Unsanfte Bauchlandung nach dem Höhenflug

Das Kleeblatt im Höhenflug – so sah es noch am vergangenen Sonntagnachmittag aus, als die Spielvereinigung im Ronhof Tabellenführer Fortuna Düsseldorf mit 3:1 besiegt hatte. (Es wäre eigentlich sogar ein 4:1-Sieg gewesen, wenn der Schiedsrichter das vierte Tor gegeben hätte!) Auch Fürths neuer Trainer Damir Buric, so steht zu vermuten, hat den Fürthern Auftrieb gegeben und sozusagen Flügel verliehen.

Mit berechtigtem Selbstbewusstsein reiste die Mannschaft deshalb nach Braunschweig. Das merkte man der Elf während der ersten 20 Spielminuten auch an: Das Kleeblatt bestimmte das Spielgeschehen, während Braunschweig – bisher in dieser Saison noch ungeschlagen, aber mit sechs Unentschieden nicht wirklich richtig erfolgreich – eher verhalten auftrat. Zur Sicherheit der Gastgeber trugen auch die Braunschweiger Fans wenig bei, die anfangs ihrer Mannschaft teiweise die sonst gewohnte Unterstützung versagten. Es war eigentümlich still im Stadion an der Hamburger Straße, geradezu gespenstisches Schweigen in Block 9. Während Fürth das Spiel gut 20 Minuten lang machte, ohne allerdings einen Treffer zu erzielen, landete Braunschweig den Ball schon nach dem ersten richtigen Angriff im Fürther Kasten und zeigte sich damit extrem effektiv, was die Chancenverwertung anbelangt. (Das Sportfoto Zink-Bild zeigt Fürths Tolcay Cigerci nach dem 2:0 durch Braunschweigs Baffo.) weiter lesen

Der neue Mann im Ronhof heißt Damir Buric

Nach dem gestrigen Abendessen in der Fürther Gustavstraße mit Freunden genügte ein Blick aufs Smartphone, das verkündete: Fürth hat einen neuen Trainer: Buric. – „Wer um alles in der Welt ist Buric?“, schoss es mir durch den Kopf. Und wieso veröffentlicht die Spielvereinigung diese wichtige Neuigkeit am späten Samstagabend?
Ganz verschiedene Traineroptionen wurden ja seit der abrupten Trennung von Janos Radoki am 28. August gehandelt, gestern sind dann die Würfel gefallen: Der neue Cheftrainer heißt Damir Buric. Der Kroate kommt vom FC Admira Wacker aus Österreich und erhält beim Kleeblatt einen Vertrag bis Sommer 2019. Da mir der Verein auf Anhieb nicht viel sagt, habe ich recherchiert:

„Der Fußballklub Flyeralarm Admira Wacker Mödling, Kurzname FC Flyeralarm Admira, bekannt als FC Admira Wacker Mödling, ist ein österreichischer Fußballverein aus der niederösterreichischen Marktgemeinde Maria Enzersdorf, der seit der Saison 2011/12 wieder in der österreichischen Bundesliga spielt. Der Verein trägt seine Heimspiele in der Maria Enzersdorfer BSFZ-Arena aus, die Vereinsfarben sind Schwarz-Weiß-Rot.“ (Wikipedia)

Aha. Die offizielle Verpflichtung des 53-Jährigen wollte man offenbar nicht vor dem Ende der Begegnung zwischen Admira und dem SV Mattersburg bekannt geben; Admira hatte einen 5:0-Sieg beim Tabellen-Vorletzten der österreichischen Bundesliga erzielt.
Damir Buric kehrt nach etwas mehr als neun Monaten – unter ihm hat die Admira die Saison 2016/17 auf Platz sechs beendet – nach Deutschland zurück. In der deutschen Bundesliga war er bereits als Co-Trainer beim SC Freiburg, Bayer Leverkusen und Werder Bremen tätig. „Damir Buric kennt den deutschen Fußball und die erste und zweite Liga. Er hat viele Erfahrungen als Trainer und als Spieler gesammelt und deshalb sind wir davon überzeugt, dass er uns dabei unterstützen wird, aus dieser schwierigen Phase herauszukommen“, so Kleeblatt-Präsident Helmut Hack auf der SpVgg-Website (der haben wir auch das Foto entnommen).
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Wer soll die „Untrainierbaren“ trainieren?

