Ein Punkt fürs Kleeblatt in Sandhausen

SV Sandhausen - SpVgg Greuther FürthEine Handvoll Kleeblattfans war im Hardtwaldstadion beim Spiel gegen den SV Sandhausen. Sie machten kräftig Stimmung und waren gut zu hören. Allerdings auch kein Kunststück bei gerade mal 4 850 Zuschauern. Aber es hat leider nicht allzu viel geholfen. Die Partie ging unentschieden mit 1:1 zu Ende, ein Punkt für die Spielvereinigung – und nur ein zusätzliches Tor auf der negativen Torbilanz.

Das Kleeblatt startete gut ins Spiel. Goran Sukalo hatte gleich ein tolle Torchance. Und brachte seine Mannschaft dann auch in der 33. Minute in Führung. Zuvor hatte Robert Zulj den Ball bei einem Freistoß in die Mitte gegeben, Sukalo nahm in auf und traf locker trocken mit dem Kopf ins Sandhäuser Tor von Marco Knaller. Bis zur Pause blieb es bei diesem Spielstand. Doch wie so oft kam dann der Gegner der Kleeblätter frisch und offenbar hochmotiviert aus der Halbzeitpause auf den Platz. Die Folge war, dass die Kleeblätter es jetzt mit aktiven Sandhäusern zu tun hatten, die ihre recht guten Chancen Gott sei Dank nicht verwerten konnten. Das sollte dann in der 56. Minute anders werden: Aziz Bouhaddouz trifft ins Fürther Tor, er ließ Keeper Sebastian Mielitz keine Gelegenheit, den Ausgleich zu verhindern.

Viele Luftduelle prägten das heutige Spiel. Der Ex-Fürther Robert Zillner war zum Teil gefährlich, aber dann auch ruppig, er wurde kurz vor dem Spielende ausgewechselt. Und Stefan Schröck, der in Minute 84 für Zulj reinkam, machte keinen Stich. Ebensowenig wie Veton Berisha: Er ist engagiert und permanent vor dem gegnerischen Tor aktiv. Wie sehr würde man sich für ihn wünschen, dass er wieder einmal als Torschütze erfolgreich ist.

Das war heute also ein Punkt für die Spielvereinigung, die am nächsten Samstag, 12. Dezember, im ersten Spiel der Rückrunde gegen den Karlsruher SC antreten wird. Die Tabelle macht aus Fürther Sicht keinen guten Eindruck. Das Kleeblatt liegt aktuell weiter auf Platz 7, der 1. FC Nürnberg ist nach dem heutigen 2:1-Sieg auf den dritten Rang hochgerutscht. Durch wessen Tor natürlich wieder? Durch einen Treffer des Ex-Kleeblatts Niclas Füllkrug.

Diese Nullnummern zehren an den Nerven

NullnummerDie Rückfahrt heute aus Ramsau/Steiermark war ziemlich problemlos. Worüber habe ich mich dort mit anderen Urlaubsgästen primär unterhalten? Natürlich über Fußball. Zum Beispiel mit einem Ehepaar,  das ich auf einer urigen Hütte getroffen habe. Beide sind eingefleischte Union-Berlin-Fans und haben beim Aufbau der „Alten Försterei“ mitgeholfen. Und im Stadion schon einen runden Geburtstag gefeiert. Ein anderer Ski-Langläufer ist Fan von Borussia Dortmund. Sein Sport-Outfit ist gelb-schwarz. „Ihr habt ja den FC St. Pauli besiegt„, meint er optimistisch.

Heute auf der Heimfahrt habe ich im Auto ab 18. 30Uhr (vergeblich) versucht, Infos über die Begegnung zwischen der Spielvereinigung und dem SV Sandhausen im Radio zu bekommen. Vergeblich, niente. „Heute spielen die Kleeblättler gegen, na , gegen wen denn? Moment: ach ja, Sandhausen“ – soweit der inkompetente Moderator auf Antenne Bayern.

