Unsanfte Bauchlandung nach dem Höhenflug

Das Kleeblatt im Höhenflug – so sah es noch am vergangenen Sonntagnachmittag aus, als die Spielvereinigung im Ronhof Tabellenführer Fortuna Düsseldorf mit 3:1 besiegt hatte. (Es wäre eigentlich sogar ein 4:1-Sieg gewesen, wenn der Schiedsrichter das vierte Tor gegeben hätte!) Auch Fürths neuer Trainer Damir Buric, so steht zu vermuten, hat den Fürthern Auftrieb gegeben und sozusagen Flügel verliehen.

Mit berechtigtem Selbstbewusstsein reiste die Mannschaft deshalb nach Braunschweig. Das merkte man der Elf während der ersten 20 Spielminuten auch an: Das Kleeblatt bestimmte das Spielgeschehen, während Braunschweig – bisher in dieser Saison noch ungeschlagen, aber mit sechs Unentschieden nicht wirklich richtig erfolgreich – eher verhalten auftrat. Zur Sicherheit der Gastgeber trugen auch die Braunschweiger Fans wenig bei, die anfangs ihrer Mannschaft teiweise die sonst gewohnte Unterstützung versagten. Es war eigentümlich still im Stadion an der Hamburger Straße, geradezu gespenstisches Schweigen in Block 9. Während Fürth das Spiel gut 20 Minuten lang machte, ohne allerdings einen Treffer zu erzielen, landete Braunschweig den Ball schon nach dem ersten richtigen Angriff im Fürther Kasten und zeigte sich damit extrem effektiv, was die Chancenverwertung anbelangt. (Das Sportfoto Zink-Bild zeigt Fürths Tolcay Cigerci nach dem 2:0 durch Braunschweigs Baffo.) weiter lesen

So (un)gerecht kann Fußball sein!

Ehrlich gesagt: Noch spannender als die heutige Begegnung des Kleeblatts gegen Arminia Bielefeld war für mich das parallel laufende Spiel des Tabellenführers VfB Stuttgart gegen den 1.FC Nürnberg. Nach zwei Toren in der 25. und 33. Minute lag der Club zu Hause unerwartet mit 2:0 in Führung. Die Spielvereinigung startete gleichzeitig bei den Ostwestfalen – bei denen es in den letzten vier Spielen um den drohenden Abstieg geht – mit Verve. Aber Arminia Bielefeld setzte heute auf frühe Abwehr, ihr Pressing passte dem Kleeblatt überhaupt nicht ins Konzept. Die einzig wirklich erwähnenswerte Begebenheit fand dann ungefähr in dem Moment statt, als der Club sein zweites Tor geschossen hatte: Fürths Mittelfeldspieler Benedikt Kirsch grätscht an der Seitenlinie seitlich gegen David Ulm und wird postwendend mit einer Gelben Karte bestraft. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Knapp 20 Minuten später grätscht Kirsch erneut nach dem Ball, verpasst diesen haarscharf und kracht dann mit der Sohle in Tom Schütz hinein. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck fackelt nicht lange und zieht Rot! Ab jetzt spielte die SpVgg also in Unterzahl.

Die zweite Halbzeit beginnt, mehr Ballbesitz fürs Kleeblatt heißt jedoch nicht, dass es sich gegen die beherzt kämpfenden Bielefelder behaupten kann. Und dann läuft es in der 54. Minute saudumm, das Kleeblatt macht den Tabellenvorletzten ein Geschenk auf dem Silbertablett: Keeper Balazs Megyeri rollt den Ball für Caligiuri aus, der erwischt die Kugel nicht, Andreas Voglsammer übernimmt und trifft seelenruhig zum 1:0 für die Gastgeber. Die jubeln, ein Sieg würde die Mannschaft auf Rang 14 hinaufkatapultieren und aus der Abstiegszone retten. Übrigens: Zu diesem Zeitpunkt hatte Stuttgart gegen den 1.FCN schon ausgeglichen, es stand in Nürnberg 2:2.

Aber was hilft Schadenfreude, wenn das eigene Team zurückliegt? Die Karten waren bis Ende der regulären Spielzeit fürs Kleeblatt schlecht gemischt. Es gelang kein Treffer und das Team schien sich schon mit der Auswärtsniederlage abzufinden. Aber zwei Minuten Nachspielzeit können manchmal Wunder bewirken: Die Arminen bekommen am eigenen Strafraum den Ball nicht weg, Dominik Schad zieht aus 18 Metern ab, der Bielefelder Torwart Daniel Davari lässt nach vorne abklatschen. Und da steht Serdar Dursun, der zum 1:1-Ausgleichstreffer einschiebt (Foto). Bravo!

