Fürther Kapitän auf Zidanes Spuren?

Wer erinnert sich nicht an das Finale der WM 2006, als Frankreichs Fußball-Legende Zinédine Zidane mit einem Kopfstoß gegen Italiens Mario Materazzi seiner Wut freien Lauf ließ? Der Schiedsrichter verwies Zidane mit der Roten Karte des Feldes, Italien wurde Weltmeister. Der Fall Zidane ist in die Annalen der Fußball-Geschichte eingegangen und immer wieder ein gutes Beispiel für Unbeherrschtheit und Aggression auf dem Spielfeld.

Auf den Spuren des berühmten französischen Nationalspielers versuchte sich jetzt offenbar der Kapitän der Spielvereinigung Greuther Fürth, Marino Biliskov: Tatort war das Stadion beim DFB-Pokalspiel gegen Wormatia Worms. Nach einem verbalen Hin und Her mit Vereinskollegen Sami Allagui packte Biliskov ihn am Hals und verpaßte Allagui einen Stoß mit der Nase. Was genau der herben Attacke voraus ging, ist nicht bekannt. „Opfer“ Allagui dazu: „Ich habe keine Ahnung, warum er so reagiert hat. Ich will es eigentlich auch gar nicht wissen.“

Die Folgen für Biliskov von Seiten des Trainers Benno Möhlmann sind harmlos: Neben der Entschuldigung bei Allagui und der Mannschaft soll er einer gemeinnützigen Organisation einen Scheck in vierstelliger Höhe zukommen lassen. Dann Schwamm drüber. Er bleibt vorerst Kapitän der Kleeblätter, wohl auch, um den labilen Zustand des Teams nicht noch mehr zu gefährden. 

Ob nachträglich ein Ermittlungsverfahren gegen Biliskov eingeleitet wird, bleibt abzuwarten. Das wäre für den Fürther Verein – ein paar Tage vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison und dem Spiel gegen Kaiserslautern – natürlich eine Katastrophe.

Sollte Biliskov tatsächlich für eine bestimmte Anzahl von Spielen gesperrt werden, könnte er sich zumindest mit Zidane trösten. Der wurde sogar noch nach Karriereende und seinem WM-Ausraster bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2006 auf den zweiten Platz gewählt.