Gjasulas Comeback und Zuljs Doppelpack

Ich hatte vor dem heutigen Auswärtsspiel gegen den FC Heidenheim optimistisch einen 3:1-Sieg des Kleeblatts vorhergesagt. Greuterweib uwo war jedoch eher skeptisch. Wir sollten beide nicht Recht behalten. Die Spielvereinigung hat gewonnen, aber „nur“ mit einem 2:0. Beide Treffer machte Robert Zulj, der nach Vorlagen von Veton Berisha und Khaled Narey den gegnerischen Torwart schlecht aussehen ließ.

In der ersten Halbzeit war das Kleeblatt eindeutig die dominierende Mannschaft. Nach einer guten Chance von Niko Gießelmann in der 7. Minute fiel eine Viertelstunde später das 1:0 durch Zulj. Die Gastgeber wussten mit dem Rückstand nicht umzugehen, sie leisteten sich viele Fehlpässe, was nicht gerade zur Qualität des Spiels beitrug. Kapitän Marc Schnatterer war während der gesamten 93 Minuten der mit Abstand beste Spieler im Team der Ostalbstädter. Nur: Er konnte keinen Ball im Fürther Tor unterbringen.

Nach der Halbzeitpause drehte sich die Situation allerdings um: Die Gastgeber agierten offensiver und souveräner, Schnatterer machte dem Kleeblatt das Leben weiter schwer: Einmal musste Balazs Megyeri sensationell mit den Fingerspitzen retten, dann setzte Schnatterer (Gott sei Dank!) knapp über die Latte (62., 63.). Glück für die Spielvereinigung!
Die angereisten Kleeblattfans jubelten, als in der 65. Minute Jurgen Gjasula nach langer Ausfallzeit (wegen eines Achillessehnenrisses) sein Comeback feiern konnte. Vielleicht war das der Kick für das Kleeblatt-Team? Denn schon drei Minuten später gibt Serdar Dursun den Ball an Narey, der an Zulj weiterleitet. Und der erhöht völlig ungestört den Fürther Vorsprung auf 2:0. Gjasula jubelt mit dem Torschützen (Foto). Vier Minuten später hat dann Khaled Narey noch mal ein tolle Chance, aber – wie so oft – schwächelt er im Abschluss und zielt aus spitzem Winkel links am Heidenheimer Tor vorbei (72.).

Mit dem heutigen Sieg kann das Kleeblatt seine Erfolgsserie fortsetzen: Für die Mannschaft von Trainer Janos Radoki war das bereits das achte Ligaspiel in Folge ohne Niederlage. Chapeau! Ausruhen kann man sich in dieser englischen Woche allerdings nicht. Am Mittwoch, 5. April, empfängt das Kleeblatt um 17.30 Uhr zu Hause im Fürther Ronhof Eintracht Braunschweig. Die rangiert mit 50 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz und könnte für die Spielvereinigung eine echt harte Nuss werden!

Mit der Leistung besiegt man auch Tabellenführer

Seitdem ich mein neues Kleeblatt-Hoodie an den Tagen anziehe, wenn das Kleeblatt spielt, ist die Spielvereinigung eindeutig auf der Gewinnerstraße. Meine Schwester schlug vor, es einfach mal drauf ankommen zu lassen, und das gute Stück bei einem wichtigen Spiel nicht anzuziehen, um zu sehen, was passiert. Aber ich kann mich beherrschen.

