußballer haben. So gesehen, geht das heute alles in Ordnung.

Ab morgen wird’s wieder ernst!

Kleeblatt-Neuzugang Paul Seguin (Foto: Sportfoto Zink)

Fünf Wochen mussten Kleeblattfans warten, am 29. Januar startet die restliche Rückrunde der Spielzeit 2018/19. Gegner im Sportpark Ronhof ist morgen um 20.30 Uhr der FC Ingolstadt, die Schanzer sind mit nur zehn Punkten das Schlusslicht der Zweiten Liga. Die Spielvereinigung rangiert (für all jene, die es vergessen bzw. verdrängt haben sollten) aktuell mit 24 Punkten auf Tabellenplatz 11. Zuletzt konnte das Kleeblatt am 23. November gegen den FC Magdeburg drei Punkte einfahren (Ergebnis: 3:2), die gesamte Ausbeute in den letzten zehn Spielen waren lediglich acht Punkte bei 24 Gegentoren.

Die Winterpause hat der Verein mit einem Trainingslager in türkischen Belek verkürzt. Die sportlichen Ergebnisse waren gemischt: Die Begegnung mit dem VfR Aalen endete 3:0 für die SpVgg, das Testspiel zu Hause gegen den SV Sandhausen ging unentschieden (1:1) aus.

Vielversprechend könnten die Neuzugänge beim Kleeblatt werden – da haben sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen. Seit dem 11. Januar gehört Kenny Prince Redondo zur Kleeblatt-Familie. Vor seinem Wechsel war der 24-jährige offensive Mittelfeldspieler dreieinhalb Jahre lang beim 1. FC Union Berlin aktiv. Redondo – dessen Mutter aus Spanien und dessen Vater aus Äthiopien stammen – hat sich vorgenommen, mit seiner Schnelligkeit und Variabilität neue Impulse ins Spiel des Kleeblatts zu bringen.

Neu im Fürther Kader ist außerdem Paul Seguin. Der 23-Jährige steht seit seiner Jugend beim VfL Wolfsburg unter Vertrag und ist seit Januar 2019 an Fürth verliehen. Wem der Name bekannt vorkommt: Sein Vater Wolfgang Seguin wurde in seiner aktiven Laufbahn unter anderem DDR-Meister und -Pokalsieger, Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1972 und stand außerdem in der DDR-Auswahl bei der WM 1974.

Außerdem hat die SpVgg den defensiven Mittelfeldspieler Hans Nunoo Sarpei vom VfB Stuttgart ausgeliehen. Das Leihgeschäft gilt bis Saisonende, anschließend kann das Kleeblatt per Option den 20-Jährigen fest verpflichten. „Für uns ist das ein perspektivischer Transfer. Wir sehen viel Potential und haben uns deswegen für dieses Leihgeschäft entschieden, auch wenn uns Hans Nunoo nicht gleich zur Verfügung stehen wird“, so Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi auf der Vereins-Website. Sarpei laboriert momentan an einer leichten Schambeinentzündung und kann deshalb nur individuell trainieren.

Welcher der Neuzugänge morgen auflaufen wird, ließ Fürths Trainer Damir Buric noch nicht raus. Es wird auf alle Fälle spannend!

Kleiner Dämpfer für die Feststimmung

Feierstimmung in Fürth: Die Kärwa läuft auf Hochtouren, der Himmel beschert uns einen fast sommerlichen Tag, und das Kleeblatt spielt zu Hause. Der SSV Jahn Regensburg ist allerdings kein angenehmer Gegner – und das sollte sich heute wieder einmal bewahrheiten.
Beide Mannschaften starteten äußerst hektisch in die Partie, es kam keine Ruhe in das Spiel. Die Gäste aus der Oberpfalz hatten zunächst die besseren Chancen auf einen Treffer, aber Sascha Burchert war auch diesmal der wichtigste Kleeblattspieler auf dem Feld und bewahrte seine Mannschaft vor einem Rückstand. So ging es torlos in die Kabinen. Aber wir wissen ja: Die SpVgg erzielt ihre Tore in dieser Saison fast ausnahmslos in der zweiten Halbzeit. weiter lesen

Kleeblatt immer gut für Überraschungen

Heute Abend ist um 20.45 Uhr im ausverkauften Ronhof der Anstoß zum DFB-Pokalspiel der Spielvereinigung gegen Borussia Dortmund. Und die Chancen, dass das Kleeblatt für eine sportliche Sensation sorgen könnte, stehen gar nicht mal so schlecht. Die Gesetze in Pokal-Begegnungen sind bekanntlich anders als im Liga-Fußball, da kann der eine oder andere hohe Favorit schon zu Beginn des Wettbewerbes rausfliegen.