Immerhin: Ein Punkt auf den letzten Drücker im viertletzten Saisonspiel. Das Kleeblatt bleibt auf dem sechsten Tabellenrang. Und Arminia Bielefeld kämpft weiter um den Klassenerhalt. Nur der Vollständigkeit halber: Aus dem 2:0-Vorsprung des 1.FCN wurde durch ein weiteres Stuttgarter Tor in der Nachspielzeit dann doch noch ein 2:3-Sieg des Zweitliga-Ersten. Der Bundesliga-Absteiger wird wohl der Bundesliga-Aufsteiger. Und der Club leckt seine Wunden. So (un)gerecht ist Fußball manchmal, oder?

Dieses Spiel ganz schnell vergessen!

Ich bin tiefenentspannt aus dem Urlaub in der Steiermark zurückgekommen. Wirklich. Obwohl ich da mangels technischer Infrastruktur, aber dank des Kleeblatt-Radios Fußball quasi „nur“ aus zweiter Hand erlebt und kommentiert habe. Aber das hatte was! Uwo hat dann am vergangenen Samstag schon über die qualitativ mäßige Begegnung gegen Fortuna Düsseldorf (eher verhalten) gebloggt. Aber das heutige Auswärtsspiel des Kleeblatts gegen den Aufsteiger FC Würzburger Kickers war wirklich unterirdisch.

Die wenigsten Pässe kamen an, ein wirklicher Spielfluss war kaum existent. Erfreulich war die akustisch unüberhörbare Unterstützung der ca. 1500 angereisten Kleeblattfans in der (mit 10 000 Zuschauern) ausverkauften Flyeralarm-Arena. Die erste Halbzeit war an Zähigkeit und Ödness schwer zu unterbieten. Froh waren die Fans, als man endlich in die Halbzeitpause gehen konnte. Und dann passierte das, was ein Corporate-Designer als „Markenzeichen“ der Spielvereinigung definieren würde: Zwei Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit fiel mal wieder das Tor für die Gastgeber, heute: die Würzburger Kickers. Ausgerechnet durch den Mann mit dem (für Fürther) markanten Namen: Tobias Schröck. Erstaunlich: Das Kleeblatt-Team wunderte sich ob dieser 1:0-Führung nur wenig.

Doch schon vier Minuten später wurde aus dem 1:0 ein 1:1-Ausgleich. Unverdient. Das Kleeblatt kam zum Tor wie die Jungfrau zum Kind: Robert Zulj flankte einen Freistoß in die Mitte, der Würzburger Keeper Robert Wulnikowski faustete den Ball Junior Diaz aus kurzer Entfernung an den Oberkörper, von dort sprang der Ball völlig überraschend ins Tor. Der Innenverteidiger wollte noch retten, kam jedoch zu spät.

Nach zähen 90 Minuten ging die Partie (glücklich) mit 1:1 zu Ende. Das Foto der Mannschaft nach Spielende (oben) spricht doch Bände! Die Fahrt nach Würzburg hätte man sich sparen können. Egal, wir konzentrieren uns jetzt auf das Derby aller Derbies, die Partie gegen den 1. FC Nürnberg. Die findet am Sonntag, 5. März, um 13.30 Uhr im Fürther Ronhof statt. Und bis dahin muss sich das Kleeblatt sammeln, moralisch aufbauen, an seinem fußballerischen Können feilen. Und dann ist echte Leistung gefragt. Make the Kleeblatt great again!

Hannover 96 vs. Kleeblatt – Der Countdown läuft!

Hannover96_KleeblattDas wird eine harte Nuss, die das Kleeblatt am kommenden Sonntag zu knacken hat! Die Spielvereinigung bestreitet ihr erstes Auswärtsspiel in der Saison 2016/17 beim Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Die niedersächsische Mannschaft hat beim Eröffnungsspiel der Zweitliga-Saison mit einem 4:0-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern eindrucksvoll demonstriert, dass sie zu den sicheren Anwärtern auf einen Aufstiegsplatz zählen will.

