Weiß-grüne Kaffeestunde im SAMOCCA

Gestern habe ich in unserem Greuther-Weiber-Blog angekündigt, dass die Spielvereinigung heute anlässlich der Aktion „Das Kleeblatt fürs Leben“ im Fürther Café SAMOCCA in der Neuen Mitte mit den Spielern Marco Caligiuri und Robert Zulj, Coach Stefan Ruthenbeck und OB Thomas Jung Gäste bewirtet. Das Ambiente in diesem Kaffeehaus ist super – man sollte unbedingt mal hingehen. Die kulinarischen Genüsse sind hervorragend. Und man kann richtig gut entspannen.

Einige Kleeblattfans hatten heute auch hingefunden. Obwohl die Uhrzeit – 14 bis 15.30 Uhr – für die meisten nicht optimal war. Und: Es hat allen Spaß gemacht. Hier sind ein paar Foto-Impressionen.

SAMOCCA

Gruppenfoto mit SAMOCCA-Team und Kleeblattprofis

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Begrüßung

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OB Thomas Jung, Kapitän Marco Caligiuri und Robert Zulj werden stilecht ausgestattet

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Perfekte Bedienung durch den Torjäger Robert Zulj

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Und das war der erhoffte Cappuccino Oriental – von Marco Caligiuri serviert

Ein Cappuccino von Marco Caligiuri

SAMUCCA_FuerthDie Spielvereinigung ist für originelle Aktionen bekannt, z.B. die berühmte Autogrammstunde auf der Fürther Kärwa. Oder „Jetzt zählt jeder“ im Mai 2015, als der SpVgg der Abstieg drohte, und man viele Fans mobilisieren wollte, um der Mannschaft Mut zuzusprechen.
Unter dem Motto „Das Kleeblatt fürs Leben“ statten am morgigen Donnerstag, 17. März, drei Kleeblätter dem Café und Deli SAMOCCA in der Neuen Mitte in Fürth – Rudolf-Breitscheid-Straße 4 – einen Besuch ab. Zwischen 14.00 Uhr und 15.30 Uhr werden die Gäste des Cafés von Trainer Stefan Ruthenbeck, Kapitän Marco Caligiuri und Robert Zulj (dem zweifachen Torschützen der letzten Begegnung gegen Eintracht Braunschweig) bewirtet. Außerdem wird OB Thomas Jung der Stammbelegschaft des SAMOCCA unter die Arme greifen.

Das SAMOCCA wurde vor ziemlich genau einem Jahr eröffnet und erfreut sich bei den Fürthern großer Beliebtheit. SAMOCCA ist ein Projekt der Dambacher Werkstätten, einer Einrichtung der Lebenshilfe Fürth e.V.. Bemerkenswert ist, dass im Sinne einer beruflichen Rehabilitation und Integration eine ausgelagerte Werkstattarbeitsgruppe entstand, in der zahlreiche neue Arbeitsfelder für Menschen mit Handicaps geschaffen wurden. Bei den hier im Café Beschäftigten handelt es sich neben den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um Menschen mit einer geistigen Behinderung. Diese arbeiten weitestgehend selbständig in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen, sie sind inzwischen unverzichtbarer Teil des Fürther SAMOCCA-Teams und wesentlich an der Weiterentwicklung des Kaffeehauses beteiligt. Wer noch weitere Infos möchte, die sind hier zu finden (der Website habe ich auch das Foto entnommen).

Ich werde auf jeden Fall morgen Nachmittag ins SAMOCCA gehen, mir dort einen leckeren Cappuccino Oriental bestellen und hoffen, dass Marco Calugiuri ihn mir souverän serviert.

Fußballerisch gesehen: ein versauter Kärwa-Start!

