Saison-Ende: Kleeblatt rutscht unglücklich auf achten Tabellenplatz

Die Saison ist Geschichte. Das Kleeblatt beendet die Spielzeit 2016/17 mit 45 Punkten auf dem achten Tabellenrang. Und liegt zum ersten Mal seit 1953 (!) in einer Schlusstabelle vor dem Lokalrivalen, dem 1. FC Nürnberg.

Spektakulär war es nicht, das heutige Spiel gegen Union Berlin im mit gut 13 000 Zuschauern besetzten Fürther Ronhof. Trainer Janos Radoki hatte nach dem 1:1 gegen St. Pauli an fünf Positionen umgestellt. Serdar Dursun – mit neuer Frisur (Foto) – war in der Startelf. Der größte „Ackerer“ war heute mit Sicherheit Khaled Narey, der überall zu sein schien: vorne, hinten, in der Verteidigung oder im Angriff. Er wurde wiederholt von Robert Zulj angespielt, musste dann improvisieren, was er alleine so knapp vor dem Berliner Tor machen sollte. Und da war er im Abschluss einfach überfordert. Robert Zulj enttäuschte heute mit wenig Engagement und halbherzigen Aktionen. Vielleicht hat er sich geistig schon von der Spielvereinigung und Franken verabschiedet? Wer weiß?

Kurz vor der Halbzeitpause machte Kenny Prince Redondo dann das Tor für die Eisernen, sehr zur Freude der angereisten 3000 Unionfans. Sie hofften, dass es mit einem Sieg zur Verbesserung der miesen Bilanz zwischen dem Kleeblatt und der Union kommen könnte: Nur ein Sieg in 19 Spielen, jämmerlich.

In Minute 66 kam dann der Moment für Serdar Dursun, der nach einem Eckball den Ausgleich machte. Ein verdientes Tor, da sich die Zerfahrenheit und ungenauen Pässe der Fürther nach der Pause zum Besseren gewendet hatten. Ein paar Minuten später musste dann Schiedsrichter Thorben Siewer das Spiel unterbrechen: Im Gästeblock war gezündelt worden und dichter Rauch stieg aus der Unionecke auf. Rote Schwaden über dem Platz, unschön. Vielleicht war die Spielvereinigung daraufhin unkonzentriert? Lukas Gugganig foult Sebastian Polter bei der Ballannahme im Strafraum, und die Referee-Entscheidung ist eindeutig: Elfmeter. Den versenkte Polter im Tor von Sascha Burchert, der heute Balazs Megyeri ersetzte. Das Tor wurde nicht gegeben, aber auch bei der Wiederholung hatte Burchert, der sich in die falsche Ecke warf, keine Chance. 2:1 zu diesem Zeitpunkt. Kleeblattfans schielten immer wieder nervös auf ihre Handys, um zu sehen, wie sich die anderen Mannschaften der Zweiten Liga, die ja alle gleichzeitig spielen, schlugen. Trainer Radoki versuchte mit Spielerwechseln das Kleeblatt offensiver zu machen, aber man kam gegen die hochmotivierten Eisernen von der Berliner Union nicht an.

Abpfiff, 2:1 für die Gäste. Siebter Rang fürs Kleeblatt. Sollte man meinen. Aber da hatte man sich leider verrechnet. In der vierten Minute der Nachspielzeit trifft der FC Heidenheim zum 2:1 ins Tor von 1860 München. Damit schiebt sich Heidenheim in allerletzter Sekunde mit einem Punkt Vorsprung vor den FC St. Pauli und die Spielvereingung auf den sechsten Tabellenplatz. Und schwupps – das Kleeblatt ist nur Achter. Schade um die TV-Gelder!!!! Und: 1860 München ist auf dem Relegationsplatz.

Der einzige Trost für Kleeblattfans hat heute ein wenig mit Schadenfreude zu tun. Der 1. FC Nürnberg verliert gegen Kaiserslautern mit 0:1 und rangiert zu Saisonende auf dem 12. Rang. Zum ersten Mal nach 64 Jahren ist der vermeintliche Underdog aus Fürth in der Schlusstabelle der Zweiten Liga vor dem Club. Immerhin!

So (un)gerecht kann Fußball sein!

