Saison-Ende: Kleeblatt rutscht unglücklich auf achten Tabellenplatz

Die Saison ist Geschichte. Das Kleeblatt beendet die Spielzeit 2016/17 mit 45 Punkten auf dem achten Tabellenrang. Und liegt zum ersten Mal seit 1953 (!) in einer Schlusstabelle vor dem Lokalrivalen, dem 1. FC Nürnberg.

Spektakulär war es nicht, das heutige Spiel gegen Union Berlin im mit gut 13 000 Zuschauern besetzten Fürther Ronhof. Trainer Janos Radoki hatte nach dem 1:1 gegen St. Pauli an fünf Positionen umgestellt. Serdar Dursun – mit neuer Frisur (Foto) – war in der Startelf. Der größte „Ackerer“ war heute mit Sicherheit Khaled Narey, der überall zu sein schien: vorne, hinten, in der Verteidigung oder im Angriff. Er wurde wiederholt von Robert Zulj angespielt, musste dann improvisieren, was er alleine so knapp vor dem Berliner Tor machen sollte. Und da war er im Abschluss einfach überfordert. Robert Zulj enttäuschte heute mit wenig Engagement und halbherzigen Aktionen. Vielleicht hat er sich geistig schon von der Spielvereinigung und Franken verabschiedet? Wer weiß?

Kurz vor der Halbzeitpause machte Kenny Prince Redondo dann das Tor für die Eisernen, sehr zur Freude der angereisten 3000 Unionfans. Sie hofften, dass es mit einem Sieg zur Verbesserung der miesen Bilanz zwischen dem Kleeblatt und der Union kommen könnte: Nur ein Sieg in 19 Spielen, jämmerlich.

In Minute 66 kam dann der Moment für Serdar Dursun, der nach einem Eckball den Ausgleich machte. Ein verdientes Tor, da sich die Zerfahrenheit und ungenauen Pässe der Fürther nach der Pause zum Besseren gewendet hatten. Ein paar Minuten später musste dann Schiedsrichter Thorben Siewer das Spiel unterbrechen: Im Gästeblock war gezündelt worden und dichter Rauch stieg aus der Unionecke auf. Rote Schwaden über dem Platz, unschön. Vielleicht war die Spielvereinigung daraufhin unkonzentriert? Lukas Gugganig foult Sebastian Polter bei der Ballannahme im Strafraum, und die Referee-Entscheidung ist eindeutig: Elfmeter. Den versenkte Polter im Tor von Sascha Burchert, der heute Balazs Megyeri ersetzte. Das Tor wurde nicht gegeben, aber auch bei der Wiederholung hatte Burchert, der sich in die falsche Ecke warf, keine Chance. 2:1 zu diesem Zeitpunkt. Kleeblattfans schielten immer wieder nervös auf ihre Handys, um zu sehen, wie sich die anderen Mannschaften der Zweiten Liga, die ja alle gleichzeitig spielen, schlugen. Trainer Radoki versuchte mit Spielerwechseln das Kleeblatt offensiver zu machen, aber man kam gegen die hochmotivierten Eisernen von der Berliner Union nicht an.

Abpfiff, 2:1 für die Gäste. Siebter Rang fürs Kleeblatt. Sollte man meinen. Aber da hatte man sich leider verrechnet. In der vierten Minute der Nachspielzeit trifft der FC Heidenheim zum 2:1 ins Tor von 1860 München. Damit schiebt sich Heidenheim in allerletzter Sekunde mit einem Punkt Vorsprung vor den FC St. Pauli und die Spielvereingung auf den sechsten Tabellenplatz. Und schwupps – das Kleeblatt ist nur Achter. Schade um die TV-Gelder!!!! Und: 1860 München ist auf dem Relegationsplatz.

Der einzige Trost für Kleeblattfans hat heute ein wenig mit Schadenfreude zu tun. Der 1. FC Nürnberg verliert gegen Kaiserslautern mit 0:1 und rangiert zu Saisonende auf dem 12. Rang. Zum ersten Mal nach 64 Jahren ist der vermeintliche Underdog aus Fürth in der Schlusstabelle der Zweiten Liga vor dem Club. Immerhin!

