Kein Ostergeschenk fürs Fürther Kleeblatt

Man kann neunzig Minuten guten Fußball spielen – und trotzdem mit 0:1 verlieren. Wie soll das gehen? Ganz einfach: Aufgrund eines einzigen Fehlers vonseiten der Spielvereinigung fiel das Tor für den VfL Bochum. Und drei mögliche Punkte waren für das Kleeblatt perdu.

Fußball am „heiligen“ Ostersonntag? Geschmackssache, aber mittlerweile im engen Zeitplan der Profivereine wohl unvermeidbar. Das Ruhrstadion in Bochum war trotzdem mit fast 11 500 Zuschauern passabel gefüllt, die angereisten Kleeblattfans drängten sich in der engen Fankurve (Foto). Aber sie machten – wie so oft – positive und lautstarke Stimmung für ihr Team. Das Spiel startete mit deutlichen Vorteilen für die Gäste, Robert Zulj, Jurgen Gjasula und Khaled Narey hatten einige ganz vielversprechende Ansätze. Doch das Verhängnis ereignete sich dann in der 18. Spielminute: Sercan Sararer spielt einen völlig verunglückten Rückpass direkt in den Lauf des Ex-Kleeblatts Johannes Wurtz. Der zieht vor Keeper Balazs Megyeri erst nach außen und gibt dann quer ins Zentrum. Dort lässt sich Thomas Eisfeld nicht lange bitten und schiebt den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 ins Fürther Tor. Der Führungstreffer schien das Kleeblatt nicht groß zu beeindrucken, aber die Zahl der Fehlpässe nahm nach dem Bochumer Führungstor zu – auf beiden Seiten.
Nach der Halbzeitpause gelingen der SpVgg bis zum Strafraum ganz gute Kombinationen, aber je näher die Kleeblätter sich dem gegnerischen Tor nähern, desto einfallsloser und schlampiger agieren sie. Nach dem Wechsel in der 60. Minute für den angeschlagenen Robert Zulj hat Veton Berisha eine supergute Chance: Er läuft beherzt mit der Kugel aufs Tor zu und möchte sich den Ball für den entscheidenen Schuss zurechtlegen. Aber der Bochumer Tormann Manuel Riemann macht dem Norweger einen Strich durch die Rechnung. Symptomatisch für die heutige Partie. Beide Keeper liefern als „spielende Torleute“ eine sehenswerte Leistung und vereiteln weitere Tore. Ein Highlight war außerdem Marcel Franke, der mögliche Chancen des VfL kurz vor dem Vollzug mit fairen Mitteln vereitelte.

Die Partie ging für das Kleeblatt etwas unglücklich mit 0:1 zu Ende. Die Mannschaft ist offensiv einfach zu harmlos und verlor heute zum zweiten Mal in Folge. Nach fünf Unentschieden hintereinander gewann der VfL Bochum wieder einmal ein Spiel und schiebt sich auf den neunten Tabellenplatz nach oben. Die Spielvereinigung bleibt weiter auf Rang sechs, sie ist mit 40 Punkten allerdings 14 Zähler vom Relegationsrang entfernt. Fazit: Die Zweitliga-Saison wird fürs Kleeblatt wohl trotz zunehmend guter Mannschaftsleistung auf einem mittleren Platz zu Ende gehen. Die Fürther empfangen bereits am Freitag (18.30 Uhr) Dynamo Dresden zu Hause im Ronhof.

Zitterpartie für Fürther Fans und Trainer

SpVgg Greuther Fürth - VfL BochumUff! Erst mal durchatmen! Diese letzten Minuten in der Partie gegen den VfL Bochum haben uns Greuther-Weiber wirklich Nerven gekostet! Das war ein Fußball-Thriller erster Güte, und Schiedsrichter Daniel Schlager wollte uns einfach nicht durch den Schlusspfiff erlösen… Zum Glück hatte die Geschichte dann doch einen (verdienten!) guten Ausgang. Und das in mehrfacher Hinsicht: Erstens hat die Spielvereinigung nach fünf Liga-Spielen (davon vier Niederlagen in Folge!) mit dem heutigen 2:1 endlich wieder einen Sieg eingefahren, und zwar – fast schon ein Wunder! – zu Hause im Sportpark Ronhof. Zweitens: Trainer Stefan Ruthenbeck bleibt dem Kleeblatt damit Gott sei Dank erhalten.

