Heimsieg in allerletzter Minute

tripic_radokiIn der allerletzten Spielminute traf der eingewechselte Joker Zlatko Tripic ins Bielefelder Tor und machte den Einstand des neuen Fürther Trainers Janos Radoki zum Erfolg.
„Schau´mer uns des Drama an“, brummelte mein Nachbar im Ronhof kurz vor dem Anpfiff und brachte das auf den Punkt, was sich viele Kleeblattfans insgeheim dachten: Was wird die Entlassung von Stefan Ruthenbeck nützen, den Janos  Radoki beerbt hat? Wird die Mannschaft aufgerüttelt, und begreift sie endlich, worum es geht? Nur 7305 Zuschauer waren im Stadion, wobei es keine Ausreden wegen starker Kälte oder schlechten Wetters gab. Ich hätte mehr erwartet, denn man durfte gespannt sein, was Radoki in nur vier Tagen auf die Beine gestellt hatte, und ob das, was er angekündigt hatte – mehr Aggressivität und Pressing -, so schnell umgesetzt werden konnte.
Kurz gesagt: nein. Und das kann man nach vier Tagen auch nicht erwarten. Aber immerhin gelang es der Spielvereinigung nach einer halben Stunde, das Führungstor zu machen. Nach der Hereingabe von Djokovic landet ein abgefälschter Franke-Kopfball am Bielefelder Pfosten, der Fürther Innenverteidiger kommt nochmal an den Ball und gibt ihn an Nicolai Rapp, der mit Schmackes  ins Tor von Ex-Kleeblatt Wolfgang Hesl schießt. Ein erster Treffer, der auf mehr hoffen lässt.

Nach der Halbzeitpause – und damit früher, als es Ruthenbecks Konzept war – nahm der neue Trainer einen Spielerwechsel vor: Serdar Dursun kam für Ante Vukusic. Oft geht ja ein Ruck durch das Team, wenn Dursun auf den Platz kommt. Aber diesmal wirkte das Kleeblatt weiter eher gedämpft und passiv. Echte Torchancen gab es wenige. Und Arminias Keeper Hesl war – wie auch zu seinen Fürther Zeiten – oft vorne im 16-Meter-Raum, weit entfernt vom Tor und harrte der Dinge, die noch kommen sollten. Was da kam, hatte dann allerdings eher mit dem Schlussmann des Kleeblatts zu tun: Unglücklich spitzelt des 1:0-Tores Nicolai Rapp den Ball in der 77. Minute, nach der Hereingabe von Görlitz, mit dem linken Fuß zum 1:1-Ausgleich ins eigene Tor – Balasz Megyeri chancenlos!

Dann ging es weiter wie so oft in letzter Zeit. Die Zuschauer ärgern sich, dass die Ausbeute für die Spielvereinigung wohl wieder nicht mehr als einen Punkt betragen wird. Diesmal mussten die Fürther gegen den Tabellenfünfzehnten zittern, und die Ostwestfalen drohten sogar noch in Führung zu gehen. „Krieg´n die den Ball amal wech, der Hühnerhauf´n?“, echauffierte sich mein Nachbar erneut und sprach bestimmt manchen Kleeblattanhängern aus der Seele. Die Minuten verrinnen, das Spielende naht. Da gewinnt Serdar Dursun wie aus heiterem Himmel im Mittelfeld zwei Kopfballduelle und legt den Ball Joker Tripic in den Lauf. Der fackelt nicht lange und schlenzt die Kugel Wolfgang Hesl durch die Beine ins Tor. 2:1 in der allerletzten Spielminute, das Kleeblatt im Glück.

Das Ergebnis ist ein guter Start für den neuen Coach Janos Radoki. Er muss sich jedoch jetzt ganz schnell etwas einfallen lassen, um seine Mannschaft konditionell und mental zu puschen. Nach der Devise: Schneller an den Gegner rangehen, sich mehr trauen, konsequenter agieren! Das müssen die Kleeblätter in den kommenden Wochen und Monaten beherzigen. Und dann klappt es auch mit einem guten Tabellenplatz in der Zweiten Liga!

