„Flo“ Trinks ganz oben auf der Beliebtheitsskala

Die „Mission 7000“ war erfolgreich: Die 7000-er Marke beim Dauerkarten-Verkauf für die Rückrunde wurde geknackt. Prima, da kann die Spielvereinigung auf eine lautstarke Kulisse bei den Heimspielen zählen!
Und: Knapp zwei Wochen lang waren alle Kleeblatt-Fans aufgerufen, ihren „Spieler der Vorrunde“ zu wählen. Jetzt steht er fest: 35 Prozent der Kleeblatt-Anhänger haben für Florian Trinks gestimmt. Der 21-jährige offensive Mittelfeldspieler lieferte sich ein ganz enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit Torhüter Wolfgang Hesl. Der Kleeblatt-Kapitän hat mit 31 Prozent der Stimmen einen wohlverdienten zweiten Platz geholt.

Florian Trinks wurde in Gera geboren und startete bereits mit vier Jahren beim damaligen Geraer KFC Dynamos seine Fußballkarriere. Er spielte beim FC Carl Zeiss Jena (bis 2005) und SV Werder Bremen (2006–01/2013). Ende Januar letzten Jahres wechselte er dann innerhalb der Bundesliga von Werder zur SpVgg. Dort unterschrieb er den Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2016. Am 34. Spieltag – im Mai 2013 – erzielte Trinks bei der 1:3-Niederlage der SpVgg im Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 sein erstes Bundesligator.
In dieser Zweitliga-Saison stand „Flo“, der die Rückennummer 27 trägt, in allen 17 Vorrunden-Partien für die Spielvereinigung auf dem Rasen. Dabei bereitete er sechs Tore vor und trug sich selbst vier Mal in die Torschützenliste ein.
Auf der Kleeblatt-Website kommentiert der „Spieler der Hinrunde“ seinen Erfolg so:

„Ich bin schon positiv überrascht, das freut mich total. So eine Auszeichnung gibt mir jetzt auch Antrieb für die weiteren Aufgaben. Eine persönliche Ehrung ist zwar sehr schön, aber über allem steht natürlich am Ende die Mannschaft und unser gemeinsamer Erfolg!“

Langweiliges Spiel – aber danach kam der Hammer!

„`Eutä istä eine lustige Tag“, hat schon heute Vormittag mein italienischer Lieblings-Eisverkäufer (Joghurt/Pistazie wegen Weiß/Grün!) auf der Fürther Max-Grundig-Anlage zu  mir gesagt. Und er sollte Recht behalten. Vor seinem Stand warteten Fans des 1. FC Köln auf den Bus zum Ronhof. Sind wirklich Frohnaturen, diese Rheinländer  – muss man ihnen lassen. Und Optimisten dazu. Als ich sie gefragt habe, wie hoch die Geißbock-Mannschaft wohl gewinnen wird gegen unser Kleeblatt, da waren sie sich einig: „Vier bis fünf Dinger machen wir rein!“ Warum ich darüber gelacht habe, konnten sie gar nicht verstehen…

Die gute Stimmung hielt auch am Mittag zunächst noch an, als die Partie der Spielvereinigung gegen die Kölner in der Trolli-Arena begann. 13 770 Zuschauer – angesichts der Urlaubszeit in Bayern ganz respektabel! Und nicht zu blamabel bezüglich unseres heutigen Gegners, der zu Hause natürlich schon etwas anderes gewohnt ist und immerhin 2000 Fans mobilisieren konnte, die Reise ins schöne Franken anzutreten. Spielerisch hat Köln sich in dieser Saison allerdings bisher noch nicht sonderlich hervorgetan. Gerade mal gegen Sandhausen (!) letzte Woche war ein Sieg drin, vorher hatten die Rot-Weißen nur drei Unentschieden eingefahren.

Mit der Zeit verdüsterte sich meine Stimmung dann zusehends, denn die Partie entpuppte sich als ziemlich langweilig und zweier so hoch einzuschätzender Mannschaften nicht angemessen. Das große Gähnen setzte ein. Und dann waren es erst mal die Geißböcke, die aufwachten und das Kleeblatt auf die Hörner nahmen. Vor allem mit Marcel Risse (auf dem Foto mit Dominick Drexler) hatte die Fürther Abwehr Riesenprobleme. Da hätte auch Torwart Hesl fast einmal uralt ausgesehen. Nach der Pause entschloss sich dann unsere Elf endlich, dass es vielleicht doch nicht so gut ankommt, sich nur auf den Lorbeeren aus den letzten vier Spielen auszuruhen. Aber es dauerte eine geschlagene Stunde, bis die Spielvereingung so richtig Druck gegen Köln machen konnte.

In dieser Phase wäre es dank Maurice Exslager fast noch zum Sieg der Gäste gekommen: Exslager landete zwar einen Treffer, doch Schiedsrichter Jochen Drees aus Münster stand goldrichtig und erkannte das Abseits. Überhaupt lieferte der Unparteiische eine Spitzenleistung ab – was man von den beiden Mannschaften nicht unbedingt behaupten kann. Gegen Ende schalteten die auch noch einen Gang runter und gaben sich mit einem 0:0-Unentschieden zufrieden. Ich hatte heute früh 1:1 getippt – na ja, da hätten die Zuschauer im Ronhof wenigstens ein bisschen mehr für ihr Geld bekommen!

So blieb es bei je einem Punkt für beide Teams. Das Kleeblatt führt die Tabelle der Zweiten Liga weiterhin mit großem Abstand an. Zugute kommt den Fürthern dabei, dass Kaiserslautern in Aalen komplett baden ging und so seine Verfolger-Position erst mal verloren hat.