Für die Kleeblattprofis wird es spannend. Sie treffen unter Umständen auf die beiden Ex-Kleeblätter Edgar Prib (der von 1996 bis Juli 2013 für Fürth auflief und seitdem für Hannover spielt) und Niclas Füllkrug, der von August 2013 bis 30.6.2014 ein Kleeblatt war und nach seinem Engagement beim 1.FC Nürnberg Mitte Juli 2016 nach Hannover gewechselt hat. Füllkrug ist heute wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Kleeblatt-Coach Stefan Ruthenbeck schätzt die spielerische Stärke des Gegners realistisch, aber nicht übermächtig ein. Aus seiner Sicht muss die SpVgg vor allem die eigenen Chancen besser verwerten, gute Möglichkeiten wie am letzten Sonntag gegen 1860 München sollten nicht liegenbleiben. Da hatten Sebastian Freis, Veton Berisha und Zlatko Tripic wunderbare Tormöglichkeiten, die dann leider ins Leere bzw. ins Außennetz gingen. Den großen Vorteil des Kleeblatts, ein seit Monaten eingespieltes Team zu sein, haben andere Mannschaften aktuell noch nicht. Ruthenbeck wäre sicher glücklich, wenn das Endresultat gegen Hannover 96 auch ein 1:0 wäre. Am Sonntag gegen 15.30 Uhr wissen wir mehr! Auf der Website von Hannover 96 wird übrigens schon die Zeit bis zum Anstoß in einem Countdown runtergezählt (screenshot).

Coole Fußballer in Rosarot

juventusFrauen sehen (angeblich) zuerst auf Äußerlichkeiten. Auf die Haare, Beine, Hintern, auf Bärte, Augen, die Figur. Egal, ob bei Männern oder Frauen – das Äußere zählt. Das ist sicherlich zum Teil nur ein Vorurteil.

Greutherweiber sind da offenbar keine Ausnahme. Denn genau in diese Richtung ging meine Reaktion beim gestrigen Champions League-Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Juventus Turin. Der Spitzname des berühmten Vereins aus der norditalienischen Stadt  ist bezeichnenderweise vecchia signora, das heißt „Alte Dame“. Ursprünglich nannten Fußballfans den Verein seit Anfang der 50er so, weil sich die Trikots im Rücken durch Wind aufblähten und ein „Buckel“ (italienisch: „goeba“) entstand, was im Dialekt des Piemonts gleichbedeutend mit „alter Frau“ ist. Die Profis laufen seit einigen Jahren bei Heimspielen in weiß-schwarz gestreiften Trikots auf.

Gestern nun waren die coolen Fußballer – wie bei allen Auswärtsspielen – in wunderbare rosarote Trikots gekleidet (Foto). Mit passenden Stutzen. Einige Spieler hatten noch dazu schwarze Handschuhe an. Offenbar sind die heißblütigen Latin Lover keine kalten Temperaturen gewöhnt? Das Spiel ging übrigens 1:1 zu Ende. Damit sind die Borussen leider draußen. Und Juventus wird ins Achtelfinale einziehen.

Ich finde das rosarote Outfit super. Italiener haben einfach Stil und machen in ihren Trikots meistens eine „bella figura“. Sicher, die Farben des Kleeblatts sind auch sehenswert. Aber an die Turiner Cracks kommen sie bei weitem nicht ran, oder was meint Ihr?

Bullen jagen in Leipzig

Am nächsten Montag, 3. August, findet das erste Auswärtsspiel der Spielvereinigung in der Saison 2015/16 statt. Die Kleeblätter fahren mit hohen Erwartungen zum Topspiel nach Leipzig zu den „Roten Bullen“. Das ist eine schnelle Neuauflage nach der Begegnung am letzten Spieltag im Mai. Da haben die Leipziger einen 2:0-Sieg verbuchen können. Die Reaktion der angereisten Kleebltattanhänger war damals dementsprechend (Foto): Buhrufe und Stinkefinger für eine enttäuschende Leistung des Fürther Teams.

Der sächsische Verein ist bei vielen Fußballfans der Zweiten Liga mit Abstand der unbeliebteste. RasenBallsport Leipzig, ein Verein, der nicht aus Herzblut und Enthusiasmus gewachsen ist. Nein, das Ziel der wenigen stimmberechtigten Vereinsmitglieder ist eindeutig die Maximierung des Profits. Traditionsbewussten Fans anderer Bundes- und Zweitliga-Clubs stößt das sauer auf. Wo RB Leipzig in der 2. Bundesliga zu Gast ist, schlagen der Mannschaft von den Tribünen Abneigung und Hass entgegen. Mit Spruchbändern und Sprechchören machen Fans deutschlandweit ihrem Unmut über das Red-Bull-Projekt Luft. Heimspiele der Leipziger werden von vielen Auswärtsfans boykottiert.

