Im Epizentrum der Kleeblattfans gehen die Lichter aus

FC Erzgebirge Aue - SpVgg Greuther FürthOrkanähnliche Stürme fegen seit gestern über Fürth hinweg. Nicht nur Sturmtief Niklas beutelt die Stadt. Nein, hier ist Unruhe in vielerlei Hinsicht. Das wichtigste Ereignis für die Spielvereinigung ist der Weggang von Stephan Fürstner. Er wird im Sommer zum 1.FC Union Berlin wechseln und das Kleeblatt nach sechs Jahren verlassen. Der 27-jährige Mittelfeldspieler absolvierte hier 157 Ligaspiele. Mit ihm wird also eine weitere Säule der Mannschaft zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf der Vereins-Website kommentiert Stephan Fürstner die Gründe für seinen Entschluss:

„Es war für mich die schwierigste sportliche Entscheidung meines Lebens. …Das schwierige Jahr in der Bundesliga, das Scheitern in der Relegation und der aktuelle Kampf um den Klassenerhalt haben mich viel Kraft gekostet. Auch wegen der weiteren Entwicklung meiner Persönlichkeit möchte ich noch einmal etwas Neues beginnen. …Ich möchte mich bei allen im Verein und bei den Fans für die tolle Zeit bedanken, und ich kann nur jedem versprechen, dass ich bis zum Ende der Saison mein letztes Hemd für die Spielvereinigung geben werde.“

SpVgg Greuther Fürth - AufstiegsfeierDer nächste echte Umbruch für Kleeblattfans ist die Schließung des Wirtshauses „Zum Gelben Löwen“ in der Gustavstraße. Genau vier Jahre nach dessen Eröffnung machen die beiden Wirte Susi Dresel und Peter Heßler den Laden dicht. Hier habe ich gemeinsam mit begeisterten Kleeblattanhängern im April 2012 und Spielern wie Gerald Asamoah, Stephan Schröck, Thomas Kleine und Trainer Mike Büskens glücklich den Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Hier traf man sich nach verlorenen und gewonnenen Begegnungen, um in Gesprächen alles noch mal Revue passieren zu lassen, was vorher auf dem Spielfeld im Ronhof geschehen war. Im „Gelben Löwen“ hat das inzwischen zum Kultgetränk gewordene Grüner-Bier seine Wiederauferstehung gefeiert. Für viele Kleeblätter ist das Lokal praktisch das emotionale Epizentrum der Gustavstraße.

Schade, aber es wird weitergehen. Mit neuen Treffpunkten und neuen vielversprechenden Spielern. Hoffentlich bringt das Kleeblatt die letzten acht Begegnungen mit Siegen und vielen Punkten möglichst gut über die Bühne, um am 24. Mai dann auf einem guten Mittelfeldplatz der Zweiten Liga die Spielzeit 2014/15 zu beenden. Und im August startet eine neue Mannschaft in die nächste Saison – und wird wieder positiv von sich reden machen.

Kleeblätter besuchen Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg

Kleeblatt_Bertolt_Brecht_SchuleFür Schülerinnen und Schüler startete in Bayern wieder ein neues Schuljahr. Sommerferien – das sind sechs Wochen Freizeit, Urlaub und für den einen oder anderen auch Langeweile. Auf jeden Fall ist es für alle etwas Besonderes, wieder die Schulbank zu drücken und in den Schulalltag zurückzukehren.
Die Spielvereinigung hat sich nun etwas einfallen lassen, um den Schülern den ersten Schultag schmackhaft zu machen. Schüler von insgesamt 27 Lehranstalten konnten heute Kleeblatt-Profis hautnah erleben. In der ersten Pause verteilten sich die Spieler und das Trainerteam der Spielvereinigung auf die unterschiedlichen Partnerschulen in Fürth und Umgebung und schrieben auf Wunsch der Kinder fleißig Autogramme und verteilten Stundenpläne im weiß-grünen Kleeblattlook. Mehr als tausend Schüler waren begeistert und freuten sich über den Besuch am frühen Morgen.

