Sascha Burchert als Unglücksrabe Hans Huckebein

Er war schon in der letzten Saison oft der Retter fürs Kleeblatt – hatte auch großen Anteil daran, dass Fürth der Abstieg erspart blieb -, und auch in der jetzigen Spielzeit zeigte er eine ganze Reihe von Glanzparaden: Keeper Sascha Burchert. Heute, in der Partie gegen Darmstadt 98, leistete er sich einen Lapsus, der ihn selbst wohl am allermeisten gewurmt hat. Aus unerfindlichen Gründen ließ er einen ziemlichen schwachen Schuss von Tobias Kempe erst unter seinen Armen, dann unter den Beinen durchlaufen, direkt in seinen Kasten hinein. Burchert war völlig perplex und sichtlich mehr als verärgert über dieses unnötige Gegentor (Foto: Sportfoto Zink). Ob dieser Moment der Unkonzentriertheit eine Folge davon war, dass Burchert ein paar Minuten vorher zu Boden gegangen war, nachdem Richard Magyar bei einer Abwehraktion regelrecht in den Keeper hineingeflogen war und ihn kurz außer Gefecht gesetzt hatte?

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Jedenfalls gingen die Lilien mit 1:0 in Führung (23.), was zu diesem Zeitpunkt aber insgesamt in Ordung ging. Die Spielvereinigung hatte sich bis dahin keine wirklich gute Chance herausgespielt. Weder Daniel Keita-Ruel noch Tobias Mohr, die bislang erfolgreichsten Kleeblatt Torschützen in der Spielzeit 2018/19, sorgten für einen wirklich gefährlichen Torabschluss. weiter lesen

Serdar Dursun: „Lilienfans sind überragend“

Vor gut zwei Wochen haben wir in unserem Greuther-Weiber-Blog darüber geschrieben, dass Khaled Narey nach dem Wechsel zum Bundesliga-Absteiger Hamburger SV zum erfolgreichen Torschützen avancierte. Heute nun möchte ich einen weiteren Ex-Kleeblatt-Spieler in den Blickpunkt rücken, der sich nach dem Weggang aus Fürth Ende Juli 2018 zum Tormacher entwickelt: Serdar Dursun.
Der SV Darmstadt 98 hat mit sechs Punkten nach drei Spielen einen guten Zweitliga-Start hingelegt. Einen gehörigen Anteil daran hat zweifelsohne Serdar Dursun. Der neue Angreifer der Lilien sorgte im Alleingang für den 1:0-Auftaktsieg gegen Paderborn. Beim letzten Zweitligaspiel am vergangenen Freitag erzielte Dursun für seinen neuen Verein einen weiteren Treffer. Nach einem Assist für seinen Teamkollegen Marcel Heller gelang Serdar Dursun in der 74. Spielminute sein eigenes Tor: Er drückte eine abgefälschte Flanke von Heller mit dem Bauch zum 2:0 in den Kasten von MSV Duisburg. Die Partie endete für die Lilien mit 3:0 – sie stehen damit aktuell auf dem vierten Tabellenplatz (die Spielvereinigung auf Platz acht).

Ich gönne es Serdar Dursun natürlich, dass er sich in Darmstadt wohlfühlt (ein mögliches Engagement bei Erzgebirge Aue hatte er ja nach einem Stadtspaziergang mit seiner Frau ausgeschlossen), sich dort nach wenigen Wochen offenbar gut eingelebt hat und vom Comeback des Vereins in die Bundesliga träumt. Nicht ganz kann ich seine Bemerkungen über die Darmstädter Zuschauer nachvollziehen: „Die Lilienfans sind echt überragend“, sagte Dursun über das Publikum (so im kicker zu lesen), „besonders nach dem 1:0 sind sie noch mal explodiert, das hat uns noch mal richtig gepusht. Da gehen die Sprints direkt leichter.“ Die sehr lautstarken und engagierten Kleeblattfans waren Dursun offenbar nicht Motivation genug? Auf dem Foto (Sportfoto Zink) vom Januar 2018 klatscht Dursun nach dem Spiel gegen Holstein Kiel mit Fürther Fans ab. Immerhin gelangen Dursun in 59 Spielen für die SpVgg 13 Tore, im März 2017 war sein Vertrag verlängert worden, zu diesem Zeitpunkt war er mit acht Ligatreffern der beste Torschütze der Mannschaft. Warum hat Dursun sich in den letzten Monaten in Fürth nicht mehr wirklich „reingehängt“? An mangelnder Unterstützung der Fans kann es wohl kaum gelegen haben, oder?
Ein Video-Statement von Serdar Dursun  – auch zur Atmosphäre im Stadion am Böllenfalltor – in der Hessenschau findet Ihr hier.

