Gegen die Löwen verloren, aber schlimmer : Hesl verletzt

Wolfgang_Hesl_1860Das war gestern ein rabenschwarzer Freitag für die Spielvereinigung: Die Partie gegen den TSV 1860 München in der Allianz-Arena ging mit 0:2 verloren. Noch viel gravierender ist: Torhüter Wolfgang Hesl verletzte sich bei einer tollkühnen Parade, die zum zweiten Tor führte, an der Hand und musste ausgewechselt werden.

Das Omen dieses bayerischen “Wiesn-Derbys” war von Anfang an nicht gut. Von 16 Spielen während des Oktoberfestes haben die Löwen bisher acht gewonnen, sieben Mal unentschieden gespielt und nur eines verloren. Kleeblätter sind (natürlich) nicht abergläubisch, aber sie kamen mit dem System von Trainer Frank Kramer nicht gut ins Spiel. Das Team aus München spielte entgegen aller Unkenrufen und bisheriger Ergebnisse wie ausgewechselt. Erst seit einigen Tagen werden sie ja von Markus von Ahlen trainiert, und dieser Neuanfang tut der Mannschaft offenbar gut. Eine ganze Halbzeit lang liefen dann auch die Jungs der Spielvereinigung dem Ball und ihren Gegnern hinterher. Erschwerend kam dazu, dass 1860 schon in der 6. Minute das Führungstor durch Rafael Okotie erzielt hatte.
Nach der Pause war dann deutlich mehr Leben in der SpVgg. Allerdings führten einige ganz gute Kombinationen nicht zum Abschluss. Vielmehr sollte es in der 74. Minute nach einer Verkettung unglücklicher Umstände zum zweiten Tor kommen: Hatten während des Spiels schon Thomas Pledl und Guilherme eine schwache Abwehr geboten, ermöglichte ein weiterer schlimmer Abwehr-Patzer das 2:0 für die Löwen: Nach einem riskanten Hesl-Auswurf stand der noch an der Strafraumgrenze. Stephan Fürstner verlor vor dem Strafraum den Ball an Joker Rodri. Sanchez übernahm und setzte aus 25 Metern zu einem spektakulären Schuss an. Der Ball flog über Hesl hinweg und schlug bombensicher ins Fürther Tor ein.
Besonders bitter für die SpVgg war es, dass sich Keeper Hesl beim Zurücksetzen ins Tor (Foto) seine rechte Hand schmerzhaft verletzt hatte. Für ihn kam dann Ersatzmann Tom Mickel auf den Platz, der sein Liga-Debüt für die Kleeblätter feierte. Das ganze Team des Kleeblatts war sichtlich geschockt vom 0:2 und der Verletzung ihres Kapitäns, sie suchten aber in den letzten Minuten der Partie trotzdem den Weg nach vorne.  Röcker traf nach einer Ecke in der Nachspielzeit immerhin die Latte. Trotzdem: Das Spiel war verloren.
Am Tag der Kirchweih-Eröffnung, 3. Oktober, empfängt ab 18.30 Uhr die Spielvereingung den FC Erzgebirge Aue im Ronhof.

Nachtrag: Wolfgang Hesl soll einen Mittelhandbruch erlitten haben und wird vermutlich für die gesamte Hinrunde ausfallen.

Quo vadis, Kleeblatt?