Seit vergangenem Montag ist die Profimannschaft der Spielvereinigung ohne Trainer – über die Art und Weise bzw. die (möglichen) Hintergründe der Entlassung von Janos Radoki wurde schon genug geschrieben. Interessant ist jetzt vielmehr die wichtige Frage, wer der neue Kleeblatt-Coach werden könnte. Sieht man sich die (lange) Liste der aktuell verfügbaren Trainer an, findet man interessante Namen.
Fangen wir an bei den Männern, die die SpVgg schon trainert haben: Bruno Labbadia war zuletzt beim Hambuger SV und ist seit Ende September 2016 ohne Job. Mike Büskens ist seit Ende April 2017 frei und stand zuletzt bei Schalke 04 unter Vertrag. Und Armin Veh trainierte bis Anfang März 2016 Eintracht Frankfurt und wurde damals wegen mangelnden Erfolgs freigestellt.
Klangvolle Namen wie Martin Schmidt (bis Mai 2017 bei Mainz 05), Thomas Schaaf (bis Anfang April 2016 bei Hannover 96) oder Michael Frontzek (schon früher bei Hannover 96) könnten ebenfalls Optionen für die Spielvereinigung sein. Trainer, die international aktiv waren, haben wohl kaum Lust, nach Fürth – das sie sicher als fußballerische Provinz betrachten – zu kommen. Der Verein könnte solche Leute wahrscheinlich auch kaum bezahlen. Wir wollen schließlich auch nicht gleich nach den Sternen greifen und Thomas Tuchel vorschlagen, der Borussia Dortmund sehr erfolgreich trainiert hat, aber mit der BVB-Vereinsführung nicht klar kam.
Namen, die von Seiten der SpVgg-Spitze aktuell gehandelt werden, sind Tayfun Korkut, der bis Ende Juni Bayer Leverkusen trainerte. Und Markus Weinzierl, der den FC Augsburg 154 Spiele coachte und in die Bundesliga führte. Er ist seit Ende Juni 2017 – nach nur einem Jahr bei Schalke 04 – wieder zu haben.
Jemand wie Valérien Ismaël kommt für die Kleeblätter überhaupt nicht in Frage: Er war bekanntlich 2014 einige Monate Trainer des 1. FC Nürnberg. Allerdings steht der langjährige Karlsruher Trainer Markus Kauczinski – zuletzt beim FC Ingolstadt –  bei der Vereinsführung am Ronhof angeblich in der engeren Wahl.

Wie dem auch sei: Inzwischen haben die Kleeblatt-Profis nach der angeblichen Spielerrevolte gegen Janos Radoki in einigen Medien das Image von „Untranierbaren“. Das klingt nicht gut und motiviert den einen oder anderen Traineraspiranten bestimmt nicht, sich von der Spielvereinigung engagieren zu lassen. Vielleicht lassen wir Tierorakel Daisy (Foto oben) mal wieder weissagen, wer das Rennen machen wird? Aber ob sie bei der Entscheidungsfindung weiter kommt? Besonders zuversichtlich schaut sie ja nicht gerade drein.

Neuer Trainer soll das Kleeblatt retten

Jetzt ist das eingetreten, was viele Kleeblattfans seit Wochen befürchtet bzw. gefordert haben: Der Verein und Stefan Ruthenbeck gehen künftig getrennte Wege. Das Amt des Cheftrainers übernimmt ab sofort Janos Radoki (Foto). Der 44-jährige arbeitete bisher als U19-Trainer beim Kleeblatt. Der frühere Profi – unter anderem beim FC Augsburg, der SpVgg und dem SSV Ulm – besitzt die Fußballlehrer-Lizenz und leitete zuletzt die Fürther A-Jugend. Co-Trainer ist Mirko Dickhaut, der zuletzt die 2. Mannschaft des SC Paderborn coachte und von 2013 bis 2015 als Co-Trainer im Ronhof aktiv war.

Nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen und einer bescheidenen Ausbeute von 14 Punkten aus 13 Partien belegt das Kleeblatt aktuell Rang 13 der Zweiten Liga. Vom Relegationsplatz ist die Spielvereinigung gerade mal drei Zähler entfernt. „Unsere Situation ist kritisch und erfordert es, dass wir uns mit den Problemen auseinandersetzen, und das haben wir gemacht“, erklärte Ramazan Yildirim, Direktor Profifußball. Präsident Helmut Hack wollte nach der schlechten Partie und der 1:2-Niederlage am Sonntag beim Aufsteiger Dynamo Dresden offenbar schnell die Reißleine ziehen und Fakten schaffen.