Aber – um ganz ehrlich zu sein – ich befürchte, wir haben heute auch nicht viel versäumt. Das Spiel war mal wieder eine der typischen Nullnummern der SpVgg. Zu Hause im Stadion am Laubenweg hat die Mannschaft in der Saison 2014/15  noch nichts gebacken bekommen. Erwähnenswert war heute offenbar nur der vom Fürther Keeper Wolfgang Hesl gehaltene Foulelfmeter in der 18. Minute. Durch seine Aktion blieb dem Kleeblatt ein Gegentor erspart. Gut, denn nachdem es bis Spielende dem Gastgeber nicht gelungen ist, das entscheidene Tor zu machen, wäre das Spiel wieder eine Niederlage gewesen. Die fünfte Nullnummer in den letzten acht Spielen für die Fürther, ernüchternd.
Mich frustriert der Auftritt des Teams allmählich. Ich bin erholt und relaxt. Trotzdem: Wenn die Spielvereinigung nicht bald besser spielt und Punkte macht, dann wird sie weiter im Tabellenmittelfeld der Zweiten Liga blieben. Am kommenden Freitag (18.30 Uhr) gastieren die Kleeblättler beim Aufstiegsaspiranten 1. FC Kaiserslautern.

Unnötige 0:1-Niederlage beim SV Sandhausen

SV Sandhausen - SpVgg Greuther FürthEine Verkettung unglücklicher Umstände? Oder einfach nur kein guter Tag für das Kleeblatt? Keine Ahnung. Unterm Strich hat die Spielvereinigung beim SV Sandhausen mit 0:1 verloren. Das Tor fiel in der 84. Minute. Aber es waren turbulente Szenen vorausgegangen.
Die Partie vor nur 5.000 Zuschauern im Hardtwaldstadion begann lebendig und engagiert. Selbstbewusste Fürther hier, zurückhaltende Sandhäuser dort. Doch die angereisten lautstarken Kleeblattfans mussten bald erkennen, dass ihre Mannschaft heute (wieder einmal) nicht in der Lage war, gute Aktionen mit einem Treffer abzuschließen. Es gab bis zur Pause sogar einige gute Torchancen für die SpVgg, die sie allerdings nicht umsetzen konnte. Das Spiel war zum Teil ruppig, vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit wurde gefoult, was das Zeug hielt.

Das Kleeblatt scheiterte gegen den SVS primär an deren überragendem Tormann Manuel Riemann. Die Krönung seiner Leistung war mit Sicherheit der gehaltene Elfmeter: Nach einem Foul an Röcker, das den zu Fall gebracht hatte, versuchte Stephan Fürstner in der 51. Minute mit einem laschen Schuss das Kleeblatt in Führung zu bringen (Foto). Aber Riemann konnte den Ball halten. Das verlieh den Badenern offenbar Flügel. Und sie machten ihren ersten Saisonsieg nach einem Missverständnis zwischen Fürstner und Korcsmar perfekt. Nach Fürstners Grätsche prallte die Kugel zum freistehenden Andrew Wooten und schwupps: Wolfgang Hesl konnte nur noch hinter sich greifen.
Für mich eine unnötige Niederlage. Grund dafür waren bei der SpVgg weder mangelnder Kampfgeist noch unkonzentriertes Zusammenspiel. Nein, – und da erinnere ich mich nur ungern an die Bundesligasaison nach dem Aufstieg 2012/13: Das Kleeblatt schafft es einfach nicht, den Ball ins gegnerische Tor zu katapultieren.
Fazit: Zu Hause im Ronhof sind die Kleeblätter derzeit dominant und erfolgreich. Aber auswärts – siehe beim FC Ingolstadt und heute beim SV Sandhausen – muss man eine Schippe drauflegen. Die Quittung nach der heutigen Niederlage: Tabellenplatz acht. Am nächsten Samstag, 20. September, empfängt die SpVgg dann den aktuellen Vierten der Zweiten Liga, den FC Kaiserslautern, in Fürth.

Noch eine Stunde bis zum Anpfiff

Es dauert nur noch knapp 60 Minuten bis zum Anpfiff in der Trolli Arena. Dann beginnt das entscheidende Spiel für das Kleeblatt gegen den SV Sandhausen um den Aufstieg in die Bundesliga. Die Partie wird ausverkauft sein.  Wer jetzt noch kein Ticket hat, der muss sich das Spiel woanders ansehen.
Heute morgen um 10 Uhr fand der Saisonabschluss-Gottesdienst in der St. Michael-Kirche statt. Viele ehrwürdige Honoratioren der Stadt und Veranwortliche der Spielvereinigung waren mit ihren Familien gekommen, um sich die ganz auf Fußball abgestimmte Predigt von Dekan Jörg Sichelstiel anzuhören. Er fand die richtigen Worte – eine Gratwanderung zwischen Pro und Contra Fußball und brisanten Themen wie Menschenwürde und Fairness rund um das Geschäft mit dem Ball. Viele Gottesdienstbesucher hatten passende Accessoires an, so z.B. grüne Pumps zu weißem Blazer mit weiß-grünem Tuch oder gedeckte Anzüge in Kombination mit einem Greuther-Fürth-Schal.