Also, nach der heutigen Leistung muss ich der Mannschaft wirklich mein Kompliment ausdrücken. Gegen den Spitzenreiter VfB Stuttgart zu Hause anzutreten, ist keine einfache Sache. Ihn zu besiegen, das ist toll! Von Beginn des Spieles an war das Kleeblatt selbstbewusst, mutig und dominierte das Geschehen im Ronhof. Dass ausgerechnet Veton Berisha, der in den vergangenen Wochen und Monaten keine überzeugenden Leistungen geboten hatte, und dem das Glück einfach nicht hold war, das 1:0 machte, freut mich besonders. In der neunten Minute zog der Norweger forsch aus 30 Metern Distanz ab. Sein Aufsetzer schlug im rechten Eck von Stuttgarts Keeper Mitchell Langerak ein. Die frühe Führung verlieh den Gastgebern Motivation, die Fans im mit knapp 12 700 Zuschauern ganz gut besetzten Stadion waren begeistert. Auch im weiteren Spielverlauf zeigten die Fürther wenig Respekt vor dem Zweitliga-Spitzenreiter und spielten munter nach vorne. Adam Pinter (15., 36., 41.) und wiederum Berisha (17.) hätten die Führung ausbauen können. Die schwäbischen Bundesliga-Absteiger waren heute insgesamt wenig kreativ und vom schnellen Fürther Führungstor und deren Überlegenheit wohl überrumpelt und frustriert.
Nach einer superschönen Chance von Serdar Dursun kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit – und einer weiteren eine Viertelstunde später – schaltete die SpVgg einen Gang zurück, was dem VfB einen besseren Stand ermöglichte. Aber dank Keeper Balász Megyeri und einer kompakten Abwehr kamen die Stuttgarter nicht zum Anschlusstreffer. Sie versuchten zwar in der Schlussphase, verstärkt Druck zu machen und drängten das Kleeblatt immer weiter zurück, ein wahres Ballgewitter prasselte auf das Kleeblatt nieder. Aber die Weiß-Grünen zeigten Stärke und boten dem VfB Paroli. Es blieb beim 1:0.
Die Spielvereinigung ist also seit sieben (!) Spielen ungeschlagen und rangiert jetzt auf dem sechsten Tabellenplatz. Und mein Hoodie, klar, das werde ich auch beim nächsten Spiel am 2. April gegen den 1. FC Heidenheim wieder tragen.

Sararers Streicheleinheit für die Eckfahne

Nach dem verlorenen Halbfinalspiel gegen Borussia Dortmund im März 2012 hat es die Spielvereinigung im DFB-Pokal nie weiter als bis zur zweiten Runde gebracht. Bis heute! Durch das Tor in der 90. Minute von Veton Berisha (nach einem leidenschaftlich erkämpften Angriff) gewann das Kleeblatt mit 2:1 gegen den Erstligisten Mainz 05.

Die Partie hatte über weite Phasen den Charakter eines Freundschaftspiels: harmlos, ohne Fouls, beide Teams agierten auf Augenhöhe. Bis in der 68. Minute das Tor für die Rheinhessen fiel. Jhon Cordoba war wenige Minuten vorher eingewechselt worden. Yunus Malli zirkelte einen Eckball von links an den Fünfmeterraum, wo eben dieser Cordoba höher als Franke hochschnellte und mit Unterstützung des linken Innenpfostens das Tor machte. Schade fürs Kleeblatt, trotzdem liefen die Fans im Ronhof zur Hochform auf. Leider waren insgesamt nur knapp 6.000 Zuschauer im Stadion – sicherlich der frühen Anstoßzeit geschuldet.

Also, 1:0 für die Gäste. Es plätscherte erst mal weiter dahin. Ein unnötiger Ballverlust der Mainzer, die genau auf Narey spielten, leitete den Ausgleich ein! Veton Berisha gab an Sercan Sararer ab, der im Strafraum aufgetaucht war und den Ausgleich machte. Ausgerechnet Sararer (Foto), der nach seinem Aussetzer am Wochenende gegen Tabellenführer Eintracht Braunschweig – als er wutentbrannt die Eckfahne umkickte, was mit Gelb-Rot geahndet wurde – heute seinen Fehler mehr als wettgemacht hat. Als Zeichen für seine „Reue“ lief Sararer nach dem Tor zur Eckfahne und streichelte sie liebevoll.

1:1 – das roch ziemlich nach Verlängerung. Die Ballbesitzquote war übrigens zu diesem Zeitpunkt 33 Prozent : 67 Prozent für die Rheinhessen. Weder die Spielvereinigung noch die Mainzer Gäste rechneten noch mit einer Glanzleistung von Veton Berisha. Er, der immer viele Pässe an den Gegner verliert, der rackert und sich abtut, aber oft ins Leere rennt, ausgerechnet Veton wird zum Helden dieses Pokalabends. In der 90. Minute läuft er aus der eigenen Hälfte in den gegnerischen Strafraum. Er will zum Teamkollegen passen, Sercan Dursuns Schuss wird geblockt, pfeilgenau zurück auf den Norweger Berisha, der aus zentraler Position souverän ins Tor trifft.

