Omladic schafft noch Anschlusstreffer

Dieses Wochenende sollte für mich ein besonderes, erfolgreiches werden. Das Klassentreffen anlässlich unseres Abitur-Jubiläums in Erlangen war in jeder Hinsicht perfekt: viele Teilnehmer, schönes Wetter, lustige Erinnerungen en masse. Aber in sportlicher Hinsicht wurde das Wochenende dann doch noch ein Flop: Der Jamaikaner Usain Bolt, den ich für einen Ausnahmesportler halte, wurde am späten Samstagabend bei der Leichtatlethik-WM in London im 100-Meter-Lauf leider nur Dritter. Und heute kam es noch dicker. Das Kleeblatt legte einen klassischen Fehlstart hin und verlor das erste Heimspiel der Saison gegen Arminia Bielefeld mit 1:2.

Nach der 0:1-Niederlage letzte Woche beim Bundesliga-Absteiger Darmstadt 09 hatte Trainer Janos Radoki Jurgen Gjasula und Sebastian Ernst in die Startelf gesetzt. Eine gute Entscheidung, vor allem Ernst spielt kreativ, konzentriert und hätte dem Kleeblatt beinahe ein frühes Tor beschert. Das wäre es doch gewesen, beim ersten Spiel nach Eröffnung der neuen Haupttribüne! In den ersten 25 Minuten ging zwar der Druck von der Spielvereinigung aus, es fehlte allerdings das nötige Können zum erfolgreichen Abschluss. Und dann gab es Saures: Fabian Klos passt exakt in den Fürther Strafraum, und Keanu Staude macht mit einem Kopfball in der 38. Minute das Tor für Arminia. Dann der nächste Dämpfer. Kurz nach dem 0:1 agiert Serdar Dursun mal wieder unnötig robust und holt Staude im Fürther Strafraum von den Beinen. Schiedsrichter Patrick Ittrich überlegt keine Sekunde, und Fabian Klos verwandelt den fälligen Elfer zum 2:0 (42.). weiter lesen

„Alle in Weiß“ zum 1. Heimspiel

Am nächsten Sonntag steigt das erste Heimspiel für die Spielvereinigung in der neuen Zweitliga-Spielzeit im Fürther Ronhof. Gegner ist Arminia Bielefeld. Die Mannschaft ist im Mai haarscharf am Abstieg vorbeigeschrammt und hat 1860 München den Abstieg überlassen. Anpfiff ist um 15.30 Uhr.

Fangruppen des Kleeblatts appellieren an alle Zuschauer, in Weiß (im weißen Shirt oder weißen Trikot) ins Stadion zu kommen. Damit will man für ein harmonisches, beeeindruckendes Erscheinungsbild sorgen und die enge Verbundenheit mit der Spielvereinigung zum Ausdruck bringen. Seit einigen Tagen werden alle Autofahrer, die auf der Poppenreuther Straße in Richtung Norden fahren, an der Kreuzung mit einem großen Plakat (Foto) an diese Fanaktion erinnert. weiter lesen

So (un)gerecht kann Fußball sein!

Ehrlich gesagt: Noch spannender als die heutige Begegnung des Kleeblatts gegen Arminia Bielefeld war für mich das parallel laufende Spiel des Tabellenführers VfB Stuttgart gegen den 1.FC Nürnberg. Nach zwei Toren in der 25. und 33. Minute lag der Club zu Hause unerwartet mit 2:0 in Führung. Die Spielvereinigung startete gleichzeitig bei den Ostwestfalen – bei denen es in den letzten vier Spielen um den drohenden Abstieg geht – mit Verve. Aber Arminia Bielefeld setzte heute auf frühe Abwehr, ihr Pressing passte dem Kleeblatt überhaupt nicht ins Konzept. Die einzig wirklich erwähnenswerte Begebenheit fand dann ungefähr in dem Moment statt, als der Club sein zweites Tor geschossen hatte: Fürths Mittelfeldspieler Benedikt Kirsch grätscht an der Seitenlinie seitlich gegen David Ulm und wird postwendend mit einer Gelben Karte bestraft. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Knapp 20 Minuten später grätscht Kirsch erneut nach dem Ball, verpasst diesen haarscharf und kracht dann mit der Sohle in Tom Schütz hinein. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck fackelt nicht lange und zieht Rot! Ab jetzt spielte die SpVgg also in Unterzahl.