Jämmerlich: Gegen den Absteiger zu Hause verloren

Ganz sicher war ich mir heute, dass die Spielvereinigung gegen den schon feststehenden Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC nicht verlieren wird. Übermütig hatte ich mit einem 4:0-Sieg gerechnet. Von wegen! In der 89. Minute trafen die Karlsruher durch Rolim Yann ins Tor von Balazs Megyeri, und so hat das Kleeblatt mit der ersten Heimniederlage unter Coach Janos Radocki (Foto) die Möglichkeit, auf den fünften Tabellenplatz zu klettern, aus eigener Dummheit vergeigt.

Mit vielen Ausfällen musste Trainer Radoki heute seine Mannschaft zusammenflicken, die Youngster Daniel Steininger, Christian Derflinger, David Raum und Patrick Sontheimer waren z.T. in der Startelf und machten keine so schlechte Figur. Trotzdem verging eine halbe Stunde, bis die Kleeblätter durch Steininger (31./35./44.) und Gießelmann (39.) vielversprechende Möglichkeiten hatten. Aber Qualität auf dem Fußballplatz zeichnet sich vor allem durch Abschlüsse, sprich: Tore aus. Und davon war heute im Ronhof nichts zu sehen.

In den zweiten 45 Minuten vereitelte Fürths Keeper Megyeri Chancen des KSC, auf der Fürther Seite versuchten der eingewechselte Mathis Bolly (63./69.), der heute glücklose Serdar Dursun (64.) und Marcel Franke (67.), Möglichkeiten in einen Treffer und drei Punkte umzumünzen. Es klappte in einer niveauarmen Partie einfach nicht! Seelisch hatte ich mich (wie vermutlich die meisten der knapp 8300 Zuschauer) schon auf ein Unentschieden eingestellt, als es dann in der 89. Minute doch passiert: Dem Brasilianer Rolim Yann gelingt es, sich an der rechten Strafraumkante gegen drei Fürther durchzusetzen, er zieht ins Zentrum und schießt aus 16 Metern mit dem linken Fuß aufs Fürther Tor. Megyeri muss konsterniert mit ansehen, wie der Ball vom Innenpfosten in die Maschen geht. Mit diesem Treffer fährt der KSC nach acht sieglosen Spielen in Serie wieder einmal drei Punkte ein, die ihm allerdings nichts mehr nützen. Der Abstieg ist beschlossene Sache.
Am nächsten Sonntag, 14. Mai, fährt die Spielvereinigung nach Hamburg und wird im vorletzten Saisonspiel auf St. Pauli treffen. Ob das Kleeblatt dort gewinnen und dann auf den fünften Tabellenplatz kommen kann, hängt von einigen Faktoren ab: Der 1. FC Nürnberg darf zeitgleich nicht gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen. Und Dynamo Dresden muss gegen den heutigen Sieger, den Karlsruher SC, verlieren. Es wird also total spannend!!!

Fakten, Fakten, Fakten…

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDer „kicker“ ist für Fußballinteressierte die Leib- und Magenlektüre. Auch die Greuther-Weiber daten da regelmäßig ihr Wissen up. Wie zu jedem Saisonende hat das Sportmagazin in der vergangenen Woche eine „Bilanz der 2. Liga“ erstellt – das ist für Fans von Statistiken aufschlussreich.

Bei den besten Torjägern rangiert Sebastian Freis mit 12 Toren auf einem relativ guten 7. Platz. Ich erinnere an die Aufstiegssaison 2011/2012, als Olivier Occean (gemeinsam mit dem Frankfurter Spieler Alexander Meier) mit 17 Treffern auf Platz eins lag. Das ist leider Schnee von gestern. Bei den „Besten Vorbereitern“ (die besten Scorer) findet man Robert Zulj mit 17 Punkten auf dem 11. Platz. Die 17 Punkte ergeben sich aus von ihm erzielten Toren (8) und neun vorbereiteten Torschüssen, die ein anderer Spieler dann einlochte. Hinter Zulj sind Jurgen Gjasula (15 Punkte) und Freis (14 Punkte) zu finden.

