Kein Ostergeschenk fürs Fürther Kleeblatt

Man kann neunzig Minuten guten Fußball spielen – und trotzdem mit 0:1 verlieren. Wie soll das gehen? Ganz einfach: Aufgrund eines einzigen Fehlers vonseiten der Spielvereinigung fiel das Tor für den VfL Bochum. Und drei mögliche Punkte waren für das Kleeblatt perdu.

Fußball am „heiligen“ Ostersonntag? Geschmackssache, aber mittlerweile im engen Zeitplan der Profivereine wohl unvermeidbar. Das Ruhrstadion in Bochum war trotzdem mit fast 11 500 Zuschauern passabel gefüllt, die angereisten Kleeblattfans drängten sich in der engen Fankurve (Foto). Aber sie machten – wie so oft – positive und lautstarke Stimmung für ihr Team. Das Spiel startete mit deutlichen Vorteilen für die Gäste, Robert Zulj, Jurgen Gjasula und Khaled Narey hatten einige ganz vielversprechende Ansätze. Doch das Verhängnis ereignete sich dann in der 18. Spielminute: Sercan Sararer spielt einen völlig verunglückten Rückpass direkt in den Lauf des Ex-Kleeblatts Johannes Wurtz. Der zieht vor Keeper Balazs Megyeri erst nach außen und gibt dann quer ins Zentrum. Dort lässt sich Thomas Eisfeld nicht lange bitten und schiebt den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 ins Fürther Tor. Der Führungstreffer schien das Kleeblatt nicht groß zu beeindrucken, aber die Zahl der Fehlpässe nahm nach dem Bochumer Führungstor zu – auf beiden Seiten.
Nach der Halbzeitpause gelingen der SpVgg bis zum Strafraum ganz gute Kombinationen, aber je näher die Kleeblätter sich dem gegnerischen Tor nähern, desto einfallsloser und schlampiger agieren sie. Nach dem Wechsel in der 60. Minute für den angeschlagenen Robert Zulj hat Veton Berisha eine supergute Chance: Er läuft beherzt mit der Kugel aufs Tor zu und möchte sich den Ball für den entscheidenen Schuss zurechtlegen. Aber der Bochumer Tormann Manuel Riemann macht dem Norweger einen Strich durch die Rechnung. Symptomatisch für die heutige Partie. Beide Keeper liefern als „spielende Torleute“ eine sehenswerte Leistung und vereiteln weitere Tore. Ein Highlight war außerdem Marcel Franke, der mögliche Chancen des VfL kurz vor dem Vollzug mit fairen Mitteln vereitelte.

Die Partie ging für das Kleeblatt etwas unglücklich mit 0:1 zu Ende. Die Mannschaft ist offensiv einfach zu harmlos und verlor heute zum zweiten Mal in Folge. Nach fünf Unentschieden hintereinander gewann der VfL Bochum wieder einmal ein Spiel und schiebt sich auf den neunten Tabellenplatz nach oben. Die Spielvereinigung bleibt weiter auf Rang sechs, sie ist mit 40 Punkten allerdings 14 Zähler vom Relegationsrang entfernt. Fazit: Die Zweitliga-Saison wird fürs Kleeblatt wohl trotz zunehmend guter Mannschaftsleistung auf einem mittleren Platz zu Ende gehen. Die Fürther empfangen bereits am Freitag (18.30 Uhr) Dynamo Dresden zu Hause im Ronhof.

Kleeblatt-Osterhase erobert nicht nur Kinderherzen

Ausgerechnet am Ostersonntag findet das nächste Zweitligaspiel des Kleeblatts statt. Gegner ist der VfL Bochum, ein Verein, für den ich ja bekanntlich besondere Sympathie habe, weil einer meiner Lieblingssänger, Herbert Grönemeyer, aus der Ruhrpottstadt kommt.
Ein Highlight für viele Kinder ist der Ostersonntag, weil man versteckte Ostereier sucht und vielleicht auch so noch das eine oder andere Geschenk absahnt. Für Kleeblatt-Fans sollte es nicht schwer sein, dieses Jahr für ihre Kids etwas Passendes zu finden. Ich spreche vom Kleeblatt-Osterhasen (Foto). Ich finde ihn supersüß, er hat doch Charisma, oder? Nach dem Weihnachtsmann und den Kleeblatt-Adventskalendern, über die wir schon in unserem Greuther-Weiber-Blog geschrieben haben, kommt jetzt also der nächste weiß-grüne Typ zu besonderen Ehren. In den Fanshops und dem einen oder anderen Supermarkt ist er (noch) zu haben.

