Heimniederlage nach Gedenkminute für Sascha

SpVgg Greuther Fürth - FC IngolstadtTraurig fing das erste Rückrundenspiel des Jahres 2015 im Fürther Ronhof an: Eine Schweigeminute für Sascha L. vereinte die Spieler beider Mannschaften und alle Zuschauer. Sie gedachten des Verbrechens, das in der Nacht zum vergangenen Sonntag bei der U-Bahn-Haltestelle Jakobinenstraße passiert war: der Tod des 28-jährigen Sascha. Bei einem offenbar belanglosen Streit wurde er durch eine Messerattacke getötet. Er war treuer Fan der Spielvereinigung gewesen, hatte eine Dauerkarte und war zu fast allen Auswärtsspielen gefahren. Das Kleeblatt-Team spielte heute für Sascha mit Trauerflor.
Die Partie bei eisigen Temperaturen begann hektisch. Relativ schnell war klar, dass der Tabellenführer – der 1. FC Ingolstadt –  zwar nicht dominierte, aber auf keinen Fall schwach agierte. Am Spielfeldrand rotierten der Trainer der „Schanzer“, der Ex-Fürther Ralph Hassenhüttl, und der Fürther Coach Frank Kramer. Ihm hätte eine weiß-grüne Boshimütze von Julian bestimmt noch besser gestanden als das schwarze Modell auf seinem Kopf.
Egal, in der 30. Minute kam der völlig unnötige 1:0-Treffer der Ingolstädter. Keeper Wolfgang Hesl reagierte zu behäbig, und der relativ lasche Ball von Pascal Groß ging ins Fürther Tor. Die Kleeblätter wirkten nicht überzeugend, sie machten vielmehr oft einen eher hilflosen Eindruck.
Halbzeitpause zum Relaxen und Aufwärmen für die gut 9000 Zuschauer im Stadion am Laubenweg. Diese Winterspiele bestechen oft durch frostige Temperaturen und haben dadurch besonderen Charme. Nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit keimte bei den Fürther Zuschauern die Hoffnung auf, dass die SpVgg vielleicht das Ruder herumreißen könnte. Denn das Geschehen spielte sich zunehmend im Strafraum der „Schanzer“ ab, aber die wenigen guten Chancen konnten die Kleeblätter nicht in ein Unentschieden verwandeln.Was auch nach dem Trainingslager im türkischen Belek und trotz des Engagements von Sebastian Freis der Spielvereinigung immer noch fehlt, sind Ideen. Der Angriff ist zu durchschaubar und ohne Verve, selten gelingt ein Abschluss wie der in der 60. Minute von Florian Trinks. Er schoss allerdings knapp am Ingolstädter Tor vorbei.

Klar, gegen den Tabellenführer zu gewinnen, das wäre zu schön, um wahr zu sein. Aber wie sagte unser Fischhändler auf dem Fürther Wochenmarkt heute so treffend: Eigentlich könnte man gegen so einen Gegner locker aufspielen, ohne jeden Druck. Aber diese Coolness, die hatte das Kleeblatt eben nicht. Die nächste Begegnung findet am Rosenmontag, 16. Februar, in Hamburg statt. Da tritt die SpVgg gegen den momentanen Tabellenletzten, den FC. St Pauli an.

Schwarze Woche für das Kleeblatt!

sararer2Mund abwischen – weitermachen! Diese alte Fußballerweisheit (übrigens eine gerne verwendete Redensart von Ex-Nationalkeeper Oliver Kahn)  muss sich die Spielvereinigung zu Herzen nehmen und zuversichtlich nach vorne blicken. Nach drei vergeigten Begegnungen in nur acht Tagen haben die Kleeblätter einen ganz schönen Dämpfer bekommen. Und auch die Käsefrau meines Vertrauens am Fürther Wochenmarkt meint, dass den Spielern der Erfolg zu Anfang der neuen Saison vielleicht etwas zu Kopf gestiegen ist.

Nach dem verlorenen Spiel bei Tabellenführer Hertha BSC und dem 1:2 gegen den – inzwischen – Zweitplatzierten Erzgebirge Aue war das Fürther Team Mitte der Woche ja auch noch gegen den FC Augsburg aus den Pokal geflogen. Aber „the show must go on“. Und Trainer Mike Büskens hat einigen seiner Mannen schon mal kräftig die Leviten gelesen. Der eine oder andere – ohne hier Namen zu nennen – lässt Power und Einsatzbereitschaft vermissen. Auch so mancher Zuschauer in der Trolli ARENA fragt sich, ob man es vor der Winterpause jetzt schon ruhig angehen lassen möchte. Das wäre eindeutig zu früh, denn bis dahin stehen noch sieben Spieltage auf dem Programm. Am Samstag, 6. November, muss die SpVgg schon mal beim MSV Duisburg antreten. Das ist kein leichter Gegner, und es wird sich zeigen, ob der Fürther Coach es bis dahin verstanden hat, seine Mannschaft heiß zu machen!

Happy Birthday, Greuther-Weiber!

Mir selbst wäre es gar nicht aufgefallen, aber ein Freund machte mich gestern darauf aufmerksam: Wir „Greuther-Weiber“ feiern unseren ersten Geburtstag. Der erste Beitrag erschien am 17. Juli 2009 zum Thema „Frauen und Fußball – Ja, bitte!“. Ein Jahr gibt es unser Blog, über 150 Postings. Cool!

