2:0-Führung doch noch verspielt

Jubel nach dem Torschuss zum 1:0 durch Julian Green (Foto: Sportfoto Zink)

Superwetter in Fürth – Frühlingsfest – Heimspiel im Ronhof. Ideale Rahmenbedingungen für Kleeblattfans, die (für hiesige Verhältnisse) zahlreich im Ronhof vertreten waren (9440 Zuschauer). Arminia Bielefeld hieß der Gegner der Spielvereinigung – ein Verein, der für Fürth in der Vergangenheit immer wieder interessant war. Wolfgang Hesl wechselte 2015 zu den Ost-Westfalen. Und das letzte Spiel in dieser Spielzeit konnte das Kleeblatt nach einem 2:0-Rückstand noch zum 2:3-Auswärtssieg herumreißen.

Heute hatte Arminia die erste gute Chance im Spiel, aber das Kleeblatt ging nach zehn Minuten durch ein ungewöhliches Tor in Führung: Julian Green schoss einen starken Schuss (nach Pass von Atanga) an den rechten Innenpfosten, von dort prallte der Ball an den Rücken des Bielefelder Keepers Stefan Ortega und ins Tor. Das erinnerte mich fatal an die unglückliche Niederlage der Spielvereinigung im Halbfinale des DFB-Pokals im März 2012 gegen Borussia Dortmund, als der gerade von Mike Büskens eingewechselte Tormann Jasmin Fejzic ganz ähnlich eine Art Eigentor verursachte.

Heute also die schnelle Führung der Spielvereinigung. Und dabei sollte es nicht bleiben. Kapitän Marco Caligiuri leitete einen Konter ein, spielte auf Fabian Reese ab. Der gab an den freistehenden Daniel Keita-Ruel, und der erzielte souverän das 2:0 (23. Spielminute) – sein zehntes Saisontor. Ein hoffnungsvoller Start!

Warum Fürths Trainer Stefan Leitl nach der Pause auf die Tribüne verbannt wurde, war dem Stadionzuschauer nicht ganz klar. Offenbar hatte er sich in der Halbzeitpause ein verbales Duell mit dem Schiedsrichter Alexander Sather geliefert. Kaum hatte Leitl auf der Tribüne Platz genommen, gelang Arminia Bielefeld mit einem Kopfballtor von Fabian Klos in der 47. Minute der Anschlusstreffer. Trotz bester Stimmung im Stadion – beide Fankurven feuerten ihre Teams engagiert und lautstark an – war beim Kleeblatt etwas die Luft raus. Nicht ohne Folgen: Torschütze Klos köpfte eine Freistoßflanke zum (leider) verdienten 2:2 ein (65.).

Marco Caligiuri versuchte mit sehenswerten Aktionen doch noch einen Sieg zu erlangen. Nach einer Verletzung von Maxi Wittek waren die Kleeblätter noch dazu in Unterzahl. Trotz Kampfeswille blieb es beim 2:2-Endstand.

Die Spielvereinigung bestreitet gerade eine kräftezehrende Englische Woche: Am Donnerstag, 4. April, kommt Dynamo Dresden für das Nachholspiel in den Ronhof. Die Sachsen sind zu bedauern, weil sie morgen noch gegen Erzgebirge Aue spielen müssen. Und am nächsten Sonntag empfängt das Kleeblatt – ebenfalls zu Hause – den SV Darmstadt 98.

Pech in der Nachspielzeit

Multitasking im Winterurlaub: Kleeblatt-Spiel und Ski-WM (Foto: KH)

Mit fast dreißig Minuten Verspätung und einem Weißgespritzten intus loggten wir uns ins Spiel zwischen Holstein Kiel und der Spielvereinigung ein. Gut, es stand 0:0, wir hatten offenbar wenig versäumt. Und so blieb es auch bis zum Anpfiff der zweiten Halbzeit – die zeitgleich mit dem zweiten Durchgang im Slalom der Herren bei der Ski-WM in Aare startete. Unsere Aufmerksamkeit war hier wie dort (siehe Foto).

Dann kam es in der 50. Minute zum Elfmeter fürs Kleeblatt, den Julian Green verwandeln konnte. 1:0 für die Spielvereinigung, damit endete eine unrühmliche Serie von sechs Auswärtsspielen ohne Tor. Für die Kieler Störche war das eine unerwartete Situation. Sie schielen ja eher zur Tabellenspitze, als dass sie mit einer Niederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth rechnen. Doch Hauke Wahl verlängerte einen Freistoß in den Fürther Strafraum per Kopf, und Atakan Karazor gelang aus kurzer Distanz der 1:1-Ausgleich (76. Minute).