Der 71-jährige österreichische Milliardär Dietrich Mateschitz (er hält 49 Prozent der Anteile am Energy-Drink-Hersteller Red Bull GmbH) hat 2009 sein Projekt „Marketing mit Fußballclubs“ gestartet und will sein RB-Imperium expandieren lassen. Er hat den Schwerpunkt der Konzentration seines Konzerns im Fußball-Geschäft nach RB Salzburg inzwischen auf RB Leipzig gelegt. Sein wichtigstes Ziel: der Aufstieg von RB Leipzig in die Bundesliga – je eher desto besser. Die mit knapp 23 Millionen Euro getunte Mannschaft muss den hohen Erwartungen als Aufstiegsfavorit Nummer eins mit allen Mitteln gerecht werden. Viele Millionen Euro hat RB Leipzig für seine Neuzugänge ausgegeben. Dazu kommen fünf Spieler vom Red-Bull-Stammklub aus Salzburg, für die der Verein vor dieser Spielzeit keine Ablöse zahlen musste. Der Marktwert des gesamten Kaders liegt bei knapp 40 Millionen. Im Vergleich dazu: Der Marktwert des Bundesliga-Absteigers SC Freiburg beträgt rund 10 Millionen weniger, der Marktwert der Spielvereinigung wird auf ca. 15,5 Millionen Euro beziffert.

Dass es den Roten Bullen mit dem geplanten Aufstieg ernst ist und sie sportlich was drauf haben, beweist das Resultat des gestrigen Testspiels gegen den Bundesliga-Neuling FC Ingolstadt. Das Spiel haben die Sachsen mit 2:0 gewonnen.

Am Montagabend ist also das Kleeblatt dran: Um 20.15 Uhr ist Anstoß in der Red Bull Arena. Ein Tipp für Fans, die beim Spiel dabei sein wollen: Aufgrund einer Demonstration im Innenstadtbereich von Leipzig wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Deshalb wird dringend empfohlen, frühzeitig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen!
Wer nicht nach Leipzig fahren kann oder will: Sport 1 überträgt die Begegnung live.

Am Rosenmontag: Feiern bis zum Morgengrauen?

greutherweib_ramsauDie zehn Tage zwischen dem letzten Zweitligaspiel zu Hause gegen den FC Ingolstadt (0:1) und der nächsten Begegnung am Rosenmontag gegen den FC St. Pauli ist für mich die ideale (da Kleeblatt-fußballfreie) Zeit, um in die Berge zum Langlaufen zu fahren. Und ich werde heuer in Ramsau am Dachstein – im Gegensatz zum letzten Winterurlaub – mit idealen Schnee- und Wetterbedingungen belohnt: dunkelblauer Himmel, Sonne pur und hervorragender Pulverschnee.
Gefreut hat mich heute Morgen auch die Nachricht, dass der erste Sieg von Borussia Dortmund offenbar kein einmaliger „Ausrutscher“ war. Die Mannschaft hat gestern gegen Mainz mit 4:2 gewonnen (wobei das erste Tor der Mainzer schon in der ersten Minute gefallen war). Damit hat der BVB die Abstiegszone mit Tendenz nach oben verlassen. Ob die Spielvereinigung es der ehemaligen Topmannschaft nachmacht, zeigt sich am kommenden Montag. Die Erfolgsbilanz der Kleeblätter in dieser Saison ist bisher mehr als dürftig. Aktuell liegen sie auf Platz 14. Ein (eigentlich) weiß-grüner Fan zu Hause in Fürth aus dem 3. Stock prophezeite schon, dass sowohl Dortmund als auch die SpVgg absteigen werden. Aber da sieht er wirklich zu schwarz.
Das Spiel am Montag um 20.15 Uhr gegen den FC St. Pauli wird zeigen, ob sich das moralisch stark gebeutelte Team von Trainer Frank Kramer gegen den Tabellenletzten durchsetzen kann. Die Kritiken nach dem letzten Spiel gegen Ingolstadt waren vernichtend. Da war von „katastrophalem“ Fußball genauso die Rede wie von dilettantischem Angriff und mangeldem Durchsetzungsvermögen.
Also: Am Montagabnd tritt das Kleeblatt am Millerntor in Hamburg an. Die Spielvereinigung ist historisch gesehen nicht gerade der Lieblingsgegner des FC St. Pauli: Gegen keine andere Mannschaft setzte es für die „Kiezkicker“ in Liga zwei so viele Niederlagen (9) wie gegen die SpVgg Greuther Fürth. Außerdem ist das Kleeblatt auch für mehr Pauli-Gegentreffer (39) im Unterhaus verantwortlich als alle anderen Vereine. Das Hinrundenspiel Anfang September 2014 hat das Kleeblatt in Fürth mit 3:0 gewonnen!
Ich bin gespannt und werde von der Steiermark aus im Fernsehen das Spiel verfolgen. Wenn das Kleeblatt seine schlechte Serie mit einem Auswärtssieg und einigen Toren stoppen kann, dann bin ich zuversichtlich, dass der Verein seine Durststrecke erst mal überwunden hat.