Das ist wahre Treue: 70 Jahre Kleeblattfan

karola_keil_greutherweiberblogAls Karola Krebs 1928 geboren wurde, war die Spielvereinigung Fürth gerade mal 25 Jahre alt. Heute ist die rüstige Wahl-Fürtherin (eigentlich hat sie in Frankfurt am Main das Licht der Welt erblickt, ist aber dann in der Fürther Amalienstraße groß geworden) mit 88 Jahren nach wie vor eingefleischter Kleeblattfan. Karola Keil (wie sie heute heißt) wohnt in einem Seniorenheim nahe der Foerstermühle und verfolgt mit Interesse die sportlichen Erfolge und Begebenheiten rund um die SpVgg. Spontan sagte sie zu, uns für den Greuther-Weiber-Blog ein Interview zu geben.

In den Verein eingetreten ist Frau Keil 1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Ursprünglich interessierte sie sich mehr für Hockey, dann fürs Schwimmen und hat als Trainerin viele Kinder für das kühle Nass begeistern können.
Das Kleeblatt und der Fürther Fußball sind aus ihrem Leben nicht wegzudenken. Ihre Lieblingsspieler? Allen voran Ex-Nationalspieler Richard Gottinger, der 630 mal fürs Kleeblatt auflief, und zwar zwischen 1947 und 1962. Und natürlich Herbert „Ertl“ Erhardt, der während seiner aktiven Zeit bei der SpVgg 50 Länderspiele für Deutschland bestritt und an drei Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Last but not least Keeper Roland Kastner.
Karola Keils Stammplatz im Ronhof war immer auf der Gegengeraden, Block G, Reihe 14, Sitz 26. Bis vor wenigen Jahren versuchte sie, bei möglichst vielen Heimspielen im Stadion zu sein, um „ihre“ Mannschaft anzufeuern. Heute kann sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen dem Kleeblatt nur noch aus der Ferne die Daumen drücken. Sie hofft aber, bald wieder gemeinsam mit ihrer Familie bei einem Spiel dabeisein zu können.

Riesengroß war Frau Keils Freude, als die SpVgg 2012 in den deutschen Fußball-Olymp – die Bundesliga – aufstieg. Ob es diese Saison wieder klappen könnte? – Karola Keil ist skeptisch. Ganz im Gegensatz zu ihrer Tochter, die am Ende dieser Spielzeit die SpVgg auf dem zweiten und den Club auf dem vierten Tabellenplatz der Zweiten Liga sieht. Aber dass in der aktuellen Mannschaft viel Potenzial steckt, davon ist die ältere Dame überzeugt. Beweis: Der 2:1-Derbysieg gegen den Club in der vergangenen Woche.

Karola Keil besitzt viele Fanutensilien, besonders stolz ist sie auf ihr Hesl-Trikot mit der Rückennummer 1 (Foto), auf dem alle Kleebattspieler unterschrieben haben. Gerne erinnert sie sich an den bei einer Verlosung (Losnummer 8) gewonnenen Nachmittag am Grünen Markt, wo sie mit dem damaligen Torhüter Wolfgang Hesl Eis essen war.

70 Jahre Kleeblattfan – wenn das nichts ist! Im November 2016 wird Karola Keil vom Verein für ihre jahrzehntelange Mitgliedschaft und ihr Engagement offiziell geehrt. Darüber freut sich auch die Familie, denn Frau Keils weiß-grüne Liebe und die Begeisterung für die Spielvereinigung teilen seit langem auch ihre Kinder, Enkel und Freunde. Und alle hoffen, dass beim nächsten Besuch von Karola Keil im Fürther Ronhof ein haushoher Sieg des Kleeblatts gefeiert werden kann. Oder vielleicht sogar noch mehr!?!