Gerade als Felix Neureuther seinen Lauf den schwedischen Slalomhang in Aare runterbringen will, passiert im Kieler Strafraum Kurioses: Kiels Keeper Kenneth Kronholm läuft gefährlich weit aus seinem Tor, lässt sich an der Seitenlinie in einen Zweikampf mit Marco Caligiuri ein, der den Ball bekommt und mit einem eleganten Schuss aus spitzem Winkel zum 2:1 ins leere Tor der Störche trifft.

Beste Stimmung bei uns. Vielleicht wird Neureuther hinter dem Favoriten Marcel Hirscher Zweiter, und Fürth gewinnt mit 2:1 in Kiel? Aber wie das Leben so spielt: In den letzten Sekunden der vierminütigen Nachspielzeit beschwert sich Maxi Wittek nach einem Foulspiel beim Linienrichter und sieht die Gelbe Karte. Obendrein erhält Kiel einen Freistoß in guter Position. Lazlo Benes schießt den Ball vor Sascha Burcherts Kasten, und Hauke Wahl trifft per Kopfball aus kurzer Distanz zum 2:2.

Der vermeintlich erfolgreiche Sport-Nachmittag geht also doch anders aus als zwischenzeitlich erhofft: Das Kleeblatt erkämpft sich nur einen Punkt bei Holstein Kiel, drei Österreicher stehen auf dem Siegerpodium im Slalom der Herren der Ski-WM. Und Felix Neureuther wird wegen eines Einfädlers disqualifiziert. Life is life!

Kleiner Dämpfer für die Feststimmung

Feierstimmung in Fürth: Die Kärwa läuft auf Hochtouren, der Himmel beschert uns einen fast sommerlichen Tag, und das Kleeblatt spielt zu Hause. Der SSV Jahn Regensburg ist allerdings kein angenehmer Gegner – und das sollte sich heute wieder einmal bewahrheiten.
Beide Mannschaften starteten äußerst hektisch in die Partie, es kam keine Ruhe in das Spiel. Die Gäste aus der Oberpfalz hatten zunächst die besseren Chancen auf einen Treffer, aber Sascha Burchert war auch diesmal der wichtigste Kleeblattspieler auf dem Feld und bewahrte seine Mannschaft vor einem Rückstand. So ging es torlos in die Kabinen. Aber wir wissen ja: Die SpVgg erzielt ihre Tore in dieser Saison fast ausnahmslos in der zweiten Halbzeit. weiter lesen

Die Fortuna wieder als Glücksbringer

Vor Spielbeginn heute haben wir uns gern an die Hinrunde erinnert, als das Kleeblatt im Ronhof Fortuna Düsseldorf mit 3:1 besiegte. Ein echter Überraschungsschlag des damaligen Tabellenletzten gegen den Tabellenersten. Heute trat mit der Fortuna die beste Heimmannschaft gegen die schwächste Auswärtself an. Nicht die besten Voraussetzungen also. Und doch: Das „Glück“, das die Düsseldorfer im Namen führen, war auch heute lange Zeit dem Kleeblatt hold. Denn 75 Minuten lang führten die Fürther in der Esprit-Arena nach einem frühen Tor durch Maxi Wittek (10. Minute). Der hatte einen direkten Freistoß aus dem spitzen Winkel mit voller Wucht ins gegnerische Tor geknallt. Schockstarre in Düsseldorf.