Ihm ist es auf jeden Fall zu gönnen. Wie der gesamten Spielvereinigung. Der 2:1-Sieg katapultiert das Kleeblatt ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Und sichert Trainer Stefan Ruthenbeck hoffentlich (vorerst) seinen Trainerjob. Gut, denn diese unnötigen Trainerdiskussionen bringen in die Mannschaft nur Unruhe.

Norweger liefen den Weltmeistern nur hinterher

Norway - GermanyGestern Abend haben sich die Greuther-Weiber mit guten Freunden im Fürther „Babylon“ getroffen (das übrigens ab heute mit großem Jubiläums-Programm seine 10-jährige Eröffnung mit neuer Leitung und Konzept 2006 feiert). Wir saßen also bei Orecchiette mit Kirschtomaten und Kapern in der Kneipe und haben uns über das Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen unterhalten, das abends stattfand. Ich wies mit dem Stolz einer Fürther Fußballanhängerin darauf hin, dass der Stürmer der Spielvereinigung Veton Berisha bei der WM-Qualifikationsbegegnung im norwegischen Kader steht. Und wir waren gespannt, ob er im Laufe der Partie eingewechselt würde.

Nein, wurde er nicht. Er stand nämlich schon von Beginn an auf dem Platz. Veton sang die norwegische Nationalhymne mit. Und die Vorfreude war groß, wie er sich gegen Cracks wie Manuel Neuer, Thomas Müller und Toni Kroos bewähren würde. Um es kurz zu machen: Die Aktionen zwischen den Weltmeistern 2014 und der norwegischen Nationalmannschaft erinnerte mich an das Märchen von Hase und Igel. Wenn sich die einen auf den Weg zum deutschen Strafraum machten, waren ihnen die Gegner schon um Längen voraus. Die Norweger versuchten zwar, im Osloer Stadion vor heimischem Publikum eine gute Figur zu machen. Aber sie hatten einfach zu viel Respekt vor den deutschen Profis. Die skandinavischen Aktionen – wenn sie denn mal stattfanden – wirkten desorientiert, waren zaghaft und ohne Pep. Man traute sich kaum, einen Angriff zu riskieren. Der einzige Norweger mit einer akzeptablen Leistung war der Tormann Rune Jarstein. Und Veton Berisha, der ja bei der Spielvereinigung immer mit viel Elan und Laufwegen punktet (aber selten zum Abschluss, sprich zum Torschuss kommt), lief dem Geschehen hinterher und ins Leere. Seine direkten Gegenspieler waren Berisha haushoch überlegen. Auch optisch, denn Veton Berisha ist mit seiner Körpergröße von 1,72 Metern z.B. Mats Hummels (1,91 Meter), Benedikt Höwedes (1,87 Meter) oder Jonas Hector (Foto, 1,85 Meter) deutlich unterlegen.

Das Spiel ging dann (nur) 3:0 für die deutsche Nationalmannschaft aus, endlich hat Thomas Müller mit zwei Treffern seine alte Klasse wieder gefunden. Für Kleeblattfans war der Abend trotz der Niederlage ein sportliches Erlebnis, denn wie oft kommt es schon vor, dass ein SpVgg-Profi bei einem internationalen Länderspiel auf dem Platz steht?

