Langweiliges Spiel – aber danach kam der Hammer!

„`Eutä istä eine lustige Tag“, hat schon heute Vormittag mein italienischer Lieblings-Eisverkäufer (Joghurt/Pistazie wegen Weiß/Grün!) auf der Fürther Max-Grundig-Anlage zu  mir gesagt. Und er sollte Recht behalten. Vor seinem Stand warteten Fans des 1. FC Köln auf den Bus zum Ronhof. Sind wirklich Frohnaturen, diese Rheinländer  – muss man ihnen lassen. Und Optimisten dazu. Als ich sie gefragt habe, wie hoch die Geißbock-Mannschaft wohl gewinnen wird gegen unser Kleeblatt, da waren sie sich einig: „Vier bis fünf Dinger machen wir rein!“ Warum ich darüber gelacht habe, konnten sie gar nicht verstehen…

Die gute Stimmung hielt auch am Mittag zunächst noch an, als die Partie der Spielvereinigung gegen die Kölner in der Trolli-Arena begann. 13 770 Zuschauer – angesichts der Urlaubszeit in Bayern ganz respektabel! Und nicht zu blamabel bezüglich unseres heutigen Gegners, der zu Hause natürlich schon etwas anderes gewohnt ist und immerhin 2000 Fans mobilisieren konnte, die Reise ins schöne Franken anzutreten. Spielerisch hat Köln sich in dieser Saison allerdings bisher noch nicht sonderlich hervorgetan. Gerade mal gegen Sandhausen (!) letzte Woche war ein Sieg drin, vorher hatten die Rot-Weißen nur drei Unentschieden eingefahren.

Mit der Zeit verdüsterte sich meine Stimmung dann zusehends, denn die Partie entpuppte sich als ziemlich langweilig und zweier so hoch einzuschätzender Mannschaften nicht angemessen. Das große Gähnen setzte ein. Und dann waren es erst mal die Geißböcke, die aufwachten und das Kleeblatt auf die Hörner nahmen. Vor allem mit Marcel Risse (auf dem Foto mit Dominick Drexler) hatte die Fürther Abwehr Riesenprobleme. Da hätte auch Torwart Hesl fast einmal uralt ausgesehen. Nach der Pause entschloss sich dann unsere Elf endlich, dass es vielleicht doch nicht so gut ankommt, sich nur auf den Lorbeeren aus den letzten vier Spielen auszuruhen. Aber es dauerte eine geschlagene Stunde, bis die Spielvereingung so richtig Druck gegen Köln machen konnte.

In dieser Phase wäre es dank Maurice Exslager fast noch zum Sieg der Gäste gekommen: Exslager landete zwar einen Treffer, doch Schiedsrichter Jochen Drees aus Münster stand goldrichtig und erkannte das Abseits. Überhaupt lieferte der Unparteiische eine Spitzenleistung ab – was man von den beiden Mannschaften nicht unbedingt behaupten kann. Gegen Ende schalteten die auch noch einen Gang runter und gaben sich mit einem 0:0-Unentschieden zufrieden. Ich hatte heute früh 1:1 getippt – na ja, da hätten die Zuschauer im Ronhof wenigstens ein bisschen mehr für ihr Geld bekommen!

So blieb es bei je einem Punkt für beide Teams. Das Kleeblatt führt die Tabelle der Zweiten Liga weiterhin mit großem Abstand an. Zugute kommt den Fürthern dabei, dass Kaiserslautern in Aalen komplett baden ging und so seine Verfolger-Position erst mal verloren hat.

Der große Klopfer folgte ein paar Minuten nach dem Spiel in der Trolli-Arena. Der Privatsender „Sky“ hatte es vorher schon angedeutet, und so machte die Nachricht schnell die Runde in sozialen Netzwerken wie Facebook: Es gibt einen neuen Kleeblatt-Stürmer, noch dazu einen guten – Niclas Füllkrug von Werder Bremen. Er ist für diese Saison ausgeliehen und muss sich nicht mal bei den Vereinsfarben groß umgewöhnen. Praktisch, oder?

Celtic Glasgow – Ein echt starker Gegner fürs Kleeblatt!