Ehrlich gesagt: Noch spannender als die heutige Begegnung des Kleeblatts gegen Arminia Bielefeld war für mich das parallel laufende Spiel des Tabellenführers VfB Stuttgart gegen den 1.FC Nürnberg. Nach zwei Toren in der 25. und 33. Minute lag der Club zu Hause unerwartet mit 2:0 in Führung. Die Spielvereinigung startete gleichzeitig bei den Ostwestfalen – bei denen es in den letzten vier Spielen um den drohenden Abstieg geht – mit Verve. Aber Arminia Bielefeld setzte heute auf frühe Abwehr, ihr Pressing passte dem Kleeblatt überhaupt nicht ins Konzept. Die einzig wirklich erwähnenswerte Begebenheit fand dann ungefähr in dem Moment statt, als der Club sein zweites Tor geschossen hatte: Fürths Mittelfeldspieler Benedikt Kirsch grätscht an der Seitenlinie seitlich gegen David Ulm und wird postwendend mit einer Gelben Karte bestraft. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Knapp 20 Minuten später grätscht Kirsch erneut nach dem Ball, verpasst diesen haarscharf und kracht dann mit der Sohle in Tom Schütz hinein. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck fackelt nicht lange und zieht Rot! Ab jetzt spielte die SpVgg also in Unterzahl.

Die zweite Halbzeit beginnt, mehr Ballbesitz fürs Kleeblatt heißt jedoch nicht, dass es sich gegen die beherzt kämpfenden Bielefelder behaupten kann. Und dann läuft es in der 54. Minute saudumm, das Kleeblatt macht den Tabellenvorletzten ein Geschenk auf dem Silbertablett: Keeper Balazs Megyeri rollt den Ball für Caligiuri aus, der erwischt die Kugel nicht, Andreas Voglsammer übernimmt und trifft seelenruhig zum 1:0 für die Gastgeber. Die jubeln, ein Sieg würde die Mannschaft auf Rang 14 hinaufkatapultieren und aus der Abstiegszone retten. Übrigens: Zu diesem Zeitpunkt hatte Stuttgart gegen den 1.FCN schon ausgeglichen, es stand in Nürnberg 2:2.

Aber was hilft Schadenfreude, wenn das eigene Team zurückliegt? Die Karten waren bis Ende der regulären Spielzeit fürs Kleeblatt schlecht gemischt. Es gelang kein Treffer und das Team schien sich schon mit der Auswärtsniederlage abzufinden. Aber zwei Minuten Nachspielzeit können manchmal Wunder bewirken: Die Arminen bekommen am eigenen Strafraum den Ball nicht weg, Dominik Schad zieht aus 18 Metern ab, der Bielefelder Torwart Daniel Davari lässt nach vorne abklatschen. Und da steht Serdar Dursun, der zum 1:1-Ausgleichstreffer einschiebt (Foto). Bravo!

Immerhin: Ein Punkt auf den letzten Drücker im viertletzten Saisonspiel. Das Kleeblatt bleibt auf dem sechsten Tabellenrang. Und Arminia Bielefeld kämpft weiter um den Klassenerhalt. Nur der Vollständigkeit halber: Aus dem 2:0-Vorsprung des 1.FCN wurde durch ein weiteres Stuttgarter Tor in der Nachspielzeit dann doch noch ein 2:3-Sieg des Zweitliga-Ersten. Der Bundesliga-Absteiger wird wohl der Bundesliga-Aufsteiger. Und der Club leckt seine Wunden. So (un)gerecht ist Fußball manchmal, oder?

Könnte das Kleeblatt ohne Dursun einpacken?

Echt gute Stimmung war heute im Hardtwald-Stadion zwischen der Partie des SV Sandhausen gegen die Spielvereinigung. Dank der Kleeblattfans, die mit Gesängen, Trommeln und enthusiastischen Anfeuerungsrufen den Akteuren auf dem Rasen richtig Laune machten. Zahlenmäßig waren sie allerdings den Gastgebern deutlich unterlegen; es hatten sich insgesamt nur 4813 Zuschauer eingefunden, um das Zweitligaspiel zu sehen.

Das Anfeuern half jedoch nicht allzu viel. Startete das Kleeblatt noch recht vielversprechend, war bald die Luft raus – spätestens nach dem Traum-Freistoß vom Sandhäuser Moritz Kuhn in der 14. Minute. Fürths Keeper Balasz Megyeri sah die Gefahr kommen, flog ins richtige Eck, erreichte den Ball aber nicht mehr. Ein tolles Tor und das 1:0 für Sandhausen. Minuten später signalisierte Derbyheld Robert Zulj, dass er Probleme (Zerrung, Verspannungen?) im Rücken hatte, er wurde am Spielfeldrand behandelt, musste aber dann durch das Eigengewächs Patrick Sontheimer ersetzt werden, der sich natürlich über seine Chance freute.