Der große Klopfer folgte ein paar Minuten nach dem Spiel in der Trolli-Arena. Der Privatsender „Sky“ hatte es vorher schon angedeutet, und so machte die Nachricht schnell die Runde in sozialen Netzwerken wie Facebook: Es gibt einen neuen Kleeblatt-Stürmer, noch dazu einen guten – Niclas Füllkrug von Werder Bremen. Er ist für diese Saison ausgeliehen und muss sich nicht mal bei den Vereinsfarben groß umgewöhnen. Praktisch, oder?

Ein Punkt in Bremen – aber Augsburg gewinnt!

Das Kleeblatt bei Werder Bremen. „Sie können nur noch mit Anstand absteigen“ – so der Kommentar vieler Fans, mit denen ich im Laufe dieser Woche gesprochen habe. Naja, so pessimistisch muss man nicht sein.

Die erste Partie mit dem neuen Coach Frank Kramer begann vielversprechend mit zwei Superchancen für die SpVgg, die allerdings weder von Bernd Nehrig noch von Stephan Fürstner verwandelt werden konnten. Dann nichts wirklich Erwähneswertes in der ersten Halbzeit. Anpfiff zu den zweiten 45 Minuten: Der gerade von Bremen eingewechselte Aaron Hunt trifft nach fragwürdigem Elfmeter ins Tor von Max Grün. Und schon steht es 0:1. Die Kleeblätter (wie so oft) geschockt, waren sie doch eigentlich die bessere Mannschaft in der ersten Hälfte gewesen. Ein couragierter, offensiver Auftritt vor fast 40 000 Zuschauern, aber einmal mehr ohne Fortune. Dann das heiß ersehnte Tor in der  55. Minute durch Stephan Fürstner. Und die SpVgg dreht sieben Minuten später tatsächlich das Spiel: Durch einen direkten Freistoß aus 30 Metern Distanz trifft Thanos Petsos (Foto) mit einem sagenhaften Tor zum 2:1.
Aber wo Glück ist, kommt Pech schnell hinterhergetigert. Nach einem weiteren Foulelfmeter legt sich der Torschütze des ersten Bremer Tors – Aaron Hunt – zehn Minuten vor Ende der Partie den Ball zurecht, schießt dieses Mal ins andere Eck und schon ist die Partie wieder ausgeglichen. Grün war zwar dran, aber …
Und so endete das Spiel, das zwischenzeitlich viele Fürther Fans hoffen ließ, mit einem 2:2-Unentschieden. Dieses Ergebnis, das zum Teil aufgrund nicht nachvollziehbarer  Schiedsrichterentscheidungen zustandekam, bringt dem Kleeblatt unterm Strich nichts. Denn der FC Augsburg gewann gleichzeitig beim Hamburger SV und konnte seinen Relegationsplatz verteidigen. Der Abstand zwischen Kleeblatt und FCA ist auf neun Punkte angewachsen. Nicht mehr einzuholen?

Fußballgeschichte in Fürth – trotzdem nur ein Punkt!

Ein paar Tage war ich auf der Sonneninsel Mallorca – bei herrlichem Spätsommerwetter und warmen Temperaturen. Aber selbst dort ließ mich die Spielvereinigung nicht los. Der erste Blick am vergangenen Samstagmorgen ins Internet, um herauszufinden, wie sie sich gegen den TSG 1899 Hoffenheim geschlagen hat. Greuther-Weib uwo hatte über das spannende Spiel geschrieben. Das Unentschieden war für mich ein Lichtblick am Horizont eines eher verhangenen Fürther Fußballhimmels.
Jetzt, zurück im leicht schneebepuderten Fürth, ging’s gleich wieder zur Sache: Werder Bremen kam in die Trolli Arena, und das Kleeblatt musste beweisen, dass das 3:3 in Sinsheim kein „Ausrutscher“ war.
Und dann in der 8. Minute der historische erste Bundesliga-Heimtreffer der Spielvereinigung bei frostigem Schneetreiben: Nach einem Pass von Asamoah über Prib und Stieber traf Edu ins gegnerische Tor. Das ausverkaufte Stadion tobte, es war wie ein Befreiungsschlag für alle Kleeblattfans.
Doch dann tendierte das Spiel zusehends in Richtung Bremen, die Führung schien für den Aufsteiger eher schmeichelhaft zu sein. Und prompt traf Nils Petersen mit einem Kopfball für Werder eine Minute vor der Pause ins Tor, Max Grün hatte keine Chance.
In den zweiten 45 Minuten fing sich das Kleeblatt wieder. Ganz gute Aktionen von Asamoah und Stürmer Edu, der dann in der 61. Minute durch Pekovic ersetzt wurde. Die Mannschaft spielte leidenschaftlich und wusste sich vor allem im Mittelfeld zu behaupten. Trotzdem: Das spannende Spiel endete mit 1:1 unentschieden, und die Spielvereinigung ist nach dem 4:1-Sieg des VfL Wolfsburg leider, leider wieder Tabellenletzter.
Übrigens spielt am Sonntag der RCD Mallorca zu Hause in Palma gegen Real Madrid. Das mallorquinische Team liegt derzeit auf dem achten Rang der Primera Division-Tabelle. Sollte der RCD bei Saisonende den sechsten Platz erreichen – und die Spielvereinigung über sich hinauswachsen und genauso gut platziert sein, dann könnten die beiden Mannschaften in der Europa League aufeinandertreffen. Dann hätten wir einen super Anlass, einen Ausflug nach Palma zu machen! Aber: Das sind reine Zukunftsvisionen!