Trikot-Farben, die Sieger tragen!

Einer meiner größten „Nachteile“ ist, dass ich zu viel denke. Eine typisch weibliche Eigenschaft? Keine Ahnung. Auf jeden Fall überlege ich bei aktivem Sport – z.B. bei einer Aerobic-Choreographie – zu intensiv, wie ich da eine Struktur reinbringe. Und schon verhudle ich mich. Und wenn ich nach Großbritannien mit dem Auto in den Urlaub fahre, bin ich beim Linksverkehr erst mal höchst irritiert, dass alles etwas anders geht als gewohnt.

So ähnlich war es bei mir vermutlich auch gestern Abend beim Länderspiel  England gegen Deutschland im Londoner Wembley-Stadion. Traditionell spielt die deutsche Nationalmannschaft ja in weiß-schwarzen Trikots. So war das bei Länderspielen lange – mehr Informationen dazu hier. In den letzten Jahren hat sich das oft geändert. Gestern liefen nun die Briten mit weißen Trikots und dunklen Hosen auf. Da hieß es für mich: Umswitchen. Und noch mehr wurde meiner geistigen Flexibilität abverlangt, als ich sah, dass das deutsche Team in den Farben der Spielvereinigung antrat: grüne Shirts und weiße Hosen. Das alles hatte für mich zur Folge: Die ersten Sekunden fieberte ich für die falsche Seite mit – nämlich für die Engländer. Und ich freute mich natürlich besonders, wenn die vermeintlichen Fürther, also die Deutschen, in Richtung des britischen Tors liefen.
Aber Greuther-Weiber sind bekanntlich lernfähig. Nach dieser anfänglichen, kurzen Irritationsphase habe ich das Spiel genossen. Und die Welt war für mich nach 90 Minuten wieder komplett in Ordnung, als die Weiß-Grünen mit 1:0 das Spiel gewannen!