Unschöner Ausflug nach Berlin

Die Begegnung der Spielvereinigung gegen Union Berlin stand heute wahrlich unter keinem guten Stern. Bei Regen mussten die Kleeblätter an der Alten Försterei auflaufen, viele Fürther Fans hatten vor und während des Spiels Ärger mit dem Ordnungsdienst, im Fürther Block gab es einen Polizeieinsatz. Dann startete die Partie um den möglichen dritten Tabellenplatz aus weiß-grüner Sicht katastrophal: Nach einem Zusammenprall mit seinem Gegenspieler Suleiman Abdullahi verletzte sich Maximilian Wittek in der 3.Spielminute schwer am Kopf (Foto: Sportfoto Zink). weiter lesen

Überlange Nachspielzeit kostet Kleeblatt den Triumph

Da wusste BVB-Kapitän Marco Reus also schon vor allen anderen, dass Schiedsrichter Manuel Gräfe (Foto: Sportfoto Zink) fünf Minuten nachspielen lässt? So war es zumindest im TV-Interview nach dem 2:1-Sieg zu hören. Die Spielvereinigung hätte beim Pokalschlager im Fürther Ronhof in einem Fußballkrimi beinahe die Sensation perfekt gemacht und den Favoriten Borussia Dortmund in die Wüste schicken können, wenn der Referée nicht auf stolze fünf Minuten Nachspielzeit entschieden hätte. Ohne einen nachvollziehbaren Grund. Es hatte keine längeren Verletzungsunterbrechungen, Trinkpausen oder Fouls gegeben, die eine so lange Nachspielzeit gerechtfertigt hätten. Nein, als Zuschauer im Stadion oder zu Hause vor dem Fernseher konnte man sich leider des Eindrucks nicht erwehren, dass deutsche Schiedsrichter vor prominenten Bundesliga-Manschaften zu viel Respekt haben und im Zweifelsfall so lange spielen lassen, bis das „richtige“ Team das entscheidende Tor macht. DFB-Präsident Reinhard Grindel saß übrigens gemeinsam mit Philipp Lahm unter den Zuschauern im Ronhof und verfolgte das Spiel.
Ähnlich wie beim Halbfinale 2012 wurde dem Kleeblatt der beinahe erreichte Pokalerfolg in allerletzter Sekunde noch genommen. Vier Minuten der Nachspielzeit hatten die Fürther schon überstanden, Dortmund stand vor dem vermeintlichen Aus. Dann gelang dem von BVB-Trainer Lucien Favre in der 74. Minute eingewechselten Joker Axel Witsel in der 90. + 5. Minute der Ausgleichstreffer zum 1:1. Die über Gebühr verlängerte Nachspielzeit brachte die Fürther Fans im ausverkauften Ronhof in Rage.
In der Verlängerung waren die Kleeblätter einem Triumph noch einmal denkbar nah: Lukas Gugganig und Fabian Reese hatten Chancen, die sie jedoch nicht verwerten konnten. Doch dann verwandelte der BVB seine einzige Tormöglichkeit in der Verlängerung: Marco Reus traf in der ersten Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Endstand.
Fazit: Die Spielvereinigung hat super gespielt, das Maximum herausgeholt und beinahe einen Thriller für sich entschieden. Hoffen wir, dass die hervorragende Leistung das Team jetzt für die kommenden Spiele in der Zweiten Liga beflügeln wird.

Endlich: Das Kleeblatt schießt wieder Tore!

