Ein Glas “Schlumberger” auf den heißersehnten Kleeblatt-Sieg

SchiedsrichterLag’s am guten steirischen Schilcher-Wein, den ich während der TV-Übertragung getrunken habe? Oder sind Rosenmontagsspiele immer etwas verrückt? Keine Ahnung. Ich fand die Begegnung zwischen der Spielvereinigung und dem FC St. Pauli mehr als kurios. Das Montagsspiel am Millerntor ging 1:0 für die Fürther aus. Nach 573 Minuten endlich wieder ein Tor für das Kleeblatt! Und das vom Kommentator auf Sport1 mehrfach so betitelte “Abstiegsspiel der Kellerkinder” wurde dann doch zum Erfolg für die ehemals “Unaufsteigbaren”, die desillusioniert im Mittelfeld der zweiten Liga herumwabern. Den heißersehnten Treffer vor 23 383 Zuschauern erzielte Kacper Przybylko, der schon beim 3:0 in der Hinrunde gegen den FC St. Pauli ein Tor erzielt hatte.
Bemerkenswert bei der heutigen Begegnung war die aufregende Situation in der 16. Minute nach einer Flanke von Sobota, die Benedikt Röcker mit dem Ellbogen – unabsichtlich – abblockte. Erst entschied der Unparteiische, Martin Petersen (im Foto links), auf Handelfmeter, dann ließ er sich aber von seinem Assistenten überzeugen und nahm das zurück. So etwas habe ich im Profifußball noch nie erlebt! Doch dieses Hin und Her war symptomatisch für einen schwachen, unentschlossenen Referee, der sich das Spiel mehrfach fast aus der Hand nehmen ließ. Berechtigte Gelbe Karten wurden von ihm nicht gegeben. Dafür bestrafte er einen Spieler, der gar nicht auf dem Spielfeld war: den Fürther Ersatzspieler Goran Sukalo, der sich hinter dem Tor von Keeper Wolfang Hesl warmlief, betrat den Rasen, warf kurz ein paar Worte in Richtung Hesl. Daraufhin sah der Slowene die Gelbe Karte. Und darf beim nächsten Spiel nach inzwischen fünf Gelben Karten nicht antreten!

Eine weitere Fehlentscheidung kostete das Kleeblatt das zweite Tor. Die SpVgg startete kurz vor Spielende einen Konter: Joker Niko Gießelmann spielte den durchgestarteten Marco Caligiuri an, der frei war und den Hamburger Tormann Himmelmann hinter sich greifen ließ. Doch Petersen gab den Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht.
FeiernIch habe heute das Spiel aus fast 1000 Kilometern Distanz, von der Steiermark aus, angesehen und mich über den Kommentator teils amüsiert, teils aufgeregt: Die “Füüüüüüüürther” sind am Ball, “Schull” (Zulj) spielt gut. Nur Stefan Schnoor als Co-Moderator war ein Lichtblick, er gab einige originelle Anmerkungen und Analysen von sich.

Den Sieg des Kleeblatts, den feiern wir mit einem Glas österreichischen Sekt, und zwar einem besonders guten Tropfen: einem “Schlumberger” brut, nach der “méthode traditionnelle ” in der Flasche gereift.  Auf jeden Fall werden das 1:0 und die drei Punkte der Spielvereinigung gut tun. Das nächste Spiel findet schon am kommenden Freitag statt. Da kommt der SV Sandhausen ins Stadion am Laubenweg. Und ich bin (hoffentlich wohlbehalten) aus dem Winterurlaub zurück in Fürth.

