Kleeblatt-Kapitän vermasselt Saisonstart

Gleich zum Saisonstart bei einem Bundesliga-Absteiger antreten zu müssen, das ist nicht einfach. Die Spielvereinigung fuhr heute nach Darmstadt zu den Lilien – und musste drei Punkte an den Gegner abgeben. Nicht ganz unschuldig am Treffer der Darmstädter war der gerade zum Fürther Kapitän gekürte Tormann Balasz Megyeri.

Aber chronologisch: Wetter heiß, Stimmung gut, die angereisten Kleeblattfans standen in der Sonne und feuerten ihre Mannschaft wie immer an. Trainer Janos Radoki hatte mit Maximilian Wittek und Nik Omladic zwei Neuzugänge in die Startelf gestellt. Und tatsächlich gelang dem Kleeblatt der bessere Start. Sie wirkten in der Anfangsphase wacher und sorgten mit langen Bällen für Gefahr. Besonders gut hat mir das aggressive Pressing gefallen, mit dem die Darmstädter nicht gut umzugehen wussten. Nach der Pause wechselte Fürths Trainer Jurgen Gjasula ein. Kurz darauf (52. Minute) dann eine Bombenchance, die Serdar Dursun leider nicht verwerten konnte. Inzwischen hatten die Lilien leider optimal ins Spiel gefunden und machten sich immer öfter mit guten Ansätzen unaufhaltsam auf dem Weg zum Fürther Tor. Zwei Minuten nach der Kleeblatt-Möglichkeit dann ein einziges Durcheinander vor Balazs Megyeris Tor. Darmstadts Kapitän Aytac Sulu schießt, Megyeri bekommt den Ball zu fassen, hält ihn nicht gut genug fest und wirft ihn dann mit einer unglücklichen Reaktion sogar noch selbst ins Netz – 1:0 für die Gastgeber. weiter lesen

Glück für Fürth, Pech für Paderborn

SC Paderborn - SpVgg Greuther FürthWir Greuther-Weiber  wollten eigentlich nach unserem 777. Blogbeitrag von gestern heute mit dem Kleeblatt einen Sieg feiern. Sah ja auch nicht so schlecht aus dafür bei einem Gegner wie den SC Paderborn, der zuletzt eine wahre Achterbahnfahrt der Befindlichkeiten hinter sich bringen musste. Manche munkelten, die Mannschaft könne nun endlich – befreit von Stefan Effenberg – wieder aufatmen und entsprechend aufspielen. Und sie sollten recht behalten. Denn der neue Trainer René Müller holte aus seinen Jungs raus, was rauszuholen war. Sie gaben alles, waren selbstbewusst und hochmotiviert von der ersten bis zur letzten Spielminute, auch wenn ihnen gegen Ende die Kraft ausging. Da war es auch kein Wunder, dass sie bereits in der 19. Minute durch einen Treffer des Dänen Nicklas Helenius in Führung gingen. Eine ganze Reihe von Chancen für die Ostwestfalen sollten folgen, von denen sie allerdings keine einzige mehr umsetzen konnten.

Ganz anders unser Kleeblatt. Verschlafen, abwartend, überrascht von der offenbar so überhaupt nicht erwarteten Präsenz der Hausherren in der Benteler-Arena hatten die Fürther in der ersten Spielhälfte kaum etwas vom Spiel. Erst nach ungefähr einer halben Stunde, als der SC Paderborn ein klein wenig in seiner Leistung nachließ, fand man ab und zu eine Lücke. Doch nichts ging über die Flügel, und schon gar nichts wirklich Gefährliches aufs gegnerische Tor.

