Mit der Leistung besiegt man auch Tabellenführer

Seitdem ich mein neues Kleeblatt-Hoodie an den Tagen anziehe, wenn das Kleeblatt spielt, ist die Spielvereinigung eindeutig auf der Gewinnerstraße. Meine Schwester schlug vor, es einfach mal drauf ankommen zu lassen, und das gute Stück bei einem wichtigen Spiel nicht anzuziehen, um zu sehen, was passiert. Aber ich kann mich beherrschen.

Also, nach der heutigen Leistung muss ich der Mannschaft wirklich mein Kompliment ausdrücken. Gegen den Spitzenreiter VfB Stuttgart zu Hause anzutreten, ist keine einfache Sache. Ihn zu besiegen, das ist toll! Von Beginn des Spieles an war das Kleeblatt selbstbewusst, mutig und dominierte das Geschehen im Ronhof. Dass ausgerechnet Veton Berisha, der in den vergangenen Wochen und Monaten keine überzeugenden Leistungen geboten hatte, und dem das Glück einfach nicht hold war, das 1:0 machte, freut mich besonders. In der neunten Minute zog der Norweger forsch aus 30 Metern Distanz ab. Sein Aufsetzer schlug im rechten Eck von Stuttgarts Keeper Mitchell Langerak ein. Die frühe Führung verlieh den Gastgebern Motivation, die Fans im mit knapp 12 700 Zuschauern ganz gut besetzten Stadion waren begeistert. Auch im weiteren Spielverlauf zeigten die Fürther wenig Respekt vor dem Zweitliga-Spitzenreiter und spielten munter nach vorne. Adam Pinter (15., 36., 41.) und wiederum Berisha (17.) hätten die Führung ausbauen können. Die schwäbischen Bundesliga-Absteiger waren heute insgesamt wenig kreativ und vom schnellen Fürther Führungstor und deren Überlegenheit wohl überrumpelt und frustriert.
Nach einer superschönen Chance von Serdar Dursun kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit – und einer weiteren eine Viertelstunde später – schaltete die SpVgg einen Gang zurück, was dem VfB einen besseren Stand ermöglichte. Aber dank Keeper Balász Megyeri und einer kompakten Abwehr kamen die Stuttgarter nicht zum Anschlusstreffer. Sie versuchten zwar in der Schlussphase, verstärkt Druck zu machen und drängten das Kleeblatt immer weiter zurück, ein wahres Ballgewitter prasselte auf das Kleeblatt nieder. Aber die Weiß-Grünen zeigten Stärke und boten dem VfB Paroli. Es blieb beim 1:0.
Die Spielvereinigung ist also seit sieben (!) Spielen ungeschlagen und rangiert jetzt auf dem sechsten Tabellenplatz. Und mein Hoodie, klar, das werde ich auch beim nächsten Spiel am 2. April gegen den 1. FC Heidenheim wieder tragen.

VfB-Blog fragt – Greuther-Weiber antworten

Kleeblattfans stehen seit Tagen in den Startlöchern: Morgen um 13 Uhr wird das Spiel gegen den Tabellenersten – den VfB Stuttgart – im Ronhof angepfiffen. Die Stuttgarter sind letzte Saison aus der Bundesliga abgestiegen, haben allerdings neben Union Berlin und Hannover 96 gute Karten, den Wiederaufstieg perfekt zu machen. Aber das Kleeblatt wird morgen ein harter Brocken. Die Spielvereinigung ist seit sechs Spielen ungeschlagen und will, dass das weiter so bleibt. Nicht unmöglich, denn gegen den damaligen Tabellenführer Hannover 96 hat das Kleeblatt Anfang Februar zu Hause mit 4:1 gewonnen.