Am Rosenmontag: Feiern bis zum Morgengrauen?

greutherweib_ramsauDie zehn Tage zwischen dem letzten Zweitligaspiel zu Hause gegen den FC Ingolstadt (0:1) und der nächsten Begegnung am Rosenmontag gegen den FC St. Pauli ist für mich die ideale (da Kleeblatt-fußballfreie) Zeit, um in die Berge zum Langlaufen zu fahren. Und ich werde heuer in Ramsau am Dachstein – im Gegensatz zum letzten Winterurlaub – mit idealen Schnee- und Wetterbedingungen belohnt: dunkelblauer Himmel, Sonne pur und hervorragender Pulverschnee.
Gefreut hat mich heute Morgen auch die Nachricht, dass der erste Sieg von Borussia Dortmund offenbar kein einmaliger “Ausrutscher” war. Die Mannschaft hat gestern gegen Mainz mit 4:2 gewonnen (wobei das erste Tor der Mainzer schon in der ersten Minute gefallen war). Damit hat der BVB die Abstiegszone mit Tendenz nach oben verlassen. Ob die Spielvereinigung es der ehemaligen Topmannschaft nachmacht, zeigt sich am kommenden Montag. Die Erfolgsbilanz der Kleeblätter in dieser Saison ist bisher mehr als dürftig. Aktuell liegen sie auf Platz 14. Ein (eigentlich) weiß-grüner Fan zu Hause in Fürth aus dem 3. Stock prophezeite schon, dass sowohl Dortmund als auch die SpVgg absteigen werden. Aber da sieht er wirklich zu schwarz.
Das Spiel am Montag um 20.15 Uhr gegen den FC St. Pauli wird zeigen, ob sich das moralisch stark gebeutelte Team von Trainer Frank Kramer gegen den Tabellenletzten durchsetzen kann. Die Kritiken nach dem letzten Spiel gegen Ingolstadt waren vernichtend. Da war von “katastrophalem” Fußball genauso die Rede wie von dilettantischem Angriff und mangeldem Durchsetzungsvermögen.
Also: Am Montagabnd tritt das Kleeblatt am Millerntor in Hamburg an. Die Spielvereinigung ist historisch gesehen nicht gerade der Lieblingsgegner des FC St. Pauli: Gegen keine andere Mannschaft setzte es für die “Kiezkicker” in Liga zwei so viele Niederlagen (9) wie gegen die SpVgg Greuther Fürth. Außerdem ist das Kleeblatt auch für mehr Pauli-Gegentreffer (39) im Unterhaus verantwortlich als alle anderen Vereine. Das Hinrundenspiel Anfang September 2014 hat das Kleeblatt in Fürth mit 3:0 gewonnen!
Ich bin gespannt und werde von der Steiermark aus im Fernsehen das Spiel verfolgen. Wenn das Kleeblatt seine schlechte Serie mit einem Auswärtssieg und einigen Toren stoppen kann, dann bin ich zuversichtlich, dass der Verein seine Durststrecke erst mal überwunden hat.

Olivier Occéan ist wieder zu haben…

SpVgg Greuther Fürth - FC KaiserslauternStürmer Olivier Occéan und der 1. FC Kaiserslautern haben sich auf eine vorzeitige Auflösung des Vertrages geeinigt. Der Kanadier verlässt die Pfälzer nach nur etwas mehr als einem Jahr mit sofortiger Wirkung. Der 33-Jährige wechselte zu Beginn der Saison 2013/14 aus Frankfurt an den Betzenberg und stand bei den Roten Teufeln in der letzten Spielzeit in 27 Spielen auf dem grünen Rasen. Dabei schoss er in der 2. Bundesliga und bei vier Spielen im DFB-Pokal  jeweils drei Tore. Occéan war in der aktuellen Saison beim FCK nicht mehr zum Einsatz gekommen und spielte für Trainer Kosta Runjaic keine Rolle mehr. Deshalb entschieden sich beide Seiten für eine Vertragsauflösung, die sofort Gültigkeit hat.

Für Kleeblattfans schwebt über Olivier Occéan noch immer eine Art Heiligenschein. Er debütierte für die SpVgg in der 2. Bundesliga am 15. Juli 2011 im Spiel gegen Eintracht Frankfurt, bei dem er in der Startelf stand und seinem Sturmpartner Christopher Nöthe einen Treffer auflegte. Insgesamt kam er in der Saison 2011/12 auf 33 Einsätze, in denen er 17 Treffer erzielte und zusammen mit Alexander Meier und Nick Proschwitz Torschützenkönig der Zweiten Liga wurde.