Für alle Mitglieder des Stammtisch Ronhof und der Ronhof Racker gibt´s eine perfekte Kombination im Angebot: Stammtisch Ronhof-Mitglieder und Racker, die sich in Kleeblatt-Fanshops auf die Suche nach einem Ostergeschenk begeben, sollten das ab sofort im Franken Ticket oder im Fanshop Greuther Teeladen tun. Dort bekommen sie ab einem Einkaufswert von 20 Euro einen Kleeblatt-Osterhasen gratis dazu. Die Aktion gilt nur gegen Vorlage des Mitgliedsausweises des Stammtisch Ronhof beziehungsweise der Bestätigungsmail der Ronhof Racker bis einschließlich Ostersamstag.

Es wäre so schön gewesen!

Heute Nachmittag hat die Spielvereinigung beim Zweitligakollegen VfL Bochum ein Testspiel vor 150 Zuschauern mit 0:3 verloren. Schade, aber es ging ja um nichts.
Auf der Vereins-Website war dann allerdings dieses Ergebnis zu sehen. Ich denke mal, hier war der Wunsch der Vater des Gedankens. Beziehungsweise des Autors.

Schwieriges Auswärtsspiel in Dresden

Dynamo Dresden - SpVgg Greuther FürthSeit gestern wissen wir, wer in Zukunft die Geschicke der USA lenkt. Wie auch immer man darüber denken mag – Donald Trump ist ein Faktum, mit dem und dessen Politik wir leben müssen. Aber wir sollten jetzt nicht wie ein Kaninchen die Schlange anstarren, sondern uns wieder mehr auf unsere nähere Umgebung konzentrieren. Zum Beispiel auf eine der schönsten Nebensachen der Welt: Fußball.
Für Fürther Kleeblattfans war der Sieg gegen den VfL Bochum am letzten Samstag wie ein Befreiungsschlag nach fünf Liga-Spielen – davon vier Niederlagen in Folge. Einziger sportlicher Lichtblick in den letzten Wochen war das gewonnene DFB-Pokalspiel gegen Mainz 05 gewesen. Der Zweitligasieg hat der Spielvereinigung drei wichtige Punkte beschert. Und Trainer Stefan Ruthenbeck vorerst seinen Trainerjob gerettet.
In dieser Woche ist Länderspielpause, die nächste Begegnung findet am Sonntag, 20.November, auswärts gegen Dynamo Dresden statt. Dort werden aller Voraussicht nach weniger Zuschauer im Stadion sein als sonst: Nach dem Wurf eines abgetrennten Bullenkopfes während des Pokalspiels gegen RB Leipzig und weiterer Fälle von unsportlichem Verhalten seiner Zuschauer soll der Verein eine Geldstrafe von 60.000 Euro zahlen. Außerdem müssen die Sachsen ein Zweitliga-Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Betroffen wäre das nächste Heimspiel gegen die SpVgg. In der Partie müssten laut Urteil die Blöcke K1 bis K5 geschlossen bleiben – davon wären dann 9.055 Stehplätze betroffen. Dynamo Dresden will jedoch Berufung einlegen.
Für die Fürther Mannschaft und ihre Kleeblattanhänger sind Spiele gegen Dynamo Dresden oft ein emotionaler Kraftakt. So stünde dann auch die kommende Begegnung von vornherein unter keinem guten Stern. Falls das Urteil rechtskräftig würde, würde das Spiel zwar nicht gerade vor einer Geisterkulisse stattfinden – denn das Stadion hat immerhin eine Gesamtkapazität von über 32.000 Plätzen. Aber die Stimmung bei den Gastgebern wäre keine optimale (im Gegensatz zum Spiel im März 2014, Foto)

Ich bin mal gespannt, wie das DFB-Sportgericht entscheiden wird. Bis zum 20. November sind es ja noch ein paar Tage. Ich mache in der Zwischenzeit eine Woche Urlaub auf der Kanarischen Insel Fuerteventura. Genieße das Meer, die Sonne und Wärme (hoffentlich!) und komme frisch gestärkt am 19. November zurück nach Fürth.

