Derbysieger, Derbysieger!

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthDerbysiege sind für die Ewigkeit. Und heute hat die Spielvereinigung mit ihrem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg einmal mehr den Erzfeind aus der östlichen Vorstadt in seine Schranken gewiesen. Wobei in den ersten dreißig Minuten die rot-schwarze Dominanz unübersehbar war. Meist spielte sich das Geschehen im Fürther Strafraum ab, die Clubberer holten einen Eckball nach dem anderen heraus, hatten jedoch einfach kein Glück. Das Spiel des Kleeblatts ließ anfangs Struktur und Konzept vermissen. Die Aktionen des Clubs waren härter und unerbittlicher,  und es gab erbitterte Zweikämpfe – Schiedsrichter Tobias Stieler hatte die Partie allerdings immer souverän in Griff.

Dann erlebten in der 40. Minute die gut 30 000 Clubfans einen Albtraum: Eine Flanke von Niko Gießelmann von der linken Strafraumkante traf nur die Latte, daraufhin köpfte Sebastian Freis den Ball von rechts vors Tor, wo Serdar Dursun aus wenigen Metern Distanz zum 1:0 traf. Die Nerven der Clubspieler lagen jetzt blank, wenige Minuten später eskalierte eine unklare Aktion vor dem Tor des Kleeblatt-Keepers Balázs Megyeri. Er kollidierte mit Edgar Salli, reagierte emotional und schubste den Nürnberger Kapitän Miso Brecko. Die logische Konsequenz war eine Gelbe Karte für beide.

Gestärkt und motiviert kam die Spielvereinigung nach der Halbzeitpause auf den Platz und hatte jetzt unübersehbar einen Plan. Ihr gelang jetzt mehr, sie griff druckvoller an und wurde in der 54. Minute für ihr verbessertes Zusammenspiel belohnt. Nach einer Flanke von Veton Berisha gelang dem Fürther Newcomer Daniel Steininger das heiß ersehnte 2:0. Die Clubfans waren wie gelähmt, befürchteten sie doch, dass eine erneute Niederlage ihren Verein noch tiefer in die Krise stoßen könnte. Im Gegensatz dazu war die Stimmung im Kleeblatt-Gästeblock super, die weiß-grünen Fans feuerten ihre Mannschaft lauthals an und genossen hörbar die hitzige Derbystimmung. Jetzt galt es „nur“ noch, den 2:0-Vorsprung zu halten. Was beinahe auch gelungen wäre. Erst in der Nachspielzeit hatte der Club dann doch sein kleines Erfolgserlebnis: Guido Burgstallers abgefälschter Schuss aus sieben Metern schlug in der 93. Minute ins Fürther Tor ein. Ein Anschlusstreffer mit allenfalls kosmetischer Relevanz.

Der heutige umjubelte Sieg im 261. Lokalderby beschert dem Kleeblatt mit zehn Punkten nach sechs Spielen den 5. Tabellenplatz. Der 1. FC Nürnberg hat die rote Laterne und verzeichnet gerade mal zwei Pünktchen. Ein Schlag ins Gesicht des Traditionsvereins, der doch Ende der letzten Saison noch auf dem Sprung in die höchste Klasse des deutschen Fußballs war.
„Derbysieger, Derbysieger“, skandierte Gerald Asamoah in der Nacht der Nächte im April 2012 in der Fürther Gustavstraße, als es klar war, dass die SpVgg erstklassig wurde. Er sang sich damit tief in die Herzen der Kleeblattanhänger. Auch heute werden viele Fans ihren Sieg feiern. Und vielleicht nachts sogar selig vom Wiederaufstieg in die Bundesliga träumen.