Mit guten Freunden zu einem Fußballspiel in den Ronhof zu gehen, das macht ganz besonderen Spaß. Vor allem, wenn ein Spiel so sehenswert und hochklassig ist wie die Begegnung zwischen der Spielvereinigung und Fortuna Düsseldorf. Unsere beiden Begleiter sind langjährige Kleeblattfans, gehen aber nur selten zu den Spielen ins Stadion. Zur Einstimmung gehört als „Fanfudder“ eine Bratwurstsemmel einfach dazu. Auf unseren Plätzen dann der Blick von der Gegengeraden auf die neuerbaute Haupttribüne, noch dazu in herrlichem Sonnenschein! Und was hatten unsere Freunde für die Partie Fürth gegen Düsseldorf getippt? Einer hatte einen 2:0-Sieg der Fortunen vorhergesagt, der andere optimistisch auf einen 3:1-Sieg der SpVgg gesetzt.
Von Beginn an war das Spiel spannend und intensiv, das Tempo hoch, und man spürte beim Kleeblatt den unbändigen Willen, mit dem neuen Trainer Damir Buric einen sportlichen Neustart hinzulegen. Überraschend die ersten Akzente der Fürther mit Standards und Distanzschüssen: Serdar Dursun (16.), Tolcay Cigerci (22.) und Julian Green (26., 27.). Nach 35 Minuten ist es schließlich so weit: Über Khaled Narey, Patrick Sontheimer und Tolcay Cigerci setzt sich Dursun gegen André Hoffmann durch und macht das erste Tor. Jubel im Ronhof! Düsseldorf bis zu diesem Zeitpunkt seltsam zurückhaltend. Kurz nach dem Führungstreffer scheitern Sontheimer (39.) und Narey (40.) am Düsseldorfer Keeper Raphael Wolf. Cigerci flankt in der 44. Minute punktgenau vors gegnerische Tor zu Marco Caligiuri, dem mit einem tollen Kopfball das 2:0 gelingt. Der Kleeblatt-Kapitän der letzten Jahre freut sich riesig, der letzte Zweitliga-Treffer des 33-Jährigen liegt fast elf Jahre zurück (20. Oktober 2006 im Trikot des MSV Duisburg, und zwar ausgerechnet beim 5:3 gegen Fürth im Ronhof ). weiter lesen

Deutsche pfeift Champions-League-Finale

Bibiana Steinhaus ist für alle, die regelmäßig unseren Blog lesen, kein unbekannter Name. Die toughe Schiedsrichterin aus Hannover hat immer wieder Partien im Herrenfußball gepfiffen, bei denen auch das Team der Spielvereinigung mit auf dem Rasen stand (Foto: Dezember 2016 gegen Union Berlin). Sie ist die erste Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Spiele im Männerbereich leitet, darunter Spiele im DFB-Pokal sowie in der Zweiten und 3. Liga. In der Bundesliga wird sie von der DFL als sogenannte „4. Offizielle“ am Spielfeldrand eingesetzt. Auch bei den Frauen-Fußball-WMs 2011 und 2015 war sie Referée. Außerdem ist sie die erste Frau, die sowohl ein Finale bei einer Weltmeisterschaft als auch eines beim Olympischen Fußballturnier der Frauen geleitet hat.
Frau Steinhaus – im täglichen Leben Hauptkommissarin bei der Polizei Niedersachsen – hat jede Menge Sachverstand und eine integrative Art, wieder Ruhe bei hitzigen Diskussionen auf dem Spielfeld herzustellen. Dass sie sich auch bei prominenten Trainern durchzusetzen weiß, hat sie im kleinen Showdown mit Pep Guardiola gezeigt. Der war ihr bei einem Spiel zu nahe gekommen und hatte mit einer zu vertraulichen Geste den Unmut der Schiedsrichterin hervorgerufen.

Bibiana Steinhaus kommt demnächst wieder zu großen Ehren. Als Zeichen der Anerkennung wird sie das Frauen-Finale der Champions-League am 1. Juni 2017 ab 20.45 Uhr in Cardiff leiten. Dort treffen die beiden Frauenmannschaften von Olympique Lyon und Paris St. Germain im Endspiel aufeinander. Leider haben sich die Damenteams des FC Bayern München und des VfL Wolfsburg nicht übers Viertelfinale hinaus qualifizieren können. Dafür hat sich der VfL Wolfsburg nach 2013 und 2014 am vergangenen Sonntag die dritte deutsche Meisterschaft im Frauen-Fußball gesichert.

