Ein Schlupfloch gibt es immer!

Absperrungen, wohin man schaut und geht: Vor dem Frankenderby hat die Polizei heute das Gebiet um das Stadion im Ronhof hermetisch abgesperrt. Aber manchmal ist es von großem Vorteil, wenn man genaue Ortskenntnisse hat und alle Abkürzungen kennt. So ist es dem harten Fürther Fanpulk am Laubenweg offenbar gelungen, an der ersten Kontrollstelle durchzukommen, ohne die Karten vorzuzeigen, und direkt auf den Eingang des Stadions zuzulaufen – die Beamten immer schön vorneweg! So lobt man sich als Kleeblatt-Fan den Polizeischutz! Und da kann man dann auch schon ins Stadion rein, obwohl es offiziell erst später öffnet – und hat alle Zeit der Welt, die Choreografie fürs Derby vorzubereiten. So, und jetzt freuen wir uns auf das Spiel, das hoffentlich eine bessere Qualität hat als die letzten Partien sowohl auf Fürther als auch auf Nürnberger Seite!

Zitterpartie für Fürther Fans und Trainer

SpVgg Greuther Fürth - VfL BochumUff! Erst mal durchatmen! Diese letzten Minuten in der Partie gegen den VfL Bochum haben uns Greuther-Weiber wirklich Nerven gekostet! Das war ein Fußball-Thriller erster Güte, und Schiedsrichter Daniel Schlager wollte uns einfach nicht durch den Schlusspfiff erlösen… Zum Glück hatte die Geschichte dann doch einen (verdienten!) guten Ausgang. Und das in mehrfacher Hinsicht: Erstens hat die Spielvereinigung nach fünf Liga-Spielen (davon vier Niederlagen in Folge!) mit dem heutigen 2:1 endlich wieder einen Sieg eingefahren, und zwar – fast schon ein Wunder! – zu Hause im Sportpark Ronhof. Zweitens: Trainer Stefan Ruthenbeck bleibt dem Kleeblatt damit Gott sei Dank erhalten.

Der Begegnung mit der Mannschaft aus dem Revier lag eine äußerst interessante Konstellation zugrunde. Das beginnt damit, dass Gertjan Verbeek als ehemaliger Trainer des 1. FC Nürnberg für Fürth sowieso ein rotes Tuch ist. Dann stammt er zusätzlich aus den Niederlanden. Auf der fußballerischen Intimfeindschaft zwischen Deutschland und Holland muss man in einem Blog wie diesem nicht groß herumreiten – aber sie existiert nun mal! Schließlich liefen heute im Ronhof mit Marco Stiepermann, Johannes Wurtz und Tom Weilandt gleich drei gute Ex-Fürther Spieler auf. Sie kennen die Verhältnsse hier aus dem Effeff, was sicher nicht von Nachteil für ihren jetzigen Verein gewesen sein dürfte. Und ausgerechnet Stiepermann war über weite Strecken der herausragende Mann beim VfL Bochum, von Weilandt dagegen spürte man nicht viel.

Spannende Voraussetzungen also für das heutige Spiel, an das alle Kleeblattfans hohe Erwartungen knüpften. Und spannend sollte es von der ersten Minute an auch werden. Fürth begann ungeheuer druckvoll und sehr offensiv. Einige gute Chancen konnten jedoch – wieder einmal, muss man leider sagen! – nicht in Treffer umgemünzt werden. Dann schien es eine Zeit lang, als sei den Kleeblättern die Puste ausgegangen. Sie zogen sich in die eigene Hälfte zurück, was die Bochumer postwendend damit beantworteten, dass sie das Spiel an sich rissen. Doch die Hausherren schöpften neue Kraft und zeigten lobenswerten Einsatz. Sicher galt der vor allem Trainer Stefan Ruthenbeck, dessen Schicksal an einem dünnen Faden (nämlich dem Ausgang des heutigen Spiels) hing. Die Top-Einstellung der Mannschaft ließ sich vor der Pause zwar nicht mehr in Tore verwandeln, aber sie sendete wichtige Signale zur Trainerbank aus.

