Kommt jetzt endlich in die Gänge, Jungs!

Über das sportliche Schicksal des Kleeblatts aus 400 Kilometern Entfernung – aus einem schneereichen Winterurlaub in der Steiermark – nachzudenken, das ist sozusagen Masochismus pur. Letzte Woche hat die Spielvereinigung ihr 21. Zweitligaspiel in dieser Saison mit 0:3 in Ingolstadt verloren. Sie liegt nach wie vor auf dem vorletzten Tabellenrang und hat 20 Punkte auf dem Konto.
Und jetzt wird es allmählich brisant: Gestern gewann der 1. FC Kaiserslautern, der am Tabellenende der Zweiten Liga rangiert, zu Hause mit 3:1 gegen den Shootingstar Holstein Kiel. Im zweiten Spiel unter Trainer Michael Frontzeck fuhr der FCK den zweiten Sieg ein. So flammen die Hoffnungen auf einen Klassenerhalt beim FCK wieder auf. Da beweist es sich mal wieder, was ein Trainerwechsel vor allem für die Psyche eines Vereins ausmachen kann.
Gott sei Dank – zumindest aus Kleeblattsicht – hat der SV Darmstadt 98 gestern die Partie gegen den VfL Bochum mit 1:2 verloren. So sind nach wie vor nur zwei Punkte mehr als bei der SpVgg auf dem Konto des Bundesliga-Absteigers. Aber nicht zu früh gefreut: Nachdem das Spiel am 19. Spieltag zwischen dem FC Kaiserslautern und Darmstadt abgebrochen wurde, wird es am 21. Februar wiederholt. Ausgerechnet diese beiden Vereine – das  könnte für die Spielvereinigung fatal sein.

Morgen um 13.30 Uhr empfängt das Kleeblatt Dynamo Dresden im Ronhof. Die Kulisse wird gut, mindestens 10.000 Zuschauer werden erwartet. Am 5. Spieltag fand das Auswärtsspiel in Dresden statt, bei dem sich die Teams 1:1 unentschieden trennten. Mit aktuell 26 Punkten steht das Team aus Sachsen auf Tabellenplatz zwölf. Das morgige Spiel ist das zwölfte Aufeinandertreffen beider Vereine. Bei bisher fünf ausgetragenen Partien in Fürth siegte die SpVgg vier Mal und verlor nur ein einziges Spiel gegen die Mannschaft aus Sachsen.
Also: Das Kleeblatt muss jetzt ENDLICH in die Gänge kommen. Wittek, Gugganig, Sontheimer, Narey (Foto: Sportfoto Zink), Maloca, Green, Dursun und so weiter: Da hilft kein Katzenjammer wegen verpasster Chancen oder ungerechter Schiedsrichter-Entscheidungen. Da muss die Mannschaft endlich mal aus eigener Kraft Punkte machen und alles mobilisieren, was in ihr steckt. Sonst, Jungs, könnte das Abstiegsgespenst zuschlagen und es für den weiß-grünen Sympathieträger im deutschen Fußball bald zappenduster werden!

TV-Wahrsagerin sieht „Veränderung beim Kleeblatt“

Meine langjährige Freundin – die vor fast zwei Jahren von Erlangen nach Fürth gezogen ist und sich hier wunderbar eingelebt hat – interessiert sich inzwischen auch für das sportliche Wohl und Wehe des Kleeblatts. „Sieh‘ Dir mal die Sendung mit der Wahrsagerin im Franken Fernsehen an“, mailte sie mir, „was die für die Spielvereinigung für 2018 vorhersagt“. Ich mache mich also schlau und bekomme dort Interessantes und Aufschlussreiches zu sehen.

Helga Meiner verwendet (nach eigenen Angaben) für ihre Vorhersagen Pendel und Karten, besonders effektiv sei das „Zigeuner Tarot“. Auf die Frage aus dem Off, wie ihre Prognose für bzw. gegen einen möglichen Abstieg der Spielvereinigung Greuther Fürth lautet, kommt Folgendes: Frau Helga meint, dass Greuther Fürth „Unterstützung bekommen wird, die man sich wünschen kann…Aber es sieht so aus, als ob sie weiterhin Probleme haben werden“. Helga Meiner sieht da „eine Veränderung“, „möglicherweise kommen auch andere Personen dazu oder gehen weg“. Frau Helgas Fazit „Sie werden sich sehr schwer tun!“
Ob man etwas auf die kryptischen Prophezeiungen der FF-Wahrsagerin gibt, bleibt jedem einzelnen überlassen. Manche glauben ja an Wahrsagerinnen, Kartenleser und Horoskope. Kleeblattfans sind in diesem Fall aber vermutlich eher skeptisch, denn Helga Meiners Pendel verrät für den 1. FC Nürnberg, dass „Verein und Fans 2018 endlich den langersehnten Aufstieg des Clubs in die Erste Liga feiern“.