Gestern Abend konnte ich leider nicht mit den anderen 15.500 Zuschauern in der Allianz-Arena dabei sein, als die Spielvereinigung ihr 15. Saisonspiel gegen den TSV 1860 München absolvierte. Ich war nämlich bei der Feier eines Freundes, der in einem Nürnberger Restaurant seinen runden Geburtstag feierte. “Quo vadis?” heißt das Lokal – und das habe ich mich auch gefragt, als mein Tischnachbar auf seinem Smartphone das Endergebnis des Spieles googelte: 0:1 für die Löwen. “Quo vadis, Kleeblatt”, dachte ich mir, “wohin gehst du?”
Das Spiel war in den ersten 45 Minuten wohl von vielen Ballverlusten und Fehlpässen geprägt. Dann gab es nach der Pause Chancen auf beiden Seiten, die leider die Münchner in der 56. Minute durch das Tor von Dominik Stahl (Foto) verwandeln konnten. Gegen Ende der zweiten Halbzeit war auf der Online-Seite des Sportmagazins “Kicker” zu lesen: “Der Schneefall in München nimmt zu. Gleichzeitig das spielerische Niveau leider wieder ab. Fürth rennt an, beißt sich aber an gut geordneten Löwen die Zähne aus.” Am Ende feierten die Löwen den verdienten Heimsieg, die SpVgg verpasste die Tabellenführung.
Noch mal zu “Quo vadis?”. Der Sage nach begegnete der Apostel Petrus auf seiner Flucht aus Rom Christus und fragte ihn „Quo vadis, Domine?“ („Wohin gehst du, Herr?“) und erhielt zur Antwort „Venio Romam iterum crucifigi.“ („Nach Rom, um mich erneut kreuzigen zu lassen“). Daraufhin kehrte Petrus um, wurde in Rom gefangengenommen und gekreuzigt. Im Alltag wird die Phrase „quo vadis“ oft im Sinne von „Wohin soll das noch führen?” oder „Wie soll das weitergehen?” verwendet.
Das frage ich mich generell in  Bezug auf das Kleeblatt eigentlich nicht. Die Fürther sind gut in die Saison gestartet und werden bis zur Winterpause (hoffentlich) noch mal richtig aufdrehen. Gelegenheit dafür haben sie schon am kommenden Sonntag, 1. Dezember, wenn sie um 13.30 Uhr im Ronhof  Energie Cottbus empfangen. Der Tabellenletzte  ist auf jeden Fall zu knacken. Nicht, dass die Cottbusser nach dem Abpfiff Julius Caeser zitieren können: “Veni, vidi, vici”. (“Ich kam, sah und siegte”).

Ein Lichtstreif am Fußball-Horizont!

Sie sind mit einem blauen Auge davongekommen und haben beim Angstgegner, dem Rekordmeister FC Bayern München, ihre Haut teuer verkauft. 0:2 hat die Spielvereinigung in der mit 71.000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena verloren.
Mit einer hochverdienten 1:0-Führung gingen die Bayern in die Halbzeitpause. Nach dem überfälligen, aber aus Sicht der Spielvereinigung vermeidbaren 1:0 hatten die Kleeblätter Riesenglück, nicht höher in Rückstand zu geraten zu sein.
Trainer Mike Büskens musste praktisch mit einer Notelf in München antreten: ohne Kapitän Mavraj (Gelb-Rot-Sperre), Schmidtgal (Patellasehnen-Probleme), Prib (Zerrung) sowie Neuzugang Djurdjic (Stirnhöhlenvereiterung). Das erste Tor fiel trotzdem erst in der 26. Minute durch Mario Mandzukic, die ca. 5000 aus Fürth angereisten Fans sahen bis dahin ein gute Abwehrleistung ihres Teams. Andererseits kamen sie in der ersten halben Stunde gerade vier Mal über die Mittellinie. Ein Facebook-Poster war pessimistsich: “Das wird nix – das Kleeblatt hat gerade mal 20 Prozent Ballbesitz.” Naja, das sollte sich bis zum Schlusspfiff nicht wesentlich ändern. Obwohl das Kleeblatt (mal wieder) kämpfte und in der zweiten Halbzeit mit einigen Torschüssen gute Ansätze zeigte. Doch das zweite Tor des Gastgebers in der 61. Minute – wieder durch Mandzukic – ließ die leisen Hoffnungen auf ein Unentschieden wie eine Seifenblase platzen.
Fazit: Für Manuel Neuer ein ruhiger Tag mit viel Langeweile, 17 Eckbällen der Münchner  standen null (!) für die Spielvereinigung gegenüber. Das erste Tor war vermeidbar (Fehler bei Keeper Wolfgang Hesl). Die Kleeblätter zeigten eine ganz gute Defensive, schwächelten aber – wie so oft – in Richtung gegnerischen Strafraum. Aber die gute Aktion von Neuzugang Jung-Bin Park, der in der vorletzten Minute eingewechselt wurde, und das mutigere Auftreten der Fürther gegen Ende des Spiels zeigte Perspektiven auf.
Nächste Woche empfangen wir im Ronhof unseren Lieblingsgegner FSV Mainz 05. Lieblingsgegner deshalb, weil die Mainzer die einzige Mannschaft sind, wie wir in der Hinrunde besiegen konnten – auswärts! Da muss es zu Hause doch erst recht klappen, oder?

