Kleeblatt im Aufstiegsrausch

Das Wetter war weniger erstligatauglich als angekündigt, aber was ein echter Kleeblatt-Fan ist, den juckt das wenig. Die Stimmung in der mit 15 500 Zuschauern komplett ausverkauften Trolli ARENA war beim letzten Heimspiel in dieser Saison gigantisch. Mich hat besonders gefreut, dass Campino von den „Toten Hosen“ den Weg nach Fürth gefunden hatte. Er ist wohl der bekannteste Fan des heutigen Kleeblatt-Gegners, Fortuna Düsseldorf. Ich finde: Der aktuelle Tote-Hosen-Song bringt die derzeitigen Gefühle aller Fürther auf den Punkt und könnte auch hier zur neuen Hymne avancieren:

„An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit.
An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit,
wünsch ich mir Unendlichkeit.“

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Die Spielvereinigung hat von Beginn an das Geschehen auf dem Spielfeld klar dominiert. Die Bedenken, dass die ganze Mannschaft geistig schon mehr bei der Aufstiegsfeier sein könnte, traf nicht zu. Das Team spielte konzentriert und angriffslustig, wirklich erstklassig. Aber erst in der 33. Minute traf Christopher Nöthe nach einer tollen Vorlage von Sercan Sararer endlich zum 1:0. Übrigens der 12. Saisontreffer für Nöthe. Bis zur Halbzeit hätte das Kleeblatt mit guten Chancen von Asamoah und Pektürk den Vorsprung noch erhöhen könne, aber was soll’s?
In der zweiten Halbzeit hätten mehrere Tore für das Kleeblatt fallen können, aber die Fürther schafften es nicht, totsichere Chancen zu nutzen. Die Quittung kassierte die SpVgg dann auch prompt in der 60. Minute mit dem Ausgleichstor der Fortunen.

Fazit: Campino wird sich freuen, dass seine Fortunen mit dem 1:1 noch Chancen auf den Relegationsplatz haben. Ich gönne es ihm. Und die Kleeblatt-Fans sind begeistert, dass die Frankfurter Eintracht zu Hause mit 0:2 gegen 1860 München verloren hat. Damit hat die SpVgg bis zum letzten Spiel am 6. Mai in Rostock mit einem Punkt Vorsprung den ersten Tabellenplatz zurückerobert.
Jetzt steht einer ausgiebigen Feier in der Fürther Innenstadt nichts mehr im Wege: Autokorso – Rathausbalkon – Gustavstraße. Es werden 35 ooo Leute erwartet. Das wird eine lange Nacht!

Klasse-Leistung – aber wir fahren nicht nach Berlin!

Wenn das kein Pech war? Die Fürther Fans im Ronhof feierten beim DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund enthusiastisch – und waren letztendlich am Boden zerstört. Die Spielvereinigung hat sich in der regulären Spielzeit und auch in der Verlängerung toll geschlagen. Sie spielte auf Augenhöhe mit dem amtierenden Deutschen Meister und demonstrierte, dass sie sich in der ersten Bundesliga sehen lassen kann.
Aber das tragische Tor in der 120. Minute durch den Ex-Clubberer Ilkay Gündogan hat sämtliche Pokalträume der Kleeblätter platzen lassen. „So ist der Sport“, kommentierte BVB-Trainer Jürgen Klopp den Sieg seiner Mannschaft lapidar. Klar, aber was die Spielvereinigung über fast zwei Stunden im Ronhof gezeigt hat, war erste Sahne. Sie hatte kaum Probleme, dem Tabellenführer der Ersten Bundesliga Paroli zu bieten. Von Beginn an versuchten die Kleeblätter, das Spiel des BVB nicht rund laufen zu lassen. Olivier Occean, Sercan Sararer und Felix Klaus hatten mehrere gute Chancen, ein überraschendes Tor zu schießen, konnten sie aber nicht verwandeln. Der Fürther Keeper Max Grün verhinderte – wie so oft – gute Torchancen des BVB. Das Auswechseln des Torhüters gegen Jasmin Fejzic in der 117. Minute wird zu diskutieren sein. Trainer Mike Büskens hatte ihn wohl im Hinblick auf das bevorstehende Elfmeterschießen eingewechselt. Ein Fehler? Keine Ahnung. Aber eben eine jener Entscheidungen, die in den nächsten Wochen überall in Fürth hitzig kommentiert werden. Hätte er das tun sollen? Trainer-Fehlentscheidung? Ich denke: nein. Gündogan knallt den Ball an den linken Pfosten. Dann prallt Fejzic der Ball an den Rücken und gelangt ins Tor – in der letzten Minuten der Verlängerung. Das war einfach schade. Dortmund hat das typische „Bayern-Glück“ auf seiner Seite gehabt: das Siegtor in der letzten Minute. Und damit ist die Chose gewonnen!
Nehmen wir doch einfach die 119 Minuten, in denen sich der Zweitligist bravourös geschlagen hat. Das Kleeblatt kämpfte und hat bewiesen, dass es eine hervorragende Abwehr und auch im Angriff Power hat. Das passt doch. Was wollen wir mehr?
Das Spiel war ein Beweis dafür, dass die SpVgg auf dem richtigen Weg ist. Die Mannschaft kann sportlich mit anderen Mannschaften der ersten Liga mithalten. Ob sie das in der nächsten Saison unter Beweis stellen darf, wird sich zeigen.
Haken wir den DFB-Pokal ab, nehmen wir das nächste Spiel am Samstag gegen den Karlsruher SC ins Visier. Jetzt heißt es, sich auf den Aufstieg zu konzentrieren.
Die heutige Niederlage war eines der wichtigsten, besten und erfolgreichsten Spiele der Spielvereinigung. Es war für die Fans in der Trolli ARENA ein unvergessliches Erlebnis. Und was wollen wir mehr?