Übrigens werden in diesem Jahr beide Champions-League-Endspiele – der Männer und der Frauen – von deutschen Schiedsrichtern geleitet (zum zweiten Mal nach 2007). Der europäische Fußball-Verband UEFA hat entschieden, dass der Münchner Unparteiiische Felix Brych im Finale zwischen Juventus Turin und Real Madrid am 3. Juni in Cardiff eingesetzt wird.

Braucht der „Unparteiische“ eine Brille?

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenBuchstäblich in der letzten Sekunde fiel der 1:1-Ausgleich im Fürther Ronhof, und die große Feier zum 113. Geburtstag des Vereins wurde mit der Punkteteilung etwas versalzen. Schuld am ganzen Debakel und der Konfusion in den letzten Spielminuten war Schiedsrichter Frank Willenborg, der mit eigenartigen Entscheidungen und nicht nachvollziehbaren Freistößen, die er gab, für großen Unmut bei den Fürther Fans sorgte. „Blindschleiche“, rief meine Nachbarin zur Linken, ein Platz weiter fiel sogar der Satz: „Schiri, Du schwarze S…, kauf‘ Dir endlich eine Brille!“

Dabei fing die Partie am Freitagabend (vor leider nicht mal 7000 Zuschauern) gegen den SV Sandhausen vielversprechend an. Jurgen Gjasula, auf den das Team von Trainer Stefan Ruthenbeck jetzt vier Spiele verzichten musste, brachte wieder Feuer und Genauigkeit ins Spiel. Recht gute Aktionen führten zwar zu keinem Treffer, machten das Spiel jedoch kurzweilig. Die wenigen Fans im Gästeblock hatten akustisch wenig zu bieten, der Kleeblatt-Block 12 lief dagegen zu Hochform auf und erfreute das Stadion mit „Derbysieger“-Songs und lauten Anfeuerungsrufen für seine Elf. Trotzdem: Kein Tor in der ersten Halbzeit, auch kein Treffer bis zur 70. Minute. Erst ein Angriff von Khaled Narey, der sich in den Sandhäuser Strafraum gekämpft hatte, um dann den Ball wenige Meter vor der Grundlinie quer zu spielen, war die Basis für eine Chance. Das war dann auch die Stunde von Sebastian Freis, der den Ball locker zum 1:0 über die Linie schob.

Jetzt hieß es bei den Kleeblättern eigentlich nur noch, die drei Punkte zu halten. Ein Plan, den ihnen der Schiedsrichter gründlich durchkreuzte: Fouls am Torschützen Freis wurden nicht richtig erkannt und geahndet. „Schieber, Schieber“, skandierten die Kleeblattfans. Und auch Unruhe auf dem Spielfeld in der Nachspielzeit ist nie gut. Und so passierte es tatsächlich: Keeper Balazs Megyeri gab einen gefährlichen Ball souverän zurück ins Spielfeld, und Andrew Wooten ergatterte den Ball und erzielte den Ausgleich.

Kein gerechtes Ergebnis, die Laune der Kleeblattanhänger auf dem Nachhauseweg war dementsprechend. Es wurde geschimpft, und man ließ seinem Frust freien Lauf. Der Referée tat sicher gut daran, den Ronhof schnellstmöglich zu verlassen, denn so mancher Fürther Fan hatte einen echten Brass auf den angeblich „Unparteiischen“…

Schiedsrichterin geht wieder leer aus

SpVgg Greuther Fürth - MSV DuisburgÜber die Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus haben wir im Greuther-Weiber-Blog schon mehrfach geschrieben. Zuletzt als sie bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2015 eingesetzt wurde. Und ich erinnere an die kleine delikate Auseinandersetzung mit dem damaligen Bayern-München-Coach Pep Guardiola. Bibiana Steinhaus ist auch den Besuchern des Fürther Stadions keine Unbekannte – wie unser Foto vom Februar 2016 beweist.