Die zweite Halbzeit beginnt, mehr Ballbesitz fürs Kleeblatt heißt jedoch nicht, dass es sich gegen die beherzt kämpfenden Bielefelder behaupten kann. Und dann läuft es in der 54. Minute saudumm, das Kleeblatt macht den Tabellenvorletzten ein Geschenk auf dem Silbertablett: Keeper Balazs Megyeri rollt den Ball für Caligiuri aus, der erwischt die Kugel nicht, Andreas Voglsammer übernimmt und trifft seelenruhig zum 1:0 für die Gastgeber. Die jubeln, ein Sieg würde die Mannschaft auf Rang 14 hinaufkatapultieren und aus der Abstiegszone retten. Übrigens: Zu diesem Zeitpunkt hatte Stuttgart gegen den 1.FCN schon ausgeglichen, es stand in Nürnberg 2:2.

Aber was hilft Schadenfreude, wenn das eigene Team zurückliegt? Die Karten waren bis Ende der regulären Spielzeit fürs Kleeblatt schlecht gemischt. Es gelang kein Treffer und das Team schien sich schon mit der Auswärtsniederlage abzufinden. Aber zwei Minuten Nachspielzeit können manchmal Wunder bewirken: Die Arminen bekommen am eigenen Strafraum den Ball nicht weg, Dominik Schad zieht aus 18 Metern ab, der Bielefelder Torwart Daniel Davari lässt nach vorne abklatschen. Und da steht Serdar Dursun, der zum 1:1-Ausgleichstreffer einschiebt (Foto). Bravo!

Immerhin: Ein Punkt auf den letzten Drücker im viertletzten Saisonspiel. Das Kleeblatt bleibt auf dem sechsten Tabellenrang. Und Arminia Bielefeld kämpft weiter um den Klassenerhalt. Nur der Vollständigkeit halber: Aus dem 2:0-Vorsprung des 1.FCN wurde durch ein weiteres Stuttgarter Tor in der Nachspielzeit dann doch noch ein 2:3-Sieg des Zweitliga-Ersten. Der Bundesliga-Absteiger wird wohl der Bundesliga-Aufsteiger. Und der Club leckt seine Wunden. So (un)gerecht ist Fußball manchmal, oder?

Heimsieg in allerletzter Minute

tripic_radokiIn der allerletzten Spielminute traf der eingewechselte Joker Zlatko Tripic ins Bielefelder Tor und machte den Einstand des neuen Fürther Trainers Janos Radoki zum Erfolg.
„Schau´mer uns des Drama an“, brummelte mein Nachbar im Ronhof kurz vor dem Anpfiff und brachte das auf den Punkt, was sich viele Kleeblattfans insgeheim dachten: Was wird die Entlassung von Stefan Ruthenbeck nützen, den Janos  Radoki beerbt hat? Wird die Mannschaft aufgerüttelt, und begreift sie endlich, worum es geht? Nur 7305 Zuschauer waren im Stadion, wobei es keine Ausreden wegen starker Kälte oder schlechten Wetters gab. Ich hätte mehr erwartet, denn man durfte gespannt sein, was Radoki in nur vier Tagen auf die Beine gestellt hatte, und ob das, was er angekündigt hatte – mehr Aggressivität und Pressing -, so schnell umgesetzt werden konnte.
Kurz gesagt: nein. Und das kann man nach vier Tagen auch nicht erwarten. Aber immerhin gelang es der Spielvereinigung nach einer halben Stunde, das Führungstor zu machen. Nach der Hereingabe von Djokovic landet ein abgefälschter Franke-Kopfball am Bielefelder Pfosten, der Fürther Innenverteidiger kommt nochmal an den Ball und gibt ihn an Nicolai Rapp, der mit Schmackes  ins Tor von Ex-Kleeblatt Wolfgang Hesl schießt. Ein erster Treffer, der auf mehr hoffen lässt.

