VfB-Blog fragt – Greuther-Weiber antworten

Kleeblattfans stehen seit Tagen in den Startlöchern: Morgen um 13 Uhr wird das Spiel gegen den Tabellenersten – den VfB Stuttgart – im Ronhof angepfiffen. Die Stuttgarter sind letzte Saison aus der Bundesliga abgestiegen, haben allerdings neben Union Berlin und Hannover 96 gute Karten, den Wiederaufstieg perfekt zu machen. Aber das Kleeblatt wird morgen ein harter Brocken. Die Spielvereinigung ist seit sechs Spielen ungeschlagen und will, dass das weiter so bleibt. Nicht unmöglich, denn gegen den damaligen Tabellenführer Hannover 96 hat das Kleeblatt Anfang Februar zu Hause mit 4:1 gewonnen.

Auch für die Fans des VfB ist die Begegnung morgen etwas Besonderes. Deshalb wurden die Greuther-Weiber vor ein paar Tagen von den Machern des Blogs „Rund um den Brustring“ gefragt, ob sie sieben provokante Thesen zum morgigen Spiel und zur aktuellen Situation der Spielvereinigung beantworten möchten.  „Rund um den Brustring“ ist ein Blog und ein Podcast, der sich seit Oktober 2015 mit allem rund um den Brustring, also den VfB Stuttgart 1893 e.V., beschäftigt. Regelmäßig werden hier Spiele des VfB besprochen, Experten zum nächsten Gegner oder zu Neuzugängen befragt, außerdem die Vereinspolitik und viele weitere Themen rund um den Brustring kommentiert. Also ein ähnliches Konzept, wie wir es mit unserem Greuther-Weiber-Blog auch verfolgen.
Hier findet Ihr die Fragen des Blogs und unsere Antworten: Rund um den Brustring

Lernt Mike Büskens jetzt Wiener Schmäh?

Oft haben mich Freunde gefragt: „Was macht eigentlich Euer Aufstiegs-Trainer Mike Büskens jetzt“? Bislang konnte ich die Frage nicht vernünftig beantworten. Seitdem Büskens nach der Saison 2014/15 die Spielvereinigung verlassen hat, war er erst mal von der Bildfläche bzw. aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Jetzt erreicht uns die Neuigkeit: Mike Büskens wird in Zukunft Coach des österreichischen Vereins SK Rapid Wien. Der Verein gehört zu den sehr erfolgreichen Austria-Teams – letzte Saison hat der Club mit dem zweiten Tabellenplatz (von zehn Teams) abgeschlossen, einen Platz vor dem Lokalrivalen FK Austria Wien. Rapid wurde in seiner Vereinsgeschichte immerhin 32 Mal österreichischer Meister und 14 Mal Pokalsieger. Allerdings liegen die ganz großen fußballerischen Erfolge schon ein paar Jahre zurück.
Der 48-jährige Büskens erhält in Wien einen Vertrag für die kommende Saison mit Option auf Verlängerung. Mike Büskens kommentiert sein Engagement so:

„Es ehrt mich, dass ich in Kürze für einen renommierten wie legendären Verein wie den SK Rapid Wien tätig sein darf. Ich möchte jetzt alle Grün-Weißen im Klub kennenlernen und mir schnell ein Bild machen, um gleich mit vollem Engagement an meine neue Aufgabe heranzugehen.“

Büskens, der Nachfolger von Zoran Barisic wird, kann auf eine lange Profikarriere als Spieler und Trainer zurückblicken: Als Aktiver war der gebürtige Düsseldorfer zu Beginn lange bei Fortuna Düsseldorf, ehe es ihn 1992 zum FC Schalke 04 verschlug. In Gelsenkirchen feierte er in zehn Jahren große Erfolge, gewann 1997 den Uefa-Cup und zweimal den DFB-Pokal. Als Trainer war Büskens zwischen 2005 und 2008 als Trainer der zweiten Mannschaft von Schalke 04 tätig. 2009 wechselte Büskens zum Kleeblatt, mit dem ihm 2012 als Meister der Zweiten Liga der erstmalige Aufstieg gelang. Nachdem er 2013 kurzzeitig zu Fortuna Düsseldorf auf die Trainerbank gewechselt war, erfolgte 2015 für ein Halbjahr die Rückkehr nach Fürth, wo er bis zum Sommer 2015 die Kleeblatt-Profis trainierte und den drohenden Abstieg verhindern konnte. Zuletzt war Büskens im Sportbeirat beim FC Schalke 04 tätig.

