Geschenk für Mike Büskens

Zwei Minuten können alles entscheiden im Fußball. Das hat unser Kleeblatt heute in Düsseldorf leider schmerzlich erfahren müssen. Eine Halbzeit super gespielt – einziges Manko:  Nach dem schnellen Tor von Florian Trinks (15.) das 2:0 versäumt. Und genau das sollte sich rächen nach der Pause. Innerhalb der besagten zwei (oder drei?, keiner weiß das so ganz genau) Minuten drehte sich das Spiel komplett. Benschop schoss zweimal hintereinander für „Tuna“ ein. Und Düsseldorf verwandelte sich plötzlich vom hässlichen Entlein, das auf  Platz 16 in der zweiten Liga  herumkrebst, in einen schönen Schwan, dem mit dem 2:1 am Ende der Sprung ein ganzes Stück nach vorne – auf Platz 9 immerhin – gelungen ist. Passend dazu die blütenweißen Trainingsjacken der Fortuna, die vor allem unserem ehemaligen Trainer Mike Büskens sehr gut steht (siehe Foto) – leider muss ich es sagen!

Besonders ärgerlich für die Fürther, dass ihr ehemaliger Spieler Heinrich Schmidtgal sehr viel dazu beigetragen hat, dass die Partie aus unserer Sicht kippte. Schmidtgal zeigte einen Einsatz, wie wir ihn nur zu gut von ihm kennen – ausgerechnet gegen sein früheres Team. Traurig eigentlich – es ist wirklich schade, dass wir ihn verloren haben. Der zweite überragende Mann der Fortuna war für mich Torwart Giefer, ohne den die Düsseldorfer am Ende deutlich schlechter dagestanden hätten.

Nun hat das Kleeblatt die Tabellenführung abgegeben an den 1. FC Köln. Das muss nicht viel heißen im Augenblick, denn die Leistung der Fürther ließ gegen Ende nichts zu wünschen übrig, ein Unentschieden wäre locker drin gewesen. Wobei man auch zugeben muss, dass „Wolle“ Hesl durch eine Super-Parade das 3:1 für die Fortuna verhindert hat.

Der einzige Trost, der für mich bleibt: Irgendwie gönne ich es Mike Büskens, dass er endlich wieder einen Erfolg für sich verbuchen konnte. Mir hat es gefallen, wie freundschaftlich er seine früheren Spieler vor Beginn der Partie begrüßte – und das, obwohl die SpVgg Greuther Fürth ihn für meine Begriffe einfach unwürdig abserviert hat. – Nur dass Büskens ausgerechnet einen Sieg gegen das Kleeblatt eingefahren hat und nicht gegen ein anderes Team als das von Frank Kramer, das hätte nicht sein müssen!

Langweiliges Spiel – aber danach kam der Hammer!

„`Eutä istä eine lustige Tag“, hat schon heute Vormittag mein italienischer Lieblings-Eisverkäufer (Joghurt/Pistazie wegen Weiß/Grün!) auf der Fürther Max-Grundig-Anlage zu  mir gesagt. Und er sollte Recht behalten. Vor seinem Stand warteten Fans des 1. FC Köln auf den Bus zum Ronhof. Sind wirklich Frohnaturen, diese Rheinländer  – muss man ihnen lassen. Und Optimisten dazu. Als ich sie gefragt habe, wie hoch die Geißbock-Mannschaft wohl gewinnen wird gegen unser Kleeblatt, da waren sie sich einig: „Vier bis fünf Dinger machen wir rein!“ Warum ich darüber gelacht habe, konnten sie gar nicht verstehen…

Die gute Stimmung hielt auch am Mittag zunächst noch an, als die Partie der Spielvereinigung gegen die Kölner in der Trolli-Arena begann. 13 770 Zuschauer – angesichts der Urlaubszeit in Bayern ganz respektabel! Und nicht zu blamabel bezüglich unseres heutigen Gegners, der zu Hause natürlich schon etwas anderes gewohnt ist und immerhin 2000 Fans mobilisieren konnte, die Reise ins schöne Franken anzutreten. Spielerisch hat Köln sich in dieser Saison allerdings bisher noch nicht sonderlich hervorgetan. Gerade mal gegen Sandhausen (!) letzte Woche war ein Sieg drin, vorher hatten die Rot-Weißen nur drei Unentschieden eingefahren.

