Furioses Finale im Ronhof – trotzdem verloren!

SpVgg Greuther Fürth - RB LeipzigSpannung pur bis zum letzten Wimpernschlag! Unglücklich verlor heute die Spielvereinigung zu Hause gegen Tabellenführer RB Leipzig. Mit 1:2. Wie es dazu kam? So: Strukturiert und kreativ begannen die Kleeblätter die letzte Partie vor der Winterpause. Die schlechteste Mannschaft der letzten acht Spieltage (acht Punkte) gegen die beste (24 Punkte). Aber so deutlich war der sportliche Klassenunterschied nicht. Ein paar mittelprächtige  Möglichkeiten für die SpVgg, gute Chancen für die qualitativ besseren Leipziger. Störend waren Beschimpfungen von Seiten der Kleeblatt-Fankurve („Alle Bullen sind Schweine“), die unnötig und unfair sind. Offerbar stößt es vielen Fußballanhängern (nicht nur in Fürth) sauer auf, dass in Leipzig mit viel Geld und Risikofreude auf den Bundesligaaufstieg hingearbeitet wird. Noch dazu erfolgreich.

In der Pause konnte ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass die ersten fünf, zehn Minuten der zweiten Halbzeit für das Kleeblatt oft verhängnisvoll sind. Nach einer weiß-grünen Konfettidusche auf den Leipziger Keeper Coltorti begannen die zweiten 45 Minuten dann auch mit einer Dreifachchance für RB: Mielitz parierte einen Schuss von Emil Forsberg, den Abpraller bekam Sabitzer, Franke konnte blocken, und den anschließenden Kopfball von Yussuf Poulsen hielt Sebastian Mielitz souverän. Doch nur eine Minute später stand es dann tatsächlich 1:0 für die Gäste: Forsberg spielte einen perfekten Pass auf Poulsen, der Mielitz umging und das Tor machte. Es war nur eine kurze Schrecksekunde für die Kleeblätter, aber die Moral war heute groß, und alle versuchten, mit einer Teamleistung den Rückstand aufzuholen.

Aber damit sah es bis zur 90. Minute nicht gut aus. Doch dann: Benedikt Röcker, der in dieser Saison zwischenzeitlich nur wenig Fortune hatte, traf in das Leipziger Tor. Nico Gießelmann hatte in die Mitte auf ihn geflankt, Röcker sprang am höchsten und verlängerte den Ball über den herauseilenden Keeper Coltorti ins Tor (Foto). Riesenfreude bei den Kleeblattfans, der heiß ersehnte Ausgleich war geschafft! Aber es blieben immer noch wenige Sekunden zuspielen, und unglücklicherweise gelang es den Roten Bullen, nach einem Freistoß den Ball vom linken Flügel ins Zentrum zu bugsieren, wo Ilsanker das Leder ins Fürther Tor schoss, zum 1:2 . Damit nicht genug: Veton Berisha kam noch einmal rechts vor den Strafraum, aber sein toller Schuss ging am Leipziger Tor vorbei.

Die Spielzeit 2015/16 war bislang für die Spielvereinigung ein Wechselbad der Gefühle. Die Winterpause dauert bis zum 7. Februar 2016. Dann geht’s weiter. Man wird sehen…

