4:0 – Fußball-Fest im Ronhof!

Wahrscheinlich war es besser, dass sie sich nicht fotografieren ließen, die St. Pauli-Fans, mit denen ich mich heute Mittag unterhalten habe, als sie zum Ronhof gingen. Zuerst wollten sie, dann haben sie doch einen Rückzieher gemacht. Da konnten sie ja noch nicht wissen, wie schlecht ihre Mannschaft heute aussehen würde gegen unser Kleeblatt. Sie tippten auf einen 2:0-Sieg. 2:0 – das war dann allerdings der Pausenstand. Aber nicht für St. Pauli, sondern für Fürth! Und im zweiten Durchgang haben unsere Jungs diesen Spielstand sogar noch verdoppelt. 4:0 gegen St. Pauli, beinahe wäre die Partie sogar noch 5:0 ausgegangen. Partystimmung im Ronhof!

Es hat einfach alles gepasst heute. Zwar dauerte es ein bisschen, bis Drive ins Spiel kam. Man beschnupperte sich erst mal gegenseitig und schaute, was die andere Mannschaft so macht. Doch nach 20 Minuten ist das dem Kleeblatt nicht mehr genug. Khaled Narey hat seine erste gute Chance, die nächste folgt auf dem Fuß. Dann ist es jedoch Maxi Wittek, dem mit dem 1:0 (33. Minute) sein zweiter Saisontreffer gelingt. Schon danach lässt St. Pauli den Kopf hängen und Fürth viel zu aktiv agieren. David Raum wittert seine Chance und hebt den Ball zunächst übers Tor, kurz danach aber trifft er ins linke Eck: 2:0 – eine komfortable Situation zur Pause. Wenn man sich nicht so dumm anstellt wie der 1. FCN letzte Woche gegen Kiel, ist das schon die halbe Miete. Aber Fürth ist ja Gott sei Dank nicht der Club und folglich auch kein Depp.

Rechtzeitig zum Beginn der zweiten Halbzeit scheint die Sonne über dem Laubenweg – ein gutes Omen. Fürth spielt sofort nach dem Anpfiff aggressiver als die Gäste. Und dann macht Khaled Narey aus dem Fast-Tor im ersten Durchgang ein tatsächliches – 3:0 (72.). Julian Green, in der letzten Zeit leider immer wieder verletzt oder erkältet, kommt heute endlich zurück und wird von Minute zu Minute besser. Mit dem 4:0 belohnt sich der zierliche Stürmer selbst (79.)

Der Hamburger Kiezverein lässt sich dagegen in der zweite Runde immer mehr hängen, gibt sich zu schnell auf. Da wäre ein wenig mehr Selbstbewusstsein, wie es die rund 2000 Fans aus Hamburg (Wahnsinn, Hut ab!) mitbrachten, nötig gewesen, um eine Blamage zu vermeiden. Endlich war heute auch unser Stadion wieder einmal besser besetzt als in den vergangenen Wochen – 10.810 Besucher, das ist bei der windigen Kälte ganz anständig. Die Fanbusse (siehe mein Foto oben) waren unermüdlich im Einsatz, und das für die Anhänger beider Teams.

Schade ist nur eins: Das Kleeblatt bleibt trotz dieser Super-Leistung vorläufig auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen. Mal sehen, ob sich da morgen noch was ändert. Könnte durchaus sein, denn Dresden, das jetzt einen Platz vor Fürth rangiert, muss morgen gegen Fortuna Düsseldorf ran. Und die will sicher zurück an die Tabellenspitze.

Wie gefällt Ihnen der neue Stadionname?

SpVgg Greuther Fürth - Pressetermin Sportpark RonhofEin echtes Politikum ist für viele Fürther seit Jahren die Frage, wie das Fußballstadion  am besten heißen sollte. Nach Playmobil-Stadion, Trolli ARENA und „Stadion am Laubenweg“ wird es sich ab sofort „Sportpark Ronhof | Thomas Sommer“ nennen – das neue Logo/Emblem kann man auf dem Foto sehen. Für die meisten eingefleischten Kleeblattfans ist das Stadion einfach „Der Ronhof“, sie werden mit Genugtuung auf die Rückkehr zum ursprünglichen Namen reagieren. Die Ergänzung „Thomas  Sommer“ ist der langfristigen Partnerschaft mit dem Immobilienunternehmer Thomas Sommer geschuldet, der sich für fünfeinhalb Jahre die Namensrechte sichert. Wie der Zusatz bei den SpVgg-Anhängern ankommt – man wird sehen.