Nach der Halbzeitpause – und damit früher, als es Ruthenbecks Konzept war – nahm der neue Trainer einen Spielerwechsel vor: Serdar Dursun kam für Ante Vukusic. Oft geht ja ein Ruck durch das Team, wenn Dursun auf den Platz kommt. Aber diesmal wirkte das Kleeblatt weiter eher gedämpft und passiv. Echte Torchancen gab es wenige. Und Arminias Keeper Hesl war – wie auch zu seinen Fürther Zeiten – oft vorne im 16-Meter-Raum, weit entfernt vom Tor und harrte der Dinge, die noch kommen sollten. Was da kam, hatte dann allerdings eher mit dem Schlussmann des Kleeblatts zu tun: Unglücklich spitzelt des 1:0-Tores Nicolai Rapp den Ball in der 77. Minute, nach der Hereingabe von Görlitz, mit dem linken Fuß zum 1:1-Ausgleich ins eigene Tor – Balasz Megyeri chancenlos!

Dann ging es weiter wie so oft in letzter Zeit. Die Zuschauer ärgern sich, dass die Ausbeute für die Spielvereinigung wohl wieder nicht mehr als einen Punkt betragen wird. Diesmal mussten die Fürther gegen den Tabellenfünfzehnten zittern, und die Ostwestfalen drohten sogar noch in Führung zu gehen. „Krieg´n die den Ball amal wech, der Hühnerhauf´n?“, echauffierte sich mein Nachbar erneut und sprach bestimmt manchen Kleeblattanhängern aus der Seele. Die Minuten verrinnen, das Spielende naht. Da gewinnt Serdar Dursun wie aus heiterem Himmel im Mittelfeld zwei Kopfballduelle und legt den Ball Joker Tripic in den Lauf. Der fackelt nicht lange und schlenzt die Kugel Wolfgang Hesl durch die Beine ins Tor. 2:1 in der allerletzten Spielminute, das Kleeblatt im Glück.

Das Ergebnis ist ein guter Start für den neuen Coach Janos Radoki. Er muss sich jedoch jetzt ganz schnell etwas einfallen lassen, um seine Mannschaft konditionell und mental zu puschen. Nach der Devise: Schneller an den Gegner rangehen, sich mehr trauen, konsequenter agieren! Das müssen die Kleeblätter in den kommenden Wochen und Monaten beherzigen. Und dann klappt es auch mit einem guten Tabellenplatz in der Zweiten Liga!

Kalte 4:2-Dusche auf der Alm

Arminia Bielefeld - SpVgg Greuther Fürth„Man(n) kann nicht genug davon haben“, stand auf einer Reklamebande in der Bielefelder Schüco-Arena – in der zweiten Halbzeit direkt beim Tor von Sebastian Mielitz. Als ob die Abstiegskandidaten aus Ostwestfalen die Zahl ihrer Tore vorhergesen hätten. Arminia Bielefeld hat die heutige Partie souverän mit 4:2 gewonnen. Ein Armutszeugnis für die Spielvereinigung, die sich bei den Begegnungen der letzten Spieltage in hervorragender Form gezeigt hatte.
Bei Sonnenschein und Schneeschauer war dieser 24. April zumindest wettertechnisch typisch. Das Kleeblatt startete eher schwach ins Spiel, dann gab Johannnes Wurtz in der 15. Minute an der Strafraumgrenze einen Pass an Robert Zulj, der nicht lange zögerte und mit einem 18-Meter-Flachschuss Wolfgang Hesl im Arminia-Tor keine Chance ließ – 0:1. Doch schon fünf Minuten später erfolgte der Ausgleich, der bei der Leichtfertigkeit, mit der die SpVgg heute das Wort „Abwehr“ behandelte, niemanden verwunderte. Fabian Klos traf ins Kleeblatt-Tor (Foto). Und um es gleich vorwegzunehmen: Klos sollte zum Mann des Tages avancieren und mit einem Hattrick seiner Mannschaft den Klassenerhalt ermöglichen. Dann vergeigte ausgerechnet Marco Stiepermann, der in der letzten Woche gegen Fortuna Düsseldorf noch ein Traumtor machte, eine Riesenmöglichkeit: Er stand unmittelbar vor Hesls Tor und schaffte es nicht, eine Bilderbuchvorlage von Zulj erfolgreich umzusetzen.