Kalte 4:2-Dusche auf der Alm

Arminia Bielefeld - SpVgg Greuther Fürth„Man(n) kann nicht genug davon haben“, stand auf einer Reklamebande in der Bielefelder Schüco-Arena – in der zweiten Halbzeit direkt beim Tor von Sebastian Mielitz. Als ob die Abstiegskandidaten aus Ostwestfalen die Zahl ihrer Tore vorhergesen hätten. Arminia Bielefeld hat die heutige Partie souverän mit 4:2 gewonnen. Ein Armutszeugnis für die Spielvereinigung, die sich bei den Begegnungen der letzten Spieltage in hervorragender Form gezeigt hatte.
Bei Sonnenschein und Schneeschauer war dieser 24. April zumindest wettertechnisch typisch. Das Kleeblatt startete eher schwach ins Spiel, dann gab Johannnes Wurtz in der 15. Minute an der Strafraumgrenze einen Pass an Robert Zulj, der nicht lange zögerte und mit einem 18-Meter-Flachschuss Wolfgang Hesl im Arminia-Tor keine Chance ließ – 0:1. Doch schon fünf Minuten später erfolgte der Ausgleich, der bei der Leichtfertigkeit, mit der die SpVgg heute das Wort „Abwehr“ behandelte, niemanden verwunderte. Fabian Klos traf ins Kleeblatt-Tor (Foto). Und um es gleich vorwegzunehmen: Klos sollte zum Mann des Tages avancieren und mit einem Hattrick seiner Mannschaft den Klassenerhalt ermöglichen. Dann vergeigte ausgerechnet Marco Stiepermann, der in der letzten Woche gegen Fortuna Düsseldorf noch ein Traumtor machte, eine Riesenmöglichkeit: Er stand unmittelbar vor Hesls Tor und schaffte es nicht, eine Bilderbuchvorlage von Zulj erfolgreich umzusetzen.

War die erste Halbzeit, die 1:1 endete, noch von Fußball auf Augenhöhe geprägt, sollte das Kleeblatt in den zweiten 45 Minuten untergehen. Im Zehnminutentakt machte Klos (50. und 60. Minute) das 2:1 und 3:1. Eine weiß-grüne Abwehr war heute praktisch nicht vorhanden. Da standen fünf, sechs Kleeblattspieler im eigenen Strafraum und schauten mit großen Augen zu, was die Arminen dort abzogen. Keine Aktivität, keine Reaktion, wenig Initiative.
Spektakulär aus Fürther Sicht wurde es dann in der 66. Minute: Julian Börner störte einen Pass von Sebastian Freis und katapultierte den Ball über den verdutzten Wolfgang Hesl aufs eigene Tor. Das Leder sprang an die Latte und von dort auf oder hinter die Torlinie. Tor oder nicht?, das war hier die Frage.  Ein typisches „Wembleytor“? Das dann vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde. Der Unparteiische schwächelte auch einige Minuten später, als er einen klaren Elfmeter für Arminia Bielefeld nicht gab.
Pechvogel Börner machte dann seinen Fauxpas wett, als er 15 Minuten vor Spielende das 4:1 schoss. Nach einem Eckball von Ulm glänzte die Kleeblatt-Abwehr erneut durch Nichtkönnen, sie ließ den Ball  passieren, und Börner köpfte gnadenlos ein. Und noch einmal war es Julian Börner, der ein Tor machte – allerdigs ein Eigentor. In der Schlussminute trat Robert Zulj einen Freistoß und zirkelte den Ball scharf auf Hesl. Der reagierte unsicher und ließ das Leder nach vorne prallen. Der zurückgeeilte Börner wollte helfen, behinderte seinen Schlussmann aber,  und nach einem kuriosen Hin und Her gelangte der Ball schließlich zum 4:2 ins eigene Tor.
Das war heute ein kurzweiliges, torreiches Spiel, bei dem sich die Spielvereinigung vor zirka 200 angereisten Kleeblattfans allerdings von ihrer schwachen Seite zeigte. Dem Kleeblatt können die verpassten drei Punkte (Gott sei Dank!) egal sein, es kann weder ab- noch aufsteigen. Arminia Bielefeld hat der 4:2-Sieg den Hals gerettet, sie haben den Klassenerhalt in der Zweiten Liga geschafft.
Nächsten Samstag, 30. April, empfängt die Spielvereinigung den 1.FC Heidenheim im Sportpark Ronhof. Der rangiert aktuell einen Rang hinter den Achtplatzieren Kleeblättern, die heute den Sprung auf den sechsten Platz verpasst haben. Eigentlich ist die Mannschaft kein so interessanter Gegner, trotzdem sollte die SpVgg aufpassen, dass sie den guten Eindruck der letzten Wochen nicht komplett verspielt.

Kein flüssiges Spiel auf holprigem Rasen

SpVgg Greuther Fürth - Arminia BielefeldSchade, das war heute leider eine Nullnummer im Fürther Ronhof beim Spiel gegen Arminia Bielefeld. Da trifft der Sechst- auf den Zwölf-Platzierten, eine reelle Chance für die Spielvereinigung nach der Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf drei Punkte klar zu machen. Aber es hat nicht geklappt.