Aufregende Derbytage für das Kleeblatt

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthEinen Punkt konnte die Spielvereinigung am Sonntag beim letzten Zweitligaspiel gegen Fortuna Düsseldorf einfahren. Das Ergebnis hätte optimaler sein können, vor allem in Anbetracht dessen, dass das Kleeblatt bis zur 78. Minuten mit 1:0 geführt hatte. Aber das ist Schnee von gestern. Die Mannschaft hat eine englische Woche vor sich und einiges vor: Zwei fränkische Derbys stehen an. Am Freitag, 16. September, trifft das mittelfränkische Team um 18.30 Uhr im Ronhof auf die Würzburger Kickers. Nach 38 Jahren kommt es wieder einmal zu einem Pflichtspiel gegen die unterfränkischen Aufsteiger. Denen wird der Blick auf die aktuelle Tabelle runtergehen wie Öl: Sie stehen auf dem vierten Tabellenplatz – vor den Konkurrenten aus Fürth (7.) und Nürnberg (17.). Kleeblattfans sehen dieses Ranking allerdings pragmatisch: Die Würzburger haben sieben Punkte auf dem Konto – genauso viel wie die Spielvereinigung. Lediglich das bessere Torverhältnis spricht für den FWK.

Einer der Hoffnungsträger des Würzburger Kickers heißt Schröck. Nein, „unser“ Stephan Schröcki lebt und arbeitet derzeit auf den Philippinen. Ich spreche von Tobias Schröck, der erst seit Juli 2016 für die Unterfranken spielt und sich bislang hervorragend bewährte. Würzburgs Trainer Bernd Hollerbach hatte den Mittelfeldspieler Schröck schon länger als Wunschkandidaten auf der Liste. Nachdem Würzburg den Aufstieg in die 2. Liga schaffte, stand seinem Engagement nichts mehr im Wege.

Wie sich das Kleeblatt am Freitag gegen den Zweitliganeuling Würzburger Kickers behaupten wird, bleibt abzuwarten. Nachdem das Kleeblatt allerdings in dieser Spielzeit eine konstante Leistung geboten hat, wäre es durchaus möglich, dass es zu Hause drei Punkte einfährt.

Am nächsten Dienstag, 20. September, geht’s dann zum „Spiel der Spiele“ – dem Lokalderby gegen den 1. FC Nürnberg. Der Club, der ja Ende der letzten Saison noch um die Relegation in die Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt kämpfte, liegt aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz. Bei Spielern, Trainer und den Clubfans liegen die Nerven blank, die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Das letzte Lokalderby im Februar 2016 (Foto) gewann der 1. FCN mit 2:1. Das kann am Dienstag im Nürnberger Stadion ja eine heiße Nummer werden!

Kleeblattspiele: Fans über Termine sauer!

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthDie Fußball-Europameisterschaft 2016 haben wir hinter uns gebracht. Die Glücksgefühle wurden unterschiedlich verteilt: Deutschlandfans hatten mit dem Italienspiel und dem gewonnen Elfmeter-Schießen einen Abend voller Adrenalin, der glücklich zu Ende ging. Das herbe Erwachen kam dann im Halbfinale bei der 0:2-Niederlage gegen Frankreich. Die Grande Nation hat dafür das Finale gegen Portugal mit 0:1 verloren. Dem kleinen Land Portugal – mit einigen guten Spielern und der Diva Ronaldo – ist der erste wichtige Titel zu gönnen. Wobei: So mancher meint jetzt kritisch, dass es selten einen Europameister gegeben hätte, der es weniger verdient hätte. Naja, wie dem auch sei.

Ab sofort werden Fürther Fußballfans nicht mehr von internationalem Fußball abgelenkt, sondern können sich wieder auf das Wesentliche konzentieren: die Spielvereinigung. Die Transfers sind zum größten Teil abgeschlossen, es wird aber bestimmt noch die eine oder andere Überraschung geben… Genauso wichtig ist die Festlegung der ersten Termine: Die Zweitliga-Saison 2016/17 startet am Sonntag, 7.August, um 13.30 Uhr gegen unseren „Lieblingsgegner“ TSV 1860 München im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer. Eine Woche später tritt das Kleeblatt dann um die gleiche Uhrzeit beim Absteiger Hannover 96 in der HDI Arena in Hannover an. Die weiteren Begegnungen:

Samstag, 27.08. um 13 Uhr:
SpVgg – FC Erzgebirge Aue

Sonntag, 11.09. um 13:30 Uhr:
Fortuna Düsseldorf – SpVgg

Freitag, 16.09. um 18:30 Uhr:
SpVgg – Würzburger Kickers

Dienstag, 20.09. um 17:30 Uhr:
1. FC Nürnberg – SpVgg

Freitag, 23.09. um 18:30 Uhr:
SpVgg – SV Sandhausen

Insgesamt sind die Termine wieder einmal alles andere als arbeitnehmerfreundlich. Freitagabend und dienstags um 17.30 Uhr – den Zuschauern wird ganz schön was zugemutet! Die Fans sind sauer. Aber es ist nicht zu ändern. Immerhin haben Kleeblattfans die Möglichkeit, jetzt schon einen freien Tag/Nachmittag für das Derby am 20. September zu ordern.