Berisha-Brüder gehen international getrennte Wege

Die erste Länderspielpause in der Saison 2016/17 ist schon in dieser Woche. Die Profis der Spielvereinigung sind mit insgesamt drei Spielern international vertreten. Die interessanteste Herausforderung hat der Kleeblatt-Stürmer Veton Berisha: Mit der norwegischen Auswahl trifft er am Sonntag, 4. September, um 20.45 Uhr zu Hause in Oslo auf die deutsche Fußballnationalmannschaft. Bei dem Duell geht es ja schon um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Beide Nationalteams sind in der Gruppe C. Vetons fußballspielender (ein Jahr älterer) Bruder Valon Berisha wird in Zukunft allerdings nicht mehr gemeinsam mit Veton für Norwegen auflaufen. Valon Berisha, der im zentralen Mittelfeld spielt, verkündete am Donnerstag seinen Wechsel zur Nationalmannschaft des Kosovo.
Valon Berisha wurde 1993 in Malmö geboren und besitzt neben der kosovarischen auch die norwegische Staatsbürgerschaft. Er absolvierte insgesamt 56 Spiele für norwegische Nachwuchsteams und erzielte dabei sechs Tore. Beim King’s Cup 2012 in Thailand gab er sein Debüt für die A-Nationalmannschaft. Mit der U-21-Nationalmannschaft erreichte er das Halbfinale der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2013 in Israel. Valon Berisha ist seit Ende Juli 2012 bei Red Bull Salzburg unter Vertrag.
Veton Berisha durchlief von der U-15 an alle Jugendnationalmannschaften des norwegischen Fußballbundes. Von August 2013 bis März 2016 kam er 15-mal für die U-21-Auswahl zum Einsatz und erzielte insgesamt zwei Tore. Am 29. Mai 2016 debütierte Berisha bei der 0:3-Niederlage gegen Portugal in der A-Nationalmannschaft. Eine Woche später erzielte er bei einer 2:3-Niederlage gegen Belgien sein erstes A-Länderspieltor.
Neben Veton Berisha steht am Wochenende übrigens auch Nürnbergs Innenverteidiger Even Hovland im norwegischen Kader.
Die aktuelle Nummer 1 im Fürther Tor – Balázs Megyeri – reist mit dem ungarischen Nationalteam auf die Färöer Inseln. Das Qualifikationsspiel der Ungarn findet am 6. September statt. Last but not least: Auch das Kleeblatt George Davies wurde für sein Land berufen: Der Mittelfeldspieler tritt am Samstag, 3. September, mit der Nationalelf Sierra Leones zum Qualifikationsspiel für den Afrika Cup gegen die Elfenbeinküste an.

Last-Minute-Sieg bringt Ronhof zum Kochen

SpVgg Greuther Fürth - Erzgebirge AueHeiß, heißer, am heißesten: So lässt sich beschreiben, was heute im Fürther Ronhof abging in der Partie des Kleeblatts gegen Erzgebirge Aue. Einmal im wörtlichen Sinn, denn auf dem Fürther Rasen kletterten die Temperaturen bis auf 40 Grad Celsius und darüber. Und dann übertragen: Das waren wahrhaftig heiße Schlussminuten, die den Zuschauern da geboten wurden. Erst in der Nachspielzeit (90+4) gelang den Gastgebern das ersehnte 3:2 (Foto), und die Stimmung im Stadion kochte.