Ob sich Nürnberger Schüler, die ja eigentlich primär Clubfans sein müssten, über den Fürther Besuch auch so gefreut haben, weiß man nicht. Auf jeden Fall waren Kleeblattprofis in der Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg – der Eliteschule des Sports und des Fußballs – zu Besuch (siehe Foto aus der Vereins-Website). Die beiden Mittelfeldspieler Marco Stiepermann und Stephan Fürstner standen den Fragen interessierter Kids aus den 6. Klassen Rede und Antwort. Sie wurden unter anderem über ihre schönsten Tore, ihre sportlichen Vorbilder sowie die Emotionen nach dem grandiosen Derbysieg gegen den Lokalrivalen 1.FCN befragt.
Ich meine, kein schlechter Start ins Neue Schuljahr. Hoffen wir, dass sowohl Kleeblattfans als auch Clubanhänger in den nächsten Monaten bei Laune bleiben.

Unnötige 0:1-Niederlage beim SV Sandhausen

SV Sandhausen - SpVgg Greuther FürthEine Verkettung unglücklicher Umstände? Oder einfach nur kein guter Tag für das Kleeblatt? Keine Ahnung. Unterm Strich hat die Spielvereinigung beim SV Sandhausen mit 0:1 verloren. Das Tor fiel in der 84. Minute. Aber es waren turbulente Szenen vorausgegangen.
Die Partie vor nur 5.000 Zuschauern im Hardtwaldstadion begann lebendig und engagiert. Selbstbewusste Fürther hier, zurückhaltende Sandhäuser dort. Doch die angereisten lautstarken Kleeblattfans mussten bald erkennen, dass ihre Mannschaft heute (wieder einmal) nicht in der Lage war, gute Aktionen mit einem Treffer abzuschließen. Es gab bis zur Pause sogar einige gute Torchancen für die SpVgg, die sie allerdings nicht umsetzen konnte. Das Spiel war zum Teil ruppig, vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit wurde gefoult, was das Zeug hielt.

Das Kleeblatt scheiterte gegen den SVS primär an deren überragendem Tormann Manuel Riemann. Die Krönung seiner Leistung war mit Sicherheit der gehaltene Elfmeter: Nach einem Foul an Röcker, das den zu Fall gebracht hatte, versuchte Stephan Fürstner in der 51. Minute mit einem laschen Schuss das Kleeblatt in Führung zu bringen (Foto). Aber Riemann konnte den Ball halten. Das verlieh den Badenern offenbar Flügel. Und sie machten ihren ersten Saisonsieg nach einem Missverständnis zwischen Fürstner und Korcsmar perfekt. Nach Fürstners Grätsche prallte die Kugel zum freistehenden Andrew Wooten und schwupps: Wolfgang Hesl konnte nur noch hinter sich greifen.
Für mich eine unnötige Niederlage. Grund dafür waren bei der SpVgg weder mangelnder Kampfgeist noch unkonzentriertes Zusammenspiel. Nein, – und da erinnere ich mich nur ungern an die Bundesligasaison nach dem Aufstieg 2012/13: Das Kleeblatt schafft es einfach nicht, den Ball ins gegnerische Tor zu katapultieren.
Fazit: Zu Hause im Ronhof sind die Kleeblätter derzeit dominant und erfolgreich. Aber auswärts – siehe beim FC Ingolstadt und heute beim SV Sandhausen – muss man eine Schippe drauflegen. Die Quittung nach der heutigen Niederlage: Tabellenplatz acht. Am nächsten Samstag, 20. September, empfängt die SpVgg dann den aktuellen Vierten der Zweiten Liga, den FC Kaiserslautern, in Fürth.

6:0-Kantersieg: Kleeblatt mit neuem Selbstbewusstsein

Das Spiel heute beim Tabellenletzten Energie Cottbus hat die Kleeblattfans für die unglückliche Heimniederlage gegen 1860 München mehr als entschädigt. Mit 6:0 gewann die Spielvereinigung und hat sich damit eine gewaltige Portion Selbstbewusstsein für das wahrscheinliche Relegationsspiel erkämpft. Denn der heutige Wermutstropfen war der Sieg des Tabellenzweiten SC Paderborn. So blieb Fürth mit 57 Punkten weiter zwei Zähler hinter den Paderbornern.