Nach der Halbzeitpause kam das Kleeblatt hochmotiviert aus der Kabine und machte mit mehr Druck weiter. Was allerdings kaum Auswirkungen auf die Qualität des Spiels hatte. Die Zahl der unschönen Situationen und kleinen Fouls nahm zu. Der Spielfluss war perdu, für die Zuschauer wahrlich kein Vergnügen. Torschütze Moritz Kuhn war mit Abstand bester Spieler auf dem Platz, er agierte zielgenau, mutig und versuchte immer wieder, seine weiß-grünen Gegner auch mal direkt in Bedrängnis zu bringen. In der 75. Minute ging er unter starkem Beifall seiner Sandhäuser Fans vom Platz.
Mein Tipp – ein 2:1 für die Spielvereinigung – war in weite Ferne gerückt. Serdar Dursun, der in der 59. Minute für Dominik Schad eingewechselt worden war, versuchte, seinem Team noch mal Leben einzuhauchen und drängte auf den Anschlusstreffer. Womit die wenigsten dann noch rechneten, das passierte dann tatsächlich: Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gab Niko Gießelmann einen Freistoß in die Mitte, Dursun katapultierte seinen Körper am Elfmeterpunkt in die Luft und köpfte das Leder unhaltbar für den Sandhäuser Tormann Marco Knaller ins Tor der Gastgeber. Begeistert gratulierte Johannes van den Bergh dem Torschützen Dursun (Foto).

Ein versöhnliches 1:1 bescherte dem Kleeblatt heute einen Punkt und den siebten Tabellenplatz. Fürth baute damit seine Serie ohne Niederlage auf sechs Partien aus. Am kommenden Samstag empfängt die Spielvereinigung den aktuellen Tabellenführer und Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart im Ronhof. Da sind Derbysieg und das heutige Remis vergessen, und die Karten werden neu gemischt! Da wäre ein volles Stadion doch mal angesagt, oder?

Querschläger an Steinhaus verhilft Kleeblatt zum Ausgleich

Bibiana Steinhaus (Foto) hat heute einen tollen Job gemacht. Sie pfiff die Partie zwischen  dem FC Union Berlin und der Spielvereinigung in Berlin freundlich, souverän und entspannt. Sie hatte alles im Griff. Und war dann auch noch (unfreiwillig) „Schuld“ am 1:1-Ausgleich des Kleeblatts.
Aber chronologisch. Das Spiel ging mit Pfeffer los, diese letzte Partie vor Weihnachten und der Winterpause. Allerdings waren heute die „Eisernen“ zu Beginn der ersten Halbzeit mit mehreren Torchancen eindeutig die bessere Mannschaft. Obwohl Union Berlin seit 13 (!) Jahren nicht gegen die Spielvereinigung gewonnen hat, begann die Mannschaft mit Schmackes. Der Nationalspieler Toni Kroos ist bekanntlich ein glühender Verehrer des Berliner Underdogvereins – sein Bruder Felix ist dort Kapitän und ehrgeiziger Akteur. Auch heute!

Trotzdem: In den ersten 45 Minuten ging nichts, auf beiden Seiten dominierten ungenaues Zusammenspiel und laxe Pässe. Dann machten in der 65. Minute die Berliner das 1:0. Nach einem Freistoß von Felix Kroos steigt Toni Leistner höher als Damjan Djokovic und sein Kopfball schlägt ins Tor von Kleeblatt Sascha Burchert (er war heute im Fürther Tor, Balasz Megyeri wurde Vater und weilt in Ungarn). Und auch der Berliner Innenverteidiger feierte sein erstes Saisontor mit dem Daumen im Mund  – auch er ist vor kurzem Vater geworden.

Das Führungstor der Eisernen brachte die ohnehin gute Stimmung bei den knapp 20 000 Zuschauern in der Alten Försterei zum Kochen. Dann wechselt in der 78. Minute Fürths Coach Janos Radoki Mathis Bolly gegen Serdar Dursun aus. Für meinen Geschmack einen Tick zu spät. Und zwei Minuten später passiert dann der kuriose Ausgleich für die SpVgg: Das Ex-Kleeblatt Stephan Fürstner will im Strafraum klären, er trifft mit seinem Befreiungsschlag unglücklich den Rücken von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, von dort springt der Ball zum gerade eingewechselten Serdar Dursun, der dreht sich und schießt, Fürstner fälscht den Ball ab, und der Ball schlägt chancenlos für Keeper Jakob Busk im langen Berliner Eck ein. 1:1!

