Ein Glas „Schlumberger“ auf den heißersehnten Kleeblatt-Sieg

SchiedsrichterLag’s am guten steirischen Schilcher-Wein, den ich während der TV-Übertragung getrunken habe? Oder sind Rosenmontagsspiele immer etwas verrückt? Keine Ahnung. Ich fand die Begegnung zwischen der Spielvereinigung und dem FC St. Pauli mehr als kurios. Das Montagsspiel am Millerntor ging 1:0 für die Fürther aus. Nach 573 Minuten endlich wieder ein Tor für das Kleeblatt! Und das vom Kommentator auf Sport1 mehrfach so betitelte „Abstiegsspiel der Kellerkinder“ wurde dann doch zum Erfolg für die ehemals „Unaufsteigbaren“, die desillusioniert im Mittelfeld der zweiten Liga herumwabern. Den heißersehnten Treffer vor 23 383 Zuschauern erzielte Kacper Przybylko, der schon beim 3:0 in der Hinrunde gegen den FC St. Pauli ein Tor erzielt hatte.
Bemerkenswert bei der heutigen Begegnung war die aufregende Situation in der 16. Minute nach einer Flanke von Sobota, die Benedikt Röcker mit dem Ellbogen – unabsichtlich – abblockte. Erst entschied der Unparteiische, Martin Petersen (im Foto links), auf Handelfmeter, dann ließ er sich aber von seinem Assistenten überzeugen und nahm das zurück. So etwas habe ich im Profifußball noch nie erlebt! Doch dieses Hin und Her war symptomatisch für einen schwachen, unentschlossenen Referee, der sich das Spiel mehrfach fast aus der Hand nehmen ließ. Berechtigte Gelbe Karten wurden von ihm nicht gegeben. Dafür bestrafte er einen Spieler, der gar nicht auf dem Spielfeld war: den Fürther Ersatzspieler Goran Sukalo, der sich hinter dem Tor von Keeper Wolfang Hesl warmlief, betrat den Rasen, warf kurz ein paar Worte in Richtung Hesl. Daraufhin sah der Slowene die Gelbe Karte. Und darf beim nächsten Spiel nach inzwischen fünf Gelben Karten nicht antreten!

Eine weitere Fehlentscheidung kostete das Kleeblatt das zweite Tor. Die SpVgg startete kurz vor Spielende einen Konter: Joker Niko Gießelmann spielte den durchgestarteten Marco Caligiuri an, der frei war und den Hamburger Tormann Himmelmann hinter sich greifen ließ. Doch Petersen gab den Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht.
FeiernIch habe heute das Spiel aus fast 1000 Kilometern Distanz, von der Steiermark aus, angesehen und mich über den Kommentator teils amüsiert, teils aufgeregt: Die „Füüüüüüüürther“ sind am Ball, „Schull“ (Zulj) spielt gut. Nur Stefan Schnoor als Co-Moderator war ein Lichtblick, er gab einige originelle Anmerkungen und Analysen von sich.

Den Sieg des Kleeblatts, den feiern wir mit einem Glas österreichischen Sekt, und zwar einem besonders guten Tropfen: einem „Schlumberger“ brut, nach der „méthode traditionnelle “ in der Flasche gereift.  Auf jeden Fall werden das 1:0 und die drei Punkte der Spielvereinigung gut tun. Das nächste Spiel findet schon am kommenden Freitag statt. Da kommt der SV Sandhausen ins Stadion am Laubenweg. Und ich bin (hoffentlich wohlbehalten) aus dem Winterurlaub zurück in Fürth.

Ein Silberstreif am Horizont

Kramer_PrzybylkoVermutlich mit gemischten Gefühlen fuhr die Spielvereinigung nach Berlin ins „Stadion an der Alten Försterei“. Obwohl die Bilanz gegen den 1. FC Union Berlin sehr gut aussieht: Sieben Mal hat das Kleeblatt gegen den Berliner Verein gewonnen, sieben Mal war es unentschieden ausgegangen, nur eine Niederlage. Die SpVgg ist seit dem Wiederaufstieg der „Eisernen“ im Jahr 2009 praktisch der Angstgegner, denn seitdem haben die Kleeblätter bei jedem Spiel in der Hauptstadt gesiegt.
Mit „gemischten Gefühlen“ deshalb, weil  die vergangenen Partien dieser Saison für die vermeintlichen Aufstiegsaspiranten aus Fürth ja eher sportliche Katastrophen waren. Am Dienstag mussten sie sich gegen den FC Kaiserslauten aus dem DFB-Pokal verabschieden, am Wochenende davor hatte es eine 2:5-Niederlage gegen den FSV Frankfurt gegeben.