Da hatten wir heute wirklich Traum-Voraussetzungen: Ein echtes Bilderbuchwetter zum Feiertag und vor allem zum Start der Färdder Kärwa. Mit drei Schlägen hatte am Vormittag Oberbürgermeister Thomas Jung das erste Fass Kärwa-Festbier angestochen, seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder ein Grüner-Festbier, etwas süßer und vor allem stärker als das Helle von Grüner. Pfarrer Volker Zuber von Sankt Michael war zum letzten Mal vor seiner Pensionierung im Mai nächsten Jahres bei der Eröffnungsveranstaltung am Fürther Stadttheater dabei und sprach deshalb ein paar Worte; er wünschte der Michaelis-Kärwa einen segensreichen und friedlichen Verlauf. 1000 weiße und grüne Luftballons stiegen in den blauen Himmel, Böllerschüsse am Karlsteg setzten das Zeichen für den offiziellen Kärwa-Beginn. Und die Kleeblatt-Fans setzten sich in Richtung Ronhof in Bewegung – da noch bei bester Laune.

Doch die sollte ihnen am Laubenweg schnell vergehen. Nur 111 Sekkunden brauchte der VfL Bochum zum Führungstor, das Simon Terodde nach einer Ecke gelang; der Fürther Marco Caligiuri hatte in dieser Situation ziemlich schlecht ausgesehen. Der Schock dieses schnellen Tors saß offenbar tief, denn dem Kleeblatt wollte nichts mehr so recht gelingen in dieser Partie. Zu unpräzise spielte das Team, es fehlte an allen Positionen immer wieder an einem: an Genauigkeit. Auch als in der 20. Minute Derby-Held Sebastian Freis für den angeschlagenen Marco Stiepermann kam, hatte das keinerlei Auswirkungen. Vielmehr schaffte schon vier Minuten später die Revierelf das 2:0 durch einen Weitschuss von Marco Terrazzino. Zwei Torchancen, zwei Tore: So effektiv trat Bochum auf, während bei den Fürthern in der ersten halben Stunde trotz acht Torschüssen einfach gar nichts passte. Und schon in der 31. Minute fiel das 3:0 für die Gäste. Erst sah es nach einem zweiten Treffer durch Terrazzino aus, aber dann wurde auf Eigentor durch Benedikt Röcker entschieden, der heute von Anfang bis Ende einen wahrhaft schwarzen Tag hatte.

Seit fünf Spieltagen ohne Niederlage, vier Siege nacheinander: So war das Kleeblatt in die Partie gegangen, während der VfL Bochum zuletzt mit drei Unentschieden und einer Niederlage eine Krise durchgemacht hatte. Doch ausgerechnet beim Kärwa-Spiel in Fürth überwanden die Bochumer dieses Tief und düpierten das Kleeblatt. Denn nach der Pause kamen die Hausherren gar nicht mehr ins Spiel, hatten anscheinend bereits resigniert. Und so folgte der vierte Treffer der Gäste in der 54. Minute, wiederum durch Terodde. In Minute 71 machte schließlich Peniel Mlapa – ausgerechnet ein ehemaliger Spieler des 1. FC Nürnberg! – das 5:0 für Bochum klar. Da nützte es auch nichts, dass kurz zuvor Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck Robert Zulj und Domi Kumbela für Goran Sukalo und Tom Weilandt eingewechselt hatte – auch den frischen Ersatzspielern gelang heute rein gar nichts – so wie die ganze Mannschaft nichts riss. Und deshalb gibt´s heute hier in unserem Blog auch kein Foto des Kleeblatts, sondern eines mit jubelnden Bochumern, die völlig berechtigt so hoch gewonnen haben.

Als enttäuschter Fan kann man heute nur auf die Kärwa gehen und sich mit einem Grüner – oder auch mehreren – und Baggers vom Grauberger über den Frust hinwegtrösten. Die Spielvereinigung hat die Chance, sich in der nun kommenden Länderspiel-Pause zu regenerieren und – hoffentlich! – wieder zu ihrer zuletzt gezeigten Form zurückzufinden. Denn die wird die Mannschaft brauchen: Der nächste Gegner heißt nämlich SC Freiburg. Der musste zwar heute kurzzeitig die Tabellenführung an Bochum abtreten, aber ihm reicht morgen in Karlsruhe schon ein Unentschieden, um sie zurückzuerobern. Einziges Glück fürs Kleeblatt heute: Auch St. Pauli hat diesen Spieltag verpatzt: durch eine 1:3-Niederlage gegen Sandhausen. So bleibt Fürth vorerst auf Rang vier – ziemlich schmeichelhaft!