Jetzt wurde vom Deutschen Fußball-Bund entschieden, dass Frau Steinhaus trotz guter Leistungen auch in Zukunft nicht in der 1. Fußball-Bundesliga der Männer pfeifen darf. Seit 2007 wird die 37 Jahre alte Polizistin aus Hannover als Schiedsrichterin in der 2. Liga eingesetzt, in der Bundesliga nur als Vierte Offizielle.
Einige Fans sehen in der Nicht-Berücksichtigung der einzigen Schiedsrichterin im Profifußball eine Benachteiligung. Bibiana wurde 2013 und 2015 als weltbeste Schiedsrichterin ausgezeichnet. Laut DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann liegt die Entscheidung gegen Steinhaus an den Leistungen in den vergangenen Spielzeiten. „Es steigen die auf, die über mehrere Spielzeiten auf konstant hohem Niveau gepfiffen haben. Das war bei Bibiana bislang eben nicht der Fall. In den beiden vorherigen Spielzeiten zählte sie zu den am schlechtesten bewerteten Schiedsrichtern der 2. Liga. Eigentlich war sie dem Abstieg nahe“, sagte er. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte, rücken statt Steinhaus zur Saison 2016/17 vier andere Schiedsrichter auf: Frank Willenborg, Robert Kampka, Harm Osmers und Benjamin Cortus.

Schade, ich hätte es Bibiana Steinhaus gegönnt, wenn sie in diese Männerdomäne aufgestiegen wäre. Uns hier in Fürth bleibt sie auf jeden Fall erhalten. Denn ebenso wie Frau Steinhaus spielt auch die Spielvereinigung in der nächsten Saison nur in der Zweiten Liga.

Leider nur 0:0!

Schön, in meiner vorübergehenden Heimat Bolsena von den Erfolgen des Kleeblatts zu hören bzw. zu lesen! Hoffen wir mal, dass es in den nächsten Wochen so weitergeht mit der Spielvereinigung!

Italien ist ja nun aber Gott sei Dank nicht gerade die Diaspora des Fußballs, und so muss ich hier nicht darben, was das Thema „calcio“ angeht. Die großen Spiele kann man natürlich im Fernsehen verfolgen, aber mich interessiert viel mehr, wie sich die Mannschaft von Bolsena so schlägt. Und da sie gestern zum ersten Heimspiel während meines bisherigen Aufenthalts im hiesigen „campo sportivo“ angetreten ist, habe ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, mir das Spiel Virtus Bolsena gegen Boreale (bei Rom) anzuschauen.

Virtus Bolsena (über die Mannschaft ist ja gerade ein Buch erschienen) spielt im „campionato di promozione“ in der Klasse „girone B“, was in etwa der Kreisklasse entspricht. Die traditionellen Farben der Mannschaft sind Gelb-Rot. Da muss ich mich als Kleeblattfan natürlich erst noch umgewöhnen, aber das dürfte kein großes Problem sein. Von der Tribüne auf dem „campo sportivo“ aus hat man nicht nur einen guten Blick aufs Spielfeld, sondern auch eine ansprechende Aussicht auf die herrliche Landschaft (siehe Foto).

Das Spiel gestern war jetzt nicht so prickelnd – es endete torlos 0:0. Bolsena liegt damit jetzt auf Platz 7, der Gegner auf Platz 9. Interessant war allerdings das Auftreten von Schiedsrichter („arbitro“) Ravaioli aus Tivoli. Er schien mir – und nicht nur mir, den Reaktionen auf der Tribüne nach zu urteilen – doch ziemlich parteiisch oder zumindest überfordert zu sein. In der 37. Minute stellte er den Virtus Bolsena-Spieler Pellegrini vom Platz – keiner wusste, warum. Wie sich herausstellte, war es wegen Beleidigung. Die Mannschaft von Bolsena ließ sich aber nicht beirren und spielte auch mit zehn Mann vor allem in der zweiten Halbzeit mehr Chancen heraus als der Gegner. Allerdings gab der „Unparteiische“ ein Tor für Bolsena nicht, er hatte wohl Abseits gesehen. Von meinem Platz aus konnte ich nicht genau beurteilen, ob zu Recht oder nicht. Die Zuschauer aus Bolsena jedenfalls murrten immer lautstärker gegen den Mann und verabschiedeten ihn mit wüsten Beschimpfungen. Da hätte ich gern mehr verstanden – aber dafür reicht mein Italienisch leider längst nicht.