Ohne Rachid im gemeinsamen Stadion?

Auch Greuther-Weiber haben ein Recht auf Freizeit und Urlaub – und das habe ich über Pfingsten auch in Anspruch genommen. Vier Tage Kanu- und Radfahren im Spreewald bei herrlichem Wetter. Super!
Aber kaum verlässt man Fürth, schon überschlagen sich hier die Ereignisse. Die Hiobs-Botschaft gestern nach meiner Rückkehr: Rachid Azzouzi verlässt das Kleeblatt und geht nach Hamburg. Zwar ist der FC St. Pauli ein Verein, mit dem viele Fürther Fans eher enge freundschaftliche Bande geknüpft haben. Trotzdem ist es für die Mannschaft und den Verein sicher keine positive Meldung, wenn der langjährige Manager die Spielvereinigung verlässt. Und das jetzt beim Aufstieg in die Bundesliga. Wir wünschen Rachid Azzouzi auf jeden Fall viel Erfolg und ein gutes Eingewöhnen im hohen Norden.

Aus Fürther Sicht interessant ist außerdem – auch im “Pfingstferien-Loch” – die Wochenfrage der “Nürnberger Zeitung”. Dort wird dem sportinteressierten Leser die Gretchen-Frage gestellt: ” Gemeinsames Stadion für Club und Kleeblatt?”. Ich persönlich bin bei solchen Vorschlägen immer erst mal skeptisch. Aus finanzieller Sicht gäbe es für ein gemeinsames Stadion – wie es mit der Allianz Arena in München ja für den FC Bayern und 1860 München existiert – sicher einige stichhaltige Argumente.  Aber Fußball hat eben auch viel mit Emotionen zu tun. Und in der Beziehung ist eine “Greuther-Club-Arena” oder ein  “Trolli-easyCredit-Stadion” nur schwer vorstellbar. Oder was meint Ihr?

Das Kleeblatt ist voll erblüht

Endlich! Beim Kleeblatt scheint es kein Halten mehr zu geben. In den letzten Wochen hatte es sich ja schon angedeutet, und nun ist mit dem Frühling offenbar auch die Mannschaft zu voller Form aufgeblüht. Kein Zögern, kein ängstliches Schielen auf bisherige Spiele beim Erzrivalen TSV 1860 München. Statt dessen selbstbewusstes und befreites Aufspielen in der Münchner Allianz Arena, in der zeitweise mehr von den 4000 mitgereisten Fürther Fans zu hören war als von den Anhängern der 1860er. So macht Fußball Spaß! Und das könnte bereits ein Vorgeschmack auf die nächste Saison gewesen sein, denn wenn das Kleeblatt so weitermacht, kann es keiner mehr am Aufstieg in die 1. Bundesliga hindern.

Vor allem die erste Hälfte der Partie war unglaublich temporeich und spannend. Die fast 30 000 Besucher in der Allianz Arena bekamen etwas geboten für ihr Geld. Die Fürther begannen druckvoll mit dem raschen 1:0 durch Olivier Occean (14. Minute). Der ärgerliche 1:1-Ausgleich nach einem von Max Grün verursachten Foulelfmeter war schon bald wieder vergessen, als Stephan Fürstner zum 2:1 (27.) einlochte. Das Kleeblatt konnte auch eine kurze Phase, in der die “Sechzger” kamen und Fürth ein paarmal in Bedrängnis brachten, wieder zu seinen Gunsten drehen.