Nächste Woche gibt es für Kleeblatt-Fans ein echtes Highlight: Mit dem schottischen Kultverein Celtic Glasgow kommt ein Hochkaräter in die Trolli ARENA. Am Dienstag, 9. Juli, 19 Uhr, wird sich der 44-fache schottische Meister der SpVgg in einem Testspiel stellen. Der Club hat den offiziellen Spitznamen „The Bhoys“, die Mannschaft trägt ihre Heimspiele in grün-weißen (!) quergestreiften Trikots (emerald green & white hoops) aus. Das Team ist  – zumindest was das farbliche Design anbelangt – also schon mal auf der Wellenlänge des Fürther Kleeblatts.
Der Verein dominiert –  gemeinsam mit dem Lokalrivalen Glasgow Rangers – seit mittlerweile mehr als einem Jahrhundert den schottischen Fußball. Ähnlich wie die Spielvereinigung und der „Club“ verbindet Celtic Glasgow und die Glasgow Rangers eine der erbittertsten Rivalitäten im Fußball überhaupt. Jeder Verein steht für jeweils verschiedene Konfessionen, nationale Identitätsgefühle und soziale Klassen. Im Gegensatz zu den protestantischen Rangers, die bis 1989 prinzipiell nur protestantische Fußballer beschäftigten, waren bei Celtic seit Beginn alle Spieler – unabhängig von ihrer Herkunft, der kulturellen Identität oder Religion – willkommen. Das Lokalderby – „The Old Firm“ – ist ein symbolischer Religions-, National- und Klassenkampf.
Die Anhängerschaft von Celtic Glasgow ist weltweit durch ihre zahlreiche und lautstarke, trotzdem äußerst friedvolle Unterstützung bei Heim-,  aber auch besonders bei Auswärtsspielen bekannt. In der Regel werden während der ganzen Spieldauer Lieder mit voller Inbrunst gesungen. Die bekanntesten sind „You’ll Never Walk Alone“ und „Fields of Athenry“. Übrigens bestehen Fanfreundschaften mit dem FC St. Pauli und Borussia Dortmund.
Das wird bestimmt ein stimmungvolles und leidenschaftliches Spiel im Fürther Ronhof! Echte grün-weiße Fans  – und ausschließlich solche gibt es ja dann im Stadion – sollten sich das auf keinen Fall entgehen lassen!

Ein Debakel im Fürther Ronhof

Was hat man im Vorfeld dieses Spiels gegen Mainz 05 im Ronhof nicht alles geredet und geschrieben: Das kommt unser Lieblingsgegner, gegen den das Kleeblatt (fast) immer gewinnt (16 Siege in 24 Pflichtspielen), der Gegner, gegen den wir sogar den bislang einzigen Sieg in der ersten Bundesligasaison einfahren konnten. Und so weiter, und so fort.
Nur gut 14.500 Zuschauer hatten sich in die Trolli ARENA aufgemacht. Ein eindeutiges  Indiz dafür, dass die Fürther Fans nicht nur von den Temperaturen gestrichen die Nase voll hatten. Die ersten 45 Minuten plätscherten dahin, das Kleeblatt zu harmlos und wieder einmal angriffsschwach. Dann in der 58. Spielminute das erste Tor für Mainz 05 durch Adam Szalai, 12 Minuten später das nächste durch Yunus Malli. Und der Frust im Fürther Team (auf dem Foto Matthias Zimmermann) und bei den Änhängern im Stadion war spürbar. Trainer Mike Büskens versuchte Fakten zu schaffen und alles aufzubieten, was er an Spielern hatte: erst den neuen Hoffnungsträger Nikola Djurdjic, später noch Gerald Aamoah und Jung-Bin Park. Aber es sollte alles ins Leere gehen. Nein, es wurde sogar noch schlimmer: Szalai machte sieben Minuten vor Schluss dann endgültig den Sack zu. Die SpVgg hat die Partie mit 0:3 verloren.
Der Lichtstreif, von dem ich vergangene Woche geschrieben habe, ist kaum noch zu erahnen. Für die Spielvereinigung wird es allmählich ganz, ganz dunkel am Fußball-Horizont. „Nur heute den Anschluss-Flieger nicht verpassen!“, hatte jemand in Facebook gepostet. Kein weiterer Kommentar von uns.
Am nächsten Spieltag bekommt’s die Spielvereinigung mit Schalke o4 zu tun. Warm anziehen in Gelsenkirchen!