So gut wie selten aufeinander eingespielt zeigten sich Veton Berisha und Sercan Sararer. Das Motto „Gemeinsam“, das auf einem Transparent der Kleeblatt-Anhänger zu lesen war (Foto), wurde zum alles bestimmenden Leitfaden dieser Partie, die nach dem Seitenwechsel schnell wieder an Fahrt aufnahm. Für den am Knie verletzten Kapitän Marco Caligiuri brachte Ruthenbeck Bolly ins Spiel, was sich als durchaus geschickter Zug erweisen sollte. Die zwei umjubelten Treffer des Tages gelangen aber Sebastian Freis (51.) und Sercan Sararer (82.), und beide Male hatte Benedikt Kirsch seine Hand – respektive seinen Fuß – direkt davor mit ihm Spiel. Allerdings gab es nach dem 1:1-Ausgleich für den VfL durch den von Verbeek goldrichtig eingewechselten Gündüz (67.) für die Fürther noch einige Angstmomente zu überstehen. Und selbst die 2:1-Führung war bis zur letzten Sekunde in Gefahr, vor allem weil die Nachspielzeit von eigentlich drei Minuten sich beinahe verdoppelte.

Wie gesagt: eine wahre Zitterpartie für die Kleeblattfans. So etwas kostet Nervennahrung! Und die werden wir in ungefähr zwei Stunden beim Pfefferkarpfen-Essen mit Freunden sicher ausreichend bekommen.

Schnell, schnell zum Sportpark Ronhof!

Fanartikel_Fanmobil_2016Die Zweitliga-Saison 2015/2016 ist zu Ende. Gott sei Dank! Jetzt kann man mal verschnaufen und fußballfreie Tage genießen. Obwohl, ganz so ist es auch nicht. Da gab es das DFB-Pokal-Finale der Frauen und Männer und das Finale der UEFA Champions League der Männer und Frauen (das der VfL Wolfsburg im Elfmeterschießen nur knapp mit 3:4 gegen Olympique Lyon verlor). Außerdem waren ja die Relegationsspiele der diversen Ligen – die Resultate sind bekannt. Bis zum Anpfiff der Fußball Europa Meisterschaft 2016, die vom 10. Juni bis 10. Juli im krisengeschüttelten Frankreich stattfindet, sind es nur noch ein paar Tage.

In dieser Woche haben Kleeblattfans jetzt die Gelegenheit, sich mit weiß-grünen Fanartikeln einzudecken. Ab heute, 31. Mai, steht das Fanmobil der Spielvereinigung am Sportpark Ronhof | Thomas Sommer – direkt gegenüber dem Greuther Teeladen, beim Parkplatz vor der Kasse Süd. Hier können SpVgg-Fans einige Besonderheiten erstehen: Zum Beispiel das aktuelle Heimtrikot der Spielvereinigung (ab 25 Euro), Fanschals (ab 7 Euro) oder dekorativen Kleeblattschmuck. Wer die tollen Angebote nutzen möchte, ist dort von 10 bis 18 Uhr goldrichtig. Bis einschließlich kommenden Samstag (4. Juni) haben alle die Gelegenheit, Fanartikel zu stark reduzierten Preisen zu kaufen.  Alle Accessoires gibt es allerdings nur, solange der Vorrat reicht.
Also: Macht Euch schnell auf den Weg und schaut beim Kleeblatt-Fanmobil vorbei. Denn die Chance, ein Schnäppchen zu ergattern, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Fakten, Fakten, Fakten…

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDer „kicker“ ist für Fußballinteressierte die Leib- und Magenlektüre. Auch die Greuther-Weiber daten da regelmäßig ihr Wissen up. Wie zu jedem Saisonende hat das Sportmagazin in der vergangenen Woche eine „Bilanz der 2. Liga“ erstellt – das ist für Fans von Statistiken aufschlussreich.

Bei den besten Torjägern rangiert Sebastian Freis mit 12 Toren auf einem relativ guten 7. Platz. Ich erinnere an die Aufstiegssaison 2011/2012, als Olivier Occean (gemeinsam mit dem Frankfurter Spieler Alexander Meier) mit 17 Treffern auf Platz eins lag. Das ist leider Schnee von gestern. Bei den „Besten Vorbereitern“ (die besten Scorer) findet man Robert Zulj mit 17 Punkten auf dem 11. Platz. Die 17 Punkte ergeben sich aus von ihm erzielten Toren (8) und neun vorbereiteten Torschüssen, die ein anderer Spieler dann einlochte. Hinter Zulj sind Jurgen Gjasula (15 Punkte) und Freis (14 Punkte) zu finden.