Im Anschluss war die Partie aber aus Fürther Sicht leider überhaupt keine Glanzleistung. Denn das Spiel bestand eigentlich nur aus Angriffen der Fortuna, die von der Verteidigung des Kleeblatts geblockt wurden. Düsseldorf machte das Spiel, Fürth wehrte ab und zeigte kaum einmal einen ernsthaften Angriff. Doch das Glück blieb dem Kleeblatt bis zur Pause und weit darüber hinaus treu. Der Fortuna gelang – zugegeben: unverdienterweise – einfach nicht der Ausgleichstreffer. In der 64. Minute landete der Ball schließlich doch im Fürther Kasten – aber wieder kein Tor für Düsseldorf, denn Hoffmann hatte im Abseits gestanden. Die Spielqualität stieg nun zusehends, trotz der katastrophalen Platzverhältnisse (der Rasen glich mehr einem Acker) war es plötzlich ein ziemlich unterhaltsames Fußballspiel. Doch auch der Druck, den die Fortuna machte, nahm zu. Und so schaffte der in der 60. Minute eingewechselte Usami schließlich in der 76. Minute das 1:1. Am Ende wurde es dann wieder einmal eine echte Zitterpartie, vor allem, als die drei Minuten Nachspielzeit einfach nicht enden wollten und in der 4. Minute der Verlängerung noch eine Ecke der Gastgeber bis zum letzten Zug ausgespielt werden durfte.
Insgesamt geht das 1:1 fürs Kleeblatt (Foto: Sportfoto Zink) heute in Ordnung. Bleibt zu hoffen, dass Darmstadt 98 das Nachholspiel am Mittwoch, 21. Februar, gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht gewinnt. Sonst liegt die SpVgg wieder auf einem Abstiegsplatz…

Brandbrief ans Kleeblatt

Liebes Kleeblatt!

Fans müssen zusammen mit ihrer Mannschaft durch dick und dünn – schon klar. Fans können auch nicht erwarten, dass immer alles nach Wunsch läuft. Aber was Ihr uns da zurzeit zumutet, das ist wirklich viel verlangt – manchmal zu viel.

Nach dem grottenschlechten Auftritt, den Ihr in Bielefeld geboten habt, war nach unten ja schon nicht mehr viel Spielraum. Doch wir haben uns trotzdem erhofft, dass Ihr heute im Ronhof zur gewohnten Stärke vor heimischem Publikum zurückfindet. Natürlich war Holstein Kiel kein einfacher Gegner, das wissen wir alle. Aber wenn man an der Tabelle da steht, wo Ihr Euch gerade befindet, darf das keine Ausrede sein. Da darf man vollen Einsatz erwarten, und das nicht nur in der Verteidigung. Dort war die Leistung heute ja durchaus passabel, vor allem dank Marco Caligiuri (Foto: Sportfoto Zink). Doch als Fan will man auch mal was im Angriff sehen, wenigstens ab und zu mal eine gelungene Kombination oder zwei, drei Pässe hintereinander, die tatsächlich dort ankommen, wo sie sollen.

Und vor allem will man nicht 80 Minuten warten, bis Ihr endlich mal aufwacht. Dann ist es nämlich in der Regel zu spät, wie man auch vorhin leider deutlich sehen konnte. Abgesehen von Fabian Reese hat vorher keiner von Euch mal richtig Elan gezeigt, den echten Willen, wenigstens aufs Tor schießen zu wollen, auch wenn es dann mal danebengeht. Habt Ihr eigentlich Angst vor dem Ball, oder was?

Wir sind geduldig. Aber irgendwann reißt auch uns mal der Geduldsfaden. Fußball muss doch mehr sein, als immer nur hinten zuzumachen und den Gegner am Spielen zu hindern. Da muss doch auch mal Initiative nach vorn kommen. Wo ist die bei Euch nur abgeblieben? Die Spielfreude, die Ihr früher mal hattet und die sich dann auf die Fans übertragen hat? Lasst uns doch wenigstens ein bisschen davon wiedersehen beim nächsten Spiel! Denn noch so eine Nullnummer – das vergrault die treuesten Anhänger, das könnt Ihr uns glauben! Bitte tut das nicht!

Eure Greuther-Weiber

P.S. Dass Ihr Euch mit dem einen Punkt gegen Kiel heute ein bisschen Luft im Abstiegskampf verschafft habt, kann uns nicht wirklich trösten!

Kleeblatt trotzt Bochum einen Punkt ab

Knapp zwei Stunden nach dem Schlusspfiff bei der heutigen Auswärtsbegegnung zwischen der Spielvereinigung und dem VfL Bochum saß ich mit Tierorakel Daisy im Auto und stand bei der Ampel der A73-Ausfahrt Poppenreuth an der roten Ampel. „Heute haben beide fränkischen Vereine leider nur unentschieden gespielt“, lauteten die Sport-News auf Bayern 3. Dem 1. FC Nürnberg habe ein 2:o-Vorsprung gegen Holstein Kiel nichts geholfen, die Clubberer beendeten das Spiel mit 2:2. Und die Spielvereinigung Greuther Fürth kam leider auch nicht über ein Remis hinaus. Wobei – so der vermeintlich fachmännische Kommentator im Radio – „nach einem frühen Treffer des Kleeblattspielers Daniel Caligiuri“ alles drin gewesen wäre. Tja, dachte ich mir, ein böser Schnitzer! Da müsste man eben wissen, dass der Mittelfeldspieler Daniel Caligiuri beim FC Schalke 04 unter Vertrag steht. Und dass Daniel Caligiuri der jüngere Bruder von Marco Caligiuri ist, der für die SpVgg kickt.

