Ist das waidwunde HSV-Team zu schlagen?

Es ist bekannt, dass verletzte Tiere oft am gefährlichsten sein können. So ähnlich beurteile ich die Situation heute Abend beim DFB-Pokalspiel zwischen der Spielvereinigung und dem Hamburger SV. Die Begegnung ist ohnehin eine schwere Aufgabe für den Zweitligisten, aber aufgrund der Krise, in der sich der HSV gerade befindet, wird das Spiel für das Kleeblatt eine besonders harte Nuss.
Der hanseatische Bundesligaverein ist die einzige Mannschaft, die bei der Gründung der Bundesliga dabei war und seitdem nie abgestiegen ist. Und Fußball-Legenden im Kader hatte – wie z.B. den berühmten Uwe Seeler. In den letzten Wochen hatte der Verein allerdings schwer zu kämpfen. Mit nur einem Sieg, einem Unentschieden, aber vier Niederlagen in dieser Saison rangieren die Hamburger im Moment auf dem drittletzten Tabellenplatz. Ein schwacher Trainer und nicht gerade professionelle Funktionäre waren und sind die Achillesferse des Vereins. Doch auch die Spieler sind an der HSV-Krise Schuld. Im Team gibt es hochbezahlte Profis wie Rafael van der Vaart, Heiko Westermann und Marcell Jansen. Alle werden mehr als königlich bezahlt, ca. 40 Millionen Euro beträgt der Gehaltsetat des Klubs. Damit liegt der Klub im vorderen Mittelfeld der Liga. Aber keiner bringt das, was man erwartet.

Seit gestern hat der HSV einen neuen Trainer: Der ehemalige niederländische Nationalcoach Bert van Marwijk übernimmt das Ruder. Der Bundesligist hat den Wechsel jetzt offiziell verkündet, nachdem van Marwijk schon am Samstag angedeutet hat, dass er der Nachfolger des entlassenen Thorsten Fink wird. Van Marwijk tritt sein Amt am Mittwoch an.

Ob die ganze Unruhe beim HSV dem Kleeblatt heute Abend in der „Imtech Arena“ in Hamburg in die Karten spielt, wird man sehen. Auf jeden Fall ist die Spielvereinigung derzeit hochmotiviert und positiv eingestellt. Da könnte es gut und gerne zu einer Überraschung in der zweiten Runde des DFB-Pokals kommen. Wir würden es dem HSV nicht gönnen, aber sollte Rafael van der Vaart am Ende der Begegnung so am Boden sein wie auf unserem Foto, wäre das ein großer Erfolg fürs Kleeblatt.
Also: Auch im Falle von Verlängerung und Elfmeter-Schießen – spätestens um 23.30 Uhr wissen wir mehr.

HSV entlässt Trainer – Gutes Omen fürs Kleeblatt?

Vielleicht ist das ein Pluspunkt im Vorfeld des DFB-Pokalspieles am nächsten Dienstag? Da spielt das Kleeblatt in Runde zwei gegen den Hamburger SV. Und die haben heute ihren Trainer Thorsten Fink an die Luft gesetzt. Nach dem schlechten Ergebnis gegen 1899 Hoffenheim – 1:5 im eigenen Stadion in Hamburg – hatte sich in Dortmund das sportliche Debakel wiederholt. 2:6 endete die Begegnung. Der Schwachpunkt des hanseatischen Vereins ist eindeutig die Defensive: 15 Gegentreffer in fünf Spielen sind einfach zu viel. So droht dem HSV in der momentanen desolaten Verfassung schon nach fünf Saisonspielen der Abstiegskampf.

Neben den schlechten Ergebnissen in den Spielen hat die Vereinsführung des HSV vor allem auch das persönliche Verhalten von Trainer Fink kritisiert. Er flog nach einem Gespräch mit Sportdirektor Oliver Kreuzer am Sonntagvormittag zu seiner Familie nach München, anstatt das Auslaufen der Mannschaft zu betreuen. Und bereits nach dem Hoffenheim-Spiel hatte Fink den Unmut des Vorstands auf sich gezogen, als er seinen Spielern zwei Tage frei gab. Auch das Hin und Her um die aussortierten Slobodan Rajkovic und Michael Mancienne hat die Position des Trainers nicht gestärkt. Der Begnadigung der beiden Innenverteidiger durch Fink folgte am Wochenende das Machtwort von Oliver Kreuzer.
Thorsten Fink war am 17. Oktober 2011 als großer Hoffnungsträger vom FC Basel nach Hamburg gekommen. In seiner ersten Saison rettete der ehemalige Profi von Bayern München die Hanseaten vor dem Abstieg. In der darauffolgenden Spielzeit verfehlte er mit Platz sieben knapp die Europa League.

Der Spielvereinigung tut mental vor dem Pokalspiel die Unruhe in der Mannschaft des HSV ganz gut. Sie könnten davon profitieren, dass ein neuer Trainer erst anfangen muss, sein Team auf sich einzuschwören und als geschlossene Mannschaft zu formieren. Mit ein wenig Glück und beherztem Auftreten haben die Kleeblätter gute Chancen, nach dem Spiel in Hamburg am 24. September, 20.30 Uhr, eine Runde weiter zu sein.