Ab 12 Uhr marschierten dann Fürther Kleeblattanhänger gemeinsam vom Rathaus in Richtung Ronhof. Sie wollten vor allem auch lautstark und mit Transparenten zeigen, dass ihnen daran läge, wenn aus der Trolli Arena wieder ein Sportpark Ronhof würde. Der Verkehr war längere Zeit blockiert, vorbeifahrende Auofahrer machten aus dem Fenster Erinnerungsfotos mit dem Handy.

In knapp drei Stunden wissen wir, wer direkt in die erste Liga aufgestiegen ist und wer nicht. Natürlich würde ich es der Spielvereinigung wünschen, dass sie es direkt ohne Relegationsspiel schafft. Aber wie sagte Pfarrer Sichelstiel so treffend: Die Paderborner Mannschaft und deren Fußballfans sind ja auch nur Menschen, die unseren Respekt und Achtung verdienen.

Kleeblattfans haben am Sonntag volles Programm

Am nächsten Sonntag ist nicht nur Muttertag. Nein, er wird für Kleeblattfans und viele Fürther Bürger ein besonders wichtiger Tag. Schon am Morgen um 10 Uhr hat man die Möglichkeit, sich in der St. Michael-Kirche zu treffen, um bei einem „Saisonabschluss-Gottesdienst“ den Tag gemeinsam zu beginnen. Der Titel lautet „Nicht mit Händen gemacht“, an der Orgel spielt Ingeborg Schilffarth. Bereits nach dem Aufstieg der SpVgg im Jahr 2012 hatten sich zahlreiche Kleeblatt-Anhänger in der ältesten Kirche der Stadt versammelt, um auf besinnliche Art und Weise die vergangene Spielzeit Revue passieren zu lassen. Fürths evangelischer Dekan Jörg Sichelstiel, selbst eingefleischter Kleeblattfan, wird die Predigt halten. Bei der weiteren Gestaltung des Gottesdienstes wirken die „Burning Bushes“ (Band der evangelischen Jugend Fürth) sowie der Kids Klub der Spielvereinigung mit. Außerdem tragen die Ronhof Racker mit einer kleinen musikalischen Einlage zum Gelingen des Vormittags bei. Eingeladen sind alle, die es mit dem Kleeblatt halten – egal, welcher Konfession und welchen Glaubens sie sind. Diese Bitte um den Beistand Gottes für den Wiederaufstieg erinnert mich dort sehr an Don Camillo (mit Peppone eine Hauptfigur mehrerer Romane von Giovannino Guareschi), der in bestimmten Situationen auch immer um die tatkräftige Hilfe Gottes gebeten hat.

Danach gehen Fans der Spielvereinigung ab 12 Uhr vom Fürther Rathaus aus gemeinsam zum Ronhof, um ab 15.30 Uhr das Herzschlagfinale gegen den SV Sandhausen anzusehen – das entscheidende letzte Spiel dieser Saison. Es gibt nur noch einige wenige Plätze in der Trolli Arena. Die Partie wird also auf jeden Fall vor vollem Haus stattfinden. Sollte die SpVgg das Spiel gewinnen, der SC Paderborn zeitgleich gegen den VfR Aalen verlieren oder unentschieden spielen, dann wäre das Kleeblatt aufgrund des besseren Torverhältnisses aller Voraussicht nach in der Saison 2014/15 wieder erstklassig. Im „worst case“ muss die SpVgg allerdings in die Relegation am 15. und 18. Mai – gegen welche Mannschaft auch immer.
Ist das Kleeblatt am Sonntag um 17.15 Uhr nach dem 1. FC Köln der zweite Bundesligaaufsteiger, wird in der Fürther Altstadt danach bestimmt gefeiert, was das Zeug hält. Ihr seht: Am 11. Mai 2014 tut sich einiges! Wer das Kleeblatt unterstützen will, der sollte sich das „Gesamtprogramm“ nicht entgehen lassen.

