Ich will kein gläserner Fußballfan sein!

Picture 60Morgens beim Duschen höre ich immer Radio – um nachrichtenmäßig auf dem Laufenden zu sein oder mit Michael Bublés neuestem Song „Haven’t met you yet“ mitzusingen und gute Laune zu bekommen. Aber heute Morgen dachte ich, ich höre nicht richtig: Da schlägt doch irgendeine Intelligenzbestie vor, dass man zukünftig beim Kauf eines Tickets fürs Fußballstadion den Personalausweis oder Reisepass zeigen muss.  So wären die Fans nicht mehr anonym und werden registriert. Angeblich könne man damit potentielle Unruhestifter und Hooligans aus den Stadien halten.

Super Idee! Bei der Auslosung der Karten für die letzte Fußball-WM ist das so gelaufen. Das Verfahren war damals umstritten, denn nicht nur Datenschützern stößt es sauer auf, wenn persönliche Daten unbescholtener Bundesbürger gesammelt und möglicherweise dann (wer weiß, wie lange?) gespeichert werden.

Konkret würde das dann bedeuten: Als gestern Abend bei einer Aktion der Spielvereinigung auf dem Fürther Weihnachtsmarkt eine Tasse Glühwein und eine Eintrittskarte für das nächste Spiel am Montag gegen Alemannia Aachen im Doppelpack zu sechs Euro verkauft wurden, hätte eigentlich jeder Käufer seinen Ausweis zeigen müssen. Klar, der Verkäufer hätte dann problemlos entschieden, ob er nur einen harmlosen Fan oder vielmehr einen Hooligan vor sich hat, der beim Spiel im Playmobil-Stadion auf den Putz hauen möchte.

Also, ich finde die Idee utopisch und hoffe, dass ich zukünftig auch im Greuther Teeladen beim Kauf meiner Eintrittskarte für ein Match der Kleeblätter inkognito bleiben darf.