Daniel Keita-Ruel in der Elf des Tages

Das Kleeblatt hat einen tollen Start in die neue Saison 2018/19 hingelegt: Der 3:1-Sieg zu Hause im Ronhof gegen den SV Sandhausen war Labsal für die geschundene Fürther-Fußball-Seele. Allen Zuschauern und den Spielern ist ein Stein vom Herzen gefallen, denn das Kleeblatt hat demonstriert, dass es wieder Tore schießen kann. Und die Mannschaft liegt aktuell auf dem zweiten Tabellenrang!

Heute hat nun das Sportmagazin kicker die Elf des ersten Spieltages der Zweiten Liga zusammengestellt. Und hier tauchen ein Neu-Fürther sowie ein Ex-Fürther auf. Daniel Keita-Ruel ist seit dem 1. Juli 2018 ein Kleeblatt und hat es am Samstag bei seinem ersten Einsatz für die SpVgg auf Anhieb geschafft, zwei Tore zu schießen (eines davon ein Elfmeter). Der andere Stürmer, der es in die kicker-Elf des Tages geschafft hat, heißt Serdar Dursun. Er wechselte ganz knapp vor dem Saisonstart am 1. August zum Zweitligisten SV Darmstadt 98. Und dann erzielt Dursun bei der gestrigen Partie gegen den SC Paderborn das einzige Tor für die Lilien. Soso, hier in Fürth konnte er nichts reißen. Und kaum ist er bei einem anderen Verein, schon klappt’s mit dem Toreschießen. Aber das kennen wir hier in Fürth ja schon! Ich erinnere beispielsweise an Niclas Füllkrug oder Lasse Sobiech. Fällt Euch auch noch jemand ein?

Kleeblatt Dursun will kein Veilchen werden

Fürths Stürmer Serdar Dursun wird also kein „Veilchen“. Nach Informationen der „Bild“, waren sich die Spielvereinigung und der FC Erzgebirge Aue über einen Wechsel zwar einig, doch offenbar wollte der 26-Jährige nach einem Besuch im Erzgebirge nicht wechseln. „Wenn seitens des Spielers die hundertprozentige Überzeugung fehlt, ist es für beide Seiten besser, von vornherein auf eine Zusammenarbeit zu verzichten. Die Verhandlungen wurden abgebrochen“, wird FCE-Geschäftsführer Michael Voigt zitiert. Die Saison 2017/18 beendeten die Auer auf dem 16. Tabellenplatz, gewannen dann jedoch in der Relegation gegen den Drittplatzierten aus der 3. Liga, den Karlsruher SC. Der gebürtige Hamburger Dursun lebt vermutlich gerne hier in Franken, ist von der Multikulti-Atmosphäre in der Kleeblattstadt angetan, und weiter lesen

Narey – du Retter in der Not!

Morgen ist es auf den Tag genau drei Wochen her, dass unsere Kleeblattspieler beim beliebten Fürther Kärwazug mitgemacht haben – und das war auch gut so! Der Beifall für die Profispieler hielt sich allerdings zumindest dort, wo wir das Geschehen beobachtet haben, in Grenzen. Schließlich sah es nicht gerade rosig aus für die Spielvereinigung, die sich zu diesem Zeitpunkt mit dem letzten Tabellenplatz  begnügen musste. Deshalb sind wir gern als Claqueure aktiv geworden, als die Mannschaft an uns vorbeizog. Die Leute um uns herum wunderten sich erst ein wenig, dann aber klatschten sie zumindest kurz mit. Und als wir uns den „Khaled, Khaled!“-Rufen einer Narey-Verehrerin anschlossen, da schaute der so Angefeuerte tatsächlich für ein paar Sekunden direkt zu uns herüber. Er wirkte fast ein bisschen erstaunt ob so viel Begeisterung beim sonst eher fränkisch kühl-zurückhaltenden Publikum.
Aber man muss eines sagen: Die Frau hatte recht! Khaled Narey gehört nämlich fast immer zu den Besten auf dem Platz – wenn ihm auch einige Zeit trotz guter Leistung keine Tore glücken wollten. Diese Phase hat er, mittlerweile überwunden. Auch heute ist in erster Linie ihm der Sieg gegen den SV Sandhausen zu verdanken (Narey beim Abklatschen mit den Fans, Foto: Sportfoto Zink). Denn wie schon gegen die Auer Veilchen hat Narey auch heute gegen die Kurpfälzer für das so wahnsinnig wichtige Führungstor gesorgt (28. Minute).
Wir zählen die 28. Spielminute. Narey gelingt ein Traumtor, richtig schön anzuschauen, nach hervorragendem Zuspiel von Patrick Sontheimer – auch das soll nicht verschwiegen werden. Von da an läuft es rund fürs Kleeblatt, das allerdings heute wieder keinen Schnellstart hingelegt hat und wie so oft eher zögerlich ins Spiel gekommen ist. Der Narey-Treffer liegt schon ungefähr seit zehn Minuten in der Luft, bis Khaled das Leder dann tatsächlich in den gegnerischen Kasten versenkt, und das mit Eleganz! Mit der 1:0-Führung im Rücken vergisst man sofort die unangenehm kühlen acht Grad und den nicht minder kühlen Wind, der durch den Ronhof weht, ebenso wie die sinkende Spielqualität der Partie, als es Richtung Abpfiff der ersten Halbzeit geht. weiter lesen