Präsident Helmut Hack kommentiert den neuen/alten Namen auf der Vereins-Website so:

„Das Thema Namensrecht hat uns ja schon länger beschäftigt. Wir haben immer versucht, dabei auch den traditionellen Ansatz nicht zu vernachlässigen. Wir haben nun einen Partner gefunden, der uns auf der einen Seite die notwendigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen garantiert, auf der anderen Seite aber auch unseren traditionellen Stadionnamen zurückgibt.“

Thomas Sommer ist seit über zehn Jahren in unterschiedlichen Formen Partner der Spielvereinigung und weitet sein Engagement nun aus.

„Ich freue mich, dass ich es ermöglichen kann, dass das Stadion wieder seinen alten Namen, in Ergänzung mit meinem Firmennamen, erhält. Mit dem Sportpark Ronhof verbinden wir alle so viele Erinnerungen und ich freue mich auf die vielen tollen Erlebnisse, die nun folgen werden. Deshalb war es mir besonders wichtig, dieses Engagement langfristig anzulegen.“

Also werden die Zuschauer des ersten Heimspiels in der Rückrunde der Zweiten Bundesliga schon am kommenden Sonntag, 7. Febraur, zum Sportpark Ronhof | Thomas Sommer gehen. Das Spiel gegen den FC St. Pauli beginnt um 13.30 Uhr – und es endet hoffentlich mit einem Heimsieg!

Wie gefällt Euch der Name Sportpark Ronhof - Thomas Sommer

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Kleeblattfans: Heute 19.03 Uhr ist Fan-Stammtisch

Fanstammtisch_Juni_2015Habt Ihr heute Abend schon etwas vor? Egal, auf jeden Fall sollten sich echte Kleeblattanhänger nicht den ersten Fan-Stammtisch dieser Saison entgehen lassen. Primär soll die sportliche Situation der laufenden Spielzeit und die gesamte Entwicklung der Spielvereinigung diskutiert werden. Beginn ist – wie immer – zur symbolträchtigen Uhrzeit, also 19.03 Uhr, im STECHERT Business- und Tagungszentrum. Wer es noch nicht kennt: Es befindet sich im Stadion am Laubenweg, Zugang und Parken über/auf Parkplatz B. Einlass ist ab 18.30 Uhr, die Veranstaltung endet gegen 22.00 Uhr.

Den Fragen interessierter Kleeblattfans stellen sich Cheftrainer Stefan Ruthenbeck, Direktor Sport Martin Meichelbeck, Direktor Profifußball Michael Mutzel, Kleeblatt-Kapitän Marco Caligiuri, sowie Leiter Fanwesen Nicolas Heckel und der Fanbeauftragte Patrick Benninger. Alle Verantwortlichen werden Rede und Antwort stehen und hoffentlich auch kritische Fragen beantworten. Ich denke, es wird nicht so heiß hergehen wie im Juni (Foto), als der Verein die Fans eingeladen hatte. Damals war das Kleeblatt nur knapp dem Abstieg entgangen und dementsprechend aufgeheizt war die Stimmung der Fans.
Alle Kleeblatt-Fans sind eingeladen, heute Abend Fragen und Anregungen zum Fanstammtisch mitzubringen. Wer Lust hat, kann seine Fragen schon mal vorab der Spielvereinigung zukommen lassen. Dazu schickt die Fragen mit Eurem Namen per Mail an folgende E-Mail-Adresse: fanstammtisch@greuther-fuerth.de.

Fußballerisch gesehen: ein versauter Kärwa-Start!

