Rückkehr von Ilir Azemi zu den Profis

SpVgg Ansbach - SpVgg Greuther FürthEin Sieg mit 7:0 Toren – das geht den Kleeblattfans so richtig runter wie Öl. Allerdings war es nur ein Freundschaftsspiel: Die Spielvereinigung gastierte am Dienstagabend bei der SpVgg Ansbach. Der Landesligameister Nordwest  empfing das Kleeblatt zum Freundschaftsspiel im PIGROL Sportpark. Es sollte ein Kantersieg werden – und die Wiederkehr eines Fußballers nach langer Pause.

Anfangs tat sich  die Spielvereinigung gegen den vermeintlich unterlegenen Gegner sogar ziemlich hart. Doch nach 19 Minuten grätschte dann Johannes Wurtz eine Hereingabe von Tim Bodenröder im Fünfmeterraum zum 1:0 ins Tor. Neun Minuten später war es George Davies, der eine scharfe Flanke von links in den Strafraum schickte, Ante Vukusic musste nur noch abziehen. Und kurz vor dem Halbzeitpfiff gab der Kroate den Ball an der Strafraumgrenze an Wurtz weiter, der mit einem schön gezirkelten Schuss das 3:0 erzielte.

Nach einer halben Stunde Spielzeit hatte Coach Stefan Ruthenbeck Dominik Schad eingewechselt, der nach seinem Mittelfußbruch sein Comeback feiern durfte. Und dann war es knapp vor der Halbzeitpause so weit: Ilir Azemi kam für Maurice Hirsch aufs Spielfeld! Der 24-jährige Stürmer war ja schon seit längerem wieder für die U23 im Einsatz und trainiert seit einer Woche endlich wieder mit der Ersten Mannschaft. In Ansbach konnte er jetzt seine Rückkehr in die Profi-Elf feiern.
Azemi, der Anfang August 2014 kurz nach der Stadtgrenze Nürnberg/Fürth schwer mit seinem Auto verunglückt war, hatte seitdem mit seiner Genesung zu kämpfen. Viele Kleeblattfans verfolgten mit Sorge und großem Interesse Azemis Zeit in der Reha. Wie sich Ilir Azemi in den nächsten Wochen und Monaten beim Training wieder eingewöhnen kann, wird sich zeigen. Er war ja der Meister der spektakulären Tore und fiel vor allem durch seinen extremen Körpereinsatz auf. „Wenn er fit ist, kann er uns helfen. Aber er hat noch einen langen Weg vor sich“, sagte Trainer Stefan Ruthenbeck nach dem Spiel gegen die SpVgg Ansbach.

Das 7:0 gegen Ansbach war zumindest ein bisschen Motivation fürs angeschlagene Selbstvertrauen der Fürther Mannschaft. Hier noch mal die Torschützen: 1:0 Wurtz (19.), 2:0 Vukusic (28.), 3:0 Wurtz (45.), 4:0 Vukusic (56.), 5:0 Vukusic (64.), 6:0 Wurtz (86.), 7:0 Freis (89.). Am Sonntag, 15. Mai, ist bekanntlich das letzte Saisonspiel in der Zweiten Liga. Das Kleeblatt empfängt zu Hause im Ronhof den SV Sandhausen und will alles dransetzen, vor der Sommerpause eine bessere Vorstellung abzuliefern als bei den letzten drei Zweitliga-Begegnungen.

Zu harte Strafe für Jurgen Gjasula?

VfL Bochum - SpVgg Greuther FürthDie Begegnung am vergangenen Sonntag zwischen der Spielvereinigung und dem VfL Bochum verlief turbulent. Weniger wegen des 2:2-Endresultats als vielmehr wegen eines Platzverweises des Kleeblatt-Mittelfeldspielers Jurgen Gjasula. Das Fehlverhalten kommt ihn nun teuer zu stehen: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sperrt Jurgen Gjasula für die nächsten fünf Spiele. Gjasula hatte sich in der Nachspielzeit nach einem Schubser in den Rücken und gegen die Brust von Bochums Thomas Eisfeld zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Schiedsrichter Robert Schröder bestrafte Eisfeld für den Schubser lediglich mit Gelb. Gjasula zeigte er jedoch die Rote Karte und verwies ihn des Feldes. Der Referée hatte den spontanen Griff an Eisfelds Hinterkopf (Foto) als Tätlichkeit interpretiert. Gjasula reagierte daraufhin impulsiv: Er rempelte den Unparteiischen an und beleidigte beim Verlassen des Platzes den Schiedsrichterassistenten.