Arbeitssieg gegen Alemannia Aachen

Das war ja ein echt torarmer Abend bei den drei Spielen in der zweiten Bundesliga! Drei Begegnungen, drei Tore. Gott sei Dank keines für den SC Paderborn, sonst hätte es in Fürth Heulen und Zähneklappern gegeben. Die Kleeblätter hatten gegen Alemannia Aachen einige reelle Torchancen, von denen letztendlich nur Torjäger Olivier Occean eine verwerten konnte. Sein 1:0 in der 29. Minute sollte bis zum Ende bestehen bleiben. Und das hat der Spielvereinigung auch am 25. Spieltag die Tabellenführung gesichert.

Immerhin 11 300 Zuschauer waren in die Trolli ARENA gekommen – allerdings erst nach und nach. Denn der Termin am Freitag um 18 Uhr ist eben keine gerade zuschauerfreundliche Zeit. Auch wenn man mit Werbeaktionen versucht, Unternehmer und Arbeitgeber in Fürth zu motivieren, ihre Mitarbeiter früher ins Wochenende zu schicken, damit die ins Stadion können. Am Sonntag Nachmittag sähe es im Ronhof ganz anders aus.

Insgesamt hatte die Partie eher den Charakter eines Arbeitssieges für das Kleeblatt. Mir hat Sercan Sararer heute gut gefallen. Er hat frech und schnell den gegnerischen Torraum unsicher gemacht, aber leider keine seiner Aktionen in ein Tor umwandeln können. Unschön waren für mich die giftigen Unsauberkeiten und Fouls der Aachener. Da kocht oft die Emotionalität hoch, das ist zwar für die Zuschauer kurzweilig, aber für meinen Geschmack unnötig. Besonders unerfreulich das Foul an Stephan Schröck in der 19. Minute (Foto), er wurde dann später durch Pektürk ersetzt. Und Schiedsrichter Markus Schmidt führte nach meinem Geschmack ziemlich Aachen-lastig. Ungerechte Gelbe Karten für Fürther Spieler, keine Sanktionen für Fouls der Alemannen.

Insgesamt kein spektakuläres Spiel. Das Kleeblatt zeichnet aber inzwischen aus, dass es jetzt auch Begegnungen mit schwächeren Gegnern, die es früher oft verloren hat,  gewinnt. Unterm Strich zählt jedes Pünktchen – heute haben die Fürther derer drei verbuchen können. Und nur das zählt!

 

 

Kleeblatt weiter in der Erfolgspur

So allmählich müssen auch die größten Skeptiker zugeben: Die Spielvereinigung spielt außerordentlich erfolgreich, und ein Aufstieg in die Bundesliga ist gar nicht mehr so abwegig. 29 Punkte und neun Siege sind ein unzweideutiges Indiz dafür, dass die Mannschaft nicht nur Glück hat – was man natürlich benötigt -, sondern durch ihre sportliche Leistung und ein selbstbewusstes Auftreten besticht.

Mike Büskens war nach der Ära Benno Möhlmann mit Sicherheit ein Glücksgriff von Präsident Helmut Hack – er ist der richtige Coach für die Kleeblatt-Elf. Ihn zeichnen Talent und Gespür dafür aus, seine Spieler zu motivieren und zu trainieren. Die Stimmung im Fürther Team ist nicht von Alleingängen einiger weniger Stars geprägt, sondern von einem Teamgeist, der auch für die Zuschauer im Ronhof spürbar ist. Belohnt wird das mit steigenden Besucherzahlen.

In der heutigen Partie gegen Energie Cottbus im „Stadion der Freundschaft“ hatte die SpVgg keine allzu harte Nuss zu knacken. Olivier Occean sorgte einen Tag vor seinem 30. Geburtstag in der 21. Minute nach einem gekonnten  Linksschuss von Bernd Nehrig für die Führung. Und er leitete dann auch das 2:0 in der 73. Minute ein: Er fing den Ball nach einer missglückten Aktion der Cottbusser ab, sprintete nach vorne und flankte von der linken Grundlinie nach hinten zu Sercan Sararer.