Da hatten wir heute wirklich Traum-Voraussetzungen: Ein echtes Bilderbuchwetter zum Feiertag und vor allem zum Start der Färdder Kärwa. Mit drei Schlägen hatte am Vormittag Oberbürgermeister Thomas Jung das erste Fass Kärwa-Festbier angestochen, seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder ein Grüner-Festbier, etwas süßer und vor allem stärker als das Helle von Grüner. Pfarrer Volker Zuber von Sankt Michael war zum letzten Mal vor seiner Pensionierung im Mai nächsten Jahres bei der Eröffnungsveranstaltung am Fürther Stadttheater dabei und sprach deshalb ein paar Worte; er wünschte der Michaelis-Kärwa einen segensreichen und friedlichen Verlauf. 1000 weiße und grüne Luftballons stiegen in den blauen Himmel, Böllerschüsse am Karlsteg setzten das Zeichen für den offiziellen Kärwa-Beginn. Und die Kleeblatt-Fans setzten sich in Richtung Ronhof in Bewegung – da noch bei bester Laune.

Doch die sollte ihnen am Laubenweg schnell vergehen. Nur 111 Sekkunden brauchte der VfL Bochum zum Führungstor, das Simon Terodde nach einer Ecke gelang; der Fürther Marco Caligiuri hatte in dieser Situation ziemlich schlecht ausgesehen. Der Schock dieses schnellen Tors saß offenbar tief, denn dem Kleeblatt wollte nichts mehr so recht gelingen in dieser Partie. Zu unpräzise spielte das Team, es fehlte an allen Positionen immer wieder an einem: an Genauigkeit. Auch als in der 20. Minute Derby-Held Sebastian Freis für den angeschlagenen Marco Stiepermann kam, hatte das keinerlei Auswirkungen. Vielmehr schaffte schon vier Minuten später die Revierelf das 2:0 durch einen Weitschuss von Marco Terrazzino. Zwei Torchancen, zwei Tore: So effektiv trat Bochum auf, während bei den Fürthern in der ersten halben Stunde trotz acht Torschüssen einfach gar nichts passte. Und schon in der 31. Minute fiel das 3:0 für die Gäste. Erst sah es nach einem zweiten Treffer durch Terrazzino aus, aber dann wurde auf Eigentor durch Benedikt Röcker entschieden, der heute von Anfang bis Ende einen wahrhaft schwarzen Tag hatte.

Seit fünf Spieltagen ohne Niederlage, vier Siege nacheinander: So war das Kleeblatt in die Partie gegangen, während der VfL Bochum zuletzt mit drei Unentschieden und einer Niederlage eine Krise durchgemacht hatte. Doch ausgerechnet beim Kärwa-Spiel in Fürth überwanden die Bochumer dieses Tief und düpierten das Kleeblatt. Denn nach der Pause kamen die Hausherren gar nicht mehr ins Spiel, hatten anscheinend bereits resigniert. Und so folgte der vierte Treffer der Gäste in der 54. Minute, wiederum durch Terodde. In Minute 71 machte schließlich Peniel Mlapa – ausgerechnet ein ehemaliger Spieler des 1. FC Nürnberg! – das 5:0 für Bochum klar. Da nützte es auch nichts, dass kurz zuvor Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck Robert Zulj und Domi Kumbela für Goran Sukalo und Tom Weilandt eingewechselt hatte – auch den frischen Ersatzspielern gelang heute rein gar nichts – so wie die ganze Mannschaft nichts riss. Und deshalb gibt´s heute hier in unserem Blog auch kein Foto des Kleeblatts, sondern eines mit jubelnden Bochumern, die völlig berechtigt so hoch gewonnen haben.

Als enttäuschter Fan kann man heute nur auf die Kärwa gehen und sich mit einem Grüner – oder auch mehreren – und Baggers vom Grauberger über den Frust hinwegtrösten. Die Spielvereinigung hat die Chance, sich in der nun kommenden Länderspiel-Pause zu regenerieren und – hoffentlich! – wieder zu ihrer zuletzt gezeigten Form zurückzufinden. Denn die wird die Mannschaft brauchen: Der nächste Gegner heißt nämlich SC Freiburg. Der musste zwar heute kurzzeitig die Tabellenführung an Bochum abtreten, aber ihm reicht morgen in Karlsruhe schon ein Unentschieden, um sie zurückzuerobern. Einziges Glück fürs Kleeblatt heute: Auch St. Pauli hat diesen Spieltag verpatzt: durch eine 1:3-Niederlage gegen Sandhausen. So bleibt Fürth vorerst auf Rang vier – ziemlich schmeichelhaft!