Dabei war die ganze Aufregung so überflüssig wie ein Kropf. Denn das Kleeblatt startete gelungen und trotz der hohen Temperaturen mit unglaublichem Tempo und intensivem Pressing. Hinzu kamen deutliche Schwächen der Auer Abwehr. So erkämpfte sich die Spielvereinigung bald eine Torchance nach der nächsten. Was dann folgte, kennen wir zur Genüge: eine vergebene Möglichkeit nach der nächsten. Vor allem Veton Berisha blieb wieder einmal glücklos, was die Verwertung seiner Möglichkeiten angeht. Er legte während der gesamten Partie ein bewundernswertes Laufpensum zurück und arbeitete sich regelrecht ab, doch den Ball im gegnerischen Kasten zu versenken, blieb ihm auch heute wieder versagt. Dafür wachten die Veilchen nach etwa 15 Minuten auf und hatten plötzlich mehr vom Spiel als das Kleeblatt. Christian Tiffert schoss haarscharf am Fürther Torpfosten vorbei – Glück für die Gastgeber.
Zu diesem Zeitpunkt wäre eigentlich eine 2:0- oder gar 3:0-Führung für Fürth längst drin gewesen. Doch sogar den Foulelfmeter, den Schiedsrichter  Thorben Siewer nach einem bösen Fehler von Breitkreuz pfiff, konnte das Kleeblatt nicht nutzen: Robert Zulj drosch das Leder in der 32. Minute zwei Etagen zu hoch über das generische Tor hinaus. Zum Glück schafft es Sebastian Freis, sich in der 39. Minute deutlich gegen Breitkreuz durchsetzen. Und statt abzuspielen, überraschte er den Auer Keeper Männel und machte das Ding selbst. Endlich das hochverdiente 1:0 in der 39. Minute!
Wenige Sekunden nach der Halbzeitpause ließ Robert Zulj die nächsten Riesenchance liegen. Kurz darauf gelang Serdar Dursun jedoch das 2:0, gegen das Torwart Männel völlig machtlos war. Dursun fiel ebenso wie Navrey in dieser Partie äußerst angenehm auf, beide zeigten großen Einsatz. Die Defensive der Veilchen bekam besonders Navrey nur schwer in den Griff.
Doch in den letzten 30 Minuten machte es sich für das Kleeblatt schmerzhaft bemerkbar, dass man einerseits bei der großen Hitze zu Beginn auf so viel Tempo gesetzt hatte, andererseits, dass die zahlreichen Chancen vergeigt worden waren. Aues Trainer Pavel Dotchev brachte mit Soukou und Kaufmann (für Adler und Nazarov) zwei frische Kräfte, die das Spiel zugunsten der Veilchen drehten. So konnte Fürths Keeper Balazs Megyeri nichts gegen den unerwarteten Schuss von Kvesic in der 62. Minute ausrichten – die Gäste aus dem Erzgebirge verkürzten auf 1:2. Beinahe hätte es kurz darauf schon den Ausgleich gegeben, den Megyeri aber durch eine tolle Reaktion verhinderte. Aber in der 78. Minute war es so weit: Megyeri parierte zwar einen Schuss von Soukou, der Ball sprang Marcel Franke jedoch auf die Hacke und von dort unglücklich direkt in den Kasten des Kleeblatts. Das 2:2 war da. Jetzt rächten sich die vielen ungenutzten Torchancen des Kleeblatts bitter.
Kurz vor Schluss sah Tiffert noch die gelb-rote Karte: Zunächst war er von Fürths Hofmann hart gefoult worden. Tiffert, der bereits Gelb gesehen hatte, verlor die Nerven und versetzte Hofmann einen Schlag. Eine völlig unnötige Aktion nach einem sehr fairen Spiel, die vom Unparteiischen zu Recht geahndet wurde. Der FC Erzgebirge wenige Minuten vor Abpfiff also in Unterzahl – ein Vorteil, den das Kleeblatt zunächst nicht nutzen konnte. Die Spannung stieg bis zur vierminütigen Nachspielzeit. Buchstäblich in letzter Minute war es dann der Unglücksrabe Marcel Franke, der einen Kopfball zum verdienten 3:2 verwandelte und damit sein Eigentor wettmachte.

Das ging gerade noch mal glimpflich aus. Die Schwächen im Fürther Abschluss haben uns alle auf die Folter gespannt und müssen endlich beseitigt werden. Dazu bleibt der Kleeblattelf genügend Zeit: Am nächsten Wochenende ist Länderspiel-Pause. Am Sonntag, 11. September, tritt die Spielvereinigung dann bei Fortuna Düsseldorf an.

Die Roten Teufel holten sich die Punkte

FC Kaiserslautern - SpVgg Greuther FürthAuch wenn der berechtigte Elfmeter in der 84. Minute der Spielvereinigung gegeben worden wäre – ich befürchte, das Kleeblatt hätte das Ruder nicht mehr herumreißen können.
In einer kurzweiligen Partie verlor die SpVgg im Fritz-Walter-Stadion beim 1. FC Kaiserslautern mit 1:3. Offen gesagt: nicht gerade unverdient.
Das vorletzte Spiel in der Saison 2015/16 startete für die SpVgg eigentlich ganz vielversprechend. Bereits in Minute 12 gab es den ersten schönen Angriff: Das Kleeblatt griff von der rechten Seite aus an, Robert Zulj gab an Veton Berisha ab, der mit einem trockenen Flachschuss aus 15 Metern Entfernung ins Tor der Roten Teufel traf. Die angereisten Fürther Fans feierten das siebte Saisontor des Norwegers, sie standen in der prallen Sonne (Foto), viele männliche Fans oben ohne im Anfeuerungsrausch. Aber wie so oft in den vergangenen Begegnungen, musste auch heute Sebastian Mielitz nicht lange warten, bis er hinter sich greifen sollte. Nachdem FCK-Kapitän Daniel Halfar zwei Kleeblätter an der Grundlinie stehen gelassen hatte, passte er akkurat auf Jenssen, der den Ball in die untere rechte Ecke zum 1:1 in der 18. Minute einlochte.