Die Spielvereinigung konnte mit dem 2:0-Sieg die Tabellenführung zurückerobern. Auch wenn  die Frankfurter Eintracht im Sonntagsspiel gegen den MSV Duisburg gewinnen sollte: Sie kann den Kleeblättern den ersten Platz nicht streitig machen.
Die sind dann schon am Dienstag, 25. Oktober, wieder gefordert. Sie treffen im DFB-Pokal zu Hause auf den SC Paderborn und wollen mit einem Sieg das Ticket für die 3. Runde lösen. Und am 13. Spieltag erwarten sie – an Halloween! – die Eintracht aus Braunschweig in der Trolli-ARENA.

Apfelmarkt oder Kleeblatt – eine Gewissensfrage

Geniales Spätherbstwetter beim Apfelmarkt im Fürther Stadtpark. Tausende Menschen informieren sich über Pinova, Renette und alte Birnensorten, probieren fränkischen Apfel-Secco und essen Apfel-Streuselkuchen. Nur wenige Kilometer weiter versucht zeitgleich die Spielvereinigung die Tabellenführung der 2. Bundesliga, die seit Freitag die Eintracht aus Frankfurt inne hat, wieder zurück zu erobern. Die Trolli ARENA ist mit über 10.500 Zuschauern gut besucht –  nach der längeren Kärwa-/Länderspiel-Pause aber auch keine Überraschung, dass es heute die echten Kleeblatt-Fans nicht zu Hause hält.
Die erste Halbzeit verläuft dann völlig anders als erwartet. Das Team von Erzgebirge Aue agiert geschlossener und selbstbewusster als erwartet. Die erste echte Torchance in der 30. Spielminute geht dann auch auf das Konto der Gäste. Der Torschuss scheitert allerdings am Fürther Keeper Max Grün. Dann fällt endlich in der 41. Minute das ersehnte erste Tor für die SpVgg durch Milorad Pekovic. Er hatte kurz zuvor eine gelbe Karte erhalten. Nach der Halbzeitpause schießt in Minute 58 Sercan Sararer das zweite Kleeblatt-Tor. Ab dem Moment hat das Kleeblatt einige vielversprechende Chancen, aber das dritte Tor will einfach nicht mehr gelingen.
Insgesamt eine ganz interessante Begegnung im Ronhof. Bei tollem Wetter kämpft sich die Spielvereinigung wieder an die Tabellenspitze. Und zum Apfelmarkt konnte man ja nach gewonnenem Spiel immer noch gehen.

 

Fürth feiert Schützenfest

Während in der Heimat beim „Frühschoppen“ nach dem Sommernachtsball im Stadtpark der Bär tanzte, musste das Kleeblatt zur ersten Pokalbegegnung in den hohen Norden fahren. Es wurde ein erfolgreicher Nachmittag für die Spielvereinigung: Sie trat gegen den Sechstligisten Eimsbütteler TV im Stadion „Hohe Lust“ in Hamburg an – und gewann mit 10:0 Toren! Der erhoffte Kantersieg fand statt, eine nicht auszudenkende Blamage blieb (Gott sei Dank oder natürlich?) aus.

Der Zweitligist gegen ein verstärktes A-Jugend-Team: Bei den Gastgebern sind gleich neun Spieler Jahrgang 1993, Hitscher ist mit seinen 23 Jahren der Zweitälteste. Am meisten Erfahrung vorweisen konnte  der 30-jährige Rosmanith. Warum das so ist? Lesen Sie/lest dazu unseren Blogbeitrag!

Die Partie war von Anbeginn vom Kleeblatt dominiert. Trotzdem dauerte es 17 Minuten, bis Mavraj das erste Tor schoss. Dann kam Sararer in der 19. und 25. Minute zum Zuge. Halbzeitstand 3:0. In der zweiten Hälfte ging es fast Schlag auf Schlag: 54., 66., 70., 76., 80. Minute usw. Am häufigsten konnten Sararer (vier Mal) und Tyrala (zwei Mal) einlochen. Für die Zuschauer sind solche Schützenfeste natürlich toll – in Hamburg waren es 2000, die ins Stadtion kamen -, aber nur, wenn die eigene Mannschaft gewinnt. Viele Fürther Fans hatten den Weg nach Hamburg nicht gefunden. Vermutlich fanden die meisten den Gegner zu leicht, vielleicht war das erste Ferienwochenende in Bayern auch kein idealer Zeitpunkt.

Für die Spielvereinigung ist das Ergebnis hochmotivierend. Am Samstag, 6. August, empfängt die Truppe von Trainer Mike Büskens um 13 Uhr den Aufsteiger Dynamo Dresden. Da werden wohl keine 10 Tore fallen – leider!!!