Auch für die Fans des VfB ist die Begegnung morgen etwas Besonderes. Deshalb wurden die Greuther-Weiber vor ein paar Tagen von den Machern des Blogs „Rund um den Brustring“ gefragt, ob sie sieben provokante Thesen zum morgigen Spiel und zur aktuellen Situation der Spielvereinigung beantworten möchten.  „Rund um den Brustring“ ist ein Blog und ein Podcast, der sich seit Oktober 2015 mit allem rund um den Brustring, also den VfB Stuttgart 1893 e.V., beschäftigt. Regelmäßig werden hier Spiele des VfB besprochen, Experten zum nächsten Gegner oder zu Neuzugängen befragt, außerdem die Vereinspolitik und viele weitere Themen rund um den Brustring kommentiert. Also ein ähnliches Konzept, wie wir es mit unserem Greuther-Weiber-Blog auch verfolgen.
Hier findet Ihr die Fragen des Blogs und unsere Antworten: Rund um den Brustring

Multimediaprojekt mit Kleeblatt Stephen Sama

YouTube Preview Image

Stephen Sama, seit Januar im Kader des Kleeblatts, kommt zu besonderen Ehren: Für das Projekt „Refugee Eleven“ stand der 24-jährige Abwehrspieler gemeinsam mit u.a. Vedad Ibisevic, Kapitän von Hertha BSC, Neven Subotic, der im Januar von Borussia Dortmund zum 1. FC Köln wechselte, und dem ehemaligen Nationalstürmer und Mitglied der SpVgg-Aufstiegself Gerald Asamoah vor der Kamera. Elf Profi-Fußballer sind Teil der zwischen September und Dezember gedrehten Webvideo-Serie „Refugee Eleven“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die heute in Berlin vorgestellt wurde. „Refugee Eleven“ ist ein multimediales Bildungsprojekt zum Thema Flucht und Asyl und richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 24 Jahren.

In elf Videos sprechen junge Amateurfußballer – alle Geflüchtete – mit etablierten Fußballprofis über das Thema Flucht – ein Austausch über Ursachen, Erfahrungen und Folgen. Neben Stephen Sama, Ibisevic und Gerald Asamoah wirken Eroll Zejnullahu (1. FC Union Berlin), Mario Vrancic (Darmstadt 98), Enis Alushi (Maccabi Haifa, früher u.a. Nürnberg, Kaiserslautern, St. Pauli), Milad Salem (FSV Frankfurt),  Aisas Aosman (Dynamo Dresden), José Pierre Vunguidica (SV Sandhausen) und Nationalspielerin Fatmire Alushi (zuletzt Paris St. Germain) an der Serie mit. Fast alle blicken auf eine eigene Historie als Flüchtling zurück.
Die Ursprünge des Multimediaprojekts liegen im Jahr 2015, als beim Landesligisten SC Germania Erftstadt-Lechenich (20 Kilometer westlich von Köln) eine Flüchtlings-Mannschaft entstand. In dem Team spielen unter Anleitung von Trainer Alois Görgen Geflüchtete aus 15 Nationen, es firmiert als Vierte Mannschaft des SC Germania und nimmt im Rhein-Erft-Kreis am Spielbetrieb in der Kreisliga C teil.

In der ersten Folge der Videoclips treffen Subotic und der Germania-Mittelstürmer Abdulla Youla Daffe (23) aus Guinea aufeinander. Das Video wird am 7. April auf YouTube und Facebook gepostet. Alle weiteren Filme werden bis Mitte Mai in regelmäßigen Abständen über die sozialen Netzwerke veröffentlicht. Die Videos sind Grundlage für eine unkonventionelle Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und Asyl in der schulischen und außerschulischen Bildung.
Hier geht’s zur Website über das Projekt.

Und schon wieder Derby-Sieger!

Das Lokalderby zwischen der Spielvereinigung und dem Club hat Tradition. Seit Wochen heizte sich die Stimmung in beiden Städten auf. Aber Auswüchse wie der nächtliche Überfall auf Kleeblattfans am letzten Wochenende in Fürth oder rüde Drohungen von „übermotivierten“ Clubfans gehören doch einfach nicht in die Fußballlandschaft.
Heute war also der Tag der Tage, und beide Fangruppen marschierten zum Stadion im Ronhof. Polizeikräfte und Sicherheitsdienste kanalisierten die Stadionbesucher auf getrennte Wege, damit ja kein Aufeinandertreffen möglich war. Und auf dem Rückweg dasselbe Spiel nochmal. Hoffentlich bleibt es so ruhig wie heute Vormittag!