Ernüchternd ist die Bilanz der „Top-Feldspieler“: Ganz vorne liegen Emil Forsberg (RB Leipzig), Vincenzo Grifo (SC Freiburg), auf Platz acht das Ex-Kleeblatt Niclas Füllkrug. Von einem Profi der Spielvereinigung ist niemand gelistet. Und auch bei den „Besten Torhütern“ gibt es keine Beteiligung des Kleeblatts. Immerhin ist aber Wolfgang Hesl, der seit dieser Spielzeit den Kasten von Arminia Bielefeld hütet, mit der Note 2,91 auf einem guten  sechsten Platz.  In der „Fair-Play-Tabelle“ rangiert die Spielvereinigung mit einer Roten Karte (Gjasula) und 78 Gelben Karten im Mittelfeld. Auf dem vorletzten Platz tummelt sich unser Erzfeind aus der östlichen Vorstadt mit drei  Roten, zwei Gelb-Roten und 75 Gelben Karten.

Jedes Jahr frustrierend aus Fürther Sicht ist die Bilanz der Zuschauer, die sich die Fußballspiele ihres Vereins angesehen haben. Hier führt der 1. FC Nürnberg souverän mit insgesamt 522 055 Zuschauern, das sind im Schnitt 30 709 Besucher/Spiel. Und das Kleeblatt? Das hatte mal gerade ein Drittel an Zuschauern (173 767) , was durchschnittlich 10 222 Besuchern/Spiel entspricht. Ich finde – und da rennen wir offene Türen ein – das Stadion im Ronhof ist zu selten gut besucht, geschweige denn ausverkauft. Naja, wird jetzt der eine oder andere Fan erwidern: bei den Leistungen…

Noch etwas: Ich als in Frankfurt geborene Fußballbloggerin habe bei den beiden Relegationsspielen natürlich der Eintracht Frankfurt die Daumen gedrückt, damit sie erstklassig bleibt. Und so kam es auch. Den Aufstieg des Clubs in die Bundesliga hätte ich einzig und alleine einem guten Freund gegönnt, der begeisterter Clubfan ist. Thomas hatte oft eine Dauerkarte, und wenn er die Hymne „Die Legende lebt“ anstimmte, wurde es sogar mir feucht in den Augen. Er war auch einmal das Thema eines Blogbeitrages. Thomas hätte sich über den Aufstieg des Clubs gestern sehr gefreut. Allerdings hätte er ihn nicht mehr erlebt. Thomas ist am vergangenen Freitag völlig überraschend mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben.

Ein Stück Haupttribüne als Erinnerung

Haupttribuene_SteinHeute Abend sollten sich echte Kleeblattfans unbedingt schon etwas früher zum Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig auf den Weg machen. Denn man kann vor dem Spiel an den Fanshops im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer etwas ganz Besonderes kaufen:
Stück für Stück wurde ja die alte Haupttribüne in den vergangenen Tagen abgetragen und  – das belegen Fotos leider zweifelsfrei – von dem alten Gemäuer ist nicht mehr viel sehen. Deshalb hat sich die Spielvereinigung etwas Originelles ausgedacht: Fans bietet sich die einmalige Gelegenheit, ein „Stück Tradition“ mit nach Hause zu nehmen.
Mauersteine der alten Haupttribüne werden in einem Rahmen der Größe 13 x 13 cm zum Kauf angeboten. Jedes Stück ist ein Unikat, und die Auflage ist auf 200 Stück limitiert. Den Vermerk findet man übrigens auch auf dem Rahmen (siehe Foto, das wird der Vereins-Website entnommen haben). Zum supergünstigen Preis von 19,50 Euro (Baujahr der Tribüne war 1950) können Kleeblattfans diese wertvollen Erinnerungsstücke erwerben.
Ich denke mal, diese 200 Mauersteine werden heute Abend so schnell weggehen wie Derbykarten.