Historischer Vertrag im Ronhof

Supergute Nachrichten für die Fürther Fußballfans: Der Pachtvertrag des Ronhofs wird bis zum 30. Juni 2050 verlängert. Eine Entscheidung, die für Generationen von Kleeblattfans bedeutsam ist. Heute setzten OB Thomas Jung – die Stadt ist ja Hauptpächter des Geländes – und Grundstückseigentümer Conny Brandstätter ihre Unterschriften unter den fast schon historischen Vertrag. Der Pachtzins bleibt mit 420.000 Euro im Jahr unverändert. Grundstückseigentümer Conny Brandstätter hatte noch eine weitere positive Nachricht im Gepäck. Der Ronhof wird in eine Familienstiftung eingebracht, somit kann das Gelände nicht mehr verkauft werden. Mit anderen Worten: Der Ronhof wird auch in hundert Jahren noch stehen! Wenn das die Herzen der Kleeblattanhänger nicht höher schlagen lässt!

Für die Spielvereinigung ist der Vertrag besonders wichtig, da so die Modernisierung des Stadions in Angriff genommen werden kann. Der Traum vieler Kleeblatt-Fans, dass das Gelände im Ronhof noch sehr lange Zeit die Heimat der SpVgg bleiben soll, ist somit in Erfüllung gegangen. Es wird keine Pläne mehr geben, ein neues Stadion an der Peripherie der Stadt zu bauen. Dass die Verantwortlichen der Stadt Fürth hinter ihrem Kleeblatt stehen, hatte die Zweidrittel-Mehrheit im Stadtrat für die baulichen Vorhaben des Kleeblatts bewiesen. Dazu der SpVgg-Präsident Helmut Hack:

„Im Stadtrat sind die Weichen gestellt worden. Auch für dieses Vertrauen mein herzlicher Dank!… Es ist wunderschön, dass sich der Ronhof und seine große Geschichte nun weiter entwickeln. Ich weiß, ganz viele Menschen wird das sehr freuen.“

Conny Brandstätter machte aus seiner Freude über diesen Vertrag und die Partnerschaft mit dem Verein keinen Hehl. Für ihn ist der Umbau der Haupttribüne des „Stadions am Laubenweg“ ein Parameter für der Wettbewerbsfähigkeit des Vereins.

„Ich habe die Pläne für die Modernisierung gesehen und bin begeistert. Ich bin sicher, dass wir hier in der Zukunft noch viele tolle Fußballfeste feiern werden.“

Dem können wir Greuther-Weiber uns natürlich nur anschließen!

Bonjour, Tristesse!

FSV Frankfurt - SpVgg Greuther FürthOh je! Um in Fürth guten Fußball zu sehen, musste man als Kleeblatt-Fan vergangenen Mittwoch das Frauenfußball-Länderspiel Deutschland gegen Brasilien anschauen. Das war – leider – das Beste, was wir seit langem im Ronhof gesehen haben! Und es hat uns einen Eindruck vermittelt, wie dort die Post abgehen kann, wenn die Fans begeistert sind. Klar, die Zweite Bundesliga ist mit so einem außergewöhnlichen Event nicht zu vergleichen, und Frauen und Männer spielen sowieso ganz anders Fußball. Aber als Fürther konnten wir uns im Stadion am Laubenweg endlich mal wieder so richtig freuen und jubeln – wann hatten wir so etwas zuletzt? – Na gut, zurück zum eher tristen Zweitliga-Alltag. Das 1:1-Unentschieden zwischen der Spielvereinigung und dem FSV Frankfurt haben im Volksbank-Stadion nur etwas mehr als 4700 Zuschauer gesehen – kein Wunder! Sie müssen es irgendwie geahnt haben, dass sie da einfach kein schönes Spiel geboten bekommen würden. Über lange Zeitspannen hinweg plätscherte das Ganze harmlos und langweilig dahin. Fürth begann eigentlich nicht schlecht, doch wieder war es der Gegner, der das 1:0 machte. Und das praktisch bei der ersten ernsthaften Gelegenheit. Die Fürther Abwehr ließ dem Frankfurter Kauko viel zu viel Raum, so dass er mehr oder minder ungehindert zum 1:0 einköpfen konnte. Bis zum Halbzeitpfiff passierte dann so gut wie nichts Nennenswertes mehr.