Das Spiel? Nun ja, die ersten zehn Minuten dominierte das Kleeblatt das Geschehen auf dem Platz und ließ auf eine sportlich ansprechende Begegnung hoffen. Bald wurde es zunehmend hektischer, was viele Fehlpässe auf beiden Seiten zur Folge hatte. Dann kam der Club besser ins Spiel, ernstzunehemde Chancen gab es jedoch nicht wirklich. Nach der Pause wurde das Spiel immer ruppiger, die Emotionen kochten hoch, es hagelte Gelbe Karten, und man spürte die starke Anspannung, die auf beiden Mannschaften lastete. Die Begegnung machte deutlich, dass sowohl der FCN wie auch die SpVgg zu Recht im Mittelfeld der Zweiten Liga rangieren. Wie hatte Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung das Spiel vorab ironisch, aber treffend kommentierte: „Fußballerisch ist das Not gegen Elend im trüben Mittelfeld der Tabelle.“.

Mein Tipp – ein 3:1-Sieg für das Kleeblatt – schien kaum noch realisierbar. Doch dann kam es eine Viertelstunde vor Ende der Zweiten Halbzeit zum heißersehnten Fürther Tor: Sercan Sararer gab den Ball an Robert Zulj, der aus 22 Metern halbrechter Position abzog. Der Ball berührte den Rücken von Georg Margreitter, veränderte dadurch seine Flugbahn und landete hinter Nürnbergs Keeper Thorsten Kirschbaum im Tor. 1:0! Der Club versuchte daraufhin vergeblich, das Blatt noch zu seinen Gunsten zu wenden. Einen gefährlichen Schuss gab Mikael Ishak aus spitzem Winkel ab, Megyeri entschärfte (86.). Und Torschütze Robert Zulj donnerte einen 30-Meter-Freistoß aufs Tor, den Kirschbaum dieses Mal glücklich abwehren konnte (90.).

Insgesamt war das heute ein verdienter 1:0-Derbysieg fürs Kleeblatt. Dadurch springt es mit 32 Punkten in 23 Spielen auf den siebten Tabellenplatz. Die Nürnberger rangieren jetzt auf Rang 11 und schnuppern vielleicht bald am Relegationsplatz. Pech für Clubtrainer Alois Schwartz, dessen Job allmählich am seidenen Faden baumeln könnte.

Das Kleeblatt trifft nächsten Sonntag, 12. März,  um 13.30 Uhr auswärts auf den Tabellennachbarn (8.) SV Sandhausen.

Ein Schlupfloch gibt es immer!

Absperrungen, wohin man schaut und geht: Vor dem Frankenderby hat die Polizei heute das Gebiet um das Stadion im Ronhof hermetisch abgesperrt. Aber manchmal ist es von großem Vorteil, wenn man genaue Ortskenntnisse hat und alle Abkürzungen kennt. So ist es dem harten Fürther Fanpulk am Laubenweg offenbar gelungen, an der ersten Kontrollstelle durchzukommen, ohne die Karten vorzuzeigen, und direkt auf den Eingang des Stadions zuzulaufen – die Beamten immer schön vorneweg! So lobt man sich als Kleeblatt-Fan den Polizeischutz! Und da kann man dann auch schon ins Stadion rein, obwohl es offiziell erst später öffnet – und hat alle Zeit der Welt, die Choreografie fürs Derby vorzubereiten. So, und jetzt freuen wir uns auf das Spiel, das hoffentlich eine bessere Qualität hat als die letzten Partien sowohl auf Fürther als auch auf Nürnberger Seite!

12.000 Euro Geldstrafe fürs Kleeblatt

Wenige Tage vor dem Frankenderby am nächsten Sonntag hat der Deutsche Fußball-Bund heute die Strafe für das Verhalten einiger Kleeblatt-Fans beim letzten Lokalderby in Nürnberg am 20. September 2016 bekannt gegeben. Das Sportgericht des DFB hat die Spielvereinigung mit einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro belegt. Vor dem letzten Frankenderby kam es vor und während des Spiels zu unsportlichem Verhalten einiger Anhänger. Damals hatte eine Fürther Zuschauergruppe versucht, unkontrolliert in den Block der Gäste zu stürmen. Dies konnte nur durch den Einsatz von Polizei- und Ordnungskräften verhindert werden. Darüber hinaus wurden im Fürther Zuschauerblock kurz vor Anpfiff der Begegnung Rauchkörper, Bengalische Feuer und Blinker gezündet. Auf unserem Foto nach dem Schlußpfiff des mit 2:1 durchs Kleeblatt gewonnenen Derbys war im Fanblock alles friedlich.