Ganz und gar kein Wiederauftakt nach Maß

Fürth gegen PauliFürth gegen Pauli, das ist ein Klassiker, der traditionell einiges an Brisanz und Spannung verspricht. Man muss sich da nur das Hinspiel aus dem August 2015 zu Gemüte führen: 2:3 endete die wirklich sehenswerte Partie damals aus Sicht der Fürther, denkbar knapp also und Fürths Trainer Ruthenbeck war von der spielerischen Leistung seines Teams auch durchaus angetan. Vielmehr ärgerte sich Ruthenbeck hinterher heftigst darüber, dass offensiver Fußball in der Zweiten Liga (Ruthenbeck nannte sie damals sogar „Scheiß-Liga“) einfach nicht belohnt werde. Jetzt, zum Wiederauftakt nach der Winterpause, wollten die Fürther freilich die Chance zur Revanche nutzen und möglichst gleich mit einem Sieg ins Jahr starten.

Zumindest in den ersten 20 Minuten sah es gar nicht so schlecht aus. Immerhin wurde den Zuschauern ein gutes, intensives Spiel geboten mit leichten Vorteilen für die Gastgeber, nur eben ohne Torerfolg. Die beste Chance zur Führung hatte Berisha in der 21. Minute, sonst gab es zunächst keine deutlichen Chancen auf beiden Seiten zu verzeichnen. Nach einer halben Stunde wurden die Hamburger allerdings aktiver, ließen nicht mehr so viele Aktionen der SpVgg zu und wurden für ihre Angriffslust auch prompt belohnt. In der 34. Minute nutzte Marc Hornschuh die Konfusion im Fürther Strafraum zum 1:0 für Pauli, allerdings sah das Ganze zumindest in der Zeitlupenansicht doch verdächtig nach Abseits aus…

Nach dem Wechsel machte Pauli druckvoll weiter und hatte auch die besseren Möglichkeiten, die Führung auszubauen. In der 62. Minute gelang Waldemar Sobota schließlich das 2:0 für St. Pauli. Nach einem Ausrutscher von Gießelmann konnte der polnische Nationalspieler das Leder ungehindert am Fürther Keeper vorbei ins Tor schlenzen. Das war ganz und gar keine Glanzleistung, die die SpVgg da abgeliefert hat. Viel zu ungenau und zu harmlos agierten die Fürther – man hatte nie das Gefühl, sie könnten die Partie zu irgendeinem Zeitpunkt noch drehen.

Ganz und gar kein Wiederauftakt also nach Maß für die Fürther…

Hamburg, meine Perle – Zieh‘ Dich warm an!

Der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga wäre natürlich schön gewesen, die bevorstehenden Relegationsspiele machen das Ganze aus Fansicht aber viel spannender. Mit dem Hamburger SV steht der Spielvereinigung ein schwerer Brocken bevor, ein traditionsreicher Verein gegenüber, der in der Saison 2013/14 allerdings unter seinen Möglichkeiten spielte und glücklich ist, überhaupt noch den Relegationsplatz geschafft zu haben.

So war dann auch die Stimmung gestern nach dem gewonnen Heimspiel gegen den SV Sandhausen in der Gustavstraße relaxt und entspannt. Der dekorative Brauereiwagen des berühmten Fürther Bieres stand dekorativ am Straßenrand. Viele Fans tranken im Gespräch einen Schluck auf das 2:0 und den erreichten Relegationsplatz. Einig waren sich alle: In den Relegationsspielen werden die Kleeblätter mit Leidenschaft und Herzblut agieren und zeigen, dass der Wiederaufsteig verdient wäre. Die beiden Kontrahenten Hamburger SV und Spielvereinigung sind in vielen Bereichen komplett unterschiedlich, es erinnert ein wenig an einen Kampf zwischen David und Goliath. Nehmen wir mal die Zuschauerkulisse: Das erste Duell beginnt am Donnerstag, 15. Mai, um 20.30 Uhr in der mit 57.000 Fans ausverkauften Imtech-Arena des HSV. Das Rückspiel steigt dann am Sonntag, 18. Mai, ab 17 Uhr vor gut 18.000 Fans im Sportpark Ronhof. Bei den Spielergehältern wird die Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen dem Kleeblatt und dem HSV deutlich: Etwa 1,8 Millionen Euro Jahresgehalt kassiert ein HSV-Profi im Schnitt. Die Fürther kommen gerade mal auf 200 000 Euro. Der Personal-Etat der mit 100 Millionen Verbindlichkeiten belasteten Hamburger liegt bei 43 Millionen Euro. Die schuldenfreien Kleeblätter stemmen das mit einem 7,2-Mio-Mini-Etat.
Aber sportlich legen die Fürther vieles auf ihre Seite der Waagschale: Die SpVgg tritt mit dem besten Zweitliga-Sturm (64 Tore) gegen die Bundesliga-Schießbude (75 Gegentore) an. Und auch konditionell muss sich das Kleeblatt nicht verstecken. Mit 4.118 Kilometern (121,1 km pro Spiel) übertreffen die Franken die HSV-Profis (3.805 km, 115,3 km/Spiel) in Sachen Laufbereitschaft klar. Mit Ilir Azemi verfügt das Kleeblatt über einen Torschützen, der sich in den letzten Begegnungen kontinuierlich steigerte. Und Keeper Wolfgang Hesl ist eine sichere Bank, wenn es darum geht, das eigene Tor sauber zu halten. Im direkten Vergleich hat der HSV die erste Bundesligabegegnung übrigens mit 1:0 gewonnen, das Rückspiel ging dann unentschieden 1:1 aus. Und beim DFB-Pokal im September 2013 erzielten die Hamburger auch nur ein Tor, das war dann auch der Endstand.