Ich habe mir – wie die meisten eingefleischten Kleeblattfans – die weite Fahrt nach Cottbus erspart, und das Spiel in einer gut gefüllten Sportsbar angesehen. Die Gesellschaft am Tisch war angenehm, fachmännische Kommentare flogen nur so hin und her. Die Partie begann eher etwas verhalten (höflich formuliert) und ohne Druck und Raffinesse beim Fürther Team. Bis zum 1:0 durch Stephan Fürstner dauerte es dann auch 32 Minuten. Erleichterung! Der nächste Treffer war dann ein echtes Traumtor von Ilir Azemi: Djurdjic flankte beherzt vor das Cottbuser Tor, Uwe Möhrle versuchte zu klären. Aber Azemi reagierte blitzschnell und bugsierte das Leder mit der Hacke (!) ins Tor (44.). Ein supereleganter Treffer, von dem man in Fürth sicher noch länger schwärmen wird.
In der zweiten Halbzeit machten die Kleeblätter auf dem Platz dann, was sie wollten. Die Tore fielen beinahe im Minutentakt. Nikola Djurdjic, der heute aufmerksam mögliche Chancen erkannte und souverän reagierte, schob den Ball nach einem Konter und einer flachen Hereingabe von Brosinski zum 3:0 ins Tor (69.). Fünf Minuten später traf Goran Sukalo nach einer Ecke (74. Minute). Und Azemi köpfte dann nach einer Flanke von Gießelmann (84.) problemlos zum 5:0 in den Cottbuser Kasten (Foto). Doch damit nicht genug. Für seine heutige gute Leistung wurde Djurdjic eine Minute später belohnt: Er traf zum 6:0-Endstand. Katzenjammer bei den schon abgestiegenen Cottbussern.

Ein tolles Ergebnis. In der zweiten Halbzeit gelang unserer Mannschaft heute einmal all das, was sie sich vorgenommen hatte. Sie wird durch diesen hohen Sieg einen gewaltigen Schub für das letzte Saisonspiel am kommenden Sonntag, 11. Mai, gegen den SV Sandhausen bekommen. Der Relegationsplatz ist der Spielvereinigung (sollte das Kleeblatt nächste Woche verlieren und der Verfolger – der 1. FC Kaiserlautern – gewinnen) aufgrund des besseren Torverhältnisses nicht mehr zu nehmen. Und wenn das Kleeblatt zu Hause gegen Sandhausen einen Sieg einfahren sollte, und Paderborn verliert oder unentschieden spielt, dann würde die SpVgg wieder auf dem Aufstiegsplatz liegen. Und den hätte sie sich nach der heutigen Leistung auch mehr als verdient!

Baba – Foul, Elfmeter, Pfiffe

Kann es sein, dass sich Abdul Rahman Baba für die Spielvereinigung allmählich zur Achillesferse entwickelt? Im übertragenen Sinne natürlich. Schon in den letzten Spielen war seine sportliche Leistung nicht das, was man von ihm erwartet. Baba war gerade mal 17 Jahre alt, als er am 1. Juli 2012 zum Kleeblatt kam und konnte schnell in der Ersten Liga zeigen, was er drauf hat. In der Rückrunde der Saison 2012/2013 avancierte der attraktive Außenverteidiger zum Stammspieler im Kleeblatt-Team. Aber in dieser Wiederaufstiegssaison erfüllt er die Erwartungen ganz und gar nicht. Das gipfelte beim gestrigen Spiel gegen den FSV Frankfurt in einem von ihm verursachten Foul-Elfmeter, den Epstein in der 35. Minute prompt verwandelte. Und das Kleeblatt völlig aus der ohnehin nicht sehr stringenten Spur brachte.

Eigentlich hatte die Partie mit einem frühen Tor von Niko Gießelmann (10. Minute) vielversprechend begonnen und die über 10 000 Zuschauer in der Illusion gewiegt, dass die SpVgg ja die bisherigen 15 Begegnungen mit den Hessen nicht verloren hatten. Aber nach dem versenktem Elfer wegen Babas völlig überflüssigem Foul schien sich das Blatt zu wenden. Die Fürther spielten alles andere als erstligatauglich und kassierten dann prompt noch eine Minute vor der Halbzeitpause das 1:2. In Facebook überschlugen sich daraufhin die negativen und ironischen Kommentare über eine Mannschaft, die leistungsmäßig „nichts bringt“, „dilettantisch“ agiert und für die man sich „schämen“ müsse.