Ich wollte – als ich erfahren habe, dass Olivier Occéan wieder auf dem Transfermarkt zu haben ist – eigentlich anregen, ob Trainer Frank Kramer und die Verantwortlichen der SpVgg mal in sich gehen sollten, ob Occéan vielleicht eine Option als neuer Stürmer für die nächsten Monate wäre. Allerdings rumort es inzwischen in der Gerüchteküche: Der FC Sankt Pauli interessiert sich angeblich für den Spieler. Der Hambuger Kultverein steht zurzeit an vorletzter Stelle der Zweiten Liga. Zwar hat sich dessen personelle Situation gerade wieder eingermaßen entspannt, aber jetzt gibt es neue Sorgen: Ausgerechnet das Ex-Kleeblatt Christopher Nöthe – zusammen mit Marc Rzatkowski mit jeweils drei Treffern bester Schütze – zog sich einen Sehnenanriss im linken Oberschenkel zu. Das heißt, für ihn ist dieses Fußball-Jahr gelaufen.
Also: Falls die SpVgg tatsächlich an Olivier Occéan Interesse haben sollte: Schnell entscheiden und noch schneller handeln! Denn das nächste Spiel am 24. November gegen Fortuna Düsseldorf steht ja quasi schon vor der Tür.

Freundschaftlicher 3:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli

SpVgg Greuther Fürth - FC Sankt PauliEs gibt Fußballabende, die sind voller Emotionen und Anspannung im Vorfeld und während des Spiels – ich denke nur an das Frankenderby vor drei Wochen gegen den 1. FC Nürnberg im Ronhof. Die gesamte Stadt Fürth war wie im Belagerungszustand, mit einem riesigen Polizeiaufgebot und stundenlang kreisenden Hubschraubern über dem Stadion.
Dagegen hatte die Stimmung gestern wieder mehr sportlichen Charakter, sie war entspannter und freundschaftlicher. Die Spielvereinigung empfang den FC St.Pauli im Stadion am Laubenweg. Das Spiel ging – ganz im Sinne der Fürther Fans – verdient mit 3:0 aus. Damit liegt das Kleeblatt-Team auf dem siebten Tabellenplatz und – besonders wichtig! – vor dem Club. Mit 9:4 erzielten Toren in vier Spielen ist die SpVgg vom Torverhältnis her pari mit Tabellenführer VfL Bochum. Und nur einen Punkt von der Tabellenführung entfernt.
Gut 14.300 Zuschauer waren gestern Abend im Ronhof, eigentlich hätte man mit “Full House” rechnen können, aber es sind ja immer noch viele in den Sommerferien. Einen guten Einstieg in die Partie hatten beide Mannschaften, aber das erste Tor in der 21. Minute schaffte Fakten: Niko Gießelmann gab eine Flanke nach Maß an Kacper Przybylko, die der Pole mit dem Kopf souverän ins Tor vom FC St. Pauli beförderte. Das war das zweite Tor des neuen Fürther Stürmers im vierten Spiel. Noch jubelten die Kleeblattfans, als der aufgerückte Zsolt Korcsmar nach einer punktgenauen Stiepermann-Hereingabe zur Stelle war und auf 2:0 erhöhte.
Das war für die Hamburger ein harter Schlag. Dem konnten nicht einmal die zahlreichen Ex-Kleeblätter im Hanseatenteam – Nehrig, Nöthe und Sobiech – etwas Substantielles entgegensetzen. Und auch nach der Pause kamen die Paulianer nicht besser ins Spiel. Dafür krönte Florian Trinks mt einem preisverdächtigen direkten Freistoß (Foto) den Heimerfolg zum 3:0. Bedauernswert war für mich der Keeper vom FC St.Pauli. Philipp Tschauner ist gebürtiger Schwabacher und verbrachte seine Jugend und seine Anfänge im Profifußball in Nürnberg, wo er sämtliche Jugendmannschaften durchlief. Tschauner musste gestern drei Mal hinter sich greifen, und nur mit einer guten Parade in der 89. Minute gegen den eingewechselten Neu-Fürther Robert Zulj konnte er das Totaldebakel seines Kiez-Klubs verhindern. Außerdem: Hoffen wir, dass die verlorene Partie nicht den St.-Pauli-Coach Roland Vrabek seinen Job kosten wird!
Insgesamt eine schnelle und sehenswerte Partie. Mir persönlich hat Stephan Schröck mal wieder gut gefallen, der mit schnellen Dribblings und Schlenzern um seine Gegenspieler dem Spiel seinen Stempel mit aufdrückte.