Die offizielle Vorstellung des Rapid-Cheftrainers erfolgt am morgigen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Die erste öffentliche Trainingseinheit unter Mike Büskens steht dann am Freitag, 10. Juni, ab 10 Uhr auf den Trainingsplätzen beim Ernst-Happel-Stadion auf dem Programm. Wer noch mehr wissen möchte: Weitere Infos auf der Website von Rapid Wien.

Bullen jagen in Leipzig

Am nächsten Montag, 3. August, findet das erste Auswärtsspiel der Spielvereinigung in der Saison 2015/16 statt. Die Kleeblätter fahren mit hohen Erwartungen zum Topspiel nach Leipzig zu den „Roten Bullen“. Das ist eine schnelle Neuauflage nach der Begegnung am letzten Spieltag im Mai. Da haben die Leipziger einen 2:0-Sieg verbuchen können. Die Reaktion der angereisten Kleebltattanhänger war damals dementsprechend (Foto): Buhrufe und Stinkefinger für eine enttäuschende Leistung des Fürther Teams.

Der sächsische Verein ist bei vielen Fußballfans der Zweiten Liga mit Abstand der unbeliebteste. RasenBallsport Leipzig, ein Verein, der nicht aus Herzblut und Enthusiasmus gewachsen ist. Nein, das Ziel der wenigen stimmberechtigten Vereinsmitglieder ist eindeutig die Maximierung des Profits. Traditionsbewussten Fans anderer Bundes- und Zweitliga-Clubs stößt das sauer auf. Wo RB Leipzig in der 2. Bundesliga zu Gast ist, schlagen der Mannschaft von den Tribünen Abneigung und Hass entgegen. Mit Spruchbändern und Sprechchören machen Fans deutschlandweit ihrem Unmut über das Red-Bull-Projekt Luft. Heimspiele der Leipziger werden von vielen Auswärtsfans boykottiert.

Der 71-jährige österreichische Milliardär Dietrich Mateschitz (er hält 49 Prozent der Anteile am Energy-Drink-Hersteller Red Bull GmbH) hat 2009 sein Projekt „Marketing mit Fußballclubs“ gestartet und will sein RB-Imperium expandieren lassen. Er hat den Schwerpunkt der Konzentration seines Konzerns im Fußball-Geschäft nach RB Salzburg inzwischen auf RB Leipzig gelegt. Sein wichtigstes Ziel: der Aufstieg von RB Leipzig in die Bundesliga – je eher desto besser. Die mit knapp 23 Millionen Euro getunte Mannschaft muss den hohen Erwartungen als Aufstiegsfavorit Nummer eins mit allen Mitteln gerecht werden. Viele Millionen Euro hat RB Leipzig für seine Neuzugänge ausgegeben. Dazu kommen fünf Spieler vom Red-Bull-Stammklub aus Salzburg, für die der Verein vor dieser Spielzeit keine Ablöse zahlen musste. Der Marktwert des gesamten Kaders liegt bei knapp 40 Millionen. Im Vergleich dazu: Der Marktwert des Bundesliga-Absteigers SC Freiburg beträgt rund 10 Millionen weniger, der Marktwert der Spielvereinigung wird auf ca. 15,5 Millionen Euro beziffert.

Dass es den Roten Bullen mit dem geplanten Aufstieg ernst ist und sie sportlich was drauf haben, beweist das Resultat des gestrigen Testspiels gegen den Bundesliga-Neuling FC Ingolstadt. Das Spiel haben die Sachsen mit 2:0 gewonnen.

Am Montagabend ist also das Kleeblatt dran: Um 20.15 Uhr ist Anstoß in der Red Bull Arena. Ein Tipp für Fans, die beim Spiel dabei sein wollen: Aufgrund einer Demonstration im Innenstadtbereich von Leipzig wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Deshalb wird dringend empfohlen, frühzeitig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen!
Wer nicht nach Leipzig fahren kann oder will: Sport 1 überträgt die Begegnung live.