Naja, mal sehen, was uns das Fußballjahr 2018 bringt. Wir Greuther-Weiber und unsere Freundin sind ja nicht generell gegen Orakel. Wir schwören allerdings in erster Linie auf die Eingebungen und Prognosen des Tierorakels Daisy.

Hier ist der gesamte Videoclip des Franken Fernsehens mit der Wahrsagerin Helga Meiner.

Weilandts Wechsel klappt nicht

Training SpVgg Greuther FürthGestern schien der Wechsel von Tom Weilandt zum TSV 1860 München schon perfekt zu sein. Doch am Abend ist der Transfer geplatzt. Beim obligatorischen Medizincheck stellten die Ärzte des Münchner Zweitliga-Vereins bei dem 23-Jährigen Mittelfeldspieler einen Muskelbündelriss im Oberschenkel fest. Die Verletzung hat er sich bei einem Testspiel in der Vorbereitung der Spielvereinigung zugezogen. Das heißt im Klartext: Weilandt muss mindestens sechs Wochen pausieren. Und das ist zu lange für die Löwen, die sofortige Verstärkung für ihre Offensive suchen.

Für die Sechziger, die nach dem Weggang von Korbinian Vollmann und Marius Wolf schnellen Ersatz für die Außenbahn suchen, ist der Wechsel damit vom Tisch. Sie liegen aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz und fürchten einen blamablen Abstieg. Eigentlich war Tom Weilandt der Wunschkandidat des Münchner Vereins, vor allem Sportchef Oliver Kreuzer war schon seit mehreren Jahren an ihm interessiert. Doch Trainer Benno Möhlmann betonte in den vergangenen Wochen, dass für die Münchner nur eine sofortige Verstärkung Sinn macht, um im Abstiegskampf zu gewinnen. Weilandt aber kann mit seiner Verletzung vermutlich erst Ende März wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und würde somit in mehreren für den Zweitligisten wichtigen Saisonspielen fehlen. Jetzt bleibt den Löwen nur noch Zeit bis Montagabend, um auf dem Transfermarkt fündig zu werden.

Benno Möhlmann sucht einen neuen Job

FSV Frankfurt - SpVgg Greuther FürthIn der Zweiten Liga hängt so viel vom allerletzten Spieltag am kommenden Sonntag ab wie noch nie. Vom Tabellenplatz 13 – wo sich die Spielvereinigung gerade befindet – bis zu Rang 17 ist noch alles drin. Nur der Tabellenletzte, der VfR Aalen, ist als Absteiger in die Dritte Liga schon klar.

Wohl eine Kurzschlussreaktion ist jetzt vom FSV Frankfurt zu vermelden. Dort hat man nach einer mehrstündigen Krisensitzung am Sonntagabend den Trainer Benno Möhlmann entlassen. Von langer Hand vorbereitet oder eine Ad-Hoc-Entscheidung des Vereins? Wer weiß? Ausschlaggebend war sicher die gestrige 1:3-Niederlage gegen Union Berlin. Nachfolger von Möhlmann wird übrigens der frühere FSV-Coach Tomas Oral, der bereits heute das erste Training leitet.

Wer erinnert sich nicht daran: Benno Möhlmann war von 1997 bis 2000 Trainer beim Fürther Kleeblatt. Und übernahm zu Beginn der Saison 2008/09 erneut das Traineramt, wo er Nachfolger von Bruno Labbadia wurde, der ihn erst ein Jahr zuvor selbst beerbt hatte. Nach einem fünften Rang in der Saison 2008/09 folgte ein Absturz der Fürther auf Rang 15 zur Winterpause, so dass sich der Verein und Möhlmann am 20. Dezember 2009 auf eine Auflösung des Vertrags verständigten. Sein Nachfolger wurde Mike Büskens. (Auf unserem Foto vom April 2015 begrüßen sich die beiden vor dem Spiel in Frankfurt).