Zitterpartie für Fürther Fans und Trainer

SpVgg Greuther Fürth - VfL BochumUff! Erst mal durchatmen! Diese letzten Minuten in der Partie gegen den VfL Bochum haben uns Greuther-Weiber wirklich Nerven gekostet! Das war ein Fußball-Thriller erster Güte, und Schiedsrichter Daniel Schlager wollte uns einfach nicht durch den Schlusspfiff erlösen… Zum Glück hatte die Geschichte dann doch einen (verdienten!) guten Ausgang. Und das in mehrfacher Hinsicht: Erstens hat die Spielvereinigung nach fünf Liga-Spielen (davon vier Niederlagen in Folge!) mit dem heutigen 2:1 endlich wieder einen Sieg eingefahren, und zwar – fast schon ein Wunder! – zu Hause im Sportpark Ronhof. Zweitens: Trainer Stefan Ruthenbeck bleibt dem Kleeblatt damit Gott sei Dank erhalten.

Der Begegnung mit der Mannschaft aus dem Revier lag eine äußerst interessante Konstellation zugrunde. Das beginnt damit, dass Gertjan Verbeek als ehemaliger Trainer des 1. FC Nürnberg für Fürth sowieso ein rotes Tuch ist. Dann stammt er zusätzlich aus den Niederlanden. Auf der fußballerischen Intimfeindschaft zwischen Deutschland und Holland muss man in einem Blog wie diesem nicht groß herumreiten – aber sie existiert nun mal! Schließlich liefen heute im Ronhof mit Marco Stiepermann, Johannes Wurtz und Tom Weilandt gleich drei gute Ex-Fürther Spieler auf. Sie kennen die Verhältnsse hier aus dem Effeff, was sicher nicht von Nachteil für ihren jetzigen Verein gewesen sein dürfte. Und ausgerechnet Stiepermann war über weite Strecken der herausragende Mann beim VfL Bochum, von Weilandt dagegen spürte man nicht viel.

Spannende Voraussetzungen also für das heutige Spiel, an das alle Kleeblattfans hohe Erwartungen knüpften. Und spannend sollte es von der ersten Minute an auch werden. Fürth begann ungeheuer druckvoll und sehr offensiv. Einige gute Chancen konnten jedoch – wieder einmal, muss man leider sagen! – nicht in Treffer umgemünzt werden. Dann schien es eine Zeit lang, als sei den Kleeblättern die Puste ausgegangen. Sie zogen sich in die eigene Hälfte zurück, was die Bochumer postwendend damit beantworteten, dass sie das Spiel an sich rissen. Doch die Hausherren schöpften neue Kraft und zeigten lobenswerten Einsatz. Sicher galt der vor allem Trainer Stefan Ruthenbeck, dessen Schicksal an einem dünnen Faden (nämlich dem Ausgang des heutigen Spiels) hing. Die Top-Einstellung der Mannschaft ließ sich vor der Pause zwar nicht mehr in Tore verwandeln, aber sie sendete wichtige Signale zur Trainerbank aus.

So gut wie selten aufeinander eingespielt zeigten sich Veton Berisha und Sercan Sararer. Das Motto „Gemeinsam“, das auf einem Transparent der Kleeblatt-Anhänger zu lesen war (Foto), wurde zum alles bestimmenden Leitfaden dieser Partie, die nach dem Seitenwechsel schnell wieder an Fahrt aufnahm. Für den am Knie verletzten Kapitän Marco Caligiuri brachte Ruthenbeck Bolly ins Spiel, was sich als durchaus geschickter Zug erweisen sollte. Die zwei umjubelten Treffer des Tages gelangen aber Sebastian Freis (51.) und Sercan Sararer (82.), und beide Male hatte Benedikt Kirsch seine Hand – respektive seinen Fuß – direkt davor mit ihm Spiel. Allerdings gab es nach dem 1:1-Ausgleich für den VfL durch den von Verbeek goldrichtig eingewechselten Gündüz (67.) für die Fürther noch einige Angstmomente zu überstehen. Und selbst die 2:1-Führung war bis zur letzten Sekunde in Gefahr, vor allem weil die Nachspielzeit von eigentlich drei Minuten sich beinahe verdoppelte.