Insgesamt könnte das Kleeblatt ohne Druck und mit aufmerksamen Aktionen die angeschlagenen Hamburger in ihre Schranken wiesen. Ein klarer Vorteil ist es aus meiner Sicht, dass das erste Spiel im Hamburg stattfindet. Denn wie immer die erste Partie auch ausgehen mag: Beim Rückspiel am Sonntag vor heimschem Publikum kann die Spielvereinigung dann alles möglich machen. Der Aufstieg nach nur einer Zweitliga-Saison ist für das Kleeblatt auf jeden Fall zu schaffen! Und nach der gewonnen Relegation muss dann Lotto King Karl den Liedtext seiner Fußballhymne umschreiben:“Wenn Ihr aus Fürth kommt, dann haben wir keine Chance. Wenn wir im Ronhof sind, dann Bundesliga tschüss.“

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Noch eine Stunde bis zum Anpfiff

Es dauert nur noch knapp 60 Minuten bis zum Anpfiff in der Trolli Arena. Dann beginnt das entscheidende Spiel für das Kleeblatt gegen den SV Sandhausen um den Aufstieg in die Bundesliga. Die Partie wird ausverkauft sein.  Wer jetzt noch kein Ticket hat, der muss sich das Spiel woanders ansehen.
Heute morgen um 10 Uhr fand der Saisonabschluss-Gottesdienst in der St. Michael-Kirche statt. Viele ehrwürdige Honoratioren der Stadt und Veranwortliche der Spielvereinigung waren mit ihren Familien gekommen, um sich die ganz auf Fußball abgestimmte Predigt von Dekan Jörg Sichelstiel anzuhören. Er fand die richtigen Worte – eine Gratwanderung zwischen Pro und Contra Fußball und brisanten Themen wie Menschenwürde und Fairness rund um das Geschäft mit dem Ball. Viele Gottesdienstbesucher hatten passende Accessoires an, so z.B. grüne Pumps zu weißem Blazer mit weiß-grünem Tuch oder gedeckte Anzüge in Kombination mit einem Greuther-Fürth-Schal.

Ab 12 Uhr marschierten dann Fürther Kleeblattanhänger gemeinsam vom Rathaus in Richtung Ronhof. Sie wollten vor allem auch lautstark und mit Transparenten zeigen, dass ihnen daran läge, wenn aus der Trolli Arena wieder ein Sportpark Ronhof würde. Der Verkehr war längere Zeit blockiert, vorbeifahrende Auofahrer machten aus dem Fenster Erinnerungsfotos mit dem Handy.

In knapp drei Stunden wissen wir, wer direkt in die erste Liga aufgestiegen ist und wer nicht. Natürlich würde ich es der Spielvereinigung wünschen, dass sie es direkt ohne Relegationsspiel schafft. Aber wie sagte Pfarrer Sichelstiel so treffend: Die Paderborner Mannschaft und deren Fußballfans sind ja auch nur Menschen, die unseren Respekt und Achtung verdienen.