Der Begegnung mit der Mannschaft aus dem Revier lag eine äußerst interessante Konstellation zugrunde. Das beginnt damit, dass Gertjan Verbeek als ehemaliger Trainer des 1. FC Nürnberg für Fürth sowieso ein rotes Tuch ist. Dann stammt er zusätzlich aus den Niederlanden. Auf der fußballerischen Intimfeindschaft zwischen Deutschland und Holland muss man in einem Blog wie diesem nicht groß herumreiten – aber sie existiert nun mal! Schließlich liefen heute im Ronhof mit Marco Stiepermann, Johannes Wurtz und Tom Weilandt gleich drei gute Ex-Fürther Spieler auf. Sie kennen die Verhältnsse hier aus dem Effeff, was sicher nicht von Nachteil für ihren jetzigen Verein gewesen sein dürfte. Und ausgerechnet Stiepermann war über weite Strecken der herausragende Mann beim VfL Bochum, von Weilandt dagegen spürte man nicht viel.

Spannende Voraussetzungen also für das heutige Spiel, an das alle Kleeblattfans hohe Erwartungen knüpften. Und spannend sollte es von der ersten Minute an auch werden. Fürth begann ungeheuer druckvoll und sehr offensiv. Einige gute Chancen konnten jedoch – wieder einmal, muss man leider sagen! – nicht in Treffer umgemünzt werden. Dann schien es eine Zeit lang, als sei den Kleeblättern die Puste ausgegangen. Sie zogen sich in die eigene Hälfte zurück, was die Bochumer postwendend damit beantworteten, dass sie das Spiel an sich rissen. Doch die Hausherren schöpften neue Kraft und zeigten lobenswerten Einsatz. Sicher galt der vor allem Trainer Stefan Ruthenbeck, dessen Schicksal an einem dünnen Faden (nämlich dem Ausgang des heutigen Spiels) hing. Die Top-Einstellung der Mannschaft ließ sich vor der Pause zwar nicht mehr in Tore verwandeln, aber sie sendete wichtige Signale zur Trainerbank aus.

So gut wie selten aufeinander eingespielt zeigten sich Veton Berisha und Sercan Sararer. Das Motto „Gemeinsam“, das auf einem Transparent der Kleeblatt-Anhänger zu lesen war (Foto), wurde zum alles bestimmenden Leitfaden dieser Partie, die nach dem Seitenwechsel schnell wieder an Fahrt aufnahm. Für den am Knie verletzten Kapitän Marco Caligiuri brachte Ruthenbeck Bolly ins Spiel, was sich als durchaus geschickter Zug erweisen sollte. Die zwei umjubelten Treffer des Tages gelangen aber Sebastian Freis (51.) und Sercan Sararer (82.), und beide Male hatte Benedikt Kirsch seine Hand – respektive seinen Fuß – direkt davor mit ihm Spiel. Allerdings gab es nach dem 1:1-Ausgleich für den VfL durch den von Verbeek goldrichtig eingewechselten Gündüz (67.) für die Fürther noch einige Angstmomente zu überstehen. Und selbst die 2:1-Führung war bis zur letzten Sekunde in Gefahr, vor allem weil die Nachspielzeit von eigentlich drei Minuten sich beinahe verdoppelte.

Wie gesagt: eine wahre Zitterpartie für die Kleeblattfans. So etwas kostet Nervennahrung! Und die werden wir in ungefähr zwei Stunden beim Pfefferkarpfen-Essen mit Freunden sicher ausreichend bekommen.

Sararers Streicheleinheit für die Eckfahne

Nach dem verlorenen Halbfinalspiel gegen Borussia Dortmund im März 2012 hat es die Spielvereinigung im DFB-Pokal nie weiter als bis zur zweiten Runde gebracht. Bis heute! Durch das Tor in der 90. Minute von Veton Berisha (nach einem leidenschaftlich erkämpften Angriff) gewann das Kleeblatt mit 2:1 gegen den Erstligisten Mainz 05.