Am Wochenende ist wegen des morgigen Spiels gegen den WM-Finalgegner Argentinien Länderspielpause. Erst am Sonntag, 14. September, ist die Spielvereinigung in der Zweiten Liga wieder am Drücker. Dann in einem Auswärtsspiel gegen den SV Sandhausen. Zur Überbrückung der Zeit gastiert das Kleeblatt aber am Donnerstag, 4.September, um 17.30 Uhr zu einem Freundschafts-/Testspiel bei der SpVgg Ansbach im Sportpark PIRGOL in Ansbach.

Ein Knopf im Ohr wirkt manchmal Wunder!

Faengesaenge_hoerenDas Top-Spiel gegen den FC St. Pauli am kommenden Montag, 1. September, ab 20.15 Uhr im Fürther Ronhof rückt unaufhaltsam näher. Gott sei Dank. Alle Kleeblattfans freuen sich auf die Begegnung und sind davon überzeugt, dass die 0:2-Niederlage gegen den FC Ingolstadt am letzten Sonntag nur ein Ausrutscher war.

Wenn man mit offenen Augen durch Fürth geht, stößt man immer wieder auf Indizien, dass sich immer mehr Bewohner und Geschäftsinhaber der Kleeblattstadt seit dem großen Erfolg der Spielvereinigung zunehmend mit dem Thema “Fußball” identifizieren. Und das liefert uns dann immer wieder gute Aufhänger für den “Greuther-Weiber-Blog”.
So habe ich heute zum Beispiel ein witziges Plakat in der Fürther Königstraße gesehen: Ein Laden, der sich mit Hörsystemen beschäftigt (und sowohl für Discofreaks als auch für viele ältere Semester bestimmt ein Segen ist), wirbt dafür, dass man bald wieder “Fangesänge hören” kann.  Stimmt, das wäre doch zu schade, wenn man nach einem Tor von Stephan Schröck oder einer gelungenen Parade von Torwart Wolfgang Hesl nicht mitbekäme, wie Tausende Kleeblattanhänger im Stadion ihrer Mannschaft zujubeln. Oder – noch schlimmer – man könnte weder der Aufforderung “Steht auf, wenn Ihr Fürther seid” Folge leisten noch in die Hymne “Weil wir vom Ronhof sind” einstimmen.
Wer also befürchtet, am Montag nach den (hoffentlich zahlreichen) Toren im Heimspiel gegen die Hanseaten die Fangesänge der Kleeblattanhänger nicht hören zu können, der sollte schnell noch etwas unternehmen…

Mavraj-Nachfolger gefunden: Florian Mohr kommt nach Fürth

Die beiden Relegationsspiele liegen gerade ein paar Tage zurück, Fürth erholt sich allmählich vom zerbrochenen Traum des Wiederaufstiegs in die Bundesliga. Aber die Spielvereinigung schläft nicht. Seit heute ist bekannt, dass Florian Mohr noch in dieser Woche einen Dreijahresvertrag beim Kleeblatt unterschreiben wird. Der 29-Jährige spielt (noch) beim FC St. Pauli. Seine Aufgabe wird es sein, Verteidiger Mergim Mavraj zu ersetzen, der ja ab der kommenden Saison für den 1. FC Köln aufläuft. Florian Mohr wird ablösefrei nach Fürth kommen.