Ernüchternd ist die Bilanz der „Top-Feldspieler“: Ganz vorne liegen Emil Forsberg (RB Leipzig), Vincenzo Grifo (SC Freiburg), auf Platz acht das Ex-Kleeblatt Niclas Füllkrug. Von einem Profi der Spielvereinigung ist niemand gelistet. Und auch bei den „Besten Torhütern“ gibt es keine Beteiligung des Kleeblatts. Immerhin ist aber Wolfgang Hesl, der seit dieser Spielzeit den Kasten von Arminia Bielefeld hütet, mit der Note 2,91 auf einem guten  sechsten Platz.  In der „Fair-Play-Tabelle“ rangiert die Spielvereinigung mit einer Roten Karte (Gjasula) und 78 Gelben Karten im Mittelfeld. Auf dem vorletzten Platz tummelt sich unser Erzfeind aus der östlichen Vorstadt mit drei  Roten, zwei Gelb-Roten und 75 Gelben Karten.

Jedes Jahr frustrierend aus Fürther Sicht ist die Bilanz der Zuschauer, die sich die Fußballspiele ihres Vereins angesehen haben. Hier führt der 1. FC Nürnberg souverän mit insgesamt 522 055 Zuschauern, das sind im Schnitt 30 709 Besucher/Spiel. Und das Kleeblatt? Das hatte mal gerade ein Drittel an Zuschauern (173 767) , was durchschnittlich 10 222 Besuchern/Spiel entspricht. Ich finde – und da rennen wir offene Türen ein – das Stadion im Ronhof ist zu selten gut besucht, geschweige denn ausverkauft. Naja, wird jetzt der eine oder andere Fan erwidern: bei den Leistungen…

Noch etwas: Ich als in Frankfurt geborene Fußballbloggerin habe bei den beiden Relegationsspielen natürlich der Eintracht Frankfurt die Daumen gedrückt, damit sie erstklassig bleibt. Und so kam es auch. Den Aufstieg des Clubs in die Bundesliga hätte ich einzig und alleine einem guten Freund gegönnt, der begeisterter Clubfan ist. Thomas hatte oft eine Dauerkarte, und wenn er die Hymne „Die Legende lebt“ anstimmte, wurde es sogar mir feucht in den Augen. Er war auch einmal das Thema eines Blogbeitrages. Thomas hätte sich über den Aufstieg des Clubs gestern sehr gefreut. Allerdings hätte er ihn nicht mehr erlebt. Thomas ist am vergangenen Freitag völlig überraschend mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben.

Gänsehaut zum Saison-Ende

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDie Spielzeit 2015/16 ist zu Ende. Das Kleeblatt traf heute im letzten Spiel zu Hause auf den SV Sandhausen und hat die Partie überlegen mit 3:1 gewonnen. Der versöhnliche Schluss einer durchwachsenen Saison, die ganz gut anfing, Höhen und Tiefen hatte und unterm Strich nicht optimal verlief. Ein emotionales Highlight war heute die Einwechslung von Ilir Azemi, der zehn Minuten vor Schluss aufs Spielfeld kam (Foto). Die Kleeblattfans begrüßten ihm lautstark mit „Azemi, Azemi-Rufen“ – Gänsehaut pur. Und eine sportliche Überraschung war Mark Flekken, der heute für Keeper Sebastian Mielitz das Kleeblatt-Tor (fast) sauber hielt.
Vor einem Jahr habe ich im Greuther-Weiber-Blog geschrieben: „Eine Saison mit vielen Tiefschlägen geht für die Spielvereinigung zu Ende. Der Verein ist letzten Endes mit einem blauen Auge davon gekommen. Jetzt sollte man diese Spielzeit ganz schnell abhaken, sich erholen. Und bis zum Anpfiff der Spielzeit 2015/16 Ende Juli werden die Karten neu gemischt. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Engagement eines guten Stürmers?“
Und wie entwickelte sich die Spielvereinigung dann tatsächlich? Nach 17 Abgängen und 2o Spieler-Einkäufen hatte der neue Trainer Stefan Ruthenbeck – der aus dem Rheinland stammt und vom VfR Aalen zum Kleeblatt kam – erst mal alle Hände voll zu tun, sich selbst in Fürth einzugewöhnen und Stallgeruch anzunehmen. Er versuchte, die Mannschaft von Grund auf neu zu strukturieren. Und die Bilanz der ersten neun Spiele sah gut aus: fünf Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen schlugen sich in einem respektablen 4. Tabellenplatz nieder. Doch ausgerechnet am Kärwa-Eröffnungstag, dem 3. Oktober, musste das Kleeblatt gegen den VfL Bochum zu Hause eine 0:5-Klatsche einstecken. Und eine Woche später war das 2:5 gegen den Bundesliga-Absteiger SC Freiburg der nächste Schlag in die Magengrube.
Ab diesem Moment krebste die Spielvereinigung vor sich hin, viele Remis, mal ein niedriger Sieg, sogar das Derby gegen den 1. FC Nürnberg Ende Februar ging nach langer Zeit der Siege mal wieder verloren. Dann fing sich das Kleeblatt noch mal, um zum Saisonende hin bei den letzten drei Spielen gegen Arminia Bielefeld, Heidenheim und den FC Kaiserslautern wieder Niederlagen einzufahren.
Die Stimmung bei den Kleeblattfans verschlechterte sich zusehends. Und auch die Spieler sparten – teils öffentlich – nicht an Selbstkritik. Natürlich sind Robert Zulj und Jurgen Gjasula vielversprechende Talente, die der Mannschaft Rückgrat geben. Klar, Kapitän Marco Caligiuri versucht engagiert, die Defensive effektiv zu gestalten und das Tor von Sebastian Mielitz sauber zu halten. Caliguiri hat gut damit zu tun, den „Laden“ zusammenzuhalten. Und auch Keeper Mielitz hat sich gut integriert, zeigt jedoch dazwischen immer wieder Schwächen, was 54 Gegentore belegen. Es fehlt jedoch – und da hat sich auch in dieser Saison nichts Wesentliches geändert – ein starker Stürmer, der Tore schießt.