Im Sommer 2015 war Stefan Ruthenbeck vom VfR Aalen nach Fürth gekommen. Mike Büskens – mit dem der SpVgg der Aufstieg in die Bundesliga gelungen war – hatte dem Verein nach seiner zweiten Amtszeit den Rücken gekehrt. Stefan Ruthenbeck schien mit seiner ruhigen, bescheidenen, unspektakulären Art genau der Richtige für das Kleeblatt zu sein.  Doch jetzt ist die Zusammenarbeit mit dem 44-Jährigen zu Ende.

Wie nordbayern.de meldet, habe es einige Gespräche zwischen dem Coach und den Verantwortlichen des Kleeblatts gegeben. Schon vor dem Spiel gegen den VfL Bochum, das die SpVgg noch gewinnen konnte, gab es Gerüchte, dass man die weitere Kooperation mit Ruthenbeck in Frage stellen würde. Vielleicht war es diese Hinhaltetaktik, die Ruthenbeck letztlich dazu bewogen hat, seinen zum 30. Juni 2017 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen. Darüber hat Ruthenbeck die Vereinsspitze jetzt informiert. Darum, und weil man sich einig war, dass es das Beste sei, „wenn es einen neuen Impuls gibt“, hat man sich zur sofortigen Trennung entschlossen. Dies gelte auch für Co-Trainer Michael Schiele, teilte die Spielvereinigung mit.

Wir Greuther-Weiber finden das schade. Sicher war die sportliche Leistung der Spielvereinigung nicht gut, viele verlorene Spiele sprechen für sich. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, dass sich Helmut Hack einen guten Stürmer engagiert? Noch dazu ist der Weggang von Robert Zulj ja absehbar. Ein neuer Trainer von außen könnte es vielleicht schaffen, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht. Aber den Trainerjob mit jemandem aus dem eigenen Haus zu lösen, halten wir für keine ideale Lösung. Bis zur Winterpause wird sich zeigen, wie die Mannschaft mit der neuen Situation umgeht.

Zitterpartie für Fürther Fans und Trainer

SpVgg Greuther Fürth - VfL BochumUff! Erst mal durchatmen! Diese letzten Minuten in der Partie gegen den VfL Bochum haben uns Greuther-Weiber wirklich Nerven gekostet! Das war ein Fußball-Thriller erster Güte, und Schiedsrichter Daniel Schlager wollte uns einfach nicht durch den Schlusspfiff erlösen… Zum Glück hatte die Geschichte dann doch einen (verdienten!) guten Ausgang. Und das in mehrfacher Hinsicht: Erstens hat die Spielvereinigung nach fünf Liga-Spielen (davon vier Niederlagen in Folge!) mit dem heutigen 2:1 endlich wieder einen Sieg eingefahren, und zwar – fast schon ein Wunder! – zu Hause im Sportpark Ronhof. Zweitens: Trainer Stefan Ruthenbeck bleibt dem Kleeblatt damit Gott sei Dank erhalten.

Der Begegnung mit der Mannschaft aus dem Revier lag eine äußerst interessante Konstellation zugrunde. Das beginnt damit, dass Gertjan Verbeek als ehemaliger Trainer des 1. FC Nürnberg für Fürth sowieso ein rotes Tuch ist. Dann stammt er zusätzlich aus den Niederlanden. Auf der fußballerischen Intimfeindschaft zwischen Deutschland und Holland muss man in einem Blog wie diesem nicht groß herumreiten – aber sie existiert nun mal! Schließlich liefen heute im Ronhof mit Marco Stiepermann, Johannes Wurtz und Tom Weilandt gleich drei gute Ex-Fürther Spieler auf. Sie kennen die Verhältnsse hier aus dem Effeff, was sicher nicht von Nachteil für ihren jetzigen Verein gewesen sein dürfte. Und ausgerechnet Stiepermann war über weite Strecken der herausragende Mann beim VfL Bochum, von Weilandt dagegen spürte man nicht viel.