Mit der Zeit verdüsterte sich meine Stimmung dann zusehends, denn die Partie entpuppte sich als ziemlich langweilig und zweier so hoch einzuschätzender Mannschaften nicht angemessen. Das große Gähnen setzte ein. Und dann waren es erst mal die Geißböcke, die aufwachten und das Kleeblatt auf die Hörner nahmen. Vor allem mit Marcel Risse (auf dem Foto mit Dominick Drexler) hatte die Fürther Abwehr Riesenprobleme. Da hätte auch Torwart Hesl fast einmal uralt ausgesehen. Nach der Pause entschloss sich dann unsere Elf endlich, dass es vielleicht doch nicht so gut ankommt, sich nur auf den Lorbeeren aus den letzten vier Spielen auszuruhen. Aber es dauerte eine geschlagene Stunde, bis die Spielvereingung so richtig Druck gegen Köln machen konnte.

In dieser Phase wäre es dank Maurice Exslager fast noch zum Sieg der Gäste gekommen: Exslager landete zwar einen Treffer, doch Schiedsrichter Jochen Drees aus Münster stand goldrichtig und erkannte das Abseits. Überhaupt lieferte der Unparteiische eine Spitzenleistung ab – was man von den beiden Mannschaften nicht unbedingt behaupten kann. Gegen Ende schalteten die auch noch einen Gang runter und gaben sich mit einem 0:0-Unentschieden zufrieden. Ich hatte heute früh 1:1 getippt – na ja, da hätten die Zuschauer im Ronhof wenigstens ein bisschen mehr für ihr Geld bekommen!

So blieb es bei je einem Punkt für beide Teams. Das Kleeblatt führt die Tabelle der Zweiten Liga weiterhin mit großem Abstand an. Zugute kommt den Fürthern dabei, dass Kaiserslautern in Aalen komplett baden ging und so seine Verfolger-Position erst mal verloren hat.

Der große Klopfer folgte ein paar Minuten nach dem Spiel in der Trolli-Arena. Der Privatsender „Sky“ hatte es vorher schon angedeutet, und so machte die Nachricht schnell die Runde in sozialen Netzwerken wie Facebook: Es gibt einen neuen Kleeblatt-Stürmer, noch dazu einen guten – Niclas Füllkrug von Werder Bremen. Er ist für diese Saison ausgeliehen und muss sich nicht mal bei den Vereinsfarben groß umgewöhnen. Praktisch, oder?