Omladic schafft noch Anschlusstreffer

Dieses Wochenende sollte für mich ein besonderes, erfolgreiches werden. Das Klassentreffen anlässlich unseres Abitur-Jubiläums in Erlangen war in jeder Hinsicht perfekt: viele Teilnehmer, schönes Wetter, lustige Erinnerungen en masse. Aber in sportlicher Hinsicht wurde das Wochenende dann doch noch ein Flop: Der Jamaikaner Usain Bolt, den ich für einen Ausnahmesportler halte, wurde am späten Samstagabend bei der Leichtatlethik-WM in London im 100-Meter-Lauf leider nur Dritter. Und heute kam es noch dicker. Das Kleeblatt legte einen klassischen Fehlstart hin und verlor das erste Heimspiel der Saison gegen Arminia Bielefeld mit 1:2.

Nach der 0:1-Niederlage letzte Woche beim Bundesliga-Absteiger Darmstadt 09 hatte Trainer Janos Radoki Jurgen Gjasula und Sebastian Ernst in die Startelf gesetzt. Eine gute Entscheidung, vor allem Ernst spielt kreativ, konzentriert und hätte dem Kleeblatt beinahe ein frühes Tor beschert. Das wäre es doch gewesen, beim ersten Spiel nach Eröffnung der neuen Haupttribüne! In den ersten 25 Minuten ging zwar der Druck von der Spielvereinigung aus, es fehlte allerdings das nötige Können zum erfolgreichen Abschluss. Und dann gab es Saures: Fabian Klos passt exakt in den Fürther Strafraum, und Keanu Staude macht mit einem Kopfball in der 38. Minute das Tor für Arminia. Dann der nächste Dämpfer. Kurz nach dem 0:1 agiert Serdar Dursun mal wieder unnötig robust und holt Staude im Fürther Strafraum von den Beinen. Schiedsrichter Patrick Ittrich überlegt keine Sekunde, und Fabian Klos verwandelt den fälligen Elfer zum 2:0 (42.). weiter lesen

Saison-Ende: Kleeblatt rutscht unglücklich auf achten Tabellenplatz

Die Saison ist Geschichte. Das Kleeblatt beendet die Spielzeit 2016/17 mit 45 Punkten auf dem achten Tabellenrang. Und liegt zum ersten Mal seit 1953 (!) in einer Schlusstabelle vor dem Lokalrivalen, dem 1. FC Nürnberg.

Spektakulär war es nicht, das heutige Spiel gegen Union Berlin im mit gut 13 000 Zuschauern besetzten Fürther Ronhof. Trainer Janos Radoki hatte nach dem 1:1 gegen St. Pauli an fünf Positionen umgestellt. Serdar Dursun – mit neuer Frisur (Foto) – war in der Startelf. Der größte „Ackerer“ war heute mit Sicherheit Khaled Narey, der überall zu sein schien: vorne, hinten, in der Verteidigung oder im Angriff. Er wurde wiederholt von Robert Zulj angespielt, musste dann improvisieren, was er alleine so knapp vor dem Berliner Tor machen sollte. Und da war er im Abschluss einfach überfordert. Robert Zulj enttäuschte heute mit wenig Engagement und halbherzigen Aktionen. Vielleicht hat er sich geistig schon von der Spielvereinigung und Franken verabschiedet? Wer weiß?