Spannende Voraussetzungen also für das heutige Spiel, an das alle Kleeblattfans hohe Erwartungen knüpften. Und spannend sollte es von der ersten Minute an auch werden. Fürth begann ungeheuer druckvoll und sehr offensiv. Einige gute Chancen konnten jedoch – wieder einmal, muss man leider sagen! – nicht in Treffer umgemünzt werden. Dann schien es eine Zeit lang, als sei den Kleeblättern die Puste ausgegangen. Sie zogen sich in die eigene Hälfte zurück, was die Bochumer postwendend damit beantworteten, dass sie das Spiel an sich rissen. Doch die Hausherren schöpften neue Kraft und zeigten lobenswerten Einsatz. Sicher galt der vor allem Trainer Stefan Ruthenbeck, dessen Schicksal an einem dünnen Faden (nämlich dem Ausgang des heutigen Spiels) hing. Die Top-Einstellung der Mannschaft ließ sich vor der Pause zwar nicht mehr in Tore verwandeln, aber sie sendete wichtige Signale zur Trainerbank aus.

So gut wie selten aufeinander eingespielt zeigten sich Veton Berisha und Sercan Sararer. Das Motto „Gemeinsam“, das auf einem Transparent der Kleeblatt-Anhänger zu lesen war (Foto), wurde zum alles bestimmenden Leitfaden dieser Partie, die nach dem Seitenwechsel schnell wieder an Fahrt aufnahm. Für den am Knie verletzten Kapitän Marco Caligiuri brachte Ruthenbeck Bolly ins Spiel, was sich als durchaus geschickter Zug erweisen sollte. Die zwei umjubelten Treffer des Tages gelangen aber Sebastian Freis (51.) und Sercan Sararer (82.), und beide Male hatte Benedikt Kirsch seine Hand – respektive seinen Fuß – direkt davor mit ihm Spiel. Allerdings gab es nach dem 1:1-Ausgleich für den VfL durch den von Verbeek goldrichtig eingewechselten Gündüz (67.) für die Fürther noch einige Angstmomente zu überstehen. Und selbst die 2:1-Führung war bis zur letzten Sekunde in Gefahr, vor allem weil die Nachspielzeit von eigentlich drei Minuten sich beinahe verdoppelte.

Wie gesagt: eine wahre Zitterpartie für die Kleeblattfans. So etwas kostet Nervennahrung! Und die werden wir in ungefähr zwei Stunden beim Pfefferkarpfen-Essen mit Freunden sicher ausreichend bekommen.