Ausgerechnet ein Ex-Kleeblatt sorgt für Club-Sieg!

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthNach 2008 hat der 1. FC Nürnberg heute erstmals wieder ein Lokalderby gegen die Spielvereinigung gewonnen – mit 2:1. Bizarr war schon der Beginn des Spiels: Da wenige Minuten vor dem Anpfiff noch Tausende von Zuschauern vor dem Grundig-Stadion auf den Einlass warten mussten, wurde der Beginn der Partie um 15 Minten verschoben. Andere Profi-Vereine lachen sich vermutlich ins Fäustchen, als ob es woanders keine Lokalderbys mit komplizierten logistischen Anreisemodaliäten gäbe! Schalke gegen den BVB, liegt denn da auch das ganze Ruhrgebiet lahm?

Das Spiel startete dann doch noch, und nach sechs Minuten war die Sensation (erst mal) da: Robert Zulj (im Foto rechts) traf nach einer Flanke von Sebastian Heidinger in den Club-Kasten von Raphael Schäfer. Die über 40.000 Clubfans im Stadion waren sprachlos. Und relativ lautlos blieb auch die Atmosphäre nach der Kleeblattführung. Die Spielvereinigung agierte konzentriert mit kurzen Pässen und ließ die Nürnberger Gastgeber weiter blass aussehen. Gab es einmal eine Chance für den Club, dann wusste sie der Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz zu vereiteln. Als Kleeblattfan hatte man die Hoffnung, dass sich die Führung in die Halbzeitpause retten ließe. Aber Sebastian Kerk traf in der 40. Minute für Nürnberg, und so ging man mit einem 1:1 in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Clubberer dann aktiver und – ihrem dritten Tabllenplatz angemessen – spritzig. Trotzdem hatte das Kleeblatt die besseren Momente: Freis, Röcker, genaue Flanken von Gjasula. Aber das Glück war nicht mehr auf der Seite der Fürther. Das Spiel läpperte so dahin, die 46.000 Zuschauer hatten sich fast schon mit einem Unentschieden arrangiert – da gelang ausgerechnet dem Ex-Kleeblatt Niclas Füllkrug das 2:1. Nach einem langen Kopfball von Margreitter hatte Kapitan Marco Caligiuri kurz den Überblick verloren. Und so köpfte Füllkrug den Ball ins Fürther Tor.

Insgesamt schade für die Spielvereinigung, die beweisen wollte, dass Frankenderbys ihre eigenen Gesetze haben. Und dass nicht unbedingt der Tabellendritte gegen seinen Rivalen, der im Mittelfeld der Zweitliga-Tabelle steht, gewinnen muss.
Groß ausruhen können sich die Mannschaft um Trainer Stefan Ruthenbeck nicht. Schon am kommenden Dienstag empfängt das Kleeblatt im Ronhof Union Berlin, die heute den Karlsruher SC mit 2:1 bezwungen haben.

Frankenderby spaltet eine Hundeseele

Frankenderby_DaisyDas Lokalderby wirft seine Schatten voraus – der Countdown läuft auf Hochtouren. Am morgigen Freitag um 18.30 Uhr ist es so weit. Die Spielvereinigung tritt im Grundig Stadion beim 1. FC Nürnberg an. Mit bislang 259 Begegnungen seit 1904 ist das Frankenderby das älteste und am häufigsten ausgetragene Fußballderby Deutschlands. Dabei gewannen 137 mal die Nürnberger, 73 mal die Fürther und 47 mal endete das Spiel unentschieden. Zwei weitere Spiele wurden abgebrochen und eines davon sportgerichtlich als Sieg für Fürth gewertet. Immerhin: Die letzten sieben Begegnungen gingen entweder unentschieden aus bzw. hat das Kleeblatt den Club besiegt. Legendär der 5:1-Sieg im August 2014. Der letzte Nürnberg-Erfolg (2:1) war am 24. November 2008.