Der Abwehrspieler stammt aus Hamburg, wo er in der Jugend für den SC Eilbek Hamburg und von 1994 bis 2004 für Concordia Hamburg spielte. 2003 wurde er zu Hamburgs Amateur-Fußballer des Jahres gewählt. 2004 wechselte Mohr zu Werder Bremen, wo er zeitweise dem Profikader angehörte. Bis zu seinem Wechsel im Sommer 2008 zum damaligen Drittligisten SC Paderborn 07 wurde er aber ausschließlich in der Bremer U-23-Nachwuchsmannschaft eingesetzt. Die Paderborner stiegen 2009 in die 2. Bundesliga auf, und auch dort behauptete Mohr seinen Stammplatz in den kommenden beiden Jahren. Bereits in der Winterpause der Saison 2011/12 unterschrieb Mohr einen Vertrag bis 2014 beim FC St. Pauli und wechselte dann zur Saison 2012/13 zurück in seine Heimatstadt Hamburg. In seiner ersten Spielzeit für den Kiezverein war er 18 Mal auf dem Platz und schoss drei Tore. Doch die zurückliegende Saison war für Mohr eher deprimierend: er kam nur elf Mal zum Einsatz.

Vom Engagement beim Fürther Kleeblatt erhofft sich Florian Mohr mit Sicherheit einen festen Stammplatz im Team. Die Position von Mergim Mavraj einzunehmen, ist aber nicht einfach. Hat der doch in der letzten Saison oft Schlimmeres vor dem Fürther Tor verhindern können. Auf jeden Fall ist die Spielvereinigung dabei, ihren Kader mit ambitionierten Spielern für die neue Spielzeit aufzufüllen. Beruhigend!

137 entscheidende Sekunden fürs Kleeblatt

137 ist meine Glückszahl und Autonummer – und genau so viele Sekunden hat es heute gedauert, bis das Kleeblatt aus einem 0:1-Rückstand ein 2:1 machte. Ein spannendes, schnelles Spiel gegen den FC St. Pauli, die ja eigentlich eine “befreundete” Mannschaft ist. Die uns, und denen wir aber auch nichts schenken.
Mit Euphorie fuhren einige Kleeblattfans schon gestern oder heute früh nach Hamburg, um ihrem Team lautstark den Rücken zu stärken. 28 000 Zuschauer am Millerntor – das hat was und vermittelt allen wieder ein bisschen “Erstliga-Feeling”.

Nach dem Anpfiff passierte tormäßig lange nichts. Umso mehr Gelbe Karten verteilte der Berliner Schiedsrichter Daniel Siebert, als ob er hier kein Spiel von potenziellen Aufsteigern pfeifen, sondern kleinen Schuljungs Manieren beibringen müsste. Natürlich versuchten beide Teams, mit Verve und Leidenschaft das Geschehen zu bestimmen. Am Ende hatte Mr. Sensibel vier Gelbe Karten an St. Pauli und sogar sechs an die SpVgg verteilt (je eine  erhielten Nikola Djurdjic – Foto – und Keeper Wolfgang Hesl).

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete, doch in der 66. Minute traf Sebastian Schachten das Fürther Tor: Buchtmann hatte einen Freistoß vom rechten Flügel an den zweiten Pfosten gehoben, Brosinski schwächelte kurz und Schachten zögerte nicht lange. Er drosch den Ball aus fünf Metern über die Linie – Abseits oder nicht Abseits, das war hier die Frage.
Die SpVgg schien konsterniert, reagierte dann aber eiskalt: Benedikt Röcker köpfte einen Brosinski-Freistoß in der 75. Minute aus fünf Metern Entfernung ins Tor. Und nur 137 (!) Sekunden später traf Ilir Azemi aus sechs Metern mit einem Kopfball zum 2:1. Das Kleeblatt wähnte schon den Sieg in der Tasche, da schlugen die Hamburger kurz vor Schluss doch noch noch einmal zu: Der eingewechselte Maier drehte einen Freistoß von links nach innen, Gonther köpfte auf die Brust von Markus Thorandt, von dort sprang der Ball ärgerlicherweise ins Netz.
Das packende Duell zwischen zwei möglichen Aufsteigern endete 2:2 unentschieden. Respekt, wenn man bedenkt, wie viel Kondition und Kraft eine Englische Woche den Spielern abverlangt. Am 29. Spieltag – Montag, 7. April, um 20.15 Uhr –  tritt das Kleeblatt beim FC Ingolstadt an. Wir warten das locker ab – und beobachten mit Interesse, wie sich die anderen Aufstiegsaspiranten bis dahin so machen!