Nach dem Seitenwechsel, als wir Fans hofften, dass eine sicherlich strenge Gardinenpredigt von Trainer Stefan Ruthenbeck unsere Elf wachgerüttelt haben müsste – nichts! Die 7800 Zuschauer (davon rund 200 Fans aus Fürth) mussten weiter eine Partie anschauen, bei der man sich zunächst fragte, ob die Fürther überhaupt schon aus den Katakomben zurückgekehrt waren. Paderborn wie im ersten Durchgang bissig und mit dem unbändigen Willen, endlich aus der Abstiegszone heraus und nach weiter oben in der Tabelle zu kommen. Die Ostwestfalen blieben Herr im eigenen Stadion. Kaum wiederzuerkennen, diese Mannschaft, wenn man sie mit den letzten Wochen vergleicht! Respekt, muss man da sagen, Hut ab!

Dass die Partie am Ende doch noch unentschieden mit 1:1 ausging, war einem Treffer von Ante Vukusic (links auf dem Foto) zu verdanken (83. Minute), der für Johannes Wurtz ins Spiel gekommen war. Ein glücklicher Treffer, aber Glück muss man schließlich auch mal haben, das gehört zum Fußball eben dazu. Trainer Ruthenbeck hatte außerdem Veton Berisha für Maurice Hirsch gebracht und Roberto Rodriguez für Zlatko Tripic. Doch der vermeintliche Joker Berisha blieb in seinen Aktionen zu ungenau, schoss die Bälle entweder zu weit oder zu flach – aber jedenfalls nicht in den Paderborner Kasten. In der letzten Phase war Paderborn mit seinen Kräften sichtlich am Ende und konnte dem Kleeblatt nichts mehr entgegensetzen, das die beeindruckende läuferische Leistung in diesem Spiel eindeutig besser wegsteckte. Durch das fulminante 4:0 von Union Berlin gegen den FSV Frankfurt bedingt, belegen die Fürther vorläufig Platz neun in der Tabelle der Zweiten Liga, während Paderborn, das den Sieg heute immer wieder schon fast in der Hand hatte, nicht aus der Abstiegszone herauskam. Schade eigentlich, der Mannschaft – wenn sie sich weiter so zeigt wie ausgerechnet heute gegen das Kleeblatt – ist auf jeden Fall der Verbleib in Liga zwei zu wünschen!

Anti-Rassismus-Trailer mit Kleeblatt-Keeper Hesl


„Pass auf, was Du sagst!“ 12 Clubs aus der Bundesliga und der 2. Bundesliga, „Die Fantastischen Vier“ und viele andere setzen ein visuelles Zeichen! Beim Videoclip zu „Wir stehen auf!“/Internationale Wochen gegen Rassismus 2015“ ist auch der Fürther Keeper Wolfgang Hesl dabei. Seine Aussage: „Respekt und Fairness sind bei uns nicht nur leere Worte“.
Der offizielle Trailer zur Kampagne „Wir stehen auf!“ beginnt mit den üblichen ausgrenzenden und beleidigenden Phrasen, die immer noch täglich zu hören sind. Die erste Szene ist bezeichnend: Eine junge Frau im Trikot des Hamburger Frauenfußballvereins „Grün Weiß Eimsbüttel“ weist die Stimme aus dem Off zurecht. Der Beginn von 50 Sekunden Film. Ein Film, der zeigt wie sehr verbale Entgleisungen mit sexistischen, rassistischen, homophoben Inhalten Menschen beleidigen. Die junge Fußballerin bekommt in unserem Trailer sehr schnell Unterstützung gegen diese Attacken, die heute in unserer Gesellschaft leider immer noch alltäglich sind. „Pass auf, was Du sagst!“ ist keine Drohung. Vielmehr ist dieser Beitrag ein Appell an all diejenigen, die immer noch meinen, ein rassistischer beleidigender Spruch sei nur Spaß. Alle Mitwirkenden stellen klar, dass Ausgrenzung und Diskriminierung nicht in unsere Welt gehören.“Lesbische Jungs, schwule Mädchen. Find‘ ich alles o.k.“
Die Umsetzung und Produktion des Trailers wurden von der Bundesliga-Stiftung und der Stiftung „Internationale Wochen gegen Rassismus“ unterstützt. Zu den Mitwirkenden gehören: Die Fantastischen Vier, Phrasenmäher, Jugendliche ohne Grenzen/Pro Asyl, 1. FSV Mainz 05, FC Augsburg, Hannover 96, SC Freiburg, VfR Aalen, TSV 1860 München, SV Darmstadt 98, FC St. Pauli, 1. FC Kaiserslautern, FC Heidenheim 1846, Sportverein Grün-Weiß-Eimsbüttel – und die SpVgg Greuther Fürth.