Die Schlussphase der Begegnung war weiter spannend und turbulent. Der für Kapitan Felix Kroos eingewechselte Soeren Brandy wittert eine letzte Chance, Steven Skrzybski flankt, Brandy tritt den Ball, der dann ins Aus geht. Erst entscheidet Bibiana Steinhaus auf Abstoß, nach Berliner Protesten befragt sie den Fürther Keeper Sascha Burchert, ob er den Ball noch berührt hat. Der bejaht ehrlich, und so kommt es in der letzten Spielminute noch zum Eckball für Union (der allerdings ergebnislos bleibt). Eine faire Geste vom Fürther Torwart. Chapeau!
Das Kleeblatt geht nach 17 Spielen mit 21 Punkten in die Winterpause. Die Greuther-Weiber und alle Kleeblattfans hoffen auf eine erfolgreichere Rückrunde im neuen Jahr 2017.

Dresdner Stollen bekommt Kleeblattfans schlecht

Dynamo Dresden - SpVgg Greuther FürthSerdar Dursuns Tor in der Nachspielzeit (Foto) ließ erahnen, was das Kleeblatt eigentlich drauf hätte, aber dieses Aufbäumen kam zu spät. Die Spielvereinigung verlor heute – ehrlich gesagt: verdient – mit 1:2 beim Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden.

Ohne Sercan Sararer, der sich in einem Testspiel verletzt hatte, musste Trainer Stefan Ruthenbeck planen. Die Partie vor über 28 000 Zuschauern im DDV-Stadion Dresden begann flott und mit einer Bombenchance in der zweiten Minute für Benedikt Kirsch. Leider wurde das nichts, vielleicht wäre bei einem frühen Fürther Tor das gesamte Spiel komplett anders verlaufen. Die Gäste waren in den ersten zwanzig Minuten erst mal überlegen. Das änderte sich aber, als Akaki Gogia in der 20. Minute das 1:0 für Dynamo machte. Ein Bilderbuchtreffer, der besonders tragisch war, weil Marco Caligiuri den Ball mit dem Kopf berührt noch hatte. Keeper Megyeri war ohne jede Chance. Nach diesem Führungstor wirkte das Kleeblatt vollkommen frustriert, und vom anfänglichen Drive war kaum mehr etwas zu spüren. Robert Zulj versuchte zwar, Veton Berisha stärker ins Spiel zu bringen, der jedoch verlor ein ums andere Mal den Ball. Seine Passquote ist grottenschlecht.

Kurz nach der Halbzeitpause entschied sich Ruthenbeck, Marco Caligiuri gegen Mathis Bolly auszuwechseln. Ein guter Schachzug, Bolly sollte mehr in der Offensive agieren, um den Rückstand zu kompensieren. Allerdings waren es wieder die Sachsen, die mehrere Torchancen hatten, die sie zum Glück nicht verwerteten. Erst in der 77. Minute entschloss sich der Kleeblatt-Trainer, Serdar Dursun aufs Spielfeld zu bringen. Die Kleeblätter ließen sofort mehr Power erkennen, ihre Aktionen wurden wieder genauer und raffinierter. Es half dennoch nichts. Akaki Gogia – vollkommen unbewacht – nahm vier Minuten vor Spielende am Elfmeterpunkt die Kugel mit der Brust an und zog aus elf Metern volley ab. Das war das 2:0 – der Doppelpack wurde von den Dresdner Fans bejubelt. Die wenigen Kleeblattanhänger wussten, dass der Ausgleich kaum noch möglich war. Trotzdem wurde es  doch wieder spannend. Der eingewechselte Dursun nahm eine Flanke von Djokovic mit der Brust an und traf aus kurzer Distanz zum Anschlusstreffer ins Tor. Aber ein Unentschieden war aufgrund der wenigen Sekunden, die noch blieben, nicht mehr realisierbar.