Die Partie hatte über weite Phasen den Charakter eines Freundschaftspiels: harmlos, ohne Fouls, beide Teams agierten auf Augenhöhe. Bis in der 68. Minute das Tor für die Rheinhessen fiel. Jhon Cordoba war wenige Minuten vorher eingewechselt worden. Yunus Malli zirkelte einen Eckball von links an den Fünfmeterraum, wo eben dieser Cordoba höher als Franke hochschnellte und mit Unterstützung des linken Innenpfostens das Tor machte. Schade fürs Kleeblatt, trotzdem liefen die Fans im Ronhof zur Hochform auf. Leider waren insgesamt nur knapp 6.000 Zuschauer im Stadion – sicherlich der frühen Anstoßzeit geschuldet.

Also, 1:0 für die Gäste. Es plätscherte erst mal weiter dahin. Ein unnötiger Ballverlust der Mainzer, die genau auf Narey spielten, leitete den Ausgleich ein! Veton Berisha gab an Sercan Sararer ab, der im Strafraum aufgetaucht war und den Ausgleich machte. Ausgerechnet Sararer (Foto), der nach seinem Aussetzer am Wochenende gegen Tabellenführer Eintracht Braunschweig – als er wutentbrannt die Eckfahne umkickte, was mit Gelb-Rot geahndet wurde – heute seinen Fehler mehr als wettgemacht hat. Als Zeichen für seine „Reue“ lief Sararer nach dem Tor zur Eckfahne und streichelte sie liebevoll.

1:1 – das roch ziemlich nach Verlängerung. Die Ballbesitzquote war übrigens zu diesem Zeitpunkt 33 Prozent : 67 Prozent für die Rheinhessen. Weder die Spielvereinigung noch die Mainzer Gäste rechneten noch mit einer Glanzleistung von Veton Berisha. Er, der immer viele Pässe an den Gegner verliert, der rackert und sich abtut, aber oft ins Leere rennt, ausgerechnet Veton wird zum Helden dieses Pokalabends. In der 90. Minute läuft er aus der eigenen Hälfte in den gegnerischen Strafraum. Er will zum Teamkollegen passen, Sercan Dursuns Schuss wird geblockt, pfeilgenau zurück auf den Norweger Berisha, der aus zentraler Position souverän ins Tor trifft.

Ihm ist es auf jeden Fall zu gönnen. Wie der gesamten Spielvereinigung. Der 2:1-Sieg katapultiert das Kleeblatt ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Und sichert Trainer Stefan Ruthenbeck hoffentlich (vorerst) seinen Trainerjob. Gut, denn diese unnötigen Trainerdiskussionen bringen in die Mannschaft nur Unruhe.

Denkwürdiger 24. Juni 2016

Trainingsauftakt SpVgg Greuther FürthEin denkwürdiger Tag, dieser 24. Juni 2016. Nicht wegen des plötzlichen Hitzeeinfalls in Deutschland. Ich meine wegen des für mich überraschenden Ergebnisses in Großbritannien, das für den BREXIT gestimmt hat. Schade.

Im Vergleich dazu sind die Neuigkeiten bei der Spielvereinigung eher marginal: Vier neue Torleute hat der Verein angeheuert, sie werden der aktuellen Nummer Eins – Sebastian Mielitz – unter Umständen das Leben und seinen Status als Haupt-Keeper schwer machen. Wobei ich die Leistung von Mielitz in der vergangenen Spielzeit von Monat zu Monat immer besser fand.

Erfreulich ist, dass Sercan Sararer zum Kleeblatt zurückkehrt. Der 26-Jährige stand gestern beim Trainingsauftakt  (Foto) schon mit auf dem Platz. Sercan Sararer hat seinen Vertrag bei Fortuna Düsseldorf aufgelöst und einen Zweijahreskontrakt bei der Spielvereinigung unterschrieben. Dort wurde er in der Jugend ausgebildet und absolvierte später 108 Ligaspiele für die Profis, dabei erzielte er 20 Tore. In der vergangenen Saison schoss Sararer bei den Nordrhein-Westfalen  in 24 Spielen drei Tore und es gelangen ihm acht Vorlagen. Die Rückkehr des Urgesteins der SpVgg wird auf jeden Fall der Mannschaft einen positiven mentalen Impuls geben.