War die erste Halbzeit, die 1:1 endete, noch von Fußball auf Augenhöhe geprägt, sollte das Kleeblatt in den zweiten 45 Minuten untergehen. Im Zehnminutentakt machte Klos (50. und 60. Minute) das 2:1 und 3:1. Eine weiß-grüne Abwehr war heute praktisch nicht vorhanden. Da standen fünf, sechs Kleeblattspieler im eigenen Strafraum und schauten mit großen Augen zu, was die Arminen dort abzogen. Keine Aktivität, keine Reaktion, wenig Initiative.
Spektakulär aus Fürther Sicht wurde es dann in der 66. Minute: Julian Börner störte einen Pass von Sebastian Freis und katapultierte den Ball über den verdutzten Wolfgang Hesl aufs eigene Tor. Das Leder sprang an die Latte und von dort auf oder hinter die Torlinie. Tor oder nicht?, das war hier die Frage.  Ein typisches „Wembleytor“? Das dann vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde. Der Unparteiische schwächelte auch einige Minuten später, als er einen klaren Elfmeter für Arminia Bielefeld nicht gab.
Pechvogel Börner machte dann seinen Fauxpas wett, als er 15 Minuten vor Spielende das 4:1 schoss. Nach einem Eckball von Ulm glänzte die Kleeblatt-Abwehr erneut durch Nichtkönnen, sie ließ den Ball  passieren, und Börner köpfte gnadenlos ein. Und noch einmal war es Julian Börner, der ein Tor machte – allerdigs ein Eigentor. In der Schlussminute trat Robert Zulj einen Freistoß und zirkelte den Ball scharf auf Hesl. Der reagierte unsicher und ließ das Leder nach vorne prallen. Der zurückgeeilte Börner wollte helfen, behinderte seinen Schlussmann aber,  und nach einem kuriosen Hin und Her gelangte der Ball schließlich zum 4:2 ins eigene Tor.
Das war heute ein kurzweiliges, torreiches Spiel, bei dem sich die Spielvereinigung vor zirka 200 angereisten Kleeblattfans allerdings von ihrer schwachen Seite zeigte. Dem Kleeblatt können die verpassten drei Punkte (Gott sei Dank!) egal sein, es kann weder ab- noch aufsteigen. Arminia Bielefeld hat der 4:2-Sieg den Hals gerettet, sie haben den Klassenerhalt in der Zweiten Liga geschafft.
Nächsten Samstag, 30. April, empfängt die Spielvereinigung den 1.FC Heidenheim im Sportpark Ronhof. Der rangiert aktuell einen Rang hinter den Achtplatzieren Kleeblättern, die heute den Sprung auf den sechsten Platz verpasst haben. Eigentlich ist die Mannschaft kein so interessanter Gegner, trotzdem sollte die SpVgg aufpassen, dass sie den guten Eindruck der letzten Wochen nicht komplett verspielt.

Die Kleeblatt-Niederlage rettet wohl Kramers Kopf

Didier Ya Konan heißt der nicht allzu große, kräftige, kompakte und saugefährliche Stürmer in der Mannschaft von Fortuna Düsseldorf.  Von Anfang an fiel Ya Konan auf – und er sollte der Spielvereinigung heute auch zum Verhängnis werden.
Die Partie gegen Fortuna Düsseldorf wurde schon im Vorfeld heiß diskutiert. Fortuna hatte erst am Dienstag gegen den Fürther Erzfeind – den 1. FC Nürnberg – im DFB-Pokal mit 1:5 verloren. Außerdem trainiert der ehemalige Kleeblatt-Coach Frank Kramer die Rheinländer seit dieser Saison. Aufgrund der bescheidenen Ergebnisse und dem – bis heute – 16. Tabellenplatz stand Kramer allerdings auf der Abschussliste.