6:0-Kantersieg: Kleeblatt mit neuem Selbstbewusstsein

Das Spiel heute beim Tabellenletzten Energie Cottbus hat die Kleeblattfans für die unglückliche Heimniederlage gegen 1860 München mehr als entschädigt. Mit 6:0 gewann die Spielvereinigung und hat sich damit eine gewaltige Portion Selbstbewusstsein für das wahrscheinliche Relegationsspiel erkämpft. Denn der heutige Wermutstropfen war der Sieg des Tabellenzweiten SC Paderborn. So blieb Fürth mit 57 Punkten weiter zwei Zähler hinter den Paderbornern.

Ich habe mir – wie die meisten eingefleischten Kleeblattfans – die weite Fahrt nach Cottbus erspart, und das Spiel in einer gut gefüllten Sportsbar angesehen. Die Gesellschaft am Tisch war angenehm, fachmännische Kommentare flogen nur so hin und her. Die Partie begann eher etwas verhalten (höflich formuliert) und ohne Druck und Raffinesse beim Fürther Team. Bis zum 1:0 durch Stephan Fürstner dauerte es dann auch 32 Minuten. Erleichterung! Der nächste Treffer war dann ein echtes Traumtor von Ilir Azemi: Djurdjic flankte beherzt vor das Cottbuser Tor, Uwe Möhrle versuchte zu klären. Aber Azemi reagierte blitzschnell und bugsierte das Leder mit der Hacke (!) ins Tor (44.). Ein supereleganter Treffer, von dem man in Fürth sicher noch länger schwärmen wird.
In der zweiten Halbzeit machten die Kleeblätter auf dem Platz dann, was sie wollten. Die Tore fielen beinahe im Minutentakt. Nikola Djurdjic, der heute aufmerksam mögliche Chancen erkannte und souverän reagierte, schob den Ball nach einem Konter und einer flachen Hereingabe von Brosinski zum 3:0 ins Tor (69.). Fünf Minuten später traf Goran Sukalo nach einer Ecke (74. Minute). Und Azemi köpfte dann nach einer Flanke von Gießelmann (84.) problemlos zum 5:0 in den Cottbuser Kasten (Foto). Doch damit nicht genug. Für seine heutige gute Leistung wurde Djurdjic eine Minute später belohnt: Er traf zum 6:0-Endstand. Katzenjammer bei den schon abgestiegenen Cottbussern.

Ein tolles Ergebnis. In der zweiten Halbzeit gelang unserer Mannschaft heute einmal all das, was sie sich vorgenommen hatte. Sie wird durch diesen hohen Sieg einen gewaltigen Schub für das letzte Saisonspiel am kommenden Sonntag, 11. Mai, gegen den SV Sandhausen bekommen. Der Relegationsplatz ist der Spielvereinigung (sollte das Kleeblatt nächste Woche verlieren und der Verfolger – der 1. FC Kaiserlautern – gewinnen) aufgrund des besseren Torverhältnisses nicht mehr zu nehmen. Und wenn das Kleeblatt zu Hause gegen Sandhausen einen Sieg einfahren sollte, und Paderborn verliert oder unentschieden spielt, dann würde die SpVgg wieder auf dem Aufstiegsplatz liegen. Und den hätte sie sich nach der heutigen Leistung auch mehr als verdient!

Rückschlag im Aufstiegskampf – aber noch ist alles drin!

Wirklich zu feiern gab es gestern Abend in der Gustavstraße nach dem Spiel gegen den TSV 1860 München eigentlich nichts. Das Kleeblatt hatte zuvor durch ein Tor der Löwen in der Nachspielzeit die Partie mit 1:2 verloren. Eine Niederlage, die nicht hätte sein müssen und die den Motor „Wiederaufstieg“ erst mal ins Stottern bringt.

Das Spiel fand vor vollem Haus statt (SpVgg-Rekordzahl in der zweiten Liga mit 16 140 Zuschauern) bei herrlichstem warmen Wetter mit Bombenstimmung. Gleich zu Anfang begannen jedoch einige Chaoten aus dem Fanblock der 1860er mit Pyrotechnik allen Zuschauern in der Südkurve und dem „Lohner“ kräftig einzuheizen. Nasen und Augen brannten, das Fürther Team zeigte demonstrativ Zusammenhalt, und der Stadionsprecher versuchte wiederholt, an die Vernunft der Gäste zu appellieren.