Zu harte Nuss fürs Kleeblatt

SV Darmstadt 98 - SpVgg Greuther FürthPassend zum Nikolaus-Tag gab es heute eine harte Nuss zu knacken für das Kleeblatt: gegen den Tabellendritten SV Darmstadt 98. Das Team von Trainer Dirk Schuster, seit 5. Oktober ungeschlagen, hatte angekündigt, der Spielvereinigung den Spaß am Spiel verderben zu wollen. Das gelang den Hessen jedoch nicht ganz – sie kamen selbst nie richtig gut in die Partie. Beide Mannschaften setzten hauptsächlich auf die Abwehr, schafften es viel zu selten in den gegnerischen Strafraum, machten bereits früh dicht. Und wo es keine Lücken gibt, fallen eben auch keine Tore. So blieb es am Ende bei einem 0:0-Unentschieden.
Dabei hatten die Fürther in der ersten Halbzeit die Begegnung am Böllenfalltor über weite Strecken dominiert, waren häufiger am Drücker als der SVD, gewannen fast alle Kopfball-Duelle und waren klar öfter in Ballbesitz. Doch im Abschluss fehlte es – wieder mal! – an der notwendigen Präzision. So schoss zum Beispiel Kacper Przybylko mehrmals weit am Kasten des Gegners vorbei. Spielvereinigungs-Keeper Wolfgang Hesl ließ im Darmstädter Merck-Stadion zunächst ein paar Unsicherheiten erkennen, steigerte sich im Lauf der Partie aber sichtlich und fand zu seiner Form zurück.
Nach dem Seitenwechsel konnte das Kleeblatt leider nicht an die Leistung anschließen, die es vor der Pause gezeigt hatte. Die Spielqualität sackte insgesamt ab, es gab auf beiden Seiten jede Menge Fehlpässe, und auch die Zahl der Fouls nahm zu. Schön anzuschauen war das nicht, was uns die „Kleeblätter“ und die „Lilien“ da boten: zahllose Duelle im Mittelfeld, kaum gefährliche Szenen, Torschüsse Mangelware. In der 65. Minute schien es dann plötzlich aus Fürther Sicht einen Lichtblick zu geben: Benedikt Röcker traf das Darmstädter Tor aus fünf Metern. Doch zu früh gefreut: Die Schiedsrichter hatten Goran Sukalo im Abseits gesehen und abgepfiffen. Da halfen auch keine Diskussionen mit Fürths Trainerbank…
Die drei „Joker“, die Kleeblatt-Coach Frank Kramer noch einsetzte – Weilandt für Wurtz, Stiepermann für Schröck und Korcsmar für Zulj –, konnten das Blatt nicht mehr zugunsten der SpVgg wenden. Im Gegenteil: Zum Ende des Spiels hin hatte der SV 98 noch einige Chancen, vor allem nach mehreren Eckbällen. Zum Glück trafen die Lilien aber genauso schlecht wie die Kleeblätter.
Schade, ein Sieg der Spielvereinigung wäre drin gewesen und hätte uns den Nikolaus-Tag versüßt. Nun müssen wir uns mit einem Punkt trösten – und vielleicht auch mit einem Schokoladen-Nikolaus in Weiß-Grün. Schokolade macht schließlich auch glücklich.

Im DFB-Pokal eine Runde weiter – was sonst?

In Franken muss man derzeit in Sachen Fußball keine kleinen Brötchen backen. Zumindest nicht in Fürth. Die Spielvereinigung hat in der 1. Runde des DFB-Pokals mit 3:0 gegen den SV Waldkirch gewonnen. Standesgemäß, denn der SVW ist in der sechsten Liga.
Das Spiel im Kaiserstuhlstadion in Bahlingen vor knapp 4.000 Zuschauern begann aus Kleeblattsicht etwas dröge. Es ging nichts so recht zusammen. Trainer Frank Kramer hatte auf einige wichtige Derbysieger vom vergangenen Montag verzichtet und ließ mal die anderen Jungens ran. Nervig für die angereisten Kleeblattfans waren die Sprechgesänge des heimischen Publikums: „Wir sind besser als Nürnberg, olé“. Naja, beim Endergebnis 3:0 hatten sie natürlich Recht, denn immerhin haben sie beim Schlusspfiff zwei Eier weniger im Tor gehabt als der Club am Montag. Trotzdem: Die Stimmung im Stadion war ein wenig aufgeheizt.