Ein Fußballspiel wie ein Krimi

Oh mein Gott! Dieses Spiel der Spielvereinigung gegen 1899 Hoffenheim hat wirklich an den Nerven gezerrt! Der erste Schock schon nach acht Spielminuten, als Roberto Firmino Hoffenheim früh in Führung schoss. Das Kleeblatt hatte die Partie mit so viel Schwung begonnen – doch der Elan war erst mal dahin.
Dann rissen sich unsere Jungs am Riemen und konnten das Ruder tatsächlich herumreißen. Nach und nach übernahmen sie wieder die Regie in der Begegnung – das war Balsam auf unsere Seele. Und es wurde belohnt, als dem Ex-Mainzer Zoltan Stieber in der 39. Minute der Ausgleich für Fürth gelang. Gut fürs Selbstvertrauen vor dem Halbzeitpfiff.
Die zweite Hälfte in der Rhein-Neckar-Arena glich über weite Strecken einem Krimi, die Ereignisse überstürzten sich regelrecht. Es war die verrückteste Partie des Kleeblatts seit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Obwohl die Fürther über weite Strecken spielerisch besser waren, ließen sie die Kraichgauer wieder in Führung gehen, diesmal durch Joselu (67.). Schon schien viel für einen Sieg der Gastgeber zu sprechen, als Edgar Prib den Anschlusstreffer landen konnte (84.)
In dieser Manier ging es Schlag auf Schlag weiter. Joselu brachte Hoffenheim durch seinen zweiten Treffer mit 3:2 nach vorn – und das in der 89. Minute! Es sollte trotzdem nicht das letzte Tor des Abends bleiben. Der für Stieber eingewechselte Lasse Sobiech köpfte das Leder in der 2. Minute der Nachspielzeit zum 3:3-Ausgleich für das Kleeblatt ins Hoffenheimer Tor – keine Chance für Torhüter Tim Wiese, der nach vier Spielen Verletzungspause wieder für Hoffenheim im Einsatz war. Und schon erklang der Schlusspfiff.
Unbeschreiblicher Jubel bei den Fürthern, Mike Büskens riskiert eine Verwarnung und rennt zu seiner Mannschaft aufs Spielfeld.
Das Kleeblatt holt sich einen verdienten Punkt und beeindruckt mit seiner Einstellung und seinem Kampfgeist. Bei aller Freude darüber muss man aber auch sagen: Zwei von den drei Hoffenheimer Toren waren so unnötig wie ein Kropf, es waren echte Geschenke an den Gegner. Und zu verschenken haben unsere Jungs derzeit nun wirklich nichts!

Fürth lässt in Aue zwei Punkte liegen

Nein, das war wirklich nicht der Tag des Kleeblatts. Die SpVgg kam im Erzgebirgsstadion nur mit großer Mühe ins Spiel. Die Veilchen taten alles, um unseren Jungs das Leben schwer zu machen. Lange Zeit in der ersten Hälfte war Erzgebirge Aue eigentlich die bessere Mannschaft, das muss man fairerweise sagen. Dann kam auch noch Verletzungspech dazu: Bernd Nehrig musste nach einem Zweikampf mit Jan Hochscheidt in der 22. Minute gehen. Der für ihn eingewechselte Asen Karaslavov war einfach kein adäquater Ersatz für Nehrigs Können. Dass Olivier Occean in der 43. Minute mit einem Klasse-Kopfball dann doch die 1:0-Führung schaffte, grenzte fast an ein Wunder. Es spricht aber für Occeans unglaublichen Ball-Instinkt. Heinrich Schmidtgal hatte außerdem gute Vorarbeit geleistet.

Statt nach der Pause einen Zahn zuzulegen, wachte das Kleeblatt auch in der zweiten Halbzeit zu spät auf, nämlich erst nach dem Treffer von Savran (55.), der für die Veilchen den Ausgleich besorgte. Schon davor konnte man sich nur verzweifelt fragen, warum die Fürther dem gefährlichen Kocer immer wieder freie Hand ließen. Kocer und Savran wurden beide zu spät attackiert. Auch wenn Heinrich Schmidtgal alles gab, konnte er das Ruder nicht mehr herumreißen. Ein gefährlicher Kopfball von Christopher Nöthe kurz vor Schluss landete ebenfalls nicht mehr im Kasten von Aue. Und dann mussten wir auch noch zittern, ob Schiedsrichter Manuel Gräfe eine unschöne Aktion von Occean gegen den Auer Keeper Männel mit einer Roten Karte ahnden würde – zum Glück zog er nur Gelb.

Klar, der Druck für das Kleeblatt war groß, nachdem Eintracht Frankfurt am Freitagabend Bochum mit 3:0 besiegt und sich an die Tabellenspitze gesetzt hatte. Aber der Druck wird in den nächsten Wochen nicht weniger, sondern noch stärker werden. Die Mannschaft muss einen Weg finden, damit besser umzugehen. Sonst bleibt der Aufstieg nur ein schöner Traum.