So geschehen zum Beispiel am vergangenen Samstag im Spiel des Pokalsiegers 2018 – Eintracht Frankfurt – gegen den Regionalligisten SSV Ulm. Und auch ein knapper 1:0-Sieg der „Übermannschaft“ Bayern München weiter lesen

Kleeblatt kann wieder Tore schießen!!!

Das war heute ein Saisonstart, wie man ihn sich wünscht: Bei superheißen Temperaturen von fast 35 Grad besiegt die Spielvereinigung in einem wirklich spannenden Heimspiel den SV Sandhausen mit 3:1. Der Neuzugang Daniel Keita-Ruel (2. von rechts) bewies in seinem ersten Spiel in Weiß-Grün seine Qualitäten und ist offenbar ein Glücksgriff. Er war doppelter Torschütze (Foto: Sportfoto Zink).
Die Partie begann lebhaft, aber aus Fürther Sicht ein wenig nach Kleeblatt-Manier: Die ersten Meter in Richtung des Sandhausener Strafraums waren beherzt, dann wurde der Weg zu weit, der Angriff war nicht originell und durchdacht genug. So ging’s ohne wirklich erwähnenswerte Momente in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel änderte Fürths Coach Damir Buric sein System vom 4-2-3-1 auf ein 3-5-2, mit Lukas Gugganig hatte er einen zusätzlichen Innenverteidiger in die Fürther Abwehr gestellt. Trotzdem passierte in der 55. Minute das, weiter lesen

Brandbrief ans Kleeblatt

Liebes Kleeblatt!

Fans müssen zusammen mit ihrer Mannschaft durch dick und dünn – schon klar. Fans können auch nicht erwarten, dass immer alles nach Wunsch läuft. Aber was Ihr uns da zurzeit zumutet, das ist wirklich viel verlangt – manchmal zu viel.

Nach dem grottenschlechten Auftritt, den Ihr in Bielefeld geboten habt, war nach unten ja schon nicht mehr viel Spielraum. Doch wir haben uns trotzdem erhofft, dass Ihr heute im Ronhof zur gewohnten Stärke vor heimischem Publikum zurückfindet. Natürlich war Holstein Kiel kein einfacher Gegner, das wissen wir alle. Aber wenn man an der Tabelle da steht, wo Ihr Euch gerade befindet, darf das keine Ausrede sein. Da darf man vollen Einsatz erwarten, und das nicht nur in der Verteidigung. Dort war die Leistung heute ja durchaus passabel, vor allem dank Marco Caligiuri (Foto: Sportfoto Zink). Doch als Fan will man auch mal was im Angriff sehen, wenigstens ab und zu mal eine gelungene Kombination oder zwei, drei Pässe hintereinander, die tatsächlich dort ankommen, wo sie sollen.

Und vor allem will man nicht 80 Minuten warten, bis Ihr endlich mal aufwacht. Dann ist es nämlich in der Regel zu spät, wie man auch vorhin leider deutlich sehen konnte. Abgesehen von Fabian Reese hat vorher keiner von Euch mal richtig Elan gezeigt, den echten Willen, wenigstens aufs Tor schießen zu wollen, auch wenn es dann mal danebengeht. Habt Ihr eigentlich Angst vor dem Ball, oder was?

Wir sind geduldig. Aber irgendwann reißt auch uns mal der Geduldsfaden. Fußball muss doch mehr sein, als immer nur hinten zuzumachen und den Gegner am Spielen zu hindern. Da muss doch auch mal Initiative nach vorn kommen. Wo ist die bei Euch nur abgeblieben? Die Spielfreude, die Ihr früher mal hattet und die sich dann auf die Fans übertragen hat? Lasst uns doch wenigstens ein bisschen davon wiedersehen beim nächsten Spiel! Denn noch so eine Nullnummer – das vergrault die treuesten Anhänger, das könnt Ihr uns glauben! Bitte tut das nicht!

Eure Greuther-Weiber

P.S. Dass Ihr Euch mit dem einen Punkt gegen Kiel heute ein bisschen Luft im Abstiegskampf verschafft habt, kann uns nicht wirklich trösten!

Lilien auf dem Weg zum Fürther Ronhof

Vor wenigen Minuten sind die Fans von Darmstadt 98 durch die Königstraße in Richtung Fürther Ronhof marschiert. Eine nicht allzu große Gruppe – das nasskalte Winterwetter ist nicht gerade einladend für die Zuschauer, heute um 13.30 Uhr das Stadion zu füllen.
Das Pflichtspieljahr 2017 erreicht an diesem Wochenende seine Ziellinie. Die Begegnung mit der Spielvereinigung ist für die Lilien etwas Besonderes: Sie bildet nicht nur den Rückrundenauftakt der laufenden Saison. Nein, es ist gleichzeitig auch das erste Pflichtspiel von Cheftrainer Dirk Schuster seit seiner Rückkehr auf den Trainerstuhl des SV 98. Bekanntlich wurde Torsten Frings nach einer Serie von elf sieglosen Spielen am 8. Dezember 2017 als Coach freigestellt. Mit „riesiger Vorfreude“ blickt der 49-Jährige Schuster – so die Vereins-Website – diesem Startschuss entgegen, wohl wissend, dass die 90 Minuten am Sonntag nur die ersten Meter eines „langen und steinigen Weges“ darstellen.