Das wird heute ein friedliches Kärwaspiel

Das erste Kärwa-Wochenende war super – tolles Wetter, kulinarische Highlights und friedliche Stimmung. Heute ist es trüber, aber echte Kleeblattfans sind dennoch bester Laune. Heute Abend findet nämlich um 20.15 Uhr das Heimspiel im Ronhof gegen Dynamo Dresden statt. Im Vorfeld haben viele schon Bedenken geäußert, diesen brisanten Gegner ausgerechnet dann in Fürth zu begrüßen, wenn hier Kirchweih ist. Wir haben im Greuther-Weiber-Blog hier auch darüber gepostet. Aber inzwischen habe ich mich mit einigen Fürther Bürgern unterhalten und deren Meinung dazu ist einhellig: Das wird ein spannendes und faires Spiel werden. Und die Gäste werden die Atmosphäre genießen. Das Foto oben entstand übrigens beim Einlaufen des Kleeblatt-Teams beim Spiel im Februar 2012 in Dresden.

Trainer Frank Kramer kommentiert im Vorfeld auf der Website des Vereins:

„Am liebsten ist es mir, wenn die Fans nach dem Spiel in der Trolli ARENA feiern. Natürlich gewinnt man während der Kirchweih besonders gern, weil man weiß, dass die Party für die Anhänger dann noch größer ausfallen könnte. Aber auf dem Platz darf das keine Rolle spielen. Da müssen wir uns von diesem Umstand lösen und ganz seriös an die Aufgabe herangehen“.

Die Spielvereinigung wird heute Abend natürlich mit aller Macht versuchen, den am Wochenende an den 1.FC Köln verlorenen ersten Tabellenplatz zurückzuerobern. Und auch der 1. FC Union Berlin ist uns schon wieder auf den Fersen.
Ich hoffe, dass die sächsischen Fußballfans nach dem Spiel friedlich zu ihren Autos bzw. Zügen zurückkehren und relaxt nach Hause fahren. Das wäre dann ein gelungener sportlicher Abend während der schönsten Jahreszeit in Fürth.

Ein Wiedersehen mit Olivier Occean?

Am Montag, 12. August, findet im Ronhof um 20.15 Uhr mit dem dritten Saisonspiel eine hochinteressante Begegnung statt: Der 1. FC Kaiserslautern tritt gegen das Kleeblatt an. Ich erinnere mich gerne an das letzte Spiel. Damals – im Januar 2010 – haben die Fürther mit 3:0 durch ein Tor von Nicolai Müller und zwei Treffer von Bernd Nehrig gewonnen.
Ungewöhnlich und brisant wird die Partie aber vor allem deshalb, weil seit Juli 2013 der Ex-Kleeblatt Olivier Occean für den KSC spielt. Der Stürmer wechselte auf „Leihbasis“ für zwei Jahre vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt auf den Betzenberg. Die Verantwortlichen einigten sich über das Leihgeschäft  (gültig für Bundesliga und 2. Liga) und eine Kaufoption für ein weiteres Jahr.
Der kanadische Nationalspieler Occean hatte ja ganz wesentlich zum Auftstieg der Fürther in die erste Liga beigetragen – in der Saison 2011/12 traf er 17 Mal ins gegnerische Tor. Und am Montag wird Occean garantiert das letzte aus sich herausholen, um sich vor dem Fürther Publikum optimal zu präsentieren.

Auf der Vereins-Website werden die KSC-Fans schon mal auf das Aufeinandertreffen mit dem aktuellen Tabellenführer in Fürth eingestimmt:

„Trotz des guten Saisonstarts sieht Coach Kramer noch deutlichen Steigerungsbedarf, forderte für die künftigen Partien konstante Konzentration endlich einmal über die gesamten 90 Minuten. Die wird auch nötig sein, damit für sein Team das vierte 2:0 im vierten Pflichtspiel 2013/14 überhaupt denkbar ist. Die Roten Teufel dagegen werden alles tun, damit die Serie der Franken im Spitzenspiel reißt.“

Das Sportpark Ronhof wird mit bislang 12 000 verkauften Karten eine stimmungsvolle Kulisse bieten. Die Kleeblattfans freuen sich auf den Montagabend – hoffentlich bei Superwetter, einem spannenden Spiel und vielen Toren für die SpVgg.