Kleeblatt in Zukunft ohne „Wolle“ Hesl

Die Würfel sind gefallen: Wolfgang Hesl verlässt die Spielvereinigung. Heute hat er seinen Vertrag mit dem Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld klar gemacht. Der 29-Jährige wechselt ablösefrei und erhält einen Zweijahreskontrakt bis 30. Juni 2017. Für viele Kleeblattfans ist das – trotz aller Gerüchte in den vergangenen Wochen – ein echter Schock. Und auch ich bin verwundert. Natürlich hat er im Gespräch mit mir vor drei Wochen nichts zum Thema „Vereinswechsel“ rausgelassen. Aber ich hatte den subjektiven Eindruck, dass ihm die Nähe zu seiner Heimat in der Oberpfalz im Zweifelsfall wichtiger ist als die Neuverpflichtung bei einem anderen Verein.

Wie dem auch sei: „Wolle“ Hesl ist in Zukunft kein Kleeblatt mehr. Das wird für den Fürther Verein, der gerade in vielen Bereichen einen Umbruch durchmacht, nicht einfach werden. Hesl war erfolgreicher Kapitän und hat den Kleeblättern so manche Niederlage erspart. Er war (fast) immer zur Stelle, wenn es im Strafraum des Kleeblatts brenzlig wurde. Und hat vom Tor aus versucht, seine oft demotivierten Teamkollegen zu coachen.

Ob Wolfgang Hesl bei seinem neuen Arbeitsgeber glücklich wird und als Keeper Erfolge hat, das wird sich zeigen. Für ihn, der seit Juli 2012 bei der SpVgg war, gegen Mitte der Bundesligasaison 2012/13 Max Grün als Stammtorhüter ablöste und mit dem Kleeblatt alle Höhen und Tiefen mitgemacht hat, ist ein Orts- und Arbeitgeberwechsel auf jeden Fall eine neue Perspektive. Erleichtert werden all jene sein, die befürchtet hatten, dass Hesl zum „Club“ wechseln könnte. Ich persönlich hätte allerdings nicht erwartet, dass er zu einem Verein wie Arminia Bielefeld geht.
Die Greuther-Weiber wünschen Dir, Wolle, alles Gute. Und wir hoffen, dass Du nach wie vor ein treuer Leser unseres Blogs bleibst!

Fast ein Kantersieg über das Kleeblatt

Überraschend hoch hat die Spielvereinigung heute gegen den bis dahin Tabellenvorletzten Arminia Bielefeld verloren: 1:4. Stutzig wurde ich schon beim 1:0 der Bielefelder nach 24 Minuten. Aber der schnelle Ausgleich durch Stephan Fürstner zwei Minuten später wiegte mich und viele angereiste Kleeblattfans erst mal in Sicherheit. Das Team des Bielefelder Trainers Stefan Krämer (Krämer vs. Kramer!) war heute hervorragend eingestellt und spielte hochmotiviert und kämpferisch. Zwischendurch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kleeblätter der Schnelligkeit und dem Druck der Ostwestfalen nicht gewachsen waren.

Nach der Halbzeitpause passierte der Spielvereinigung in der 51. Minute das nächste Tor der Gastgeber durch Marc Lorenz, der schon das erste Tor vorbereitet hatte. Die Fürther wirkten etwas konsterniert, schienen aber endlich mal aufzuwachen. In der 66. Minute wechselte Frank Kramer dann für den verletzten Gießelmann Baba ein, und man hoffte auf einen spielerischen Schub. Kurz drauf kam Mudrinski für Zillner. Da – gerade als sich die Kleeblätter innerlich neu zu formieren versuchten – schießt Tim Jerat das 3:1. Und nicht genug damit: Für Bielefeld betrat Rahn das Spielfeld. Er kam, sah und … schoss nach nur 31 Sekunden das 4:1 für Arminia Bielefeld. Das war dann auch der Endstand.
Die Spielvereinigung muss sich heute Kritik gefallen lassen: Die Abwehr hat mehr als einmal den Eindruck eines konfusen Haufens gemacht und geschlafen. Keeper Wolfgang Hesl stand oft nicht gut. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass die Kleeblätter ihren Gegner unterschätzt haben. Aber der war heute einfach stärker und präsenter. Zieht man eine Fürther Bilanz, dann stehen zehn Siegen und zwei Unentschieden in 18 Spielen immerhin auch sechs Niederlagen gegenüber. Und heute kassierte die SpVgg auf der „Alm“ die höchste Saisonschlappe, bleibt aber trotzdem Tabellenzweiter – Gott sei Dank: Der Verfolger Karlsruher SC hat heute nach einem 3:0-Vorsprung gegen den FSV Frankfurt doch noch 3:3 unentschieden gespielt. So liegt der KSC weiter vier Punkte hinter der SpVgg.
Bei der letzten Begegnung vor der Winterpause empfängt die SpVgg nächsten Sonntag, 22. Dezember, um 13.30 Uhr den VfR Aalen im Ronhof. Ich möchte jetzt gar nicht von Weihnachtsgeschenken für die Kleeblattfans in Form eines Sieges reden!