Der Verein hat dem heutigen Urteil zugestimmt, und somit ist es rechtskräftig. Auf der SpVgg-Website kommentiert Holger Schwiewagner, Geschäftsführer der Spielvereinigung, das Urteil so:

„Die Strafe tut natürlich weh, da es sich für uns um einen Betrag handelt, der sehr gut für sinnvolle und notwendige Projekte, bspw. im Jugend- und Nachwuchsbereich oder der Fanarbeit hätte eingesetzt werden können. Als Spielvereinigung distanzieren wir uns von solch unsportlichem Verhalten, da es beim Fußball nichts zu suchen hat. Wir werden weiterhin den Austausch mit den Fanvertretern suchen und daran arbeiten, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.“

Ich habe im Juli 2016 in unserem Greuther-Weiber-Blog schon über die „Hitparade der Geldstrafen“ geschrieben. Da lag das Kleeblatt ja (noch?) im moderaten Mittelfeld. Frustrieren soll das heutige Urteil die Kleeblattprofis bitte nicht! Die Spannung bis zum Sonntag, 5. März, ist groß. Vor allem auch deshalb, weil der Club und das Kleeblatt im Moment punktgleich (29) in der Tabelle der Zweiten Liga stehen. Das heißt, es gibt für das „Spiel aller Spiele“ keinen echten Favoriten! Bislang fanden 261 Frankenderbys statt. Dabei gewannen 138 mal die Nürnberger, 74 mal die Fürther und 47 mal endete das Spiel unentschieden.

Dieses Spiel ganz schnell vergessen!

Ich bin tiefenentspannt aus dem Urlaub in der Steiermark zurückgekommen. Wirklich. Obwohl ich da mangels technischer Infrastruktur, aber dank des Kleeblatt-Radios Fußball quasi „nur“ aus zweiter Hand erlebt und kommentiert habe. Aber das hatte was! Uwo hat dann am vergangenen Samstag schon über die qualitativ mäßige Begegnung gegen Fortuna Düsseldorf (eher verhalten) gebloggt. Aber das heutige Auswärtsspiel des Kleeblatts gegen den Aufsteiger FC Würzburger Kickers war wirklich unterirdisch.

Die wenigsten Pässe kamen an, ein wirklicher Spielfluss war kaum existent. Erfreulich war die akustisch unüberhörbare Unterstützung der ca. 1500 angereisten Kleeblattfans in der (mit 10 000 Zuschauern) ausverkauften Flyeralarm-Arena. Die erste Halbzeit war an Zähigkeit und Ödness schwer zu unterbieten. Froh waren die Fans, als man endlich in die Halbzeitpause gehen konnte. Und dann passierte das, was ein Corporate-Designer als „Markenzeichen“ der Spielvereinigung definieren würde: Zwei Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit fiel mal wieder das Tor für die Gastgeber, heute: die Würzburger Kickers. Ausgerechnet durch den Mann mit dem (für Fürther) markanten Namen: Tobias Schröck. Erstaunlich: Das Kleeblatt-Team wunderte sich ob dieser 1:0-Führung nur wenig.

Doch schon vier Minuten später wurde aus dem 1:0 ein 1:1-Ausgleich. Unverdient. Das Kleeblatt kam zum Tor wie die Jungfrau zum Kind: Robert Zulj flankte einen Freistoß in die Mitte, der Würzburger Keeper Robert Wulnikowski faustete den Ball Junior Diaz aus kurzer Entfernung an den Oberkörper, von dort sprang der Ball völlig überraschend ins Tor. Der Innenverteidiger wollte noch retten, kam jedoch zu spät.

Nach zähen 90 Minuten ging die Partie (glücklich) mit 1:1 zu Ende. Das Foto der Mannschaft nach Spielende (oben) spricht doch Bände! Die Fahrt nach Würzburg hätte man sich sparen können. Egal, wir konzentrieren uns jetzt auf das Derby aller Derbies, die Partie gegen den 1. FC Nürnberg. Die findet am Sonntag, 5. März, um 13.30 Uhr im Fürther Ronhof statt. Und bis dahin muss sich das Kleeblatt sammeln, moralisch aufbauen, an seinem fußballerischen Können feilen. Und dann ist echte Leistung gefragt. Make the Kleeblatt great again!