Fazit: Die Dresdner marschieren mit jeder Partie kontinuierlich in Richtung Tabellenspitze. Sie haben die eindeutig effizienteren Spieler, einen guten Torwart und sind unterm Strich einfach mutig. Das Kleeblatt hat beim Spiel gegen den VfL Bochum lediglich kurz durchscheinen lassen, was es zu leisten imstande ist. Aktuell rangiert die Spielvereinigung nach dem 13. Spieltag mit 14 Punkten auf dem 13. Tabellenplatz, lediglich drei Punkte vom Relegations-Abstiegsplatz entfernt.

Das Kleeblatt empfängt am kommenden Freitag, 25. November, um 18.30 Uhr Arminia Bielefeld im Ronhof. Diese Mannschaft dümpelt auch im unteren Zweitliga-Drittel herum. Ich bin natürlich im Stadion und freue mich, Wolfgang Hesl wiederzusehen, selbst wenn er im gegnerischen Tor steht.

Last-Minute-Sieg bringt Ronhof zum Kochen

SpVgg Greuther Fürth - Erzgebirge AueHeiß, heißer, am heißesten: So lässt sich beschreiben, was heute im Fürther Ronhof abging in der Partie des Kleeblatts gegen Erzgebirge Aue. Einmal im wörtlichen Sinn, denn auf dem Fürther Rasen kletterten die Temperaturen bis auf 40 Grad Celsius und darüber. Und dann übertragen: Das waren wahrhaftig heiße Schlussminuten, die den Zuschauern da geboten wurden. Erst in der Nachspielzeit (90+4) gelang den Gastgebern das ersehnte 3:2 (Foto), und die Stimmung im Stadion kochte.

Dabei war die ganze Aufregung so überflüssig wie ein Kropf. Denn das Kleeblatt startete gelungen und trotz der hohen Temperaturen mit unglaublichem Tempo und intensivem Pressing. Hinzu kamen deutliche Schwächen der Auer Abwehr. So erkämpfte sich die Spielvereinigung bald eine Torchance nach der nächsten. Was dann folgte, kennen wir zur Genüge: eine vergebene Möglichkeit nach der nächsten. Vor allem Veton Berisha blieb wieder einmal glücklos, was die Verwertung seiner Möglichkeiten angeht. Er legte während der gesamten Partie ein bewundernswertes Laufpensum zurück und arbeitete sich regelrecht ab, doch den Ball im gegnerischen Kasten zu versenken, blieb ihm auch heute wieder versagt. Dafür wachten die Veilchen nach etwa 15 Minuten auf und hatten plötzlich mehr vom Spiel als das Kleeblatt. Christian Tiffert schoss haarscharf am Fürther Torpfosten vorbei – Glück für die Gastgeber.
Zu diesem Zeitpunkt wäre eigentlich eine 2:0- oder gar 3:0-Führung für Fürth längst drin gewesen. Doch sogar den Foulelfmeter, den Schiedsrichter  Thorben Siewer nach einem bösen Fehler von Breitkreuz pfiff, konnte das Kleeblatt nicht nutzen: Robert Zulj drosch das Leder in der 32. Minute zwei Etagen zu hoch über das generische Tor hinaus. Zum Glück schafft es Sebastian Freis, sich in der 39. Minute deutlich gegen Breitkreuz durchsetzen. Und statt abzuspielen, überraschte er den Auer Keeper Männel und machte das Ding selbst. Endlich das hochverdiente 1:0 in der 39. Minute!
Wenige Sekunden nach der Halbzeitpause ließ Robert Zulj die nächsten Riesenchance liegen. Kurz darauf gelang Serdar Dursun jedoch das 2:0, gegen das Torwart Männel völlig machtlos war. Dursun fiel ebenso wie Navrey in dieser Partie äußerst angenehm auf, beide zeigten großen Einsatz. Die Defensive der Veilchen bekam besonders Navrey nur schwer in den Griff.
Doch in den letzten 30 Minuten machte es sich für das Kleeblatt schmerzhaft bemerkbar, dass man einerseits bei der großen Hitze zu Beginn auf so viel Tempo gesetzt hatte, andererseits, dass die zahlreichen Chancen vergeigt worden waren. Aues Trainer Pavel Dotchev brachte mit Soukou und Kaufmann (für Adler und Nazarov) zwei frische Kräfte, die das Spiel zugunsten der Veilchen drehten. So konnte Fürths Keeper Balazs Megyeri nichts gegen den unerwarteten Schuss von Kvesic in der 62. Minute ausrichten – die Gäste aus dem Erzgebirge verkürzten auf 1:2. Beinahe hätte es kurz darauf schon den Ausgleich gegeben, den Megyeri aber durch eine tolle Reaktion verhinderte. Aber in der 78. Minute war es so weit: Megyeri parierte zwar einen Schuss von Soukou, der Ball sprang Marcel Franke jedoch auf die Hacke und von dort unglücklich direkt in den Kasten des Kleeblatts. Das 2:2 war da. Jetzt rächten sich die vielen ungenutzten Torchancen des Kleeblatts bitter.
Kurz vor Schluss sah Tiffert noch die gelb-rote Karte: Zunächst war er von Fürths Hofmann hart gefoult worden. Tiffert, der bereits Gelb gesehen hatte, verlor die Nerven und versetzte Hofmann einen Schlag. Eine völlig unnötige Aktion nach einem sehr fairen Spiel, die vom Unparteiischen zu Recht geahndet wurde. Der FC Erzgebirge wenige Minuten vor Abpfiff also in Unterzahl – ein Vorteil, den das Kleeblatt zunächst nicht nutzen konnte. Die Spannung stieg bis zur vierminütigen Nachspielzeit. Buchstäblich in letzter Minute war es dann der Unglücksrabe Marcel Franke, der einen Kopfball zum verdienten 3:2 verwandelte und damit sein Eigentor wettmachte.