Skeptischer Blick nach vorn – ohne Trolli

Aus der Traum von der Gummibären-Arena. Inzwischen hat es auch der letzte Kleeblattfan erfahren: Der Fruchtgummi-Hersteller Trolli will die Kooperation mit der Spielvereinigung beenden. Das Fürther Unternehmen Trolli gehört seit dem 1. Juli 2010 zu den Sponsoren des Fußballvereins und ist zudem auch Namensgeber des Stadions der Kleeblätter im Ronhof. Der Vertrag sollte eigentlich noch bis zum Jahr 2015 gelten.
Grund für das Zerwürfnis zwischen Trolli-Chef Herbert Mederer und den Häuptlingen der „Unaufsteigbaren“ ist das Theater um den Verkauf des Firmengeländes im Stadtsüden. Der Unternehmer wirft dem SpVgg-Präsidenten Helmut Hack vor, den geplanten Neubau des Kleeblatt-Stadions auf dem früheren Trolli-Firmengelände ohne Absprache abgesagt zu haben. Mit Conny Brandstätter, dem Verpächter des Stadiongeländes am Ronhof, sei ohne sein Wissen über eine Pachtverlängerung verhandelt worden. Der Trolli-Besitzer ist enttäuscht: „So, wie Helmut Hack mit uns umgesprungen ist, geht man mit keinem Familienmitglied um.“ Ende November hatte die Vereinsführung überraschend angekündigt, die Anfang des Jahres vorgestellten Pläne für den Bau eines neuen Fußballstadions am Main-Donau-Kanal fallen zu lassen.

Für den zur Zeit ohnehin sehr gebeutelten Verein ist das ein neuer Tiefschlag. Nach der desaströsen Hinrunden-Saison seit dem Bundesliga-Aufstieg – neun Punkte in 17 Spielen -, den nicht so glücklichen Spieler-Einkäufen und dem Weggang von Torjäger Olivier Occean kommt jetzt alles zusammen. Die vor ein paar Monaten noch euphorische Stimmung vieler Kleeblattfans ist im Keller. Das Hickhack um den Lärmpegel in der „Fanmeile Gustavstraße“, das Problem, Tickets für Heimspiele zu ergattern, die Befürchtung, dass Trainer Mike Büskens doch bald die Segel in Fürth streichen könnte –  Frust auf ganzer Linie! Für einen SpVgg-Anhänger hängt der Himmel seit einigen Wochen nicht mehr voller weiß-grüner Geigen.

Ich will ja jetzt nichts mies machen, aber wenn das in dem Stil weitergeht, naja. Zu allem Unglück wird auch beim ersten Rückrundenspiel gegen Bayern München am Samstag, 19. Januar, 15.30 Uhr in der Allianz Arena der Fürther Kader dezimiert sein. Der neue Hoffnungsträger  – Stürmer Nikola Djurdjic – ist erkrankt, auch Edgar Prib und Heinrich Schmidtgal fallen aus. Das heißt, das Kleeblatt startet geschwächt in die Rückrunde, wo es auf jedes Spiel, jedes Tor ankommen wird. Im Augenblick sieht es jedenfalls alles andere als rosig aus.

1:1 gegen Augsburg – nur ein Teilerfolg

Der Augsburger Keeper Mohamed Amsif fliegt an einer Ecke vorbei. Stieber hebt den Ball an die Latte. Der Abpraller landet auf dem Kopf von Lasse Sobiech, der aus kurzer Distanz einköpft. So fiel das heiß ersehnte Tor in der Trolli Arena in der 69. Minute, nachdem die Spielvereinigung bis Mitte der zweiten Halbzeit dem schnellen Führungstor des FC Augsburg hinterher gelaufen war. Allerdings sollte das auch der Endstand der Underdog-Partie bleiben. Wieder kein Heimsieg für Fürth. Was die Chancen anbelangt, hätten die Kleeblätter – in der zweiten Halbzeit – (mal wieder) das Spiel für sich entscheiden können. Aber die Schwäche im Abschluss ist nach wie vor die Krux!
Die Stimmung bei den Fans wird auf alle Fälle zunehmend schlechter. „Ich gebe meine Dauerkarte für die Rückrunde zurück“, meint einer. Wütend waren viele Kleeblatt-Anhänger über die Schweigeaktion der Ultra-Fans im Block 12: Hier hatte man sich erneut verabredet, die Mannschaft nicht anzufeuern, sondern mit absoluter Stille zu demonstrieren, dass man mit den Maßnahmen des DFB gegen Gewalt im Stadion nicht einverstanden ist. Und das dauerte dann geschlagene 45 Minuten. Ich persönlich empfinde dieses Verhalten in dieser kritischen Situation, in der Fürth als Aufsteiger den leidenschaftlichen Rückhalt der Fans bitter nötig hätte, als völlig überzogen. Das hilft dem Kleeblatt nicht! Dementsprechend die Reaktionen in Facebook: „Seid froh, dass ich heute krank bin, ich würde Euch aus dem Block prügeln…. Büskens sagt, die Mannschaft braucht die volle Unterstützung … jetzt erst recht… und was machen die Ultrascheisser… hoffe, es geht kein Spieler mehr in die Kurve… Auf solche Fans kann man verzichten … .“