Der heutige 14. Spieltag war fürs Kleeblatt zumindest kein sportliches Fiasko. Trainer Damir Buric hatte sich dafür entschieden, den „Spielmacher“ Jurgen Gjasula nach der 2:3-Niederlage bei Jahn Regensburg erst mal auf der Bank zu belassen. Auch Manuel Torres schaffte es nicht in die Startformation. Dafür konnte Maximilian Wittek nach seiner Gelbsperre wieder antreten.

Der Ruhrpott-Verein Bochum rangiert nur wenige Plätze vor der SpVgg in der Tabelle – und kassierte heute mit der ersten Standardsituation nach acht Minuten ein schnelles 0:1! An Witteks Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld kam Serdar Dursun nicht ran, aber Caligiuri fackelte nicht lange und schob den Ball aus wenigen Metern flach ins Bochumer Netz. Sein drittes Saisontor! Nur zehn Minuten später glich der VfL dann aber aus – ebenfalls nach einer Standardsituation. In dem Stil hätte es für die Zuschauer und angereisten Kleeblattfans weitergehen können: Viele Tore erfreuen jeden Fußballfan. Aber leider war die zweite Halbzeit von taktischem Spiel geprägt. Das Kleeblatt machte seine Sache recht gut, es stand in der Defensive kontrolliert und setzte auf schnelles Umschaltspiel. Spannend wurde es noch mal ganz am Schluss, als Khaled Narey in der 90. Minute in Richtung Tor abzog, nachdem ein Bochumer Abwehrspieler ausgerutscht war. Leider wurde Narey im letzten Moment noch beim Schuss geblockt. So blieb es beim 1:1.

Unsere Bilanz: Auch im 18. Spiel in Folge hat die Spielvereinigung heute kein Gegentor vermeiden können und damit den Vereins-Negativrekord eingestellt. Trotz 13 Schüssen aufs Bochumer Tor und mit einem Ballbesitz von nur 38 Prozent war das heute das zweite Unentschieden des Kleeblatts in dieser Saison. Mit elf Punkten liegt die Mannschaft immer noch auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Abstand zum Relegationsplatz sind drei Punkte. Am nächsten Sonntag, 26. November, empfangen die Fürther zu Hause den FC St. Pauli. Zwar ein Gegner, dem man emotional positiv gegenübersteht. Aber das Aufeinandertreffen wird dennoch kein leichtes sein. Wie wäre es deshalb mal mit vielen Zuschauern im Ronhof? Damit das Kleeblatt die kraftvolle Unterstützung bekommt, die es dringendst braucht!

Querschläger an Steinhaus verhilft Kleeblatt zum Ausgleich

Bibiana Steinhaus (Foto) hat heute einen tollen Job gemacht. Sie pfiff die Partie zwischen  dem FC Union Berlin und der Spielvereinigung in Berlin freundlich, souverän und entspannt. Sie hatte alles im Griff. Und war dann auch noch (unfreiwillig) „Schuld“ am 1:1-Ausgleich des Kleeblatts.
Aber chronologisch. Das Spiel ging mit Pfeffer los, diese letzte Partie vor Weihnachten und der Winterpause. Allerdings waren heute die „Eisernen“ zu Beginn der ersten Halbzeit mit mehreren Torchancen eindeutig die bessere Mannschaft. Obwohl Union Berlin seit 13 (!) Jahren nicht gegen die Spielvereinigung gewonnen hat, begann die Mannschaft mit Schmackes. Der Nationalspieler Toni Kroos ist bekanntlich ein glühender Verehrer des Berliner Underdogvereins – sein Bruder Felix ist dort Kapitän und ehrgeiziger Akteur. Auch heute!