Historischer Vertrag im Ronhof

Supergute Nachrichten für die Fürther Fußballfans: Der Pachtvertrag des Ronhofs wird bis zum 30. Juni 2050 verlängert. Eine Entscheidung, die für Generationen von Kleeblattfans bedeutsam ist. Heute setzten OB Thomas Jung – die Stadt ist ja Hauptpächter des Geländes – und Grundstückseigentümer Conny Brandstätter ihre Unterschriften unter den fast schon historischen Vertrag. Der Pachtzins bleibt mit 420.000 Euro im Jahr unverändert. Grundstückseigentümer Conny Brandstätter hatte noch eine weitere positive Nachricht im Gepäck. Der Ronhof wird in eine Familienstiftung eingebracht, somit kann das Gelände nicht mehr verkauft werden. Mit anderen Worten: Der Ronhof wird auch in hundert Jahren noch stehen! Wenn das die Herzen der Kleeblattanhänger nicht höher schlagen lässt!

Für die Spielvereinigung ist der Vertrag besonders wichtig, da so die Modernisierung des Stadions in Angriff genommen werden kann. Der Traum vieler Kleeblatt-Fans, dass das Gelände im Ronhof noch sehr lange Zeit die Heimat der SpVgg bleiben soll, ist somit in Erfüllung gegangen. Es wird keine Pläne mehr geben, ein neues Stadion an der Peripherie der Stadt zu bauen. Dass die Verantwortlichen der Stadt Fürth hinter ihrem Kleeblatt stehen, hatte die Zweidrittel-Mehrheit im Stadtrat für die baulichen Vorhaben des Kleeblatts bewiesen. Dazu der SpVgg-Präsident Helmut Hack:

„Im Stadtrat sind die Weichen gestellt worden. Auch für dieses Vertrauen mein herzlicher Dank!… Es ist wunderschön, dass sich der Ronhof und seine große Geschichte nun weiter entwickeln. Ich weiß, ganz viele Menschen wird das sehr freuen.“

Conny Brandstätter machte aus seiner Freude über diesen Vertrag und die Partnerschaft mit dem Verein keinen Hehl. Für ihn ist der Umbau der Haupttribüne des „Stadions am Laubenweg“ ein Parameter für der Wettbewerbsfähigkeit des Vereins.

„Ich habe die Pläne für die Modernisierung gesehen und bin begeistert. Ich bin sicher, dass wir hier in der Zukunft noch viele tolle Fußballfeste feiern werden.“

Dem können wir Greuther-Weiber uns natürlich nur anschließen!

Asamoah bei Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

Kleeblattfans sollten sich den kommenden Donnerstag, 8. November, vormerken: Unter dem Motto „Wir vergessen nicht!“ findet um 18.30 Uhr am Mahnmal in der Geleitsgasse in Fürth die Gedenkfeier für die Opfer der Reichspogromnacht 1938 statt. Mit dabei ist Kleeblatt-Spieler Gerald Asamoah.
Auf dem Programm stehen u.a. Grußworte des Fürther Oberbürgermeisters Thomas Jung und von Dekan Jörg Sichelstiel sowie von Ruth Brenner (Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus). Außerdem sprechen Vertreter der Fangruppierung der SpVgg. Gerald Asamoah, Ex-Nationalspieler und Stürmer der SpVgg Greuther Fürth, wird über seine Erfahrungen berichten, die er beispielsweise allein aufgrund seiner Hautfarbe in unserer Gesellschaft machen musste.
Hintergrund der Gedenkstunde: In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fand in Deutschland ein Pogrom gegen die jüdische  Bevölkerung statt. Diese „Nacht der Schande“ ging in die Geschichtsbücher verharmlosend als „Reichskristallnacht“ ein. Auch in der Kleeblattstadt brannte die Synagoge und die jüdischen Fürtherinnen und Fürther wurden gedemütigt und gequält.