Das Urteil des DFB ist nicht nur drakonisch. Es hat zudem fatale Auswirkungen auf die Spielvereinigung: Der Mittelfeldmann wird bei fünf der restlichen sieben Zweitliga-Partien des Kleeblatts nicht im Kader sein. Gjasula, der sich in den vergangenen Wochen und Monaten zu einer der Schlüsselfiguren des Kleeblatts entwickelt hat, machte vor allem wegen zielgenauer Flanken und Eckbälle auf sich aufmerksam. Ob das Kleeblatt den Verlust dieses Vorlegers lässig wegstecken kann, bleibt dahingestellt.

Auch Trainer Stefan Ruthenbeck kann die Länge der Sperre nicht nachvollziehen: „Er hat keinem den Fuß gebrochen, er hat keinen geschlagen, da sind fünf Wochen schon ein Brocken. Das ist zu viel. Das kann ich nicht nachvollziehen“, so der Kleeblattcoach gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Erst am vorletzten Spieltag am 8. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern ist Gjasula also wieder spielberechtigt. Gegen das Urteil kann binnen eines Werktages mündlicher Einspruch beim DFB-Sportgericht eingelegt werden. Ich vermute mal, dass die Kleeblatt-Verantwortlichen diese Möglichkeit in Anspruch nehmen.

Das ausgesprochen harte Urteil wird auch in den Medien heiß diskutiert. So brachte es „Kleeblatt16“ in seinem Kommentar auf nordbayern.de auf den Punkt:

„Auch ich bin für eine Bestrafung. Aber alles sollte im Rahmen bleiben. Mit welchem Maß wird eigentlich gemessen. Wenn ein Spieler aus Bremen eine Kopf-ab-Geste seinem Gegenspieler zeigt wird er für zwei Spiele gesperrt. Und ein zugegebenermaßen hitzköpfiger Gjasula überreagiert dann fast die dreifache Strafe bekommt. – Alles überhaupt nicht mehr nachvollziehbar!“

Weiß-grüne Kaffeestunde im SAMOCCA

Gestern habe ich in unserem Greuther-Weiber-Blog angekündigt, dass die Spielvereinigung heute anlässlich der Aktion „Das Kleeblatt fürs Leben“ im Fürther Café SAMOCCA in der Neuen Mitte mit den Spielern Marco Caligiuri und Robert Zulj, Coach Stefan Ruthenbeck und OB Thomas Jung Gäste bewirtet. Das Ambiente in diesem Kaffeehaus ist super – man sollte unbedingt mal hingehen. Die kulinarischen Genüsse sind hervorragend. Und man kann richtig gut entspannen.

Einige Kleeblattfans hatten heute auch hingefunden. Obwohl die Uhrzeit – 14 bis 15.30 Uhr – für die meisten nicht optimal war. Und: Es hat allen Spaß gemacht. Hier sind ein paar Foto-Impressionen.

SAMOCCA

Gruppenfoto mit SAMOCCA-Team und Kleeblattprofis

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Begrüßung

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OB Thomas Jung, Kapitän Marco Caligiuri und Robert Zulj werden stilecht ausgestattet

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Perfekte Bedienung durch den Torjäger Robert Zulj

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Und das war der erhoffte Cappuccino Oriental – von Marco Caligiuri serviert

Ein Cappuccino von Marco Caligiuri

SAMUCCA_FuerthDie Spielvereinigung ist für originelle Aktionen bekannt, z.B. die berühmte Autogrammstunde auf der Fürther Kärwa. Oder „Jetzt zählt jeder“ im Mai 2015, als der SpVgg der Abstieg drohte, und man viele Fans mobilisieren wollte, um der Mannschaft Mut zuzusprechen.
Unter dem Motto „Das Kleeblatt fürs Leben“ statten am morgigen Donnerstag, 17. März, drei Kleeblätter dem Café und Deli SAMOCCA in der Neuen Mitte in Fürth – Rudolf-Breitscheid-Straße 4 – einen Besuch ab. Zwischen 14.00 Uhr und 15.30 Uhr werden die Gäste des Cafés von Trainer Stefan Ruthenbeck, Kapitän Marco Caligiuri und Robert Zulj (dem zweifachen Torschützen der letzten Begegnung gegen Eintracht Braunschweig) bewirtet. Außerdem wird OB Thomas Jung der Stammbelegschaft des SAMOCCA unter die Arme greifen.