Obwohl – und das werden auch die größten Kleeblattkritiker zugeben – die Heimmannschaft eigentlich das bessere Team war. Aber es ist wieder nicht gelungen, aus guten Kombinationen und überlegten Aktionen zum Abschluss – sprich Torschuss – zu kommen. Nehmen wir als Beispiel Veton Berisha: Er ist immer vorne, läuft und läuft, hat die Übersicht und engagiert sich. Er ist im entscheidenden Moment am richtigen Ort. Aber dann verlässt ihn der Mut und seine Schüsse gehen ins Leere. Oder über das gegnerische Tor. Dann ist die Enttäuschung natürlich groß (Foto)! Das „feindliche“ Tor wurde heute vom Ex-Fürther Wolfgang Hesl verteidigt, der vermutlich mit einigem Wehmut zu seiner alten Wirkungsstätte kam. Überrascht hat ihn vielleicht vor allem die schlechte Qualität des Rasens, der  einem Dorfacker alle Ehre machen würde

Eine strittige Szene fand in der 26. Spielminute statt: Als Sebastian Mielitz nach einem zu kurzem Rückpass von Marco Caligiuri den Bielefelder Stürmer Klos zu Fall brachte. Schiedsrichter Florian Heft war gnädig, er hätte durchaus auf Elfmeter entscheiden können. Allerdings glich sich das kurz später aus: Jurgen Gjasulas Schuss touchierte im Strafraum Börnes Hand. Auch hier hätte man einen Elfmeter geben können, aber Heft ließ abermals weiterlaufen. So waren beide Teams quitt.

Das waren heute Abend 90 Minuten im Ronhof, die nicht besonders spannend waren. Obwohl das Kleeblatt für mich die klar bessere Mannschaft war. Nächstes Wochenende ist Länderspielpause. Ganz gut, da kühlen sich die Gemüter ab. Und dann gastiert die Spielvereinigung am Sonntag, 22. November, beim 1. FC Heidenheim. Der liegt wie das Kleeblatt aktuell im Tabellenmittelfeld. Hoffentlich wird die Partie in Heidenheim für die SpVgg erfolgreicher!

Der Kleeblatt-Kader ist heiß auf die neue Saison

SpVgg Greuther Fürth

So sieht sie also aus: Die neue Mannschaft des Kleeblatts für die Saison 2015/16 in der  Zweiten Bundesliga. Anders als im vergangenen Jahr war die Transferliste heuer nicht allzu lang. Einer der wichtigsten und einscheidendsten „Abgänge“ war wohl der von Kapitän und Tormann Wolfgang Hesl, der in den Norden zu Arminia Bielefeld wechselte. Und auch die Trainerfrage wurde mit dem Aalener Coach Stefan Ruthenbeck nach längerem Hin und Her gelöst. In den letzten Tagen kamen noch ein paar Neuzugänge dazu. Die Konstanten in der neuen Spielzeit sind neben Stephan Schröck, Benedikt Röcker, Marco Caligiuri und Tom Weilandt natürlich auch Niko Gießelmann und einige andere. Das gesamte Team ist hier genauer aufgelistet.

Gut gefällt mir der kurze Videoclip auf der Website der Spielvereinigung über das Fotoshooting. Das macht Stimmung und zeigt, wie gut die Mannschaft im Moment drauf ist.
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Kleeblatt in Zukunft ohne „Wolle“ Hesl

Die Würfel sind gefallen: Wolfgang Hesl verlässt die Spielvereinigung. Heute hat er seinen Vertrag mit dem Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld klar gemacht. Der 29-Jährige wechselt ablösefrei und erhält einen Zweijahreskontrakt bis 30. Juni 2017. Für viele Kleeblattfans ist das – trotz aller Gerüchte in den vergangenen Wochen – ein echter Schock. Und auch ich bin verwundert. Natürlich hat er im Gespräch mit mir vor drei Wochen nichts zum Thema „Vereinswechsel“ rausgelassen. Aber ich hatte den subjektiven Eindruck, dass ihm die Nähe zu seiner Heimat in der Oberpfalz im Zweifelsfall wichtiger ist als die Neuverpflichtung bei einem anderen Verein.

Wie dem auch sei: „Wolle“ Hesl ist in Zukunft kein Kleeblatt mehr. Das wird für den Fürther Verein, der gerade in vielen Bereichen einen Umbruch durchmacht, nicht einfach werden. Hesl war erfolgreicher Kapitän und hat den Kleeblättern so manche Niederlage erspart. Er war (fast) immer zur Stelle, wenn es im Strafraum des Kleeblatts brenzlig wurde. Und hat vom Tor aus versucht, seine oft demotivierten Teamkollegen zu coachen.