In der Nachspielzeit den Sieg verschenkt

Eintracht Braunschweig - SpVgg Greuther FürthLange Gesichter gab es heute nicht nur auf vielen deutschen Bahnsteigen. Der Streik der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) sorgt seit dieser Nacht bundesweit für massive Einschränkungen im Bahnverkehr. Betroffen sind davon Urlauber, die in die Herbstferien fahren wollen. Aber auch Zehntausende Fußballfans stellt der Streik vor große Probleme. Denn die meisten Sonderzüge, die Fans zu Auswärtsspielen ihrer Bundesligaklubs bringen sollten, fielen aus.

Lange Gesichter hatten heute allerdings auch die Fans der Spielvereinigung. Trotz einer durchaus sehenswerten sportlichen Leistung der Kleeblätter gegen Eintracht Branschweig stand es am Ende nur 2:2. Warum? Weil ein Fußballspiel eben nicht nur 90 Minuten dauert, sondern es fast immer mehrere Minuten Nachspielzeit gibt. So auch in dieser Begegnung. Und so traf heute in der 93. Minute der Braunschweiger Benjamin Kessel mit einem Kopfballschuss ins Fürther Tor. Das kostete die SpVgg zwei wichtige Punkte. Auswärts ist es für das Kleeblatt in dieser Saison offenbar wie verhext: Bislang hat die Mannschaft noch keinen einzigen Sieg in fremden Stadien errungen, sie verbuchte nur einen Punkt aus vier Spielen.
Das Kleeblatt war heute gegen Eintracht Braunschweig vor über 21.000 Zuschauern über weite Strecken drückend überlegen und hatte sich bis zur 68. Minute einen 2:0-Vorsprung herausgearbeitet. Die beiden Torschützen waren Marco Stiepermann und Kacper Przybylko. Leider kämpften sich die Niedersachsen nach ihrem Rückstand aber zurück ins Spiel und hatten nach dem ersten Kopfballtreffer von Benjamin Kessel zum 1:2 schon mal den Anschluss gefunden. Dass es dann in der Nachspielzeit sogar zum Ausgleich kommen sollte – damit hatte kein Kleeblatt mehr ernsthaft gerechnet. Schade.
Schon am kommenden Freitag, 24. Oktober, empfängt die Spielvereinigung um 18.30 Uhr zum Heimspiel den FSV Frankfurt im Stadion am Laubenweg. Wenn es der  Mannschaft gelingt, an die heute ja durchaus gute spielerische Leistung anzuknüpfen, dann könnte man gegen die Hessen vielleicht drei Punkte auf dem Konto verzeichnen. Aktuell liegt die Spielvereinigung auf dem siebten Tabellenplatz.

Vielleicht ein wichtiger Punkt bei Saisonende?

Was vom Abend übrig bleibt? Die Beruhigung, dass der erspielte Punkt immerhin ein Zähler vor dem direkten Verfolger SC Paderborn ist. Und die Erkenntnis, dass die Spielvereinigung einfach keine konstante sportliche Leistung bringt. Obwohl sehr gute Ansätze da wären.

Aber man soll nicht allzu sehr schwarzmalen. Das Auswärtsspiel gegen den FC Ingolstadt im Audi-Sportpark begann mit wunderbaren Paraden und Torchancen – aus Kleeblatt-Sicht leider für die falsche Mannschaft. Vier Torschüsse in zwölf Minuten. Da konnte die SpVgg von Glück reden, dass Keeper Wolfgang Hesl ausgezeichnet gehalten hat. Das oberbayerische Team von Trainer Ralph Hasenhüttel – der ja selbst mal zwei Jahre in Fürth gespielt hat – agierte dynamisch und angriffslustig. Das hatte zur Folge, dass die Kleeblätter kaum mal einen Spielzug konsequent aufbauen oder durchziehen konnten. Die Ingolstädter zerstörten Fürther Aktionen im Keim, umgekehrt war ihre Defensive gut und für die SpVgg nicht zu knacken.