Doch zurück zum eigentlichen Spiel: Stephan Schröck wurde für Tom Weilandt zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt und traf mit seinem ersten Ballkontakt voll ins Schwarze, genauer: ins Tor von Waldkirch-Keeper Andreas Stengel. Damit war der Knoten beim Kleeblatt offenbar geplatzt. Ognjen Mudrinski gelang schon fünf Minuten später das 2:0. Und Benedikt Röcker (Foto) erhöhte in der 82. Minute mit einem Kopfball zum 3:0-Endstand.

Sehr aussagekräftig sind übrigens noch einige Zahlen (Quelle: Matchdaten von „kicker“): Das Kleeblatt hatte 17 Torschüsse (der SVW fünf), 527 gespielte Pässe (der SVW 176) und der Ballbesitz war 75 zu 25 Prozent. Soviel für Zahlenfans.

Insgesamt kein spektakulärer Fußball. Aber was soll’s? Immerhin gibt es eine satte Prämie für die SpVgg beim Einzug in die zweite Runde. Und das tut der Vereinskasse nicht schlecht. Wer dann der nächste Gegner sein wird, wird ausgelost. Ich bin gespannt. Auf jeden Fall macht Fußball mit dem Kleeblatt im Moment einen Riesenspaß!

137 entscheidende Sekunden fürs Kleeblatt

137 ist meine Glückszahl und Autonummer – und genau so viele Sekunden hat es heute gedauert, bis das Kleeblatt aus einem 0:1-Rückstand ein 2:1 machte. Ein spannendes, schnelles Spiel gegen den FC St. Pauli, die ja eigentlich eine „befreundete“ Mannschaft ist. Die uns, und denen wir aber auch nichts schenken.
Mit Euphorie fuhren einige Kleeblattfans schon gestern oder heute früh nach Hamburg, um ihrem Team lautstark den Rücken zu stärken. 28 000 Zuschauer am Millerntor – das hat was und vermittelt allen wieder ein bisschen „Erstliga-Feeling“.

Nach dem Anpfiff passierte tormäßig lange nichts. Umso mehr Gelbe Karten verteilte der Berliner Schiedsrichter Daniel Siebert, als ob er hier kein Spiel von potenziellen Aufsteigern pfeifen, sondern kleinen Schuljungs Manieren beibringen müsste. Natürlich versuchten beide Teams, mit Verve und Leidenschaft das Geschehen zu bestimmen. Am Ende hatte Mr. Sensibel vier Gelbe Karten an St. Pauli und sogar sechs an die SpVgg verteilt (je eine  erhielten Nikola Djurdjic – Foto – und Keeper Wolfgang Hesl).

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete, doch in der 66. Minute traf Sebastian Schachten das Fürther Tor: Buchtmann hatte einen Freistoß vom rechten Flügel an den zweiten Pfosten gehoben, Brosinski schwächelte kurz und Schachten zögerte nicht lange. Er drosch den Ball aus fünf Metern über die Linie – Abseits oder nicht Abseits, das war hier die Frage.
Die SpVgg schien konsterniert, reagierte dann aber eiskalt: Benedikt Röcker köpfte einen Brosinski-Freistoß in der 75. Minute aus fünf Metern Entfernung ins Tor. Und nur 137 (!) Sekunden später traf Ilir Azemi aus sechs Metern mit einem Kopfball zum 2:1. Das Kleeblatt wähnte schon den Sieg in der Tasche, da schlugen die Hamburger kurz vor Schluss doch noch noch einmal zu: Der eingewechselte Maier drehte einen Freistoß von links nach innen, Gonther köpfte auf die Brust von Markus Thorandt, von dort sprang der Ball ärgerlicherweise ins Netz.
Das packende Duell zwischen zwei möglichen Aufsteigern endete 2:2 unentschieden. Respekt, wenn man bedenkt, wie viel Kondition und Kraft eine Englische Woche den Spielern abverlangt. Am 29. Spieltag – Montag, 7. April, um 20.15 Uhr –  tritt das Kleeblatt beim FC Ingolstadt an. Wir warten das locker ab – und beobachten mit Interesse, wie sich die anderen Aufstiegsaspiranten bis dahin so machen!