Auch der neue Außenstürmer Mathis Bolly war zuletzt bei Fortuna Düsseldorf und kam dort auf sieben Einsätze in der Bundesliga und 43 Einsätze in Liga zwei. Dabei erzielte er sechs Tore und drei Vorlagen. In Fürth erhält Mathis Bolly einen Zweijahresvertrag. Ein weiterer Neuzugang ist Khaled Narey von Borussia Dortmund. Der Rechtsverteidiger erhält beim Kleeblatt einen Dreijahresvertrag. Zuletzt war der 21-Jährige an den SC Paderborn ausgeliehen.

Alle Kleeblattfans sollten den heutigen Tag genießen und vielleicht dem Kleeblattstand auf dem Fürther Grafflmarkt einen Besuch abstatten. Ihr findet ihn mit Fanrtikeln zum Sonderpreis am Freitag von 16 bis 22 Uhr und am Samstag von 9 bis 16 Uhr auf dem Grünen Markt, direkt vor dem Schauhaus. Morgen findet das Classic Open Air Konzert im Stadtpark statt. Und am Sonntag, 26.Juni, heißt es dann ab 18 Uhr der Deutschen Nationalmannschaft Daumen drücken im Achtelfinalspiel gegen die Slowakei. Mein Tipp: 3:1 für die Mannschaft von Jogi Löw.

Das wird ein spannender Freitagabend!

Fortuna Düsseldorf heißt der nächste Gegner der Spielvereinigung am 13. Spieltag kommenden Freitag. Eben diese Mannschaft wurde gestern Abend im DFB-Pokal kräftig abgewatscht. Von wem? Ausgerechnet vom 1. FC Nürnberg! Der Club ist bekanntlich in dieser Saison kaum besser oder schlechter als das Kleeblatt. Aber das 5:1 gegen Fortuna Düsseldorf lässt aufhorchen.
Man sagt ja oft, dass Pokalspiele ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten haben. So auch gestern: Da gewinnt die Bundesliga-Aufsteigertruppe SV Darmstadt mit 2:1 gegen das Urgestein Hannover 96. Und der Regionalligist SpVgg Unterhaching katapultiert den zielstrebigen RasenBallsport Leipzig locker mit 3:0 aus dem weiteren Pokalgeschehen.

Am Freitag steht fürs Kleeblatt also die Zweitliga-Begegnung gegen Fortuna Düsseldorf auf dem Programm. Interessant wird es vor allem auch, weil drei ehemalige Akteure der Spielvereinigung das Kleeblatt in der Esprit-Arena empfangen. Allen voran der aktuelle Trainer der Düsseldorfer, Frank Kramer, der im Februar 2015 nach zwei Spielzeiten als Kleeblatt-Cheftrainer beurlaubt und durch seinen Vorgänger Mike Büskens ersetzt wurde. Dann der jetzige Sportdirektor der Düsseldorfer, Rachid Azzouzi, der als Spieler und Sportmanager bei der SpVgg arbeitete. Außerdem wird es am Freitag vermutlich zum Wiedersehen mit Sercan Sararer kommen, der zwischen 2008 und 2013 bei 115 Profi-Einsätzen fürs Kleeblatt auflief und dabei 25 Tore für seinen Verein erzielte.

Also: Die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf ist am Freitag nach der Pokalschlappe geschwächt und frustriert. Das Kleeblatt ist nach seinem 1:0-Sieg gegen den TSV 1860 München hochmotiviert. Seit 1929 kam es zu insgesamt 20 Duellen zwischen der SpVgg und Fortuna Düsseldorf. Mit sechs Kleeblatt-Siegen, sechs Unentschieden und acht Erfolgen für die Düsseldorfer ist die Bilanz nahezu ausgeglichen. Allerdings konnte die Spielvereinigung aus den letzten drei Aufeinandertreffen mit den Fortunen sieben Punkte mitnehmen. Da müsste also ein Fürther Sieg auf jeden Fall drin sein!