Gekämpft, aber Pech auf ganzer Linie

Ich will jetzt mal nicht spekulieren, ob die heutige – unverdiente! – Niederlage der Spielvereinigung gegen Eintracht Braunschweig Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck den Kopf kosten wird. Wenn, dann wäre das mehr als ungerechtfertigt.
Die Partie zwischen dem Tabellenführer aus Niedersachsen und dem Kleeblatt begann so, wie ich es in meinem Blog prophezeit hatte: Das Kleeblatt spielte mit Emotion und Verstand, überlegte Aktionen brachten die Braunschweiger in die Bredouille. So, wie sich das Kleeblatt heute in den ersten 30 Minuten präsentierte, lässt es die Herzen der Kleeblattfans höher schlagen. Zwar hatte die Eintracht durchaus gute Szenen, aber sie scheiterte an der effektiven Fürther Abwehr (Andreas Hofmann und Marco Caligiuri) und einem überragenden Mann im Fürther Tor.
Das Blatt sollte sich wenden, als Sercan Sararer nach einem klaren Foul die Gelbe Karte erhielt. Ab da nahm das Unglück seinen Lauf: Nach einem verlorenen Dribbling kickte Sararer in der 30. Minute wutentbrannt und völlig undiszipliniert die Eckfahne weg. Daraufhin zeigte ihm Schiedsrichter Patrick Ittrich die Ampelkarte. Das Kleeblatt war jetzt in Unterzahl. Das Spiel stand ab diesem Moment für die Weiß-Grünen unter keinem guten Stern mehr. Wenngleich sich der Tabellenführer weiter schwer tat. BTSV-Stürmer (und Ex-Fürther) Domi Kumbela, dem in neun Spielen sechs Tore gelungen waren, hatte heute Gott sei Dank keinen guten Tag.
Dass das dezimierte Kleeblatt lange ohne Gegentor blieb, verdankt es in allererster Linie seinem Keeper Balazs Megyeri. Der faustete und kickte gefährliche Bälle der Braunschweiger weg, hielt vermeintlich sichere Torschüsse und machte klar, dass er sich in dieser Saison zum adäquaten Nachfolger von Wolfgang Hesl entwickelt hat.
Dann kam es in der 59. Minute für das Kleeblatt dicke: Onel Hernandez brachte die Gastgeber mit seinem Schuss in Führung. Man muss kein Kleeblattfan sein, um einzuwenden, dass dieser Treffer nicht regulär war. Domi Kumbela war in abseitsverdächtiger Position im Strafraum gewesen, als er den Ball an Hernandez abgab.
Leider hatte Schiedsrichter Patrick Ittrich heute offenbar keinen guten Tag. Er diskutierte ständig mit Kleeblattspielern, gab ihnen eine Gelbe Karte nach der anderen, verbannte den Profifußball-Direktor Ramazan Yildirim von der Bank. Und: Ittrich hätte das Tor des Tabellenersten nicht geben dürfen.
Wenige Minuten später verschuldete Balazs Megyeri im Eifer des Gefechts einen Elfmeter. Aber er hatte mehr Glück als Verstand, weil Schönfeld bei seinem Strafstoß nur den Querbalken (67.) traf. Beinahe zum Ausgleich wäre es doch noch in der 83. Minute gekommen, aber Braunschweigs Tormann Jasmin Fejzic parierte mit einer Glanzleistung einen tollen Freistoß von Robert Zulj.
Insgesamt ein spannendes Spiel, in dem das Kleeblatt in vielen Phasen ahnen ließ, was es kann und zu Höchstform auflief. Unnötig war der Platzverweis von Sercan Sararer, der sich als Fußballprofi in der Gewalt haben müsste, vor allem, wenn er ins Kalkül zieht, dass mit einer weiteren Niederlage des Kleeblatts der Job seines Trainers Ruthenbeck auf dem Spiel steht.
Das Kleeblatt kann nicht lange seine Wunden lecken. Es empfängt schon am Mittwoch (18.30 Uhr) den Erstligisten Mainz im DFB-Pokal, bevor es in der Zweiten Liga am Samstag zu Hause im Ronhof gegen FC Kaiserslautern (13 Uhr) weitergeht.

Lernt Mike Büskens jetzt Wiener Schmäh?

Oft haben mich Freunde gefragt: „Was macht eigentlich Euer Aufstiegs-Trainer Mike Büskens jetzt“? Bislang konnte ich die Frage nicht vernünftig beantworten. Seitdem Büskens nach der Saison 2014/15 die Spielvereinigung verlassen hat, war er erst mal von der Bildfläche bzw. aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Jetzt erreicht uns die Neuigkeit: Mike Büskens wird in Zukunft Coach des österreichischen Vereins SK Rapid Wien. Der Verein gehört zu den sehr erfolgreichen Austria-Teams – letzte Saison hat der Club mit dem zweiten Tabellenplatz (von zehn Teams) abgeschlossen, einen Platz vor dem Lokalrivalen FK Austria Wien. Rapid wurde in seiner Vereinsgeschichte immerhin 32 Mal österreichischer Meister und 14 Mal Pokalsieger. Allerdings liegen die ganz großen fußballerischen Erfolge schon ein paar Jahre zurück.
Der 48-jährige Büskens erhält in Wien einen Vertrag für die kommende Saison mit Option auf Verlängerung. Mike Büskens kommentiert sein Engagement so:

„Es ehrt mich, dass ich in Kürze für einen renommierten wie legendären Verein wie den SK Rapid Wien tätig sein darf. Ich möchte jetzt alle Grün-Weißen im Klub kennenlernen und mir schnell ein Bild machen, um gleich mit vollem Engagement an meine neue Aufgabe heranzugehen.“

Büskens, der Nachfolger von Zoran Barisic wird, kann auf eine lange Profikarriere als Spieler und Trainer zurückblicken: Als Aktiver war der gebürtige Düsseldorfer zu Beginn lange bei Fortuna Düsseldorf, ehe es ihn 1992 zum FC Schalke 04 verschlug. In Gelsenkirchen feierte er in zehn Jahren große Erfolge, gewann 1997 den Uefa-Cup und zweimal den DFB-Pokal. Als Trainer war Büskens zwischen 2005 und 2008 als Trainer der zweiten Mannschaft von Schalke 04 tätig. 2009 wechselte Büskens zum Kleeblatt, mit dem ihm 2012 als Meister der Zweiten Liga der erstmalige Aufstieg gelang. Nachdem er 2013 kurzzeitig zu Fortuna Düsseldorf auf die Trainerbank gewechselt war, erfolgte 2015 für ein Halbjahr die Rückkehr nach Fürth, wo er bis zum Sommer 2015 die Kleeblatt-Profis trainierte und den drohenden Abstieg verhindern konnte. Zuletzt war Büskens im Sportbeirat beim FC Schalke 04 tätig.