Ob Wolfgang Hesl bei seinem neuen Arbeitsgeber glücklich wird und als Keeper Erfolge hat, das wird sich zeigen. Für ihn, der seit Juli 2012 bei der SpVgg war, gegen Mitte der Bundesligasaison 2012/13 Max Grün als Stammtorhüter ablöste und mit dem Kleeblatt alle Höhen und Tiefen mitgemacht hat, ist ein Orts- und Arbeitgeberwechsel auf jeden Fall eine neue Perspektive. Erleichtert werden all jene sein, die befürchtet hatten, dass Hesl zum „Club“ wechseln könnte. Ich persönlich hätte allerdings nicht erwartet, dass er zu einem Verein wie Arminia Bielefeld geht.
Die Greuther-Weiber wünschen Dir, Wolle, alles Gute. Und wir hoffen, dass Du nach wie vor ein treuer Leser unseres Blogs bleibst!

Mehr Glück als Verstand: Kleeblatt bleibt in der Zweiten Liga!

RB Leipzig - SpVgg Greuther FürthMeine aktuellen Gefühle zu beschreiben ist nicht schwer: Es ist vor allem Erleichterung über den Verbleib der Spielvereinigung in der Zweiten Liga. Das letzte Spiel einer nicht besonders erfolgreichen Saison 2014/15 endete heute mit einer verdienten 0:2-Auswärtsniederlage gegen RB Leipzig. Das Spiel war ein Abziehbild der meisten Begegnungen und symptomatisch für die sportliche Klasse des Kleeblatts und seine Form in dieser Spielzeit: Fehlpässe en masse, ein engagierter Stephan Schröck, dem im entscheidenden Moment ein Teamkollege zum Abspielen fehlt. Eine immer wieder ratlos wirkende Mannschaft, für die Pressing ein Fremdwort zu sein scheint: Man harrt der Dinge, die da kommen, und wirkt in manchen Szenen so, als ob man mit dem Geschehen auf dem Platz rein gar nichts zu tun hätte. Und: ein überragender Torwart Wolfgang Hesl. Ohne dessen Leistung die Spielvereinigung viel mehr Gegentore bekommen hätte. Und jetzt nicht auf dem schmeichelhaften 14. Tabellenplatz, sondern noch weiter unten stünde.
RB Leipzig war heute einfach die bessere Mannschaft und spielte den effektiveren Fußball. Als gegen Ende der zweiten Halbzeit klar war, dass das Kleeblatt nicht mehr siegen würde, richtete sich die Konzentration der angereisten 2000 Fürther Fans im RB-Stadion und der Kleeblattfans zu Hause vor den Fernsehern auf die Ergebnisse der anderen potentiellen Abstiegskandidaten in der Zweiten Liga. Denn nur dank der Resultate der Konkurrenz startet die SpVgg auch in der Saison 2015/16 in der Zweiten Liga. Zu meiner großen Freude schafft der SV Darmstadt außer dem FC Ingolstadt den direkten Aufstieg in die Bundesliga, der Karlsruher SC geht in die Relegation gegen den Hamburger SV. Und die Absteiger in der Zweiten Liga heißen VfR Aalen und Erzgebirge Aue. 1860 München, mit denen man als Kleeblattanhänger so manche Rechnung offen hat, muss ebenfalls in die Releagtion – gegen Holstein Kiel. Ich persönlich hätte nichts  gegen den Erfolg des norddeutschen Vereins.

Also: Eine Saison mit vielen Tiefschlägen geht für die Spielvereinigung zu Ende. Der Verein ist letzten Endes mit einem blauen Auge davon gekommen. Jetzt sollte man diese Spielzeit ganz schnell abhaken, sich erholen. Und bis zum Anpfiff der Spielzeit 2015/16 Ende Juli werden die Karten neu gemischt. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Engagement eines guten Stürmers?