Nach einer Viertelstunde fiel dann das Tor der Münchner durch Osako. Wolfgang Hesl hatte praktisch keine Chance, den Ball zu halten. Aber das tat der Stimmung der Kleeblattfans keinen Abbruch. Belohnt wurden sie nur sechs Minuten später mit dem Gegentor von Ilir Azemi. Ab diesem Moment bestimmten die Fürther Gastgeber das Geschehen auf dem Platz. Zielgenaue Pässe, prima Kombinationen und großes Engagement machten das Spiel des Kleeblatts aus.

Nach der Pause schien dann bei der SpVgg irgendwie die Luft raus zu sein. Die Löwen kamen besser ins Spiel und die Partie wurde ausgeglichener. Ilir Azemi rackerte sich ab, versuchte aus jedem ihm zugespielten Ball – z.B. mit einem artistischen Fallrückzieher – einen gefährlichen Schuss zu machen. Er hatte mehr als einmal hervorragende Chancen zum 2:1. Aber es klappte nicht.
Beide Mannschaften suchten dann in der hektischen Schlussphase verzweifelt die Entscheidung. In der 83. Minute hatte Keeper Hesl einen Schuss des aufgerückten Schindlers souverän entschärft. Und dann fiel das völlig unerwartete zweite Tor der Löwen: Der aufgerückte Kai Bülow – bereits im Spiel gegen Arminia Bielefeld erfolgreich – wuchtete das Leder aus kurzer Distanz per Kopf aufs Tor. Hesl war noch dran, konnte aber das für Fürth so unglückliche Tor in der Nachspielzeit nicht verhindern.

Die Fürther Fans um mich herum waren konsterniert. „Einmal, wenn ich ins Stadion gehe“, meinte ein Zuschauer neben mir, „aber die Welt geht ja nicht unter.“ Überall traurige Gesichter, und die Stimmung bei den Kleeblattanhängern auf dem Weg von der Trolli Arena nach Hause oder in die Fürther Altstadt war gedämpft. Doch in Fürths Kneipenmeile sah man (nach einem Entspannnungs-„Grüner“) alles wieder pragmatisch: Die Spielvereinigung hat im Aufstiegskampf zwar einen herben Rückschlag erlitten. Aber sollte Paderborn morgen verlieren und auch der FC Kaiserslautern keinen Sieg erringen, dann ist alles noch drin.
Zwei Spiele stehen in dieser Saison noch auf dem Programm. Am vorletzten Spieltag, 4. Mai, ist die SpVgg  im „Stadion der Freundschaft“ gefordert: Ab 15.30 Uhr geht es für das Kleeblatt beim Tabellenletzten Energie Cottbus zur Sache. Und eine Woche später ist der SV Sandhausen im Ronhof zu Gast. Also: Kopf hoch und weiter hoffen!

Die Kleeblätter sind gut 20 Millionen wert

Der Countdown läuft: Es bleiben nur noch wenige Stunden, bis der Transfermarkt für Profispieler geschlossen wird. Freitag Nacht um 24.00 Uhr es vorbei. Gerüchte um mögliche Zugänge bei der Spielvereinigung gibt es natürlich: So war z. B. der (im Moment vereinslose) Rechtsverteidiger Sofian Chahed in dieser Woche für ein Probetraining in Fürth.
Der Kader der Spielvereinigung hat gute Chancen, sich auch in der Rückrunde der Saison 2013/14 in der 2. Bundesliga gut zu behaupten. Wenn Nikola Djurdjic wieder fit ist und die Mannschaft tatkräftig unterstützen kann, wäre auch das Stürmerproblem erst mal ad acta gelegt.

Der Marktwert aller Kleeblattspieler  – so der Website „Transfermarkt“ zu entnehmen – liegt bei gut 20,6 Millionen Euro. Von den 25 Spielern sind 11 Ausländer, der Verein setzt ja nach wie vor auf einen intensiven Aufbau von Nachwuchsspielern aus den eigenen Reihen.

Im nebenstehenden Foto wurde von „Transfermarkt“ die „Teuerste Elf“ der SpVgg zusammengestellt, die dem Trainer Frank Kramer zur Verfügung steht (es werden ausschließlich die Marktwerte berücksichtigt): Mit Wolfgang Hesl im Tor, Mergim Mavraj in der Abwehr, Zoltán Stieber im Mittelfeld und Nikola Djurdjic im Sturm.
Gestern hat das Kleeblatt übrigens das Testspiel gegen den SV Sandhausen mit 1:0 gewonnen. Und die letzte Begegnung in der Vorbereitung zur Rückrunde findet am morgigen Samstag (1. Februar, 13 Uhr) in der Trolli ARENA gegen den VfR Aalen statt.