 

 

Kleeblatt baut seine Führung aus

Es war eine harte Woche für unser Kleeblatt – sowohl der Sieg gegen die Münchner Löwen als auch die Niederlage im DFB-Pokal gegen Dortmund haben die Spieler Kraft gekostet. Das war der Fürther Mannschaft heute deutlich anzumerken. Trotzdem will die Elf von Mike Büskens ja ihr großes Ziel, den Aufstieg, nicht aus den Augen verlieren. Und das hat sie auch nicht getan! Mit einem 3:0-Sieg konnte sie den Vorsprung in der Tabelle weiter ausbauen: Auf sechs Punkte gegen die drittplatzierten Düsseldorfer, der derzeitige Tabellenzweite Eintracht Frankfurt spielt allerdings noch am Montagabend gegen Union Berlin, bleibt aber selbst im Fall eines Sieges einen Punkt hinter der SpVgg Greuther Fürth.

Allerdings: Gegen den abstiegsgefährdeten Karlsruher SC kam die SpVgg heute in der mit 12760 Besuchern gut gefüllten Trolli Arena erst mal nicht so richtig ins Spiel. Im Gegenteil: Die Gäste waren es, die sich am Anfang angriffslustig und selbstbewusst präsentierten. Und unser sonstiger Joker Olivier Occean wurde von den Karlsruhern so dicht belagert, dass er sich kaum einmal freispielen konnte. Erst das Tor von Heinrich Schmidtgal (28.), ein souverän verwandelter direkter Freistoß, legte den Hebel um. Von diesem Moment an lief es wieder für das Kleeblatt. Schon vor dem Pausenpfiff wäre durchaus noch mehr als die 1:0-Führung drin gewesen.

Nach dem Seitenwechsel hat Sercan Sararer immer wieder für Druck sorgen können. Schade, dass ihm kein Tor gelang, verdient hätte er es. Doch das 2:0 machte statt dessen Bernd Nehrig (70.), dessen Foulelfmeter bombensicher im Kasten der Karlsruher landete. Und Christopher Nöthe konnte diesen Spieltag nach einem Doppelpass mit Sercan Sararer noch zum 3:0 abrunden (83.).

Ja, das Kleeblatt hat den nötigen Biss und bleibt weiter auf Aufstiegskurs! Es hat sich von der Niederlage im DFB-Pokal nicht beirren lassen. Genau so wollen wir Greuther-Weiber die SpVgg sehen, und so kommt sie ihrem Traumziel auch Schritt für Schritt näher.

Das Kleeblatt ist voll erblüht

Endlich! Beim Kleeblatt scheint es kein Halten mehr zu geben. In den letzten Wochen hatte es sich ja schon angedeutet, und nun ist mit dem Frühling offenbar auch die Mannschaft zu voller Form aufgeblüht. Kein Zögern, kein ängstliches Schielen auf bisherige Spiele beim Erzrivalen TSV 1860 München. Statt dessen selbstbewusstes und befreites Aufspielen in der Münchner Allianz Arena, in der zeitweise mehr von den 4000 mitgereisten Fürther Fans zu hören war als von den Anhängern der 1860er. So macht Fußball Spaß! Und das könnte bereits ein Vorgeschmack auf die nächste Saison gewesen sein, denn wenn das Kleeblatt so weitermacht, kann es keiner mehr am Aufstieg in die 1. Bundesliga hindern.

Vor allem die erste Hälfte der Partie war unglaublich temporeich und spannend. Die fast 30 000 Besucher in der Allianz Arena bekamen etwas geboten für ihr Geld. Die Fürther begannen druckvoll mit dem raschen 1:0 durch Olivier Occean (14. Minute). Der ärgerliche 1:1-Ausgleich nach einem von Max Grün verursachten Foulelfmeter war schon bald wieder vergessen, als Stephan Fürstner zum 2:1 (27.) einlochte. Das Kleeblatt konnte auch eine kurze Phase, in der die „Sechzger“ kamen und Fürth ein paarmal in Bedrängnis brachten, wieder zu seinen Gunsten drehen.