In der zweiten Halbzeit bemühten sich die Kleeblättler dann mehr. Mit wenig Erfolg. Und dann musste ein Standard für den Ausgleich herhalten: Nach einer Ecke von Stieber klammerte der Frankfurter Djengoue bei Röcker. Schiedsrichter Dankert entschied auf  Elfmeter gegen die Möhlmann-Truppe, den Stephan Fürstner sicher zum 2:2 verwandelte (73.).

Das Spiel plätscherte dahin, die Fans in der Trolli ARENA waren unzufrieden, bis den Kleeblättern – quasi auf den allerletzten Drücker – noch der 3:2- Sieg gelang: Mergim Mavraj köpfte eine Stieber-Ecke zum äußerst glücklichen ersten Sieg im Jahr 2014 ein.

Insgesamt ein Spiel auf eher mäßigem Niveau, die Fürther Fans machten ihrem Unmut vor allem nach Babas Foul mit gellenden Pfiffen Luft. Sie lieben ihre Mannschaft, sind deshalb aber nicht völlig blauäugig und erwarten einfach eine bessere spielerische Leistung. Glück für die SpVgg, dass der 1. FC Köln auch nur unentschieden gespielt hat und Verfolger Karlsruher SC sogar mit einem 0:1 in Aalen schwächelte. Auch wenn Union Berlin heute gewinnen sollte: Das Kleebatt rangiert mit viel Glück wieder auf dem zweiten Tabellenplatz. Nächste Begegnung: Das Montagsspiel gegen den VfL Bochum findet am 10. März ab 20.15 Uhr statt.

Fast ein Kantersieg über das Kleeblatt

Überraschend hoch hat die Spielvereinigung heute gegen den bis dahin Tabellenvorletzten Arminia Bielefeld verloren: 1:4. Stutzig wurde ich schon beim 1:0 der Bielefelder nach 24 Minuten. Aber der schnelle Ausgleich durch Stephan Fürstner zwei Minuten später wiegte mich und viele angereiste Kleeblattfans erst mal in Sicherheit. Das Team des Bielefelder Trainers Stefan Krämer (Krämer vs. Kramer!) war heute hervorragend eingestellt und spielte hochmotiviert und kämpferisch. Zwischendurch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kleeblätter der Schnelligkeit und dem Druck der Ostwestfalen nicht gewachsen waren.

Nach der Halbzeitpause passierte der Spielvereinigung in der 51. Minute das nächste Tor der Gastgeber durch Marc Lorenz, der schon das erste Tor vorbereitet hatte. Die Fürther wirkten etwas konsterniert, schienen aber endlich mal aufzuwachen. In der 66. Minute wechselte Frank Kramer dann für den verletzten Gießelmann Baba ein, und man hoffte auf einen spielerischen Schub. Kurz drauf kam Mudrinski für Zillner. Da – gerade als sich die Kleeblätter innerlich neu zu formieren versuchten – schießt Tim Jerat das 3:1. Und nicht genug damit: Für Bielefeld betrat Rahn das Spielfeld. Er kam, sah und … schoss nach nur 31 Sekunden das 4:1 für Arminia Bielefeld. Das war dann auch der Endstand.
Die Spielvereinigung muss sich heute Kritik gefallen lassen: Die Abwehr hat mehr als einmal den Eindruck eines konfusen Haufens gemacht und geschlafen. Keeper Wolfgang Hesl stand oft nicht gut. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass die Kleeblätter ihren Gegner unterschätzt haben. Aber der war heute einfach stärker und präsenter. Zieht man eine Fürther Bilanz, dann stehen zehn Siegen und zwei Unentschieden in 18 Spielen immerhin auch sechs Niederlagen gegenüber. Und heute kassierte die SpVgg auf der „Alm“ die höchste Saisonschlappe, bleibt aber trotzdem Tabellenzweiter – Gott sei Dank: Der Verfolger Karlsruher SC hat heute nach einem 3:0-Vorsprung gegen den FSV Frankfurt doch noch 3:3 unentschieden gespielt. So liegt der KSC weiter vier Punkte hinter der SpVgg.
Bei der letzten Begegnung vor der Winterpause empfängt die SpVgg nächsten Sonntag, 22. Dezember, um 13.30 Uhr den VfR Aalen im Ronhof. Ich möchte jetzt gar nicht von Weihnachtsgeschenken für die Kleeblattfans in Form eines Sieges reden!