Ein Punkt in Bremen – aber Augsburg gewinnt!

Das Kleeblatt bei Werder Bremen. „Sie können nur noch mit Anstand absteigen“ – so der Kommentar vieler Fans, mit denen ich im Laufe dieser Woche gesprochen habe. Naja, so pessimistisch muss man nicht sein.

Die erste Partie mit dem neuen Coach Frank Kramer begann vielversprechend mit zwei Superchancen für die SpVgg, die allerdings weder von Bernd Nehrig noch von Stephan Fürstner verwandelt werden konnten. Dann nichts wirklich Erwähneswertes in der ersten Halbzeit. Anpfiff zu den zweiten 45 Minuten: Der gerade von Bremen eingewechselte Aaron Hunt trifft nach fragwürdigem Elfmeter ins Tor von Max Grün. Und schon steht es 0:1. Die Kleeblätter (wie so oft) geschockt, waren sie doch eigentlich die bessere Mannschaft in der ersten Hälfte gewesen. Ein couragierter, offensiver Auftritt vor fast 40 000 Zuschauern, aber einmal mehr ohne Fortune. Dann das heiß ersehnte Tor in der  55. Minute durch Stephan Fürstner. Und die SpVgg dreht sieben Minuten später tatsächlich das Spiel: Durch einen direkten Freistoß aus 30 Metern Distanz trifft Thanos Petsos (Foto) mit einem sagenhaften Tor zum 2:1.
Aber wo Glück ist, kommt Pech schnell hinterhergetigert. Nach einem weiteren Foulelfmeter legt sich der Torschütze des ersten Bremer Tors – Aaron Hunt – zehn Minuten vor Ende der Partie den Ball zurecht, schießt dieses Mal ins andere Eck und schon ist die Partie wieder ausgeglichen. Grün war zwar dran, aber …
Und so endete das Spiel, das zwischenzeitlich viele Fürther Fans hoffen ließ, mit einem 2:2-Unentschieden. Dieses Ergebnis, das zum Teil aufgrund nicht nachvollziehbarer  Schiedsrichterentscheidungen zustandekam, bringt dem Kleeblatt unterm Strich nichts. Denn der FC Augsburg gewann gleichzeitig beim Hamburger SV und konnte seinen Relegationsplatz verteidigen. Der Abstand zwischen Kleeblatt und FCA ist auf neun Punkte angewachsen. Nicht mehr einzuholen?

War der Vollmond schuld?

Ich weiß schon, dass Frauen, die ihr Leben nach dem Mondkalender ausrichten, gern belächelt werden: Haare schneiden, Blumen gießen, Wäsche waschen – all das tun sie nur, wenn der Mond günstig steht bzw. die richtige Fülle hat. Davon bin ich zwar meilenweit entfernt. Aber dass der Mond zumindest in gewisser Weise unser Wohlbefinden beeinflusst, glaube ich schon. Wahrscheinlich hat also der Vollmond an diesem Samstag den Kleeblatt-Spielern eine unruhige Nacht beschert, und sie sind deshalb in der Partie gegen den SC Paderborn so müde an die Sache rangegangen.