Trotzdem: In den ersten 45 Minuten ging nichts, auf beiden Seiten dominierten ungenaues Zusammenspiel und laxe Pässe. Dann machten in der 65. Minute die Berliner das 1:0. Nach einem Freistoß von Felix Kroos steigt Toni Leistner höher als Damjan Djokovic und sein Kopfball schlägt ins Tor von Kleeblatt Sascha Burchert (er war heute im Fürther Tor, Balasz Megyeri wurde Vater und weilt in Ungarn). Und auch der Berliner Innenverteidiger feierte sein erstes Saisontor mit dem Daumen im Mund  – auch er ist vor kurzem Vater geworden.

Das Führungstor der Eisernen brachte die ohnehin gute Stimmung bei den knapp 20 000 Zuschauern in der Alten Försterei zum Kochen. Dann wechselt in der 78. Minute Fürths Coach Janos Radoki Mathis Bolly gegen Serdar Dursun aus. Für meinen Geschmack einen Tick zu spät. Und zwei Minuten später passiert dann der kuriose Ausgleich für die SpVgg: Das Ex-Kleeblatt Stephan Fürstner will im Strafraum klären, er trifft mit seinem Befreiungsschlag unglücklich den Rücken von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, von dort springt der Ball zum gerade eingewechselten Serdar Dursun, der dreht sich und schießt, Fürstner fälscht den Ball ab, und der Ball schlägt chancenlos für Keeper Jakob Busk im langen Berliner Eck ein. 1:1!

Die Schlussphase der Begegnung war weiter spannend und turbulent. Der für Kapitan Felix Kroos eingewechselte Soeren Brandy wittert eine letzte Chance, Steven Skrzybski flankt, Brandy tritt den Ball, der dann ins Aus geht. Erst entscheidet Bibiana Steinhaus auf Abstoß, nach Berliner Protesten befragt sie den Fürther Keeper Sascha Burchert, ob er den Ball noch berührt hat. Der bejaht ehrlich, und so kommt es in der letzten Spielminute noch zum Eckball für Union (der allerdings ergebnislos bleibt). Eine faire Geste vom Fürther Torwart. Chapeau!
Das Kleeblatt geht nach 17 Spielen mit 21 Punkten in die Winterpause. Die Greuther-Weiber und alle Kleeblattfans hoffen auf eine erfolgreichere Rückrunde im neuen Jahr 2017.

Braucht der „Unparteiische“ eine Brille?

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenBuchstäblich in der letzten Sekunde fiel der 1:1-Ausgleich im Fürther Ronhof, und die große Feier zum 113. Geburtstag des Vereins wurde mit der Punkteteilung etwas versalzen. Schuld am ganzen Debakel und der Konfusion in den letzten Spielminuten war Schiedsrichter Frank Willenborg, der mit eigenartigen Entscheidungen und nicht nachvollziehbaren Freistößen, die er gab, für großen Unmut bei den Fürther Fans sorgte. „Blindschleiche“, rief meine Nachbarin zur Linken, ein Platz weiter fiel sogar der Satz: „Schiri, Du schwarze S…, kauf‘ Dir endlich eine Brille!“

Dabei fing die Partie am Freitagabend (vor leider nicht mal 7000 Zuschauern) gegen den SV Sandhausen vielversprechend an. Jurgen Gjasula, auf den das Team von Trainer Stefan Ruthenbeck jetzt vier Spiele verzichten musste, brachte wieder Feuer und Genauigkeit ins Spiel. Recht gute Aktionen führten zwar zu keinem Treffer, machten das Spiel jedoch kurzweilig. Die wenigen Fans im Gästeblock hatten akustisch wenig zu bieten, der Kleeblatt-Block 12 lief dagegen zu Hochform auf und erfreute das Stadion mit „Derbysieger“-Songs und lauten Anfeuerungsrufen für seine Elf. Trotzdem: Kein Tor in der ersten Halbzeit, auch kein Treffer bis zur 70. Minute. Erst ein Angriff von Khaled Narey, der sich in den Sandhäuser Strafraum gekämpft hatte, um dann den Ball wenige Meter vor der Grundlinie quer zu spielen, war die Basis für eine Chance. Das war dann auch die Stunde von Sebastian Freis, der den Ball locker zum 1:0 über die Linie schob.

Jetzt hieß es bei den Kleeblättern eigentlich nur noch, die drei Punkte zu halten. Ein Plan, den ihnen der Schiedsrichter gründlich durchkreuzte: Fouls am Torschützen Freis wurden nicht richtig erkannt und geahndet. „Schieber, Schieber“, skandierten die Kleeblattfans. Und auch Unruhe auf dem Spielfeld in der Nachspielzeit ist nie gut. Und so passierte es tatsächlich: Keeper Balazs Megyeri gab einen gefährlichen Ball souverän zurück ins Spielfeld, und Andrew Wooten ergatterte den Ball und erzielte den Ausgleich.