Es ging leider doch schief!

Nein, es war kein Zweckoptimismus, dass ich beim heutigen Heimspiel gegen den FC St. Pauli mit einem Sieg, sogar einem hohen Sieg (4:1) gerechnet habe. Ich war vielmehr nach der 1:2-Niederlage in Düsseldorf zuversichtlich, dass das Kleeblatt die Länderspielpause gut genutzt und neue Kräfte getankt hat.

Das Spiel startete gut, aber schon in der 12. Minute traf Sebastian Maier für die Hanseaten ins Tor von Keeper Wolfgang Hesl und eröffnete damit ein torreiches Spiel. Das Kleeblatt agierte druckvoll, versuchte viel und wurde dann auch zwölf Minuten später mit dem Ausgleich durch Stephan Fürstner belohnt. Nervig für alle Beteiligten war im Laufe der Partie der starke Regen, den eigentlich kein Wetterbericht vorhergesagt hat. Der tat zwar der Stimmung bei den Kleeblattfans im mit gut 14.000 Zuschauern besetzten Stadion kaum Abbruch. Aber das half der SpVgg wenig, das Team von St. Pauli war konzentrierter und effektiver.

Nach der Halbzeitpause wechselt St.-Pauli-Coach Michael Frontzeck den angeschlagenen Ex-Fürther Bernd Nehrig aus – Kevin Schindler kam für ihn auf den Platz, und damit sollte das Verhängnis beginnen. Im Abstand von nur acht Minuten traf er zwei Mal und ließ Hesl keine Chance. Beim dritten Tor in der 58. Minute hatte sogar Christopher Nöthe die Vorlage zum Tor geliefert – er hegt offenbar keine sentimentalen Gefühle mehr für seinen ehemaligen Verein. Florian Trinks gelang es dann in der 78. Minute, den 2:3-Anschlusstreffer zu erzielen. Aber in der Trolli-Arena war klar: Hier konnte das Kleeblatt nichts mehr reißen. Im Gegenteil: In der Nachspielzeit (90. +5.!!)  sah Torschütze Fürstner nach grobem Foulspiel gegen Lennart Thy die Rote Karte – er hatte sein Bein  zu hoch und traf seinen Gegenspieler an der Brust. Und dann knallte Fin Bartels zum 4:2 ins Tor der Spielvereinigung. Die Enttäuschung nach Spielende war beim Kleeblatt entsprechend groß (Foto).
Ich muss also einiges zurücknehmen, was ich gestern in meinem Blogbeitrag geschrieben habe. Wenn jemand den Mund zu voll genommen hat, dann waren das nicht die Hamburger, sondern ich.

Schon nächsten Freitag, 25. Oktober, empfängt das Kleeblatt um 18.30 Uhr Tabellenschlusslicht FC Ingolstadt beim nächsten Heimspiel. Ich bin ja versucht, zu schreiben, da kann nichts schief gehen, aber…

Ein Punkt in Bremen – aber Augsburg gewinnt!

Das Kleeblatt bei Werder Bremen. „Sie können nur noch mit Anstand absteigen“ – so der Kommentar vieler Fans, mit denen ich im Laufe dieser Woche gesprochen habe. Naja, so pessimistisch muss man nicht sein.