Das Geunke von einigen , dass Trainer Stefan Ruthenbeck der falsche Trainer sei, weil er seine Spieler nicht erreiche, daran habe ich meine Zweifel. Denn sogar der – seit dem legendären Bundesligaaufstieg – Fürther Identifikationsfigur Mike Büskens, der in der letzten Saison als „Notnagel“ noch mal einsprang, ist es nur mit viel Mühe gelungen, den Klassenerhalt zu schaffen. Und Frank Kramer hatte es meiner Ansicht nach vorher geschafft, die Mannschaft auf einen guten Weg zu bringen.

Die Vereinspolitik von Präsident Helmut Hack, gute, talentierte Spieler zu verkaufen, um den Vereins-Etat ausgewogen zu halten, muss nicht unbedingt der richtige Weg sein. Denn auf diese Weise wird es jeder Trainer schwer haben, zu Saisonbeginn lauter neue Spieler zu trainieren, sie auf Linie zu bringen und aus ihnen ein erfolgreiches Team zu machen. Es ist für den Coach – egal, wie er heißen mag – jedes Mal mehr oder weniger wieder ein Neubeginn bei Punkt null, nicht – wie man sich es als Fan wünscht – ein Ausbau des vorhandenen Spieler-Potenzials.

Mal sehen, wer jetzt die Spielvereinigung verlassen wird. Man munkelt: Zulj, Gjasula, Berisha. Bleibt Keeper Mielitz? Was ist mit Stiepermann? Und könnte Marco Caligiuri einem lukrativen Angebot – wenn er denn eines bekäme – widerstehen? Fragen über Fragen, auf die wir in den nächsten Wochen Antworten bekommen werden. Und zwar hoffentlich fürs Kleeblatt positive!

Gemeinsam die Fußball-Saison abschließen

Abschlussgottesdienst 2014Morgen ist Pfingstsonntag und nachmittags ab 15.30 Uhr findet im Sportpark Ronhof das letzte Saisonspiel der Spielvereinigung statt. Gegner ist der SV Sandhausen. Schon am Morgen um 10 Uhr trifft man sich in der Fürther Altstadt in der Kirche St. Michael, um bei einem „Saisonabschluss-Gottesdienst“ den Tag gemeinsam zu beginnen. Wie auch in den letzten Jahren haben nicht nur Kleeblattfans zum Ende der laufenden Spielzeit die Gelegenheit, gemeinsam kurz innezuhalten. Die SpVgg und das Evangelische Dekanat laden dazu alle Fürther und Kleeblatt-Anhänger herzlich ein. Der Gottesdienst wird vom evangelischen Dekan Jörg Sichelstiel geleitet, der selbst eingefleischter Kleeblattfan ist. Bereits nach dem Aufstieg der SpVgg im Jahr 2012 und auch 2014 (aus dem Jahr stammt das Foto) hatten sich zahlreiche Kleeblatt-Anhänger in der ältesten Kirche der Stadt versammelt, um auf besinnliche Art und Weise die vergangene Spielzeit Revue passieren zu lassen. Ich erinnere mich noch gut an Dekan Sichelstiels Predigt, der mit seiner lockeren Art allen Gottesdienstbesuchern verdeutlichte, dass auch die Fans gegnerischer Mannschaften Menschen sind, denen man mit Respekt und Freundlichkeit entgegenkommen solle. Ungeachtet aller Rivalität im Sport.
Morgen sind alle – egal welcher Glaubenszugehörigkeit, ob Kleeblatt-Fan oder nicht – willkommen, an diesem offenen Gottesdienst in St.Michael am Kirchenplatz (unweit der Gustavstraße) teilzunehmen.