Aus der Traum – aber Frank Kramer bleibt!

Ich kann mich an nur wenige Fußballmatches erinnern, die so spannend, dramatisch und emotional aufgeladen waren wie dieses zweite Relegationsspiel der Spielvereinigung gegen den Hamburger SV gestern Abend im Ronhof. Aber – das Leben ist nicht fair – dem Kleeblatt ist der greifbar nahe Wiederaufstieg nach nur einer Zweitligasaison in die Bundesliga nicht gelungen. Die Partie ging 1:1 unentschieden aus. Denn aufgrund dieser absurden „Das-Auswärtstor-gilt-mehr-Regel“ gab es keine Verlängerung und kein Elf-Meter-Schießen.

Doch bei allem Frust am „Day after“ – eine gute Nachricht kann alle Fans optimistisch in die Kleeblattzukunft blicken lassen: Trainer Frank Kramer gefällt es hier bei der Spielvereinigung, und er wird aller Voraussicht nach bleiben (er hatte ja in den vergangenen Wochen mehrere Angebote von Bundesliga-Vereinen erhalten). Das wurde heute früh in den Nachrichten gemeldet, und ich hoffe, es ist kein Fake.

Über das Spiel möchte ich mich gar nicht mehr im Detail auslassen. Die Hamburger begannen nach dem Donnerstagspiel überraschend kompakt und konzentriert. Und so fiel in der 14. Minute ein für Wolfgang Hesl nur schwer haltbares Kopfballtor durch Pierre-Michel Lasogga. Ein Spieler, der mit seiner Körpersprache und provokativem Verhalten wenige Sympathisanten auf seiner Seite hat. Auch seine demonstrative Schadenfreude in Richtung Fürther Trainerbank nach dem Spiel sprach Bände.
Dieses 1:0 brachte die SpVgg erst mal aus dem Konzept, gegen Ende der ersten Halbzeit hatte sie sich jedoch wieder gefangen. Die zweite Halbzeit zeigte dann ein Fürther Team, das wieder passgenauer spielte und ein wenig zur Form des Relegations-Hinspieles zurückfand. Erleichterung, als Stephan Fürstner der Ausgleichstreffer gelang. Aber das Kleeblatt musste ja (siehe oben) zwei Tor schießen, um den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Und die gingen – trotz bester Aktionen von Ilir Azemi, Daniel Brosinski und Niclas Füllkrug – einfach nicht ins Hamburger Tor, das Jaroslav Drobny nach dem Ausfall (Bandscheibenvorfall) von Keeper René Adler erneut überraschend gut verteidigte. So blieb der Endstand 1:1 bitter für die Fans im mit 17.500 Zuschauern ausverkauften Stadion, die ihre Mannschaft von der ersten Minute bis zum Abpfiff angefeuert hatten, was das Zeug hielt. Und auch später in der Fürther Gustavstraße feierten viele Kleeblattanhänger „ihre“ Mannschaft bis in den späten Abend.

Ich finde, trotz des Verbleibens in der Zweiten Liga: Es war eine schöne und spannende Saison. Frank Kramer hat aus einer jungen und neuen Mannschaft ein richtig gutes Team gemacht, dem es sichtbar Spaß macht, Fußball zu spielen. Der aktuellen Enttäuschung beim Verein und den Fürther Fans wird die Vorfreude auf die Saison 2014/15 folgen.