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther FürthAlles Schnee von gestern! Fortuna Düsseldorf hat heute Abend zu Hause das Kleeblatt mit 1:0 besiegt. Das startete zwar recht lebendig und hatte in der ersten Halbzeit einigermaßen gute Torchancen (z.B. Lattenschuss von Freis). Aber was nutzen die, wenn man sie nicht umsetzt! Und so blieb es bis zur Halbzeitpause beim 0:0. Dann kamen die zweiten 45 Minuten. Und da sah man in der  Esprit-Arena richtig schlechten Fußball: Diffuse Aktionen im Mittelfeld, Geplänkel hier und dort. Die Zeit verstrich, und die Laune der wenigen Kleeblattfans im Gästeblock verschlechterte sich zusehends. Immerhin waren über 21.000 Zuschauer im Stadion. Das war eine richtig laute Kulisse, gegen die unsere SpVgg-Anhänger nicht ankamen.

Erlösend für die gebeutelten Düsseldorfer fiel dann das Kopfballtor durch eben jenen Didier Ya Konan in der 78. Minute. Nach der Ecke von Demirbay waren Benedikt Röcker und Robert Zulj wohl gerade in Morpheus‘ Armen. Mit anderen Worten: Sie verpennten den Schuss, und  Ya Konan köpfte locker ins lange Eck. Sebastian Mielitz, der wieder mal einige Tore verhinderte und in einer bestechenden Form ist, hatte keine Cance und musste hinter sich greifen.

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther FürthDas blieb dann auch das Endresultat. Das Tor der Düsseldorfer rettete vermutlich den Kopf von Coach Frank Kramer. Das ist ihm – auch aus Fürther Sicht – zu können. Aber so edel wollen wir doch nicht sein. Ein Sieg und drei Punkte wären uns lieber gewesen.

Am Freitag, 6. November, ist Arminia Bielefeld zu Gast im Ronhof. Ich sage nur: Da trifft Sebastian Mielitz im einen Tor auf den Ex-Fürther Wolfgang Hesl im anderen. Das wird spannend!

Kleeblatt in Zukunft ohne „Wolle“ Hesl

Die Würfel sind gefallen: Wolfgang Hesl verlässt die Spielvereinigung. Heute hat er seinen Vertrag mit dem Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld klar gemacht. Der 29-Jährige wechselt ablösefrei und erhält einen Zweijahreskontrakt bis 30. Juni 2017. Für viele Kleeblattfans ist das – trotz aller Gerüchte in den vergangenen Wochen – ein echter Schock. Und auch ich bin verwundert. Natürlich hat er im Gespräch mit mir vor drei Wochen nichts zum Thema „Vereinswechsel“ rausgelassen. Aber ich hatte den subjektiven Eindruck, dass ihm die Nähe zu seiner Heimat in der Oberpfalz im Zweifelsfall wichtiger ist als die Neuverpflichtung bei einem anderen Verein.

Wie dem auch sei: „Wolle“ Hesl ist in Zukunft kein Kleeblatt mehr. Das wird für den Fürther Verein, der gerade in vielen Bereichen einen Umbruch durchmacht, nicht einfach werden. Hesl war erfolgreicher Kapitän und hat den Kleeblättern so manche Niederlage erspart. Er war (fast) immer zur Stelle, wenn es im Strafraum des Kleeblatts brenzlig wurde. Und hat vom Tor aus versucht, seine oft demotivierten Teamkollegen zu coachen.

