Dieses Mal behält Uwe Seeler nicht Recht!

In zwei Jahren wird er 80 Jahre alt – Uwe Seeler, das „Urgestein“ des deutschen Fußballs. Seit 1946 spielte er in der Jugendabteilung des HSV, des größten Sportvereins der Hansestadt. Er war einer der wichtigsten und prominentesten Spieler der Deutschen Nationalmannschaft, lange Jahre ihr Kapitän, für die er von 1956 bis 1970 auflief. Seeler nahm an den Weltmeisterschaften 1958, 1962, 1966 und 1970 teil und wurde dort bei insgesamt 21 Länderspielen eingesetzt. Von 1995 bis 1998 war er dann Präsident des HSV. Uwe Seeler wird in der Öffentlichkeit meist als bodenständiger, aufrichtiger, geradliniger und unkomplizierter Mensch gesehen. Zu diesem Image hat vor allem auch seine sportliche Fairness beigetragen – er erhielt in seiner langjährigen Laufbahn nur einen einzigen Feldverweis (das heißt seit 1970 „Rote Karte“).

„Uns Uwe“ – wie er liebevoll genannt wird – nimmt wie viele Hamburger natürlich großen Anteil an den beiden Relegationsspielen „seines“ Hamburger SV gegen die Spielvereinigung. In einem Interview im Sportmagazin „Kicker“ äußerte er sich bedauernd, aber durchaus kritisch über die schlechte Leistung des HSV in dieser Saison, über den monatelangen Abstiegskampf. Trotzdem ist er optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass der HSV gegen Greuther Fürth die Oberhand hat und der Bundesliga erhalten bleibt.“ Wichtige Voraussetzung – so das Hamburger Urgestein – beim HSV-Team sei folgende: „Da ist Kampf angesagt, Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten und Beißen bis zum Schluss“.

Na ja, lieber Uwe Seeler: Ich schätze Sie und ihre sportliche Leistung außerordentlich. Aber ob der mental und spielerisch angeschlagene HSV, bei dem vereinspolitisch viele Fehler gemacht wurden, heute Abend und am Sonntag das Fürther Kleeblatt besiegen wird, da habe ich doch meine Zweifel. Denn unsere Jungs sind hochmotiviert und heiß auf den Wiederaufstieg. Und dann – so leid es mir für Sie, Herr Seeler, tut – muss der Hamburger SV zum ersten Mal seit Einführung der Bundesliga 1963 in die Zweite Liga absteigen.