Das SAMOCCA wurde vor ziemlich genau einem Jahr eröffnet und erfreut sich bei den Fürthern großer Beliebtheit. SAMOCCA ist ein Projekt der Dambacher Werkstätten, einer Einrichtung der Lebenshilfe Fürth e.V.. Bemerkenswert ist, dass im Sinne einer beruflichen Rehabilitation und Integration eine ausgelagerte Werkstattarbeitsgruppe entstand, in der zahlreiche neue Arbeitsfelder für Menschen mit Handicaps geschaffen wurden. Bei den hier im Café Beschäftigten handelt es sich neben den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um Menschen mit einer geistigen Behinderung. Diese arbeiten weitestgehend selbständig in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen, sie sind inzwischen unverzichtbarer Teil des Fürther SAMOCCA-Teams und wesentlich an der Weiterentwicklung des Kaffeehauses beteiligt. Wer noch weitere Infos möchte, die sind hier zu finden (der Website habe ich auch das Foto entnommen).

Ich werde auf jeden Fall morgen Nachmittag ins SAMOCCA gehen, mir dort einen leckeren Cappuccino Oriental bestellen und hoffen, dass Marco Calugiuri ihn mir souverän serviert.

3:0 – Ein Befreiungsschlag fürs Kleeblatt

SpVgg Greuther Fürth - Eintracht BraunschweigEin Kantersieg war’s nicht. Gefühlt aber schon! Das Kleeblatt hat zu Hause Eintracht Braunschweig mit 3:0 besiegt. Und für Fürther Verhältnisse war das mal ein „haushoher Sieg“. Ich habe 3:0 getippt und endlich, endlich auch mal Recht behalten.
Die Matchwinner bei der heutigen Begegnung im Sportpark Ronhof hießen Robert Zulj (der zwei Tore machte) und Marco Stiepermann (er schoss das 2:0 in der 58. Minute). Aber insgesamt war es eine tolle Mannschaftsleistung. Keeper Sebastian Mielitz und Niko Gießelmann mausern sich zum echten Team. Und Jurgen Gjasula hat mit seinen perfekten Freistößen die Traumvorlagen für die beiden Zulj-Tore geliefert.

Ich finde die Entscheidungen von Trainer Stefan Ruthenbeck mutig und konsequent. Er lässt sich nicht beirren, sondern setzt auf einen (inzwischen erfolgreichen) Angriff und – aber das war heute nicht so entscheidend – eine effektive Abwehr. Von außen betrachtet ist Ruthenbeck der absolut richtige Coach für die Spielvereinigung: Er strahlt Ruhe aus, lässt sich auch von Rückschlägen nicht nachhaltig beeindrucken. Und er gibt der Mannschaft offenbar wieder Selbstvertrauen.

Während des Spiels im Ronhof kamen die Zwischenergebnisse der parallelen Begegnungen rein: Der SC Paderborn schoss ein Tor nach dem anderen gegen St.Pauli, und gewann dann letztlich doch „nur“ mit 4:3. Und der 1. FC Nürnberg machte Arminia Bielefeld mit 4:0 platt. Armer Wolfgang Hesl – ein schwarzer Tag für den Fürther Ex-Keeper!

Also: Die Spielvereinigung ging heute mit einem souveränen 3:0-Sieg vom heimischen Platz (übrigens präsentierte sich zum ersten Mal das Stadion ohne Haupttribüne). Und ist aktuell auf den sechsten Tabellenplatz der Zweiten Liga hochgerutscht. Wenn das nichts ist!?

Wir feiern heute mal ausgelassen in der Gustavstraße (oder auch woanders) mit Mumm-Sekt oder Grüner-Bier. Und freuen uns auf die nächste Begegnung am Sonntag, 20. März, gegen den VfL Bochum. Der liegt im Moment einen Platz vor dem Kleeblatt und wird sich ins Zeug legen, die Spielvereinigung in Grund und Boden zu spielen. Aber da haben sie sich verrechnet! Wetten?