Nach dem Seitenwechsel waren die Münchner Löwen geistig wohl noch in der Kabine, als Olivier Oceean bereits in der 46. Minute für eine blitzartige Überraschung und das 3:1 sorgte. So schnell kann es gehen, der TSV 1860 hatte nur noch das Nachsehen. Und auch in der restlichen zweiten Halbzeit gab es für die Löwen nichts zu lachen. Felix Klaus baute weiter zum 4:1 aus (52.), und es hätte auch noch locker 5:1 heißen können. Durch den für Stürmer Nöthe eingewechselten Pekovic (72.) signalisierte Trainer Mike Büskens, dass seine Mannschaft nun etwas herunterschalten und defensiver spielen würde. Die “Sechzger” hatten noch einmal eine Chance, aber gefährlich werden konnten sie dem Kleeblatt zu keiner Minute. Das machte Druck bis zum Schluss, überzeugte durch Spielfreude und Willensstärke.

Ja, so darf es bleiben! Wenn die Mannschaft mit dieser Einstellung am Dienstag im Ronhof loslegt, dann macht sie es im Halbfinale des DFB-Pokals dem amtierenden Deutschen Meister und Erstplatzierten der 1. Bundesliga, Borussia Dortmund, zumindest nicht leicht. Dann kann selbst dieses Spiel eines “auf Augenhöhe” werden, wie es so schön heißt!

 

 

Erst mal zu den 1860ern nach München

Das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund rückt unaufhaltsam näher. Am kommenden Dienstag, 20. März, ist um 20.30 Uhr Anpfiff in der Trolli ARENA. Für die Kleeblätter ist dies ohne Übertreibung das wichtigste Spiel in der jüngeren Vereinsgeschichte. Gegen den amtierenden Deutschen Meister zu Hause im Ronhof vor vollem Haus zu spielen, das ist für Spieler, Verantwortliche und vor allem die Fürther Fans etwas ganz Besonderes.

Doch zuvor gilt es, noch eine andere Hürde zu überwinden. Am Samstag, 17. März, tritt das Kleeblatt um 13 Uhr in der Allianz Arena gegen den Tabellensechsten, den TSV 1860 München, an. Wir erinnern uns noch amüsiert an den Auftritt der Münchner in der Hinrunde Ende September. Bei den Greuther-Weibern habe ich ja darüber geschrieben, wie sie mit typisch Münchner Arroganz durch die Fürther Innenstadt gelaufen sind. Und dann zwei Stunden später – nach dem 2:0 der Spielvereinigung (das Foto zeigt den Jubel nach dem Tor zum 2:0 durch Bernd Nehrig) – wie die geprügelten Hunde zurück in die Landeshauptstadt schlichen.

Am Samstag muss jetzt das Kleeblatt gen Süden und dort seinen mageren Punktevorsprung möglichst ausbauen: Spitzenreiter Fürth liegt nur einen Punkt vor der Frankfurter Eintracht, zwei Punkte vor Fortuna Düsseldorf und drei Zähler vor St. Pauli und dem SC Paderborn. Bei jedem unentschiedenen oder – noch schlimmer – verlorenen Spiel werden die Karten neu gemischt, nur einmal Schwächeln, und das Kleeblatt findet sich ganz schnell auf Tabellenplatz fünf.

Deshalb: Gar nicht groß an das DFB-Pokalspiel denken, sondern ganz auf den Samstag und die 60er konzentrieren. Die müssen besiegt werden, und dann ist die mentale Einstellung und die Stimmung für den nächsten Dienstag topp!

Das Kleeblatt boomt!