Wie gesagt: eine wahre Zitterpartie für die Kleeblattfans. So etwas kostet Nervennahrung! Und die werden wir in ungefähr zwei Stunden beim Pfefferkarpfen-Essen mit Freunden sicher ausreichend bekommen.

Kleeblätter for sale?

Es ist Mitte Juni, und alle Sportfans konzentrieren sich momentan auf die Fußball-EM in Frankreich. Dabei tut sich gerade bei den Zweitliga-Mannschaften ganz viel. Während die Gerüchteküche über einen möglichen Wechsel des Trainers des 1.FC Nürnberg – René Weiler – zum RSC Anderlecht brodelt, nimmt bei der SpVgg offenbar der „Ausverkauf der Spieler“ an Fahrt auf: Heute hat sich der Verein mit dem VfL Bochum auf die Wechsel von Marco Stiepermann und Johannes Wurtz (Foto) geeinigt. Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart. Dazu Ramazan Yildirim, Direktor Profifußball bei den Kleeblättern, auf deren Website:

„Marco hat uns in den Gesprächen deutlich signalisiert, dass er sich gerne verändern möchte. Nachdem wir das finanziell gute Angebot vom VfL erhalten haben, haben wir uns damit auseinandersetzen müssen. Da wir Marco im kommenden Sommer ablösefrei hätten ziehen lassen müssen, haben wir uns letztlich für diesen Transfer entschieden, zumal es uns wichtig ist, Spieler zu haben, die zu 100 Prozent hier sein wollen.“

Damit wird Marco Stiepermann zukünftig in der Nähe seiner Geburtsstadt Dortmund sein. Seine Teamkameraden beim VfL Bochum sind ab der neuen Saison Johannes Wurtz und Tom Weilandt. Dass die Torhüter Marc Flekken in Zukunft beim MSV Duisburg und Bastian Lerch bei Jahn Regensburg in Lohn und Brot stehen werden, ist seit dieser Woche klar. Da auch der dritte Kleeblatt-Torwart Leopold Zingerle den Verein verlässt (er wechselt zum 1. FC Magdeburg), wird man sich vor allem auf die Suche nach weiteren Keepern machen müssen, die Sebastian Mielitz im Ernstfall vertreten können.

Wer das Kleeblatt noch verlassen wird, zeigt sich in den nächsten Tagen und Wochen. Und die „Causa“ Trainer Stefan Ruthenbeck ist ja auch noch nicht in trockenen Tüchern!

Good bye, Tom Weilandt

SpVgg Greuther Fürth - SC PaderbornMeine männlichen Kollegen werden bei dem, was jetzt kommt, müde lächeln und es mit „typisch Frau“ kommentieren: Ich bedauere es, dass Tom Weilandt die Spielvereinigung verlässt. Er war für mich einer der bestaussehenden Spieler im Kleeblattkader und machte immer eine gute Figur. Und: Bei vielen Spielen war er die Schlüsselfigur im Kleeblatt-Team.

Der Weggang von Weilandt war absehbar: In der Hinrunde der Saison 2015/16 hat er noch 15 Partien für das Kleeblatt gespielt. Dann hat Trainer Stefan Ruthenbeck ihm oft andere Spieler vorgezogen, und er kam nur noch bei zwei Begegnungen in der Rückrunde zum Einsatz. Im Winter wollte Weilandt eigentlich zum Zweitligisten TSV 1860 München wechseln. Aber der fast perfekte Transfer zerschlug sich dann in allerletzter Minute aufgrund einer Verletzung. Seitdem versank Weilandt beim Kleeblatt in der Bedeutungslosigkeit.