Greuther_Geb 003Im Juli vergangenen Jahres haben wir – also uwo, sabbel und ich – damit begonnen, alles Mögliche rund um die Spielvereinigung in unserem Blog aufzugreifen. Das waren zum Teil lustige Begebenheiten, sportliche Besonderheiten, Informationen rund um die Spieler und Trainer oder auch Ungerechtigkeiten, die sich die Mannschaft und die Fans der Kleeblätter – z. B. beim DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern im arroganten München – gefallen lassen mussten. Besonderen Spaß machen uns immer Themen, die sich um Randerscheinungen des Fürther Vereins drehen.
Sehr kontrovers haben unsere Blog-Leser zu Beginn ja auf unseren Namen „Greuther-Weiber“ reagiert. Dieses ungeliebte „G-Wort“ ist eben offenbar für viele eingefleischte Fans noch immer ein rotes Tuch. Aber nach der Fusion mit dem TSV Vestenbergsgreuth im Jahr 1995 war es eben nur fair, dass irgendein Teil des Vereinsnamens auch im neuen Namen der Spielvereinigung Fürth auftauchen mußte. Und uns erscheint das Wortspiel „Greuther-Weiber“/Kräuter-Weiber auch nicht so abwegig!

Großen Spaß machen mir persönlich jedes Mal Interviews mit Fürther Persönlichkeiten, die sich – wie auch immer – mit der SpVgg beschäftigen oder einen Bezug dazu haben. So der Direktor des Schliemann-Gymnasiums, der Fischmann Bernd Bellack auf dem Wochenmarkt der Fürther Freiheit oder Roland Kastner, ehemaliger Torwart der SpVgg, der inzwischen ein Sportgeschäft in der Friedrichstraße hat.

Ich hoffe, dass die Resonanz auf unser Blog so positiv und groß bleibt wie im ersten Jahr. Wer zwei der drei Greuther-Weiber noch mal in Aktion sehen möchte, der kann unser Gespräch mit Anabel Schaffer in der NZ-Klickparade anschauen. Und: Wir werden uns bemühen, immer wieder ungewöhnliche und witzige Thmen am Rande des Kleeblatts aufzugreifen. Versprochen!

Sein Herz schlägt fürs Kleeblatt und den Club

Dass Fürth in vieler Hinsicht besser ist als sein Ruf – nicht nur aus Sicht der benachbarten Nürnberger! -, darüber habe ich ja schon öfters geschrieben. Und dass es in Fürth viele Menschen gibt, die sich auf oft ungewöhnliche Art für das Wohl der Stadt einsetzen, das ist inzwischen auch über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Anders sieht es noch immer beim Thema „Spielvereinigung Greuther Fürth“ aus. Obwohl es in der Stadt viele eingefleischte Kleeblattfans gibt, sind die Zuschauerzahlen bei Spielen im Playmobil-Stadion oft mehr als dürftig: Man muss sich schon über 7500 Gäste freuen.

Echte Fußballfans findet man hier allerorten: Vor kurzem habe ich von meiner Käsefrau auf dem Fürther Wochenmarkt berichtet. Sie hat in ihrem Käsesortiment einen grünen Wasabikäse, der schon von der Farbe her das Herz eines echten Kleeblattfans erfreut. Und ich bin jetzt wieder fündig geworden: YouTube Preview ImageEs gibt einen Fischstand auf der Freiheit, wo jeden Mittwoch und Freitag frischer Fisch und verschiedene Spezialitäten angeboten werden. Es gibt z.B. Lachssemmeln in dreierlei Variationen oder frische Forellen und Bachsaiblinge. Besitzer Bernd Bellack aus Veitsbronn (aber im Fürther Klinikum geboren!) bedient seine Kunden, die oft von weit her nur wegen des Fisches nach Fürth fahren, herzlich und zuvorkommend. Es ist eine Freude, bei ihm zu kaufen. Greuther Fürth April 2010 012Und auch Bernd Bellack hat zwei Delikatessen in der Kleeblatt-Vereinsfarbe „grün“ in seinem Repertoire: einen grünen Seealgen-Salat und „Grüne Heringe“ (Als „grüne Heringe“ werden frische, also nicht eingelegte Heringe bezeichnet. Der Name bezieht sich nicht auf ihre Farbe, sondern hat hier die Bedeutung von „frisch, jung, unreif“.)

Greuther Fürth April 2010 001Die Besonderheit von „meinem Fischmann“ ist aber folgendes: er mag den Club und die Spielvereinigung (fast) gleichermaßen.
„Was?“ werden sich da meine Blogkollegen von den „3 Clubfreunden“ denken. Ist dieser Mann denn schizophren? Nein, dem ist nicht so. Im Zweifelsfall – z.B. beim Derby SpVgg gegen 1.FCN – ist ihm der „Club“ näher. Aber er erkennt die sportliche Leistung der Kleeblätter an und wünscht ihnen, dass sie es irgendwann mal schaffen, in die erste Bundesliga aufzusteigen. Bernd Bellack denkt global: Er möchte vor allem, dass nach so vielen Schicksalsschlägen wie dem Schließen von Quelle und anderen Unternehmen, es mit den Städten Fürth und Nürnberg  und der Region wirtschaftlich endlich wieder spürbar nach oben geht. Und er hofft, dass in Zukunft wieder mehr Fürther in der Fürther Innenstadt einkaufen und nicht per U-Bahn direkt von der Hardhöhe nach Nürnberg durchfahren.

Das Wort des Fischmannes in Gottes Ohr. Auf jeden Fall muss man als Fürther, wenn man super leckeren Fisch kaufen möchte, nicht weiter als bis zum Markt auf der Fürther Freiheit gehen. Probieren Sie doch mal die grünen Fürther Fischspezialitäten!