Bayern München wird einem ja oft als der deutsche Fußballverein schlechthin dargestellt. Da ist angeblich alles Gold, was glänzt. So auch in Sachen Dauerkarten-Verkauf. Schon vor einigen Tagen wurde publik, dass knapp vier Wochen vor dem Bundesliga-Start bereits 12 von 17 Heimspielen in der Allianz Arena ausverkauft und insbesondere auch alle Dauerkarten vergriffen sind. Bei 38 000 Saisontickets wurde, genauso wie im letzten Jahr, der Verkauf gestoppt. Wer sich bislang nicht um Karten für die neue Saison gekümmert hat, kann sich die Topspiele gegen Meister Dortmund oder Bayer Leverkusen abschminken. Weiterhin sind alle bayerischen Derbys  – wie das gegen den Club oder den FC Augsburg – ausverkauft!
Und auch die Spielvereinigung vermeldet heute eine Rekordzahl an verkauften Dauerkarten für die Saison 2011/12: Rund 3500 Jahrestickets gingen bereits vor dem Auftaktspiel gegen Eintracht Frankfurt über die Ladentheken. Und die Nachfrage ist weiterhin ungebrochen. O-Ton des für den Kartenverkauf Verantwortlichen beim Kleeblatt, Andreas Stahl:

“Bei uns liegen etliche Vorbestellungen für Dauerkarten, die wir in der letzten Woche gar nicht mehr erfüllen konnten, weil die Plätze in der Trolli ARENA durch Tageskarten für das Frankfurt-Spiel blockiert waren. Jetzt sind die Plätze aber wieder frei und wir können die gewünschten Dauerkarten ausstellen.”

Aus diesem Grund hat sich die SpVgg entschlossen, den Dauerkartenverkauf um weitere zwei Wochen zu verlängern. Bis zum Samstag, 30. Juli, können sich alle Spätentschlossenen im Fanshop „Greuther Teeladen“ oder im Fanshop bei Franken Ticket am Kohlenmarkt noch eine Saisonkarte sichern.
Die große Publikumsresonanz klingt vielversprechend für die nächsten Monate. Die Begeisterung der Fürther Fans scheint ungebrochen zu sein. Ungeachtet des glücklos endenden ersten Spiels gegen die Frankfurter Eintracht. Und wenn das weiß-grüne Team so weiterspielt, wie es am vergangenen Freitag in der ersten Halbzeit begonnen hat, dann hoffen wir das Beste!

Genugtuung für die Kleeblatt-Fans

Mit Wut und einem ganz faden Beigeschmack denken viele Fans der SpVgg an das Pokalspiel gegen den FC Bayern München in der Münchner Allianz Arena im Februar dieses Jahres zurück. Auch wir “Greuther-Weiber” haben damals noch während des Spiels mit Freunden im Stadion telefoniert, die vom unverständlich schroffen Verhalten der Münchner Polizei berichteten. In zwei Blogbeiträgen schrieben wir dann über die 6:2-Niederlage der Kleeblätter, vor allem aber auch über die Vorkommnisse in und um die Allianz-Arena . Jetzt hat der Einsatz von USK-Beamten erste Konsequenzen: Weil der Verdacht auf „Körperverletzung im Amt“ besteht, wurden vier Beamte versetzt und Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet.

pokalTausende Fürther Fans waren zum Pokal-Viertelfinalspiel ihrer SpVgg  nach München gefahren und erlebten ihr blaues Wunder. Viele erreichten erst lange nach Anpfiff ihre Plätze, andere mussten sich den harschen Ton sowie brutales Verhalten anwesender Ordnungshüter gefallen lassen. Bei der Münchner Polizei war man sich zunächst keiner Schuld bewusst. In einer Pressemitteilung nach der Partie hieß es: Drei Busse „mit stark alkoholisierten und aggressiven Fürther Ultra-Fans“ seien erst nach Spielbeginn in München angekommen. Schon am Nordeingang des Stadions seien sie „ohne erkennbaren Grund mit massiver körperlicher Gewalt“ auf Polizisten losgegangen.