Kleeblatt-Feeling in italienischem Ambiente

Nach arbeitsintensiven und aufregenden Monaten war Urlaub angesagt. Auch bei uns Greuther-Weibern. Ziel war ein kleiner idyllischer Ort an einem Vulkansee im italienischen Latium, ca. 100 km nördlich von Rom. Hier in Italien – schon immer eine Hochburg des Fußballs – hat man Zeit und Distanz, über vieles nachzudenken. Und man lässt sich auch die vergangene Saison der Spielvereinigung noch mal in aller Ruhe durch den Kopf gehen: Nach dem lang ersehnten Aufstieg in die Erste Liga kam nach 34 Spielen der herbe Abstieg als Tabellenletzter. Aber das ist Schnee von gestern!
Beim Baden im See erinnerte ich mich an eine witzige Plakataktion des Vereins mit den Handtüchern auf dem Liegestuhl: „Wenig Spaß und anstrengende Gäste – Nächstes Jahr fahren wir woanders hin!“ Das habe ich mir dann gleich als Motiv genommen, um mein weiß-grünes Badetuch vor mittelalterlicher Kulisse zu dekorieren. Denn echte Fürther Fans stehen ja auch in der Ferne zu ihrem Verein und zeigen Flagge (siehe Foto).
Hoch erfreut war ich auf meiner Rückfahrt aus Italien natürlich über das Ergebnis beim ersten Spiel am Sonntag im Fürther Ronhof, das ich im Autoradio hörte. Wieder Zweite Liga und das Kleeblatt gewinnt mit 2:0 gegen den Aufsteiger Arminia Bielefeld. Verdient – einmal mehr war der neue Kapitän Wolfgang Hesl der absolute Crack auf dem Platz. Greuther-Weib Sabbel hat darüber gebloggt – lieben Dank für Dein Engagement!
Jetzt kann’s also wieder mit voller Kraft losgehen. Ich freue mich darauf und bin schon gespannt auf viele schöne Spiele und Siege!

Aufstiegsrennen geht weiter

Stadtfest in Fürth, strahlender Sonnenschein über dem Ronhof, trotzdem war es nicht zu warm, es herrschte bestes Fußballwetter. Was will man mehr als Fan der SpVgg Greuther Fürth? – Klar: den längst fälligen Aufstieg in die erste Liga. Wir Greuther-Weiber möchten endlich nichts mehr von den „Unaufsteigbaren“ hören! Also musste ein Sieg her über die Arminia aus Bielefeld, deren Abstieg bereits feststeht.
Doch der Beginn der Partie in der Trolli-Arena ließ zunächst nichts Gutes ahnen. Am Anfang spielte das Kleeblatt noch zu verkrampft. Kein Wunder: Der VfL Bochum hatte mit dem 3:0-Sieg gegen Union Berlin wichtige Punkte vorgelegt. Und die SpVgg hatte es in drei gemeinsamen Zweitliga-Spielzeiten mit dem VfL bisher noch nie geschafft, sich vor Bochum zu platzieren und musste jeweils zuschauen, wie Bochum den Aufstieg in die erste Liga schaffte.
Auch Nico Müller blieb in großen Teilen der ersten Halbzeit weit hinter seinen Fähigkeiten zurück. Nichts wollte ihm zunächst gelingen, er vergab zwei Riesenchancen. Doch nach seinem Führungstor in der 43. Minute war er wie ausgewechselt. Allerdings scheiterte er in der Folge mehrmals am überragenden Mann der Bielefelder am heutigen Spieltag: Keeper Patrick Platins. Ohne ihn hätte das Ergebnis sicher ganz anders ausgesehen.
Ebenfalls stark: der Fürther Onuegbu, der nach seinem Knöchelbruch erst letzte Woche wieder ins Training zurückkehrte und heute eine sehr guten Eindruck hinterlassen hat. Allerdings kam Onuegbu nicht zum Treffer, weil Torwart Platins schier über sich hinauswuchs.
Fürth startete furios in die zweite Halbzeit, eine Chance jagte die andere. Aber es nützte nichts: Die Kleeblätter konnten ihren Vorsprung einfach nicht ausbauen. Platins rettete in allen brenzligen Situationen. Es gab zahlreiche Chancen für die Grün-Weißen, die sie jedoch nicht umsetzen konnten. Schade!
So kam Fürth am Ende gegen Bielefeld nicht über ein 1:0 hinaus. Aber was soll´s? Ein Sieg musste her, und den haben die Kleeblätter geschafft! Sie haben damit weiterhin Chancen auf den dritten Platz. Der Aufstiegskampf ist also noch längst nicht ausgefochten, und Fürth mischt weiter dabei mit! Jetzt heißt es: nicht locker lassen! Dann wird sich auch Bochum warm anziehen müssen.