„Aufstiegs-Torte“ in Fürther Café

Eine aufregende, emotionsgeladene und lange Nacht liegt hinter uns, aber der Alltag hat die Fürther Fans noch nicht eingeholt. Auch heute befindet sich die ganze Stadt noch im Ausnahmezustand. Die Spielvereinigung ist in die Bundesliga aufgestiegen und ein jahrzehntelanges Martyrium hat ein Ende.

Gestern Abend feierten über 1000 Menschen in der Gustavstraße ihre Mannschaft und den Aufstieg. So dicht an dicht lernt man viele nette Leute kennen, die alle gut gelaunt und friedlich miteinander quatschen. Dabei bin ich Harald über den Weg gelaufen, der mir im Gespräch erzählte, dass er nachts noch eine Torte für das Café eines Freundes fertig dekorieren müsse. „Das wird eine Greuther Fürth-1.Liga-Torte“ verriet er mir. Und als interessiertes Greuther-Weib habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, heute gleich ins „Café Michaelis“ in der Ludwig-Erhard-Straße zu gehen, um mir das kulinarische Prachtstück anzusehen. Und dort stand sie dann: Ein weiß-grüner süßer Traum. Michael, der Besitzer des (fast) gleichnamigen Cafés – das es seit acht Jahren direkt hinterm Fürther Rathaus gibt – ließ es sich nicht nehmen, mir samt Kuchen für ein Foto zur Verfügung zu stehen. Ein Großteil seiner Kundschaft seien gut über alles rund ums Kleeblatt informiert, berichtet er mir, so richtige Ultra-Fans kommen allerdings nicht, um Espresso oder Wein zu trinken und sich ein Stück von den leckeren Kuchen und Torten schmecken zu lassen. Die macht eben alle Harald, eigentlich Ergotherapeut, aber im Privatleben ein Super-Bäcker.
Am Sonntag, 29. April, wird das „Café Michaelis“ ausnahmsweise geöffnet sein. Da findet die große Aufstiegsfeier vorm Rathaus statt, die OB Thomas Jung heute in verschiedenen Radiosendern angekündigt hat. „Da bieten wir auf jeden Fall unsere ‚Spielvereinigungs-Torte‘ an“, verspricht Michael. Fürther Fans sind herzlichst willkommen!

Kleeblatt-Fans im Kärwafieber

Was ein echter Fürther bzw. Fürtherin ist, der zählt schon seit Tagen die Stunden bis zur Kirchweih-Eröffnung. Am Samstag, 1. Oktober, ab 11.00 Uhr ist es dann so weit: OB Thomas Jung sticht vor dem Stadttheater ein Fass an – und die nächsten zehn Tage stehen dann ganz im Zeichen der berümten Michaelis-Kärwa.

Auch für Kleeblatt-Fans ist wieder was geboten: Am Mittwoch, 5. Oktober, sind die Kleeblatt-Profis und das Trainerteam für eine Autogrammstunde zu Gast auf der Kirchweih. Ab 18.30 Uhr schreibt das Team von Mike Büskens bei „Trixis Ochsenbraterei“ an der kleinen Freiheit Autogramme. Diese Aktion hat schon Tradition, in jedem Jahr ist Trixi’s Stand umlagert – darüber habe ich im Greuther-Weiber-Blog schon geschrieben. Außerdem öffnet an beiden Sonntagen während der Michaelis-Kirchweih „Franken Ticket“ am Kohlenmarkt seine Pforten. Am 2. und 9. Oktober können sich dort alle Kleeblatt-Fans zwischen 13 und 18 Uhr im Fanshop mit weiß-grünen Fanartikeln eindecken sowie auch Karten für die Heimspiele des Kleeblatts erwerben.