Nach dem Seitenwechsel waren die Münchner Löwen geistig wohl noch in der Kabine, als Olivier Oceean bereits in der 46. Minute für eine blitzartige Überraschung und das 3:1 sorgte. So schnell kann es gehen, der TSV 1860 hatte nur noch das Nachsehen. Und auch in der restlichen zweiten Halbzeit gab es für die Löwen nichts zu lachen. Felix Klaus baute weiter zum 4:1 aus (52.), und es hätte auch noch locker 5:1 heißen können. Durch den für Stürmer Nöthe eingewechselten Pekovic (72.) signalisierte Trainer Mike Büskens, dass seine Mannschaft nun etwas herunterschalten und defensiver spielen würde. Die „Sechzger“ hatten noch einmal eine Chance, aber gefährlich werden konnten sie dem Kleeblatt zu keiner Minute. Das machte Druck bis zum Schluss, überzeugte durch Spielfreude und Willensstärke.

Ja, so darf es bleiben! Wenn die Mannschaft mit dieser Einstellung am Dienstag im Ronhof loslegt, dann macht sie es im Halbfinale des DFB-Pokals dem amtierenden Deutschen Meister und Erstplatzierten der 1. Bundesliga, Borussia Dortmund, zumindest nicht leicht. Dann kann selbst dieses Spiel eines „auf Augenhöhe“ werden, wie es so schön heißt!

 

 

Von Schafkopf und Fußball

Diese Saison ist für die SpVgg Greuther Fürth aus unserer Sicht so spannend wie keine in den letzten Jahren. Der Aufstiegskampf, der DFB-Pokal – man kommt aus dem Mitfiebern mit unserem Kleeblatt überhaupt nicht mehr heraus.

Fußball ist die eine Sache, die uns Greuther-Weibern in diesen Wochen Spaß macht wie selten zuvor. Aber es gibt noch andere, mindestens genauso vergnügliche Freizeitbeschäftigungen. Lesen zum Beispiel. Geradezu ideal ist es, wenn man Fußball und Schmökern miteinander verbinden kann – wie in einem Krimi, den ich heute vorstellen will. „Schafkopf“ heißt er, geschrieben von Tommie Goerz, erschienen bei Ars Vivendi (ISBN 978-3-86913-041-5, Preis: 14,90 Euro).

Das Buch spielt in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Umgebung. Es ist eine wahre Freude, die Figuren zum freitagabendlichen Schafkopfen in die Wirtschaft zu begleiten, ihre fränkischen Dialoge – die naturgemäß fast ohne Worte auskommen – zu verfolgen. Und wenn Kommissar Friedo Behütuns zwischen Kalchreuther Felsenkeller und Oberndorfer Weiher ermittelt, dann hat jeder bei der Lektüre bestimmte Bilder aus eigenem Erleben vor Augen.

Was den Krimi für uns Greuther-Weiber aber ganz besonders lesenswert macht, ist die fränkische Fußball-Welt, die eine nicht unbedeutende Rolle in dem Buch spielt: Die beiden verfeindeten Lager von Anhängern des 1. FC Nürnberg auf der einen Seite und Kleeblatt-Fans auf der anderen werden aufs Trefflichste charakterisiert.

Goerz geht zum Beispiel der Frage nach: Wie wird man im Nürnberger Land zu einem Fürth-Fan? Und kommt zum Ergebnis: „Das geht eigentlich nicht. Außer, wenn man anders ist.“ Und er sinniert über die Berg-und-Tal-Fahrten des Clubs, die die Gemütszustände von dessen Anhängern von einem Extrem ins andere treiben. „Der Club-Fan will leiden“, „Leiden bestimmt seinen Alltag“, heißt es da. Jawohl! Das können wir nur bestätigen.

Die Fürther Fans dagegen: „gemütlich, erdig, brav“. Sie nehmen alles leichter. Laut Goerz „sondern sie Hingebung ab – Hingebung an die Niederlage und das Tragen des Schicksals mit Stil“. Und sie haben sich an die Tatsache gewöhnt, dass immer der Club auf Seite 1 im Sportteil steht, auch wenn seine Spiele „stümperhaft oder pomadig“ waren. Währenddessen die Fürther sich mit der dritten Seite begnügen müssen, auch wenn sie oft in derselben Liga spielen.