Die erste Partie mit dem neuen Coach Frank Kramer begann vielversprechend mit zwei Superchancen für die SpVgg, die allerdings weder von Bernd Nehrig noch von Stephan Fürstner verwandelt werden konnten. Dann nichts wirklich Erwähneswertes in der ersten Halbzeit. Anpfiff zu den zweiten 45 Minuten: Der gerade von Bremen eingewechselte Aaron Hunt trifft nach fragwürdigem Elfmeter ins Tor von Max Grün. Und schon steht es 0:1. Die Kleeblätter (wie so oft) geschockt, waren sie doch eigentlich die bessere Mannschaft in der ersten Hälfte gewesen. Ein couragierter, offensiver Auftritt vor fast 40 000 Zuschauern, aber einmal mehr ohne Fortune. Dann das heiß ersehnte Tor in der  55. Minute durch Stephan Fürstner. Und die SpVgg dreht sieben Minuten später tatsächlich das Spiel: Durch einen direkten Freistoß aus 30 Metern Distanz trifft Thanos Petsos (Foto) mit einem sagenhaften Tor zum 2:1.
Aber wo Glück ist, kommt Pech schnell hinterhergetigert. Nach einem weiteren Foulelfmeter legt sich der Torschütze des ersten Bremer Tors – Aaron Hunt – zehn Minuten vor Ende der Partie den Ball zurecht, schießt dieses Mal ins andere Eck und schon ist die Partie wieder ausgeglichen. Grün war zwar dran, aber …
Und so endete das Spiel, das zwischenzeitlich viele Fürther Fans hoffen ließ, mit einem 2:2-Unentschieden. Dieses Ergebnis, das zum Teil aufgrund nicht nachvollziehbarer  Schiedsrichterentscheidungen zustandekam, bringt dem Kleeblatt unterm Strich nichts. Denn der FC Augsburg gewann gleichzeitig beim Hamburger SV und konnte seinen Relegationsplatz verteidigen. Der Abstand zwischen Kleeblatt und FCA ist auf neun Punkte angewachsen. Nicht mehr einzuholen?

Das Kleeblatt ist voll erblüht

Endlich! Beim Kleeblatt scheint es kein Halten mehr zu geben. In den letzten Wochen hatte es sich ja schon angedeutet, und nun ist mit dem Frühling offenbar auch die Mannschaft zu voller Form aufgeblüht. Kein Zögern, kein ängstliches Schielen auf bisherige Spiele beim Erzrivalen TSV 1860 München. Statt dessen selbstbewusstes und befreites Aufspielen in der Münchner Allianz Arena, in der zeitweise mehr von den 4000 mitgereisten Fürther Fans zu hören war als von den Anhängern der 1860er. So macht Fußball Spaß! Und das könnte bereits ein Vorgeschmack auf die nächste Saison gewesen sein, denn wenn das Kleeblatt so weitermacht, kann es keiner mehr am Aufstieg in die 1. Bundesliga hindern.

Vor allem die erste Hälfte der Partie war unglaublich temporeich und spannend. Die fast 30 000 Besucher in der Allianz Arena bekamen etwas geboten für ihr Geld. Die Fürther begannen druckvoll mit dem raschen 1:0 durch Olivier Occean (14. Minute). Der ärgerliche 1:1-Ausgleich nach einem von Max Grün verursachten Foulelfmeter war schon bald wieder vergessen, als Stephan Fürstner zum 2:1 (27.) einlochte. Das Kleeblatt konnte auch eine kurze Phase, in der die „Sechzger“ kamen und Fürth ein paarmal in Bedrängnis brachten, wieder zu seinen Gunsten drehen.

Nach dem Seitenwechsel waren die Münchner Löwen geistig wohl noch in der Kabine, als Olivier Oceean bereits in der 46. Minute für eine blitzartige Überraschung und das 3:1 sorgte. So schnell kann es gehen, der TSV 1860 hatte nur noch das Nachsehen. Und auch in der restlichen zweiten Halbzeit gab es für die Löwen nichts zu lachen. Felix Klaus baute weiter zum 4:1 aus (52.), und es hätte auch noch locker 5:1 heißen können. Durch den für Stürmer Nöthe eingewechselten Pekovic (72.) signalisierte Trainer Mike Büskens, dass seine Mannschaft nun etwas herunterschalten und defensiver spielen würde. Die „Sechzger“ hatten noch einmal eine Chance, aber gefährlich werden konnten sie dem Kleeblatt zu keiner Minute. Das machte Druck bis zum Schluss, überzeugte durch Spielfreude und Willensstärke.