In einem Kommentar zu unserem Blog meinte damals “Münchner Freiheit”:

Na so schlimm wirds ja wohl nicht gewesen sein. Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Und wenn die Polizei eingreifen mußte, dann hattte das schon seinen Grund.

In den zurückliegenden neun Monaten hat nun die Münchner Kripo ermittelt, zahlreiche Fürther Fans vernommen und Videomaterial gesichtet. Das vorläufige Ergebnis: Gegen drei Beamte vom USK, darunter ein Zugführer, und einen Polizisten einer Einsatzhundertschaft besteht „Verdacht auf Körperverletzung im Amt“. Alle vier wurden in andere Dienststellen versetzt, bei zwei von ihnen seien allerdings ohnehin entsprechende Veränderungen angestanden. „Die Maßnahmen sind keine Vorverurteilungen und dienen insbesondere auch dem Schutz der Kollegen“, so der Münchner Polizeivizepräsident Robert Kopp.

Ob die Beamten weitere Konsequenzen fürchten müssen, wird sich erst noch zeigen. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Interessant ist der Vorschlag des Fürther SPD-Landtagsabgeordneten Horst Arnold, der fordert, dass USK-Beamte künftig Nummern an ihrer Uniform tragen müssen, um besser identifizierbar zu sein. Keine schlechte Idee, denn sonst hat man bei den oft vermummten Polizisten mit Helm fast keine Chance, jemanden später wiederzuerkennen.

Polizei-Willkür gegen Kleeblatt-Fans?

Fürther und Wahl-Fürther zeichnet ihre Weltoffenheit und Souveränität aus. Das war schon immer so, und auch gestern Abend konnten wir das wieder unter Beweis stellen: Im DFB-Pokal traf die Spielvereinigung im Viertelfinale auf den FC Bayern München. In einer tollen ersten Halbzeit faszinierten die Kleeblätter mit frechem Auftreten vor 50 000 Zuschauern, mit ihrer Courage und ihrem spielerischen Können.

So weit, so gut. Das mit 2:6 verlorene Spiel haben Mannschaft und Fans heute abgehakt, alle denken schon weiter, an die nächste Begegnung am 14. Februar gegen 1860 München (!) im Playmobil-Stadion. Da erreicht uns heute Abend – per Pressemeldung der Spielvereinigung – die Nachricht, was sich gestern Abend vor den Toren der Allianz-Arena abgespielt hat.

Während und nach dem DFB-Pokal-Viertelfinalspiel beim FC Bayern München ist es am Mittwochabend zu Auseinandersetzungen zwischen den eingesetzten Ordnungskräften der Polizei und Fürther Anhängern gekommen.
Aufgrund der Witterungsverhältnisse mit starkem Schneefall und den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen waren einige Omnibusse aus Fürth, aber auch viele privat anreisende Zuschauer – Anhänger beider Mannschaften – nicht rechtzeitig zum Anstoß im Stadion. Mitarbeiter der SpVgg hatten davon Kenntnis und nahmen Kontakt mit dem Verantwortlichen des DFB, des FC Bayern München und der Polizei vor Ort auf, um möglicherweise eine Verschiebung des Anstoßzeitpunktes zu besprechen. Mit dem Hinweis, dass aufgrund der massiven Verkehrsprobleme eine Verschiebung der Anstoßzeit um wenige Minuten keine Besserung der Verhältnisse bringe, wurde das Anliegen der SpVgg verworfen.