Neben solchen amüsant-fußballphilosophischen Erkenntnissen liefert Goerz eine spannende Story um rätselhafte, grausige Morde, bei denen jeweils ein Club-Trikot eine Rolle spielt. Mehr wird nicht verraten – den Rest müsst Ihr/müssen Sie selber lesen!

 

Ein Delfinbaby namens Occean?

Wir Greuther-Weiber sind ja auch große Fans des Tiergartens Nürnberg. Dort wurde jetzt ein kleiner Schabrackentapir geboren, ein äußerst niedliches Tierbaby. Es hat aus unserer Sicht nur einen Fehler, und das ist sein Name. Die Tierpfleger haben es nämlich auf den Namen Pinola getauft. Der Vater der Kleinen – es handelt sich um ein weibliches Tapirbaby – heißt Pi, und die Kleine sollte ursprünglich Nola heißen. Auf Wunsch der Club-Fans unter den Tierpflegern wurde daraus dann eben Pinola.

Tja, damit werden wir Fürther Anhänger der Spielvereinigung wohl leben müssen, ob wir wollen oder nicht. Aber für die Zukunft möchten wir bitteschön auch ein süßes Tierbaby für uns beanspruchen. Mit der Namensgebung haben wir es allerdings, das muss ich einräumen, schon etwas schwerer als die Nachbarn im Osten. Nehrig oder Nöthe kann natürlich kein Tierkind heißen, obwohl der Anfangsbuchstabe N für den Nürnberger Tiergarten eigentlich ideal wäre. Auch auf Schahin, Schmidtgal oder Prib möchte wohl kein Tierbaby hören müssen. Ganz schlimm wäre Schröck.

Bei längerem Nachdenken fällt mir eigentlich nur eine Lösung ein: Occean könnte man den nächsten Delfin nennen, der in der Lagune geboren wird. Sollte es noch längere Zeit nicht klappen mit dem Nachwuchs bei den Großen Tümmlern – zuletzt hat es ja leider einige Todesfälle bei den Delfingeburten gegeben -, würden wir uns notfalls auch mit einem Seelöwenbaby zufriedengeben.

Ein Zaun mit Überhang? Warum nicht?

Während unser Kleeblatt in der sonnigen Türkei den Grundstein für den Aufstieg in die Erste Bundesliga legen will, beginnt für den 1.FC Nürnberg heute wieder der Ernst des Lebens: Rückrundenstart zu Hause gegen die Hertha aus Berlin. Noch dazu ist es ein denkwürdiges Jubiläum für die Spieler aus unserer Nachbarstadt: der 1000. Auftritt des „Ruhmreichen“ in seiner Bundesliga-Geschichte.

Vielleicht wundert sich jetzt die/der eine oder andere, in diesem Blog über den Club zu lesen. Nein, niemand hat falsch geklickt, hier ist schon das Greuther-Weiber-Blog. Aber angesichts dieses wichtigen Spiels im Frankenstadion würdigen wir ausnahmsweise mal unseren Lieblingsfeind. Nicht, dass wir ihm die Daumen halten würden gegen Berlin. Aber nach dem aus unserer Sicht so gelungenen Derby am 20. Dezember 2011 können wir ja großzügig zumindest unser Interesse daran bekunden, wie der Club in die Rückrunde startet. Manche Clubfans – selbst treueste Anhänger – munkeln ja schon, es werde wohl der Anfang vom Ende in der Ersten Bundesliga sein. Tja, da könnten sie Recht behalten, wenn nicht ein starker Ruck durch die Mannschaft gegangen ist.

Ausgerechnet heute muss ein Teil der Clubfans ja nach langer Zeit erstmals wieder hinter einem Zaun das Spiel verfolgen. So schade das für diejenigen ist, die mit den wenig ruhmreichen Ereignissen nach dem Derby gegen unsere SpVgg aus Fürth nichts zu tun haben – mit ein wenig Häme sehen wir Fürtherinnen das schon. Club-Fans hinter Gittern, das hat was, finde ich.