Doch Schluss mit dem Blick auf Vergangenes: Das Spiel gegen Union Berlin startete voller Leidenschaft, und der Druck der Fürther auf das gegnerische Tor war immens. Als Belohnung machte Kacper Przybylko in der 3. Minute ein Kopfballtor: Marco Stiepermann hatte den Ball an die Grundlinie zu Benedikt Röcker gespielt, der nach innen köpfte. Dort stand Przybylko allein auf weiter Flur und köpfte aus sechs Metern mit einem Aufsetzer zum 1:0 ein. Das war für die Mannschaft und vor allem die Kleeblattfans im Stadion und zu Hause am Fernseher wie ein Befreiungsschlag. Und man war gespannt auf die nächsten 87 Minuten und ein schönes Spiel.
Das sollte allerdings ein Trugschluss sein. Durch viele unnötige Fouls wurde der Spielfluss immer wieder unterbrochen. Schon im Mittelfeld stoppten beide Teams ihre Gegner. Vor allem Stephan Schröck zeigte seine körperbetonte Seite und ging seine Kontrahenten immer wieder ruppig an. Das bestrafte der Schiedsrichter – der Akademische Rat Dr. Martin Thomsen – in der 51. Minute  mit einer Gelben Karte.

Das Stadion im Berliner Stadtteil Köpenick war mit über 18. 700 Zuschauern gut besucht, die hatten allerdings nicht viel Freude am Spiel ihrer Profis. Die Defensivleistung unserer Kleeblätter war dafür zu sicher und beinahe undurchlässig. Entsprechend ereignislos verlief die zweite Hälfte nach der Halbzeitpause. Kleeblatt-Keeper Tom Mickel, der gegen den FSV Frankfurt noch fünf Mal hinter sich greifen musste, überzeugte mit sicherem Halten und erstickte die eine oder andere Chance der Berliner schon im Keim. Er war aber als „mitspielender Tormann“ für meinen Geschmack manchmal zu weit aus seinem Kasten draußen. Das kann – Beispiele kennen wir ja – leicht ins Auge gehen.

Am 12. Spieltag hat die SpVgg also ihren ersten Auswärtssieg der laufenden Saison feiern können. Auf jeden Fall sind die drei Punkte für das Kleeblatt wichtig. Vor allem für das Selbstbewusstsein.  Am Sonntag, 9. November, empfängt das Kleeblatt um 13.30 Uhr im Ronhof den Karlsruher SC, der in der Tabelle einen Platz hinter der SpVgg liegt.

Glücklicher Kleeblatt-Sieg beim VfB Stuttgart

Das heutige Spiel gegen den VfB Stuttgart endete mit einem glücklichen 2:0-Sieg des Kleeblatts. Die Schwaben waren jedoch von Anfang an die bessere Mannschaft, obwohl sie auf ihren Gelb-gesperrten Superstar Vedad Ibisevic verzichten mussten. Aber sie konnten die zahlreichen Chancen einfach nicht verwerten. Ähnlich, wie es dem Kleeblatt in dieser Bundesliga-Saison oft ging. Das Pech des VfB spitzte sich in der 51. Minute zu, als Gotoku Sakai beim Trubel vor dem Fürther Tor ein Eigentor schoss. Dieses 1:0 erinnerte mich fatal an das CL-Eigentor des FC Barcelona in dieser Woche in der Partie gegen den FC Bayern München. Aber heute verdrehte es eigentlich die realen Kräfteverhältnisse. Obwohl – und das will ich deutlich betonen: Das Kleeblatt war taktisch diszipliniert, hatte eine ausgesprochen gute Abwehr, und man merkte der Mannschaft wirklich nicht an, dass sie moralisch – nach dem sicheren Abstieg – eigentlich am Ende sein müsste.
Nein, die Fürther kämpften vielmehr mit Bravour und hatten gerade in der zweiten Halbzeit einige gute Chancen. Richtig spannend wurde es für die ca. 800 angereisten Kleeblattfans (insgesamt 48.300 Zuschauer in der Mercedes-Benz-Arena), als es in der 74. Minute zu einer schwer durchschaubaren Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann kam: Rote Karte für Antonio Rüdiger wegen Nachtretens gegen Felix Klaus – und ein Elfmeter für die Spielvereinigung. Bernd Nehrig legte sich den Ball zurecht, schoss schwach, und der Stuttgarter Keeper Ulreich wehrte erfolgreich ab. Kein Tor.
Dann konnte Ilir Azemi nur neun Minuten, nachdem er für Felix Klaus eingewechselt worden war, doch noch ein zweites Tor erzielen: Fürstner spielte einen Pass auf Prib, der war frei vor Ulreich und gab an den mitgelaufenen Azemi ab, der ins leere Tor traf.
Ein glücklicher Sieg für die Spielvereinigung in einem zeitweise kuriosen Spiel. Egal, drei Punkte, und das ist mal wieder ein gutes Gefühl für das Kleeblatt und uns Fans. Nächste Woche kommt der SC Freiburg in den Ronhof – wir hoffen ja nach wie vor auf den ersten Heimsieg!