Keeper Wolfgang Hesl trifft auf Greutherweib Kiki

WH_KH_2015Am nächsten Sonntag, 24. Mai, findet für die Spielvereinigung um 15.30 Uhr (mal wieder) ein „Spiel der Spiele“ statt. Es geht um den Klassenerhalt in der Zweiten Liga. Das hätten sich die Fans vor einem Jahr nicht träumen lassen. Damals spielte das Kleeblatt in der Relegation gegen den Hamburger SV, um den Wiederaufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Leider scheiterten die Fürther trotz eines hervorragenden und eines akzeptablen Spiels – sie blieben nach der torlosen Partie in Hamburg mit einem 1:1-Unentschieden im Ronhof zweitklassig.
Am Sonntag also geht’s nach Leipzig. Im Stadion sind mindestens 2000 Kleeblattfans, die die 300 Kilometer weite Anreise auf sich nehmen, um „ihren“ Verein lautstark zu unterstützen. Die Spielvereinigung sollte unbedingt gewinnen, um sich aus eigener Kraft im „Herzschlagfinale“ dieser Saison den drohenden Abstieg in die Bedeutungslosigkeit zu ersparen.

Die Zeit bis zum Spiel habe ich mir in dieser Woche bei der Eröffnung eines neuen Restaurants verkürzt. Interessante Architektur, stylischer Lounge-Garten, sehr gute italienische Küche – ich denke, ein echter Gewinn für Fürth. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dort einige Profispieler der Spielvereinigung zu sehen. Mit Kleeblatt-Keeper Wolfgang Hesl habe ich mich unterhalten: über das gewonnene Spel gegen den SV Darmstadt am letzten Wochenende und die sportliche Zukunft des Kleeblatts. Hesl ist ein wirklich sympathischer, netter Typ. Und: Er liest unseren Greuther-Weiber-Blog! Hier habe ich ja schon mehrfach über ihn geschrieben. Zum Beispiel über seine „magischen Torwarthände“, im Januar 2013 haben wir ihm zum Geburtstag gratuliert. Und im Juni 2013 ging es um seine Entscheidung, in Fürth zu bleiben, und nicht zu einem anderen Verein zu wechseln. Ob das bald auch wieder Thema unseres Blogs sein wird?

Das Kleeblatt im Abstiegskampf – und Daisy gähnt

DaisyDer einzige Lichtblick am heutigen Nachmittag war Daisy. Nein, kein Gänseblümchen im Erzgebirgsstadion Aue, sondern unser Gasthund. Wegen Daisy haben wir auf die 500 Kilometer-Fahrt (hin und zurück) verzichtet und sind dafür lieber im sonnigen Fürth geblieben, um uns die wichtige Fußballbegegnung am Bildschirm anzusehen. Daisy, ein schwarzer Mischling, gehört eigentlich einem Clubfan. Allerdings muss man zu dessen Verteidigung sagen: Er war früher beruflich ab und zu im Ronhof und sieht sich auch heute ganz gerne mal ein Kleeblattspiel an. Und Daisy ist ebenfalls flexibel: Wir hatten sie stilecht weiß-grün ausstaffiert. Das Spiel fand sie allerdings (siehe Foto) eher ermüdend.

Als „Abstiegsduell“ zwischen dem 14. und 17. der Zweitliga-Tabelle hatte man die Partie der Spielvereinigung gegen Erzgebirge Aue im Vorfeld angekündigt. Das klingt nach Spannung und erbarmungslosem Fight, was dann allerdings nur zum Teil zutraf. Denn die Aktionen auf dem Spielfeld zeichneten sich in den ersten 45 Minuten primär durch hektisches Hin und Her und zahllose Fehlpässe aus. Wo blieben strategisch kluge Spielzüge oder raffinierte Pässe? Natürlich sind solche Spiele, wo es de facto um den Klassenerhalt geht, immer von Nervosität und Verzweiflung geprägt. Aber: Beide Teams sind die Mannschaften der Zweiten Liga mit der schlechtesten „Chancenverwertung“. Den Beweis dafür erbrachten sie auch heute wieder. Kein Tor in gut 90 Minuten, obwohl sich alle 22 Spieler deutlich sichtbar aufarbeiteten. Aber die Effektivität blieb auf der Strecke. Von den Kleeblättern machte – bis auf Torwart Wolfgang Hesl – keiner eine wirklich gute Figur. Er hielt immerhin drei gefährliche Attacken der Sachsen.
Das Selbstbewusstsein der Fürther ist offenbar auf dem Nullpunkt. Und auch Testspiele wie gegen den SC Eltersdorf, das die SpVgg am Mittwoch nur mit 1:0 gewann, motivieren nicht gerade. Trainer Mike Büskens stand heute am Spielfeldrand und konnte einem wirklich leid tun. Bestimmt versucht er permanant, seine Jungs spielerisch zu mobilisieren. Aber es reicht einfach nicht. Weder gegen gute Mannschaften noch gegen Kellerkinder wie Erzgebirge Aue kann das Kleeblatt richtig punkten. Es spielt einfach zu harmlos. Und einen Stürmer, der auch mal in den gegnerischen Kasten trifft, den kann man nicht aus dem Hut zaubern. Die zirka 800 angereisten Kleeblattfans hatten auf jeden Fall wenig Freude.
Das Spiel endete (für das Kleeblatt glücklich) mit einem 0:0-Unentschieden – nach einer turbulenten Endphase, in der die Sachsen fast noch ihr Tor gemacht hätten. Vorher war nach einem Check sogar der Schiedsrichter Martin Thomsen zu Boden gegangen und hatte sein Freistoßspray verloren.