Im Verlauf der ersten Halbzeit kamen dann Busse am Stadionparkplatz an. Die Fürther Zuschauer, die nach Darstellung der Münchener Polizei „stark alkoholisierte und aggressive Ultra-Fans“ gewesen sein sollen, eilten dann in Richtung des Eingangs Nord der Münchener Arena. Wie die Polizei weiter mitteilt, sollen etwa 150 Fans ohne erkennbaren Grund die eingesetzten Polizeikräfte in diesem Bereich angegriffen haben. Verantwortliche der SpVgg waren ebenfalls vor Ort und berichten, dass eine große Gruppe Fürther Fans, die bereits eine Personenkontrolle hinter sich gebracht hatten, es eilig hatte, in die Zuschauerblöcke zu kommen. Es sollten aber nochmals Karten-Kontrollen durchgeführt werden, was eine weitere Verzögerung beim Besuch des Spiels nach sich gezogen hätte. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten, denen die Münchener Polizei teilweise mit unangemessener Härte und dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray entgegnete. Auch im weiteren Verlauf der Begegnung und insbesondere nach Abpfiff des Spiels kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. „Aus Sicht der SpVgg ist die Polizei in der Münchener Arena mit unverhältnismäßigen Mitteln gegen Fürther Zuschauer vorgegangen. Dabei haben die Beamten nach Aussage von Augenzeugen auch Gewalt gegen unbeteiligte Besucher, ältere Menschen und Familien mit Kindern angewendet. Das ist nicht in Ordnung und entspricht nicht unserem Verständnis von fairem Umgang miteinander“, so Holger Schwiewagner, Mitglied der Geschäftsleitung der SpVgg Greuther Fürth. Auch Vereinsvertreter wie der Sicherheitsbeauftragte und der Fan-Koordinator, die über mehrere Stunden hinweg versuchten, deeskalierend einzuwirken, wurden nach dem Spiel von Beamten des Münchener Unterstützungskommandos (USK) verbal und handgreiflich angegangen. Holger Schwiewagner weiter: „Auch die Polizei ist verpflichtet, mit dem nötigen Respekt und Fingerspitzengefühl mit Besuchern von Fußballspielen umzugehen. Wir wollen möglicherweise aggressives Verhalten von so genannten Fans nicht entschuldigen oder diese Personen in Schutz nehmen. Aber hier scheint eine Grenze überschritten worden zu sein. Bei den Heimspielen in Fürth pflegen wir einen sachlichen und professionellen Dialog zwischen Fans und der Polizei, was zu einem entspannten und friedlichen Umgang miteinander führt. Dies gilt nicht nur für den Stadionbereich sondern beispielsweise auch für die Verkehrssicherung auf den Zufahrtswegen.”
Der überharte Einsatz der Polizei beim Spiel in der Münchener Arena machte auch die ärztliche Versorgung zahlreicher Fürther Zuschauer erforderlich. Die SpVgg Greuther Fürth wird zudem versuchen, im Austausch mit der Einsatzleitung der Münchener Polizei sowie dem FC Bayern München eine Einschätzung zu bekommen, wie es zu der Eskalation kommen konnte.

Um Himmels Willen, was ist da passiert? Von unserem Freund, der uns per Telefon in der Halbzeitpause und nach dem Abpfiff Eindrücke vom Spiel und von Begebenheiten drumherum berichtet hat, hatten wir schon erfahren, dass es aufgrund des Schneefalls und des schlechten Wetters zu kilometerlangen Staus vor dem Stadion in Fröttmaning kam. Er selbst erreichte erst zehn Minuten nach Spielbeginn das Stadion – da waren schon die ersten beiden Tore gefallen. Und auch der Fürther OB Thomas Jung – so war heute zu lesen – verpasste wegen der Verkehrssituation den Anfang des Pokalspiels.

Was tatsächlich vorgefallen ist, wird sich – hoffentlich – in den nächsten Tagen aufklären. Verein und Verantwortliche des Weltvereins Bayern München sind immer stolz auf ihre “Mir san mir”-Philosophie. Vielleicht sollte man versuchen, auch Besucher aus Fürth bei einem Pokalspiel als Gäste der Allianz-Arena zu behandeln? Sonst bleibt nach dem Spiel bei vielen ein ganz übler Nachgeschmack.

6:2, trotzdem können wir stolz sein!