Eine gute und eine schlechte Nachricht

GjasulaNaja – besser als nichts, aber immer noch ein Problem für das Kleeblatt: Das DFB-Sportgericht hat die Rot-Sperre für Jurgen Gjasula, die eigentlich für fünf Spiele gelten sollte, auf vier reduziert. Er hatte sich bekanntlich in der Begegnung mit dem VfL Bochum ein Scharmützel mit Gegenspieler Thomas Eisfeld und den Schiedsrichtern geliefert. Brutal gefoult hat er aber keinen Gegner. Deshalb hatten die Verantwortlichen gegen das harte Urteil protestiert.

Die nun etwas mildere Strafe bedeutet, dass der 30-Jährige im Spiel gegen den 1. FC Heidenheim am 30. April wieder mitspielen darf. Der Deutsch-Albaner hatte sich in den vergangenen Monaten zu einer der Schlüsselfiguren der SpVgg entwickelt und mit seinen zielgenauen Flanken und Eckbällen zum Erfolg des Kleeblatts beigetragen. Nun kann er die Mannschaft noch in drei Saisonspielen unterstützen.

Es gibt aber neben der guten Nachricht auch eine neue Hiobsbotschaft: Maurice Hirsch hat sich verletzt! Er zog sich eine Bauchmuskelzerrung zu und kann deshalb morgen nicht beim Spiel gegen die Münchner Löwen dabei sein.

Spannung pur bis zum letzten Schweißtropfen!

Mann, das war wirklich einer der spannendsten Bundesliga-Spieltage dieser Saison. Ja, auch für das Kleeblatt – obwohl es schon vor der Partie gegen den FC Augsburg abgestiegen war.

Das Spiel in der SGL-Arena begann turbulent. Bei einem Konter in der 3. Minute kam Felix Klaus in den Strafraum, wurde von Klavan an den Hacken berührt – und Schiedsrichter Tobias Welz zeigte nach kurzem Überlegen auf den Elferpunkt. Edgar Prib trat an und verwandelte sicher ins rechte obere Eck. Jubel bei den angereisten Kleeblattfans. Aber der Elfmeter musste wiederholt werden, weil Park zu früh in den Strafraum gelaufen war. Prib trat wieder an, schoss dieses Mal in das linke untere Eck, und Torwart Manninger parierte (Foto). Frust für das Fürther Team, das trotzdem versuchte, sich nicht hängen zu lassen: Die Mannschaft ließ den Augsburgern wenig Spielraum, denen gelang es aber dann bei der ersten wirklichen Torchance durch Werner doch, das 1:0 zu machen.
Nach der Pause erst mal Geplänkel auf beiden Seiten, gute Aktionen des FCA. Keeper Wolfgang Hesl konnte aber zunächst die Situation immer retten. Doch in der 55. Minute kam es, wie es kommen musste: Der FCA traf zum zweiten Mal in das weiß-grüne Tor und hatte jetzt schon das Gefühl, den Nichtabstiegsplatz erreicht zu haben. (Zumal Fortuna Düsseldorf gegen Hannover 96 hinten lag.) Fürth gab jedoch nicht auf und preschte nach vorne. Nach einem unglücklichen Abwehrversuch der Augsburger Hintermannschaft verkürzte Florian Trinks (heute zum ersten Mal in der Startelf der SpVgg aufgestellt) auf 1:2. Aber der Koreaner Ji setzte eine Viertelstunde vor Schluss noch einen drauf und machte für den FCA das 3:1. Das sollte dann auch der Endstand bleiben.