Das Kleeblatt auf dem Weg nach oben

Na also, wer sagt’s denn? Die Spielvereinigung hat ihre Schwächephase überstanden und ist auf dem (sicheren?) Weg an die Tabellenspitze der zweiten Liga. Sie konnte gestern einen verdienten 4:1-Sieg bei Arminia Bielefeld verbuchen und rangiert auf Platz vier. Die Teams auf den Plätzen zwei bis fünf haben übrigens alle 29 Punkte und liegen damit nur läppische zwei Punkte hinter dem Tabellenführer Erzgebirge Aue.
Die Bedingungen im Bielefelder Stadion waren wetterbedingt nicht gut: Teilweise war der Boden gefroren, der Rest war Matsch und Schnee.
Nach einem Foul an Leo Haas in der achten Minuten gab es einen verdienten Freistoß für Fürth, den Edgar Prib aus 22 Metern zum 0:1 verwandeln konnte.
bielefeld_fueDie Gastgeber hatten ihre Mühe, ins Spiel zurückzufinden und scheiterten das eine ums andere Mal am Fürther Keeper Max Grün.
Erst nach der Pause in der 53. Minute war es dann Nicolai Müller, der sich auf links durchsetzte. Seinen Pass schoss Haas aus kurzer Entfernung zum 0:2 ein.
Bielefeld kämpfte daraufhin, um wenigstens einen Anschlusstreffer zu erzielen. Das gelang in der 63. Minute, als di Gregorio frei zum Kopfball kam. Grün hatte keine Abwehrchance gegen den ungehindert köpfenden Stürmer.
Danach hatte das Kleeblatt einige Male Glück. Grün reagierte nach einem Kopfball Bollmanns in Anschluss an einen Freistoß hervorragend. Dann hatten die Mittelfranken wieder Oberwasser: Mit einem abgefälschten Linksschuss setzte Haas in der 80. Minute mit dem 1:3 ein deutliches Zeichen.  Und Sercan Sararer machte nach einem Kopfball-Zuspiel von Christopher Nöthe den Sack zu. Die Partie ging mit einem 1:4-Ergebnis für Fürth erfolgreich zu Ende.

Nach den Siegen gegen Paderborn und 1860 München sind die Kleeblätter wieder in der Spur. Am Freitag, 10. Dezember, findet um 18 Uhr das letzte Heimspiel vor der Winterpause gegen Rot-Weiß Oberhausen in der Trolli ARENA statt. Und am 18. Dezember muss die Spielvereinigung dann in Düsseldorf antreten. Vielleicht macht die weiß-grüne Mannschaft ihren Fans ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk?

Smoke on the Water in Bielefeld

Relativ frohgemut starte ich Freitagabend in Richtung Nürnberg, um dort ein Konzert zu besuchen. Frohgemut deshalb, weil das Spiel Arminia Bielefeld gegen die Spielvereinigung zu diesem Zeitpunkt noch ein sicherer Sieg für die Kleeblätter zu werden scheint. Aber schon im Auto wird der Ausgleich für die Mannschaft aus Ostwestfalen vermeldet. Na gut, beruhige ich mich, das Spiel dauert ja noch ein bisschen, Fürth wird es bestimmt noch schaffen. Im Hubertussaal in Nürnberg angekommen, treffe ich – an der Abendkasse stehend – Freunde aus Fürth. Es ist inzwischen 19.45 Uhr, und das Fußballspiel müsste zu Ende sein. Wie ging es aus? Per SMS wird der Endstand erfragt und unsere Gesichter sind auf einmal gar nicht mehr so glücklich: Das Kleeblatt hat einen Sieg verspielt und völlig unnötig mit 1:2 verloren.