Sicher, der 60-jährige Coach Möhlmann hatte in Frankfurt zuletzt massive Probleme, seine seit elf Spielen sieglose Mannschaft zu motivieren. Wäre es nicht klug gewesen, Möhlmann schon vor Wochen, also noch rechtzeitig auszutauschen? Vor allem deshalb, weil es sich ja angedeutet hatte, dass Möhlmann nach dem Saisonende ohnehin das Handtuch werfen wollte. Spätestens nach dem desolaten Auftritt gegen 1860 München (0:1) am 32. Spieltag wäre ein Machtwort des FSV-Präsidiums angesagt gewesen.
Nun könnte es zu spät sein. Am letzten Spieltag droht Frankfurt bei einer Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf sogar das Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz.
Wir Greuther-Weiber wünschen Benno Möhlmann auf jeden viel Erfolg beim Finden eines neuen Jobs. Das Trainerkarussell in der Ersten und Zweiten Liga dreht sich ja permanent!

„Jetzt zählt jeder!“

jetzt_zaehlt_jeder_greutherweiberVier Spiele wird das Kleeblatt noch bestreiten. Dann ist es klar, ob der Verein in der nächsten Saison zweitklassig bleibt oder in die Dritte Liga absteigen muss. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga vor drei Jahren wäre das ein Albtraum für alle Fans.
Dass eine Gruppe mehr schafft als ein Einzelner, ist ja hinlänglich bekannt. Diese Rückendeckung erfährt auch die SpVgg jetzt im Kampf um den Klassenerhalt. Aus allen Bereichen – von Kindern, Fußballfans, über Fürther Bürger bis hin zur lokalen Prominenz –  bekommt der Verein jetzt emotionale und euphorische Unterstützungsbekundungen. Denn die Spielvereinigung ist für viele Menschen viel mehr als nur ein Verein. Das Kleeblatt machte die Stadt auch über bayerische Grenzen hinaus bekannt. Sogar Nicht-Bayern drücken der SpVgg die Daumen, dass sie nicht absteigt. In den nächsten Wochen zählt jedes Spiel, jeder Punkt und jede Unterstützung. So lautet der Slogan für die letzten Spiele: „Es geht uns alle an! Gemeinsam für Fürth!“

Auf der Website der Spielvereinigung hat man seit einigen Tagen die Möglichkeit, sich unter dem Motto „Jetzt zählt jeder!“ mit dem Verein solidarisch zu erklären. Man kann sich dort mit seinem Namen und Wohnort eintragen und damit ein Zeichen für das Kleeblatt setzen. Denn wie heißt es dort so treffend: „In der jetzigen Situation geht es nicht mehr um Fehlersuche oder Schuldzuweisungen. Jetzt müssen wir alle zusammenstehen. Macht mit und zeigt, dass unsere Herzen für unseren Verein schlagen.“
Gesagt – getan. Natürlich haben wir uns auch eingetragen. Deshalb findet man dort ab sofort unter der Unterstützernummer 1535 die „Greuther-Weiber, Fürth“. Wir hoffen, dass es uns noch viele Kleeblattanhänger nachmachen.
Und hier ist der Link, um sich auf der Website einzutragen.

Profitiert das Kleeblatt von Aalens Punkteabzug?

Sollte die Spielvereinigung davon profitieren, dass durch einen formalen Akt einem Konkurrenten in Sachen Abstieg zwei Punkte abgezogen werden? VfR Aalen - SpVgg Greuther Fürth– Die Fakten dazu: Wegen wiederholten Verstoßes gegen eine Lizenzierungsauflage im Bereich der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sollen dem aktuellen 16. in der Zweiten Liga – dem VfR Aalen – möglicherweise zwei Punkte abgezogen werden. Die Sanktionen hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) entschieden. Wie die DFL mitteilte, habe der VfR Aalen „in zwei aufeinander folgenden Kalenderjahren sein negatives Eigenkapital verschlechtert“.
Allerdings wird der abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist gegen diese Entscheidung voraussichtlich Rechtsmittel einlegen. Der Verein hat die Möglichkeit, gegen die Entscheidung innerhalb von fünf Tagen Beschwerde bei der DFL einzulegen. Darüber wird in den Vereinsgremien abgestimmt. „Wir sind davon überzeugt, auch trotz dieses Punktabzuges den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga zu realisieren“, so das geschäftsführende Präsidiumsmitglied Carl Ferdinand Meidert. Trainer Stephan Ruthenbeck hat bei der schlechten Nachricht vermutlich ähnlich sauer reagiert wie auf unserem Foto, das bei der letzten direkten Begegnung zwischen dem Kleeblatt und Aalen Anfang März entstand. Das Spiel ging unentschieden 1:1 aus.

