Kein Glück für Duisburg am „Zebrastreifen-Tag“

Jaaaa! So könnte es immer weitergehen für das Kleeblatt! 1:0 auswärts gegen den MSV Duisburg (Foto: Sportfoto Zink)! Und das bedeutet: der erste Auswärtssieg seit dem 3. März dieses Jahres, als die SpVgg Greuther Fürth das Franken-Derby in Nürnberg gewonnen hatte. Bis zuletzt mussten die Fürther Fans allerdings zittern. Denn die „Zebras“ versuchten alles, um ihre bisherige desaströse Bilanz dieser Spielzeit – 0 Tore,  0 Punkte – zu verbessern. Und dann ist ja heute auch noch „Tag des Zebrastreifens“, das hätte doch ein gutes Omen für den MSV sein können.
Aber es kam, wie so oft, wenn man im Fußball einen Sieg unbedingt erzwingen will, anders. Schon nach 99 Sekunden ging Fürth weiter lesen

BILD-Zeitung überschreitet Grenzen

SpVgg Greuther Fürth II - TSV BuchbachAm letzten Samstag hat sich der Kleeblatt-Keeper Bastian Lerch beim Punktspiel der Regionalliga-Mannschaft der SpVgg gegen den TSV Buchbach schwer am Kopf verletzt. Der 19-Jährige erlitt bei einem heftigen Zusammenprall mit einem Gegenspieler (der traf Lerch mit den Stollen an der Stirn, das Foto oben entstand kurz vor dem Unfall) ein offenes Schädel-Hirn-Trauma, das noch am gleichen Tag im Uni-Klinikum Erlangen in einem neurochirurgischen Eingriff operiert wurde. Bastian Lerch konnte am Montag die Intensivstation verlassen. „Nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten gibt es aktuell keine Anzeichen, dass Spätfolgen zurückbleiben, die Operation ist trotz der Schwere der Verletzung gut verlaufen“, so der Sportdirektor der SpVgg, Martin Meichelbeck, auf der Website des Vereins. „Basti wird die Woche noch im Klinikum verbringen, braucht jetzt und auch in den folgenden Tagen absolute Ruhe. Außerdem hat er für die kommenden Wochen ein absolutes Sportverbot…Wir bitten auch alle Medienvertreter, dem jungen Mann nach dieser schweren Verletzung erstmal Ruhe zu gewähren. Sollte es Neuigkeiten geben, werden wir die selbstverständlich rechtzeitig und von uns aus kommunizieren.“

So weit so gut. Allerdings hatte ein Reporter der BILD gestern nichts Besseres zu tun, als sich in die Erlanger Uniklinik zu begeben und dort zu „recherchieren“, wie es Bastian Lerch geht. Ein unsägliches rücksichtsloses Verhalten, für das keine ernstzunehmende Journalistin oder Journalist Verständnis haben kann. Dazu die Stellungnahme der Verantwortlichen der Spielvereinigung, die wir hier im Wortlaut abdrucken und der nichts hinzuzufügen ist:

„Boulevard-Journalismus ist sicherlich polarisierend. Schwarz und Weiß, verkürzte Darstellungen – diese Form der Berichterstattung wird seit jeher immer wieder kontrovers diskutiert, aber eben auch von vielen Menschen konsumiert. Am Montag wurde allerdings im Fall Bastian Lerch eine Grenze überschritten, die die Verantwortlichen der SpVgg Greuther Fürth nicht hinnehmen wollen. Ein BILD-Reporter hat in der Uniklinik Erlangen den am Kopf operierten Bastian Lerch besucht oder besser gesagt überrumpelt. Zwar mit der Zustimmung des in dieser Situation wohl überforderten Spielerberaters, der unter Schock stehenden Eltern und des letztlich verdutzten Spielers, der gerade von der Intensivstation in eine normale Abteilung verlegt wurde.
Der Verein, der zuvor als Ansprechpartner diente, wurde über diesen Besuch erst nachträglich informiert und erfuhr erst am Nachmittag davon. Für die Verantwortlichen ist damit eine klare, moralische Grenze überschritten worden. Einen jungen Menschen, der erst Samstagnacht am Kopf einen neurochirurgischen Eingriff über sich ergehen lassen musste, und zwei geschockte Personen so zu überrumpeln, wollen wir als Verein nicht hinnehmen und werden deshalb unsere Konsequenzen daraus ziehen. Wir waren in unserer Kommunikation sehr offen, haben schon seit Sonntag diverse Medienanfragen ausführlich beantwortet und auch und gerade die dieses Reporters. Er wusste also, in welchem Zustand sich der Spieler befand. Warum man einen Spieler unmittelbar nach dessen Entlassung von der Intensivstation und gegen das Anraten der anwesenden Krankenschwestern dennoch mit dem Besuch unter Druck setzt, ist menschlich extrem fragwürdig. Noch am Montagabend wurde versucht, die Sichtweise des Vereins dem betreffenden Journalisten mitzuteilen. Eine Einsicht war dabei leider nicht zu erkennen.

Es geht hierbei – und das wollen wir ausdrücklich hervorheben – nicht um eine kritische Berichterstattung, die der Vereinsseite nicht gefällt. Es geht rein um moralische Fragen. Und was würde es bedeuten, wenn wir diese Form der Berichterstattung zulassen, beziehungsweise uns nicht dagegen zur Wehr setzen? Stimmen wir dann nicht indirekt diesem Vorgehen zu? Jeder Mensch, der schon mal in dieser Lage war, wird nachvollziehen können, dass in dieser Phase Besuch sicherlich gern gesehen ist: Familie, engste Angehörige und gute Freunde können einem Kraft geben. Aber will man in dieser Phase einem Medienvertreter Fragen beantworten und ein Foto machen? Kann man die Tragweite in dieser Phase einschätzen? Sorry, liebe BILD, diese Form des Sensationsjournalismus geht in unseren Augen überhaupt nicht. Spieler und Trainer werden immer nur als Hochleistungs-Maschine gesehen, in Hochzeiten bejubelt, in schlechten Phasen kritisiert. Damit muss man im Profifußball leben. In diesem Fall wollen wir das nicht. Es gibt Grenzen und die wurden dieses Mal deutlich überschritten.“

Inzwischen hat die BILD übrigens reagiert: Online-Chef Julian Reichelt erklärte via Twitter: „Vier Erwachsenen ihren Verstand abzusprechen – DAS ist eine moralische Grenzüberschreitung, @kleeblattfuerth!“ Und damit noch nicht genug: „Armselig, Fürth!“

Kleeblatt-Nachwuchs baut uns auf!

Über das Ergebnis des ersten Bundesligaspiels der Spielvereinigung Greuther Fürth gegen Kaiserslautern am vergangenen Samstag will ich mich nicht mehr auslassen. Das Resultat war ernüchternd, wenn auch nicht überraschend. Wie sich die Kleeblätter am kommenden Freitag im Playmobil-Stadion gegen den FSV Frankfurt schlagen werden, bleibt abzuwarten. Die Frankfurter haben ja im ersten Spiel gegen Duisburg auch 1:2 verloren…

Aufgebaut hat mich allerdings die Leistung der „kleinen Fürther“ gegen Eintracht Frankfurt II. Beim Auftakt der Regionalliga Süd hat der Kleeblatt-Nachwuchs ein Tor geschossen und die hessische Mannschaft 1:0 besiegt. Daran werde ich mich in Zukunft festhalten, sollten sich die Fürther Profis mit dem Toreschießen und Gewinnen schwer tun. Das U23-Team verdient unsere Unterstützung. Schade, dass nur 127 Zuschauer die Partie gesehen haben!

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg mehr Erfolg hatte als die Profis: 2:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden II. Aber das interessiert einen Fürther Fan nur am Rande…