Glück für Fürth, Pech für Paderborn

SC Paderborn - SpVgg Greuther FürthWir Greuther-Weiber  wollten eigentlich nach unserem 777. Blogbeitrag von gestern heute mit dem Kleeblatt einen Sieg feiern. Sah ja auch nicht so schlecht aus dafür bei einem Gegner wie den SC Paderborn, der zuletzt eine wahre Achterbahnfahrt der Befindlichkeiten hinter sich bringen musste. Manche munkelten, die Mannschaft könne nun endlich – befreit von Stefan Effenberg – wieder aufatmen und entsprechend aufspielen. Und sie sollten recht behalten. Denn der neue Trainer René Müller holte aus seinen Jungs raus, was rauszuholen war. Sie gaben alles, waren selbstbewusst und hochmotiviert von der ersten bis zur letzten Spielminute, auch wenn ihnen gegen Ende die Kraft ausging. Da war es auch kein Wunder, dass sie bereits in der 19. Minute durch einen Treffer des Dänen Nicklas Helenius in Führung gingen. Eine ganze Reihe von Chancen für die Ostwestfalen sollten folgen, von denen sie allerdings keine einzige mehr umsetzen konnten.

Ganz anders unser Kleeblatt. Verschlafen, abwartend, überrascht von der offenbar so überhaupt nicht erwarteten Präsenz der Hausherren in der Benteler-Arena hatten die Fürther in der ersten Spielhälfte kaum etwas vom Spiel. Erst nach ungefähr einer halben Stunde, als der SC Paderborn ein klein wenig in seiner Leistung nachließ, fand man ab und zu eine Lücke. Doch nichts ging über die Flügel, und schon gar nichts wirklich Gefährliches aufs gegnerische Tor.

Nach dem Seitenwechsel, als wir Fans hofften, dass eine sicherlich strenge Gardinenpredigt von Trainer Stefan Ruthenbeck unsere Elf wachgerüttelt haben müsste – nichts! Die 7800 Zuschauer (davon rund 200 Fans aus Fürth) mussten weiter eine Partie anschauen, bei der man sich zunächst fragte, ob die Fürther überhaupt schon aus den Katakomben zurückgekehrt waren. Paderborn wie im ersten Durchgang bissig und mit dem unbändigen Willen, endlich aus der Abstiegszone heraus und nach weiter oben in der Tabelle zu kommen. Die Ostwestfalen blieben Herr im eigenen Stadion. Kaum wiederzuerkennen, diese Mannschaft, wenn man sie mit den letzten Wochen vergleicht! Respekt, muss man da sagen, Hut ab!

Dass die Partie am Ende doch noch unentschieden mit 1:1 ausging, war einem Treffer von Ante Vukusic (links auf dem Foto) zu verdanken (83. Minute), der für Johannes Wurtz ins Spiel gekommen war. Ein glücklicher Treffer, aber Glück muss man schließlich auch mal haben, das gehört zum Fußball eben dazu. Trainer Ruthenbeck hatte außerdem Veton Berisha für Maurice Hirsch gebracht und Roberto Rodriguez für Zlatko Tripic. Doch der vermeintliche Joker Berisha blieb in seinen Aktionen zu ungenau, schoss die Bälle entweder zu weit oder zu flach – aber jedenfalls nicht in den Paderborner Kasten. In der letzten Phase war Paderborn mit seinen Kräften sichtlich am Ende und konnte dem Kleeblatt nichts mehr entgegensetzen, das die beeindruckende läuferische Leistung in diesem Spiel eindeutig besser wegsteckte. Durch das fulminante 4:0 von Union Berlin gegen den FSV Frankfurt bedingt, belegen die Fürther vorläufig Platz neun in der Tabelle der Zweiten Liga, während Paderborn, das den Sieg heute immer wieder schon fast in der Hand hatte, nicht aus der Abstiegszone herauskam. Schade eigentlich, der Mannschaft – wenn sie sich weiter so zeigt wie ausgerechnet heute gegen das Kleeblatt – ist auf jeden Fall der Verbleib in Liga zwei zu wünschen!

Nur einen mageren Punkt gegen das Schlusslicht

Fürth_DuisburgStefan Ruthenbeck hatte ja im Vorfeld der Partie gegen den MSV Duisburg noch davor gewarnt, den Tabellenletzten der Zweiten Liga als sicheren Punkte-Lieferanten zu betrachten. Als Fan sieht man das natürlich etwas anders. Und so war zumindest die Erwartungshaltung der Fürther Anhänger im Vorfeld des Heimspiels gegen die Duisburger klar: Alles andere als ein Sieg gegen das Schlusslicht wäre schon enttäuschend.

Ruthenbeck sollte allerdings mit seiner Prognose recht behalten. Ein mageres 1:1 stand am Ende auf der Ergebnisliste, und während die Duisburger mit dem einen Punkt wohl mehr als zufrieden sein werden, dürften sich die Fürther vor allem mal wieder über eines ärgern: Ihre nach wie vor magere Chancenverwertung, die fast schon chronisch geworden zu sein scheint.