Nach dem Abzug der zwei Punkte wären die Aalener, die letztes Wochenende 1:1 gegen den TSV 1860 München spielten, nun mit mickrigen 22 Zählern punktgleich mit dem Tabellenletzten FC St. Pauli und dem Vorletzten FC Erzgebirge Aue. Nur die bessere Tordifferenz hielte Aalen auf Platz 16. Der Abstand auf Platz 15, den derzeit die Münchner „Löwen“ innehaben, würde dann vier Punkte betragen.

Die SpVgg hat als 14. der Zweitliga-Tabelle mit 29 Zählern derzeit sieben Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz. Wenn sich am Ende der Saison 2014/15 die Münchner und die Fürther in der Zweiten Liga halten sollten und der VfR Aalen nur aufgrund des Punkteabzugs absteigen oder in die Relegation müsste, dann hätte das einen  ausgesprochen schalen Beigeschmack.

Die Greuther-Weiber feiern ihren 500. Blogbeitrag

Kaum zu glauben: Das ist der 500. Blogbeitrag der Greuther-Weiber. Gestartet sind wir im Juli 2009, das ist über vier Jahre her. Seitdem schreiben wir – kiki, uwo und sabbel  – über das Wohl und Wehe der Spielvereinigung Greuther Fürth –  aus weiblicher Sicht. Schon beim 300. „Jubiläum“ am 6. Januar 2012 habe ich ja einige bermerkenswerte und einschneidende Ereignisse, die wir bei den Greuther-Weibern thematisiert hatten, in meinem Posting Revue passieren lassen. Damals stand das Kleeblatt kurz vor dem Start in die Rückrunde nach der Winterpause. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, dass die folgenden Monate zu den erfolgreichsten in der Geschichte der Spielvereinigung werden sollten: Sie gewann Spiel um Spiel und schaffte es in einer spannenden Endphase, aus ihrem Image der „Unaufsteigbaren“ endlich in die Erste Liga aufzusteigen. Maßgeblich waren neben dem damaligen Trainer Mike Büskens Spieler wie Edgar Prib, Stephan Schröck, Max Grün und eine hervorragende Teamleistung am Erfolg beteiligt. Und Torschützenkönig sollte auch ein Kleeblatt werden: Olivier Occean.

Aber auf den glücklichen Aufstieg in die Bundesliga folgte eine Saison, die den Fürther Fans, dem Verein und allen Spielern an die Substanz ging und dann nach 34 Spieltagen im Abstieg endete. Wir Greuther-Weiber haben immer versucht, die Mannschaft mit aufbauenden Blogbeiträgen und manchmal auch berechtigter Kritik zu motivieren. Über die zahlreiche positive Resonanz auf unsere Arbeit haben wir uns immer sehr gefreut. Und auch andere Medien wurden durch unseren Greuther-Weiber-Blog auf die Stadt Fürth und die Spielvereinigung aufmerksam. Ich erinnere nur an das Interview mit einem Clubfan für die BR-Sendung „Kipfenberg“.

500 Blogbeiträge – das hat uns Spaß gemacht. Und so, wie das Kleeblatt in die Saison 2013/14 gestartet ist, könnten wir uns durchaus vorstellen, dass aus den Abgestiegenen bald wieder Bundesliga-Aufsteiger werden. Eines ist sicher: Die Greuther-Weiber begleiten den Verein dabei!

Spannung pur bis zum letzten Schweißtropfen!

Mann, das war wirklich einer der spannendsten Bundesliga-Spieltage dieser Saison. Ja, auch für das Kleeblatt – obwohl es schon vor der Partie gegen den FC Augsburg abgestiegen war.