Ob es was nützt, weiß man allerdings nicht. Denn es gibt immer wieder Lebewesen, die es schaffen, selbst unüberwindbar scheinende Absperrungen doch zu überwinden. Das hat uns erst diese Woche einer gezeigt: Gepard Turbo im Nürnberger Tiergarten, der hier im Bild zu sehen ist. Locker hat er eine 2,70 Meter hohe Mauer hinter sich gelassen. – Und was hat es ihm eingebracht? Huftritte von einem Shetland-Pony, auf das er sich stürzen wollte! Hatte er halt unterschätzt, die kleine Graciella. Hochmut kommt eben vor dem Fall, das hat sich beim letzten Frankenderby ja auch mal wieder erwiesen.

Und nun wird Turbo hinter eine noch höhere Mauer gesteckt und womöglich auch noch hinter einen Zaun mit Überhang. Wenn ich mir das so überlege… Ja, das wär´s doch: Ein Zaun mit Überhang für Clubfans! – Also, nichts für ungut! Schau mer mal, wie Ihr Euch heute so anstellt!

Noch zwei Tage bis zum Derby!

In genau zwei Tagen ist es so weit: Das Frankenderby wird angepfiffen. Für uns Greuther-Weiber ist es eine klare Sache: Die SpVgg Greuther Fürth gewinnt. Schon deshalb, weil unsere Mannschaft diesmal einfach dran ist mit einem Sieg. Der Club hat zuletzt am 24. November 2008 gesiegt, am 10. Mai 2009 trennten sich beide Teams mit einem Unentschieden. Also fährt diesmal das Kleeblatt den Sieg ein.

Auf meinem Derby-Shirt (siehe Foto) steht: „Derby-Siege sind für die Ewigkeit – Auf zum nächsten Kapitel!“ Genau, das kann ich voll und ganz unterschreiben.

Trainer Mike Büskens war vergangene Woche beim „Presseclub“ in Nürnberg zu Gast und hat dort noch einmal betont, dass er das Derby „emotionslos“ sieht. Das können wir natürlich überhaupt nicht verstehen, allenfalls glauben können wir es ihm. Aber auch wenn er kein Franke ist, sondern Westfale: Ich hätte mir schon  „a weng“ mehr Euphorie und Begeisterung von ihm gewünscht, schließlich ist Fürth ja zu seiner zweiten Heimat geworden – auch wenn er immer noch im Hotel lebt. Ich finde auch, dass zu viel Coolness in diesem Fall keine sehr glückliche Außenwirkung hat; sie kommt mir persönlich ein wenig vor wie mangelndes Engagement.

Die SpVgg hat am Dienstagabend in Nürnberg eine Riesenchance, vor einer tollen (wenn auch leider ungewohnten!) Kulisse im ausverkauften Frankenstadion den Erzrivalen einmal mehr hinter sich zu lassen. Bisher gab es beim Derby zwischen den Nachbarstädten 137 Club-Siege, 70 mal gewann Fürth, und 46 mal ging die Partie unentschieden aus.  Der 1. FCN ist derzeit alles andere als in Bestform, das 3:0 in Leverkusen am Samstag war doch nicht mehr als ein „Zwischenhoch“! Und unsere Spielvereinigung marschiert selbstbewusst in Richtung erste Liga. Da kommt uns so ein Sieg über den Club im DFB-Pokal gerade recht, um das noch zu untermauern. Und wenn die Clubberer am Dienstag ihre Hymne singen, „Die Legende lebt!“, dann kann ich nur sagen: Die Legende vielleicht, aber die ist längst Vergangenheit!

P.S. Ach ja, ich soll ja laut Greuther-Weib Kiki auch noch ein Ergebnis tippen. So was mache ich äußerst ungern, aber es bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Also, ich sag mal 2:1 für die SpVgg Greuther Fürth. Und dann feiern wir ein doppelt schönes Weihnachtsfest!