Vor allem in der ersten Hälfte hätten die Gastgeber vorlegen müssen. Die wohl beste Chance hatte Stiepermann in der 17. Minute, als er aus kurzer Distanz zum Schuss kam. Da konnten die Duisburger froh sein, dass Keeper Michael Ratajczak zur Stelle war. Kurz darauf war es wieder der starke Duisburger Torhüter, der die Fürther Führung zu verhindern wusste: Den Schuss von Berisha konnte Ratajczak übers Tor fausten.

Kurz nach dem Wechsel dann der Paukenschlag: Kevin Wolze verwandelte einen Freistoß zur Duisburger Führung, die zu diesem Zeitpunkt wohl als äußerst glücklich zu bezeichnen war. Es dauerte zwanzig Minuten, ehe Jurgen Gjasula einen Foulelfmeter zum 1:1 verwandelte. Doch trotz der Duisburger Unterzahl – MSV-Spieler James Holland war nach dem Foul an Robert Zulj mit Rot vom Platz geflogen – schafften es die Fürther nicht, doch noch den Siegtreffer zu erzielen und blieben sich einmal mehr in Sachen mangelnder Chancenverwertung treu.

Seit fünf Heimspielen wartet die SpVgg nun schon auf einen Sieg. Und wir Fans fiebern ab sofort dem nächsten Freitag entgegen, wenn das Derby gegen den FCN ansteht….

Ganz und gar kein Wiederauftakt nach Maß

Fürth gegen PauliFürth gegen Pauli, das ist ein Klassiker, der traditionell einiges an Brisanz und Spannung verspricht. Man muss sich da nur das Hinspiel aus dem August 2015 zu Gemüte führen: 2:3 endete die wirklich sehenswerte Partie damals aus Sicht der Fürther, denkbar knapp also und Fürths Trainer Ruthenbeck war von der spielerischen Leistung seines Teams auch durchaus angetan. Vielmehr ärgerte sich Ruthenbeck hinterher heftigst darüber, dass offensiver Fußball in der Zweiten Liga (Ruthenbeck nannte sie damals sogar „Scheiß-Liga“) einfach nicht belohnt werde. Jetzt, zum Wiederauftakt nach der Winterpause, wollten die Fürther freilich die Chance zur Revanche nutzen und möglichst gleich mit einem Sieg ins Jahr starten.

Zumindest in den ersten 20 Minuten sah es gar nicht so schlecht aus. Immerhin wurde den Zuschauern ein gutes, intensives Spiel geboten mit leichten Vorteilen für die Gastgeber, nur eben ohne Torerfolg. Die beste Chance zur Führung hatte Berisha in der 21. Minute, sonst gab es zunächst keine deutlichen Chancen auf beiden Seiten zu verzeichnen. Nach einer halben Stunde wurden die Hamburger allerdings aktiver, ließen nicht mehr so viele Aktionen der SpVgg zu und wurden für ihre Angriffslust auch prompt belohnt. In der 34. Minute nutzte Marc Hornschuh die Konfusion im Fürther Strafraum zum 1:0 für Pauli, allerdings sah das Ganze zumindest in der Zeitlupenansicht doch verdächtig nach Abseits aus…

Nach dem Wechsel machte Pauli druckvoll weiter und hatte auch die besseren Möglichkeiten, die Führung auszubauen. In der 62. Minute gelang Waldemar Sobota schließlich das 2:0 für St. Pauli. Nach einem Ausrutscher von Gießelmann konnte der polnische Nationalspieler das Leder ungehindert am Fürther Keeper vorbei ins Tor schlenzen. Das war ganz und gar keine Glanzleistung, die die SpVgg da abgeliefert hat. Viel zu ungenau und zu harmlos agierten die Fürther – man hatte nie das Gefühl, sie könnten die Partie zu irgendeinem Zeitpunkt noch drehen.

Ganz und gar kein Wiederauftakt also nach Maß für die Fürther…

Kleeblatt-Stürmer: Kommt er oder kommt er nicht?

Ante_VukusicSeit Wochen ist die Spielvereinigung auf der Suche nach einem neuen Stürmer für das Kleeblatt. Der Transfermarkt ist bekanntlich noch bis Montag, 1. Februar, 18 Uhr geöffnet – und viele Fans hatten schon die schlimmsten Befürchtungen, dass die Rückrunde im Angriff so uneffektiv bleibt wie bis zur Winterpause.

