Ade, Tayfun Pektürk!

Wir Greuther-Weiber verschnaufen hier in heimischen Gefilden bis zum nächsten Erstligaspiel des Kleeblatts gegen Bayern München am Samstag, 19. Januar. Trotzdem beobachten wir interessiert, was sich im Trainingslager der Spielvereinigung im türkischen Belek so abspielt. Täglich gibt es Neuigkeiten. Heute morgen ist nun Tayfun Pektürk (auf unserem Foto noch beim Frankfurtcup letzte Woche in Aktion) über die Klinge gesprungen und hat das Teamhotel verlassen.
Im April 2010 hatte Pektürk seinen Vertrag beim damaligen Zweitligisten zur Saison 2010/11 unterschrieben. In seinem ersten Jahr kam er auf neun Einsätze, stand dabei zweimal in der Startformation. Der Flügelspieler kam beim Kleeblatt in dieser Saison nur auf drei Einsätze. Er vermutete schon länger, dass der Verein nicht mehr wirklich mit ihm plant. Und seit der Verpflichtung des Südkoreaners Park Jung-Bin war die Uhr für Tayfun beim Tabellenletzten praktisch abgelaufen.
Heute morgen verließ der 24-Jährige das Trainingslager in Belek, sein neuer Arbeitgeber steht noch nicht fest, könnte aber in unmittelbarer Nähe liegen. Nach dem Testspiel am vergangenen Freitag gegen Istanbul BB, in dem Pektürk 45 Minuten lang auf dem Platz stand, soll der türkische Erstligist Interesse an einer Verpflichtung gezeigt haben. Für einen Wechsel spricht außerdem, dass Pektürk, der einen deutschen Pass besitzt, einem möglichen Einsatz für die türkische Nationalelf nie abgeneigt war, bislang aber vergeblich auf ein Angebot wartete.

Und auch in Sachen Kingsley Onuegbu gibt es News: Für ihn liegt keine ernsthafte Anfrage von anderen Mannschaften vor, deshalb wird der Nigerianer aus dem Kleeblatt-Profikader in die U23 versetzt.

Die Reihen bei der Spielvereinigung lichten sich. Hoffentlich gibt es keine Fehlentscheidungen, und Mike Büskens setzt auf die richtigen „Pferde“!

Bibbern vor dem Kantersieg

Jubel nach einem von sechs Toren„Spitzenreiter, Spitzenreiter“ dröhnte es nach dem Schlusspfiff durch den Ronhof, und die eine Handvoll sichtlich bedröppelter Bochumer Fans schlichen nach der deftigen Packung (6:2 für das Kleeblatt) aus dem Stadion. Rundum ein gelungener Nachmittag in der Trolli Arena, möchte man meinen. Doch in Wirklichkeit dauerte es erstaunlich lange, bis man sich auf seinem Platz einigermaßen beruhigt zurücklehnen konnte.

Das Bibbern (für das die angenehme Februarsonne nichts konnte) fing schon in der Anfangsphase an, als die Fürther ziemlich unkonzentriert agierten und die Bochumer immer wieder ruckzuck umschalten konnten. Prompt fiel dann auch der absolut unnötige Treffer für den VfL. Es war schon fast unheimlich, wie schnell der Ball immer wieder gefährlich vor Max Grün auftauchte. Gottseidank drehten Asamoah und der bemitleidenswerte Bochumer Vogt per Eigentor den Spieß wieder um. Richtig dynamisch war vorher eigentlich in erster Linie nur der Fürther Fanblock gewesen, der den Bochumer Anhang selbst nach dem 0:1 noch tapfer niedersang.

Der Rest ist fast schon Geschichte: Nach der Pause rappelte es noch vier Mal im Bochumer Karton. Doch richtig Ruhe kam erst eigentlich nach dem 5:2 auf. Gerade das 2:4 aus Bochumer Sicht offenbarte eine ziemlich unsortierte Fürther Abwehr, als nach einer absoluten Null-Chance und einer verunglückten Bogenlampe der Ball plötzlich im Netz zappelte.

Der Qualitätsunterschied war diesmal nicht in der Abwehr, sondern im Sturm zu finden. Er trägt etwa den Namen Gerald Asamoah. Er wurde nicht nur wegen seiner beiden Tore zu Recht mit Standing Ovations gefeiert. Getrübt wurde seine Leistung allerdings durch das heftige Einsteigen gegen den Bochumer Aydin, der in dieser Szene einen Wadenbeinbruch erlitt.

Bochum mit 6:2 weggefegt – das hört sich schon mal super an und ist auch Grund zum Feiern. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass dies nicht mehr die Mannschaft war, die in der letzten Saison nur hauchdünn den Aufstieg in die 1. Bundesliga verpasste. Außerdem waren sie an diesem Samstag absolut nicht vom Glück verfolgt (zwei Verletzungen, ein Eigentor, eine Gelb-Rote Karte). Eigentlich hätte auch der Torwart Luthe noch zum Duschen geschickt werden müssen, aber Schiri Gagelmann hatte nach seiner Attacke gegen Pektürk  wohl einen sehr großzügigen Moment. Gegen stärkere Gegner, die nicht in der letzten halben Stunde auseinanderfallen, müssen vor allem das Fürther Mittelfeld und die Abwehr noch mehr leisten. Aber das mit dem Spitzenreiter, daran könnte man sich schon gewöhnen – vor allem, wenn es dann auch mal dauerhaft  ist.

 

 

Kleeblätter im DFB-Pokal eine Runde weiter

Da soll noch mal einer sagen, französische Bulldoggen seien nicht intelligent. Die (offensichtliche) Fußball-Kennerin Bubka hat den Sieg der Spielvereinigung in der zweiten Runde des DFB-Pokals richtig vorhergesagt. Die Kleeblätter gewannen in der Trolli ARENA souverän mit 4:0 gegen den SC Paderborn und haben sich so ins Achtelfinale gespielt. Die Tore erzielten Milorad Pekovic, Olivier Occean, Christopher Nöthe und Tayfun Pektürk. Erwähnenswert war die Rote Karte für den Paderborner Pallionis in der 60. Minute, der Occean böse gefoult hatte. Und die prima Leistung des Fürther Keepers Max Grün. Die schwarz-weiße Bubka hat übrigens auch den Sieg von Borussia Dortmund, dem FC Augsburg, Bochum und dem HSV treffsicher erahnt.

Das Kleeblatt-Team kann nach den beiden Spielen in zweitägigem Abstand erst mal etwas relaxen. Die nächste Bundesligabegegnung findet am Montag, 31. Oktober, um 20.15 Uhr statt. Dann empfangen die Fürther im Ronhof die Mannschaft von Eintracht Braunschweig, die momentan mit zehn Punkten Rückstand auf dem sechsten Tabellenplatz steht. Und bis zu den Achtelfinalbegegnungen im DFB-Pokal dauert es fast noch acht Wochen: Am 20. und 21. Dezember wird es sich zeigen, ob die Spielvereinigung – der Gegner wird noch ausgelost – weiterkommen wird.

Fazit: Für die Fürther Fußballer und Fans sieht zur Zeit alles entspannt aus. Die Kassen des Vereins füllen sich durch die Erfolge im DFB-Pokal. Und ob das Kleeblatt als Herbstmeister Weihnachten feiern wird? Man wird sehen…