Jetzt ist es klar, dass der 24-jährige Mittelfeldspieler im Sommer ablösefrei zum VfL Bochum geht. „Tom Weilandt ist ein Spieler, der aufgrund seiner außergewöhnlich guten Technik kreative Lösungen für das Offensivspiel findet“, sagt Bochums Sportvorstand Christian Hochstätter im „kicker“ und erklärt: „Er kann auf den Außenpositionen eingesetzt werden, aber auch zentral eine Rolle spielen“. Als besonders großes Plus sehe er „dabei die Beidfüßigkeit, die ihm mehr Möglichkeiten für sein Spiel erlaubt und für den Gegner schwerer zu verteidigen ist.“

Wir wünschen Tom Weilandt alles Gute und sportlichen Erfolg in Bochum. Und nächste Saison wird er dann (mindestens) zwei Mal auf seinen Ex-Verein – die Spielvereinigung – treffen.

Zu harte Strafe für Jurgen Gjasula?

VfL Bochum - SpVgg Greuther FürthDie Begegnung am vergangenen Sonntag zwischen der Spielvereinigung und dem VfL Bochum verlief turbulent. Weniger wegen des 2:2-Endresultats als vielmehr wegen eines Platzverweises des Kleeblatt-Mittelfeldspielers Jurgen Gjasula. Das Fehlverhalten kommt ihn nun teuer zu stehen: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sperrt Jurgen Gjasula für die nächsten fünf Spiele. Gjasula hatte sich in der Nachspielzeit nach einem Schubser in den Rücken und gegen die Brust von Bochums Thomas Eisfeld zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Schiedsrichter Robert Schröder bestrafte Eisfeld für den Schubser lediglich mit Gelb. Gjasula zeigte er jedoch die Rote Karte und verwies ihn des Feldes. Der Referée hatte den spontanen Griff an Eisfelds Hinterkopf (Foto) als Tätlichkeit interpretiert. Gjasula reagierte daraufhin impulsiv: Er rempelte den Unparteiischen an und beleidigte beim Verlassen des Platzes den Schiedsrichterassistenten.

Das Urteil des DFB ist nicht nur drakonisch. Es hat zudem fatale Auswirkungen auf die Spielvereinigung: Der Mittelfeldmann wird bei fünf der restlichen sieben Zweitliga-Partien des Kleeblatts nicht im Kader sein. Gjasula, der sich in den vergangenen Wochen und Monaten zu einer der Schlüsselfiguren des Kleeblatts entwickelt hat, machte vor allem wegen zielgenauer Flanken und Eckbälle auf sich aufmerksam. Ob das Kleeblatt den Verlust dieses Vorlegers lässig wegstecken kann, bleibt dahingestellt.

Auch Trainer Stefan Ruthenbeck kann die Länge der Sperre nicht nachvollziehen: „Er hat keinem den Fuß gebrochen, er hat keinen geschlagen, da sind fünf Wochen schon ein Brocken. Das ist zu viel. Das kann ich nicht nachvollziehen“, so der Kleeblattcoach gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Erst am vorletzten Spieltag am 8. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern ist Gjasula also wieder spielberechtigt. Gegen das Urteil kann binnen eines Werktages mündlicher Einspruch beim DFB-Sportgericht eingelegt werden. Ich vermute mal, dass die Kleeblatt-Verantwortlichen diese Möglichkeit in Anspruch nehmen.

Das ausgesprochen harte Urteil wird auch in den Medien heiß diskutiert. So brachte es „Kleeblatt16“ in seinem Kommentar auf nordbayern.de auf den Punkt:

„Auch ich bin für eine Bestrafung. Aber alles sollte im Rahmen bleiben. Mit welchem Maß wird eigentlich gemessen. Wenn ein Spieler aus Bremen eine Kopf-ab-Geste seinem Gegenspieler zeigt wird er für zwei Spiele gesperrt. Und ein zugegebenermaßen hitzköpfiger Gjasula überreagiert dann fast die dreifache Strafe bekommt. – Alles überhaupt nicht mehr nachvollziehbar!“