Heißer Kampf: Kleeblatt-Mädchen aufgestiegen

SpVgg_Damen_JubelDieser Pfingstmontag war der heißeste in der Wetter-Geschichte (über 35 Grad) – und ausgerechnet an diesem Tag spielten die U23-Mädchen der Spielvereinigung um den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Mit dem SpVgg-Bus waren die Damen nach Kalbensteinberg im Fränkischen Seenland angereist, um sich mit dem DJK Gnotzheim – dem Zweitplatzierten der Bezirksliga Süd – im Relegationsspiel um den direkten Aufstieg zu messen. Ich war bei diesem wichtigen Spiel dabei und saß in den ersten 45 Minuten (im Schatten) inmitten von Gnotzheimer Fans, die das Spiel mit witzigen Bemerkungen kommentierten.

Die Partie bei glühenden Temperaturen begann engagiert, in der 12. Minute trafen dann die DJK-Damen nach einer Ecke ins Kleeblatt-Tor. „Die Färdder Torfrau is‘ nix“ war neben mir zu hören. „Na“, meinte ein Zuschauer daneben „die hat doch nur die Sonne geblendet“. Wie auch immer – es stand 1:0 gegen die SpVgg. Aber die Kleeblattfrauen ließen sich nicht den Schneid abkaufen. SpVgg_Damen_TrinkenWegen der großen Hitze musste das Spiel für Wasserpausen unterbrochen werden, der Platz war hoppelig und Aktionen vor den Toren (Abstoß) wurden von Staubwolken begleitet. Überhaupt war ich beeindruckt, wie tough alle Spielerinnen bei diesen Temperaturen in gleißender Sonne agierten. Sie schwitzten und waren ausgepumpt, versuchten aber permanent, mit schnellen Pässen und gezieltem Zuspiel den Gegnerinnen das Leben auf dem Platz noch schwerer zu machen. Und so schaffte Lena Bieber nach einer knappen halben Stunde auch prompt den verdienten Ausgleich. Sehr zum Leidwesen meiner Gnotzheimer Banknachbarn, die immer dann, wenn es vor dem Gnotzheimer Tor brenzlig wurde, riefen „Tormann, Tormann, tu‘ was“. Offenbar ist es für männliche Fans noch schwierig, ihr jahrzehntelanges „normales“ Fußballvokabular auf Damenfußball umzuswitchen?
Nach der Pause ging es schnell und kämpferisch weiter. Nadine Lang schoss das – mit starkem Applaus der zahlreichen aus Fürth mitgereisten Zuschauer belohnte – 2:1. Das blieb dann auch das Endergebnis. Die weiß-grünen Kleeblattmädchen waren nach dem Abpfiff überglücklich und feierten auf dem Spielfeld ihren Sieg und den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Eine Superleistung. Hatten doch die Kleeblattgirls vor dem Beginn der Rückrunde tief im Abstiegskampf gesteckt. Doch mit ihrem Coach Oliver Fürstenhöfer ist es ihnen gelungen, in der Rückrunde alle Spiele  – bis auf zwei Unentschieden – für sich zu entscheiden. Der Aufstieg in die Bezirksoberliga ist ein echter Erfolg. Die Greuther-Weiber gratulieren: Wir werden Euch in der nächsten Saison nicht aus den Augen verlieren und immer mal wieder über Euch bloggen!

Nur ein Tor – dann ist das Kleeblatt wieder erstklassig

Das war ein wirklich spannender Fußballabend, nach dem die Wiederaufstiegs-Perspektiven für die Spielvereinigung hervorragend sind. Vor einer gar nicht so coolen hanseatischen Kulisse von fast 57.000 Fans haben die Kleeblätter souverän und mutig gespielt. Der Hamburger SV konnte dem Zweitligisten nur in einer kurzen Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit etwas entgegensetzen. Und so endete das erste Relegationspiel mit einem 0:0.