Als Mike Büskens gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs Stephan Schröck für Kasper Przybylko ins Spiel brachte, hatte ich ein gutes Gefühl, dass sich das Blatt nun wenden könnte. Schröcki ist einfach immer bissig und zieht den einen oder anderen Teamkollegen dann durch sein unermüdliches Engagement mit. Nach einigen Fehlpässen sowie vergeblichen Bemühungen von Marco Stiepermann, der einfach nicht ins gegnerische Tor traf, verwandelte Niko Gießelmann in der 58. Minute einen direkten Freistoß zum erlösenden 1:1. (Nach dem Spiel verschenkte er sein Trikot, siehe Foto.) Das gab der Mannschaft neuen Mut, plötzlich ging wieder was, und der FSV Frankfurt geriet zunehmend unter Druck, dem er nichts entgegenzusetzen hatte. Büskens legte mit zwei Auswechslungen nach: Tripic kam für Freis (72.) und Lam für Philp (75.). Das Kleeblatt verspürte eine Zeitlang einen gewissen Aufwind, Robert Zulj wäre fast der Führungstreffer gelungen, Marco Stiepermann bekam eine zweite Freistoß-Chance, die er aber nicht nutzte – der vorübergehende Schwung verpuffte.

Fürths Keeper Wolfgang Hesl hatte keinen unwesentlichen Anteil daran, dass es kein weiteres Gegentor gab: Vor allem einen gefährlichen Angriff von Kapllani wehrte er ohne jede Unsicherheit ab. Kapllani sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte, und Fürth war knapp zwei Minuten in Überzahl auf dem Rasen. Das nützte aber genauso wenig wie die Tatsache, dass die mitgereisten Kleeblatt-Fans ihr Team unermüdlich anfeuerten: Es blieb beim enttäuschenden 1:1.

Vereinspräsident Helmut Hack blickte auf den Zuschauerplätzen äußerst skeptisch drein. Was ihm wohl durch den Kopf ging? Bereut er vielleicht doch, zu wenig Geld für einen verstärkten Sturm in die Hand genommen zu haben? – Der einzige Lichtblick in dieser verfahrenen Situation: Fürth bleibt weiterhin in Frankfurt ungeschlagen, wie schon gut 32 Jahre lang. Doch ob das im Abstiegskampf weiterhilft? Wer weiß…

Länderspiel gegen Brasilien in Fürth

Für unsere Veranstaltungstipps suchen sich die Greuther-Weiber immer etwas Besonderes heraus. Sei es thematisch oder dass es für Fürth ein spannendes Event ist. Dieses Mal möchte ich auf ein echtes Highlight hinweisen – nicht nur für Fußballerinnen und weibliche Fußball-Fans.
Auf dem Weg zur Frauen-Weltmeisterschaft 2015 in Kanada kommt es in Fürth zu einem Treffen der Giganten: Am 8. April spielt ab 18 Uhr die deutsche Frauen-Nationalmannschaft im „Stadion am Laubenweg“ gegen das Team aus Brasilien. Ein Top-Spiel gegen einen hervorragenden Gegner. Und damit genau das Richtige für die DFB-Frauen zur Vorbereitung auf die WM, die vom 6. Juni bis 5. Juli ausgetragen wird. Bundestrainerin Silvia Neid kommentiert die Begegnung so:

„Wir freuen uns, dass wir mit Brasilien auf einen Gegner von Weltklasse-Format treffen, der zu einer der Favoriten auf den WM-Titel zählt. Die individuellen technischen Fähigkeiten der Brasilianerinnen sind herausragend, zudem haben sie in Marta eine außergewöhnliche Spielerin mit unglaublichem Offensivdrang in ihren Reihen. Ich erwarte ein spannendes Spiel auf höchstem Niveau.“

Fußballfans können sich auf ein Treffen von Weltklassespielerinnen freuen. Nadine Angerer im deutschen Tor, Lira Alushi, Dzsenifer Marozsan, Celia Sasic & Co. gegen Marta, den Star des brasilianischen Frauenfußballs (auf dem Foto oben voll in action). Dass dieses Spiel ausgerechnet in Fürth stattfindet, das finde ich bemerkenswert. „Samba in Fürth“ – das verspricht jede Menge Tore und technische Kabinettstückchen. Gestern Abend hat das deutsche Frauenteam übrigens einen mit 3:1 glanzvoll herausgespielten Prestigesieg gegen Brasilien beim Algarve-Cup geschafft. Trotzdem haben die deutschen Damen das Finale verpasst und können ihren Titel aus dem Vorjahr damit nicht mehr verteidigen.Ticket_Frauen-Laenderspiel

Die Tickets (auf dem Foto ist meines!) können übers Internet oder bei den bekannten Vorverkaufsstellen in Fürth (z.B. Franken Ticket am Kohlenmarkt) gekauft werden. Die Karten kosten zwischen 25 und neun Euro.