Nur gut 7200 Zuschauer im Stadion sorgten trotz allem für eine tolle Stimmung. Schätzungsweise 2000 Kleeblattfans waren aus Fürth angereist, um in der Schlussphase dann noch Spannendes zu sehen: Niko Gießelmann flankte von links vor das Ingolstädter Tor, wo Roger Thomas Pledl von hinten umräumte. Schiedsrichter Harm Osmers entschied zu Recht auf Elfmeter. Nikola Djurdjic übernahm die Verantwortung, schoss den Elfer aber schwach und fast schon passgenau auf Torwart Ramazan Özcan. Der hielt den Ball (Foto), Djurdjic schoss nach, scheiterte aber erneut am Keeper. Dann setzte Azemi einen drauf, doch zum dritten Mal kam Özcan ran und Engel rettete letztlich auf der Linie (78.). Ärgerlich für Kleeblatt-Trainer Frank Kramer, der – wie immer – dem Elfmeterschuss den Rücken zugekehrt hatte.
Den Schlusspunkt setzte dann noch einmal der FC Ingolstadt: Eine Flanke wehrte Mavraj zu kurz per Kopf ab. Von der Strafraumgrenze war Caiuby zur Stelle, zielte aber haarscharf neben den Pfosten (90.+1). Also blieb es bei der torlosen Punkteteilung. Was den FC Ingolstadt nicht juckt – er liegt sicher im Tabellen-Mittelfeld. Im Gegensatz dazu hätte den Kleeblättern heute ein Sieg gut zu Gesicht gestanden. Wie kommentierte ein Kleeblattfan so treffend:

„Da haben heute natürlich auch die Nerven mitgespielt …und ja, für die erste Liga ist diese Mannschaft zu schwach,… aber kein Zweitligaclub hat dieses Jahr eine konkurrenzfähige Mannschaft, die auch nur annähernd in der BuLi bestehen könnte.“

Am nächsten Freitag, 11. April, hat der FC Ingolstadt den härtesten Aufstiegs-Konkurrenten der SpVgg – den SC Paderborn  – zu Gast. Und die SpVgg empfängt am Samstag um 13 Uhr zu Hause die Mannschaft von Erzgebirge Aue.

Neues von erotischen Kleeblättern!

Gott sei Dank, am Samstag geht’s wieder los. Die letzten Wochen sind mir doch verflucht lang geworden, so ganz ohne Bundesligabegegnungen der Spielvereinigung.
Der Gegner morgen um 13 Uhr heißt 1. FC Kaiserslautern. Die „Roten Teufel“ stehen aktuell auf dem dritten Tabellenplatz, haarscharf hinter dem Kleeblatt – und sind nach Ansicht vieler Profi-Trainer in der deutschen Fußballszene heiße Anwärter auf den zweiten Aufstiegsplatz in die Erste Liga. Sicherer Aufsteiger ist für meisten der aktuelle Spitzenreiter, der 1. FC Köln.

Ich will mich momentan in diese wilden Spekulationen gar nicht einmischen. Schließlich kann in 15 Spielen viel passieren, das kennen wir doch aus anderen Jahren! Da haben sich Spitzenreiter völlig vergaloppiert und landeten am Ende unter ferner liefen. Und andere haben es auf den letzten Drücker – praktisch in den letzten Minuten des 34. Spieles – noch geschafft aufzusteigen. Ich sehe das ganz relaxt. Wie sagte Sepp Herberger – älteren Semestern ist er ja als Bundestrainer noch ein Begriff: „Das nächste Spiel ist immer das schwerste.“ Recht hat er!

Witzig ist übrigens – mal wieder – das neue Plakat, mit dem die Spielvereinigung im Fürther Stadtgebiet wirbt. „Zum Glück sehen uns die meisten nur von hinten“ steht da, davor eine urige Holzbank mit ein paar abgelegten Klamotten. „Den nackten Wahnsinn gibts noch früh genug“. Prima, alle Kleeblattfans harren der Dinge, die da kommen. Morgen ist also das erste Auswärtsspiel am Betzenberg. Am nächsten Freitag, 14. Februar, empfängt das Kleeblatt um 18. 30 Uhr den Karlsruher SC in der Trolli ARENA. Und – um noch mal Sepp Herberger zu zitieren: „Fußball ist deshalb spannend, weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht.“ Welche Erkenntnis!