Die offizielle Vorstellung des Rapid-Cheftrainers erfolgt am morgigen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Die erste öffentliche Trainingseinheit unter Mike Büskens steht dann am Freitag, 10. Juni, ab 10 Uhr auf den Trainingsplätzen beim Ernst-Happel-Stadion auf dem Programm. Wer noch mehr wissen möchte: Weitere Infos auf der Website von Rapid Wien.

Der Kleeblatt-Kader ist heiß auf die neue Saison

SpVgg Greuther Fürth

So sieht sie also aus: Die neue Mannschaft des Kleeblatts für die Saison 2015/16 in der  Zweiten Bundesliga. Anders als im vergangenen Jahr war die Transferliste heuer nicht allzu lang. Einer der wichtigsten und einscheidendsten „Abgänge“ war wohl der von Kapitän und Tormann Wolfgang Hesl, der in den Norden zu Arminia Bielefeld wechselte. Und auch die Trainerfrage wurde mit dem Aalener Coach Stefan Ruthenbeck nach längerem Hin und Her gelöst. In den letzten Tagen kamen noch ein paar Neuzugänge dazu. Die Konstanten in der neuen Spielzeit sind neben Stephan Schröck, Benedikt Röcker, Marco Caligiuri und Tom Weilandt natürlich auch Niko Gießelmann und einige andere. Das gesamte Team ist hier genauer aufgelistet.

Gut gefällt mir der kurze Videoclip auf der Website der Spielvereinigung über das Fotoshooting. Das macht Stimmung und zeigt, wie gut die Mannschaft im Moment drauf ist.
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Trainerentscheidung endlich gefallen: Ruthenbeck kommt

SpVgg Greuther Fürth - VfR AalenDie Nachfolge von Mike Büskens hat sich als Zitterpartie gestaltet, doch jetzt ist die Trainerfrage bei der Spielvereinigung in trockenen Tüchern: Der neue Coach heißt Stefan Ruthenbeck. Der Weg des 43-Jährigen vom VfR Aalen ist freigeworden, weil die Aalener am Donnerstag Peter Vollmann als neuen Trainer präsentierten. Sowohl Ruthenbeck als auch sein bisheriger Co-Trainer Michael Schiele erhalten in Fürth einen Zweijahresvertrag.

Kleeblatt-Präsident Helmut Hack musste sich nach dem „Beinahe-Abstieg“ der SpVgg schon einiges an Kritik gefallen lassen, weil die Trainerentscheidung gar so lange auf sich warten ließ. Die Verhandlungen mit den Verantwortlichen beim Zweitligaabsteiger VfR Aalen waren – so Hack – schwierig. In der Pressemitteilung der SpVgg ist das so zu lesen:

„Ich habe mit Aalens Präsidenten Berndt-Ulrich Scholz in den vergangenen Wochen zahlreiche telefonische Unterredungen geführt. Es war für beide Seiten nicht leicht, eine Lösung zu finden, mit der beide am Ende leben können. Es war ein langer Weg, auf dem viel Geduld und Fingerspitzengefühl notwendig war.“

Der gebürtige Kölner Ruthenbeck übernimmt schon am 22. Juni das Training beim Kleeblatt. Er freue sich auf die Arbeit beim Kleeblatt, sagt Ruthenbeck, der zwei Jahre lang die Zweitligamannschaft des VfR betreut hat, den Abstieg in der abgelaufenen Saison aber nicht verhindern konnte. Er hatte den Trainerjob in Aalen für die Saison 2013/14 übernommen, als Ralph Hasenhüttl zurückgetreten war. Zuvor war er Coach der U23 und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Ich habe mal ein wenig recherchiert: Stefan Ruthenbeck ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Linz am Rhein. Bevor Ruthenbeck mit seinem Wechsel nach Aalen die Trainertätigkeit zum Hauptberuf machte, war er 17 Jahre lang als Chemikant bei einem Chemie-Unternehmen in Königswinter tätig. In seiner Freizeit hört er gerne Heavy Metal.