Wer – wie ich – nicht nach Hamburg fahren konnte, der hat sich das gestrige Spiel entweder gemütlich zu Hause oder mit Kleeblattfans in einer Fußballkneipe in Fürth angesehen. Bei mir floss das dunkle Bier in Strömen, und der Verschleiß an Barbecue- und Salzchips war immens. Egal, wo man war – die Partie machte großen Spaß und zeigte deutlich, was die Kleeblätter sportlich drauf haben. Schon von Beginn an war offensichtlich, dass sie überhaupt keine Angst vor dem angeschlagenen Bundesliga-Dino haben. Die Fürther Spieler (wie bei Auswärtsspielen leider immer in orange und nicht weiß-grün) liefen, was das Zeug hielt, waren überlegt und schnell, sie engagierten sich mit ganzem Körpereinsatz und zogen sich dann prompt auch Blessuren zu: Nikola Djurdjic kam nach einem Zusammenstoß mit Michael Mancienne in der 30. Minute und einer Kopfplatzwunde mit einem Turban zurück auf den Platz – was jedoch qualitativ seinem Spiel keinen Abbruch tat. Und Ilir Azemi hinkte mal mit dem rechten, mal dem linken, dann mit beiden Beinen. Grund dafür war seine tolle Einsatzbereitschaft. Er rannte, kickte, versuchte unermüdlich den Ball ins Tor von Ersatztormann Jaroslav Drobny zu bekommen (der für den verletzten René Adler eingesprungen war). Aber das Glück war gestern nicht auf Azemis Seite. Er rutschte mehr als ein Mal am Ball vorbei oder lag nach akrobatischen Einlagen neben dem Tor. So kam das Kleeblatt nicht zum erfolgreichen Abschluss.

Der einzige Treffer des Abends war Gott sei Dank ein Abseitstor. Pierre Lasogga nickte einen Freistoß von Rafael van-der-Vaart ins Fürther Tor, keine Chance für Keeper Wolfgang Hesl. Aber der Schiedsrichter hatte schon abgepfiffen.
Nach dem Spiel gab sogar der HSV-Trainer Mirko Slomka im TV-Interview zu, dass die SpVgg ein Superspiel gemacht hatte. Und auch HSV-Ex-Torhüter Uli Stein brachte mit klaren Worten die Situation auf den Punkt: Der Hamburger SV muss in seiner aktuellen Verfassung um den Klassenerhalt kämpfen.

Die Kleeblatt-Mannschaft bot als „Gesamtkunstwerk“ auf jeden Fall eine gute Leistung. Der „Fränkische Außenseiter“ wäre nach der gestrigen Leistung ein würdiger Bundesligist. Wenn die Mannschaft es schafft, sich bis Sonntag, 17 Uhr, zu relaxen, neue Kräfte zu mobilisieren und den Kopf frei zu bekommen, dann ist im Fürther Ronhof alles drin. Vor heimischer Fankulisse, die mit ihrer lautstarken Leidenschaft schon so manchem Gegner den Schneid abkaufen konnten, würde dem Kleeblatt mit einem Sieg der Aufstieg gelingen. Und dann ist in Fürth der Bär los, wetten?

Hamburg, meine Perle – Zieh‘ Dich warm an!

Der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga wäre natürlich schön gewesen, die bevorstehenden Relegationsspiele machen das Ganze aus Fansicht aber viel spannender. Mit dem Hamburger SV steht der Spielvereinigung ein schwerer Brocken bevor, ein traditionsreicher Verein gegenüber, der in der Saison 2013/14 allerdings unter seinen Möglichkeiten spielte und glücklich ist, überhaupt noch den Relegationsplatz geschafft zu haben.