Die Stimmung ist in diesem Herbst aus Fürther Sicht natürlich besonders gut, führt doch die Spielvereinigung souverän die Tabelle der zweiten Bundesliga an. Dem nächsten Spiel gegen den Karlsruher SC stehen die Kleeblätter optimistisch gegenüber. Die Karlsruher liegen derzeit mit nur sieben Punkten auf dem 14. Tabellenrang, sie haben bisher sechs von neun Spielen verloren. Deshalb können die Kleeblatt-Profis cool und zuversichtlich nach Karlsruhe fahren. Wenn alles nach Plan läuft, werden sie abends dann nach gewonnenem Spiel ein bisschen auf der Kärwa feiern können.

Nachtrag. Freitag, 30.9.2011, 19.45  Uhr: Eintracht Frankfurt hat das Zweitligaspiel mit 3:1 gewonnen und liegt jetzt punktgleich – aber mit besserem Torverhältnis – vor der SpVgg auf Tabellenplatz eins. Egal, alles wird gut!

 

Eine Watschn für die Münchner!

Unser OB Thomas Jung hat von Fürth mal als „der Insel der Glückseligen“ gesprochen. Das kann ich nur unterschreiben. Heute Morgen bin ich am Münchner Hauptbahnhof in den Trubel des Oktoberfestes geraten. Tausende, ach was, zigtausende Besucher strömten in Richtung Theresienwiese. Die meisten in Tracht – Bayern wie Auswärtige. Das italienische Wochenende hat zumindest vom optischen her zwar alles ein bißchen rassiger aussehen lassen. Aber das war Chaos schlechthin. Gott sei Dank, dachte ich mir in meinem Auto mit Fürther Nummer als ich auf dem Mittleren Ring wieder Richtung Franken fuhr. Gut, dass ich jetzt wieder in die Stadt fahre, wo am nächsten Wochenende die Fürther Kerwa beginnt. Ruhig, gemütlich und friedlich.

Die ersten Infos vom Spiel habe ich dann im Radio gehört: Eine ausverkaufte Trolli ARENA in der Partie gegen 1860 München, das erste Tor des (seit gestern) nicht mehr Tabellenführers in der 27. Minute durch Christopher Nöthe, eine Münchner Mannschaft in Unterzahl nach einer roten Karte in der 13. Minute gegen Bülow.  „Hier treffen heute fränkische Bratwürste auf knusprige Hendl von der Wiesn“ meinte der Radio-Kommentator. Sehr witzig, dachte ich mir, es geht um Sport, um Fußball, und die Kleeblätter wollen heute nur eines: gewinnen. Und das haben sie dann auch – 2:0. Die Tabellenführung ist zurückerobert.

Dass es mit der Freundlichkeit der Münchner Fans nicht allzu weit her ist, beweist das Foto vom „Einmarsch in die Fürther Königstraße“ (das hat eine den Greuther Weibern zugetane Freundin geistesgegenwärtig gemacht). Da wurden Beleidigungen gegen den Gastgeber skandiert, unzählige Bierflaschen zerschmissen und Feuerwerkskörper gezündet. „Buam schenkts dene a paar ein und dann geht auf’d Wiesn“ war auf dem 1860-Transparent zu lesen.
Aber das wurde dann wohl nichts. Nach dem verlorenen Spiel möchte ich nicht mit im Zug sein, der Euch zurück nach München bringt, Buam. Und zum Thema „Wiesn“  – dazu habe ich nichts mehr zu sagen.

 

Ich bin ein Färdder!

20100504 Kissinger unterschreibt auf TrikotEr ist zwar schon 86 und lebt bereits seit 1938 in den USA. Doch auch wenn seine Familie wegen der Nazis emigrierte, hat der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger seine Heimatstadt Fürth nach wie vor in guter Erinnerung – in noch besserer „seinen“ Fußballverein: die Spielvereinigung, die zu seiner Zeit noch nicht den – Achtung, jetzt schreibe ich wieder das bei einigen Fans so verhasste „G-Wort“!!! – Zusatz „Greuther“ im Namen trug.