Arbeitssieg gegen RWO

Sagen wir es so: Mit Ruhm haben sich die Fürther beim 1:0-Erfolg gegen Oberhausen ja nicht gerade bekleckert, wenn man mal den gesamten Spielverlauf betrachtet. Immerhin waren die Gastgeber über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, während bei der SpVgg vor allem in der ersten Hälfte nach vorne nicht wirklich viel lief.

Trotzdem: Solche Spiele muss man auch erstmal gewinnen. Schließlich stecken die Oberhausener mitten im Abstiegskampf und brauchen die Punkte dringend. Und dass ein schönes Spiel nicht zwangsläufig auch zu einem Erfolg führen muss, hat man ja bei den letzten Partien der Fürther gegen Bielefeld, Bayern und die Löwen gesehen.

Wie hatte es Büskens doch so schön formuliert: „Ich möchte am Sonntag keine Blumen. Mir würde es reichen, wenn ich mich mal für einen dreckigen Sieg entschuldigen müsste.“  Dank Sami Allaguis Treffer steht das Kleeblatt jetzt auf einem gesicherten Mittelfeldrang – und das wiegt meiner Meinung nach mehr als die Art und Weise, wie der Erfolg zustande kam.

Etwas ärgerlich ist nur, dass sich Kim Falkenberg die fünfte Gelbe Karte eingehandelt hat und somit bei der nächsten Partie am Samstag gegen Rostock fehlen wird. Aber vielleicht bekommt Christian Rahn ja dann endlich mal eine Chance.

Mit guter Laune an die Ostsee!

Neulich, auf dem Ikea-Parkplatz, bot sich ein meiner Meinung nach doch bezeichnendes Bild: Da stand so eine kleine klapprige Ente in der Parklücke direkt neben einer wahren auf Hochglanz polierten, schwarzen „Proll-Schüssel“. Am hinteren Fenster der Ente prangerte bescheiden ein kleiner Kleeblatt-Aufkleber, die „Proll-Schüssel“ hingegen machte mit großen Lettern „Wir sind der Club“ auf.

Ja liebe Cluberer, leider sieht die Realität derzeit ein wenig anders aus. Während der FCN nämlich selbst gegen einen vermeintlich schwachen Gegner wie Bochum nicht mehr gewinnen kann, herrscht in Fürth vor allem eines vor: gute Laune.

Denn es läuft wieder: 4:0 gegen Oberhausen, dann der – wenn auch knappe – Pokalerfolg gegen Ahlen – und morgen die Chance, gegen Hansa Rostock den zweiten Auswärtssieg der Saison einzufahren.

Leicht wird es sicher nicht werden gegen den Viertletzten der Tabelle. Immerhin steht die Truppe von der Ostsee nach der 2:5-Klatsche zuletzt gegen Augsburg und der bescheidenen Bilanz von drei Niederlagen aus vier Spielen ziemlich unter Druck. Auf ihrer Homepage warnen die Hanseaten jedenfalls schon mal vor ihrem Gegner aus Franken: „Rot-Weiß Oberhausen wurde regelrecht aus dem Playmobilstadion geschossen“, ist da zu lesen. Weshalb sollte das dem Kleeblatt nicht auch bei den Rostockern gelingen?