Kein gerechtes Ergebnis, die Laune der Kleeblattanhänger auf dem Nachhauseweg war dementsprechend. Es wurde geschimpft, und man ließ seinem Frust freien Lauf. Der Referée tat sicher gut daran, den Ronhof schnellstmöglich zu verlassen, denn so mancher Fürther Fan hatte einen echten Brass auf den angeblich „Unparteiischen“…

Wie kann man einen Vorsprung so verschusseln?

 Es gibt Fußballspiele, da wünschte man sich, es gäbe keine zweite Halbzeit. Zum Beispiel heute in der Auswärtspartie gegen Fortuna Düsseldorf. Vor über 25 000 Zuschauern (davon maximal 200 Kleeblattfans) in der Esprit-Arena bewies die Spielvereinigung einmal mehr, dass sie in der Sommerpause ihre Schwächen nicht in den Griff bekommen hat.

Aber chronologisch: Sowohl bei Fortuna Düsseldorf als auch bei den Gästen aus Fürth hatte man als Zuschauer zu Spielbeginn den Eindruck, dass sie lieber einen  gemütlichen Nachmittag verbracht hätten. Eine ungewöhnlich hohe Fehlerquote, kein richtiges Konzept auf beiden Seiten – das Spiel plätscherte so vor sich hin.  Null Torchancen, Fehlpässe en masse. Bis (mein derzeitiger Favorit beim Kleeblatt) Khaled Narey in der 22. Minute nach einer von Hennings abgeblockten Freistoßflanke von Gießelmann den Ball ins Düsseldorfer Netz katapultierte. Ihm ist der Treffer zu gönnen – Narey ist einer der aktivsten und engagiertesten Spieler im Kleeblatt-Team. Dementsprechend war seine Freude riesengroß, er holte sich sofort eine „Streicheleinheit unter Männern“ bei Coach Stefan Ruthenbeck ab (Foto). Die verbleibenden 20 Minuten der ersten Halbzeit blieben spielerisch uninteressant. Lediglich die Zweikämpfe wurden bissiger.

Dann also die zweite Halbzeit: Die Fortunen hatten offenbar von Trainer Friedhelm Funkel einen Motivationsschub erhalten, denn sie versuchten jetzt mit etwas mehr Power, den Kleeblättern auf die Pelle zu rücken. Doch sie scheiterten am Fürther Keeper Balasz Megyeri, der einen sicheren Eindruck machte. Allerdings: Das Spiel ließ nach wie vor an Klasse zu wünschen übrig. Eben typisch Zweite Liga!?! Die Spielvereinigung war im Zuspiel ungenau und fahrig. Die üblichen Verdächtigen wie Veton Berisha und Sebastian Freis spielten öfter ihren Widersacher als den eigenen Teamkollegen an. Und die Sturmhoffnung Serdar Dursun schaute entweder Bällen hinterher oder versuchte, mit unfairen Attacken die Gegner aus dem Rhythmus oder sogar zu Fall zu bringen. Im Gegenzug musste heute Robert Zulj viel einstecken.

Und so kam es, wie es kommen musste: Hennings ließ in der 78. Minute Franke im Regen stehen, spielte einen überlegten Querpass nach innen auf Oliver Fink, Marco Caligiuri kam nicht mehr an den Ball, und Fink schob den Ball locker aus wenigen Metern Distanz ins Fürther Tor. Megyeri hatte keine Chance, den Ausgleich zu verhindern. So wurde das Kleeblatt heute für seine zu flapsige Spielauffassung und seine passive Haltung mit dem Verlust von zwei Punkten bestraft. Ohne jetzt zu hart urteilen zu wollen: selber schuld. So kann und darf man sich einen 1:0-Vorsprung nicht nehmen lassen. Dabei hatte Fortuna Düsseldorf heute keinen Glanztag. Gar nicht daran zu denken, was passiert, wenn die Spielvereinigung auf richtig gute Gegner trifft.