Kurz vor der Halbzeitpause machte Kenny Prince Redondo dann das Tor für die Eisernen, sehr zur Freude der angereisten 3000 Unionfans. Sie hofften, dass es mit einem Sieg zur Verbesserung der miesen Bilanz zwischen dem Kleeblatt und der Union kommen könnte: Nur ein Sieg in 19 Spielen, jämmerlich.

In Minute 66 kam dann der Moment für Serdar Dursun, der nach einem Eckball den Ausgleich machte. Ein verdientes Tor, da sich die Zerfahrenheit und ungenauen Pässe der Fürther nach der Pause zum Besseren gewendet hatten. Ein paar Minuten später musste dann Schiedsrichter Thorben Siewer das Spiel unterbrechen: Im Gästeblock war gezündelt worden und dichter Rauch stieg aus der Unionecke auf. Rote Schwaden über dem Platz, unschön. Vielleicht war die Spielvereinigung daraufhin unkonzentriert? Lukas Gugganig foult Sebastian Polter bei der Ballannahme im Strafraum, und die Referee-Entscheidung ist eindeutig: Elfmeter. Den versenkte Polter im Tor von Sascha Burchert, der heute Balazs Megyeri ersetzte. Das Tor wurde nicht gegeben, aber auch bei der Wiederholung hatte Burchert, der sich in die falsche Ecke warf, keine Chance. 2:1 zu diesem Zeitpunkt. Kleeblattfans schielten immer wieder nervös auf ihre Handys, um zu sehen, wie sich die anderen Mannschaften der Zweiten Liga, die ja alle gleichzeitig spielen, schlugen. Trainer Radoki versuchte mit Spielerwechseln das Kleeblatt offensiver zu machen, aber man kam gegen die hochmotivierten Eisernen von der Berliner Union nicht an.

Abpfiff, 2:1 für die Gäste. Siebter Rang fürs Kleeblatt. Sollte man meinen. Aber da hatte man sich leider verrechnet. In der vierten Minute der Nachspielzeit trifft der FC Heidenheim zum 2:1 ins Tor von 1860 München. Damit schiebt sich Heidenheim in allerletzter Sekunde mit einem Punkt Vorsprung vor den FC St. Pauli und die Spielvereingung auf den sechsten Tabellenplatz. Und schwupps – das Kleeblatt ist nur Achter. Schade um die TV-Gelder!!!! Und: 1860 München ist auf dem Relegationsplatz.

Der einzige Trost für Kleeblattfans hat heute ein wenig mit Schadenfreude zu tun. Der 1. FC Nürnberg verliert gegen Kaiserslautern mit 0:1 und rangiert zu Saisonende auf dem 12. Rang. Zum ersten Mal nach 64 Jahren ist der vermeintliche Underdog aus Fürth in der Schlusstabelle der Zweiten Liga vor dem Club. Immerhin!

So (un)gerecht kann Fußball sein!

Ehrlich gesagt: Noch spannender als die heutige Begegnung des Kleeblatts gegen Arminia Bielefeld war für mich das parallel laufende Spiel des Tabellenführers VfB Stuttgart gegen den 1.FC Nürnberg. Nach zwei Toren in der 25. und 33. Minute lag der Club zu Hause unerwartet mit 2:0 in Führung. Die Spielvereinigung startete gleichzeitig bei den Ostwestfalen – bei denen es in den letzten vier Spielen um den drohenden Abstieg geht – mit Verve. Aber Arminia Bielefeld setzte heute auf frühe Abwehr, ihr Pressing passte dem Kleeblatt überhaupt nicht ins Konzept. Die einzig wirklich erwähnenswerte Begebenheit fand dann ungefähr in dem Moment statt, als der Club sein zweites Tor geschossen hatte: Fürths Mittelfeldspieler Benedikt Kirsch grätscht an der Seitenlinie seitlich gegen David Ulm und wird postwendend mit einer Gelben Karte bestraft. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Knapp 20 Minuten später grätscht Kirsch erneut nach dem Ball, verpasst diesen haarscharf und kracht dann mit der Sohle in Tom Schütz hinein. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck fackelt nicht lange und zieht Rot! Ab jetzt spielte die SpVgg also in Unterzahl.