Ob Wolfgang Hesl bei seinem neuen Arbeitsgeber glücklich wird und als Keeper Erfolge hat, das wird sich zeigen. Für ihn, der seit Juli 2012 bei der SpVgg war, gegen Mitte der Bundesligasaison 2012/13 Max Grün als Stammtorhüter ablöste und mit dem Kleeblatt alle Höhen und Tiefen mitgemacht hat, ist ein Orts- und Arbeitgeberwechsel auf jeden Fall eine neue Perspektive. Erleichtert werden all jene sein, die befürchtet hatten, dass Hesl zum „Club“ wechseln könnte. Ich persönlich hätte allerdings nicht erwartet, dass er zu einem Verein wie Arminia Bielefeld geht.
Die Greuther-Weiber wünschen Dir, Wolle, alles Gute. Und wir hoffen, dass Du nach wie vor ein treuer Leser unseres Blogs bleibst!

Fast ein Kantersieg über das Kleeblatt

Überraschend hoch hat die Spielvereinigung heute gegen den bis dahin Tabellenvorletzten Arminia Bielefeld verloren: 1:4. Stutzig wurde ich schon beim 1:0 der Bielefelder nach 24 Minuten. Aber der schnelle Ausgleich durch Stephan Fürstner zwei Minuten später wiegte mich und viele angereiste Kleeblattfans erst mal in Sicherheit. Das Team des Bielefelder Trainers Stefan Krämer (Krämer vs. Kramer!) war heute hervorragend eingestellt und spielte hochmotiviert und kämpferisch. Zwischendurch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kleeblätter der Schnelligkeit und dem Druck der Ostwestfalen nicht gewachsen waren.

Nach der Halbzeitpause passierte der Spielvereinigung in der 51. Minute das nächste Tor der Gastgeber durch Marc Lorenz, der schon das erste Tor vorbereitet hatte. Die Fürther wirkten etwas konsterniert, schienen aber endlich mal aufzuwachen. In der 66. Minute wechselte Frank Kramer dann für den verletzten Gießelmann Baba ein, und man hoffte auf einen spielerischen Schub. Kurz drauf kam Mudrinski für Zillner. Da – gerade als sich die Kleeblätter innerlich neu zu formieren versuchten – schießt Tim Jerat das 3:1. Und nicht genug damit: Für Bielefeld betrat Rahn das Spielfeld. Er kam, sah und … schoss nach nur 31 Sekunden das 4:1 für Arminia Bielefeld. Das war dann auch der Endstand.
Die Spielvereinigung muss sich heute Kritik gefallen lassen: Die Abwehr hat mehr als einmal den Eindruck eines konfusen Haufens gemacht und geschlafen. Keeper Wolfgang Hesl stand oft nicht gut. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass die Kleeblätter ihren Gegner unterschätzt haben. Aber der war heute einfach stärker und präsenter. Zieht man eine Fürther Bilanz, dann stehen zehn Siegen und zwei Unentschieden in 18 Spielen immerhin auch sechs Niederlagen gegenüber. Und heute kassierte die SpVgg auf der „Alm“ die höchste Saisonschlappe, bleibt aber trotzdem Tabellenzweiter – Gott sei Dank: Der Verfolger Karlsruher SC hat heute nach einem 3:0-Vorsprung gegen den FSV Frankfurt doch noch 3:3 unentschieden gespielt. So liegt der KSC weiter vier Punkte hinter der SpVgg.
Bei der letzten Begegnung vor der Winterpause empfängt die SpVgg nächsten Sonntag, 22. Dezember, um 13.30 Uhr den VfR Aalen im Ronhof. Ich möchte jetzt gar nicht von Weihnachtsgeschenken für die Kleeblattfans in Form eines Sieges reden!