Zum Beispiel am nächsten Spieltag: Die Spielvereinigung empfängt kommenden Freitag, 16. September, um 18.30 Uhr zu Hause den starken Aufsteiger Würzburger Kickers. Die stehen nach vier Spielen immerhin auf dem vierten Tabellenplatz – zwei Plätze vor dem Kleeblatt. Und am 20. September steigt dann das Derby gegen den 1. FC Nürnberg. Da ist dann unbedingte Konzentration angesagt, sonst….

Glück für Fürth, Pech für Paderborn

SC Paderborn - SpVgg Greuther FürthWir Greuther-Weiber  wollten eigentlich nach unserem 777. Blogbeitrag von gestern heute mit dem Kleeblatt einen Sieg feiern. Sah ja auch nicht so schlecht aus dafür bei einem Gegner wie den SC Paderborn, der zuletzt eine wahre Achterbahnfahrt der Befindlichkeiten hinter sich bringen musste. Manche munkelten, die Mannschaft könne nun endlich – befreit von Stefan Effenberg – wieder aufatmen und entsprechend aufspielen. Und sie sollten recht behalten. Denn der neue Trainer René Müller holte aus seinen Jungs raus, was rauszuholen war. Sie gaben alles, waren selbstbewusst und hochmotiviert von der ersten bis zur letzten Spielminute, auch wenn ihnen gegen Ende die Kraft ausging. Da war es auch kein Wunder, dass sie bereits in der 19. Minute durch einen Treffer des Dänen Nicklas Helenius in Führung gingen. Eine ganze Reihe von Chancen für die Ostwestfalen sollten folgen, von denen sie allerdings keine einzige mehr umsetzen konnten.

Ganz anders unser Kleeblatt. Verschlafen, abwartend, überrascht von der offenbar so überhaupt nicht erwarteten Präsenz der Hausherren in der Benteler-Arena hatten die Fürther in der ersten Spielhälfte kaum etwas vom Spiel. Erst nach ungefähr einer halben Stunde, als der SC Paderborn ein klein wenig in seiner Leistung nachließ, fand man ab und zu eine Lücke. Doch nichts ging über die Flügel, und schon gar nichts wirklich Gefährliches aufs gegnerische Tor.

Nach dem Seitenwechsel, als wir Fans hofften, dass eine sicherlich strenge Gardinenpredigt von Trainer Stefan Ruthenbeck unsere Elf wachgerüttelt haben müsste – nichts! Die 7800 Zuschauer (davon rund 200 Fans aus Fürth) mussten weiter eine Partie anschauen, bei der man sich zunächst fragte, ob die Fürther überhaupt schon aus den Katakomben zurückgekehrt waren. Paderborn wie im ersten Durchgang bissig und mit dem unbändigen Willen, endlich aus der Abstiegszone heraus und nach weiter oben in der Tabelle zu kommen. Die Ostwestfalen blieben Herr im eigenen Stadion. Kaum wiederzuerkennen, diese Mannschaft, wenn man sie mit den letzten Wochen vergleicht! Respekt, muss man da sagen, Hut ab!

Dass die Partie am Ende doch noch unentschieden mit 1:1 ausging, war einem Treffer von Ante Vukusic (links auf dem Foto) zu verdanken (83. Minute), der für Johannes Wurtz ins Spiel gekommen war. Ein glücklicher Treffer, aber Glück muss man schließlich auch mal haben, das gehört zum Fußball eben dazu. Trainer Ruthenbeck hatte außerdem Veton Berisha für Maurice Hirsch gebracht und Roberto Rodriguez für Zlatko Tripic. Doch der vermeintliche Joker Berisha blieb in seinen Aktionen zu ungenau, schoss die Bälle entweder zu weit oder zu flach – aber jedenfalls nicht in den Paderborner Kasten. In der letzten Phase war Paderborn mit seinen Kräften sichtlich am Ende und konnte dem Kleeblatt nichts mehr entgegensetzen, das die beeindruckende läuferische Leistung in diesem Spiel eindeutig besser wegsteckte. Durch das fulminante 4:0 von Union Berlin gegen den FSV Frankfurt bedingt, belegen die Fürther vorläufig Platz neun in der Tabelle der Zweiten Liga, während Paderborn, das den Sieg heute immer wieder schon fast in der Hand hatte, nicht aus der Abstiegszone herauskam. Schade eigentlich, der Mannschaft – wenn sie sich weiter so zeigt wie ausgerechnet heute gegen das Kleeblatt – ist auf jeden Fall der Verbleib in Liga zwei zu wünschen!