Zeitweise hatte man während der ersten Halbzeit wirklich den Eindruck, die Jungs wären noch nicht aufgewacht. Von Energie war in der Paderborner „Energieteam-Arena“ rein gar nichts zu spüren – auch nicht seitens der Zuschauer: Gerade mal etwas über 6000 (rund 100 davon Fans aus Fürth) hatten sich ins Stadion geschleppt. – Vollmond, ich sag´s ja!. Die Mannschaft der Gastgeber kam immerhin etwas besser in die Gänge und bestimmte streckenweise das Geschehen. Vor allem Proschwitz wurde ein paarmal ganz schön gefährlich. Aber ein Spiel fürs Auge war die erste Hälfte mit Sicherheit nicht!

Offenbar gab es in der Kabine dann eine heftige Gardinenpredigt von Trainer Mike Büskens. Denn nach dem Seitenwechsel traten die Fürther ganz anders gegenüber den Ostwestfalen auf. Und das, obwohl kein einziger Spieler ausgetauscht worden war. Stephan Schröck, der schon kurz vor der Pause eine gute Chance herausgespielt hatte, und Christopher Nöthe sorgten für einen ansprechenden Start in die zweite Spielhälfte. Nöthe war es dann auch, der in der 59. Minute zum 1:0 einköpfte; bei diesem Spielstand blieb es dann bis zum Schluss. Und der ließ auf sich warten, denn der Schiedsrichter ließ aus unerfindlichen Gründen fast fünf Minuten nachspielen. Nöthe hat mit seinem heutigen Tor in dieser Saison – ebenso wie Olivier Occean – bisher drei Treffer erzielt. Occean dagegen hatte heute nicht seinen großen Tag; die erste gefährliche Situation konnte er in der 78. Minute herbeiführen.

Das bringt mich wieder zu meiner anfangs geäußerten Vermutung zurück: Der Vollmond hat heute alles ein wenig negativ beeinflusst (einschließlich Schiri). – Und sage mir jetzt bitte niemand, so was könne nur eine Frau schreiben!

Das Kleeblatt bleibt am Ball!

Als „Greuther-Weib“ kann ich mal wieder Interessantes vemelden: Schon im vergangenen Jahr habe ich über die attraktive Fifa-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus geschrieben, die nicht nur bei der Partie der SpVgg gegen den FSV Duisburg (Foto) vielen Spielern den Kopf verdreht hat. Jetzt wird der 32-Jährigen aufgrund ihrer guter Referee-Leistungen eine große Ehre zuteil: Sie wurde vom Fußball-Weltverband als eine von 16 Schiedsrichterinnen für die Frauen-Fußball-WM im Juni/Juli in Deutschland nominiert. Welche Spiele Frau Steinhaus dann pfeifen wird, wird natürlich erst später festgelegt.

Und jetzt noch zu dem Thema, das unseren Bloglesern vermutlich natürlich noch viel wichtiger ist als eine WM in zwei Monaten. Das Spiel gegen Paderborn hat die Spielvereinigung mit 2:0 gewonnen. Bei gutem Wetter fanden über 8.200 Zuschauer in die Trolli ARENA, um eine nicht ganz konzentriert wirkende Fürther Mannschaft anzufeuern. Wie so oft haperte es an verwandelten Torchancen, erst in der 57. Minute fiel durch den kurz vorher eingewechselten Burak Kaplan das ersehnte Führungstor. Und Leo Haas machte dann den 2:0-Sieg kurz vor dem Abpfiff perfekt.

Immerhin: Die Spielvereinigung liegt aktuell lediglich einen Punkt hinter dem Drittplatzierten VfL Bochum und hat sich ihre Anwartschaft auf den Aufstiegsplatz bewahrt. Schon am Gründonnerstag trifft die Ruhrpott-Elf auf Paderborn und muss vorlegen, damit sie nicht von den Kleeblättern überholt wird. Die spielen am Ostersamstag um 13 Uhr auswärts gegen 1860 München. Aber nicht vergessen: Erzgebirge Aue sitzt den Fürthern mit zwei Pünktchen Rückstand nach wie vor im Nacken. Es bleibt spannend!