Kleeblatt-Feeling in italienischem Ambiente

Nach arbeitsintensiven und aufregenden Monaten war Urlaub angesagt. Auch bei uns Greuther-Weibern. Ziel war ein kleiner idyllischer Ort an einem Vulkansee im italienischen Latium, ca. 100 km nördlich von Rom. Hier in Italien – schon immer eine Hochburg des Fußballs – hat man Zeit und Distanz, über vieles nachzudenken. Und man lässt sich auch die vergangene Saison der Spielvereinigung noch mal in aller Ruhe durch den Kopf gehen: Nach dem lang ersehnten Aufstieg in die Erste Liga kam nach 34 Spielen der herbe Abstieg als Tabellenletzter. Aber das ist Schnee von gestern!
Beim Baden im See erinnerte ich mich an eine witzige Plakataktion des Vereins mit den Handtüchern auf dem Liegestuhl: „Wenig Spaß und anstrengende Gäste – Nächstes Jahr fahren wir woanders hin!“ Das habe ich mir dann gleich als Motiv genommen, um mein weiß-grünes Badetuch vor mittelalterlicher Kulisse zu dekorieren. Denn echte Fürther Fans stehen ja auch in der Ferne zu ihrem Verein und zeigen Flagge (siehe Foto).
Hoch erfreut war ich auf meiner Rückfahrt aus Italien natürlich über das Ergebnis beim ersten Spiel am Sonntag im Fürther Ronhof, das ich im Autoradio hörte. Wieder Zweite Liga und das Kleeblatt gewinnt mit 2:0 gegen den Aufsteiger Arminia Bielefeld. Verdient – einmal mehr war der neue Kapitän Wolfgang Hesl der absolute Crack auf dem Platz. Greuther-Weib Sabbel hat darüber gebloggt – lieben Dank für Dein Engagement!
Jetzt kann’s also wieder mit voller Kraft losgehen. Ich freue mich darauf und bin schon gespannt auf viele schöne Spiele und Siege!

Aufstiegsrennen geht weiter

Stadtfest in Fürth, strahlender Sonnenschein über dem Ronhof, trotzdem war es nicht zu warm, es herrschte bestes Fußballwetter. Was will man mehr als Fan der SpVgg Greuther Fürth? – Klar: den längst fälligen Aufstieg in die erste Liga. Wir Greuther-Weiber möchten endlich nichts mehr von den „Unaufsteigbaren“ hören! Also musste ein Sieg her über die Arminia aus Bielefeld, deren Abstieg bereits feststeht.
Doch der Beginn der Partie in der Trolli-Arena ließ zunächst nichts Gutes ahnen. Am Anfang spielte das Kleeblatt noch zu verkrampft. Kein Wunder: Der VfL Bochum hatte mit dem 3:0-Sieg gegen Union Berlin wichtige Punkte vorgelegt. Und die SpVgg hatte es in drei gemeinsamen Zweitliga-Spielzeiten mit dem VfL bisher noch nie geschafft, sich vor Bochum zu platzieren und musste jeweils zuschauen, wie Bochum den Aufstieg in die erste Liga schaffte.
Auch Nico Müller blieb in großen Teilen der ersten Halbzeit weit hinter seinen Fähigkeiten zurück. Nichts wollte ihm zunächst gelingen, er vergab zwei Riesenchancen. Doch nach seinem Führungstor in der 43. Minute war er wie ausgewechselt. Allerdings scheiterte er in der Folge mehrmals am überragenden Mann der Bielefelder am heutigen Spieltag: Keeper Patrick Platins. Ohne ihn hätte das Ergebnis sicher ganz anders ausgesehen.
Ebenfalls stark: der Fürther Onuegbu, der nach seinem Knöchelbruch erst letzte Woche wieder ins Training zurückkehrte und heute eine sehr guten Eindruck hinterlassen hat. Allerdings kam Onuegbu nicht zum Treffer, weil Torwart Platins schier über sich hinauswuchs.
Fürth startete furios in die zweite Halbzeit, eine Chance jagte die andere. Aber es nützte nichts: Die Kleeblätter konnten ihren Vorsprung einfach nicht ausbauen. Platins rettete in allen brenzligen Situationen. Es gab zahlreiche Chancen für die Grün-Weißen, die sie jedoch nicht umsetzen konnten. Schade!
So kam Fürth am Ende gegen Bielefeld nicht über ein 1:0 hinaus. Aber was soll´s? Ein Sieg musste her, und den haben die Kleeblätter geschafft! Sie haben damit weiterhin Chancen auf den dritten Platz. Der Aufstiegskampf ist also noch längst nicht ausgefochten, und Fürth mischt weiter dabei mit! Jetzt heißt es: nicht locker lassen! Dann wird sich auch Bochum warm anziehen müssen.