Noch spannender war dieser letzte Spieltag für den BVB, der mit stolzer Brust gegen 1899 Hoffenheim angetreten war und sich – so deren Trainer Jürgen Klopp – sicher glaubte, die Hoffenheimer mit Fürth in die zweite Liga zu schicken. Aber es kam ganz anders. Keeper Weidenfeller bekam Rot, der anschließende Elfmeter war im BVB-Tor und flupp: Hoffenheim führte mit 1:2 und roch Morgenluft. Und so blieb es auch nach einem Tor des BVB, das nicht gegeben wurde, bis zum Schluss. Mit der Spielvereinigung ist ganz überraschend, quasi in der letzten Minute, Fortuna Düsseldorf abgestiegen, 1899 Hoffenheim ist in der Relegation.

Doch eines muss man dem Kleeblatt zugute halten: In den 34 Spielen dieser Bundesliga-Saison hat die Mannschaft (fast) immer engagiert und leidenschaftlich gespielt und Rückgrat gezeigt. Unterm Strich fehlte aber die Bundesligaqualität. Wir hoffen auf eine gute Saison in der zweiten Liga – und werden das Kleeblatt auch dann wieder mit oft aufmunternden und manchmal kritischen Blogbeiträgen begleiten. Danke an das Team, an Trainer Frank Kramer und auch – das sollten wir nicht vergessen! – an Mike Büskens für ein aufregendes Jahr in der Ersten Liga!

Von fairen Feinden und Fußball-Fahnen

Wir beide haben schon ein verflixt frustrierendes Wochenende hinter uns. Wer? Na, der „Feind in unserem Haus“ und ich. Mein Feind, genauer gesagt: meine Feindin ist bekanntlich begeisterter Fan von Borussia Dortmund. Und wünscht sich natürlich heiß und innig, dass der BVB auch in dieser Saison wieder Deutscher Meister wird und Bayern München souverän hinter sich lässt. Deshalb hat sie dann auch letzten Freitagabend mit ihrem Besuch (aus Nordrhein-Westfalen) eine Fürther Sportsbar besucht, um sich dort das Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart anzusehen. Wäre alles prima gewesen, hätte die atmeberaubend spannende Partie nicht in allerletzter Sekunde durch ein Tor des Stuttgarters Christian Gentner mit einem unglücklichen 4:4-Unentschieden geendet. Dadurch liegt Dortmund – nach dem Sieg der Münchner beim „Club“ – nur noch drei Punkte vor den Bayern, und es wird an den letzten Spieltagen auf jedes Pünktchen ankommen. (Dieses Tor in der letzten Sekunde des Spiels erinnert mich übrigens fatal an gewisse Ereignisse vor zwei Wochen!)

Und mir ging’s dann am Samstag nicht anders. Der vermeintlich leicht zu packende Gegner FC Erzgebirge Aue hat es dem Kleeblatt schwerer gemacht als erwartet. Das Spiel ging dann auch unentschieden – nämlich 1:1 – aus.
Übel ist die Konsequenz für die Spielvereinigung: Kleeblatt-Profi Bernd Nehrig zog sich bei diesem Spiel einen Muskelfaser-Riss am hinteren Oberschenkel zu. Der 25-Jährige musste am Samstag verletzt ausgewechselt werden und fällt bis auf weiteres aus.

Übrigens hat sich die BVB-Anhängerin in meinem Haus inzwischen als echte Sportsfrau geoutet. Sie wünscht dem Kleeblatt aufgrund seiner konstant guten sportlichen Erfolge und der tollen Stimmung in der Stadt und bei den Fans unbedingt den Aufstieg in die erste Liga. Deshalb hat sie auch schon Pläne für den 6. Mai geschmiedet. Sollte an diesem letzten Spieltag in der zweiten Liga entschieden sein, dass die Spielvereinigung in die Bundesliga aufsteigt, und schon am Tag zuvor Borussia Dortmund Deutscher Meister geworden sein, dann werden wir gemeinsam feiern und auch nach außen Farbe bekennen. Ich hisse meine weiß-grüne Kleeblatt-Flagge, und sie wird ihre gelb-schwarze BVB-Fahne aus dem (Fürther) Fenster hängen. Denn dann hat alles Bibbern und Daumendrücken ein positives Ende gefunden und für uns beide ist die Fußball-Welt in Ordnung!

Aus der Traum!