So war dann auch die Stimmung gestern nach dem gewonnen Heimspiel gegen den SV Sandhausen in der Gustavstraße relaxt und entspannt. Der dekorative Brauereiwagen des berühmten Fürther Bieres stand dekorativ am Straßenrand. Viele Fans tranken im Gespräch einen Schluck auf das 2:0 und den erreichten Relegationsplatz. Einig waren sich alle: In den Relegationsspielen werden die Kleeblätter mit Leidenschaft und Herzblut agieren und zeigen, dass der Wiederaufsteig verdient wäre. Die beiden Kontrahenten Hamburger SV und Spielvereinigung sind in vielen Bereichen komplett unterschiedlich, es erinnert ein wenig an einen Kampf zwischen David und Goliath. Nehmen wir mal die Zuschauerkulisse: Das erste Duell beginnt am Donnerstag, 15. Mai, um 20.30 Uhr in der mit 57.000 Fans ausverkauften Imtech-Arena des HSV. Das Rückspiel steigt dann am Sonntag, 18. Mai, ab 17 Uhr vor gut 18.000 Fans im Sportpark Ronhof. Bei den Spielergehältern wird die Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen dem Kleeblatt und dem HSV deutlich: Etwa 1,8 Millionen Euro Jahresgehalt kassiert ein HSV-Profi im Schnitt. Die Fürther kommen gerade mal auf 200 000 Euro. Der Personal-Etat der mit 100 Millionen Verbindlichkeiten belasteten Hamburger liegt bei 43 Millionen Euro. Die schuldenfreien Kleeblätter stemmen das mit einem 7,2-Mio-Mini-Etat.
Aber sportlich legen die Fürther vieles auf ihre Seite der Waagschale: Die SpVgg tritt mit dem besten Zweitliga-Sturm (64 Tore) gegen die Bundesliga-Schießbude (75 Gegentore) an. Und auch konditionell muss sich das Kleeblatt nicht verstecken. Mit 4.118 Kilometern (121,1 km pro Spiel) übertreffen die Franken die HSV-Profis (3.805 km, 115,3 km/Spiel) in Sachen Laufbereitschaft klar. Mit Ilir Azemi verfügt das Kleeblatt über einen Torschützen, der sich in den letzten Begegnungen kontinuierlich steigerte. Und Keeper Wolfgang Hesl ist eine sichere Bank, wenn es darum geht, das eigene Tor sauber zu halten. Im direkten Vergleich hat der HSV die erste Bundesligabegegnung übrigens mit 1:0 gewonnen, das Rückspiel ging dann unentschieden 1:1 aus. Und beim DFB-Pokal im September 2013 erzielten die Hamburger auch nur ein Tor, das war dann auch der Endstand.

Insgesamt könnte das Kleeblatt ohne Druck und mit aufmerksamen Aktionen die angeschlagenen Hamburger in ihre Schranken wiesen. Ein klarer Vorteil ist es aus meiner Sicht, dass das erste Spiel im Hamburg stattfindet. Denn wie immer die erste Partie auch ausgehen mag: Beim Rückspiel am Sonntag vor heimschem Publikum kann die Spielvereinigung dann alles möglich machen. Der Aufstieg nach nur einer Zweitliga-Saison ist für das Kleeblatt auf jeden Fall zu schaffen! Und nach der gewonnen Relegation muss dann Lotto King Karl den Liedtext seiner Fußballhymne umschreiben:“Wenn Ihr aus Fürth kommt, dann haben wir keine Chance. Wenn wir im Ronhof sind, dann Bundesliga tschüss.“

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Geht Frank Kramer nach Frankfurt?

Die Gerüchteküche brodelt auf Hochtouren. Angeblich ist der Bundesligaverein Eintracht Frankfurt stark daran interessiert, den Fürther Coach Frank Kramer als Nachfolger für Armin Veh zu verpflichten. Das war heute morgen in der „NZ“ zu lesen, und seitdem sind viele Kleeblattfans in heller Aufregung. Dass sich Kramer im Moment erst mal voll auf das letzte Saisonspiel am Sonntag, 11. Mai, gegen den SV Sandhausen fokussiert, ist logisch. Denn da wird es sich entscheiden, ob die Spielvereinigung noch den sicheren Aufstiegsplatz schafft oder in die Relegation muss. Die beiden Relegationsspiele finden am 15. und 18. Mai statt – das erste bei der drittletzten Bundesligamannschaft (z. B. dem Hamburger SV), das Rückspiel dann in der Trolli Arena.