Sieg Nummer 400 in der Zweiten Liga!

Also, am Anfang war das schon eine Enttäuschung: Da kommt man extra frühzeitig aus einem wunderbaren Langlauf-Urlaub zurück, um das Heimspiel des Kleeblatts gegen Fortuna Düsseldorf nicht zu verpassen – und was kriegt man geboten? Eine erste Halbzeit zum Gähnen, in der sich nach dem schwachen Auftritt in Aue schon die nächste Fürther Nullnummer ankündigte. Nichts wirklich Erwähnenswertes auf beiden Seiten, schlechtes Zuspiel, unkonzentrierte Aktionen. Doch wie aus dem Nichts gelingt Robert Zulj in der 41. Minute das Führungstor für die Spielvereinigung, nachdem sich die Düsseldorfer Abwehr um die falschen Kleeblattspieler gekümmert hat und der Ball direkt vor den Füßen von Zulj gelandet ist. Da lässt sich Zulj natürlich nicht zweimal bitten und sagt auf seine typische Art „danke“! 1:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff – strategisch nicht schlecht!

Seitenwechsel nach der Pause, und man fragte sich, was der Düsseldorfer Coach Friedhelm Funkel in der Kabine mit seiner Elf gemacht hatte. Denn die Fortuna schien wie verwandelt und startete fulminant in die zweite Spielhälfte. Ganz schnell hätte es da zum Ausgleich kommen können, wenn nicht sogar zum 2:1 für die Gäste. Die drehen immer mehr auf, setzen das Kleeblatt unter Druck. Fürth kann sich zunächst nur mit einer härteren Gangart – sprich: unerlaubten Aktionen – dagegen zur Wehr setzen. Vor allem Patrick Sontheimer erlaubt sich zu viel und sieht nach einem Foul an Kevin Akpoguma prompt die Gelbe Karte. Trainer Janos Radoki reagiert richtig und nimmt den jungen Spieler schnell vom Platz, bevor noch mehr Unheil passiert. Adam Pinter wird für Sontheimer eingewechselt (53. Minute), er kann aber heute kaum für Aufsehen sorgen. Auch Serdar Dursun fällt nichts Besseres ein, als gegen den gefährlichen Akpoguma den Ellbogen auszufahren – zu Recht gibt es für ihn ebenfalls Gelb. Immerhin: Die Partie ist jetzt richtig spannend, und der Druck durch die Fortuna wird immer stärker – dass den Gästen nach wie vor kein Gegentor gelingt, grenzt fast an ein Wunder.

Aber man braucht manchmal halt auch ein Quäntchen Glück im Fußball. Heute ist es eben der Spielvereinigung hold, bei der inzwischen Veton Berisha für Mathis Bolly ins Spiel gekommen ist (65.). Die Fortuna hat dagegen weniger Fortune, obwohl Trainer Funkel alles riskiert und zum dritten Mal wechselt – weiterhin ohne Erfolg. Im Gegenteil, die Rheinländer lassen in den letzten 20 Minuten der Partie deutlich nach, sehr zur Erleichterung der Gastgeber. Die drehen sogar noch mal richtig auf: In der 85. Minute gelingt Zulj fast das 2:0, aber eben nur fast. Kurz danach verletzt er sich durch einen unglücklichen Aufprall auf dem Boden, für ihn kommt in der bereits angebrochenen Nachspielzeit Sercan Sararer (90.). Die letzten Minuten werden noch einmal zur Zitterpartie – kann das Kleeblatt die knappe Führung über die Zeit bringen oder nicht?

Es kann, obwohl Schiedsrichter Patrick Alt nach den angesagten drei Minuten Nachspielzeit immer noch nicht Schluss machen will. Endlich – er schaut auf die Uhr und greift zur Pfeife! Gott sei Dank! Das Kleeblatt fährt mit diesem 1:0 übrigens einen historischen Sieg ein: Es ist der 400. in der Zweiten Bundesliga. Jede Menge Anlass zum Feiern also im Ronhof. Und dann am kommenden Freitag mit neuer Kraft und Selbstbewusstsein gegen die Würzburger Kickers antreten, die heute ihre lange 1:0-Führung nicht halten konnten und in Bochum am Ende noch mit 1:2 unterlagen. Und nach dem „kleinen Frankenderby“ folgt ja dann am 5. März das große, wenn der Club im Ronhof auflaufen muss.