Als Nachfolger von Mike Büskens wird es Ruthenbeck hier in Fürth erst mal nicht leicht haben. Denn Büskens, der mit dem Kleeblatt den Bundesliga-Aufstieg geschafft hatte, ist für viele Fans nach wie vor der „Coach der Herzen“. Obwohl – und damit hat Büskens einiges von seinem Nimbus eingebüßt: Den Abstieg in die Dritte Liga konnte er nach 12 Spielen, die er nach der Entlassung von Frank Kramer seit Februar geleitet hat, nur mit der Schützenhilfe anderer Vereine verhindern.
Die Weichen beim Kleeblatt werden jetzt neu gestellt, hoffen wir auf eine erfolgreiche Saison 2015/16!

Mike Büskens geht – wer kommt?

RB Leipzig - SpVgg Greuther FürthGanz ehrlich: Ich kann Mike Büskens verstehen. Gestern Abend hat er die Spielvereinigung darüber informiert, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Wie ich finde, eine nachvollziehbare Entscheidung. Er kam am 23. Februar für Trainer Frank Kramer nach Fürth, dem es einfach nicht gelungen war, das Kleeblatt zum Siegen zu bringen. Der „Aufstiegsheld“ von 2012 sollte die Spielvereinigung vor dem drohenden Abstieg in die Dritte Liga bewahren. Das ist am vergangenen Wochenende trotz der 0:2-Niederlage bei RB Leipzig auch gelungen.

Aber reden wir nicht um den heißen Brei herum: Frank Kramer ist ein guter und effektiver Coach (er betreut ab der neuen Saison 2015/16 Fortuna Düsseldorf), und auch Mike Büskens versteht sein Handwerk. Dass sein Team bei 12 Spielen unter seiner Regie nur zwei Siege einfahren konnte – das ist mit Sicherheit nicht die „Schuld“ des Trainers.

Die Krux bei der Spielvereinigung hat zwei Gründe: Präsident Helmut Hack definiert den Verein zum einen als Ausbildungsstätte, d.h. junge Spieler, die hier ausgebildet und aufgebaut werden, werden umgehend verkauft. Mit ihnen kann der Kleeblatt- Trainer nicht rechnen. Und zweitens: Helmut Hack ist stolz auf seine ausgeglichene finanzielle Bilanz. Dass man einfach, um sich in der Zweiten, noch gravierender: Ersten Bundesliga zu behaupten, als Verein tiefer in die Tasche greifen muss, das hört Hack nicht gerne. Seit dem Ausfall von Ilir Azemi und der nicht allzu nachhaltigen Leistung des Fürther Angriffs war spätestens nach der letzten Winterpause klar: Das Kleeblatt brauchte dringend einen guten, draufgängerischen Stürmer, um das zu machen, worauf es unterm Strich ankommt: Tore zu schießen.

Mike Büskens ging das Geeiere in den letzten drei Monaten mit drohendem Abstieg in die Dritte Liga sicher an die Nieren und auf die Nerven. Er hat jetzt seine Konseqenzen gezogen. Vor drei Jahren – als es nach dem Aufstieg in die Bundesliga unsicher war, ob Büskens seinen Vertrag beim Kleeblatt verlängern wird – habe ich in unserem Blog eine Art Brief an seine Frau geschrieben, in dem ich alles für Fürth in die Waagschale geworfen habe. Dieses Mal mache ich das nicht, denn ich kann Büskens verstehen. Freie Trainerstellen gibt es im deutschen Profi-Fußball im Moment ja genug. In einer Presseinformation des Vereins wird Büskens mit folgenden Worten zitiert: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass das Engagement auf zwölf Spiele ausgelegt war. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern und Fans für die fantastische Unterstützung in dieser schweren Zeit bedanken und wünsche der Spielvereinigung eine erfolgreiche Saison 2015/2016.“

Wer als Büskens-Nachfolger nach Fürth kommen wird? Favorit für den Posten soll Stefan Ruthenbeck sein, der mit dem VfR Aalen in die Dritte Liga abgestiegen ist. Bestätigen will man die Gerüchte bei der SpVgg nicht, Manager Michael Mutzel erklärte anlässlich des Büskens-Abschieds: „Wir werden nun intensive Gespräche führen und sind zuversichtlich, dass wir zeitnah den Nachfolger vorstellen können.“ Na, dann nur zu!