Ein 2:2-Unentschieden – und Gjasula fliegt vom Platz

VfL Bochum - SpVgg Greuther FürthSpannend war’s, voller Aufreger und bunt – die Zweitliga-Partie der Spielvereinigung gegen den VfL Bochum. Nach sage und schreibe 96 Minuten Spielzeit trennten sich die beiden Mannschaften mit einem 2:2-Unentschieden (mein Tipp!). Und Jurgen Gjasula wurde nach turbulenten Szenen noch mit Rot bestraft und vom Platz gestellt.
Dabei war das Spiel fürs Kleeblatt und die wenigen Fans im Rewirpark-Stadion vielversprechend gestartet: Schon nach 12 Minuten traf Niko Gießelmann nach einem Freistoß von Robert Zulj aus 28 Metern mit seinem rechten Fuß ins Bochumer Tor – sein erster Saisontreffer. Den Fürthern gelangen gute Einzelaktionen, sie kombinierten raffiniert und schafften es immer wieder in den gegnerischen Strafraum. Für die Bochumer Fans kein Genuss. Dann wähnten sich Spieler und Zuschauer vermutlich geistig schon in der Pause, als der Ausgleich durch Simon Terodde fiel. Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz, der heute im Fürther Tor wieder einen sehr guten Job machte, musste hinter sich greifen. Für ihn war der Treffer unhaltbar.
Die Stimmung im Stadion war während der gesamten Partie von Durchsagen zur gleichzeitigen Begegnung des 1. FC Nürnberg gegen RB Leipzig geprägt. Als in der 52. Spielminute das Leipziger Tor gegen den Club fiel, war die Stimmung bei den Bochumer Fans toll, Gesänge ließen das Stadion beben. Denn bei einer Nürnberger Niederlage und Bochumer Sieg hätten sich die Chancen für den Aufstieg in die Bundesliga verbessert. Also: Die Fangesänge waren laut, bis Veton Berisha (der in letzter Zeit bei vielen Partien engagiert, aber nie erfolgreich war) den Ball zum 2:1 ins Bochumer Tor traf. Er hatte vorher schon zwei gute Möglichkeiten gehabt.
Drei Punkte addierten die Kleeblätter innerlich schon auf ihr Konto, aber ein Spiel dauert eben oft länger als 90 Minuten. Und so sollte es auch heute noch anders kommen: Nach einem Rechtsschuss von Maria verwandelte Rafael Nando seine Chance zum 2:2-Ausgleich für den VfL.
Was dann geschah, war unnötig und unschön. Nach einem kleinen „Intermezzo“ zwischen Hoogland und Robert Zulj kommt es zum Gerangel, Hoogland sieht daraufhin Gelb-Rot, er verlässt das Spielfeld. Kurz darauf schubst Thomas Eisfeld Jurgen Gjasula. Dessen Temperament geht mit ihm durch, er packt Eisfeld am Nacken. Schiedsrichter Robert Schröder stellt ihn zur Rede, reagiert konsequent und gibt Gjasula Rot. Daraufhin schubst der aufgebrachte Gjasula auch noch den Referée. Ein Fehler, der mit Sicherheit ein Nachspiel haben wird. Schon oft hatte man ja den Eindruck, dass Gjasula zu impulsiv reagiert. Als Profi muss man sich einfach unter Kontrolle haben.

So endete die kurzweilige Partie zwischen der SpVgg und dem VfL Bochum ausgeglichen mit 2:2. Gleichzeitig gewann der 1. FC Nürnberg das Topspiel gegen RB Leipzig mit 3:1. Am 4. April trifft das Kleeblatt zu Hause auf den aktuell Tabellenzweiten SC Freiburg. Leider wird Jurgen Gjasula nicht mit dabei sein. Wenn das mal gut geht…

Fußballerisch gesehen: ein versauter Kärwa-Start!