Das Spiel in der SGL-Arena begann turbulent. Bei einem Konter in der 3. Minute kam Felix Klaus in den Strafraum, wurde von Klavan an den Hacken berührt – und Schiedsrichter Tobias Welz zeigte nach kurzem Überlegen auf den Elferpunkt. Edgar Prib trat an und verwandelte sicher ins rechte obere Eck. Jubel bei den angereisten Kleeblattfans. Aber der Elfmeter musste wiederholt werden, weil Park zu früh in den Strafraum gelaufen war. Prib trat wieder an, schoss dieses Mal in das linke untere Eck, und Torwart Manninger parierte (Foto). Frust für das Fürther Team, das trotzdem versuchte, sich nicht hängen zu lassen: Die Mannschaft ließ den Augsburgern wenig Spielraum, denen gelang es aber dann bei der ersten wirklichen Torchance durch Werner doch, das 1:0 zu machen.
Nach der Pause erst mal Geplänkel auf beiden Seiten, gute Aktionen des FCA. Keeper Wolfgang Hesl konnte aber zunächst die Situation immer retten. Doch in der 55. Minute kam es, wie es kommen musste: Der FCA traf zum zweiten Mal in das weiß-grüne Tor und hatte jetzt schon das Gefühl, den Nichtabstiegsplatz erreicht zu haben. (Zumal Fortuna Düsseldorf gegen Hannover 96 hinten lag.) Fürth gab jedoch nicht auf und preschte nach vorne. Nach einem unglücklichen Abwehrversuch der Augsburger Hintermannschaft verkürzte Florian Trinks (heute zum ersten Mal in der Startelf der SpVgg aufgestellt) auf 1:2. Aber der Koreaner Ji setzte eine Viertelstunde vor Schluss noch einen drauf und machte für den FCA das 3:1. Das sollte dann auch der Endstand bleiben.

Noch spannender war dieser letzte Spieltag für den BVB, der mit stolzer Brust gegen 1899 Hoffenheim angetreten war und sich – so deren Trainer Jürgen Klopp – sicher glaubte, die Hoffenheimer mit Fürth in die zweite Liga zu schicken. Aber es kam ganz anders. Keeper Weidenfeller bekam Rot, der anschließende Elfmeter war im BVB-Tor und flupp: Hoffenheim führte mit 1:2 und roch Morgenluft. Und so blieb es auch nach einem Tor des BVB, das nicht gegeben wurde, bis zum Schluss. Mit der Spielvereinigung ist ganz überraschend, quasi in der letzten Minute, Fortuna Düsseldorf abgestiegen, 1899 Hoffenheim ist in der Relegation.

Doch eines muss man dem Kleeblatt zugute halten: In den 34 Spielen dieser Bundesliga-Saison hat die Mannschaft (fast) immer engagiert und leidenschaftlich gespielt und Rückgrat gezeigt. Unterm Strich fehlte aber die Bundesligaqualität. Wir hoffen auf eine gute Saison in der zweiten Liga – und werden das Kleeblatt auch dann wieder mit oft aufmunternden und manchmal kritischen Blogbeiträgen begleiten. Danke an das Team, an Trainer Frank Kramer und auch – das sollten wir nicht vergessen! – an Mike Büskens für ein aufregendes Jahr in der Ersten Liga!

Kein Heimsieg – Negativrekord des Kleeblatts!

Wie sehr haben die Kleeblattfans für heute einen Heimsieg im Ronhof herbeigesehnt: Das Spiel gegen den SC Freiburg war die letzte Chance für die Fürther, einen historischen Negativrekord zu vermeiden. Noch nie blieb bisher ein Bundesligist zu Hause eine ganze Saison lang sieglos. Doch die Fans wurden enttäuscht: Am Ende ist dem Kleeblatt genau das passiert.
Dabei fing die Partie super an. Nach drei Minuten traf Matthias Zimmermann (Foto) nach einer Vorlage von Edgar Prib das Freiburger Tor und katapultierte den Fürther Teil der 16 735 Stadionbesucher in den siebten Himmel. Der Vorsprung war bis über die Pause zu retten, es gab immer wieder gute Chancen für die Spielvereinigung, die sie aber nicht verwandeln konnte. Bei den Angriffen von Freiburg war Wolfgang Hesl der ruhende Pol und holte mehrere Male die Kohlen aus dem Feuer.