Wer morgen auf jeden Fall nicht orakeln wird, wer als Sieger vom Platz geht, ist Labradormischlingshündin Daisy (über die wir schon mehrfach in unserem Blog geschrieben haben). Nein, wir wollen den Hund nicht in Gewissenskonflikte bringen. Denn Daisys Herrchen ist eingefleischter Clubfan, und da erlebt der Hund zu Hause vor dem Fernseher natürlich oft Begeisterungskundgebungen, wenn der Club gewinnt. Ist Daisy in Fürth und sieht sich da Auswärtsspiele am Fernseher mit den Greuther-Weibern an, dann wird natürlich die weiß-grüne Kleeblattfahne geschwungen. Und Daisy mutiert unweigerlich (oder: unfreiwillig?) zum Kleeblattfan.

Also: Morgen lassen wir Daisy nicht orakeln. Sie ist ja auch nicht Goethes Faust, in dessen Brust zwei Seelen wohnten. Sondern eine intelligente, manchmal auch sture Hundedame, die – um es sich mit keinem zu vergraulen – wahrscheinlich auf ein Unentschieden tippen würde. Wuff!

Freud und Leid auf dem Weihnachtsmarkt

xmas_Burgfarrnbach_2015Das dritte Advents-Wochenende wollte ich nicht nur mit Ärger über die überflüssige 0:1-Niederlage der Spielvereinigung beim Karlsruher SC verbringen, sondern auch ein bisschen weihnachtlich angehen lassen. Aus diesem Grund habe ich gestern den Burgfarrnbacher Weihnachtsmarkt, der nur am 3. Advent auf dem Kirchplatz St. Johannis stattfindet, besucht. Dort gab es viele selbstgemachte Kleinigkeiten zu kaufen, man konnte heißen Birnensaft trinken, Wildbratwürste oder geräucherte Saiblinge genießen und weihnachtliche Dekoartikel aus Holz erstehen.

Besonders haben es mir die kleinen Wichtel in Weiß-grün angetan. „Wir kommen wieder – Greuther Fürth“, war auf der Verpackung zu lesen. Das ist doch Optimismus pur! Weniger erfreulich waren allerdings die kleinen Figuren, die direkt daneben lagen. „Wir steigen wieder auf – wir sind der CLUB!“, steht auf der Tüte. Na, super, dachte ich mir. Hier liegen Freud und Leid ganz nahe beieinander!

Was ich zu diesem Zeitpunkt (Gott sei Dank!) noch nicht wusste: Der 1. FC Nürnberg sollte beim gestrigen Topspiel am Nachmittag noch den Tabellenführer SC Freiburg mit 2:1 besiegen und ihn von der Tabellenspitze der Zweiten Liga stoßen. Und sich selbst auf den dritten Platz – den Relegationsplatz – katapultieren. Wenn das für einen Kleeblattfan kein Horror ist!

Das wird ein spannender Freitagabend!

Fortuna Düsseldorf heißt der nächste Gegner der Spielvereinigung am 13. Spieltag kommenden Freitag. Eben diese Mannschaft wurde gestern Abend im DFB-Pokal kräftig abgewatscht. Von wem? Ausgerechnet vom 1. FC Nürnberg! Der Club ist bekanntlich in dieser Saison kaum besser oder schlechter als das Kleeblatt. Aber das 5:1 gegen Fortuna Düsseldorf lässt aufhorchen.
Man sagt ja oft, dass Pokalspiele ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten haben. So auch gestern: Da gewinnt die Bundesliga-Aufsteigertruppe SV Darmstadt mit 2:1 gegen das Urgestein Hannover 96. Und der Regionalligist SpVgg Unterhaching katapultiert den zielstrebigen RasenBallsport Leipzig locker mit 3:0 aus dem weiteren Pokalgeschehen.