Neun Punkte in siebzehn Spielen, zehn Punkte vom Nicht-Abstiegsplatz entfernt – das bedeutet für die Spielvereinigung in der Rückrunde nach der Winterpause viel Mühe, starke Nerven und eine Mordsanstrengung. Und dazu müsste noch eine Menge Glück kommen – oder Pech für die anderen, je nachdem, wie man es sehen möchte. Die Greuther-Weiber sind gespannt. Wie sagt die Münchner Lichtgestalt immer so schön? „Schau mer mal.“

 

Rote Karten, Tumult und keine Tore im hitzigen Derby!

Im Vorfeld des Derbys war am Mittag in der Heiligenstraße in Fürth offenbar Leuchtmunition abgeschossen worden – allerdings weiß man nicht, ob Kleeblatt- oder Clubfans dafür verantwortlich waren. Auch in der U-Bahn am Fürther Hauptbahnhof sollen Feuerwerkskörper abgebrannt worden sein. Ein riesiges Polizeiaufgebot war an allen neuralgischen Punkten im Einsatz, viele Straßen in der Fürther Innenstadt deshalb gesperrt. Aber im großen und ganzen blieb die Stimmung entspannt. Zumindest in der Stadt Fürth.

Umso aufgeheizter war die Atmosphäre später auf dem grünen Rasen. Trubel gab’s nach einer guten halben Stunde in der Trolli ARENA: Erst nur verbales Hin und Her, das dann in einer Roten Karte für den Clubspieler Markus Feulner (nach gestrecktem Bein) eskalierte. Was hatte man in den letzten Tagen auf höchster Ebene alles in Bewegung gesetzt, um die Fans friedlich und ruhig zu halten? Dafür kamen dann Hektik und Emotion pur bei den Spielern auf den Platz.
Zurück zum Spielbeginn: Die Kleeblätter starteten mit wilder Leidenschaft und hatten schon nach drei Minuten eine tolle Torchance durch Edgar Prib. Ob der Referée hätte Elfmeter geben müssen oder nicht? Wer weiß! Auf jeden Fall dominierten die Hausherren klar das Spielfeld, sie ließen die Gäste aus Nürnberg alt aussehen. Die Clubberer waren nach zehn Minuten noch gar nicht vor dem Kasten von Max Grün aufgetaucht. Superchance für das Kleeblatt: Gerald Asamoah stand völlig frei vor Schäfer, aber es ging ihm in diesem Moment wohl die Muffe. Kein Tor!
Nach der Roten Karte gegen den FCN wussten die Kleeblätter die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit in Überzahl nicht für sich zu nutzen. Und das änderte sich auch in den zweiten 45 Minuten nicht, die mehr als lasch begannen. Dann der Paukenschlag in Minute 61: Gelb-Rot für Sercan Sararer. Eine im Nachhinein noch heiß zu diskutierende Szene. Und jetzt waren es wieder zehn gegen zehn! Der Club blieb harmlos, Fürth konnte Chancen nicht umsetzen, die SpVgg hätte das Spiel mit 55 Prozent Ballbesitz eigentlich gewinnen können.

Fazit: Keine Tore im brisanten Frankenderby. Eine oft giftige Atmosphäre, zwei Platzverweise. Und bei der einminütigen Nachspielzeit verlor der Schiedsrichter nach 20 Sekunden die Geduld und pfiff ab. Voller Wut und Unverständnis Trainer Mike Büskens, der es auf den Punkt brachte: „Wir haben zu wenig aus der Unterzahl gemacht und uns dann selbst dezimiert.“ Recht hat er. Am Dienstag geht’s weiter in Hannover, es ist englische Woche. Jungs, trotz allem: Ihr seid auf einem guten Weg!