20100209_fcb_spvgg_0008Tja, es war ein Schützenfest in München – wenn auch für die falsche Mannschaft! 6:2 für den FC Bayern, das hätte nicht sein müssen. Denn die Fürther haben eine Leistung gebracht, mit der im Vorfeld kaum jemand gerechnet hätte. Wir Greuther-Weiber natürlich schon, aber die sogenannten Fachleute halt nicht.

Auch unser NZ-Sportchef Harald Büttner hat sich mit seiner Voraussage etwas vertan: Die Münchner würden kurzen Prozess machen, bis zur Pause würde es schon 3:0 oder höher für die Bayern stehen. Naja… Im Endeffekt hat Harald zwar Recht behalten mit der Höhe des Ergebnisses, aber von wegen “kurzer Prozess”!

Fragen wir einen anderen Fachmann: NZ-Sportredakteur Florian Pöhlmann, der das Spiel in München verfolgt hat. “60 Minuten hat Fürth eine exzellente Leistung gebracht”, sagt er, “das Kleeblatt hat den deutschen Rekordmeister eindeutig in Verlegenheit gebracht!” Aber um so ein Spiel zu gewinnen, brauche man drei Dinge, meint Florian:  1) Man hätte schon am Ende der ersten Hälfte mindestens 3:1 führen müssen. 2) “Du brauchst Glück” – und das war den Franken ja nun wirklich nicht beschieden. 3) “Du brauchst einen Schiedsrichter, der eine gute Leistung bringt. So einen Elfmeter darf man nicht pfeifen. Überhaupt hat der Schiedsrichter dauernd gegen Fürth gepfiffen!” Die Fürther Fans, so hat es Florian im Stadion beobachtet, haben trotzdem zu ihrer Mannschaft gehalten und denn auch in Sprechchören gerufen: “Wir sind  stolz auf euch!”

Dem kann man als Greuther-Weib eigentlich gar nichts mehr hinzufügen. Aber wir haben noch einen Kleeblatt-Anhänger angerufen, der in der Allianz-Arena mit dabei war, einen Freund von uns, der ebenfalls ein treuer Fan ist. Wie schätzt er das Spiel ein? Eine halbe Stunde lang habe das Kleeblatt von der Sensation geträumt, erzählt er am Telefon. München habe die Sache anfangs zu leicht genommen und sei überrascht gewesen, dass die SpVgg Greuther Fürth so gut spielt. Aber nach der Pause kam es unserem Freund vor, als würden die Bayern den Turbo durchstarten!

Da habe der FC Bayern dann auch seine Arroganz mal wieder voll raushängen lassen. Bei Ribérys Tor wurde im Stadion “Oh, Champs Elysées” eingespielt, später dann “Das Leb´n is a Traum” von der “Münchner Freiheit”. Wir meinen: Da hätten sie doch in der ersten Hälfte “Schau hie, dou liecht a douder Fiesch im Wasser, den mach´mer hie!” einspielen können. Doch das kennt der Bayer entweder nicht, oder er will es nicht kennen.

Damit die Leser aber sehen, dass unser Mann in München das Spiel fair beobachtet hat – das kann ein Fürther Fan eben -, möchten wir auch seine nüchterne Einschätzung der zweiten Hälfte nicht verschweigen: Das Kleeblatt sei zum Schluss hin konditionell überfordert gewesen und habe nur noch stereotype Kombinationen zusammengebracht. München dagegen setzte seine Torchancen eben eiskalt um.

Am Ende bleibt nur das traurige Resumee: Ohne diesen Schiedsrichter wäre die Sache möglicherweise anders ausgegangen. Denn die Stimmung kippte nach dem ungerechtfertigten Elfmeter sichtlich zugunsten der Bayern um. Die hatten so viel Dusel wie immer: Wenn sie nicht in allerletzter Minute oder in der Nachspielzeit den Sieg machen, dann verhilft ihnen der “Unparteiische” dazu.