Weiß-Grüner Frust trotz Goldenen Oktobers

allgaeu_kleeblattEine starke bakteriellle Erkältung war Schuld, dass ich später zu einem kurzen Wanderurlaub ins Allgäu fahren und dadurch das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim nur aus der Ferne verfolgen konnte. Ich habe mir das schön vorgestellt: Ich erfahre nach dem Spiel von einem Sieg des Kleeblatts, der nach einigen Schlappen wieder unbedingt nötig gewesen wäre. Leider kam es anders als erhofft. Die Spielvereinigung verlor im Ronhof mit 0:2 und hat ähnlich schnell (14. und 18. Minute) wie einige Tage vorher die Nordirische Nationalmannschaft (13. und 17. Minute) in der WM-Qualifikation gegen Deutschland gleich in der ersten Viertelstunde beide Gegentreffer eingefangen. Das kann einem wirklich den schönsten Urlaub verderben, wie dieses Foto dokumentiert: Ich sitze bei herrlichstem Goldenem Oktober unter „himmlischer Aufsicht“ im Allgäu auf einer idyllischen Bank und könnte Sonnenschein und Wärme genießen. Trotzdem bin ich frustriert von der aktuellen sportlichen Leistung des Kleeblatts.

Die Fakten sind ja alle bekannt. Sei es die Zurückhaltung von Präsident Helmut Hack bei der Investition in neue, gute Spieler. Oder das Verletzungspech von Jurgen Gjasula, der Unfall von Stürmer Ilir Azemi, der zwar nach und nach wieder fit wird, aber noch weit weg davon entfernt ist, dass man ihn 90 Minuten einsetzen könnte. Der Fürther Angriff schwächelt, die Kleeblatt-Abwehr hat gute und schlechte Tage. Es fehlen insgesamt Mut und die Konsequenz beim Abschluss begonnener Aktionen im Mittelfeld. Und der Mann im Tor – egal, wie er heißt – hat viel damit zu tun, die Angriffe der Gegner zu parieren. Insgesamt fehlt der Biss, und der elfte Tabellenplatz und nur elf Punkte nach neun Spielen sprechen Bände.

Schade. Auf der Rückfahrt habe ich dann noch im Radio gehört, dass der 1. FC Nürnberg offenbar gerade einen Lauf hat und das Spiel gegen den Karslruher SC mit 3:0 gewonnen hat. Keine guten Tage für Kleeblattfans! – Am kommenden Sonntag, 23. Oktober, ist das Kleeblatt ab 13.30 Uhr beim Spitzenreiter der Zweiten Liga – Eintracht Braunschweig – zu Gast. Für die Moral der Fans wären Tore und ein Sieg der Spielvereinigung dringend angesagt. Ein Vorhaben, das gegen den Tabellenführer allerdings schwer umzusetzen sein wird. Trotzdem: Bitte warm anziehen und endlich mal wieder einen Erfolg einfahren!

Kleeblatt-Tourismus – nicht in Fürth!

Es ist nicht so, dass Fürth quasi alles gepachtet hat, was mit dem Begriff  „Kleeblatt“ zu tun hat. Das will ich ja auch gar nicht behaupten. Aber da war ich dann doch leicht irritiert:  Der Bruder von Greutherweib uwo war mit seiner Frau beim Langlaufen und hat uns von dort – mit seinem typisch verschmitzten Augenzwinkern – den lokalen Loipen-Flyer mitgebracht. Und was steht da? „Insgesamt über 90 km bestens gepflegte Loipen für Klassik-Läufer und Skater in allen vier Kleeblattgemeinden“. Was heißt da „Kleeblattgemeinden“? Fürth hat das Kleeblatt im Stadtwappen, die Spielvereinigung trägt es in der Vereinsfahne. Und die Spieler werden – egal ob Amateure oder Profis – „Kleeblätter“ genannt. Und jetzt nehmen vier kleine Orte im Süden Deutschlands das Attribut „Kleeblatt“ für sich in Anspruch? Aber eine der wichtigsten Charaktereigenschaften der Greuther-Weiber ist Souveränität. Deshalb stehen wir den Orten Balderschwang, Hittisau, Riefensberg und Sibratsgfäll (!) gelassen gegenüber. Und würden uns freuen, wenn die vier Allgäuer Kleeblattgemeinden beim DFB-Pokal-Halbfinale gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund den Fürther Kleeblättern alle Daumen drücken würden.