Kein neues Stadion fürs Fürther Kleeblatt!

Aus der Traum vom neuen Stadion für die Spielvereinigung! Der Verein hat gestern die Pläne für einen Stadion-Neubau ad acta gelegt. Vielmehr wurde der Pachtvertrag für das Gelände im Ronhof bis zum Jahr 2040 (!) verlängert.
Mal ganz ehrlich: Die Pläne für ein neues Kleeblatt-Stadion standen ja von Anfang an unter keinem allzu positiven Stern. Sicher, die Vision, dass der Erstligist ab der Saison 2014/15  in einem neuen Stadion südlich des Kanals (an der Stadtgrenze zwischen Fürth und Nürnberg) spielen werde, war die Knallermeldung im März 2012. Geplant war, auf einem ehemals dem Unternehmen Trolli gehörenden Gelände für 35 Millionen Euro ein neues Stadion für 20 000 Zuschauer entstehen zu lassen. Finanziert werden sollte das Projekt von Thomas Sommer: Der Fürther Unternehmer ist Immobilienmakler und Vermögensverwalter und mit seinem Unternehmen seit 2004 Sponsor bei Greuther Fürth. Der Baubeginn sollte im Frühjahr 2013 erfolgen.
Spektakulär war dann die „Kiebitz-Affäre“ im Sommer, als die Spielvereinigung schon aufgestiegen war. Auf dem circa 72 000 Quadratmeter großen Gelände hatten Naturfreunde Kiebitze gesichtet, die im bayerischen Naturschutzgesetz auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen und somit streng geschützt sind. Beim Planieren des Bodens waren einige Vögel „platt“ gemacht worden. Wie man die Ausquartierung der Vögel handeln und wer das bezahlen sollte – die Stadt Fürth, der Verein oder der Grundstückbesitzer Mederer – das war bislang noch nicht geklärt.
Auch die Frage der Anfahrt von 20 000 Zuschauern zu Fürther Spielen verschlechterte das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Fürth und Nürnberg noch mehr. Anwohner im Nürnberger Stadtgebiet befürchteten eine massive Lärmbelästigung und verschärfte Parksituation rund ums Stadion bei Heimspielen der Spielvereinigung.
Das ist jetzt alles Geschichte. Der Verein hat offenbar in Gesprächen mit dem Eigentümer des Ronhof-Geländes und der Stadt Fürth alle Rahmenbedingungen für den Verbleib am Fürther Laubenweg geschaffen. Die Anwohner wurden umgehend von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt.
In den nächsten Tagen werden wir bestimmt noch alle Gründe, Argumente und Überlegungen für das Canceln des Neubau-Plans erfahren. Vielleicht ist ja auch der Sponsor Thomas Sommer abgesprungen, weil ihm diese ganzen Querelen auf die Nerven gingen? Das Kleeblatt bleibt im Ronhof und ich muss sagen: Ich bin froh darüber!

Nach dem Gänsebraten der erste Heimsieg?

Es regnet in Fürth, die Temperaturen sind auch nicht gerade ansprechend. Trotzdem wird das heute – und da könnt Ihr der Prognose der Greuther-Weiber ruhig vertrauen – ein schöner Tag. Zuerst werden wir kulinarisch (dem besonderen Tag angemessen) einen Martini-Gänsebraten verzehren. Und um 17.30 Uhr geht’s dann in die Trolli-ARENA, um den Kleeblättern bei ihrem ersten Heimsieg vor heimischer Kulisse zuzusehen. Borussia Mönchengladbach tritt im Ronhof an. Dazu Trainer Mike Büskens:

„Wir möchten logischerweise nach dem ersten Heimpunkt und Heimtor den nächsten Schritt machen und drei Punkte holen. Auch wenn wir wissen, dass wir auf eine Mannschaft mit viel Charakter treffen, die sich nie geschlagen gibt.“

Ob Gerald Asamoah heute auflaufen kann, wird sich erst kurzfristig entscheiden.
So, wie sich die Spielvereinigung in den vergangenen Spielen gesteigert hat, könnte es heute doch mit einem Sieg klappen. Oder was meint Ihr?