Ein wichtiger Punkt gegen Union Berlin

Das Heimspiel gegen Union Berlin in der Trolli ARENA war in den ersten 45 Minuten etwas dickflüssig und träge, obwohl die Spielvereinigung defensiv kaum Schwächen zeigte. Aber die zweite Halbzeit war für meinen Geschmack superspannend. Vor über 11 500 Zuschauern war den Gästen durch Soeren Brandy in der 43. Minute das Führungstor gelungen. Und es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass Trainer Frank Kramer in der Halbzeitpause zu tun hatte, seine Jungs zu motivieren. Das gelang ihm offensichtlich gut, denn in der 56. Minute traf Ilir Azemi nach einer Vorlage von Benedikt Röcker per Kopfball ins Berliner Tor zum 1:1-Ausgleich. Azemi – das habe ich ja schon nach dem Spiel gegen den VfL Bochum angemerkt – entwickelt sich zunehmend zum Joker im Kleeblatt-Team. Er ist immer für ein überraschendes Tor gut und schafft es, sein Team auch nach einem Rückstand wieder ins Spiel zu bringen (Foto). Mindestens genauso überzeugend war für mich heute Zoltan Stieber. Er hatte eine um die andere gute Chance, aber leider mit an sich tollen Schüssen nie das Glück, auch einen Treffer zu erzielen.
Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten. Insgesamt ist die Spielvereinigung nicht druckvoll genug und muss sich mehr auf ihre spielerischen Werte besinnen. Die Partie gegen den FC Union Berlin endete 1:1 unentschieden, wenngleich das Kleeblatt zum fünften Mal in Folge ungeschlagen blieb. Mit einem Wermutstropfen: Mergim Mavraj musste in der ersten Minute der Nachspielzeit nach einem Foul an Brandy mit Gelb-Rot vom Platz. Schade!
Nachdem der SC Paderborn am letzten Freitag gewonnen hat, sind die Verfolger – wenn sie auch anders heißen als vor zwei Wochen – der Spielvereinigung immer noch dicht auf den Fersen. Denn heute hat der FC Sankt Pauli Fortuna Düsseldorf mit 2:0 besiegt, d.h. die Hamburger liegen drei und die Paderborner zwei Punkte hinter den Fürthern.

Am kommenden Freitag, 21. Marz, geht’s mit dem 26. Spieltag weiter, und die Spielvereinigung reist zu Dynamo nach Dresden. Die sind im Moment Tabellenvorletzter und werden mit Sicherheit alles daran setzen, wichtige Punkte auf den Relegationslatz zu erstreiten. Also: Aufpassen und bitte keine Leichtsinnsfehler!

Jetzt geht’s den Zweitliga-Trainern an den Kragen

Seit einigen Wochen weht ein rauer Wind in der zweiten Bundesliga. Nachdem unter anderen schon die Trainer Markus von Ahlen, Oliver Schäfer, Marco Kurz, Michael Henke an die Luft gesetzt wurden, und gestern Energie Cottbus ihren Trainer Rudi Bommer entließ, hat es heute Michael Frontzeck vom FC. St. Pauli erwischt. Der Grund sind angeblich unterschiedliche Auffassungen über die Entwicklung des Klubs. Und: Es gab Ärger um die Vertragsverlängerung des Coaches. Das Team steht derzeit auf dem achten Tabellenplatz. Ich finde die Beurlaubung Frontzecks ausgesprochen bedauerlich, da die Mannschaft in den letzten Wochen ja gar nicht so schlechte sportliche Leistungen gebracht hat. Ich denke nur an die Begegnung mit der Spielvereinigung am 20. Oktober, die die Hambuger Kiezmannschaft (leider) mit 4:2 für sich entschieden hat (siehe unser Blogbeitrag).