Spannende Krimilesung und rote Currywurst

Heute Abend ist „Grusel-Time“. Das geht auch ohne Thriller im Fernsehen oder Kriminalroman auf der Couch. Um 19.03 Uhr – nicht nur für Kleeblatt-Insider eine vielsagende Zahl! – findet im STECHERT Business- und Tagungszentrum des „Stadion am Laubenweg“ eine Benefizlesung mit den renommierten Fürther Krimiautoren Josef Rauch und Veit Bronnenmeyer statt. Jeder der beiden liest 45 Minuten, also die Länge einer Halbzeit in einem Fußballspiel. Die spannenden Krimis spielen in Fürth und tragen auch dieselbe Farbe im Titel: „Schwarze Madonna“ heißt das Buch von Josef Rauch, „Der Schwarze Kreis“  titelte Veit Bronnenmeyer seinen Roman. Bronnenmeyer gewann nach zwei Nominierungen  im Jahr 2009 den „Agatha-Christie-Krimipreis“ für den Kurzkrimi „Eigenbemühungen“. Der Autor ist im wirklichen Leben Projektmanager im Schul- und Bildungsreferat der Stadt Fürth.
In Josef Rauchs Buch bekommen es Hobbydetektiv Emil Bär im Allgäu und Privatdetektiv Philipp Marlein in Franken mit ähnlichen Fällen zu tun: Es geht um junge Frauen, verschwundene Kinder, eine geheimnisvolle Sekte – und um exzessive und erotische Marien-Verehrung. Die Ermittlungen führen nach Altötting, wo die weltberühmte »Schwarze Madonna« gestohlen wurde. Rauch wohnt im Fürther Landkreis und arbeitet in Fürth. Sein literarisches Vorbild ist Raymond Chandler, der Schöpfer von Kult-Schnüffler Philip Marlowe. Mit seinem Franken-Ermittler Philipp Marlein hat Rauch seinen eigenen Marlowe-Nachfolger kreiert und ihn in seinem Erstlingswerk „Der Fall Urbas“ durch die Straßen seiner fränkischen Wahlheimat Fürth geschickt. Als Grundlage für die Handlung dieses Krimis hat er die Erzählung „Adam Urbas“ des bekannten, in Fürth geborenen Schriftstellers Jakob Wassermann (1873-1934) gewählt.

Der kulinarische Kleeblatt-Partner Aramark wird heute Abend – wie schon bei der ersten Krimilesung im Herbst 2013 – seine „Krimi-Currywurst“ kredenzen. Das wird den neuen/alten Trainer Mike Büskens freuen, der bekanntlich ein glühender Anhänger des Deutschen liebsten Gerichts – der Currywurst – ist. Büskens ist ja eigentlich Koch und hat vor über vier Jahren bei einem Sponsorenessen auf der Alten Veste für alle Currywurst zubereitet. Hier ist der Beweis.
Der Erlös der heutigen Benefizveranstaltung – sowohl die Eintrittsgelder (5 Euro/Person) als auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken – geht komplett an den Hospizverein Fürth, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Auch die Autoren verzichten auf ihr Honorar für die Lesung.