Aber es gibt gute Neuigkeiten: Seit Tagen wird der aktuell vereinslose Ante Vukušić (24, auf dem Foto links) im Probetraining auf Herz und Nieren geprüft. Und der Eindruck, den er macht, ist offenbar mehr als gut. Der 1,77 Meter große Kroate galt in seiner Heimat lange als Riesentalent und wechselte im Sommer 2012 für 3,7 Millionen Euro von Hajduk Split zu Delfino Pescara in die italienische Serie A. Es folgten Ausleihen zum FC Lausanne-Sport (Schweiz) und Waasland-Beveren (Belgien). Vukušić durchlief von der U18 an alle U-Nationalmannschaften Kroatiens. Im August hatte Vukušić seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft. Seit Oktober 2015 ist der Stürmer bei keinem Verein. Bei der Leistungsdiagnostik in Fürth überzeugte er. Bereits gestern haben Präsident Helmut Hack und SpVgg-Manager Ramazan Yildirim Verhandlungen mit dem Management des Fußballprofis aufgenommen.

„Er hinterlässt einen guten Eindruck“, so der lakonische Kommentar von Yildirim. Und Kleeblatt-Coach Stefan Ruthenbeck bringt es auf den Punkt: „Er ist ein zentraler Stürmer, ein bisschen Typ Straßenfußballer, der seine Aufgaben spielerisch löst. In den Spielformen im Training hat er sein Können schon gezeigt.“
Damit würde Ante Vukušić eigentlich supergut ins Fürther Spielsystem passen. Denn gerade in der Offensive setzt Ruthenbeck auf lauf- und spielstarke Akteure.  „Eigentlich sollte er bis Freitag getestet werden“, erklärt Ruthenbeck, doch der Verein will möglichst schnell Nägel mit Köpfen machen.

Die Spielvereinigung ist außerdem nach wie vor auf der Suche nach einem Ersatz für Tom Weilandt, der unmittelbar vor dem Wechsel zum TSV 1860 München stehen soll. Und auch der Transfer des defensiven Mittelfeldspielers Tom Trybull könnte in den nächsten Tagen passieren.

Aus der Traum für Schröcki!

Heute morgen fand das erste Training der Spielvereinigung statt. Und Trainer Stefan Ruthenbeck eröffnete das Jahr 2016 mit einer Riesenüberraschung: Publkumsliebling Stephan Schröck wurde mit sofortiger Wirkung vom Training freigestellt. Das Management will es so dem Fürther Urgestein Schröck leicht machen, sich einen neuen Verein zu suchen. „Stephan hat sich auf der Außenverteidigerposition nicht so wohl gefühlt“, kommentierte Coach Ruthenbeck die Entscheidung lakonisch. Da Schröck (dessen Vertrag bis zum Sommer 2018 läuft) sich nach eigenen Aussagen vorne wohler fühlte, ging er dort einen Konkurrenzkampf mit stärkeren Spielern ein, den er nicht gewann.
Jetzt muss sich Schröcki also auf die Suche nach einem neuen, geeigneten Verein machen. Wer sich daran erinnert, wie begeistert die Kleeblattfans bei „Schröggis“ Rückkehr zur Spielvereinigung im Juli 2014 waren – hier unser Blogbeitrag dazu, der wird sich ausmalen können, wie die Anhänger jetzt reagieren werden. Die Sozialen Netzwerke werden heiß laufen!

Trotzdem: Die Maßnahme ist ein erstes Indiz dafür, dass die Verantwortlichen bei der Spielvereinigung den Ernst der Lage erkennen. Da kann man nicht sentimental sein und an ineffektiven Spielern festkleben. Da müssen auch unbeliebte Entscheidungen getroffen werden. Denn: In der Rückrunde der Zweiten Liga, die am 7. Februar fürs Kleeblatt mit einem Heimspiel gegen den FC Sankt Pauli startet, müssen Siege und Punkte her. Und bis dahin ist gar nicht mehr so lange Zeit.

Übrigens: Heute Abend nehmen neun Feldspieler und zwei Torhüter in Ulm bei einem Hallenturnier teil. Ab 17.30 Uhr überträgt der Fernsehsender Sport1 die Spiele live. Das Kleeblatt spielt in Gruppe B um 18.12 Uhr gegen SG Sonnenhof Großaspach und um 20 Uhr gegen den 1. FC Kaiserslautern.