Darmstadt 98 liegt aktuell (nach seinem Bundesligabstieg Ende der letzten Saison) mit 18 Punkten auf dem 16. Rang der Zweiten Liga. Das Kleeblatt ist den Lilien mit nur einem Punkt Abstand dicht auf den Fersen. Wenn die SpVgg heute gewinnt und drei Punkte holt, dann kann sie die Winterpause immerhin auf dem Relegationsplatz verbringen. Das wäre mal ein kleines Trostpflaster – für Spieler, den Verein und vor allem die Fans. Denn die Punkte-Abstände zu den anderen Plätzen sind nicht allzu groß und keinesfalls unüberwindbar. Ein Freund meinte gestern, dass das Kleeblatt heute mit 4:0 gegen Darmstadt 98 siegen wird. Lieber Pit, Dein Wort in Gottes Ohr!

4:0 – Fußball-Fest im Ronhof!

Wahrscheinlich war es besser, dass sie sich nicht fotografieren ließen, die St. Pauli-Fans, mit denen ich mich heute Mittag unterhalten habe, als sie zum Ronhof gingen. Zuerst wollten sie, dann haben sie doch einen Rückzieher gemacht. Da konnten sie ja noch nicht wissen, wie schlecht ihre Mannschaft heute aussehen würde gegen unser Kleeblatt. Sie tippten auf einen 2:0-Sieg. 2:0 – das war dann allerdings der Pausenstand. Aber nicht für St. Pauli, sondern für Fürth! Und im zweiten Durchgang haben unsere Jungs diesen Spielstand sogar noch verdoppelt. 4:0 gegen St. Pauli, beinahe wäre die Partie sogar noch 5:0 ausgegangen. Partystimmung im Ronhof!

Es hat einfach alles gepasst heute. Zwar dauerte es ein bisschen, bis Drive ins Spiel kam. Man beschnupperte sich erst mal gegenseitig und schaute, was die andere Mannschaft so macht. Doch nach 20 Minuten ist das dem Kleeblatt nicht mehr genug. Khaled Narey hat seine erste gute Chance, die nächste folgt auf dem Fuß. Dann ist es jedoch Maxi Wittek, dem mit dem 1:0 (33. Minute) sein zweiter Saisontreffer gelingt. Schon danach lässt St. Pauli den Kopf hängen und Fürth viel zu aktiv agieren. David Raum wittert seine Chance und hebt den Ball zunächst übers Tor, kurz danach aber trifft er ins linke Eck: 2:0 – eine komfortable Situation zur Pause. Wenn man sich nicht so dumm anstellt wie der 1. FCN letzte Woche gegen Kiel, ist das schon die halbe Miete. Aber Fürth ist ja Gott sei Dank nicht der Club und folglich auch kein Depp.

Rechtzeitig zum Beginn der zweiten Halbzeit scheint die Sonne über dem Laubenweg – ein gutes Omen. Fürth spielt sofort nach dem Anpfiff aggressiver als die Gäste. Und dann macht Khaled Narey aus dem Fast-Tor im ersten Durchgang ein tatsächliches – 3:0 (72.). Julian Green, in der letzten Zeit leider immer wieder verletzt oder erkältet, kommt heute endlich zurück und wird von Minute zu Minute besser. Mit dem 4:0 belohnt sich der zierliche Stürmer selbst (79.)

Der Hamburger Kiezverein lässt sich dagegen in der zweite Runde immer mehr hängen, gibt sich zu schnell auf. Da wäre ein wenig mehr Selbstbewusstsein, wie es die rund 2000 Fans aus Hamburg (Wahnsinn, Hut ab!) mitbrachten, nötig gewesen, um eine Blamage zu vermeiden. Endlich war heute auch unser Stadion wieder einmal besser besetzt als in den vergangenen Wochen – 10.810 Besucher, das ist bei der windigen Kälte ganz anständig. Die Fanbusse (siehe mein Foto oben) waren unermüdlich im Einsatz, und das für die Anhänger beider Teams.

Schade ist nur eins: Das Kleeblatt bleibt trotz dieser Super-Leistung vorläufig auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen. Mal sehen, ob sich da morgen noch was ändert. Könnte durchaus sein, denn Dresden, das jetzt einen Platz vor Fürth rangiert, muss morgen gegen Fortuna Düsseldorf ran. Und die will sicher zurück an die Tabellenspitze.