In einem Freundschaftsspiel empfängt die SpVgg am kommenden Freitag, 27. März, um 15 Uhr zu Hause den Tabellenführer FC Ingolstadt. Und das nächste Pflichtspiel ist dann am Ostersamstag. Der Gegner heißt Eintracht Braunschweig.

0:3 – Das Kleeblatt im Abstiegskampf

Hesl_1860Ich war mir heute absolut sicher, dass das Kleeblatt gewinnt und sich für den verpatzten Wiederaufstieg am Ende der letzten Saison bei 1860 München revanchiert. Und die Mannschaft fing auch vielversprechend an: Ruhig und konzentriert, mit Zug nach vorne und einigen guten Chancen in den ersten zehn Minuten. Eine Viertelstunde nach Anpfiff sah es nicht nur für mich, sondern auch für viele Kleeblattfans im Stadion so aus, als ob es mit der Spielvereinigung endlich wieder aufwärtsgehen würde. Alle waren sich sicher, diese Partie zu gewinnen.
Doch wie so oft im Leben kam es ganz anders: Die Fürther verloren das bayerische Derby vernichtend mit 0:3, und damit ist der Abstiegskampf in die Dritte Liga leider eingeläutet.
Ans Herz war der Einlauf der Mannschaften gegangen: Die Kleeblattspieler hatten Kinder mit Handicap an der Hand, so lebt der Verein das Thema „Inklusion“. Seit dem 24. Oktober 2014 sind die Kleeblätter ohne Heimsieg. Heute waren sie oft in Ballbesitz, kamen allerdings einfach nicht zu einem erfolgreichen Abschluss. Das erste Tor der Löwen fiel dann überraschend durch Krisztian Simon in der 34. Minute. Wieder mal war der Fürther Keeper Wolfgang Hesl zu weit aus dem Torraum gelaufen (ähnlich wie im letzten Spiel gegen 1860 im September 2014) , so dass der Löwe eiskalt seinen Angriffsschuss verwandeln konnte.

13 370 Zuschauer mussten dann nach der Pause die Demontage der SpVgg mit anschauen. Obwohl das Team aktiv spielte, fand es keine Lösung, die Münchner in ihre Schranken zu weisen. Benedikt Röcker kam im Laufduell Korbinian Vollmann nicht hinterher und musste völlig konsterniert zusehen, wie der den Ball eiskalt im Tor versenkte – 0:2 in der 65. Minute.
Doch damit nicht genug. Ausgerechnet der Ex-Fürther Daniel Adlung wurde sechs Minuten später vor dem Strafraum nicht attackiert, so schoss er bombensicher von halblinks oben rechts ins Tor – Hesl war machtlos.
Die Spielvereinigung hofft weiterhin auf einen Heimtreffer. Mike Büskens kann einem wirklich leidtun. Er versucht, Gelassenheit und Souveränität in die Mannschaft zu bringen. Und gute Ansätze sind auch da. Aber der Fürther Sturm ist einfach zu schwach und ohne Durchschlagskraft. Mit 28 Punkten kommt man nicht aus dem unteren Mittelfeld der Zweitliga-Tabelle (aktuell Platz 14!) heraus. Im Gegenteil: 1860 München rückt nach dem heutigen Sieg bedrohlich näher.
Die Spielvereinigung ist am Sonntag, 22.März, bei Erzgebirge Aue zu Gast. Die liegen momentan auf dem 16. Tabellenplatz. Also: Für das Kleeblatt geht es um die Wurst!