Am Freitag steht fürs Kleeblatt also die Zweitliga-Begegnung gegen Fortuna Düsseldorf auf dem Programm. Interessant wird es vor allem auch, weil drei ehemalige Akteure der Spielvereinigung das Kleeblatt in der Esprit-Arena empfangen. Allen voran der aktuelle Trainer der Düsseldorfer, Frank Kramer, der im Februar 2015 nach zwei Spielzeiten als Kleeblatt-Cheftrainer beurlaubt und durch seinen Vorgänger Mike Büskens ersetzt wurde. Dann der jetzige Sportdirektor der Düsseldorfer, Rachid Azzouzi, der als Spieler und Sportmanager bei der SpVgg arbeitete. Außerdem wird es am Freitag vermutlich zum Wiedersehen mit Sercan Sararer kommen, der zwischen 2008 und 2013 bei 115 Profi-Einsätzen fürs Kleeblatt auflief und dabei 25 Tore für seinen Verein erzielte.

Also: Die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf ist am Freitag nach der Pokalschlappe geschwächt und frustriert. Das Kleeblatt ist nach seinem 1:0-Sieg gegen den TSV 1860 München hochmotiviert. Seit 1929 kam es zu insgesamt 20 Duellen zwischen der SpVgg und Fortuna Düsseldorf. Mit sechs Kleeblatt-Siegen, sechs Unentschieden und acht Erfolgen für die Düsseldorfer ist die Bilanz nahezu ausgeglichen. Allerdings konnte die Spielvereinigung aus den letzten drei Aufeinandertreffen mit den Fortunen sieben Punkte mitnehmen. Da müsste also ein Fürther Sieg auf jeden Fall drin sein!

Derbykrimi mit glücklichem Kleeblattsieg

MannschaftssiegDas war heute Nervenkitzel pur beim 259. Lokalderby zwischen der Spielvereinigung und dem 1. FCN im mit 17.200 Zuschauern komplett ausverkauften Ronhof. Mit viel Glück, aber auch guten sportlichen Leistungen gewann das Kleeblatt auf den allerletzten Drücker mit 3:2.

Dabei hatte es mies angefangen. Schon in der 7. Minute traf Guido Burgstaller ins Fürther Tor, vielleicht ein heilsamer Schock für das Kleeblatt. Denn die Fürther versuchten daraufhin – nach einigen mäßigen Spielen in den letzten Wochen – konzentriert und schnell zu spielen. Trotzdem dauerte es bis zur 39. Minute, ehe Veton Berisha der erlösende Ausgleich gelang. Er war einer der besten Spieler heute im Fürther Team. Genauso wie Tom Weilandt, den ich als sichere Bank im Kleeblatt-Team sehr schätze und dessen Paraden oft auch erfolgreich sind. So auch in der 58. Minute: Gjasula gibt den Ball an Weilandt ab, der souverän ins linke Nürnberger Eck schießt. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns unter Felix Zwayer, denn Weilandt stand definitiv im Abseits, also hätte der zweite Treffer nicht gegeben werden dürfen. Aber wie das Leben so spielt: Mal hat man Pech, dann wieder Glück. Und das Glück stand heute offenbar auf der Seite des Kleeblatts.

Dann ließ die SpVgg sich zurückfallen und ruhte sich auf ihrem Vorsprung aus. Das sollte prompt ins Auge gehen. Denn fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit verwandelten die Clubberer eine für das Kleeblatt brenzlige Situation zum 2:2 durch den Österreicher Alessandro Schöpf. Zähneknirschend rappelte sich das Kleeblatt hoch, obwohl der Druck eher aus dem Nürnberger Lager kam. Drei Minuten Nachspielzeit, sollte es beim Unentschieden im fränkischen Derby bleiben? Nein, das kleine Wunder geschah: Der noch nicht lange eingewechselte Dani Kumbela gewann ein Duell und gab an Sebastian Freis ab. Und der traf tatsächlich zum 3:2 in den Kasten von Thorsten Kirschbaum.

Sicher, der heutige Sieg hatte phasenweise ein „Geschmäckle“, da das zweite Kleeblatt-Tor wegen Abseits genau genommen keines war und das erste auch schon nach einer umstrittenen Freistoß-Entscheidung des Unparteiischen gefallen war. Aber allem Geunke zum Trotz: Die Spielvereinigung hat das 259. Lokalderby gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen. Es war ein spannendes Spiel mit Höhen und Tiefen. Und zum Trost sei allen Clubfans gesagt: Das nächste fränkische Derby – dann bei Euch im Grundigstadion – ist ja schon Ende Februar.