Dem Kleeblatt gelangen in der Folge einige recht gute Spielzüge, es war aber in keiner Phase wirklich druckvoll, geschweige denn das dominierende Team. Vielleicht ließen sich die Spieler auch von der tollen Stimmung bei den Anhängern der Roten Teufel beeindrucken. Das Fritz-Walter-Stadion fasst eigentlich 50 000 Zuschauer, heute war es mit 25 000 Besuchern also „nur“ halb voll. Aber das Meer an rot-schwarzen Fußballanhängern hinter dem heimischen Tor kaufte den Fürthern in der zweiten Halbzeit den Schneid ab. Und so musste man nur bis zur 72. Minute warten, bis den Roten Teufeln das dritte Tor gelang.

Ein chaotische Situaton spielte sich dann sechs Minuten vor Spielende vor dem Tor der Gastgeber ab: Veton Berisha war am Ball, schoss, aber Torwart Müller faustete den Ball aus der Gefahrenzone. Gleichzeitig hatte jedoch André Fomitschow Ante Vukusic umgestoßen, der – zum Schuss bereit – wunderschön direkt vor dem FCK-Tor gestanden hatte. Schiedsrichter Sören Storcks entschied falsch und  gab keinen Strafstoß. Vielleicht hätte sich das Kleeblatt bei einem verwandelten Elfmeter, einem 3:2 aufrappeln und zumindest noch ein Unentschieden erzielen können. Aber wie sagte unser früherer Bundesfinanzminister Peer Steinbrück so treffend: „Hätte, hätte, Fahrradkette“.

Das Spiel endete also 3:1 für den FC Kaiserslautern. Der Mannschaft und den Fans ist es zu gönnen, denn die Roten Teufel hatten keine gute Saison. Aber aus weiß-grüner Sicht war das heutige Spiel so wie die beiden letzten: Das Kleeblatt macht Fehler, verteidigt lustlos. Und hat drei Niederlagen in Folge eingesteckt. Am Pfingstsonntag findet das letzte Spiel 2015/16 im Sportpark Ronhof statt. Gegner ist der SV Sandhausen. Es geht um nichts mehr, das Ergebnis ist unwichtig. Denn die Spielvereiniung wird diese Saison mit einem Platz im Mittelfeld abschließen. Trotzdem: Bitte zahlreich erscheinen!

Kleeblattsieg mit Berishas Superleistung

SpVgg Greuther Fürth - Fortuna DüsseldorfBei Veton Berisha ist heute der Knoten geplatzt. Sonst ackerte er in vielen Spielen und kam zwar in den Sechzehnmeterraum, aber seine Torausbeute ließ zu wünschen übrig. Mit seinem Doppelpack war er heute endlich erfolgreich und einer der besten Spieler auf dem Platz. Begegnungen im Fürther Ronhof gegen Fortuna Düsseldorf sind ja oft ein wenig schwierig. Wenn etwa der gegnerische Coach Frank Kramer oder Mike Büskens hießen. Und auch die Ex-Fürther Nikola Djurdjic und Sercan Sararer sowie Fortunas Sportdirektor Rachid Azzouzi machten es dieses Mal deutlich, dass der Profi-Fußball ein Geschäft ist, in dem keiner eine nachhaltige Beziehung zum Verein aufbauen kann.
Die heutige Partie vor 9665 Zuschauern startete dynamisch. Berisha bekam in der 10. Spielminute den Ball von Ante Vukusic direkt in seinen Lauf gespielt. Er preschte in Richtung Düsseldorfer Tor und schoss den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß aus 17 Metern ins lange Eck. Für den Fortuna-Keeper Michael Rensing unhaltbar. Das Stadion bebte, die Stimmung war super. Bis sieben Minuten später ausgerechnet Sercan Sararer den Ausgleich schaffte. Aber heute setzte Berisha seine Chancen effektiv um: Wieder war es Vukusic, der ihm den Ball auflegte – 2:1. Die Kleeblattfans konnten sich kaum noch einkriegen. Danach hatten die Fortunen einige ganz gute Möglichkeiten. Aber es sollte der Tag der Traumtore für die Spielvereinigung werden: Berisha hatte auf rechts viel Platz, Marco Stiepermann ließ zwei Gegner alt aussehen und schlenzte den Ball aus 16 Metern mit seinem (ebenfalls schwächeren) rechten Fuß an die Unterkante der Latte, von wo sie hinter die Linie sprang: 3:1. Mit diesem Stand ging es dann in die Halbzeitpause.