Als Kissinger heute Fürth wieder mal einen Besuch abstattete, ließ er sich natürlich die Gelegenheit zu einer Stippvisite im Ronhof nicht entgehen. Er schlenderte mit Vereinspräsident Helmut Hack und Oberbürgermeister Thomas Jung über den Rasen und durch den Fan-Shop mit dem berühmten Kräutertee – was sich aus dem Mund des Fürther Ehrenbürgers immer noch fränggisch wie „Greuderdee“ anhört. Ich hätte ihn zu gern mal das Wort „Greuder-Weiber“ sagen hören! Kissinger begutachtete auch fachmännisch die neueste modische Trikot-Kollektion.

Nach wie vor ist er genau im Bilde, wie das Kleeblatt derzeit spielerisch so dasteht. Da hat der prominente Fan bei früheren Besuchen allerdings schon Erfreulicheres vorgefunden als den derzeitigen 12. Platz in der Tabelle. Kissinger hofft, so beteuert er, weiterhin auf den Aufstieg „seiner“ Elf in die erste Bundesliga, wie wir Greuther-Weiber und anderen Fans eben auch.

Und jetzt sollten die Hardliner unter den Fürth-Fans lieber nicht weiterlesen. Kissinger hat nämlich einen Satz gesagt, den sie gar nicht gern hören werden: Er wünscht dem Club den Klassenerhalt in Liga eins. Naja, er ist und bleibt halt ein Diplomat, wie er es als Außenminister sein musste, und da hat er ja für Aussöhnung ganz anderer verfeindeter Parteien als zwischen SpVgg und Club gesorgt.

Polizei-Willkür gegen Kleeblatt-Fans?

Fürther und Wahl-Fürther zeichnet ihre Weltoffenheit und Souveränität aus. Das war schon immer so, und auch gestern Abend konnten wir das wieder unter Beweis stellen: Im DFB-Pokal traf die Spielvereinigung im Viertelfinale auf den FC Bayern München. In einer tollen ersten Halbzeit faszinierten die Kleeblätter mit frechem Auftreten vor 50 000 Zuschauern, mit ihrer Courage und ihrem spielerischen Können.

So weit, so gut. Das mit 2:6 verlorene Spiel haben Mannschaft und Fans heute abgehakt, alle denken schon weiter, an die nächste Begegnung am 14. Februar gegen 1860 München (!) im Playmobil-Stadion. Da erreicht uns heute Abend – per Pressemeldung der Spielvereinigung – die Nachricht, was sich gestern Abend vor den Toren der Allianz-Arena abgespielt hat.

Während und nach dem DFB-Pokal-Viertelfinalspiel beim FC Bayern München ist es am Mittwochabend zu Auseinandersetzungen zwischen den eingesetzten Ordnungskräften der Polizei und Fürther Anhängern gekommen.
Aufgrund der Witterungsverhältnisse mit starkem Schneefall und den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen waren einige Omnibusse aus Fürth, aber auch viele privat anreisende Zuschauer – Anhänger beider Mannschaften – nicht rechtzeitig zum Anstoß im Stadion. Mitarbeiter der SpVgg hatten davon Kenntnis und nahmen Kontakt mit dem Verantwortlichen des DFB, des FC Bayern München und der Polizei vor Ort auf, um möglicherweise eine Verschiebung des Anstoßzeitpunktes zu besprechen. Mit dem Hinweis, dass aufgrund der massiven Verkehrsprobleme eine Verschiebung der Anstoßzeit um wenige Minuten keine Besserung der Verhältnisse bringe, wurde das Anliegen der SpVgg verworfen.