Kleeblatt zu Hause: Wieder nichts!

So wie auf unserem Foto Kapitän Mergim Mavraj waren gestern Abend nach der Niederlage der SpVgg gegen Fortuna Düsseldorf die meisten Fürther Fans drauf. Stocksauer.
Kurz nach 17 Uhr hatte Greuther-Weib uwo beim Joggen die Mannschaft samt Trainer Mike Büskens noch zufällig am Hotel Forsthaus getroffen, alle wirkten zu diesem Zeitpunkt locker und zuversichtlich. In vielen Medien war zu lesen gewesen, dass die endlich Aufgestiegenen gegen den Mitaufsteiger aus Düsseldorf beste Chancen hätten, endlich zu Hause ein Tor zu schießen und den ersten Heimsieg einzufahren. Immerhin ein Unentschieden hatte das Kleeblatt ja beim Heimspiel im April erreicht, wir feierten damals gemeinsam mit Campino den Aufstieg der SpVgg und den Relegationsplatz der Fortunen.
Nichts war’s gestern Abend. Das Kleeblatt wirkte leicht verschlafen und kam – wie so oft – im Angriff nicht recht zum Zuge. Zwei Tore der Fortunen in der 26. und 34. Minute machten deutlich, dass es das Düsseldorfer Team einfach schafft, auch ins Tor des Gegners zu treffen. Man hatte das Gefühl, dass die Weiß-Grünen nie wirklich ins Spiel fanden. Zwar versuchten sie in der zweiten Halbzeit engagierter zu spielen, um den Rückstand aufzuholen. Aber es blieb beim 0:2-Endstand in der diesmal nicht ausverkauften Trolli ARENA.
Mike Büskens musste dann nach Ende des Spiels auch einräumen, dass es so nicht reicht, um sich in der Bundesliga zu behaupten. Schon am nächsten Samstag, 29. September, trifft die Spielvereinigung um 15.30 Uhr auswärts auf das Team von Bayer Leverkusen. Es wird Zeit, endlich aufzuwachen!

Henry im Stadion, aber trotzdem verloren!

Ausverkauft war die Tolli ARENA wieder – wahrscheinlich wollten die 18 000 Zuschauer mal einen ehemaligen amerikansichen Außenminister live erleben. Henry Kissinger hatte sein Versprechen wahr gemacht und sah sich die zweite Bundesliga-Partie seines Heimatvereins gegen den FC Schalke 04 an.

Die erste Halbzeit begann nicht gerade spektakulär, und auch das Fürther Publikum brauchte ein bisschen, bis es auf Touren kam. Kleeblatt-Fans kommen eben manchmal langsam, aber gewaltig. Sportlich hatten die Schalker in der ersten Halbzeit die besseren Chancen. Aber das Kleeblatt agierte auf Augenhöhe und hatte ganz gute Möglichkeiten, die es leider nicht verwerten konnte. Der Schuss vor den Fürther Bug – genauer gesagt ins Tor – gelang den Königsblauen kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit durch Julian Draxler. Keeper Max Grün hatte praktisch keine Abwehrchance. Das Kleeblatt war erst mal geschockt, aber alles blieb soweit noch im grünen Bereich.
Dann: Ex-Schalker Gerald Asamoah wird in Minute 77 von Coach Mike Büskens eingewechselt. So mancher Fan im Stadion fragte sich, ob der Wunsch von Asa in Erfüllung gehen könnte: zehn Minuten vor Spielende eingewechselt zu werden und dann kurz vor dem Abpfiff sein Tor zu machen.

Aber so sollte es nicht kommen. Der Spielvereinigung lief zusehends die Zeit davon. In der 85. Minute kam Baretta für den Torschützen Draxler. Und ausgerechnet der gab dann mit einem Linksschuss die Vorlage für das zweite Tor der Königsblauen: U21-Natonalspieler Lewis Holtby ließ sich nicht lange bitten und nahm den Kleeblättern jede Hoffnung, das Spiel zumindest noch mit einem Punkt abzuschließen.

Schade, Henry Kissinger fieberte mit seiner Spielvereinigung mit. Die Fans zeigten sich (mal wieder) von ihrer besten Seite. Aber der hochkarätige FC Schalke 04, das war eben der Favorit. Und dem wurde er – trotz Schwächelns in der ersten Halbzeit – dann auch gerecht.