4:1 gegen den Angstgegner Hannover 96!

Wer heute Abend nicht in der Fürther Gustavstraße feiert, ist selber schuld. Die Spielvereinigung hat – und das kann ich hier mal offen sagen – völlig überraschend zu Hause den Tabellenführer Hannover 96 mit 4: 1 besiegt. Was heißt besiegt? In Grund und Boden gespielt. Nach 21 Minuten stand es schon 2:0 durch Tore von Serdan Dursun und Marcel Franke. Das mit nur knapp 8500 Zuschauern besetzte Stadion (ein Armutszeugnis!) tobte auf der Fürther Seite – die gut 1000 Hannoveraner Gäste waren geschockt. Das Kleeblatt zeigte heute Kampfgeist, war sowohl in der Defensive als auch im Angriff überzeugend.  Da hatten auch die beiden Ex-Fürther Edgar Prib und Felix Klaus keine kreativen Ideen.
Doch direkt nach der Pause holten die Hannoveraner zum Gegenschlag aus, Artur Sobiech traf unvermittelt ins Tor von Balasz Megyeri. Aber Schiedsrichter Robert Kempter erkannte auf Abseits. Eine zweifelhafte Entscheidung. Noch bitterer sollte es für die Gäste dann wenige Minuten später kommen: Kenan Karaman leitete einen Pass von Salif Sané zu Sobiech, der kam im Strafraum im Zweikampf mit Fürths Kapitän Marco Caligiuri zu Fall. Elfmeter? Nein, Kempter entschied erneut gegen Hannover. Das war totales Glück fürs Kleeblatt, weil Caligiuri Sobiech eindeutig am Fuß berührt hatte. – Zwei Entscheidungen gegen Hannover 96, die, wenn sie anders gefällt worden wären, den gesamten Spielverlauf hätten auf den Kopf stellen können. So hatte das Kleeblatt, das wirklich eine tolle Leistung brachte, Oberwasser und trumpfte auf.

Robert Zulj schießt in der 64. Minute die Kugel in den Lauf von Khaled Narey, der schnell ist. Der gibt quer auf Dursun ab, der aus kurzer Distanz den Ball ins Tor schiebt. 3:0! Und es kommt noch besser: Veton Berisha läuft mehr oder minder alleine mit dem Ball in Richtung Tor, dreht sich nach rechts, nach links und realisiert: „Das Ding muss ich alleine machen.“ Und so ist es: Er schießt elegant ins lange Eck und lässt die Kleeblattfans über ein lange nicht mehr erlebtes 4:0 jubeln. Dass den Gästen dann kurz vor Spielende noch der Ehrentreffer gelang, ist ihnen zu gönnen.

Ich hatte auf ein 2:1 getippt, Insider zweifelten an meinem Realitätssinn. Aber mit einem 4:1-Heimsieg der SpVgg hat wohl keiner gerechnet. Labsal für die Seele strapazierter Kleeblattanhänger! Und der Drei-Punkte-Gewinn verhilft dem Kleeblatt (24 Punkte) zum Anschluss an das Tabellenmittelfeld. Unser Foto zeigt deutlich, wie sich die drei Torschützen über ihren Erfolg freuen.
Wenn die Glückssträhne anhält, können wir am Dienstag im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Mönchengladbach vielleicht auch eine Überraschung erleben!

Koblenz bleibt Angstgegner

20100319 TuS Koblenz - SpVgg Greuther FürthEs wird ja – mit fortschreitendem Saisonverlauf –  meistens immer schwerer, gerade gegen diejenigen Mannschaften zu punkten, die im Tabellenkeller stehen. Davor hatte Mike Büskens schon im Vorfeld der Partie gegen TuS Koblenz gewarnt. „Sie werden kratzen, beißen, spucken“, hatte er  prognostiziert. Ganz so viel Einsatz mussten die Koblenzer letztlich nicht einmal an den Tag legen – die Fürther machten es ihnen auch so leicht genug.

Mal ehrlich: Was das Kleeblatt beim 0:2 gegen Koblenz abgeliefert hat, war ja wohl nix – da war kein Kampfgeist zu erkennen und auch kein Siegeswille. Vor allem nach dem 0:1 schienen die Fürther in eine regelrechte Schockstarre verfallen zu sein. Und dann kam auch noch Pech dazu, als Fürstner den Gastgebern per Eigentor zum zweiten Treffer verhalf.

Fazit: Koblenz war auch beim vierten Versuch für die SpVgg nicht zu knacken und bleibt wohl erstmal der Angstgegner der Franken. Und während sich die TuS mit diesen Sieg wieder ein bisschen Hoffnung im Abstiegskampf machen kann, würde ich ja gerne mal wieder ein ambitioniertes und schönes Spiel der Fürther sehen…