Die zweiten 45 Minuten hatten dann nicht mehr die Klasse der ersten Hälfte. Die beste Chance zum Anschlussteffer vergeigte Djurdjic, der am hervorragend reagierenden Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz scheiterte (62. Minute). Eine weitere Glanzparade lieferte Mielitz dann eine gute Viertelstunde vor Schluss des Spiels. Er wehrte einen starken Kopfball von Pohjanpalo ab und lenkte ihn an die Latte. Die perfekte Mischung aus Können und Glück.

Letztlich gewann die Spielvereinigung mit einem hochverdienten 3:1 gegen Fortuna Düsseldorf, das war der vierte Sieg in den vergangenen sieben Spielen. Mit 43 Punkten rutscht das Kleeblatt auf den siebten Tabellenplatz nach oben (und ist punktgleich mit dem Sechstplatzierten Union Berlin). Für die Düsseldorfer wird es immer enger, sie sind nur drei Punkte vom Tabellenende entfernt und müssen nach der zweiten Niederlage in Folge ernsthaft um ihren Verbleib in der Zweiten Liga bangen.
Am kommenden Sonntag, 24. April, fährt das Kleeblatt zu Arminia Bielefeld. Und trifft dort auch wieder auf einen „alten Bekannten“: Wolfgang Hesl steht im Tor der Zweitligaaufsteiger und hat in dieser Saison erst 35 Tore reingelassen.

Blitztor von Zulj rettet dem Kleeblatt drei Punkte

1860 München - SpVgg Greuther FürthWenn es einen Fußballgott gibt, dann trug er heute mit Sicherheit eine weiß-grüne Brille. Die Spielvereinigung hat in der Allianz-Arena mehr als glücklich gegen den „Erzfeind“ 1860 München mit 1:0 gewonnen. Wie mir wird es vielen Zuschauern gegangen sein: Nach der Riesenfreude in der zweiten Minute über das frühe Tor von Robert Zulj (Foto) musste man dann 91 Minuten zittern, ob das Kleeblatt den Vorsprung halten und die drei Punkte auch wirklich einsacken kann. Denn – machen wir uns nichts vor – die Löwen waren spätestens nach der Halbzeitpause die dominierende, bessere Mannschaft. Sie haben nach vorne gespielt und hatten viele Chancen. Aber letztlich einfach nicht das nötige Quäntchen Glück, das Spielergebnis zu ihren Gunsten zu drehen.

1860 München hatte einen bescheidenen Start. Nach nur 105 Sekunden köpfte Robert Zulj die Flanke von Veton Berisha locker ins Tor von Stefan Ortega. Das Tor fiel also nur vier Sekunden später als das Führungstor des SC Freiburg am vergangenen Montag. Was sagt uns das? Dass man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren kann, dass der eine oder andere Spieler erst mal Zeit braucht, um mental ins Spiel zu kommen. Das kann fatale Folgen haben.

Egal, heute war in der zweiten Minute das Tor von Zulj gemacht und ließ zunächst auf mehr hoffen. Die erste Halbzeit war dann von viel Druck und Kampfgeist auf beiden Seiten geprägt, eine sehenswerte Partie. Die Spielvereinigung ist das zweikampfstärkste Team in der Zweiten Liga.  Enttäuschend war aus Fürther Sicht dann leider die zweite Halbzeit. Die Sechziger hatten das Spiel voll in der Hand und stürmten ohne Unterlass aufs Tor von Sebastian Mielitz. Dass keine Gegentreffer fielen, lag in erster Linie an der tollen Abwehrarbeit von Marco Caligiuri: Er stand immer goldrichtig, der gefährlichste Löwenspieler – Sascha Mölders – kam seinetwegen einfach nicht zum Zug. Wie schwach das Kleeblatt heute agierte, beweist die 0:12-Eckball-Bilanz.

Nach dem guten Spiel gegen den (vermutlichen) Wieder-Aufsteiger SC Freiburg war die heutige Kleeblattleistung alles andere als berauschend. Von den zirka 18 300 Zuschauern im Stadion waren nur 500 Kleeblattfans. Nach den schlechten Erfahrungen mit den Sicherheitskräften in der Allianz-Arena hatten sich heute wohl viele Anhänger der Spielvereinigung entschieden, zu Hause zu bleiben. Und so ein Zeichen zu setzen.