Heimniederlage nach Gedenkminute für Sascha

SpVgg Greuther Fürth - FC IngolstadtTraurig fing das erste Rückrundenspiel des Jahres 2015 im Fürther Ronhof an: Eine Schweigeminute für Sascha L. vereinte die Spieler beider Mannschaften und alle Zuschauer. Sie gedachten des Verbrechens, das in der Nacht zum vergangenen Sonntag bei der U-Bahn-Haltestelle Jakobinenstraße passiert war: der Tod des 28-jährigen Sascha. Bei einem offenbar belanglosen Streit wurde er durch eine Messerattacke getötet. Er war treuer Fan der Spielvereinigung gewesen, hatte eine Dauerkarte und war zu fast allen Auswärtsspielen gefahren. Das Kleeblatt-Team spielte heute für Sascha mit Trauerflor.
Die Partie bei eisigen Temperaturen begann hektisch. Relativ schnell war klar, dass der Tabellenführer – der 1. FC Ingolstadt –  zwar nicht dominierte, aber auf keinen Fall schwach agierte. Am Spielfeldrand rotierten der Trainer der „Schanzer“, der Ex-Fürther Ralph Hassenhüttl, und der Fürther Coach Frank Kramer. Ihm hätte eine weiß-grüne Boshimütze von Julian bestimmt noch besser gestanden als das schwarze Modell auf seinem Kopf.
Egal, in der 30. Minute kam der völlig unnötige 1:0-Treffer der Ingolstädter. Keeper Wolfgang Hesl reagierte zu behäbig, und der relativ lasche Ball von Pascal Groß ging ins Fürther Tor. Die Kleeblätter wirkten nicht überzeugend, sie machten vielmehr oft einen eher hilflosen Eindruck.
Halbzeitpause zum Relaxen und Aufwärmen für die gut 9000 Zuschauer im Stadion am Laubenweg. Diese Winterspiele bestechen oft durch frostige Temperaturen und haben dadurch besonderen Charme. Nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit keimte bei den Fürther Zuschauern die Hoffnung auf, dass die SpVgg vielleicht das Ruder herumreißen könnte. Denn das Geschehen spielte sich zunehmend im Strafraum der „Schanzer“ ab, aber die wenigen guten Chancen konnten die Kleeblätter nicht in ein Unentschieden verwandeln.Was auch nach dem Trainingslager im türkischen Belek und trotz des Engagements von Sebastian Freis der Spielvereinigung immer noch fehlt, sind Ideen. Der Angriff ist zu durchschaubar und ohne Verve, selten gelingt ein Abschluss wie der in der 60. Minute von Florian Trinks. Er schoss allerdings knapp am Ingolstädter Tor vorbei.

Klar, gegen den Tabellenführer zu gewinnen, das wäre zu schön, um wahr zu sein. Aber wie sagte unser Fischhändler auf dem Fürther Wochenmarkt heute so treffend: Eigentlich könnte man gegen so einen Gegner locker aufspielen, ohne jeden Druck. Aber diese Coolness, die hatte das Kleeblatt eben nicht. Die nächste Begegnung findet am Rosenmontag, 16. Februar, in Hamburg statt. Da tritt die SpVgg gegen den momentanen Tabellenletzten, den FC. St Pauli an.

Unschöner Empfang in der Großstadt Fürth

Unterfuehrung_Bahnhof_Fuerth„Unsere Stadt soll schöner werden“. Das hat sich nicht nur Fürth für die nächsten Jahre vorgenommen. Die „Neue Mitte“, die Optimierung des Wochenmarktes, die Vergrößerung des Stadions am Laubenweg – die Projekte in der Kleeblattstadt sind vielfältig.
Allerdings findet man noch immer triste Ecken in Fürth, die weder Einwohner noch Gäste erfreuen. So ist beispielsweise der Hauptbahnhof alles andere als eine Augenweide. Die Eingangshalle ist eng, außer der Bahnhofsbuchhandlung sind hier nur Automaten zu finden. Noch schlimmer das Untergeschoss: Eine Bäckerei, ein paar mit Brettern zugenagelte Wände – das macht auf Besucher, die wegen der hübschen Altstadt Fürths, des Jüdischen Museums oder kultureller Veranstaltungen hierher kommen und mit dem Zug anreisen, einen mehr als schlechten Eindruck.
Die Krönung der Hässlichkeit ist für mich der Aufgang von der Unterführung zum „Südausgang“. Hier haben sich übereifrige Anhänger der Spielvereinigung mit einem weiß-grünen Graffito verewigt. Was hat man sich dabei wohl gedacht? Will man Clubfans schon beim Eintreffen in der „feindlichen Zone“ brüskieren? Oder ehemalige Kleeblattfans, die vom aktuellen Tabellenplatz in der Zweiten Liga nicht begeistert sind, wieder neu motivieren? Für beides ist dieses „Kunstwerk“ allerdings denkbar ungeeignet.