Sollte der SpVgg nicht der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelingen, wäre der Weggang von Frank Kramer nachvollziehbar. Aber für das Kleeblatt wäre das ein mehr als schmerzlicher Verlust. Denn Kramer war es, der die junge, unerfahrene Mannschaft nach dem Weggang von Mike Büskens im Februar 2013 und dem Abstieg nach nur einer Bundesligasaison, zu dem gemacht hat, was sie jetzt ist: Ein Team mit zunehmend sportlicher Reife, einer hervorragenden Moral und mit Perspektive. Sollte dieser Verein Kramer verlieren, dann müsste man sich wieder auf Trainersuche machen. Und wie schwer das ist, sieht man ja am 1. FC Nürnberg. Sicher, die beiden Vereine sind nicht zu vergleichen, und auch die Einstellung der Fans zum Trainer ist in Fürth eine ganz andere als in Nürnberg.

Also: Hoffen wir auf einen erfolgreichen Sonntag und den direkten Wiederaufstieg des Kleeblatts in die Erste Liga. Und darauf, dass der Fürther Trainer auch in der Saison 2014/15 Frank Kramer heißt.

6:0-Kantersieg: Kleeblatt mit neuem Selbstbewusstsein

Das Spiel heute beim Tabellenletzten Energie Cottbus hat die Kleeblattfans für die unglückliche Heimniederlage gegen 1860 München mehr als entschädigt. Mit 6:0 gewann die Spielvereinigung und hat sich damit eine gewaltige Portion Selbstbewusstsein für das wahrscheinliche Relegationsspiel erkämpft. Denn der heutige Wermutstropfen war der Sieg des Tabellenzweiten SC Paderborn. So blieb Fürth mit 57 Punkten weiter zwei Zähler hinter den Paderbornern.

Ich habe mir – wie die meisten eingefleischten Kleeblattfans – die weite Fahrt nach Cottbus erspart, und das Spiel in einer gut gefüllten Sportsbar angesehen. Die Gesellschaft am Tisch war angenehm, fachmännische Kommentare flogen nur so hin und her. Die Partie begann eher etwas verhalten (höflich formuliert) und ohne Druck und Raffinesse beim Fürther Team. Bis zum 1:0 durch Stephan Fürstner dauerte es dann auch 32 Minuten. Erleichterung! Der nächste Treffer war dann ein echtes Traumtor von Ilir Azemi: Djurdjic flankte beherzt vor das Cottbuser Tor, Uwe Möhrle versuchte zu klären. Aber Azemi reagierte blitzschnell und bugsierte das Leder mit der Hacke (!) ins Tor (44.). Ein supereleganter Treffer, von dem man in Fürth sicher noch länger schwärmen wird.
In der zweiten Halbzeit machten die Kleeblätter auf dem Platz dann, was sie wollten. Die Tore fielen beinahe im Minutentakt. Nikola Djurdjic, der heute aufmerksam mögliche Chancen erkannte und souverän reagierte, schob den Ball nach einem Konter und einer flachen Hereingabe von Brosinski zum 3:0 ins Tor (69.). Fünf Minuten später traf Goran Sukalo nach einer Ecke (74. Minute). Und Azemi köpfte dann nach einer Flanke von Gießelmann (84.) problemlos zum 5:0 in den Cottbuser Kasten (Foto). Doch damit nicht genug. Für seine heutige gute Leistung wurde Djurdjic eine Minute später belohnt: Er traf zum 6:0-Endstand. Katzenjammer bei den schon abgestiegenen Cottbussern.

Ein tolles Ergebnis. In der zweiten Halbzeit gelang unserer Mannschaft heute einmal all das, was sie sich vorgenommen hatte. Sie wird durch diesen hohen Sieg einen gewaltigen Schub für das letzte Saisonspiel am kommenden Sonntag, 11. Mai, gegen den SV Sandhausen bekommen. Der Relegationsplatz ist der Spielvereinigung (sollte das Kleeblatt nächste Woche verlieren und der Verfolger – der 1. FC Kaiserlautern – gewinnen) aufgrund des besseren Torverhältnisses nicht mehr zu nehmen. Und wenn das Kleeblatt zu Hause gegen Sandhausen einen Sieg einfahren sollte, und Paderborn verliert oder unentschieden spielt, dann würde die SpVgg wieder auf dem Aufstiegsplatz liegen. Und den hätte sie sich nach der heutigen Leistung auch mehr als verdient!