Fazit: Drei Punkte wurden auf das Kleeblattkonto verbucht. Die Schallmauer von 40 Punkten reicht, einen direkten Abstieg unmöglich zu machen. Die Spielvereinigung rangiert momentan auf dem 8. Tabellenplatz. Für den TSV 1860 München wird die Situation allerdings immer brenzliger.
Am Sonntag, 17. April, empfängt das Kleeblatt zu Hause im Ronhof Fortuna Düsseldorf.

Ein 2:2-Unentschieden – und Gjasula fliegt vom Platz

VfL Bochum - SpVgg Greuther FürthSpannend war’s, voller Aufreger und bunt – die Zweitliga-Partie der Spielvereinigung gegen den VfL Bochum. Nach sage und schreibe 96 Minuten Spielzeit trennten sich die beiden Mannschaften mit einem 2:2-Unentschieden (mein Tipp!). Und Jurgen Gjasula wurde nach turbulenten Szenen noch mit Rot bestraft und vom Platz gestellt.
Dabei war das Spiel fürs Kleeblatt und die wenigen Fans im Rewirpark-Stadion vielversprechend gestartet: Schon nach 12 Minuten traf Niko Gießelmann nach einem Freistoß von Robert Zulj aus 28 Metern mit seinem rechten Fuß ins Bochumer Tor – sein erster Saisontreffer. Den Fürthern gelangen gute Einzelaktionen, sie kombinierten raffiniert und schafften es immer wieder in den gegnerischen Strafraum. Für die Bochumer Fans kein Genuss. Dann wähnten sich Spieler und Zuschauer vermutlich geistig schon in der Pause, als der Ausgleich durch Simon Terodde fiel. Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz, der heute im Fürther Tor wieder einen sehr guten Job machte, musste hinter sich greifen. Für ihn war der Treffer unhaltbar.
Die Stimmung im Stadion war während der gesamten Partie von Durchsagen zur gleichzeitigen Begegnung des 1. FC Nürnberg gegen RB Leipzig geprägt. Als in der 52. Spielminute das Leipziger Tor gegen den Club fiel, war die Stimmung bei den Bochumer Fans toll, Gesänge ließen das Stadion beben. Denn bei einer Nürnberger Niederlage und Bochumer Sieg hätten sich die Chancen für den Aufstieg in die Bundesliga verbessert. Also: Die Fangesänge waren laut, bis Veton Berisha (der in letzter Zeit bei vielen Partien engagiert, aber nie erfolgreich war) den Ball zum 2:1 ins Bochumer Tor traf. Er hatte vorher schon zwei gute Möglichkeiten gehabt.
Drei Punkte addierten die Kleeblätter innerlich schon auf ihr Konto, aber ein Spiel dauert eben oft länger als 90 Minuten. Und so sollte es auch heute noch anders kommen: Nach einem Rechtsschuss von Maria verwandelte Rafael Nando seine Chance zum 2:2-Ausgleich für den VfL.
Was dann geschah, war unnötig und unschön. Nach einem kleinen „Intermezzo“ zwischen Hoogland und Robert Zulj kommt es zum Gerangel, Hoogland sieht daraufhin Gelb-Rot, er verlässt das Spielfeld. Kurz darauf schubst Thomas Eisfeld Jurgen Gjasula. Dessen Temperament geht mit ihm durch, er packt Eisfeld am Nacken. Schiedsrichter Robert Schröder stellt ihn zur Rede, reagiert konsequent und gibt Gjasula Rot. Daraufhin schubst der aufgebrachte Gjasula auch noch den Referée. Ein Fehler, der mit Sicherheit ein Nachspiel haben wird. Schon oft hatte man ja den Eindruck, dass Gjasula zu impulsiv reagiert. Als Profi muss man sich einfach unter Kontrolle haben.

So endete die kurzweilige Partie zwischen der SpVgg und dem VfL Bochum ausgeglichen mit 2:2. Gleichzeitig gewann der 1. FC Nürnberg das Topspiel gegen RB Leipzig mit 3:1. Am 4. April trifft das Kleeblatt zu Hause auf den aktuell Tabellenzweiten SC Freiburg. Leider wird Jurgen Gjasula nicht mit dabei sein. Wenn das mal gut geht…