Ja, so darf es bleiben! Wenn die Mannschaft mit dieser Einstellung am Dienstag im Ronhof loslegt, dann macht sie es im Halbfinale des DFB-Pokals dem amtierenden Deutschen Meister und Erstplatzierten der 1. Bundesliga, Borussia Dortmund, zumindest nicht leicht. Dann kann selbst dieses Spiel eines „auf Augenhöhe“ werden, wie es so schön heißt!

 

 

„Spiel des Lebens“ für die Kleeblätter

Was hatte ich mir alles überlegt, wie ich meinen heutigen Blogbeitrag über das DFB-Pokalspiel zwischen der Spielvereinigung und dem TSG Hoffenheim beginnen wollte: Mit den zapfigen Temperaturen im Sinsheimer Stadion, den mehr als 4500 Fans, die nach Sinsheim gefahren waren, um ihre Mannschaft zu unterstützen, u.s.w. Aber dann ereignete sich schon im Vorfeld dieses Spiels ein schreckliches Unglück. Der Suizid eines Kleeblatt-Fans hätte die Begegnung ohnehin überschattet. Dass es sich bei dem 26-jährigen Mann  vermutlich um die Person handelt, die unter dem Verdacht steht, beim Pokalderby gegen den Club mit Leuchtkugeln auf den Platz geschossen zu haben, gab allem eine höchst dramatische Wendung. Der Verein hatte ja angekündigt, die 10 000 Euro Strafe, die vom vom DFB verhängt worden war, an den Fan weiterzugeben. Ich will hier nicht spekulieren, was warum geschehen ist.

Das Spiel sollte für das Kleeblatt auf jeden Fall der größte Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte werden. Trainer Mike Büskens meinte im Interview sogar, „es war für die Mannschaft das Spiel ihres Lebens“. Es begann mit Chancen auf beiden Seiten, aber bis zu den tumultartigen Szenen in der 36. Minute verlief es eher unspektakulär. Der Hoffenheimer Marvin Compper hatte nach einem Foul und wirren Szenen zwischen Hoffenheimer und Fürther Spielern Stephan Fürstner wutentbrannt einen leichten Schlag ins Gesicht verpasst. Nach anschließenden Diskussionen zwischen Referee Marco Fritz und seinen Assistenten wurde er dann mit einer roten Karte bestraft.
Die Stimmung in der Rhein-Neckar-Arena kam richtig zum Kochen, als in der 42. Spielminute Gerald Asamoah auf den Platz kam. Ob seine Anwesenheit Motivation und Ansporn waren – ich weiß es nicht. Auf jeden Fall schoss Olivier Occean nur zwei Minuten später ein Tor für die Spielvereinigung.

Mit diesem Vorsprung im Rücken war die zweite Halbzeit eine Mischung aus konfusen Aktionen und gleichzeitig einigen vielversprechenden (Tor-)Chancen. Man spürte allerdings nicht allzu viel von der Überzahl der Kleeblätter, auf dem Weg zum und vor dem Tor der Hoffenheimer wollte nichts so recht gelingen. Ab Minute 80 begann dann das Bibbern bei allen Fürth-Fans, ob die Erstliga-Mannschaft doch noch zum Ausgleichstor kommen sollte. Die Stimmung und Lautstärke im Stadion war super, nur knapp 10 000 Hoffenheimer hatten gengen den mittelfränkischen Enthusiasmus keine Chance. Die Fußballgöttin (!) war dem Kleeblatt wohlgesonnen, und so ging das Viertelfinale mit einem 1:0-Erfolg der Spielvereinigung glücklich zu Ende. Fast wäre es in der Nachspielzeit durch einen Lattenschuss von Fürstner noch zum i-Tüpfelchen, dem 2:0 gekommen.

Fazit: Ein Spiel der Extreme, von der Ereignissen vorher, den Raufereien während des Spiels, den tollen Paraden von Keeper Max Grün bis zu den Begeisterungsszenen der angereisten Fürther Fans nach dem gewonnenen Spiel. Die Spielvereinigung hat deutlich gemacht, dass der Rausschmiss des 1. FCN aus dem DFB-Pokal kein Zufall war, dass sie durchaus die spielerischen und mentalen Möglichkeiten hätte, sich in der 1. Bundesliga zu behaupten. Also:  Ich bin gespannt, wie’s weitergeht.