Die zweite Halbzeit beginnt, mehr Ballbesitz fürs Kleeblatt heißt jedoch nicht, dass es sich gegen die beherzt kämpfenden Bielefelder behaupten kann. Und dann läuft es in der 54. Minute saudumm, das Kleeblatt macht den Tabellenvorletzten ein Geschenk auf dem Silbertablett: Keeper Balazs Megyeri rollt den Ball für Caligiuri aus, der erwischt die Kugel nicht, Andreas Voglsammer übernimmt und trifft seelenruhig zum 1:0 für die Gastgeber. Die jubeln, ein Sieg würde die Mannschaft auf Rang 14 hinaufkatapultieren und aus der Abstiegszone retten. Übrigens: Zu diesem Zeitpunkt hatte Stuttgart gegen den 1.FCN schon ausgeglichen, es stand in Nürnberg 2:2.

Aber was hilft Schadenfreude, wenn das eigene Team zurückliegt? Die Karten waren bis Ende der regulären Spielzeit fürs Kleeblatt schlecht gemischt. Es gelang kein Treffer und das Team schien sich schon mit der Auswärtsniederlage abzufinden. Aber zwei Minuten Nachspielzeit können manchmal Wunder bewirken: Die Arminen bekommen am eigenen Strafraum den Ball nicht weg, Dominik Schad zieht aus 18 Metern ab, der Bielefelder Torwart Daniel Davari lässt nach vorne abklatschen. Und da steht Serdar Dursun, der zum 1:1-Ausgleichstreffer einschiebt (Foto). Bravo!

Immerhin: Ein Punkt auf den letzten Drücker im viertletzten Saisonspiel. Das Kleeblatt bleibt auf dem sechsten Tabellenrang. Und Arminia Bielefeld kämpft weiter um den Klassenerhalt. Nur der Vollständigkeit halber: Aus dem 2:0-Vorsprung des 1.FCN wurde durch ein weiteres Stuttgarter Tor in der Nachspielzeit dann doch noch ein 2:3-Sieg des Zweitliga-Ersten. Der Bundesliga-Absteiger wird wohl der Bundesliga-Aufsteiger. Und der Club leckt seine Wunden. So (un)gerecht ist Fußball manchmal, oder?

Könnte das Kleeblatt ohne Dursun einpacken?

Echt gute Stimmung war heute im Hardtwald-Stadion zwischen der Partie des SV Sandhausen gegen die Spielvereinigung. Dank der Kleeblattfans, die mit Gesängen, Trommeln und enthusiastischen Anfeuerungsrufen den Akteuren auf dem Rasen richtig Laune machten. Zahlenmäßig waren sie allerdings den Gastgebern deutlich unterlegen; es hatten sich insgesamt nur 4813 Zuschauer eingefunden, um das Zweitligaspiel zu sehen.

Das Anfeuern half jedoch nicht allzu viel. Startete das Kleeblatt noch recht vielversprechend, war bald die Luft raus – spätestens nach dem Traum-Freistoß vom Sandhäuser Moritz Kuhn in der 14. Minute. Fürths Keeper Balasz Megyeri sah die Gefahr kommen, flog ins richtige Eck, erreichte den Ball aber nicht mehr. Ein tolles Tor und das 1:0 für Sandhausen. Minuten später signalisierte Derbyheld Robert Zulj, dass er Probleme (Zerrung, Verspannungen?) im Rücken hatte, er wurde am Spielfeldrand behandelt, musste aber dann durch das Eigengewächs Patrick Sontheimer ersetzt werden, der sich natürlich über seine Chance freute.

Nach der Halbzeitpause kam das Kleeblatt hochmotiviert aus der Kabine und machte mit mehr Druck weiter. Was allerdings kaum Auswirkungen auf die Qualität des Spiels hatte. Die Zahl der unschönen Situationen und kleinen Fouls nahm zu. Der Spielfluss war perdu, für die Zuschauer wahrlich kein Vergnügen. Torschütze Moritz Kuhn war mit Abstand bester Spieler auf dem Platz, er agierte zielgenau, mutig und versuchte immer wieder, seine weiß-grünen Gegner auch mal direkt in Bedrängnis zu bringen. In der 75. Minute ging er unter starkem Beifall seiner Sandhäuser Fans vom Platz.
Mein Tipp – ein 2:1 für die Spielvereinigung – war in weite Ferne gerückt. Serdar Dursun, der in der 59. Minute für Dominik Schad eingewechselt worden war, versuchte, seinem Team noch mal Leben einzuhauchen und drängte auf den Anschlusstreffer. Womit die wenigsten dann noch rechneten, das passierte dann tatsächlich: Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gab Niko Gießelmann einen Freistoß in die Mitte, Dursun katapultierte seinen Körper am Elfmeterpunkt in die Luft und köpfte das Leder unhaltbar für den Sandhäuser Tormann Marco Knaller ins Tor der Gastgeber. Begeistert gratulierte Johannes van den Bergh dem Torschützen Dursun (Foto).