3:1 in Sandhausen – Vize-Herbstmeister

Sie sind schon sehr lax mit ihren Chancen umgegangen – dieses Gefühls konnte man sich längerer Zeit nicht erwehren.  Doch dann hat die Spielvereinigung die Begegnung in Sandhausen gegen den SV mit 3:1 gewonnen. Obwohl die Fürther Fans beim frühen Tor der Sandhäuser in der 16. Minute erst mal leicht geschockt waren. Ein gelungener Start der kurpfälzischen Mannschaft, die in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren hat. Aber das gelang ihr heute nicht. Denn es war ja nicht das erste Mal in dieser Spielzeit, dass das Kleeblatt einen frühen Rückstand aufholen sollte.

Eine markante Figur im Fürther Team war für mich heute Florian Trinks. Er versemmelte einige gute Möglichkeiten. Dann bewies er sportliche Fairness, als er selbst sein Handspiel anzeigte und damit sein Tor nicht anerkannt wurde. Da hat doch Diego Maradona als „Hand Gottes“ bei der Fußball-WM 1986 ganz anders agiert. Belohnt wurden dann das Kleeblatt und vor allem Florian Trinks durch sein 3:1 (Foto).
Langweilig war es im nur mit 4000 Zuschauern besuchten Hardtwald-Stadion nicht. In der 32. Minute gelang Niclas Füllkrug der 1:1-Ausgleich. Und Zoltan Stieber setzte mit seinem Foulelfmeter noch eins drauf.

Nach diesem Auswärtssieg ist die Spielvereinigung mit 32 Punkten Vize-Herbstmeister der Zweiten Liga. Zwar hat das Kleeblatt noch zwei Spieltage bis zur Winterpause vor sich. Aber nach 17 Spieltagen ist nun mal die Hälfte der Saison vorbei, und trotz der drei gewonnenen Punkte konnte man nicht am 1. FC Köln vorbeiziehen.
Kommenden Sonntag ist das nächste Auswärtsspiel gegen Arminia Bielefeld. Und zwei Tage vor dem Heiligen Abend schließt das Kleeblatt fußballerisch das Jahr 2013 mit seinem Heimspiel gegen den VfR Aalen ab.

Kleeblätter am Hardtwald

Am nächsten Sonntag, 8. Dezember, tritt die Spielvereinigung um 13.30 Uhr beim SV Sandhausen an. Gestern hat das Team aus dem baden-württembergischen Ort (knapp 15 000 Einwohner, 700 Vereinsmitglieder) im DFB-Pokal gespielt. Es hatte  sich fest vorgenommen, den Erstligisten Eintracht Frankfurt in die Wüste zu schicken. Die Eintracht tat sich gegen den Zweitligisten zunächst tatsächlich nicht leicht: Der SVS trat selbstbewusst auf und machte mit seiner dichten Defensive den Frankfurtern das Leben schwer. Doch dann trafen die Hessen zwei Mal ins Tor des SVS. Partie entschieden? Von wegen! In der 66. Minute stand es dann auf einmal überraschend 2:2. Aber die Übermacht des Erstligisten war zu stark – das Spiel ging 4:2 für die Eintracht zu Ende.

Am Sonntag könnten die Kleeblätter jetzt sicher davon profitieren, dass das DFB-Pokalspiel die Mannschaft des SVS viele Kräfte gekostet hat. Im Moment stehen die Kurpfälzer auf dem achten Tabellenplatz mit 23 Punkten und einem Torverhältnis von 15:14 Toren. Grund für ihren Erfolg ist primär die starke Defensive: Nach dem 1.FC Köln stellen sie zusammen mit dem Karlsruher SC die zweitstärkste Abwehr der Liga. Trotzdem müsste es für die Kleeblätter möglich sein, nach dem 1:0-Sieg gegen Energie Cottbus wieder drei Punkte einzufahren. Ich hoffe, dass sich viele Kleeblattfans auf den Weg nach Sandhausen machen – der Ort liegt ca. acht Kilometer südlich Heidelberg.

Uns Greuther-Weibern gefällt das Plakat des SV Sandhausen, auf dem die Begegnung gegen die Spielvereinigung angekündigt wird, besonders gut. Ich habe es auf der Vereins-Website gefunden. „Kleeblätter am Hardtwald“ – das klingt doch richtig adventlich. Und den 2. Advent, den feiern wir ja am nächsten Sonntag dann auch noch.