Im Verlauf der ersten Halbzeit kamen dann Busse am Stadionparkplatz an. Die Fürther Zuschauer, die nach Darstellung der Münchener Polizei „stark alkoholisierte und aggressive Ultra-Fans“ gewesen sein sollen, eilten dann in Richtung des Eingangs Nord der Münchener Arena. Wie die Polizei weiter mitteilt, sollen etwa 150 Fans ohne erkennbaren Grund die eingesetzten Polizeikräfte in diesem Bereich angegriffen haben. Verantwortliche der SpVgg waren ebenfalls vor Ort und berichten, dass eine große Gruppe Fürther Fans, die bereits eine Personenkontrolle hinter sich gebracht hatten, es eilig hatte, in die Zuschauerblöcke zu kommen. Es sollten aber nochmals Karten-Kontrollen durchgeführt werden, was eine weitere Verzögerung beim Besuch des Spiels nach sich gezogen hätte. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten, denen die Münchener Polizei teilweise mit unangemessener Härte und dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray entgegnete. Auch im weiteren Verlauf der Begegnung und insbesondere nach Abpfiff des Spiels kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. „Aus Sicht der SpVgg ist die Polizei in der Münchener Arena mit unverhältnismäßigen Mitteln gegen Fürther Zuschauer vorgegangen. Dabei haben die Beamten nach Aussage von Augenzeugen auch Gewalt gegen unbeteiligte Besucher, ältere Menschen und Familien mit Kindern angewendet. Das ist nicht in Ordnung und entspricht nicht unserem Verständnis von fairem Umgang miteinander“, so Holger Schwiewagner, Mitglied der Geschäftsleitung der SpVgg Greuther Fürth. Auch Vereinsvertreter wie der Sicherheitsbeauftragte und der Fan-Koordinator, die über mehrere Stunden hinweg versuchten, deeskalierend einzuwirken, wurden nach dem Spiel von Beamten des Münchener Unterstützungskommandos (USK) verbal und handgreiflich angegangen. Holger Schwiewagner weiter: „Auch die Polizei ist verpflichtet, mit dem nötigen Respekt und Fingerspitzengefühl mit Besuchern von Fußballspielen umzugehen. Wir wollen möglicherweise aggressives Verhalten von so genannten Fans nicht entschuldigen oder diese Personen in Schutz nehmen. Aber hier scheint eine Grenze überschritten worden zu sein. Bei den Heimspielen in Fürth pflegen wir einen sachlichen und professionellen Dialog zwischen Fans und der Polizei, was zu einem entspannten und friedlichen Umgang miteinander führt. Dies gilt nicht nur für den Stadionbereich sondern beispielsweise auch für die Verkehrssicherung auf den Zufahrtswegen.“
Der überharte Einsatz der Polizei beim Spiel in der Münchener Arena machte auch die ärztliche Versorgung zahlreicher Fürther Zuschauer erforderlich. Die SpVgg Greuther Fürth wird zudem versuchen, im Austausch mit der Einsatzleitung der Münchener Polizei sowie dem FC Bayern München eine Einschätzung zu bekommen, wie es zu der Eskalation kommen konnte.

Um Himmels Willen, was ist da passiert? Von unserem Freund, der uns per Telefon in der Halbzeitpause und nach dem Abpfiff Eindrücke vom Spiel und von Begebenheiten drumherum berichtet hat, hatten wir schon erfahren, dass es aufgrund des Schneefalls und des schlechten Wetters zu kilometerlangen Staus vor dem Stadion in Fröttmaning kam. Er selbst erreichte erst zehn Minuten nach Spielbeginn das Stadion – da waren schon die ersten beiden Tore gefallen. Und auch der Fürther OB Thomas Jung – so war heute zu lesen – verpasste wegen der Verkehrssituation den Anfang des Pokalspiels.

Was tatsächlich vorgefallen ist, wird sich – hoffentlich – in den nächsten Tagen aufklären. Verein und Verantwortliche des Weltvereins Bayern München sind immer stolz auf ihre „Mir san mir“-Philosophie. Vielleicht sollte man versuchen, auch Besucher aus Fürth bei einem Pokalspiel als Gäste der Allianz-Arena zu behandeln? Sonst bleibt nach dem Spiel bei vielen ein ganz übler Nachgeschmack.