Konzert Rocky SwingShow 056Kurz nach dem sportlichen Schock beginnt dann  das Konzert „RockyHorrorSwingShow“ mit Budde Thiem und seinem Orchester.  Die LittleBigBand spielt Klassiker der Rockgeschichte gegen den Strich arrangiert und schafft es, dass der Abend auch für uns Kleeblatt-Fans keine Horror-Show wird.

Wohlweislich hatte ich es vermieden, dem Fürther Jazz-Musiker und Arrangeur Budde Thiem die Pleite der SpVgg noch vor seinem Auftritt zu verraten – das hätte seiner mentalen Form womöglich Abbruch getan. Thiem, der sich selbst nicht nur als Musiker, sondern als „Glücksspieler, Comiczeichner,Textdichter und Alt-Fußballer“ charakterisiert, sollte zumindest beim zweiten Song des Abends nicht seine eigene Kleeblatt-Seele meinen: „I can get no satisfaction.“  Auch im weiteren Programm zieht er immer wieder Paralleln zum Fußball, spricht von einer „8+1+1-Aufstellung“ seiner Band und von der Sängerin Steffi Denk als „Frontfrau“.

Bekannte Songs ganz anders arrangiert, das klingt super. „Come together“ von den Beatles in neuem Gewand oder „Die stolze Marie“ alias „Proud Mary“ machen den Abend zu einem Highlight. Die Musik mit Mambo-, Samba- und Rockrhythmen lässt selbst uns „Greuther-Weiber“ vergessen, dass Stephan Loboué der Ball aus den Händen rutschte und er damit in Bielefeld nach Sami Allaguis tollem Tor und der starken Leistung der Mannschaft die Niederlage einleitete. Ähnlich wie bei „Smoke on the Water“ von Deep Purple muss es für die Kleeblätter im Schüco-Stadion in Bielefeld gewesen sein: Man ist arglos, sieht zwar irgendwo weit entfernt Rauch aufsteigen, kann allerdings die Ursache dafür – ein Feuer – nicht einordnen. 

Kurzum: Wir werden, wie es vor einiger Zeit in (männlichen) Fußball-Kommentatoren-Kreisen immer wieder hieß, nach der Pleite von Bielefeld den „Mund abwischen“ und uns auf das DFB-Pokal-Viertelfinale am 10. Februar gegen den FC Bayern München konzentrieren. Wer Lust hat, direkt nach dem Spiel in der Allianz-Arena Infos und Eindrücke vom Spiel aus der Sicht eines Fürthers, der im Stadion war, zu erfahren, der sollte unbedingt am Mittwochabend unseren „Greuther-Weiber“-Blog der „NZ“ anklicken: Fürther sind bekanntlich „Born to be Wild“ – und das werden sie auch in München unter Beweis stellen.

Kleeblatt- und Käse-Fan

Selbst wenn man – wie ich heute – einen freien Tag hat, kann man sich dem Thema Fußball bzw. Spielvereinigung nicht so leicht entziehen. Da gehe ich mittags arglos zum Einkaufen auf den Markt auf der Fürther Freiheit und werde gleich am Käsestand in ein Gespräch über die Kleeblättler verwickelt. Wie sie heute Abend in Bielefeld wohl spielen werden? „Naja“, meint die Käseverkäuferin, die eingefleischter Fan ist, „eigentlich müssten´s ja scho´ g´winnen.“  Doch es stehen ihr deutlich Skepsis und Zweifel ins Gesicht geschrieben.

Der Stand nebenan bietet Fisch an. Und sein Besitzer ist – wie das Leben so spielt – Clubfan. Da haben sie sich heute in aller Frühe schon über den bevorstehenden Spieltag unterhalten, der Fischmann und die Käsefrau. Und man sollte es nicht für möglich halten: Er drückt den Fürthern für heute Abend den Daumen. Wenn das keine noble Geste ist!!! Wollen wir mal hoffen, dass es etwas hilft.

So, jetzt nehme ich mir aber erst mal wirklich frei vom Fußball. Andererseits, was soll´s – einmal Greuther-Weib, immer Greuther-Weib, und schließlich gibt es ja weitaus unangenehmere Gesprächsthemen als unser Kleeblatt. Und das Spiel geht schon bald los!