Visionen einer Kleeblattanhängerin

Es geht allmählich in die Endphase dieser Fußballsaison. Die Spielvereinigung steht nach wie vor auf dem zweiten Tabellenplatz – punktgleich (49 Punkte) mit dem SC Paderborn. In den letzten sechs Spielen gibt es noch einige pikante, allerdings nicht unbezwingbare Gegner. Den Anfang macht morgen, 7. April, ab 20.15 Uhr der SC Ingolstadt, dann z.B. noch die 1860er und der SV Sandhausen. Und am Ostersonntag, 20. April, um 13.30 Uhr findet das wichtige, vielleicht alles entscheidende Auswärtsspiel in der Benteler-Arena gegen den SC Paderborn statt.

Weniger gute Chancen, in der Bundesliga zu bleiben, haben unsere „Freunde“ aus Nürnberg. Der Club hat gestern zu Hause die Partie gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:2 verloren und verharrt auf dem 17. Platz. Und heute hat der Tabellenletzte – Eintracht Braunschweig – das Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 überraschend mit 3:0 gewonnen. Nur jeweils einen Punkt entfernt ist Braunschweig noch vom Tabellenvorletzten aus Nürnberg und einen weiteren Punkt vom 15. oder 16. Platz. Pech für den 1. FCN, dass er bei den letzten Spielen in der Saison 2013/14 noch Gegner hat, gegen die Siege ernsthaft fast nicht möglich sind. Dazu gehören u.a. Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg, Mainz 05 und Schalke 04.

Heute war ich bei einem Damenfußballspiel in Baiersdorf und habe mich am Rande der Partie mit einer Zuschauerin unterhalten. Sie hofft auf einen sicheren Wiederaufstieg des Kleeblatts. Oder – von der Spannung her – auf das Relegationsspiel zwischen der Spielvereinigung und dem Club. „Und das gewinnen die Kleeblätter natürlich haushoch. Die Nürnberger fegen wir vom Platz, so schnell schauen die gar nicht“, meint sie. Auf meinen Einwand hin, dass bei diesen hochbrisanten Begegnungen oft Auseinandersetzungen zwischen Nürnberger und Fürther Fans drohen (z.B. auf dem Foto beim Frankenderby im November 2012, als die Polizei die Straßen in Fürth sperrte, damit die Fans des 1. FCN zum Stadion gehen konnten), machte der weibliche Kleeblattfan einen interessanten Vorschlag. „Die sollen im Relegationsspiel dann irgendwo im Geheimen spielen, ohne dass jemand davon weiß. So wäre das eine friedliche Partei.“ Warum eigentlich nicht? Das hätte was!

Werden Kleeblattfans bald Robben sehen?

Urlaube auf Kreuzfahrtschiffen haben ja seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Ob auf der „Queen Mary“, der  „Freedom of the Seas“ oder der „AIDA“. Da hoffen die Passagiere bei ihren mehrwöchigen Schiffsreisen auf Attraktionen wie Whale- oder Dolphin-Watching und nehmen dafür viele Unannehmlichkeiten wie Tausende Mitreisende an Bord  und nervige Kapitänsdinner in Kauf.
Auf dieser Welle reitet man jetzt auch mit dem neuen Anzeigenmotiv der Spielvereinigung: Die weiße „MS Ronhof“ fährt auf einem grünen Meer, und der originelle Slogan lautet: „Raus aus der Kabine und ab nach oben“. Klingt doch sehr nach geplantem Aufstieg in die Bundesliga, oder? Und der Untertitel „Vielleicht kann man bald Robben sehen“ spielt vermutlich nicht auf die Gruppe zum Wasserleben übergegangener Raubtiere in freier Wildbahn – wie Ringel-, Sattel- oder Bartrobben – an. Nein, was man von Deck aus beobachten möchte, das heißt nicht Mike, Robby oder Lizzy. Als Kleeblattfan wäre man vor allem darauf erpicht, Robben zu sehen, die Arjen heißen.
Die neuen Spieltagsplakate sind ab sofort in der Geschäftsstelle der SpVgg (Laubenweg 60 in Fürth) abholbar. Fans können – solange der Vorrat reicht – ihr Exemplar kostenfrei mitnehmen.