Auf der “Abschussliste” stand bis gestern Nacht ja auch der Ex-Coach des Kleeblatts: Mike Büskens. Sein Verein – Fortuna Düsseldorf – hat sich in dieser Saison schlecht entwickelt. Die Elf von Büskens verlor vor knapp zwei Wochen 1:6 gegen den SC Paderborn und am vergangenen Freitag 0:1 beim VfR Aalen. Die Absteigermannschaft rangiert aktuell mit 16 Punkten auf dem 11. Tabellenplatz.
Schon am vergangenen Wochenende wurde von verschiedenen Medien kolportiert, dass Büskens’ aktive Trainerzeit in Düsseldorf nicht mehr lange dauern soll. Wie der “Kicker” heute mitteilt, bleibt bei Fortuna Düsseldorf “alles beim Alten”. Die Vereinsspitze des kriselnden Zweitligisten habe sich am späten Dienstagabend zum Trainer der Düsseldorfer bekannt. Man werde “die geeigneten Mittel” finden, um “die Mannschaft aus dieser Lage herauszuführen”, heißt es  in einer Mitteilung des Bundesliga-Absteigers.

Noch ein Veranstaltungstipp: Heute Abend findet ab 19 Uhr der Fanstammtisch mit Rouven Schröder, Frank Kramer und Stephan Fürstner statt. Ort: VIP Nord in der Trolli ARENA.

Ausgerechnet der “Tatort” aus Münster

Für Kleeblatt-Fans war gestern kein guter Tag. Nachmittags verlor die Spielvereinigung zu Hause mit 2:4 gegen den FC St. Pauli. Eigentlich ja ein Verein, dem Fürther Fußballanhänger Sympathie entgegenbringen. Aber so weit geht die “Liebe” nicht. Ein Spiel will man gewinnen – auch das gegen den Kiez-Club aus Hamburg.

Abends dann will man sich vor dem Fernseher erholen und die Woche doch noch entspannt und versöhnlich abschließen. Auf dem Programm steht der „Tatort“ aus Münster mit dem skurrilen Gerichtsmediziner Professor Börne und Kommissar Frank Thiel. Letzterer wird von Axel Prahl (Foto: WDR)  gespielt – dieses Tatort-Team gehört mit über 12 Millionen Zuschauern zu den beliebtesten in der ARD.

Der Krimi beginnt auch ganz spannend, aber Kleeblattfans war spätestens dann die Stimmung verhagelt, als Kommissar Thiels Handy klingelte. Er hat nämlich die Melodie “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins” als Klingelton. Und ganz vorbei mit der guten Laune war es, als Thiel eines seiner St. Pauli-T-Shirts trug. Weil der Schauspieler Sympathisant des Kiezklubs ist, zeigt er sich bei seinen Ermittlungen oft im St. Pauli-Outfit – mal mit “Retter”-, mal im Totenkopf-Shirt.
Sein Faible für St. Pauli – so habe ich in einem Artikel der Hamburger Morgenpost gefunden – begann im Alter von „15, 16 Jahren“. Prahl: „Ich bin in Eutin geboren und in Neustadt an der Ostsee groß geworden. Von dort aus habe ich oft Freunde in Hamburg besucht. Mit denen war ich dann am Millerntor. Im alten Stadion fand ich es klasse, dass man auch in der 15. Reihe immer noch hautnah am Spielfeld dran war.“ Anschließend sei er gern ins “Grünspan” auf den Kiez gegangen und habe sich Konzerte zum Beispiel von der Folk-Rock-Band „Ougenweide“ reingezogen.
Naja, wir Fürther zeichnen uns ja schon seit Jahrhunderten durch unsere Toleranz aus. Und das gilt auch beim Fußball. Zumindest meistens…
Wer sich Kommissar Thiels Klingelton – von Tausenden St.-Pauli-Fan-Kehlen gesungen – noch mal anhören möchte, bitte:
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