Lange das Spiel dominiert – und dann doch verloren!

Nein, Keeper Wolfgang Hesl kann man eigentlich nicht allein den Vorwurf machen, dass die Spielvereinigung bei Borussia Mönchengladbach mit 0:1 verloren hat. Er ist zwar etwas überstürzt aus dem Tor gekommen und de Jong traf dann rein. Aber Hesls unglücklichem Auftritt gingen viele sehr gute Paraden voraus. Frank Kramer hatte sich heute dafür entschieden, ihn und nicht Max Grün ins Tor zu stellen.

Schon in der ersten Halbzeit war die SpVgg die eindeutig bessere Mannschaft. Die Borussen – Tabellenachte – spielten unter Niveau und konnten auch mit ihrem Star Arango nichts putzen. Das Kleeblatt verkaufte sich mit angriffsfreudigen Attacken bewundernswert. Offensichtlich versteht es der neue Trainer Frank Kramer, seine Jungs zu motivieren und auch spielerisch zu verbessern. Edgar Prib, Felix Klaus  und Thanos Petsos hatten sehr gute Chancen. Aber das Fürther Eigengewächs Prib (Foto) schaffte es nicht, auch nur eine seiner drei Chancen umzusetzen.

Nach einer Stunde, als die rund500 angereisten Kleeblatt-Fans (über 50 000 Zuschauer im Borussia-Park) das sichere Gefühl hatten, dass heute was gehen könnte, kam es zum verhängnisvollen Fehler: Der von Mönchengladbach für diese Saison ausgeliehene Matthias Zimmermann, der nur fünf Minuten zuvor wegen eines taktischen Fouls Gelb gesehen hatte, grätschte im Mittelfeld unnötig gegen Nordtveit und holte sich die Gelb-Rote Karte. Das Kleeblatt – ab jetzt mit nur zehn Mann auf dem Platz  – gab sich trotzdem nicht geschlagen und startete immer wieder schnelle Konterangriffe. Prib hatte den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber in der 77. Minute an ter Stegen. Jetzt wachten die Borussen endlich auf und blockten jede gute Aktion der Gäste. Ein Kopfball von Azemi rauschte in der Nachspielzeit knapp am Pfosten vorbei.
Fazit: Wieder ein Spiel verloren, obwohl die SpVgg lange Zeit die eindeutig dominierende Mannschaft war. Nach dem gestrigen 3:0-Sieg von Hoffenheim ist es für das Kleeblatt fast nicht mehr möglich, sich aus dem Tabellenkeller hochzurackern. Es sei denn, ein Wunder geschieht! Vielleicht am kommenden Samstag – beim Heimspiel gegen den noch amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund?

Ein Punkt in Bremen – aber Augsburg gewinnt!

Das Kleeblatt bei Werder Bremen. „Sie können nur noch mit Anstand absteigen“ – so der Kommentar vieler Fans, mit denen ich im Laufe dieser Woche gesprochen habe. Naja, so pessimistisch muss man nicht sein.

Die erste Partie mit dem neuen Coach Frank Kramer begann vielversprechend mit zwei Superchancen für die SpVgg, die allerdings weder von Bernd Nehrig noch von Stephan Fürstner verwandelt werden konnten. Dann nichts wirklich Erwähneswertes in der ersten Halbzeit. Anpfiff zu den zweiten 45 Minuten: Der gerade von Bremen eingewechselte Aaron Hunt trifft nach fragwürdigem Elfmeter ins Tor von Max Grün. Und schon steht es 0:1. Die Kleeblätter (wie so oft) geschockt, waren sie doch eigentlich die bessere Mannschaft in der ersten Hälfte gewesen. Ein couragierter, offensiver Auftritt vor fast 40 000 Zuschauern, aber einmal mehr ohne Fortune. Dann das heiß ersehnte Tor in der  55. Minute durch Stephan Fürstner. Und die SpVgg dreht sieben Minuten später tatsächlich das Spiel: Durch einen direkten Freistoß aus 30 Metern Distanz trifft Thanos Petsos (Foto) mit einem sagenhaften Tor zum 2:1.
Aber wo Glück ist, kommt Pech schnell hinterhergetigert. Nach einem weiteren Foulelfmeter legt sich der Torschütze des ersten Bremer Tors – Aaron Hunt – zehn Minuten vor Ende der Partie den Ball zurecht, schießt dieses Mal ins andere Eck und schon ist die Partie wieder ausgeglichen. Grün war zwar dran, aber …
Und so endete das Spiel, das zwischenzeitlich viele Fürther Fans hoffen ließ, mit einem 2:2-Unentschieden. Dieses Ergebnis, das zum Teil aufgrund nicht nachvollziehbarer  Schiedsrichterentscheidungen zustandekam, bringt dem Kleeblatt unterm Strich nichts. Denn der FC Augsburg gewann gleichzeitig beim Hamburger SV und konnte seinen Relegationsplatz verteidigen. Der Abstand zwischen Kleeblatt und FCA ist auf neun Punkte angewachsen. Nicht mehr einzuholen?

Kleeblatt-Kader wird aufgestockt

Die Spielvereinigung steigt in die Bundesliga auf, die Spieler relaxen im Moment im wohlverdienten Urlaub. Das heißt allerdings nicht, dass die Verantwortlichen im Verein derzeit im Frühlingsschlaf liegen. Nein, seit gestern treffen täglich Informationen ein, dass der Kader des Kleeblatts erweitert wird. Nach dem Weggang des zweiten Torwarts Jasmin Fejzic war dessen Position vakant. Deshalb hat die SpVgg jetzt Wolfgang Hesl (im Foto) verpflichtet. Der Torwart kommt ablösefrei von Dynamo Dresden. Für die Dresdener hat Hesl in der letzten Saison 13 Zweitliga-Spiele bestritten. In der Spielzeit 2010/2011 gewann Hesl mit dem SV Ried den österreichischen Pokal-Wettbewerb. Der 26-jährige Oberpfälzer erhält beim Kleeblatt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014. Wolfgang Hesls sportliches Vorbild ist übrigens Oliver Kahn!

Schon gestern wurde der Zugang von Thanos Petsos gemeldet. Der Grieche erhält einen Drei-Jahres-Vertrag. Petsos feiert am 5. Juni seinen 21. Geburtstag, er wechselt von Bayer Leverkusen nach Franken. In den letzten beiden Spielzeiten war der griechische U21-Nationalspieler von der Werks-Elf an den 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen. Der zentrale Mittelfeldspieler, der auch auf der rechten Verteidiger-Position eingesetzt werden kann, bestritt für den FCK 39 Erstliga-Begegnungen.

Ich bin mal gespannt, wer für die nächste Saison noch vom Fürther Aufsteiger verpflichtet wird. Jetzt ist das Kleeblatt für viele Profi-Fußballer interessant und attraktiv. Denn es wird eine sportliche Herausforderung, nicht nur eine Spielzeit erstklassig zu sein. Spannung pur!