Das ging gerade noch mal glimpflich aus. Die Schwächen im Fürther Abschluss haben uns alle auf die Folter gespannt und müssen endlich beseitigt werden. Dazu bleibt der Kleeblattelf genügend Zeit: Am nächsten Wochenende ist Länderspiel-Pause. Am Sonntag, 11. September, tritt die Spielvereinigung dann bei Fortuna Düsseldorf an.

4:1 – der klare Favorit gewinnt

Eintracht Norderstedt - SpVgg Greuther FürthDFB-Pokalspiele gegen Viertligisten haben so ihre Tücken! Da haben viele Erst-und Zweitliga-Teams schon bittere Erfahrungen gemacht. In der ersten Begegnung im diesjährigen DFB-Pokal traf heute die Spielvereinigung auf Eintracht Norderstedt. Und hat die Partie mit 4:1 gewonnen. Wobei: Ganz so eindeutig, wie das Ergbnis jetzt aussieht, war der Verlauf nicht.

Das Spiel vor 3000 Zuschauern – ca. 200 davon waren angereiste Kleeblattfans – startete aus Fürther Sicht etwas konfus. Das Kleeblatt machte überhaupt nicht den Eindruck eines souveränen Zweitligisten. Im Gegenteil: Die Amateure aus der Stadt nördlich von Hamburg ärgerten die Profis, wo sie nur konnten. Wie so oft agierte Veton Berisha übereilt und ohne Konzept. Die Präsizion bei der SpVgg wies insgesamt gravierende Schwächen auf.
Doch dann gelang (mal wieder) Robert Zulj nach einem Doppelpass von Serdar Dursun (der heute von Anfang an im Sturm stand) in der 42. Minute das ersehnte Tor. Endlich! Die zweite Halbzeit begann unspektakulär. Dann: Drei Minuten, bevor er gegen Ante Vukusic ausgetauscht werden sollte, flankte Berisha gut nach innen auf Serdar Dursun. Der war einen Tick schneller als der Norderstedter Mandic und nickte locker-flockig ins norddeutsche Tor (Foto: Jubel nach seinem Tor). Der vermeintliche 2:0-Sieg war dann in der 81. Minute in Gefahr, als Felix Drinkuth bei einem Freistoß den Ball um die schlecht postierte Mauer herumschoss und ins Fürther Tor traf. Kleeblatt-Keeper Sascha Burchert, der heute sein erstes Pflichtspiel absolvierte, machte in dieser Szene eine ziemlich unglückliche Figur.
Aber das Kleebatt ist dann auch wieder für positive Überraschungen gut: Der wenige Minuten vorher eingewechselte Zlatko Tripic traf in der 89. Minute aus 15 Metern Entfernung wie beiläufig zum 3:1 ins rechte Eck. Und in der Nachspielzeit gab Tripic im Strafraum einen Pass nach hinten – und der freistehende Benedikt Kirsch machte mit dem vierten Kleeblatt-Tor den Sack endgültig zu.

Die Spielvereingiung hat die erste Hürde im DFB-Pokal erwartungsgemäß genommen. Das nächste Zweitligaspiel findet am kommenden Samstag, 27. August, um 13.00 Uhr zu Hause gegen den FC Erzgebirge Aue statt.