Nullnummer aus der Ferne gesehen

Unser erster Blogbeitrag im Winterurlaub am Dachstein beklagte das verlorene Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach. Heute jetzt erlebten wir die Begegnung in der Zweiten Liga gegen den FC Erzgebirge Aue nicht per Sky am Laptop. Nein, wir haben das Spiel auf dem Kleeblatt Radiosender live gehört. Und ich muss feststellen: Das war richtig altmodisch und nostalgisch – passend zur urigen Atmosphäre hier in der Steiermark.

Aber was hilft die schönste Nostalgie, wenn das Spiel keine Tore hergibt und als Nullnummer endet. Das „Kräftetanken in heimischen Gefilden“ (das Kleeblatt hat die Winterpause ja in Fürth und nicht z. B. im Trainingslager in der Türkei oder Spanien verbracht) wie es einer der beiden Kleeblatt-Radio-Moderatoren nannte, konnte ich nicht erkennen. Gegen den Tabellenvorletzten nur wenige Torchancen herauszuholen, ist fast schon ein Armutszeugnis. Noch schlimmer: Wenn Kleeblatt-Keeper Balazs Megyeri nicht einige Fasttore der Erzgebirgler gehalten und so eine Blamage vermieden hätte, wäre das Lamento bei der Spielvereinigung wieder groß gewesen.

Also: Das 0:0 war wirklich keine Glanzleistung. Ich hoffe mal, dass wir nach unserer Rückkehr aus der Steiermark nach dem nächsten Heimspiel am kommenden Samstag, 18. Februar, im Fürther Ronhof in unserem Greuther-Weiber-Blog wieder einen sportlichen Erfolg – sprich: einen Sieg – kommentieren können.

Harte Woche fürs Fürther Kleeblatt

Morgen findet das erste Zweitliga-Heimspiel für die Spielvereinigung nach der Winterpause statt – gegen den aktuellen Tabellenführer Hannover 96. Das Kleeblatt geht zwar mit positiver Haltung an die schwierige Begegnung ran, hatte in dieser Woche aber erst mal die Niederlage gegen den TSV 1860 München zu verdauen. Da wurden sehr unglücklich drei Punkte liegen gelassen, vor allem Newcomer Stephen Sama wurde mit ungeschickten Aktionen zum Pechvogel des Tages.

Allerdings ist das Freitagsspiel nur der erste Kraftakt, dem sich das Kleeblatt in der nächsten Woche stellen muss. Noch wichtiger für die Mannschaft und den Verein wäre ein Weiterkommen im DFB-Pokal. Am nächsten Dienstag, 7. Februar, gastiert der Bundesligist Borussia Mönchengladbach in den Ronhof und will die Kleeblätter das Fürchten lehren. Zwar liegen die Borussen zur Zeit „nur“ auf dem 13. Tabellenplatz, aber beim DFB-Pokal gelten bekanntlich ganz eigene Gesetze, und in der Vergangenheit schied schon so mancher Favorit überraschend aus. Für die SpVgg war es schon mal ein großer Erfolg, sich nach den beiden Siegen gegen Norderstedt (4:1) und den Erstligisten FSV Mainz 05  (2:1, Tore durch Sercan Sararer und Veton Berisha/Foto) für das Achtelfinale zu qualifizieren.
Besonders erfreulich für Kleeblattfans ist es, dass die Achtelfinalbegegnung am 7. Februar ab 20.45 Uhr hier in Fürth stattfindet. Der Ticketverkauf läuft hervorragend. Prima, denn ein vollbesetztes Stadion und eine lautstarke Kulisse motivieren die Profis der SpVgg auf jeden Fall.

Drei Tage später, am Freitag, 10. Februar, geht es dann in der Zweiten Liga auswärts zum FC Erzgebirge Aue. Wie gesagt: eine schwere Woche!