Von zerdepperten Flaschen und bösen Stickern

Derby_LudwigsbrueckeDer Countdown läuft: Um 13.30 Uhr ist Anstoß im Stadion am Laubenweg. Ganz Nürnberg und Fürth ist seit Tagen, ach was, seit Wochen im Fußballfieber. Die äußeren Bedingungen sind ideal: Tolles, warmes Herbstwetter, die Stimmung ist gut und bislang verlief alles friedlich.
Kurz nach dem Marsch der Kleeblattfans in Richtung Ronhof bin ich den Weg mit dem Rad abgefahren. Natürlich gab es (allerdings nicht gravierende) Verkehrsbehinderungen, die Polizei tat ihr Bestes. Schade, dass am Straßenrand auf der Ludwigsbrücke leere Flaschen mit des Fürthers liebstem Bier lagen, die Kleeblattanhänger dort hingeworfen haben. Einige waren schon kaputt. „Des ist gut, dass ma‘ des fotografiert“ meinte eine Passantin. Auch hier sind aber einige Fürther findig: Ein Mann kam mit einer Kiste auf dem Gepäckträger seines Fahrrades und sammelte die intakten Flaschen ein, wohl um morgen ein paar Euro Pfand einzukassieren.

Derby_1In der Königstraße – unweit des Stadttheaters – wird auch auf das Derby und die „Sympathie“ zum Nachbarverein hingewiesen. Dort stehen seit ein paar Tagen die Stromkästen für die Kärwa, die am 3.Oktober beginnt. „Fuck FCN“ kann man auf einem Aufkleber zu lesen. Hoffentlich ist der bald wieder weg, sonst könnte der eine oder andere Clubfan, wenn er über die Kirchweih schlendert, einen echten „Hals“ bekommen.

Holt ihn morgen: den Derbysieg!

Morgen um 13.30 Uhr ist im Fürther Ronhof Anpfiff zum 259. Lokalderby. Alle fiebern dem Moment entgegen, wenn der Fight der beiden benachbarten  Fußballteams mit der längsten Derby-Tradition losgeht. Heute war in der gesamten Fürther Innenstadt noch Ruhe, eingefleischte Fans sind wohl im Energiespar-Modus. Sie machen vielleicht noch ein paar Yogaübungen oder trinken ein kühles „Grüner“, um morgen optimal relaxt zu sein.

Vor ausverkauftem Haus steigt das Fußballfest in einer ganz speziellen Atmosphäre. Für eine entspannte Anfahrt wird allen Stadionbesuchern eine frühzeitige Anreise empfohlen. Einlass ins Stadion ist ab 11.30 Uhr. Schon um 11 Uhr startet am Rathaus der Marsch der Kleeblattfans in Richtung Ronhof, Busse haben in dieser Zeit auf der Strecke auf der Ludwigsbrücke nichts verloren, ein Mini-Verkehrschaos ist möglich.

Das Wetter für morgen ist gut vorhergesagt. Trotzdem würde ich niemandem empfehlen, um die Mittagszeit mit Kind und Kegel den Radweg an der Pegnitz entlang von Nürnberg nach Fürth oder umgekehrt zu fahren. Man hätte nämlich wenig zu lachen: Viele Clubfans machen sich mit den Fahrrädern auf den Weg nach Fürth, um sich die Parkplatzsuche zu ersparen. Ob sie wirklich die geplante Route vom Westfriedhof über die Hans-Böckler- und Hans-Vogel-Straße einschlagen, bleibt abzuwarten. Viele werden den romantischeren Weg am Fluss entlang vorziehen.

Ob es beim Aufeinandertreffen der „verfeindeten“ Mannschaften dann heiß hergeht – wir werden sehen. Beide Teams haben mit ihren sportlichen Leistungen in der bisherigen Zweitliga-Saison ja nicht gerade geglänzt. Vielleicht wird das morgen anders. Die Tipps in meinem Freundeskreis variieren von einem deutlichen Sieg der Kleeblätter (ähnlich wie vor einem guten Jahr mit dem berühmten 5:1) bis zum faden 0:0-Unentschieden. Ich bin optimistisch: Ich erwarte eine hochklassige Begegnung mit einem knappen Fürther Sieg. Und wo wird der gefeiert? In der Gustavstraße – oder beim 9-jährigen Jubiläum des Babylon-Kinos am Fürther Stadtpark.