Ein versöhnliches 1:1 bescherte dem Kleeblatt heute einen Punkt und den siebten Tabellenplatz. Fürth baute damit seine Serie ohne Niederlage auf sechs Partien aus. Am kommenden Samstag empfängt die Spielvereinigung den aktuellen Tabellenführer und Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart im Ronhof. Da sind Derbysieg und das heutige Remis vergessen, und die Karten werden neu gemischt! Da wäre ein volles Stadion doch mal angesagt, oder?

Querschläger an Steinhaus verhilft Kleeblatt zum Ausgleich

Bibiana Steinhaus (Foto) hat heute einen tollen Job gemacht. Sie pfiff die Partie zwischen  dem FC Union Berlin und der Spielvereinigung in Berlin freundlich, souverän und entspannt. Sie hatte alles im Griff. Und war dann auch noch (unfreiwillig) „Schuld“ am 1:1-Ausgleich des Kleeblatts.
Aber chronologisch. Das Spiel ging mit Pfeffer los, diese letzte Partie vor Weihnachten und der Winterpause. Allerdings waren heute die „Eisernen“ zu Beginn der ersten Halbzeit mit mehreren Torchancen eindeutig die bessere Mannschaft. Obwohl Union Berlin seit 13 (!) Jahren nicht gegen die Spielvereinigung gewonnen hat, begann die Mannschaft mit Schmackes. Der Nationalspieler Toni Kroos ist bekanntlich ein glühender Verehrer des Berliner Underdogvereins – sein Bruder Felix ist dort Kapitän und ehrgeiziger Akteur. Auch heute!

Trotzdem: In den ersten 45 Minuten ging nichts, auf beiden Seiten dominierten ungenaues Zusammenspiel und laxe Pässe. Dann machten in der 65. Minute die Berliner das 1:0. Nach einem Freistoß von Felix Kroos steigt Toni Leistner höher als Damjan Djokovic und sein Kopfball schlägt ins Tor von Kleeblatt Sascha Burchert (er war heute im Fürther Tor, Balasz Megyeri wurde Vater und weilt in Ungarn). Und auch der Berliner Innenverteidiger feierte sein erstes Saisontor mit dem Daumen im Mund  – auch er ist vor kurzem Vater geworden.

Das Führungstor der Eisernen brachte die ohnehin gute Stimmung bei den knapp 20 000 Zuschauern in der Alten Försterei zum Kochen. Dann wechselt in der 78. Minute Fürths Coach Janos Radoki Mathis Bolly gegen Serdar Dursun aus. Für meinen Geschmack einen Tick zu spät. Und zwei Minuten später passiert dann der kuriose Ausgleich für die SpVgg: Das Ex-Kleeblatt Stephan Fürstner will im Strafraum klären, er trifft mit seinem Befreiungsschlag unglücklich den Rücken von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, von dort springt der Ball zum gerade eingewechselten Serdar Dursun, der dreht sich und schießt, Fürstner fälscht den Ball ab, und der Ball schlägt chancenlos für Keeper Jakob Busk im langen Berliner Eck ein. 1:1!

Die Schlussphase der Begegnung war weiter spannend und turbulent. Der für Kapitan Felix Kroos eingewechselte Soeren Brandy wittert eine letzte Chance, Steven Skrzybski flankt, Brandy tritt den Ball, der dann ins Aus geht. Erst entscheidet Bibiana Steinhaus auf Abstoß, nach Berliner Protesten befragt sie den Fürther Keeper Sascha Burchert, ob er den Ball noch berührt hat. Der bejaht ehrlich, und so kommt es in der letzten Spielminute noch zum Eckball für Union (der allerdings ergebnislos bleibt). Eine faire Geste vom Fürther Torwart. Chapeau!
Das Kleeblatt geht nach 17 Spielen mit 21 Punkten in die Winterpause. Die Greuther-Weiber und alle Kleeblattfans hoffen auf eine erfolgreichere Rückrunde im neuen Jahr 2017.