Nach der Pause kamen dann die Gäste immer besser ins Spiel. In der 49. Minute gab es eine umstrittene Entscheidung zugunsten des Kleeblatts: Ein Freiburger Eckball segelte vor das Tor von Wolle Hesl. Ginter köpfte in Richtung lange Ecke, der Ball sprang vom Pfosten zum Keeper, der ihn aus der Luft rausbaggerte. Schiedsrichter Siebert ließ weiterspielen und gab den Treffer nicht. Da hatten die Kleeblätter mehr Glück als Verstand. Doch in Minute 69 fiel dann doch das Ausgleichstor durch Jonathan Schmid. Erst mal kein Grund für die SpVgg, gefrustet zu sein, aber als nur neun Minuten später Kruse das 2:1 erzielte, spürte man, dass beim Kleeblatt der Optimismus den Bach runterging.
Kurz vor Schluss – nach dem Einwechseln von Nöthe und Park (Trainer Frank Kramer setzte jetzt auf noch mehr Offensive) – war zumindest der Ausgleich noch zum Greifen nahe: Nach einer hohen Flanke holte Torschütze Schmid Felix Klaus von den Beinen, und der Referée entschied auf Elfmeter. Nikola Djurdjic legte sich den Ball für den möglichen 2:2-Ausgleich zurecht. Aber Keeper Baumann wehrte erfolgreich ab. Damit rückte Freiburg der Europapokalteilnahme näher. Das Spiel endete 2:1 für die Breisgauer.
Die SpVgg spielte in der Trolli-Arena zehnmal torlos und holte gerade einmal vier Punkte aus 16 Spielen. Selbst Tasmania 1900 Berlin gelang 1965/66 mit umgerechnet neun Heimpunkten eine bessere Bilanz. Nächsten Samstag muss das Kleeblatt am letzten Spieltag zum FC Augsburg. Und für den Konkurrenten aus Bayern geht es ja immer noch um den Klassenerhalt …

Ausverkauf beim Kleeblatt?

Dass die Spielvereinigung nach nur einer Saison in der Ersten Bundesliga wieder absteigt, ist leider nicht mehr zu ändern. Viele hoffen, dass sich die Mannschaft in der nächsten Spielzeit wieder fängt und an ihre Erfolge anschließen kann.
Ich war auch zuversichtlich, aber von Tag zu Tag stellen sich zunehmend Zweifel ein. Der Grund ist der allmähliche Ausverkauf der Spieler.  Von der Mannschaft, wie sie in dieser Saison (siehe Foto) angetreten ist, wird kaum noch was übrig bleiben.
Seit heute ist es amtlich, dass Gerald Asamoah das Kleeblatt verlässt. Auf seiner Website teilt Asa das mit. Wie seine Zukunft aussehen wird, darüber gibt es noch keine Informationen. Dass Asamoah nach dem abrupten Abschied von Trainer Mike Büskens im Februar nicht mehr lange in Fürth bleiben würde, war klar. War er doch von Büskens zum Kleeblatt geholt worden und hatte dort maßgeblich am Aufstieg der „Unaufsteigbaren“ mitgewirkt.

Auch Routinier Milorad Pekovic verlässt die SpVgg. Der 35-Jährige war hier dreieinhalb Jahre aktiv, er hat 90 Pflichtspiele absolviert, sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert. Heinrich Schmidtgal wurde vor wenigen Tagen von Fortuna Düsseldorf engagiert. Er ist in der Spielzeit 2013/14 genauso nicht mehr beim Kleeblatt wie Christopher Nöthe und Bernd Nehrig. Sercan Sararer geht bekanntlich zum VfB Stuttgart.
Mehr oder minder heiße Gerüchte über den Weggang weiterer Spieler kursieren seit Tagen auf dem Transfermarkt: Ein großer deutscher Sportsender berichtet über das Interesse von Energie Cottbus an Torhüter Wolfgang Hesl. Heute liest man davon, dass Werder Bremen vielleicht Felix Klaus abwerben will. Gerüchte gibt es weiter über den Weggang von Mergim Mavrai, Johannes Geis, Lasse Sobiech und Baba. Auch dass Keeper Max Grün nicht mehr lange beim Kleeblatt bleiben wird und will, ist kein Geheimnis mehr. Besonders dramatisch wäre es für die Fürther Fans, wenn Edgar Prib die Spielvereinigung verließe. Ob er wirklich nach England geht oder zu Borussia Dortmund – bislang gibt es darüber nur Spekulationen.

Auf jeden Fall wird die neue Spielzeit für die SpVgg ein Beginn mit vielen neuen Spielern. Der Kader wird komplett umgekrempelt, Coach Frank Kramer muss praktisch bei Null neu anfangen. Manch einer hat schon vorgeschlagen, die gesamte U23 als neue erste Mannschaft einzusetzen. Naja, warum eigentlich nicht?

Morgen, 11. Mai, tritt das Kleeblatt zum letzten Heimspiel in der Ersten Liga gegen den SC Freiburg an. Die Partie beginnt um 15.30 Uhr. Kann die Mannschaft doch noch ihren ersten Heimsieg einfahren? Wir Greuther-Weiber wünschen uns das ebenso sehr wie alle anderen Fans der SpVgg!!