Da hatten wir heute wirklich Traum-Voraussetzungen: Ein echtes Bilderbuchwetter zum Feiertag und vor allem zum Start der Färdder Kärwa. Mit drei Schlägen hatte am Vormittag Oberbürgermeister Thomas Jung das erste Fass Kärwa-Festbier angestochen, seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder ein Grüner-Festbier, etwas süßer und vor allem stärker als das Helle von Grüner. Pfarrer Volker Zuber von Sankt Michael war zum letzten Mal vor seiner Pensionierung im Mai nächsten Jahres bei der Eröffnungsveranstaltung am Fürther Stadttheater dabei und sprach deshalb ein paar Worte; er wünschte der Michaelis-Kärwa einen segensreichen und friedlichen Verlauf. 1000 weiße und grüne Luftballons stiegen in den blauen Himmel, Böllerschüsse am Karlsteg setzten das Zeichen für den offiziellen Kärwa-Beginn. Und die Kleeblatt-Fans setzten sich in Richtung Ronhof in Bewegung – da noch bei bester Laune.

Doch die sollte ihnen am Laubenweg schnell vergehen. Nur 111 Sekkunden brauchte der VfL Bochum zum Führungstor, das Simon Terodde nach einer Ecke gelang; der Fürther Marco Caligiuri hatte in dieser Situation ziemlich schlecht ausgesehen. Der Schock dieses schnellen Tors saß offenbar tief, denn dem Kleeblatt wollte nichts mehr so recht gelingen in dieser Partie. Zu unpräzise spielte das Team, es fehlte an allen Positionen immer wieder an einem: an Genauigkeit. Auch als in der 20. Minute Derby-Held Sebastian Freis für den angeschlagenen Marco Stiepermann kam, hatte das keinerlei Auswirkungen. Vielmehr schaffte schon vier Minuten später die Revierelf das 2:0 durch einen Weitschuss von Marco Terrazzino. Zwei Torchancen, zwei Tore: So effektiv trat Bochum auf, während bei den Fürthern in der ersten halben Stunde trotz acht Torschüssen einfach gar nichts passte. Und schon in der 31. Minute fiel das 3:0 für die Gäste. Erst sah es nach einem zweiten Treffer durch Terrazzino aus, aber dann wurde auf Eigentor durch Benedikt Röcker entschieden, der heute von Anfang bis Ende einen wahrhaft schwarzen Tag hatte.

Seit fünf Spieltagen ohne Niederlage, vier Siege nacheinander: So war das Kleeblatt in die Partie gegangen, während der VfL Bochum zuletzt mit drei Unentschieden und einer Niederlage eine Krise durchgemacht hatte. Doch ausgerechnet beim Kärwa-Spiel in Fürth überwanden die Bochumer dieses Tief und düpierten das Kleeblatt. Denn nach der Pause kamen die Hausherren gar nicht mehr ins Spiel, hatten anscheinend bereits resigniert. Und so folgte der vierte Treffer der Gäste in der 54. Minute, wiederum durch Terodde. In Minute 71 machte schließlich Peniel Mlapa – ausgerechnet ein ehemaliger Spieler des 1. FC Nürnberg! – das 5:0 für Bochum klar. Da nützte es auch nichts, dass kurz zuvor Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck Robert Zulj und Domi Kumbela für Goran Sukalo und Tom Weilandt eingewechselt hatte – auch den frischen Ersatzspielern gelang heute rein gar nichts – so wie die ganze Mannschaft nichts riss. Und deshalb gibt´s heute hier in unserem Blog auch kein Foto des Kleeblatts, sondern eines mit jubelnden Bochumern, die völlig berechtigt so hoch gewonnen haben.

Als enttäuschter Fan kann man heute nur auf die Kärwa gehen und sich mit einem Grüner – oder auch mehreren – und Baggers vom Grauberger über den Frust hinwegtrösten. Die Spielvereinigung hat die Chance, sich in der nun kommenden Länderspiel-Pause zu regenerieren und – hoffentlich! – wieder zu ihrer zuletzt gezeigten Form zurückzufinden. Denn die wird die Mannschaft brauchen: Der nächste Gegner heißt nämlich SC Freiburg. Der musste zwar heute kurzzeitig die Tabellenführung an Bochum abtreten, aber ihm reicht morgen in Karlsruhe schon ein Unentschieden, um sie zurückzuerobern. Einziges Glück fürs Kleeblatt heute: Auch St. Pauli hat diesen Spieltag verpatzt: durch eine 1:3-Niederlage gegen Sandhausen. So bleibt Fürth vorerst auf Rang vier – ziemlich schmeichelhaft!