Am Rosenmontag: Feiern bis zum Morgengrauen?

greutherweib_ramsauDie zehn Tage zwischen dem letzten Zweitligaspiel zu Hause gegen den FC Ingolstadt (0:1) und der nächsten Begegnung am Rosenmontag gegen den FC St. Pauli ist für mich die ideale (da Kleeblatt-fußballfreie) Zeit, um in die Berge zum Langlaufen zu fahren. Und ich werde heuer in Ramsau am Dachstein – im Gegensatz zum letzten Winterurlaub – mit idealen Schnee- und Wetterbedingungen belohnt: dunkelblauer Himmel, Sonne pur und hervorragender Pulverschnee.
Gefreut hat mich heute Morgen auch die Nachricht, dass der erste Sieg von Borussia Dortmund offenbar kein einmaliger „Ausrutscher“ war. Die Mannschaft hat gestern gegen Mainz mit 4:2 gewonnen (wobei das erste Tor der Mainzer schon in der ersten Minute gefallen war). Damit hat der BVB die Abstiegszone mit Tendenz nach oben verlassen. Ob die Spielvereinigung es der ehemaligen Topmannschaft nachmacht, zeigt sich am kommenden Montag. Die Erfolgsbilanz der Kleeblätter in dieser Saison ist bisher mehr als dürftig. Aktuell liegen sie auf Platz 14. Ein (eigentlich) weiß-grüner Fan zu Hause in Fürth aus dem 3. Stock prophezeite schon, dass sowohl Dortmund als auch die SpVgg absteigen werden. Aber da sieht er wirklich zu schwarz.
Das Spiel am Montag um 20.15 Uhr gegen den FC St. Pauli wird zeigen, ob sich das moralisch stark gebeutelte Team von Trainer Frank Kramer gegen den Tabellenletzten durchsetzen kann. Die Kritiken nach dem letzten Spiel gegen Ingolstadt waren vernichtend. Da war von „katastrophalem“ Fußball genauso die Rede wie von dilettantischem Angriff und mangeldem Durchsetzungsvermögen.
Also: Am Montagabnd tritt das Kleeblatt am Millerntor in Hamburg an. Die Spielvereinigung ist historisch gesehen nicht gerade der Lieblingsgegner des FC St. Pauli: Gegen keine andere Mannschaft setzte es für die „Kiezkicker“ in Liga zwei so viele Niederlagen (9) wie gegen die SpVgg Greuther Fürth. Außerdem ist das Kleeblatt auch für mehr Pauli-Gegentreffer (39) im Unterhaus verantwortlich als alle anderen Vereine. Das Hinrundenspiel Anfang September 2014 hat das Kleeblatt in Fürth mit 3:0 gewonnen!
Ich bin gespannt und werde von der Steiermark aus im Fernsehen das Spiel verfolgen. Wenn das Kleeblatt seine schlechte Serie mit einem Auswärtssieg und einigen Toren stoppen kann, dann bin ich zuversichtlich, dass der Verein seine Durststrecke erst mal überwunden hat.

Werden Kleeblattfans bald Robben sehen?

Urlaube auf Kreuzfahrtschiffen haben ja seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Ob auf der „Queen Mary“, der  „Freedom of the Seas“ oder der „AIDA“. Da hoffen die Passagiere bei ihren mehrwöchigen Schiffsreisen auf Attraktionen wie Whale- oder Dolphin-Watching und nehmen dafür viele Unannehmlichkeiten wie Tausende Mitreisende an Bord  und nervige Kapitänsdinner in Kauf.
Auf dieser Welle reitet man jetzt auch mit dem neuen Anzeigenmotiv der Spielvereinigung: Die weiße „MS Ronhof“ fährt auf einem grünen Meer, und der originelle Slogan lautet: „Raus aus der Kabine und ab nach oben“. Klingt doch sehr nach geplantem Aufstieg in die Bundesliga, oder? Und der Untertitel „Vielleicht kann man bald Robben sehen“ spielt vermutlich nicht auf die Gruppe zum Wasserleben übergegangener Raubtiere in freier Wildbahn – wie Ringel-, Sattel- oder Bartrobben – an. Nein, was man von Deck aus beobachten möchte, das heißt nicht Mike, Robby oder Lizzy. Als Kleeblattfan wäre man vor allem darauf erpicht, Robben zu sehen, die Arjen heißen.
Die neuen Spieltagsplakate sind ab sofort in der Geschäftsstelle der SpVgg (Laubenweg 60 in Fürth) abholbar. Fans können – solange der Vorrat reicht – ihr Exemplar kostenfrei mitnehmen.

SpVgg Greuther Fürth: Steix abi – Steix aufi!

Greuther-Weiber im Winterurlaub – ein Kapitel für sich. Da fiebert man beim Zweitliga-Spiel gegen den Karlsruher SC aus der Ferne mit – und muss sich am nächsten Morgen ironische Bemerkungen gefallen lassen, was Fürth wohl für eine Stadt sei, in der während eines Profi-Fußballspiels im Stadion die Lichter ausgehen.
Ein Highlight in unserem steirischen Langlaufort Ramsau – in Sachen Atmosphäre und Stimmung – ist die urige Jausenstation „Ruphäusl“. Da hatten wir heute eine Begegnung der besonderen Art: Hüttenwirt ist das Original Herbert, gut in den Siebzigern, der seine Hütte seit fast 40 Jahren führt und sie mit vielen Fanartikeln von deutschen Fußballvereinen dekoriert hat. Da findet man Schals von Werder Bremen, der Frankfurter Eintracht und Schalke 04. Wir wollten uns keine Blöße geben und haben sofort unseren „Greuther-Fürth-Schal“ aus dem Rucksack gepackt. Damit waren wir sofort bei den anderen Gästen als echte Fußballfans geoutet. Hüttenwirt Herbert hat seit Jahren den Spitznamen „Steix“, weil er seine Gäste immer fragte, „steigt’s abi, steigt’s aufi“ – auf die umliegenden Berge meinte er eigentlich, aber die Gäste haben es meistens auf ihre Fußballvereine bezogen.
Die Spielvereinigung war vielen der Gäste im „Ruphäusl“ bekannt. Ein Linzer Gast kannte Kleeblatt-Präsident Helmut Hack und Vestenbergsgreuth. Und drei interessierte Herren aus England ließen sich von mir erläutern, dass die SpVgg zwar derzeit in der „Second League“ spielt, aber gute Chancen hat, wieder in die „German Premier League“ aufzusteigen. Die von mir für möglich gehaltene Champions-League-Begegnung zwischen dem FC Chelsea und der Spielvereinigung hielten sie jedoch für  absolut utopisch.
Steix hat es sich übrigens nicht nehmen lassen – siehe Foto – gemeinsam mit mir den Fürther Schal umzuhängen und zu prophezeihen: „Ihr Fürther, Ihr steigt’s bestimmt wieder aufi“. Darauf einen Zirbenschnaps!