So ist Fürth drauf: Auch wenn das Kleebatt es nicht geschafft hat, den Traum vom Aufstieg wahrzumachen, die Fans in der Trolli-ARENA jubeln so laut, dass man es problemlos bis in den Fürther Stadtpark und in die Innenstadt hört!
Die beste Saison der Spielvereinigung ist mit einem vierten Tabellenplatz zu Ende gegangen. Wie heißt es immer im Wintersport: Vierter Platz, das ist die „blecherne Medaille“. Schade, der Relegationsplatz war in erreichbare Nähe gerückt. Aber nach dem Ausgleichstor von Fortuna Düsseldorf in der 61. Minute sowie der superguten Leistung des VfL Bochum hatte das Kleeblatt praktisch keine Chance. Wie so oft lag es nicht an der Abwehr des Vereins – nur 27 Gegentore in der Saison sprechen für sich. Die Hauptschwäche ist und bleibt das Nicht-Umsetzen von Torchancen, so auch heute. Hat die SpVgg nicht genug Biss oder zu viel Respekt vor dem gegnerischen Tor? Ich weiß es nicht. Pfostenschüsse sind Pech, aber mehr als ein Mal geht den Fürther Stürmern im entscheidenden Moment die Luft aus.
Trotzdem: Kompliment für die treuen und begeisterten Fans im heute ausverkauften Stadion. Sie honorieren die prima Leistung der SpVgg und motivieren alle Beteiligten, auf eine erfolgreiche Saison 2011/12 zu hoffen. Glückwunsch nach Bochum – die Greuther-Weiber wünschen Euch den Aufstieg! Schon wegen Grönemeyer!

Bringt das Kleeblatt die Stadt zum Beben?

Kleeblatt-Fans – haltet Euch ran! Bereits gestern waren rund 8000 Eintrittskarten für das spannende Finalspiel verkauft. Am Sonntag, 15. Mai, steigt um 13.30 Uhr das letzte Spiel in dieser Saison, und für die Spielvereinigung geht es um alles oder nichts. Nach dem 4:1-Auswärtserfolg gegen Oberhausen liegt das Kleeblatt weiterhin mit zwei Zählern Rückstand auf dem aussichtsreichen Rang vier der Tabelle. Deshalb wird auch am 34. Spieltag das Fernduell mit den auf dem  Relegationsplatz drei rangierenden Bochumern im Fokus stehen.

Die Fürther Fans sind zuversichtlich, dass das Kleeblatt-Team den Konkurrenten noch überholen kann. Trotzdem wundert es mich, dass in Fürth der Funke anscheinend nicht so überspringt wie in Augsburg. Da stand die ganze Stadt Kopf, seitdem klar ist, dass der FCA erstmals in seiner Geschichte in die Bundesliga aufsteigt.

Der Normal-Fürther bleibt cool. Und ich frage mich, ob die Fürther Bevölkerung gleichermaßen aus der Reserve zu locken ist, wenn am nächsten Sonntag um 15.30 Uhr klar ist, dass die SpVgg auf dem Relegationsplatz steht und eine reelle Chance hat, in die erste Liga aufzusteigen.

Zumindest die SpVgg-Fans sollten sich also frühzeitig die Karten sichern, um beim Saison-Finale dabei zu sein. Mannschaftskapitän Thomas Kleine kommentiert das so:

„Die Unterstützung der Fans in Oberhausen war super, das hat sich für uns schon fast wie ein Heimspiel angefühlt. Gegen Düsseldorf brauchen wir nun noch einmal begeisterte Fürther. Das ganze Stadion muss 90 Minuten lang beben. Zusammen können wir auch gegen eine sehr gute Fortuna den Sieg holen.“

Eine bebende Trolli ARENA, klar, das hätte was! Und wenn die Kleeblätter dann auch noch siegreich vom Platz gehen, die Bochumer Mist bauen (der VfL Bochum empfängt im rewirpowerSTADION den MSV Duisburg, dort sind aktuell schon rund 22 000 Tickets verkauft!), dann sind auch die Greuther-Weiber zuversichtlich, dass in der Fürther Altstadt die Post abgehen wird. Die Steaks im „Pfeifendurla“ verkaufen sich super, das Bier im „Gelben Löwen“ fließt in Strömen. Und vielleicht feiern nicht nur eingefleischte Fans bis früh um 6 Uhr? Denn das Relegationsspiel, das gewinnen wir doch mit links!