2:1 verloren im Hexenkessel der Roten Teufel

Es war der sprichwörtliche Hexenkessel auf dem Betzenberg: eine Wahnsinns-Kulisse vor 32 966 Zuschauern! Für das Kleeblatt eine echte Bewährungsprobe. Die SpVgg ließ sich jedoch in der ersten Halbzeit wenig beeindrucken von der Riesenstimmung, die für den Gegner gemacht wurde. Beide Teams spielten lange Zeit auf Augenhöhe – allerdings auch beide ohne richtige Torchancen. Recht konfus war das Spiel über weite Strecken vor der Pause. Der FC Kaiserslautern stand wohl nach zwei Heimniederlagen unter enormem Druck. Und das merkte man dem intensiven, kampfbetonten Spiel auch deutlich an: drei Gelbe Karten innerhalb von 25 Minuten, wobei zwei auf das Fürther Kono (Mavraj und Sparv) gingen. Da hatte der Unparteiische Knut Kircher alle Mühe, Ruhe reinzubringen.

Dass Jenssen in der 38. Minute das 1:0 für die Roten Teufel gelang, entsprach nicht unbedingt dem bisher ausgeglichenen Spielverlauf – aber es war ein Supertor, das muss der Neid ihm lassen! Nun kochte die Stimmung im Fritz-Walter-Stadion erst richtig hoch, und Fürth ließ sich jetzt leider doch einschüchtern. Das gilt auch für die Situation nach dem Seitenwechsel. Als Lautern auch noch den spielerischen Druck erhöhte, war das 2:0 zum Greifen nahe und kam prompt durch Florian Dick (58.) – ein weiterer Traum-Treffer!

Aus diesem Dilemma konnte sich das Kleeblatt lange Zeit nicht mehr befreien, die Fürther verloren völlig den Faden. Als schon gar nichts mehr zu klappen schien, gelang dem für Trinks ins Spiel gekommenen Mudrinski der Anschlusstreffer (78.) zum 1:2. Füllkrug hatte die Sache gut vorbereitet, Hut ab! Doch dem nun wiedererwachten Kleeblatt lief die Zeit davon. Trainer Frank Kramer setzte alles auf eine Karte und schickte zusätzliche Stürmer auf den Rasen, Torwart Hesl ließ sein Tor Tor sein und mischte vorne mit (meine Nerven!), der frisch eingewechselte Azemi sorgte noch mal für frischen Wind. Aber es war zu spät. Der FCK brachte das Ding mit 2:1 mit zwei Minuten Nachspielzeit zu Ende, musste allerdings vor dem in der Luft liegenden Ausgleich zittern.

Fürth bleibt mit einem Punkt Vorsprung vor Kaiserslautern auf Platz zwei der Tabelle der zweiten Liga. Und zum Glück gelang Verfolger Union Berlin heute gar kein Treffer gegen Dresden (0:0), so dass die Berliner drei Punkte hinter dem Kleeblatt liegen. Aber nun müssen unsere Jungs aufpassen, sonst ist der Vorsprung dahin, den man zuletzt so schön herausgespielt hat!

4:0 – In Fürth ist die Welt wieder in Ordnung!

Das erfreut das Herz eines Greuther-Weibes. Das Pokal-Spiel gegen Worms war nur mittelprächtig gelaufen – danach konzentrierten sich alle mehr auf den Kopfstoß als das entscheidende Tor. Und bei den Spielen gegen Stuttgart und Kaiserslautern befürchtete man noch, dass gegen das Pech der Kleeblätter kein Kraut gewachsen ist.

Aber heute sind wir mit unserem Verein wieder im Reinen. 4: 0 gegen den FSV Frankfurt, da sagt so mancher, das wäre ein „Kantersieg“, wir nehmen es pragmatisch und freuen uns, dass Fürth für einige Stunden Tabellenführer der zweiten Bundesliga ist. Vielleicht aber wirklich nur kurze Zeit, denn nach dem heutigen Abendspiel zwischen Duisburg und Cottbus werden die Karten ja wieder neu gemischt.

Also: Kleeblätter, dieses Heimspiel war tatsächlich mein Spiel. Wir sind stolz auf Euch und warten in aller Seelenruhe ab, wie der Club morgen in Frankfurt mit Pauken und Trompeten untergehen wird!